y Google * HARVARD COLLEGE LIBRARY FROM THB FUND OF CHARLES MINOT CLASS OF 1828 Digitized by Google * SCRIPTORES REKUM PRUSSICARUM. „ DIE GESCHICHTSQUEU EN DER PREUSSISCHEN VORZEIT tll» ZUM UNTERGÄNGE DER ORDENSHERRSCHAFT. HF.BAU90EOEBEN VON Dr. THEODOR HIRSCH, Dr. MAX TÖPPEN Dr. ERNST STREHLKE. ERSTER BAND. LEIPZIG VERLAG VON S. HIRZEL. 1861. ;y \ Digitized by Google C/, US-. r.j VERZEICHNIS« DER SUMM RENTEN. Seine Majestät der Kömig Ihre Majestät die Königin Seime Königliche Hoheit der Prinz -Regent Seine Kömgliche Hoheit der Prinz Friedrich Wilhelm Seime Kömgliche Hoheit der Prinz Carl Seine Kömgliche Hoheit der Prinz Friedrich Carl Seine Königliche hohrit Frzhekzog Maximilian d'Estk , meister des hohen dbutscuen rlttbrondens Seine Hoheit der Fürst von Hohenzollern-Sigmaringen I Berent. Die Kreisstande t Berlin. Die Königliche Direclion der Staatsarchive 8 Herr von Auerswald, Exeellenz, Königlicher Staalsminister t Herr Graf Dönhoff, Excellenz, Oberhofmeister Ihrer Majestät der Königin t Die Königliche Kriegsacademic 1 Das Königliche Joarhimsthalisohe Gymnasium I Das Friedrieh Werdersche Gymnasium I Das Königliche Friedrich-Wilhelm's Gymnasium t Das Königliebe Ministerium der geistlichen Unterrichts- und Medicinal- Angelegenheitcn i 0 Das Königliche Ministerium des Innern f Herr Professor Dr. Leopold Hanke i Beynuhnen. Herr Rittergutsbesitzer von Farenheid t Bonn. Die Königliche UniversitHts-Bibliothek I Braunaberg. Das Königliche Gymnasium 4 Breslau. Herr Professor Dr. Röpell < Herr Professor Dr. jur. Stobbe t Die Königliche Universitäs-Bibliothek « Herr Dr. Wittenbach, Königlicher Prov. -Archivar t Bromberg. Das Königliche Gymnasium < Carthau«. Die Kreisstände I Conitz. Das Königliche Gymnasium l Deutich-Crone. Das Königliche Gymnasium I Expl. 5 :> I I I I Hoch- und Deutsch- 1 Digitized by Google VI VRRZEICHNISS DER SUBSCRIBENTEX. Colm. Der Magistrat Danrig. Herr August Bertling, Candida! der Theologie Die Bibliothek der Königlichen t. Division Das Gymnasium Das Conradinum zu Jenkau bei Danzig Das Aellesten-Collcgium der Kaufmannst-hall Die Kreisstande des Danziger Landkreises Der Magistrat I Herr Justizrath Martens Die Realschule erster Classe zu St. Johannis Die Realschule erster Classe zu St. Pclri Die Königliche Regierung Die v. Schwartz waldische Bibliothek Die Stadtbibliothek Die Zappische Bibliothek Dirschau. Der Magistrat Dorpat. Die gelehrte Estnische Gesellschaft Herr Professor Dr. Th. Graff Die Kaiserliche Universitätsbibliothek Elbing. Der Magistrat Erfurt. Das Königliche Gymnasium . Herr von Jetlau, Ober-Regierungsrath Provinz Estland. Herr Alexander Graf Keyserling zu Raiküll , Ritterschaftshaupt- mann der Estländischen Ritter- und Landschaft Herr Otto Freiherr von Taube zu Jerwakant Herr Moritz Freiherr von Engelhardt zu Koddasem Herr Conslanlin Ungern-Sternberg Freiherr von Piirkel zu Hark Herr Robert Freiherr von Toll zu Kuckers Herr Alexander von der Paulen Freiherr von Astrau zu YYait Herr Bernhard Freiherr von Cxkiill zu Eickel und Kebias Herr Ludwig Freiherr von Cxkiill Güllenband zu Melzikus Herr Conrad Freiherr von Mvycndorff aus dem Hause üxküll zu Sallcutack Herr Peter Hermann Graf Igclström zu Jewe Herr Reinhold von Arnold zu Türpsal Das Archiv der Estländischen Ritterschaft Die Ritter- und Domschule in Rcval Das Kaiserliche Gymnasium in Ucval Die Estländisch-Literarische Gesellschaft Herr Franz Kluge, Buchhändler in Rcval Herr Syndicus Alexander Schütz in Rcval Finkenstein. Herr Burggraf, Graf Dohna auf Finkenslein Frankfurt a. 0. Dr. Simson, Königlicher Appcllations-Gcricbls-Vice-Präsidenl Frauenburg. Die Bischöflich Ennlündische Curie Das Ermländische Domkapitel Friedrichstein bei Königsberg. Herr Graf Dönhoff-Friedrichstein, Excellenz, Wirk- licher Geh.-Rath Gotha. Herr Hofrath Gustav Freytag auf Siebeleben bei Gotha Das Gymnasium Die Herzogliche Bibliothek Granden at. Der Magistrat Die Realschule Gumbinnen. Der landwirthscbaftliche Centraiverein für Litlhauen und Masuren Das Königliche Friedrichs-Gymnasium Die Königliche Regierung VERZEICHNIS DER SUBSCRIBBNTEN. VII Eij.l. Halle. Herr Professor Dr. E. Dümmler 4 Hambarg. Herren Buchhändler Perthes-Besser und Mauke 4 Heydekrug. Die Kreisslände I Herr Kreisrichter Lent/. I Hobenstoin. Das Königliche Gymnasium 4 Inaterburg. Der Magistrat I Die Realschule 4 Kenchitten. Herr Rittergutsbesitzer G. von Reibnil/ I Königsberg. Die Akademische Handbibliothek I Die Bibliothek der Deutschen Gesellschaft I Herr Professor Dr. Erdmann I Herr Professor Dr. Gicsebrccht 1 Herr von Gottberg, Hauptmann im Gencralstahc des I . Ai meet orps \ Das Altstädtische Gymnasium 1 Das Königliche Friedrichs-Gymnasium 4 Das KneiphÖflsche Gymnasium 1 Das Vorsteheramt der Kaufmannschaft 4 Der Magistrat 4 Herr Consul R. Oppenheim t Die Provinzialstlindische Bibliothek i Die Realschule erster Classe auf dem Löbenichl I Die Königliche Regierung I Das Provinzial-Schulkollegium I Herr Provinzial-Schulrath Dr. Schräder I Herr Rechtsanwalt Stollerfoth 4 Das Königliche Oslpreussischc Tribunal I Herr von Werder, Excellenz, General der Infanterie, komruandirender General des t . Armeecorps 4 Leipzig. Die Stadtbibliothek i Die Universitätsbibliothek I Liegnitz. Die Königliche Ritter-Akademie I Loncorrek. Herr Lange, Königlicher Domänenpächler 1 Lyck. Das Königliche Gymnasium 1 Marienwerder. Das Königliche Appellationsgericht I Das Königliche Gymnasium < Die Königliche Regierung I Herr Dr. jur. Hanlbrook, Rechtsanwalt I Medunischken. Herr Rittergutsbesitzer Bujak I Hemel. Der Magistrat l Das Gymnasium f Kreis Mohrungen. Herr Freiherr von Albedyhl auf Kamillen t Herr Burggraf Graf zu Dohna auf Rcichcrtswaldc 4 Frau Majoratsbesitzerin von Domhardl auf Bcslendorf I Herr Majoratsbesitzer Graf v. d. Gröben auf Ponarien 4 Herr Rittergutsbesitzer Reichel auf Waldenten 4 München. Die Königliche Hof- und Staatsbibliothek I Neustadt in Westpreussen. Das Königliche Progymnasium I Osterode. Die Synodalbibliothek I Pelplin. Herr Domherr Lariscli 4 8t. Petersburg. Herr Geh. -Rath Freiherr A. v. Meyendorir, aus dem Hause Uxküll auf Schloss Roop 4 Herr Oberhofmeister Freiherr P. v. Meyendorlf, aus dein Hause Uxküll 4 VIII VERZEICHNIS DER SUBSCRIBENTEN. Expl. 8t. Petersburg. Herr General-Kriegs-Goinmissar , General-Major in der Suite Sr. Maj. des Kaisers, Major Graf Walerian Cancrin I Herr Wirklicher Staatsrath Georg von Brevem I Herr Wirklicher Staatsrath Dr. Friedrich Georg von Bunge I Herr Akademiker A. Kunik 1 Die Bibliothek der II. Abtheilung der Kaiserlichen Kanzelei I Die Bibliothek der Akademie der Wissenschaften I Posen. Das Königliche Friedrich-Wilhelms-Gymnasium I Potsdam. Herr Graf Gerhard Dönhoff, Lieutenant im Garde-Husaren-Regimcnt 1 Kastenburg. Das Königliche Gymnasium I Reichenau im Kreise Osterode. Herr Rittergutsbesitzer von Livonius i Riga. Die Gesellschaft für Geschichts- und Alterthumskunde der Ostseeprovinzen I Herr Staatsralh Dr. C. E. von Napicrsky 1 Rössel. Das Königliche Progymnasium t Schippenbeü. Die Kirchenbibliothek l Schlodien. Herr Burggraf, Graf zu Dohna auf Schlodien \ Schwerin. Grossherzogliche Regierungs-Bibliothek I Schweti. Die Direction der Irrenanstalt I Die Kreisstände I Spengawsken. Herr Freiherr von Paleske auf Spengaw.sken l Stallupöhnen. Die Kreisstände t Stangenberg; bei Riesenburg. Herr Landrath a.D., Graf Riltberg auf Stangenberg t Stargard in Wesl-Preussen. Der Magistrat 1 Stargard bei Regen walde. Herr Graf Borcke auf Stargard I Stettin. Das Königliche Gymnasium 1 Steinort bei Stargard. Herr Graf Lehndorf-Steinort ( Stralsund. Die Rathsbibliothek I Thorn. Das Gymnasium ♦ Tilsit. Das Königliche Gymnasium I Der Magistrat I Wapplitz. Kreis Osterode. Herr Rittergutsbesitzer Panneck auf Wapplitz I Wittmannsdorf. Kreis Osterode. Herr Rittergutsbesitzer Schuhmacher auf Wilt- mannsdorf 1 Woinowitz bei Ratibor. Herr Oberpräsident D. Pinder auf Woinowitz I Zürich. Die Stadtbibliothek , I Digitized by Google I VORWORT. Öeitdem wir in unserm grossen Nationalwerke der Monumenta . Germaniae historica eine bis jetzt bei keinem andern Volke erreichte Muslerarbeit für die Sammlung und wissenschaftliche Behandlung histo- rischer Quellenschriftsleller besten , sind durch dieselbe in verschie- denen Theilen Deutschlands Bestrebungen wach gerufen worden , auch die Quellen der Provinzialgeschichten in entsprechender Weise der all- gemeinen Benutzung zuganglich zu machen. Nicht leicht dürfte irgendwo das Bedürfniss einer solchen Sammlung dringender und mehr gerecht- fertigt erscheinen als in den östlichsten Marken unsere gemeinsamen Vaterlandes, der Wiege der preussischen Monarchie, der Provinz Preussen. Wenn nämlich einerseits deren ältere Geschichte bis zum xvi. Jahrhundert, die in sich abgeschlossene Zeit des deutschen Ritter- ordens und seines grossartigen Wirkens für die Ausbreitung und Ver- teidigung deutscher Kultur, nicht nur durch ihren engen Zusammenhang mit den grossen Ereignissen der Nationalgeschichte ein die Grenzen des Provinziellen weit Überschreitendes Interesse in Anspruch nimmt, sondern auch für alle ihre Perioden eines Reichthumes gleichzeitiger historischer Quellenschriften sich erfreut, wie er wenigstens keiner der benachbarten deutschen Landschaften zu Theil geworden ist, so hat es andererseits bis in die neueste Zeit gewährt, ehe diese universello Be- deutung der preussischen Provinzialgeschichte zur Anerkennung gelangt ist, wahrend die in ihren Quellenschrillen niedergelegte ächte historische Ueberlieferung bis auf den heutigen Tag nur erst theilweise von den sie verdunkelnden Irrlhümern und Erdichtungen befreit an das Licht gezogen ist. Wurden schon in der spatern Zeit der Ordensherrschaft die alteren ausgefuhrteren und lebensfrischeren Chroniken durch spatere zusammenfassende Hebe rsic Ilten bei Seite gedrangt, so schwanden Trieb und Lust zu lauterer Erkenntniss der Vorzeit in noch höherm Grade nach dem Aufhören derselben. Jetzt fanden nur noch solche Sammelschriften, welche die Geschichte des Ordens als ein Ganzes darstellten, weitere Verbreitung, und wie sehr auch die achte Ueberlieferung in ihnen durch Irrlhum und Ungeschick, durch Vornrlheil und Erdichtung ent- stellt, in wie armseliger Weise sie durch das vor Allem belieble Streben Digitized by Google X Voll WORT. nach Kürze zugestulzt war: diese späteren Conipilationen gelangten um so mehr zu fast unangefochtener Autorität, da sie grösstenteils durch den Druck verbreitet wurden, wahrend jene achten Quellen, wegen ihrer Seltenheit oder wegen der Schwierigkeit ihres Verständ- nisses auch von Forschern und Geschichlsfreunden wenig beachlet, sich allmalig der allgemeinen Kennlniss entzogen und sich ebendeshalb ent- weder an entlegene Orte oder ins Ausland verloren oder für immer untergegangen sind. So konnte es geschehen , dass die Arbeiten eines Simon Grünau, Waissel, Hennenberger, Caspar Schütz, neben denen man etwa noch die nicht viel besseren der fremden Chronisten Johann Dlugosz, Matthias von Mechow und Martin Cromer, oder gar des Albert Krantz und Johann Micraelius gebrauchte. Jahrhunderte lang die Hauptquellen der preussischen Geschichte blieben. Wohl hat es im xvn. und xviii. Jahr- hunderte nicht an anerkennensvverthen Versuchen gefehlt, diese trübe und dürftige Ueberlieferung durch Erschliessung reinerer Quellen zu klaren und zu erganzen; Harlknoch gab das Chronicon Prussiae von Dus- burg heraus ; in den Acta Borussica wurden gute historische Materialien veröffentlicht und von Baczko gewann der preussischen Geschichte einen ansehnlichen Zuwachs zugleich an chronikalischem und urkundlichem Stoffe; aber alle diese Versuche vermochten weder den beschränkten Standpunkt lokaler Interessen zu verlassen noch sich zu einer unbe- fangenen Würdigung der achten historischen Quellen zu erheben. Erst in unserem Jahrhunderle, unter dem Einflüsse des durch die Freiheitskriege neu erwachten Volksgeistes und der hohen Begeisterung, welche die Wiederherstellung des Ordens -Haupthauses in Marienburg durch den Oberprasidenten von Schön in den Gemüthern für den Ruhm der preus- sischen Vorzeit entzündet halte, unternahm es Johannes Voigt mit umfassender Gelehrsamkeit und rastlosem Fleisse die allen Ueberlic- ferungen zu durchforschen und zu einem grossartigen Gemälde jener glanzenden Zeil zusammenzufassen. Die dankbare Mit- und Nachwelt wird es stets als sein unvergängliches Verdienst anerkennen, dass er unsere Landesgeschichte im grossen Ganzen von jenen falschen Aucloriläten frei machte, ihr in der Fülle urkundlichen Stoffes, die er herausgab oder in seiner Geschichte Preussens zur Gellung kommen liess , eine neue feste Grundlage schuf, auf welche jede spätere Arbeit immer wieder wird zurückkehren müssen . und endlich ihre auf diesem Wege erkannte uni- versalhislorische Bedeutung zur Anschauung brachte. Auch für die ur- sprünglichen Quellenschriftsteller hat Voigt Bedeutendes geleistet, in- dem er nichl nur aus dem Studium mancher bis dahin nicht benutzten Chronisten die Kenntniss der Vorzeit mil neuem Stoffe bereicherte, sondern auch einzelne derselben einer fruchtbaren Prüfung unterzog. Nur konnte eine durchgreifende vergleichende Betrachtung des chroni- kalischen Materials, eine strenge Sonderung des Spateren und Früheren, des Abgeleitelen und Ursprünglichen . kurz alle diejenigen Operationen. Digitized by Googl ■ VORWORT. XI durch welche die historische Kritik unserer Tage hauptsächlich den unmittelbaren Ausdruck des Zeilbewusstseins für das Geschehene wieder zu gewinnen sucht, damals bei dem durch Mangel fast jeder Vorarbeit in hohem Grade unklaren Zustande der Quellen und bei dem Fehlen so vieler Mittelglieder, aus denen die Beziehungen derselben unter einander zu erkennen waren, kaum versucht, geschweige denn zu einem ausreichenden Resultate durchgeführt werden. In den seil dem Erscheinen des Voigtschen Werkes verflossenen zwanzig Jahren sind jedoch durch die vielfachen von Pertz und seinen neben ihm um die vaterländische Geschichte hochverdienten Mitarbeitern zur Durch- forschung der Bibliotheken und Archive unternommenen Reisen, die Reisen anderer Gelehrten, welche speciell die Geschichte des deutschen Ordens und Preussens im Auge hatten , die wichtigen Publicationen in den Nachbarlandschaften, namentlich in den russischen Ostseeprovinzen und in Polen, und in nicht geringem Grade endlich durch die inzwischen unternommene Restauration des Danziger Stadtarchives so viele neue Httlfsmittel und Materialien zur Ausfüllung jener Lücke in unserer ein- heimischen Geschichtsforschung zu Tage gefördert worden, dass nach dieser Seite hin die grosse Arbeit zu erganzen ebenso dringend geboten als ausfuhrbar erschien. Von dem Wunsche getrieben, dem offenkundigen Bedürfnisse ab- zuhelfen, und Uberzeugt, dass der schwierigen Aufgabe zu genügen mehreren durch Ubereinstimmende Grundsatze mit einander Verbundenen leichter und schneller gelingen werde, haben wir seit drei Jahren mit vereinten Kräften daran gearbeitet, die Quellen unsrer Provinzialgeschichte zunächst bis zum Untergange der Ordensherrschaft zu sammeln, zu prüfen und zu erläutern. Indem wir nun den ersten Theil unsers Werkes der Oeffentlichkeit übergeben, fühlen wir uns vor Allem gedrungen den hohen Staatsbehörden und den zahlreichen Freunden unserer vaterlandischen Geschichte, deren Unterstützung uns die Herstellung dieser Arbeit mög- lich machte, unsern tiefgefühlten Dank auszusprechen. Er gilt zunächst und vor Allem dem Königl. Ministerium des Kultus und den preussischen Provinzialständen, deren huldreiche Vorsorge uns mit den äussern Mitteln zur Vorbereitung derselben ausstattete, dem Herrn Oberpräsidenten der Provinz Preussen Dr. Eich mann und dem Herrn Provinzial-Schulrathe Dr. Schräder, deren geneigte Empfehlung uns das Vertrauen Allerhöchster und Höchster Gönner zuwandle, sowie dem Herrn Baron R. von Toll in Reval, der auch in den stammver- wandten Ostseeprovinzen Russlands zahlreiche Freunde der Wissenschaft für unser Unternehmen mit Theilnahme zu erfüllen wusste. Gleich zahl- reiche Beweise ermutigenden Vertrauens begegneten uns bei der Auf- suchung der Quellen und literarischen Hülfsmittel. Auch hier widmen wir unsern Dank vor Allem dem Königl. Ministerium des Kultus, das nicht nur unsern Zwecken die einheimischen historischen Schätze Digitized by Google XII VORWORT. zur Verfügung stellte, sondern auch auf diplomatischem Wege die Be- nutzung der ausserhalb Preussens zerstreuten Quellen vermittelte, sowie dem Herrn Director der Staatsarchive Geh. Ober- A rchivrath Dr. von Lancizolle ebensosehr wegen der warmen Theilnahme, die er persönlich durch Rath und That unserm Unternehmen zu erkennen gab, als wegen der Liberali tat, mit derer uns die in den Landesarchiven enthaltenen Materialien zuganglich machte. Ebenso können wir es nicht unterlassen, schon än dieser Stelle im Allgemeinen den Vorstanden der grossen Bibliotheken in Berlin und Königsberg und an den ent- fernteren, denen zu Dresden, Gotha, Heidelberg, Jena, Mün- chen, St. Petersburg, Stockholm, Stuttgart, Wien und Wolfenbuttel, dem Vorstand des Königl. Niederländischen Reichs- archives im Haag und den Vorstanden der Provinzialarchive in Königsberg, Stettin und Breslau, den Magistraten von Dan zig. Elbing, Königsberg, Thorn und Wehlau sowie dem Joachims- tha Ii sehen Gymnasium in Berlin für die freundliche Bereitwillig- keit, mit der sie unsere auf die Miltheilung literarischer Quellen gerich- teten Wunsche erfüllten , einen Ausdruck unsrer dankbaren Gesinnung darzubringen. Wir gedenken in fünf Banden, jedem ungefähr vom Umfange des vorliegenden, die Originalquellen der Geschichte der gesaramten Provinz Preussen bis 1525 herauszugeben; und zwar sollen in den- selben nicht nur die einheimischen ausdrücklich unserer Geschichte gewidmeten historischen Arbeiten, sondern auch sammtliche in nicht- preussischen gleichzeitigen Chroniken enthaltenen, Preussen be- treuenden Abschnitte, letztere in den dem einheimischen Hauptwerke hinzugefügten Beilagen, Aufnahme finden. Wir halten es für unsere Auf- gabe, deu Text uberall durch Berücksichtigung des möglichst voll- standig milzutheilenden kritischen Apparates in seiner ursprünglichen Form wiederherzustellen und dabei zugleich das Originelle und aus vor- handenen Quellen Abgeleitete auch schon ausserlicb nach der Weise des im Eingange gedachten Vorbildes durch verschiedenartige Schrift zur Anschauung zu bringen , endlich in Anmerkungen und Beilagen den In- halt unserer Quellen vornehmlich aus urkundlichem Materiale zu erläu- tern. Einer der folgenden Bande wird auch eine Zusammenstellung der- jenigen Zeugnisse enthalten, welche Uber die Landschaften der jetzigen Provinz Preussen wahrend des Alterthums und der früheren Jahrhun- derte des Mittelalters Kunde geben. Dem zweiten Bande wird ein die beiden ersten Bande umfassendes ausführliches Namenregister beigege- ben werden. December 1860. DIE HERAUSGEBER. Digitized by Google INHALTSVERZEICHNIS. I. Petri de Dusburg Chronicon terrae Prussiae cd. M. TÖppen. Einleitung 3— 20 Chronik 24— 2t 9 Beilage 1.1. De primordiis Ordinis Theutonici narrotio . »SO— 225 2. Bulle des Papstes Cölestin III. für den Deutschen Orden. . . 225—227 3. Einige chronologische Daten Uber die Gründung des D. 0. . 227 Beilage II. De passione s. Adalbert! narraliones III. 4. Aus der vita s. Ad. von Johannes Canaparius 227—230 2. Aus der vita s. Ad. des Erzb. Brun 230—235 3. Passio s. Adalperti martiris 235 — 237 Beilage III. Aus niederdeutschen Chroniken 237—243 Beilage IV. Aus thüringischen Chroniken 2(3—246 Beilage V. Aus böhmischen und schlesischen Chroniken 246—249 Beilage VI. Aus östreichischen Annalen 249-252 Beilage VII. Aus einigen andern oberdeutschen Chroniken 252—253 Beilage VIII. Excurs über die Verschreibungen des Ordens fürStarampreussen im 13. Jahrhundert 254—269 II. Annales Pelplinenses ed. M. Toppen 270 — 271 III. Canonici Sambiensis epitome gestorum Prussie ed. M. Töppen 272—290 IV. Di Kronike von Pruzinlant des Nicolaus v. Jeroschin, heraus}?, v. E.Strehlke. Einleitung 291—302 Chronik 303—624 Beilage I. Aus der livlandischen Reimchronik 625 — 645 Beilage II. Aus verschiedenen deutschen Dichtwerken 645 — 648 V. Die altere Chronik und die Schrift tafeln von Oliva, herausgeg. v. Th. Hirsch. Einleitung 649-668 De prima fundatione monasterii Olivae 669 — 726 Die Schrifltafeln von Oliva 727—781 Beilage I. Wulfstans Reisebericht 782—785 Beilage II. Aus skandinavischen Chroniken 785—788 Beilage III. Berichte der altern polnischen Chroniken Uber Ostpommern und Preussen. A. Die grössern Geschichtswerke 789—762 B. Die Annalen 762—774 Anhang. Die altern deutschen Berichte Uber den Tod der Lucartbis 771 — 778 C. Aufzeichnungen pommerischer Klöster Uber die Geschichte des 43. Jahrhunderts 773 XIV INHALTSVERZEICHNIS. Beilage IV. Die Besitznahme der Kastellanei Stolpe durch die Danen und deren Vertreibung durch Herzog Swantopolk v Ostpommern 773—778 Beilage V. Zeugen-Aussagen über die Besitznahme Pommerellens durch den Deutschen Orden. A. Aus einem Zeugenverhöre vom Jahre 4 8«0 778—787 B. Aus einem Zeugenverhöre vom Jahre 4 839 787 — 795 Beilage VI. A. Genealogie der urkundlich bekannten Herzoge v. Pommern 796 B. Die Fürsten von Ostpommern bis 1i95 und ihre urkundlich beglaubigten Regierungsbandlungen 797—805 VI. Terra Pomeranie quomodo subjecta est ordini fratrum Theutonicorum . 806-808 \n. Monument onun fundalionis monasterii Pelplineosis fragmentum . . . . 808-815 Nachtrage 84 6-81» ■ ■ Digitized by Google SCR1PT0RES KERUM PRUSSICARUM. r. P. I. 1 :ed by Google I. CHRONICON TERRAE PRUSSIAE VON PETER VON DUSBURG. HERAUSGEGEBEN VON MAX TOEPPEN. EINLEITUNG. Peter von Dusburg widmete sein Chronicon terrae Prussiae dem Hoch- meister Werner von Orseln im Jahre 4326. Sein Name scheint darauf hinzu- deuten, dass er zu Duisburg im Herzogthum Cleve geboren war ; er nennt sich selbst einen Priesterbruder des deutschen Ordens (ob er derselbe ist mit dem Petrus canonicus Pomesaniensis, welcher um 4330 und 1331 vorkommt Cod. dipl. Pruss. II. n. 431, 138, oder mit dem Petrus officialis ecclesiae Sambiensis, welcher 1338 als Zeuge auftritt Hatric. Fischus. Fol. 48 a und b, muss dahin gestellt bleiben) ; der Ort seines Aufenthalts war, als er seine Chronik schrieb, wahrscheinlich die Ordensburg Königsberg. Dies ist alles, was wir von seinen Lebensumständen wissen. Seine Chronik umfasst die Geschichte des deut- schen Ordens, besonders in Preussen, bis zum Jahre 1326. Der Plan dersel- ben, Uber den er sich in der Vorrede selbst auslasst, ist folgender. In dem er- sten Theile erzählt er, wann, von wem und wie der Orden des deutschen Hau- ses gegründet sei, im zweiten, wann und wie die Brüder desselben nach Preus- sen kamen, im dritten von den Kämpfen und anderem, was in dem genannten Lande sich ereignete ; endlich in Randbemerkungen erwähnt er die Pöbste und Kaiser von der Gründung des Ordens an und einige hervorragende gleichzeitige Ereignisse. In der Thomer Handschrift und in der von Hartknoch besorgten Ausgabe ist mit Dilsburg' s Chronik noch eine Fortsetzung verbunden, welche bis zum Jahre 1 435 reicht. Auch von dieser Fortsetzung ist ein Theil höchst wahrschein- lich noch Dusburg' s Werk. Sie knüpft an das Hauptwerk mit den Worten eodem anno unmittelbar an und behandelt in den ersten 20 Kapiteln die Geschichte der Jahre 1326 — 1330 ebenso ausführlich und ganz in demselben Ton, in wel- chem das letztere geschrieben ist. So viel wenigstens steht fest, dass diese 20 Kapitel von einem Zeitgenossen der geschilderten Ereignisse geschrieben sind, denn Nicolaus von Jeroschin, welcher nur wenige Jahre spater Dusburg' s Digifized by Google 1 l. CHRONICUS TERRAE PRl'SSIAK Chronik übersetzte, hat wie der neuerlich bekannt gewordene Stuttgarter Codex zeigt , auch diese 20 Kapitel mitübersetzt. Vom 24 . Kapitel an enthalt die Forlsetzung nur ganz vereinzelte kurze Notizen, zunächst für die Jahre 1332, 4343, 1361 etc., die sogleich die fremde Hand vcrrathen. Der Verfasser der er- slen 20 Kapitel würde die berühmte Schlacht bei Plowce 1334 nicht übergan- gen, und überhaupt die fernere Geschichte nicht so Uber das Knie gebrochen haben. Ueberdies begegnet Kap. 21 zuerst der bei Dusburg nie vorkommende Ausdruck Cruciferi (statt fratres ordinis sancte Marie) . Endlich giebt Jeroschin für das Jahr 1331 bereits eine eigene, von Kap. 21 abweichende Fortsetzung, und dieses Kap. 21 selbst ist ein fast wörtlicher aber kürzender Auszug aus der Ueberlieferung, wie sie in dem viel späteren Thorner Annalisten vorliegt. Also — von Kap. 21 an ist die Fortsetzung jedenfalls erst viel später abgefasst, und nicht mehr als die ersten 20 Kapitel können als Dusburg's Werk angesehen werden. Den vierten Theil seiner Chronik, die Randbemerkungen, oder, wie er sagt, Incidenzeh, hat Dusburg fast ganz aus älteren Chroniken entlehnt. Er bil- det eben deswegen ein merkwürdiges Verbindungsglied zwischen der älteren ausserpreussischcn und unserer provincicllen Geschichtschreibung. Die beiden Hauptquelicn dieses Thctles sind die Schriften der beiden Dominicaner Pto- lemaeus von Lucca und Martin von Troppau. Ptolemaeus, eigentlich Bartholomaeus, de Fiadonibus ein Schüler des Thomas von Aquino, eine Zeit laug Prior eines Dominicanerkloslers in Lucca, später Bischof von Torcello und Bibliothekar bei Pabst Johann XXII., starb um das Jahr 1327 *. Von seinen beiden Hauptwerken berücksichtigen wir die An- nales, welche die Profangeschichte für die Zeit von 1060 — 1303 enthalten, nur in so fern, als sie in ihren letzten Theilen mit seiner Hisloria ecclesiaslica viel- fach wörtlich übereinstimmen. Die Hisloria ecclesiaslica erreicht in verschiede- nen Handschriften verschiedene Endpunkte. In dem Ambrosianischen Codex ist sie bis zum Jahre 4336 fortgeführt, aber sieber thcilweisc von fremder Hand; im Patavinischen Codex, dessen Text sich beim Jahre 1295 von dem des Am- brosianischen scheidet, bricht sie mit dem Jahre 1313 ab. Mag nun dieser letzte Abschnitt des Patavinischen Codex von Ptolemaeus verfasst sein (was man eben wegen der Uebereinstimmung desselben mit den Annales annehmen muss), oder nicht; jedenfalls las und benutzte Dusburg die Hisloria ecclesiaslica in der Form, in welcher sie in dem Patavinischen Codex vorliegt. Dies zeigt schon in den früheren Abschnitten eine sehr abweichende Variante des letzteren, die Dusburg aufgenommen hat (Primogenitus regis Alamanniae, Ptolem. p. 1174, Dusb. IV. c. 59), in den späteren Abschnitten, nach 1295, der Inhalt seiner Excerpte überhaupt. Martin von Troppau, ebenfalls Dominicaner, dann päbstlicher Kaplan und Pönitenliar, wurde 4 278 zum Erzbischof von Gnesen ernannt, starb aber auf der Beise dorthin, ehe er das neue Amt angetreten halle. Das Compendium der Pabst- und Kaiser-Geschichte, welches von seinen Schriften hier allein in Be- tracht kommt, ist in zwei wesentlich von einander verschiedenen Bearbeitun- gen verbreitet. Die ältere reicht nur bis zum Jahre 4 268, die jüngere bis zum 4) Vgl. Muralen Rerum llal. Script. T. XI. vor der Ausgabe der Werke des Ptolemaeus, und Boehmer Regesten p I X XVII. Digitized by Google « VON PK TER VON D US BURG. 5 Jahre 1277 An die jüngere schliessen sich allerlei Fortsetzungen von verschie- denen Verfassern*. In der Ausgabe des Martinus Polonus (denn so nennt man diesen Schriftsteller gewöhnlich) , welche opera Suffridi Petri Leovardiensis, zu Antwerpen 1574 erschienen ist*, liegt der Text des Compendiums in der zwei- ten Bearbeitung mit einer Fortsetzung vor, welche die Kaisergeschichte bis zum Jahre 4315, die Pabstgeschichte bis zum Jahre 1320 ((334) fuhrt; diese Bear- beitung des weit verbreiteten Chronographen mit dieser Fortsetzung benützte Dusburg. Die beiden genannten Schriften • — die Historia ecclesiastica des Ptolemaeus und das Compendium des Martin — haben schon deshalb, weil sie beide von Dominicanern geschrieben sind, eine gewisse Verwandtschaft. Ihre Ver- wandtschaft ist aber um so augenfälliger, da sie nicht bloss theil weise dieselben Materialien benutzten (z. B. manches aus dem Speculum historiale des Vincen- tius vonBeauvais) , sondern auch unmittelbar aus einander entlehnt haben. Das Compendium des Martin ist eine Hauptquelle des Ptolemaeus, und die Historia ecclesiastica des Ptolemaeus scheint dem Fortsetzer des Martin zur Hand gewe- sen zu sein. Trotz vielfacher Uebereinstiramung in Inhalt und Ausdruck haben jedoch beide Werke so viel EigenthUmI ich es , dass man in den meisten Fäl- len ziemlich sicher oder doch mit Wahrscheinlichkeit bestimmen kann, welchem von beiden Dusburg seine Angaben verdankt. Hie und da verbindet er sie mit einander. Scheidet man aber aus dem vierten Theil des Dusburg alles aus, was er diesen beiden Chronisten nachgeschrieben hat (wir unterscheiden es durch kleineren Druck) , so bleiben in demselben nur wenige Originalnotizen ; ausser denjenigen, welche die allernächste Vergangenheit (etwa seit i300) betreffen, fast nur die Namen der Hochmeister und einige Prussica. Von den übrigen Theilen seiner Chronik sagt Dusburg in der Vorrede : sie enthalten pauca, que vidi, alia, que audivi ab his, qui viderunl et interfuerunt, cetera, quo relacione veridica inteliexi, d. h. eigne Erlebnisse, Mitlheilungen von Augenzeugen und glaubwürdige Ueberlieferungen. Allem Anscheine nach herrscht in diesen Theilen die mündliche Mittheilung und (Je herliefe - rung vor, aber es ist gewiss, dass Dusburg auch hier einige schriftliche Quellen beuutzt hat, und es ist wahrscheinlich, dass er in weiterem Umfange von schriftlichen Quellen abhängig gewesen ist, als man bis dahin geglaubt hat. Die Geschichte der Gründung des Ordens zu Accon (I. c. i) erzählt er theils nach dem in der Beilage 4 mitgetheilten Berichte De primordiis or- dinis Theutoni«i, theils nach der Einleitung der Ordensstatuten (vgl. zu 1. c. 1). Die daran geknüpfte Betrachtung Uber die altlestamentlichen Vorbilder der christlichen Ritterorden fl. c. 1 : Legimus eciam in vetcribus historiis bis zum Schluss) stimmt wörtlich mit der lateinischen Redaction der Ordenssta- tuten4. Auch Uber den ersten Meister Walpot (I. c. 2) hat er nähere Kunde - <) Vgl. Wattenbach Deutschlands Geschiebtsquellen S. 436 ff. 2) Wattenbach S. 428 führt mehrere an. Nicht uninteressant nnd noch ungcdruckl ist diejenige, welche der r'oliant des geheimen Archivs zu Königsberg A. 88 (vordem Kpitomator des Jemschin und des Wipnnd) darbietet. 3) Vielleicht auch in der Herold scheu Ausgabe, Basel «539 fol., von der ich kein voll- ständiges Exemplar erlangt habe. 4) Ein Exemplar der lateinischen Ordensstatuten findet sich in der Königl. Bibl. zu Kö- nigsberg, Manuscr. No. 1564. Der erwähnte Abschnitt Legimus eciam stammt jedenfalls aus dem 13. Jahrhundert. Er steht unter andern in dem Pergainentcodex der Vaticaan, aus wel- chem der Bericht De primordiis entnommen, und welcher noch im «3. Jahrhundert ge- ■ Digitized by Google 6 1. CHRONICON TERRAE PRUSS1AE offenbar nur durch jenen Bericht de Primordiis. Die Namen und Todestage der ersten Meister (I. c. 2 — 5), so wie einzelne andere Tagesdaten konnte er aus den für den täglichen Gebrauch bestimmten Kaiendarien entnehmen. Die Geschichte des deutschen Ordens in Preussen umfasst, so weit sie Dus- burg erzählt, einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren, und es ist an sich nicht wahrscheinlich, dass dieselbe vor Dusburg nicht in irgend welcher Art verzeich- net sein, und dass Dusburg sein reiches Material bis in die frühsten Zeiten zu- rück'ausschliesslich, oder fast ausschliesslich, mündlicher Ueberlieferung ver- dankt haben sollte. Um so grössere Aufmerksamkeit verdient die in der Vorrede zum Ghronicon Olivense entwickelte und zu einem hohen Grade der Wahrschein- lichkeit gebrachte Vermuthung, dass schon um die Zeiten des Herzogs Mistwin von Pommerellen [1266 — 1295) eine Geschichte der Kämpfe des deut- schen Ordens in Preussen von 1226 — 1256 von einem nicht näher be- kannten Verfasser, der dem Orden jedoch fremd war, geschrieben, und dass diese Geschichte sowohl von dem Verfasser des Chronicon Olivense, als auch von Dusburg benutzt sei, in der Art, dass sich der erstere näher an dieselbe hält, der letztere sie aus anderen Quellen ergänzte und an einigen Stellen nach seinem Standpunkte berichtigte. Jedenfalls zeigt das Chronicon Olivense, wie auch die Annales Polplinenses und der Canonicus Sambiensis sichere Spuren originaler Ueberlieferung neben Dusburg. Dass Dusburg die livländische Reimchronik kannte, wird man wahrscheinlich finden. Zur Benutzung derselben war wenig Veranlassung; doch scheint Dusburg auf die Gewähr derselben zu berichten, dass die Samländer im Stande gewesen wären 40,000 Mann zu Fuss ins Feld zu stellen (III. c. 3) , und dass Hermann Balk nach seinem Abgange aus Preussen Livland noch etwa 6 Jahre verwaltet habe (II. c. 10). — Die seltsamen Bemerkungen Uber die Kriege der Preussen gegen Julius Caesar, gegen die 9 Bruder aus Schweden und gegen Hugo Potyre wird Dusburg aus einer älteren Chronik genommen haben (II. c. 7). Die Flucht Swantopolk's vor den Ordensrittern nach der Niederlage bei Culm vergleicht er mit der Flucht der Saracenen vor dem Angesichte Karl's (III. c. 44) — vielleicht nach Pseudoturpin. Citate aus der biblischen Geschichte sind häufig, ebenso aus verschiedenen Kirchenschriftstellern, eins aus Comestor (IV. c. 115). Urkundliche Begründung seiner Angaben lag Dusburg fern, dennoch ist es nicht zweifelhaft, dass er an einigen Stellen Urkunden benutzt hat. Er kannte den Streit über das Recht des Ordens an das Culmerland, welcher eben zu seiner Zeit zwischen den Ordensrittern und den Polen mit grosser Erbitte- rung gefuhrt wurde, sehr wohl, und stellte demnach die Berufung des Ordens nach Preussen und seine Abkunft mit Polen Uber das Culmerland ganz in dem Sinne der ersteren dar. Den Inhalt der Schenkung Konrad1 s von Masovien von 1 230 giebt er in allen Hauptpunkten und sogar mit den Zeugen an (U. o. 5) . Ebenso gewiss kannte er die Bulle, in welcher Pabst Gregor IX. die Gläubigen zum Kampfe gegen die heidnischen Preussen aufforderte vom 18. Januar 1230 (II. c. 6]. Man vermuthet ferner, dass er die Bedingungen des im Jahre 1243 zwischen Swantopolk und dem Orden geschlossenen Friedens unmittelbar aus einer jetzt verlorenen Urkunde geschöpft habe (in. c. 39) . So dürfte er auch schrieben ist. (Dudik , de« deutschen Ritterordens Münzsammlung in Wien. S. 40. Die deutsche Uebersetzung findet sich ebenfalls schon in einer Handschr. der deutschen Ordens- statuten aus dem 43. Jahrhundert (Ausgabe von Schoenhuth. 18*7). VON FETER VON DUISBURG. 7 die Urkunden des päbstlicben Legaten Philipp vom 18. Mai 1282, durch welche ein Streit zwischen Mistwin und dem Orden geschlichtet wurde (III. c. 213), so wie die Erlasse der päbstlichen Nuncien von 1324 (III. c. 356) gekannt haben. Die Ereignisse des Jahres 1323 (III. c. 343 — 346) werden mit überraschender Uebereinstimmung auch in einem Briefe des Bischofs Eberhard von Erineland vom 16. October dieses Jahres vorgetragen. Umfang und Sicherheit der Kenntnisse Dusburgs über die Ver- gangenheit nehmen in dem Maasse zu, als er sich in seiner Darstellung den Er- eignissen seiner eignen Zeit nähert. Unter den früheren Abschnitten ist nament- lich der über die Kriege gegen Swantopolk (III. c. 31 — 67) sehr verworren und unzuverlässig. Noch in der Geschichte des grossen Aufstandes von 1260 — 1274 (DI. c. 89 — 174) bittet er gelegentlich (c. 137) den Leser, es ihm nicht zu ver- argen, wenn die Ereignisse während dieses zweiten Aufstandes nicht Uberall genau nach ihrer Folge erzählt seien: denn schon seien sie zum Theil aus dem Gedächtniss der Menschen entschwunden, und niemand könne sich bei ihnen noch genau zurecht finden ; das Ereigniss sei meistenteils noch bekannt, der Zeitpunkt desselben aber vergessen. Aber bis in die Geschichte des 14. Jahr- hunderts hinein begeht er, namentlich in chronologischer Beziehung, doch noch manchen Fehler. Selbst die Reihe der Hochmeister des Ordens und der Land- meister von Preussen ist bis in diese Zeiten hin lücken- und fehlerhaft. Der Krieg, welchen der Orden in Preussen führte, ist nach Dusburg's Auf- fassung ein heiliger Krieg, zu Gottes Ehre und zum Ruhme der Kirche ge- führt. Indem er diesen Krieg nach dem Vorbilde der heiligen Schriften aller Zeit zu schildern unternimmt, ist er weit entfernt eine allgemeine Landesge- schichte zu entwerfen. Es ist wirklich nur Kriegsgeschichte, welche er schreibt, hie und da durch Beispiele besonderer Devotion und Selbstpeinigung der from- men Streiter und unmittelbarer Einwirkung Christi oder der heiligen Jungfrau unterbrochen. Von der Verwaltung des eroberten Landes, von seiner Coloni- sation, von den Städten und ihrem Uberseeischen Verkehr, von den Streitig- keiten der Ritter mit der Geistlichkeit, von ihren Verbindungen und Fehden mit den polnischen Fürsten, genug von ihrer innern und äusseren Politik spricht er nicht. Er giebt höchstens spärliche Andeutungen über diese Dinge, sofern sie auf den Heidenkampf unmittelbaren Einfluss haben. So erwähnt er der deut- schen Ansiedler in Preussen nur um die Noth zu schildern, die sie für den Na- men Christi erduldeten (III. c. 30), der Behandlung, welche den besiegten Preus- sen widerfuhr, nur, weil sie von ihrer Fügsamkeit oder Hartnäckigkeit gegen den christlichen Glauben abhing (III. c. 220) , des Krieges gegen die Stadt Riga nur, weil diese den heidnischen König Witcn zu Hülfe rief und mit ihm zugleich besiegt wurde (III. c. 269) ; von dem Angriff auf Polen zu sprechen, entschliessl sich Dusburg nur, nachdem er die Verpflichtung des Ordens zu demselben aus der Bibel nachgewiesen hat (Suppl. c. 12) ; während z. B. von der Erwerbung der Michelau, oder von der Eroberung Pommcrellens, oder von den Streitigkei- ten mit den Erzbischöfen von Riga nicht mit einem Worte die Rede ist. Wie in der Fassung seines Thema' s zeigt sich Dusburg auch in der Behand- lung desselben als ein eifriger Priester seiner Kirche. Aus der Chronik ist unter seinen Händen eine Art von Erbauungsbuch geworden. Es ist ihm Be- dUrfniss die Erzählung durch Reflexionen über die göttliche Weisheit und Gnade zu unterbrechen (Hl. c. 85, 145, 172, 236, 242, 256 etc.). Die ersten Abschnitte s I. CHR0N1C0N TERRAE PRISSIAE des dritten Theiles erscheinen fast als eine salbungsreiche Paraphrase jener Ur- quelle, welche im Chronioon von Oliva rein und schlicht erhalten ist. Bisweilen erhebt er sich mitten in der Erzählung tum Gebet (III. c. 66, 84) , oft zur from- men Yermabnung. Ueber die Waffen des Fleisches und des Geistes stellt er eine Betrachtung an, die den Umfang einer Abhandlung erreicht (II. c. 7 — 9). Der Standpunkt, welchen er in der Beurtbeilung der Begebenhei- ten einnimmt, ist der streng hierarchische. Er ist voll von dem Lobe und Preise der Ordensritter, da sie für die Ausbreitung der Kirche kämpfen und damit den Willen Gottes vollbringen. Ihre Feinde sind die Feinde Gottes. Für Freiheits- liebe, Tapferkeit und Edelsinn heidnischer Preussen hat er kein Wort der An- erkennung. Er erkennt das Becht der Preussen zum Kampfe für die Freiheit nicht an ; es versteht sich in seinem Sinne von selbst, dass diese Werkzeuge, ja Kin- der des Teufels, filii Belial (III. c. 95), entweder ausgerottet oder zum Christen- thum gezwungen werden mUsstcn. Im vollsten Maasse aber entladet sich der Hass und Groll des Schriftstellers gegen ihren christlichen Verbündelen, den Herzog Swanlopolk von Pommerellen ; auch ihn nennt er einen Sohn der Bosheit , einen Sohn des Verderbens (III. c. 32 vgl. c. 66), einen Sohn des Teufels (TU. c. 35), der sich von der Kirche losgesagt habe (III. c. 34), der nur die Tugen- den des Teufels, List, Schlauheit, Lug und Trug in sich trage (III. c. 32, 37, 40, 5(5) . Er ging wie ein brüllender Löwe mit erhobenem Nacken umher, spa- nend, wie er die Brüder und den mit vieler Vergiessung christlichen Blutes ge- pflanzten neuen Glauben in Preussen vernichten könnte ; die Brüder des Ordens dagegen — trugen seine Verfolgungen mit Sanflmuth und Geduld, um nicht in- dem sie sich vertheidigten, ihre Heinde gegen den Gesalbten des Herrn zu wen- den ! (III. c. 56 und 32} . Aber nicht bloss seine hierarchischen Anschauungen verleiteten ihn zu einseiligem und ungerechtem Urtheil; auch noch in anderem Sinne zeigt er sich als Anhänger des Ordens parteiisch. Der Streit des Ordens mit Polen über das Culmerland erfüllte zu seiner Zeit alle Gemüther; aus seiner Chronik ist mit grösster Vorsicht alles entfernt, was irgend auf ein Becht der Polen an das Culmerland hindeuten könnte, und um desto nachdrücklicher re- den zu können, selbst eine bedenkliche Wendung (circa annum 1226 n. c. 5} nicht gescheut. Aus ganz ähnlichem Grunde leugnet Dusburg indirect den Zu- sammenhang des deutschen Ordens mit dem alten deutschen Hospital in Jeru- salem, über welches der Meister der Johanniter die Aufsicht geführt hatte, in- dem er wiederholcntlich versicherte, Pabst Cölestin habe den deutschen Orden gegründet (inslituit), nicht etwa erneuert (vgl. zul. c. 1). Von vorsichtiger Zu- rückhaltung wenigstens zeugen die Andeutungen über die Verhandlungen, wel- che die Culmer in der höchsten Noth des Ordens mit Swantopolk anknüpften (III. c. 43) und die Art, wie ohne Nennung des Namens von einem Fürsten ge- sprochen wird, dessen Tod den Ordensrittern eine höchst erfreuliche Botschaft war (Dusb. III. c. 242) . Als Dusburg seine Chronik vollendet hatte, legte er sie dem Hochmei- ster Werner von Orseln vor, und bat ihn, da niemand sich selbst genug sei , dieselbe prüfen zu lassen , damit das , was der Verbesserung bedürftig schiene, berichtigt, und die Schrift dann veröffentlicht würde. Diese Zuschrift selbst zeigt, in welchem Sinne Dusburg sein Werk verfasst hatte, und man Digitized by Google VON PETER VON DUSBURG. 9 • kann nach dem Obigen wohl annehmen, dass eine Aenderung «einer Darstellung nicht nölhig gewesen sein wird. Dusburg' s Ausführlichkeit im Vortrage seiner Kriegsgeschichten, die Pein- lichkeit, mit welcher er selbst sehr unbedeutende für die allgemeine Geschichte völlig gleichgültige, Raub- und Beutezüge einzelner Ordensritter erzählt, mag im Kreise der Zeitgenossen schon um des persönlichen Interesses willen immer- hin willkommen geheissen sein, besonders nachdem Nicolaus von Jeroschin seine Chronik in deutsche Reime gebracht hatte; für spätere Generationen und namentlich für eine Zeit, welche den Bestrebungen der damaligen so fremd geworden ist, wie die heutige, ist sie doch theilweise sehr ermüdend ; peinigend ist die einseitige Auflassung des Erzählers ; geradezu abstossend aber ist der dumpfe Aber glaube, welcher Dusburg' s Glauben an die unmittelbare wunderbare Einwirkung der göttlichen Macht umlagert, und die Lieblosig- keit, zu welcher sein starrer hierarchischer Dogmatismus ihn hie und da fortreisst. Trotz dieser Schwächen ist Dusburg' s Chronik doch das bedeutendste Denkmal der älteren preussischen Geschichte und das Fundament der späteren preussischen Geschichtsforschung. Das Material, welches er zu- sammengebracht hat, und in allem Wesentlichen auch die Form, welche er ihm gegeben hat, kehren fast in allen ausführlicheren Werken über die preussische Geschichte zurück, und selbst die gründlichste Urkundenforschung der neueren Zeit hat der Chronik doch nur wenig von ihrem Gewichte und ihrer Bedeutung entziehen können1. Dusburg's Chronik wurde nicht bloss durch Handschriften des Originals, die nie sehr zahlreich gewesen zu sein scheinen, sondern vorzüglich auch durch die deutsche Uebersetzung des Ordenscaplans Nicolaus von Jero- schin verbreitet. Da diese Uebersetzung nicht ohne eigenthümlichen histori- schen Werth ist, als historische Quelle aber nicht wohl ohne steten Vergleich Dusburg's benutzt werden kann, so schien es räthlich, sie als historische Quelle hier schon zu beleuchten. Jeroschin begann seine Arbeit schon in der Zeit des Hochmeisters Luther von Braunschweig (1331 — 1335), und zwar auf dessen Veranlassung. Da sie durch einen von ihm selbst nur dunkel angedeu- teten Unfall zu Grunde ging, nahm er sie nach dem Wunsche des Hochmei- sters Dietrich von Altenburg (1335—1341) wieder auf, unter dem er sie auch volJendete. Er stand also den in der Chronik geschilderten Ereignissen fast ebenso nahe, als Dusburg, und es konnte ihm nicht schwer werden, wonn er es für nöthig fand, aus unmittelbarer Anschauung der Dinge, aus mündlicher Ueberlieferung und sogar aus schriftlichen Quellen, Dusburg hie und da zu er- gänzen, oder zu berichtigen. Allein das Geschäft eines Kritikers lag ihm fern; er fühlt und zeigt sich vorzugsweise als Dichter, und sein Verdienst um die hi- storische Ueberlieferung beschränkt sich auf die poetische Ausführung einzelner Partieen und einzelne gelegentliche Zuthaten. Jeroschin hat mehr Sinn und Auffassung für die Mannigfaltigkeit der Dinge, mehr Elasti- ciläl und Leichtigkeit des Geistes, und ist in seinen Schilderungen anschaulicher, deutlicher und lebendiger, als Dusburg. Es ist schwer die Grenze anzugeben, 1) Ueber Dasburg'» Leben und Schriften vergleiche Voigt, Geschichte Preussens, Bd. 3, Beilage i, und Toppen, Geschichte der preusi. Historiographie, S. 1-45. 10 I. CHRONICON TERRAE PRISSiAE wo die poetische Licenz und die objective Kenntniss einander berühren; man darf bei der Benutzung Jeroschin's nie vergessen, die erstere mit in Anschlag zu bringen, allein da er im Wesentlichen fortbestehende Verhältnisse für Mitlebende schilderte, so sind die kleinen Züge, durch die er Dusburg' s Entwürfe fast un- willkürlich hie und da bereichert, doch auch für den Geschichtschreiber einiger Beachtung werth. Ganz besondere Aufmerksamkeit aber verdienen diejenigen Stellen, wo Jeroschin wirklich neue Thatsachcn vortragt, oder Personen in die Handlung einführt , welche Dusburg nicht nennt , und diejenigen , in welchen er von ihm geradezu abweicht. Was die Abweichungen betrifft, so überzeugt man sich leicht, dass sie sich tbeils auf Schreibe- oder Lese-Fehler, oder auf oberflächliche aus dem Zusammenhange selbst entnommene und doch nicht im- mer begründete Verbesserungsversuche reduciren lassen ; die positiven histori- schen Zusätze finden sich vorzugsweise in den letzten Abschnitten und scheinen fast durchweg nur der mündlichen Ueberlieferung entnommen zu sein. An schriftlichen Denkmälern erwähnt Jeroschin das Gedicht des Hochmei- sters Luther von Braunschweig über die heilige Barbara (TU. c. 36), aus der er einiges, und eine Schrift vom Gerstenberger Uber die wunderbare Lebensrettung des Ordensbruders Otter auf einem Kriegszuge gegen Lithauen im Jahre 1324 (III. c. 351) , aus welcher er nichts entlehnt zu haben scheint. Eine Erörterung über das Wesen der Cometen mit einem Citat aus Isidor, welche er IV. c. 48 einschiebt, (vgl. Chron. Sampetr. bei Mcncken Script, rerum Saxon. T. III. p. 270. Chron. S. Aegidii bei Leibnitz Script, rerum Brunsvic. T. III. p. 592 etc.) ist aus der Pabst- und Kaiserchronik eines Thüringer Do- minicaners (—1264. Handschr. der Königl. Bibl. zu Königsb. Fol. 1226) entnommen. Wenn man von blossen poetischen Erweiterungen in der Beimchronik ab- sieht, so lassen sich die Abweichungen, Auslassungen und Zuthaten derselben leicht übersehen. Im Allgemeinen übersetzt Jeroschin Uberaus anschliessend und treu ; man wird nicht selten überrascht durch die Kürze und Gewandtheit seines Ausdrucks. Hie und da stellt er die Abschnitte um z. B. III. c. 126 und 127, c. 213 und 2U, c. 263 und 264. Vgl. c. 133 und IV. c. 55. Suppl. c. 1 und 2. Die Tagesdalen, welche Dusburg oft nach dem römischen Kalender giebt, bezeichnet er lieber nach den Heiligen oder auf sonst sich darbietende beque- mere Weise I. c. 2, 3, 4, 5. III. c. 287, 352. IV. c. 56, 104, 117. Wirkliche Abweichungen in Zahlen, Namen und Thatsachen habe ich nur folgende bemerkt: 1050 statt 1500 leicht erklärliches Versehen ffl. c. 53. Jahrzahl 1277 statt 1274 (verfehlte Conjeclur) c. 134. Poniesani statt Pogesani (des- gleichen) c. 142. Culmsee statt Culm c. 163. Stellvertreter (?) statt Landmei- ster c. 176. Baginte statt Bamige c. 183. Betin statt Abendam c. 215. Jahrzahl 1309 statt 1308 c. 296. Elisabethentag (19. November) statt XI Kaiend. De- cemb. (21. November) c. 357. Otto von Lutherberg statt Lutherusc. 360. Jahr- zahl 1307 statt 1306 IV. c. 12 [der Text ist bei Dusburg ganz unsicher IV. c. 14] Villi Idus statt VIII Idus IV. c. 47. Veitstag (15. Juni) statt 14. Juni c. 111. Jahrzahl 1326 statt 1316 c. 118. Zahl 84 statt 94 Suppl. e. 6. 250 Brüder statt 200 Brüder c. 9. Viant statt Manda c. 14. 9 Tage und 9 Nächte statt 10 Tage c. 17. Ausgelassen hat Jeroschin die Vorrede zum ersten Theil, ferner folgende Namen, Zahlen und Thatsachen: in qua Pomesani etc. III. c. 3. Engelbert c. 98. Digitized by Google VON PETER VON DILSBURG. 1 1 Theodoricus (de Regenstein} c. 433. Heliodor c. 165. Kertene und Montemino- rum c. 174. Firmanius c. 243. Bemerkung Uber die Marschordnung c. 256. Wonsdorf c. 262. Unfall Heinrichs von Wolfsdorf c. 290. Eine chronologische Bemerkung c. 298. Albertus de Ora c. 300. Ein Tagesdatum c. 303. Zwei Zahlen c. 304. Hiob c. 315. Die Namen von zwei päbstlichen Legaten c. 356. Abel IV. c. 35. Benevenlura's Tod c. 57. Petrus de Taren tasia c. 58. Die Er- scheinung des Ungeheuers bei Civita Yecchia c. 68. Mehrere Incidenzen c. 71, 72. Fall von Tripolis c. 74. Ueberschwerarnung in Paris c. 97. Sancti Justi c. 99. Erwerbung von Dünamünde c. 100. Gorgianis c. 108. Pascalis II. und Henricus Y. c. 109. Kampf in Italien 1325. c. 124. Mehrere Namen c. 9. Eine Erscheinung in Gerdauen c. 1 1 . Unter Jeroschins Zusätzen mögen zuerst die bedeutenderen erwähnt wer- den, die sich meistens da finden, wo der Gegenstand dem Dichter ein besonde- res Interesse einflösste und seine Darstellung einen höheren Schwung nimmt. Kreuzfahrt Otto's von Braunschweig III. c. 23 — 26. Die heilige Barbara c. 36. Der dritte Aufstand in Preussen c. 262. Die Schlacht bei Woplauken c. 310. Zug gegen Kriwitzen c. 322. Tod des Marschalls Heinrich von Plock c. 338. Einfall der Lithauer in Brandenburg c. 361 . Excurs Uber die Cometen IV. c. 48. Geschichte Burchards von Schwanden c. 70. Ueber Bonifacius und Cölestin c. 83. Kaiser Ludwigs Römerzug Suppl. c. 2. Grund der Zerstörung Christ- memels c. 3. Fürbitte König Johanns für die Heiden c. 9. Näheres Uber die Eroberung von Wissegrod und Bondorfs Tod c. 1 1 . Eine Sonnenfinsterniss c. 1 6. Kleinere Zusätze sind folgende: Jahr 1298 als Grundungsjahr des deutschen Or- dens Praef. Christian vom Pabst als Bischof gesandt U. c. 1 . Nessau von Nass und Ouwe n. c. II. Dritte und vierte Grenze Preussens HI. c. 2. Fluss Bda c. 45. Schweiz % Meile von Culm c. 46. (Heinrich Stange zieht nach Samland) Uber See c. 68. Burchard c. 75. Königsberg von Elbing und Culmerland ge- speist c. 102. Schaaken auch schon unterworfen c. 107. Tapiau am Pregel c. 112. Brandenburg am Frisching c. 127. Divan nach seinem Vater Klekine genannt c. 143. Wirtcl ein Preusse, ein ozzek c. 169. Charakter Berthold's von Nordhausen c. 192. Vlozizlaw (Loket) c. 248. Ludwig Ochs beim Fischen erschlagen , Schalauerhaus morgens angegriffen c. 253. Jesu Christ e , täglich zur Prime gesungen c. 263. Conrads von Feuchtwangen Tod und Grab c. 264. Kymcl, gelegen bei der Mymel c. 265. Helwich tritt sein Amt 4300 an c. 274. Witen verheert 9 Tage lang c. 306. 350 Menschen erschlagen c. 348. Bern- hard Herzog von Schweidnitz, Geroldisecke aus Schwaben c. 340. Eisdecke der Ostsee c. 343. Pilger auch aus Böhmen c. 348. Mucke oder Prewiltc c. 352. Wilhelm Bischof von Mulina IV. c. 37. Nachts brennende Lichter c. 73. König Karl, Andreas Tochterkind c. 90. Zwei Tagesdaten Suppl. c. 42, 44. Bestrafung Endorf s c. 20. Wie Jeroschin den lateinischen Dusburg in das Deutsche, so Ubertrug ein anderer Ordensgeistlicher wieder den deutschen Jeroschin in das Lateinische zurück. Das im Geheimen Archiv zu Königsberg be- findliche Manuscript dieser Zurttckübersetzung führt den Titel : Cronica vetus. Extracta e cronica Cruciferorum ordinis teutonicorura. Per Nicolaum Jeroschin eonfecta est hujusmodi Cronica tempore Theoderici Magistri, que inchoata fuit tempore Magistri Luderi. Am Ende findet sich die Bemerkung: Hic est finis Cronice de lalino in teutonicum transsumpte et communiter est accurtata et cor- Digitized by Google 12 1. CHRONICON TERRAE PRISS1AK rupta denno in latinum reducta per quendam peccatorcm negligenlem, deo laus ! Einige Seiten weiter folgt die Gronica nova von demselben Verfasser d. h. die UeberseUung der deutschen Reimchronik des Wigand von Marburg. In dersel- ben sagt er selbst, dass er die Arbeit* ausgeführt habe auf Veranlassung des pol- nischen Geschichtschreibers Blugosz. Er lebte also in der zweiten Hälfte des! 5. Jahrhunderts. Er hat weder das sprachliche noch das historische Interesse der Reimchronik Jcroschins und wird daher in dieser Sammlung unbedenklich Uber- gangen. Die zahlreichen Gitate aus seiner, wie er selbst sagt, flüchtigen Ueber- setzung, welche Voigt in seiner Geschichte Preussens giebt, reichen hin, um zu beweisen, dass er sich wirklich sklavisch an Jeroschin halt, und nur aus Missverständniss oder Flüchtigkeit von ihm abweicht. Jeroschin braucht einmal den Ausdruck »auf den Grund fischen« für »ertrinken« ; der Uebersetzer schreibt getreulich: piscali sunt III, 50. Zu den seltsamsten Missverständnissen dessel- ben gehören folgende: »eyn Husz dem lantvolkc genant« (zugewiesen) über- setzt er domus Lantvolke III c. U3. [Gastrum Ozzek? c. 169] Aus »zusammen« macht er major Samitarum pars, aus » zuzarren « (zerzerren) usque Czartinc. 262, aus »luyzen« [lauschen) prope Luzin c. 337. etc.1. So können auch einzelne Abweichungen in Zahlen: 1050 statt 1500 III. c. 55, 200 statt 22 c. 269, 200 statt 150 c. 324, und in der Schreibart von Namen : Goltinyn statt Gubalin III. c. 23, Pomezanum statt Pomande c. 26, Heydilsberg statt Heilsberg c. 27, Wentlitz statt Weclitz c. 169, PIovols statt Plovois c. 192 und das oft vorkom- mende Mingedin statt Junigede etc., oder endlich Abweichungen wie in ort um solis statt ab ortu HI. c. 36, nur als Versehen betrachtet werden. Nur wenn uns Dusburg und Jeroschin verloren waren, würden wir diesen schlechten Epi- tomator als historische Quelle benutzen, wie wir auf seine Uebcrsetzung des Wigand ausschliesslich gewiesen sind, da Wigands deutsche Reimchronik nur in kleinen Bruchstücken erhalten ist. Er ist jedoch (sammt dem Chronicon Oli- vense) von Dlugosz benutzt und leitete so die preussische Tradition in die pol- nische hinüber. Ein Auszug aus Jeroschin in deutscher Sprache, der vielfach auch in der Prosaauflösung noch an die Wendungen des Reimchronisten anklingt, bildet den ersten Theil der sehr verbreiteten Zamehr sehen Chronik, auf welche wir in einem späteren Bande zurückkommen. Sie gehört dem 15. Jahrhundert an. Im 16. Jahrhundert benutzten Simon Grünau, Lucas David und Caspar Schütz wieder Dusburgs Originalchronik, im 17. gab Hartknoch dieselbe heraus. Seit- dem ist das ihr gebührende Vorrecht vor den abgeleiteten Chroniken anerkannt. Die Quellen für die kritische Bearbeitung des Textes des Dusburg sind fol- gende. Erstlich Handschriften. 1. Die Handschrift der Königl. Bibliothek zu Königsberg Fol. 1568: »Petri a Dusburg Chronica Prussiac. Anno mdxl. Die xvi Januarii transcribi coepta fuit ex libro reverendissimi in Christo patris Domini Pauli Speiati Epis- copi Pomesaniensis , Domini mei colendissimi«. Auf dem Deckclblatte findet sich das Wappen des Herzogs Albrecht, des Stifters der heutigen Königl. Bib- liothek zu Königsberg (f 1568), in dessen Zeit also die Chronik schon in jene 1) Vgl. noch die .stelle: Zcu einem wissen presenle (zum Geschenk) bei Wigand in den Neuen Prenss. Prov. Bl. 1858. Bd. ü. 8. 858, woraus der liebersetxer Juxta Prestinteni macht. Digitized by Google VON PBTKR VON OLSBURG. 13 Bibliothek gekommen ist, Sie beginnt mit einer Tabula super cronica terre Pruschie d. h. einem Index der Kapitelüberschriften, welcher 46 ungezählte Blatter einnimmt. Dann folgt Fol. ^ — 270 die Chronica terrae Pruschiae, zuletzt Fol. 270—274 ohne ausserlich markirten Abschnitt einige Pomesanien betref- fende Aufzeichnungen aus dem 4 6. Jahrhundert. Der Abschreiber scheint nur massige Kenntniss der lateinischen Sprache gehabt und die Abkürzungen des 14. Jahrhunderts, die er tbeilweise zu beseitigen suchte, nicht überall sicher verstanden zu haben. Kr schreibt bisweilen Worte, welche gar keinen oder entschieden falschen Sinn geben, und Formen, die gegen die elementarsten Re- geln der Grammatik Verstössen. So findet man bei ihm per irapendebant statt !>arvi pendebant, sum ferro statt sine ferro, per haec terra statt per haec tria, castra generacio statt casla generacfo, extradite caritatis statt ex radice carita- tis, templo statt triplo, fruslra statt frusla, sileres statt similes, utilem statt vilem, hiis statt habens, miserabilem statt innumerabilem , sacris cenis statt sarracenis. Dabei kommen grammalische Verbindungen und Formen vor, wie pro Christi nomini, per auxilio, post modicum tempore, circa ville Wunne, circa castro Danske, ad ipsos ducem, ut nuliis (statt nullus) sufficeret, mulieres et parvulus (statt parvulos) deduxerunt, saneti crucis, predicte patriarche, in ci- vitale sanetam Jerusalem, in seculas seculorum. So steht bcllo statt bella, gla- dio statt gladiis, quod statt quem, quem statt quam, quam statt que, que statt qui etc. Besonders oft werden verwechselt die Endungen us und is, Conjunc- tive des Präsens und Imperfecta, insurgat und insurgeret, Indicative des Perfects und Plusquamperfects, venerunl und venerant, fast regelmassig steht ponitus statt positus. An die alle Orthographie hat der Abschreiber sich nicht strenge gebunden, wie z. B. ae statt e bei ihm schon vorherrscht. Hie und da sind, be- sonders wo dasselbe längere Wort in aufeinander folgenden Zeilen wiederkehrt ganze Zeilen ausgefallen, bisweilen auch einzelne Worte. Aenderungen in der Wortstellung scheinen nur selten untergelaufen zu sein. 2. Handschrift der Magistratsbibliothek zu Thorn A. 4 H . Fol. Wohl schon dem 47. Jahrhundert angehörig, tragt sie den etwas modernisirten Titel : Chro- nica Prussiae Pelri de Dusburgk, conscripta ab eo in gratiam Werneri de Orsele Magist ri Ordinis Theutonici militum Marianoruro, Anno 4326. Darunter steht die Bemerkung : Haec x^ovixa transcripsi e vetusto codice, quem reperiebam in Bibliotheca Hlustrissimi Ducis Prussiae. Noch weiter hinab von anderer Hand : Musis Joachimi Ventzkii Camminensis Pomerani inservio. Es ist keinem Zweifel unterworfen, dass das Original dieser Handschrift der ad 1 . beschriebene Kö- nigsberger Codex ist; dies zeigt sicherer als die eben angeführte Notiz auf dem Titelblatt die innere Uebereinstimmung ; was als das sicherste Criterium ange- sehen werden muss, sammtliche Lücken des beschriebenen Königsberger Co- dex finden sich auch in der Thorner Handschrift und ausserdem so augenfällige Fehler wie III. c. 216 Thomniensis statt Curoniensis. Aber die Abschrift ist von einem verständigen und im Ganzen sorgfältigen Literaten gefertigt, der die Fehler und Verstösse seines Originals an vielen Stellen erkannt und beseitigt, und an manchen Stellen in die sinnlosen Schriftzeichen desselben wieder Sinn gebracht hat. Das Veraeichniss der Kapitelüberschriften hat er nicht mit abge- schrieben ; hie und da hat er Worte und Zeilen ausgelassen, auch wohl einzel- nes falsch gelesen, und einzelne seiner Conjecturen treffen nicht das Rechte; aber im Ganzen ist die Handschrift recht rein und lesbar, viel reiner und les- Digitized by Google 14 I. CHRONICON TERRAE PRISSIAE barer namentlich als der Text der Hartkooch' sehen Ausgabe, welche ebenfalls nach dem Königsberger 'Codex und — einer Variantensammlung aus dem in Rede stehenden Thorner Codex besorgt ist. Denn der Codex Elbingensis, aus welchem der Elbinger Rathsherr Zamehl dem Herausgeber eine Anzahl Varian- ten mittheilte (Praef. Lit. b. 3 und oft in den Noten) , ist, wie ein durchgehen- der Vergleich gezeigt hat, nichts anderes als der jetzige Thorner Codex. Die Thorner Handschrift hat aber nicht bloss den untergeordneten Werth einer gu- ten Copie, sondern in ihrem letzten Theile ist sie für uns Urschrift. Da, wo die Königsberger Handschrift endet, schliesst die Thorner mit den Worten ab : Fi- rns primae chronicae Petri de Dusburgk. T

edeutungen heben wir hier beispielsweise folgende hervor: Solaoium Gelage, dextrarius Strcttmas, medius halb, amodo sogleich, presumpeio Untcmohmung , presumptuosus unterneh- mend, compatriote Landsleute, communis populus gemeines Volk , quasi bei- nahe, nisi (statt non nisi) nur III. c. 130, 445, 494. Statt menibos steht rne- niis III. c. 424, 238. Bolinquit und eontingit finden sich in den Handschriften auffallend häufig als Perfecte, vielleicht durch Schuld der Abschreibar. Inter- pret ari III. o. 488 und abhominori I. c. 4 werden in passivem Sinne, accin- gentes statt acemeti I. c. 4 gebraucht. Itaque wird bisweilen nachgestellt. Sehr merkwürdig ist folgende Verbindung: in sui provideneia in. c. 74, in sui disposkione HI. o. 73, fundacionis sui III. c. 439, 290. Pro wird eigenthUmiich verbunden in supplicare pro subsidio III. c. 248 und mittere pro Henrico HL c. 55, 249. Ländernamen werden auf die Frage: wohin? sowohl mit als ohne Präposition construirt, z. B. in Alemanniam und Alemanniam. Statt des Abla- tivus instrumenti steht abwechselnd auch cum mit dem Ablativ, z. B. cum lan- cea, cum dentibus. ObjcctsUtze werden statt durch den Accusativus cum Infi- nitivo oft durch die Conjunction quod ausgedrückt, hie und da (nach dem Mu- ster der Vulgata) auch durch quia und quoniara. Statt ut steht quod in Folge- sätzen nach tantus, ita etc. (I. c. 5, HI. c. 105, 495). In der Oratio obliqua findet sich nach dem Muster des Deutschen zuweilen der Conjunctiv statt des Accusativi cum Infinitivo, z. B. vellel III. c. 4 49, 304 , occiderent et delercnt III. c. 470, deberet HI. c. 284. Besonders auffallepd ist der nicht seltene Gebrauch des Nominativus absolulus: videntes et sperantes I. c. 4, perveniens II. c. 5, angustiali III. c. 45. videns c. 68, vulnerantes c. 93, resistentes c. 403, attrec- tantes c. 405, percussi c. 410, insequentes c. 200, indignatus c. 336. 2* Digitized by Google 20 I CHRONICON TERRAE PRISSIAE VON PETER VON DUSBURO. Nach den obigen Erörterungen über die Beschaffenheit der Codices, so wie Uber die Orthographie und LatiniUU Dilsburgs schien es nicht nöthig, das ge- sammte für die kritischen Noten gesammelte Material abdrucken zu lassen. Der Raumersparnis» wegen beseitigen wir alles, was nur die Orthographie be- trifft, sofern nicht etwa Eigennamen besondere Rücksichten fordern. Der Wie- ner Codex kann ohne allen Nachtheil völlig ignorirt werden, auch die Lesearten des Thorner Codex fördern im Ganzen (wenn man von dem Supplement absieht] nicht, so tUchtig der Abschreiber seine Sache gemacht hat. Aus dem Königs- berger Codex müsste viel Sinnloses notirt werden, wenn man alle Abweichun- gen von dem berichtigten Text kennen lernen wollte ; wo kein Zweifel Uber die richtige Leseart waltet, können auch diese sinnlosen Varianten entbehrt wer- den. Wir bieten demnach in den kritischen Noten nur die wichtigsten Varian- ten aus den Codices K (zu Königsberg) und B (zu Berlin) , dem Auszüge D (zu Danzig), der Uebersetzung von J (Jeroschin), und der Ausgabe von 11 (Hart- knoch), ausserdem einige aus benutzten Schriften: Vulg (Vulgata), Ptol. (Ptole- maeus), Marl (Martinus), und aus Urkunden. In der zweiten Reihe von Bemerkungen, welche hauptsächlich dazu bestimmt ist, Dusburgs Angaben zu erläutern, zu begründen • and zu berichti- gen, sind besonders berücksichtigt 1) Urkunden; 2) die Spuren originaler Tra- dition bei preussischen Chronisten namentlich bei dem von Oliva, dem von Pel- plin, dem von Thorn und dem Canonicus Sambiensis ; 3) die originale Tradition bei ausserpreussischen Geschichtschreibern. Auf die abweichenden, schlecht begründeten Angaben späterer Chronikanten, namentlich des Simon Grünau, Lucas David, Caspar Schutz, Caspar Henneberger, welche in der Geschichte der preussischen Historiographie S. 122 ff. ausführlich beleuchtet sind, ist nur in so weit Rücksicht genommen, als ihre Angaben noch in Voigts Preussische Ge- schichte übergegangen sind. Voigts Geschichte Preussens ist eine so hervorra- gende Erscheinung in der historischen Literatur unserer Provinz und seine Au- torität wird so allgemein anerkannt, dass eine Reihe von Ueberlieferungen aus späteren Chronisten, welche wir für irrig halten müssen, gegenwärtig mehr durch seinen Namen als durch die Namen jener Chronisten gesichert scheint. Da die Nachweisung dieser, wie wir glauben, nicht stichhaltigen Tradition nicht überall ganz leicht ist, und da die Hauptquelle derselben Simon Granau in diese Sammlung nicht aufgenommen, vielleicht nie veröffentlicht werden wird, so glaubten wir dem historischen Studium einen willkommenen Dienst zu erwei- sen, wenn wir diese Nach Weisung auf uns nahmen. Die Hochmeisterchronik und die polnische Tradition, besonders bei Dlugosz, erwarten noch eine beson- dere Bearbeitung. Digitized by Google » CRONICA TKRRE PRUSSIE. Epislola.' Honorabili viro et in Crislo devotoh fratri Wernero de Orsele magistro hos- pitalis sancle Marie domus Theutonicorum Jerosolimitani frater Petrus de Dus- burgk' ejusdem sacre professionis sacerdos obedienciam debitam cum sa)ute.d Quam diligcnli circumspectione et circumspecta diligencia antiqui et sancti pa- tres mira domini nostri Jesu Cristi opera, que per se aut persuos ministros ope— rari dignatus est, ad laudem et gloriam ejus et tarn presencium quam futuro- rum informacionem digesserunt,* patet cuilibet intucnti. Attendebant enim ad Tob. 12, 7. illud Tobie verbum, quod opera domini' revelare honoriOcum est. Quorum imi- tatus sum vestigia, ne cum servo nequam et inutili, qui talentum sibi a dominoLae. 19,20. traditum abscondit, proiciar in tenebras exteriores, et bella, que per nosg et antecessores nostros11 ordinis nostri* fratres victoriosc gesta sunt, conscripsi et in hunc librum redegi, quem discrete providencie vcstre mitto, supplicans, quia nemo sibi satis est, quatenus ipsum examinari facialis, elk si qua1 correctione digna in eo reperta fuerint, emendentur, et sie correctus publicetur, ut hujus solempnis facti memoriale posteris relinquatur. Scriptum et completum ab in- camacione domini anno Jicccxxvi.m Prologtu. Signa et mirabilia fecit apud me dominus excelsus. Placuit ergo mihi pre- Dan. 3, flor. dicare signa ejus, quia magna sunt, et mirabilia ejus, quia forcia. Danielis 111. Verba ista fuerunt Nabuchodonosor, regis Dabilonic, qui postquam Daniel et so- cii sui pro eo, quod tradidissent corpora sua, ne servirent et adorarent omnem deum, excepto deo, in quem crediderunt, ligali missi fuissent in fomacem, suc- censam sepluplum plus, quam consuovit, videns, quod flamma ignis, que super fornacem ■ effundebatur xux eubitis, incendit ministros suos, et Danielem so- ciosque ejus omnino non contristavil, nec quidquam molestie intulit, ait : signa et mirabilia etc. Competunt tarnen hec verba auetori hujus libri, qui in persona sacre congregacionis fratrum hospitalis sanete Marie domus Theutonicorum Je- rosolimitani, postquam vidit et audivit tot magna signa et taut mirabilia facta insolita et a seculo inaudita, que per dictos fratres^in terra Prussie" deus ex- celsus misericorditer operari dignatus est, qui pro defensione fidei corpora sua * Epiatolv ») Dm Wort fehlt K. b) devote K. dno to ohne Sinn B. c) Durtrarfk K. Dtuburfh B. Detuburg W. d) TrriUtra cum wUute legen die Codd. 8. Grnn«u Vorr. § b. •) dlg. fehlt K. f) do- mini B. di JC. dei Vulg. g) no« B. ro» K. h) nottro« fehlt K. i) no»tri Codd. omn. k) ut T. H. 1) qa» B. qm K. a) XVI W. Prolofftu. n) Die Wort« sueeenaam bt» super fonukcem frhlcn K . T. H. o) Pruwi» die gewöhnliche Form B. PrutchU Aut regelmUmg K . Digitized by Google 22 PKTRI DE OLSBURG tradere in mortem non formidant,* potuit dicere : signa et mirabilia Cecit apud M»tu». 5, 16. me deus excelsus etc. Sed quia scriptum est : videant opera vestra bona et glo- rificent patrem vestrum, qui in celis est, ideo ad laudem et gloriam nominis Jesu Cristib et tarn presencium, quam futurorum informacionem placuit ei pre- dicare signa dei, quia magna sunt, et mirabilia ejus, quia forcia. Signa magna : Act. e, 8. dictum est in actibus apostoloruin, quod Stephanus pienus gracia et forliludine faciebat signa magna. Nec dubitandura est, quin fralres domus Theutonice pleni fuerint* gracia et fortitudine, cum ipsi pauci numero tarn potentem et ferocem et innumerabilem Prulhenorum gentem sibi subdiderunt, quam eciam multi principe«, licet sepius attemptarent, non poterant sibi aliqualiter subjugare. Nec pretereundum est boc eciam4 magnum Signum, quod Bellum prosperatum est in manu fratrum predictorum sie, quod infra undeeim annos a die inlroitus sui in terram Prussie gentes, que terram Colmensem et Lubovie occupaverant, et naciones illas, que terras Pomcsanie,'Pogesanie, Warmie, Nattangie etBarthe inhabitabant, sibi potenter et cristiane fidei subdiderunt, ediGcantes in eis plu— res municiones, civitates et castra, quorum numerus et nomina inferius appa- rebunt. Ecce quam magnum Signum' apparuit in celo ecelesie militantis. Signa ergo bone Jesu servos tibi devotos, per quos tarn magna signa operari dignatus es, ut turbentur gentes, et timeant, qui babitant terminos a signis luis. Placuit eciam ei predicare mirabilia ejus r quia forcia. Hemoriam fecit roirabilium suo— rum misericors et miscrator dominus per dictos fralres, ut vere possit dici de r*. tot, s f. ipsis, quod scriptum est de populo Israelitico post exilum de Egipto: confitean- tur domino misericordie ejus et mirabilia ejus filiis bominüm, quia saciavit ani- mam inanem et animam esurientem saciavit bonis. Ad intelligendum, quoniam anima, i. e. vita fratrum, quondam inanis et esuriens, nunc sit bonis tempora- libus saciata, necesse est ponere aliqua'de defectu preterito et habundancia presenti, ut sie1* opposita juxta se posita magis elucescant. Fratres in primilivo, ut inimicos fidei facilius expugnarent, toto cordis desiderio laborabant pro for- tibus equis, armis validis et castris firmis, et nemo illis dabal ; alium exterio- rem' apparatum corporis et victum non curabanl, nisi quatinus* summa neces- Matth. 16,24. sitas requirebat. Imitantcs salvatoris noslri vitam et doctrinam, qui ait: qui Lue. 9, m. vult venire post me, abneget semetipsum et crucem suam tollat et sequatur me, in hoc abnegabanl semetipsos , quia , cum cssent genere nobiles , divieiis potentes, animo liberi, generosi tarnen sanguinis sui titulum parvipendebant, vilia et vilissima humiliter amplectentcs , que statum suum secundum seculi dignilatem non decebanl; cligentesque veram paupertalem, renunciaverunt proprio voluntati; sieque diversis et infinitis se incommodis, periculis, curis, sollicitudinibus pro Crisli nomine inplicabant. Crucem eciam suam tollebant, et sequebanlur Crislum, cum omni die et hora1 parati fuerunt contumeliam et mortis supplicium pro defensione fidei sustinere. Vestera venustam, que habet calumniam elacionis, portare fuit dedecus intcr eos. Quidam ex eis cilicio, alii lorica pro camisia utebantur, ut quilibel cum™ propheta posset" dicere: ego cum p». S4, 13. mihi molcsti essent i. e. infideles, induebar cilicio. Üe saccis quoque lineis, quibus farina ipsis Irans mare ducebatur, fiebant vestes linee hiis, qui induere voluerunt. Victus autetn eibi et potus artus fuit nimis. Dabalur enim in pön- al formidant B. formidant K. formidaront T. H. b) Jesu Christi B. chrl K. di»inl H. e) foerunt B. faerint codd. cet. d) hoc eciaai B. hoc et K. e) «fDum . 24 PETRI DE DUSBURG quibus et quomodo incepit ordo domus Theutonice, secundo quando et quomodo fratres predicti* intraverunt in lerramb Prussie, tercio de bellis et atiis, que gesta sunt in dicta terra, quorum pauca, que vidi, alia que audivi ab bis, qui videruntc et interfuerunt, cetera, que relacione veridica intcllexi. Quarto po— nam in margine pontifices sumraos et imperatorea, qui a tempore institucionis hujus ordinis regnaverunt, et notabilia quedam facta, que ipaorum temporibus acciderunt. Sed quia insufficientcm ine ad hoc negocium consurnmandum re— cognosco, maxime pro eo, quod hujusmodi factum pene jam a memoria hominum nunc vivencium sit elapsum, et sine deo nihil facere possum, ideo te deprecor, bone Jesu, in quo omnes thesauri sapiencic et sciencie sunt reconditi, et^evelas mysteria non solum futura, verum et presencia et preterita. Ulumina Spiritus tui gracia intellectum meum et da mihi os et sapienciam ad complendutn brevi— ter opus istud, ut;qui signa tua magna et mirabilia forcia in eo contenta audie- rint, in te sperent, te adorent, te glorificent et collaudent, quod tu, ex quo om- nia, per quem omnia, in quo omnia, prestare digneris, qui vivis et regnas in se- cula seculorum. Amen.J INCIPIT' PRIMA PARS LIBRl' DE OR1GINE ORDIMS DOMUS TnEUTONICE. Prefado ad tnstitucionem ordinis domm Theutonice. ProTcru. o, i. Sapiencia sibi edifieavit domum, excidit columpnas septem. Proverb. ix. Licet hec verba fuerint« Salomonis, qui filium dei appellalh sapienciam patris, i cor. i,34.juxta illud apostoli : ipsis autem vocalis Judeis atque Grecis predicamus Cristum r». loa, 24. dei virtutem et dei sapienciam; et in psalmo: omnia in sapiencia fecisti i. e. in filio, qui assumpta humana natura edifieavit in morte sua sibi ad gloriam et ho- norem' domum miiitantis ecclesie, et excidit columpnas septem i. e. septem sa— cramenta, quibus sustenlatur; possunt tarnen esse verba sanete matris ecclesie, que dominum papam Celestinum m vocal sapienciam, quia in terris dei filii vi- Ecci. o, M.cem gerit secundum illud ecclesiaslici : sapiencia doclrine secundum nomen ejus. Ad ipsum enim confluit ecclesia universalis audire et videre sue doctrine, ul regina Saba sapienciam Salomonis. Hic dominus papa Celestinus in edifieavit i. e. in- stituit et confirinavit sibi et sanetc ecclesie ad utilitatem domum, videlicet k sacre religionis hospitalis sanetc Marie Theutonicorum Jerosolimitani et excidit colump- nas septem i. e. septem fratres commendalores seu preeeptores provinciales ' De modo ajreadL ») predicti fehlt K. b) in fehlt B. e) ridrrnAt B. d) et«, tagt H. hiatu. Part prim«. e) Iii» Uebcnchrift dieiea Thrill gehört nach dem Index K hieher, im Text der Codd. eicht eie tot C&p. 1. f) UM fehlt in Text K. g) fberunt B. h) Toeat B. I) h. et g. B. k) ndellbu» K. 4) Dusburg's Zählung von 7 Landcomlhuren steht offenbar in Verbindung mit Stimmung in den Gesetzen des Ordens Cap. VUI : »Wir setzen, dass der Landcomtbur von Livland, von deutschen Landen, von Preussen, von Oesterreich, von Apulien, von Romanien, von Armenien jährlich grosses Capitel halten.« Nach den Gewohnheiten Cap. VIII soll der Meister die Landcomtbure eben dieser Länder und die von Sicilien und Hispanien mit dem Willen des Capitels setzen und entsetzen. Voigt, Geschichte des deutschen Ritterordens in Deutschland Bd. I. 8. 429, fügt Achaja als zehntes Hauptland hinzu und meint, dass nach dem Verlust der Besitzungen in Achaja, Sicilien und Spanien die Landcomtbure der übrigen Länder die 7 Säulen des Ordens genannt seien. Allein Achaja ist eben nichts anderes als Romanien (vgl. Ptolem. de Fiadon. hist. eool. Um Muratori XI. p. 4135 und nicht bloss in Digitized by Google CRONICA TERHK PRÜSSIE. PARS I. 25 sei licet Lyvonie, Prussie, Theutonie,1 Austrie,* Apulie,** Romanie* et Armenie,8 quibus fratres dicti ordinis tanquam materialis domus innixa columpnis edificata sustentatur,' ut sie magister generalis et capitulum sint fundamentum hujus domus, provinciales comraendatores seu preeeptores columpne, alii fratres su- peredificati. Et sie dominus papa assimilatur viro sapienti, qui edifieavit domum suam supra petram et polest dicere : ego confirmavi columpnas ejus. Sed quia scriptum est: Spiritus est, qui vivificat, caro autem non p rodest quidquam, ideo Job. g, st. ponende sunt septem columpne alie spirituales in hac domo, quarum tres scili— cet obediencia, paupertas, castitas diseiplinara ordinent regulärem, et quatuor alie videlicet contricio, confessio, satisfactio et Caritas, que operit roultitudinem peccatorum, omnem sanete observancie negligenciam in torpentibus zelo recti- tudinis diseiplinent. Heec sunt columpne spirituales excise manu sapiencie in domo hac sacre religionis, quam edifieavit dominus papa, ita quod si pluvia ava- ricie descendat et fluraina luxurie et venti superbie flent et irruant in illam, non possit cadere ; fundala est enim supra firmam petram, petra autem est Cristus. De institucione ordinis domus Theutonicorum.** i In nomine domini amen. Anno incarnacionis ejusdem hcxc tempore illo, \w i) ApulHe K. B. b) «liScU muteotatar K. edlüeatl «uteoUntur H. e) he« K. hne B. Oap. 1. i) Die der Zeit, ans welcher jenes Ordensgesetz stammt, im 18. Jahrhundert (nach Schönhuth's Ausgabe der Ordensstatuten), sondern auch in Dusburg's Zeit war der Orden noch in unan- gefochtenem Besitze seiner Erwerbungen in Achaja, Sicilion und Hispanicn. Die Zahl der 7 Säule« ist also anders zu erklären. Um 4440 wird ausdrücklich Apulion und Sioilien als eine Bailei bezeichnet (Dudik, Münzsammlung S. 59. Anm. 4) und so scheint es. dass die Landcomthure von Sicilien und Spanien dem von Apulien schon früh untergeordnet waron, wie etwa die Comthure der deutschen Balleien dem Deutschmeister. 1) Neuerdings 1857 and 4859 erschien die Geschichte des deutschen Ritterordens in seinen zwölf Balleien in Deutschland von J. Voigt, 2 Bde. t) In den Ordensgesetzen (Jap. VUI und hier bei Dusburg steht Auslria neben Theuto- nia, wonach es also dem Deutschmeister nicht untergeordnet war. In der ältesten Zeit d. h. che jenes Ordensgesetz erlassen ist, konnte Oesterreich wohl dem Deutschmeister unterge- ordnet gewesen sein, wie Bachem, Chronologie der Hochmeister S. 7 und Wal, Recherches Bd. 4. S. 333 annehmen. Die einzige mir bekannte Spur, welche auf diese Unterordnung hinweist, findet sich in der Urkunde von 1261 bei Duellius, hist. ord. Theut. III, 48 n. 2. In späteren Zeiten war Oesterreich als Kammerbailei des Hochmeisters von dem Verwaltungs- bezirke des Deutschmeisters sicher getrennt. Voigt a. a. 0. S. 223 ff. 3) Apulien weist auf die italischen Besitzungen des Ordens Uberhaupt und nach dem Obigen vielleicht auf Sicilien und Spanien. Ueber die zahlreichen Schenkungen der Kaiser Heinrich VI. und Friedrich II. an den Orden in Unteritalien und Sicilien, vgl. Voigt, Gesch. Preuss. Bd. 2 und Toppen, über des deutschen Ordens Anfange etc. In den Neuen Preuss. Prov. Bl. 184». Bd. 1. 2. Auch in Oberitalien breitete sich der Orden aus; um 1271 kommt nach Wal, recherches, Bd. 2. S. 344 f. bereits ein Landcomthur der Lombardei, der Trevi- sanischen Mark und von Friaul vor. Ueber die Besitzungen des Ordens in Spanien s. Wal, hist. de l'O. T. Bd. 8. S. 544 und Recherches Bd. 1. S. 335 Note. Noch 1417 war die Com- thurei de Castellants in Leon im Besitze des Ordens, Recherches I. c. 4) Romanien ist eine ganz gewöhnliche Bezeichnung für das griechische Kaiserreich. Ein Landcomthur des deutschen Ordens in Romanien wird zuerst 4286 erwähnt. Um 4*39 war der Orden im Besitze eines Hospitals zu Andravida bei Patres. Wal, hist. Bd. 4. S. 473 f. Recherches Bd. 4. S. 397. Um 1337 ernannte der HM. Dietrich von Altenburg Johann v. Schemen zum Landcomthur in Romanien, und 1402 wird erwähnt Cunredus de Egloffstein ordinis . . dorn. Theut. per Alamaniam, Italiam, Siciliam, Apuliam et Romaniam magister ge- neralis Recherches I. c. S. 398 f. 5) In Armenien erwarb der Orden die Ortschaften Combedefor und Heion schon vor 1209 nach der Bulle Innocenz III. bei Wal, Recherches, Bd. 1. S. 869. König Leo von Arme- nien verlieh ihm im April 1212 das berühmte (famosum) Castell Amuda und vier andere Ort- schaften, dessen Schwiegersohn Euthon im Januar 1286 (anno Armeoorum 685) die ansehn- liche Stadt Haroma mit ihrem ganzen Gebiete, in welchem drei Abteien und eine Menge klei- nerer Ortschaften lagen Cod. dipl. ord. Theut. zu Berlin, Nr. 82 und 83. Weiteres über des Ordens Besitzungen in Armenien ist nicht bekannt. 6) Es gab schon lange vor 1190 ein deutsches Hospital in Jerusalem, unter der Aufsicht 26 PETRI DE DUSBÜRG quando crvitas Achonensis esset a Cristianis obsessa et divina favente gracia de manibus infidelium recuperala, fuerunt ia exercitu cristia Dorum quidam de- voti homines de Bremensi et Lubicensi civitaübus, qui tanquam viri misericor- die ocutis compassionum intendentes in diversos et inlolerabiles defectus et incommoda infirmorum degencium in diclo exercitu, fundaverunt hospitale in tenlorio suo facto de* velo cujusdam na vis, dicte cooka tbeulonice, ubi diclos infirmos coiligentes, ipsis devote et humiliter serviebanl et de honis sihi a deo collatis carilative procurantes misericorditer perlractabant, altendentea, quod in persona cujuslibet infirmi vel pauperis suseiperent ipsum Cristum, qui dioet M»ith. 2s, hiis, qui a dextris erunt in judicio : esurivi et dedistis niibi manducare, sitivi et ' dedistis mihi bibere, bospes cram et collegistis me, nudus eram et cooperuistis me, infirmus eram et visitaslis me etc ; et cum dicent : ubi te vidimus talia pa— cientem, reapondebit : amen dico vobis, quarodiu fecistis uni ex hiis fratribu* meis minimis, mihi fecistis. Ecce quomodo Cristus infirmos et debiles et de- spectos quosque fratres vocat ; et bene, caro enim et frater noster esU Sed quia •) d. fehlt K. des Meisters der Johanniter, dessen Geschichte am ausführlichsten dargestellt ist in dem er- wähnten Aufsätze in den N. P. P. B. 4 849, Bd. 4, S. SSI IT. Dieses ältere Hospital zu Jerusa- lem ging nach Eroberung der Stadl durch Saludin (1287) völlig ein, wie namenUich die Ur- kunde Friedrich s II. von i 1 229 zeigt, in welcher er es. nach der Wiedcrhefreiung der Stadt dorn deutschen Orden schenkt : domum, quam o I i m Theutonici ante amissionem terra sande- ln eivilate Jerosoliinitana lenebant, cum omnibus juribus, Berl. Cod. dipl. Nr. 84. Es jziebt keine historische Spur, das* die Personen, die Güter oder die Rechtsverhältnisse de« alten Hospitals zu Jerusalem auf das neue Hospital zu Accon Ubertragen wären. Diese« war eine neue Stiftung und von der alteren in einem Punkte wesentlich unterschieden, nämlich dadurch, duss sio von vorn herein nach Unabhängigkeit von dem Meister der Johanniter strehte, worauf schon die Bulle Clemens III. von 4 494 zielt, und diese Unabhängigkeit aueb trotz später erneuter Ansprüche der Johanniter, die wir namentlich aus der Bulle Gregor1» IX. von 4240 bei Hennes cod. dipl. 0. T. p. V kennen, behaupten. Aber eben die Ansprüche der Johanniter zeigen, dass man in der historischen Aulnissung die beiden nach Namen, Zweck und Einrichtung gleichen Hospitäler zu Jerusalem und zu Accon früh an einander ruckte und das letztere als eine Fortsetzung des älteren darstellte. Dies geschieht unseres Wissens zu- erst in einer Urkunde des Königs Andreas von Ungarn von 4 21 1 : Cruciferis de bospitali s. Marie, quod quandoque fuit In Jerusalem, sed ainodo peocatis exigeutihus situm est in Ac- caron. Bor). Cod. Nr. 96; sodann in einigen Urkunden Kaiser Friedrich'» II. ; domus hospi- talis s. M. Theut. in Jerusalem a . . Friderico avo noslro . . propagata, a . . Henrico patro nostro rebus et lihertatibos premunita, Urkk. von 4224 bei Hennes n. S5, SS, oder domus hospitalis s. M. Theut. in Jerusalem a predecessoribus nostris . . pmpngata, a . . Henrico pa- tre nostro . . premunita. Urk. v. 4224 bei Hennes n. 57, wo propegare so viel bedeutet, als eine aufgegebene Sache wiederherstellen ; avus noster Fridericus et pator Henricus . . et pa- truus noster Fridericus illustris Swcvorum dux ipsam domum dilexerunt et bonoraverunt, Urk. von 4 24 4 bei Voigt, Gesch. Prcuss. Bd. 2, S. 79, Amn. 2, wo man wohl an Verdienste Friedrich'« I. um das ältere, des Herzogs um das neuere Hospital zu denken bat. (Wenn Friedrich II. in einer andern Urk. von 1222 bei Hennes n. «2 den Orden avi et patris uostri ec nostm slructura specialis nennt, so ist hier wohl nur an die Gründung des neuen Hospi- tals zu denken, an welcher Friedrich 1. wirklich insofern Antbeil hat, als er derKaiserpolilik dlo Richtung auf Palästina gab und den Kreuzzug unternahm, auf welchem dasselbe ins Le- en gerufen ward.) So haben denn auch die Geschichtschreiber Jacob v. Vitry p. 4085, AI- bflricus p. 224 und die späteren Sanuto III, 7, c. 3, Yperius p. 626 u. a. diesen Zusammen- hang hervorgehoben, ohne die Stelle gehörig zu markiren, wo der äussere Zusammenhang unterbrochen ist. Der deutsche Orden selbst hat, da er sich von vorn herein am liebsten nach dem Hospital zu Jerusalem nannte, ursprünglich durch eben diesen Namen den Zusam- menhang heider Hospitäler hervorgekehrt; als aber die Johanniter mit ihren unbequemen Ansprüchen auf Oberaufsicht hervortraten, nannten sie sich eine Zeit lang lieber nach dem Hospital in Accon ; ja in dem Bericht de primordiis etc. (Beilage 4) wird der Name des spa- teren Hospitals in einer Weise erklärt, dass dadurch der Zusammenhang desselben mit dem älteren abgeleugnet oder wenigstens verdeckt wird. Dusburg steht ganz auf dem Stand- punkte dieses Berichtes. Unter ganz veränderten Umständen im 15. Jahrhundert kehrte der deutsche Orden , wie die Hochmeisterchronik zeigt , wieder auf den früheren Stand- punkt zurück und liess es sich angelegen sein, den Zusammenbang des neueren Hospitals mit dem allen möglichst hervorzuheben. Digitized by Google t CRONICA TERRB PRÜSS1B. PARS I. 27 - dicit apoatolus : ego plantavi, Apollo rigavit, dominus autem incrementum de- t. c«a-.s,sr. dit; ex quibus verbis liquide licet appareat, quod neque is qui plantat, neque ia qui rigat, aliquid sit, sed qui incrementum dat, dcus ; tarnen humana diligen- cia impensionia eure solliciludinem debel impendere circa planlas, que adhuc novelle fruetus uberes afferunt et uberiores suo tempore ropromittunt. Unde cum dominus patriarcha Jeroaolimilanus, Henricus rex Jerosolimitanus illustris, Naznrenus et Tyrcnsis di. i.t tu ttrrichcn, wi* J.'. I>brr«-«Un« irigt. b) In qua Codd. i» quo B. c) Wie B. Cap. 6. d) Abwecbwlad 8*lcn, felcm, Salt», teltn und 8»1» gochriebco. 4) Dasselbe Datum geben die Necrologe bei Bachem S. 4 t, Wal recherches 3, 847 und Dudik, Münzsammlung S. 40. 2)' Der Inhalt dieses Kapitels ist, wie die tbeilweise wörtliche Uebereinstimmung zeigt, ebenfalls aus dem Berichte de prhnnrdiis hergcflossen. Auch hier kehrt daneben die fehler- hafte Voraussetzung zurück, dass Friedrich von Schwaben mit den Kreuzfahrern von 1497 gemeinschaftlich für den Orden gesorgt habe. Ungenau ist die Aogabe, dass die Bremer und Lübecker das Hospital unmittelbar an Heinrich Walpot Ubergeben, und dass dieser Heinrich nach der Eroberung Accons den Garten etc. gekauft habe. 8) Die Todeslage der HM. Otto 2. Juni, Hermanu Bart 20. März, und Hermann von Salza St. Juli giebt Dusb. c. 3, 4, 5 unrichtig an. Nach den Anm. 4 angeführten Necrologen starb Otto den 7. Februar, Bart den 2. Juni, Salza den (9. oder 20. Marz, Conrad von Thüringen den it. Juli. Dusburg bat also die an sich richtigen Tagesdata zu falschen Namen gesetzt. — Der HM. Otto hat erst in dem Verzeichnis« bei Johann von Posilgo den Beinamen von Kirpin, dann in der Zamchl'schen Chronik von Kvrpin; ob etwa nach einem Calendarium? Einen Dominus de Kerpin treffen wir in dem Suppl. c. 9. Andere Nachweisungeu Uber das Ge- schlecht bei Voigt t, 56. 4) Dieser HM. wird in zwei alten Calendarien beLDudik S. 4 t und in einem spateren aus dem 45. Jahrh. bei Voigt 2, 58 Anm. 1. Henricus Bart (auch Henr. Bart geschrieben), in einem römischen Calcndarium bei Dudik S. 40 Herbert genannt; der Name Hermann Bart kehrt bei Posilge und den spateren wieder. Welcher Name der richtige sei, ist nicht mehr zu entscheiden, auch über die Herkunft desselben ist nichts sicheres zu ermitteln. (Einen Grafen von Bart führt das Chron. Ltineb. bei Eccard I, p. 4408 an). Die Dauer der Regierung der drei ersten HM. (Walpol 4 0, Kerpen 6, Barl 4 Jahre) giebt zuerst Postige, die des ersten auch die Zamchl'&che Chronik. Darnach müsste Walpot's Regierung, da Bart's Nachfolger Hermann von Salza 424 0, spätestens 4 24 4, eintrat, schon 4290 oder 4294 begonnen. haben, was nach den Urkk. (vgl. Anhang 4) unmöglich ist. Mit der ersten Zahl werden aber auch die beiden andern bedenklich. Die Geschichte der drei ersten HM. ist bei Voigt Bd. 2, Cap. 4 noch durch mehrere Züge aus der für diese Zeit unzuverlässigen JIM. Chronik und aus S. Grünau Trakt. V, c. 2-7 verunstaltet; dahin gehören namentlich die CliaraJiteriutiken derselben, die Capitclbcschlüsse und Bart's Tod in der Schlacht. Digitized by Googl CRONICA TBRRE PRÜSSIE. PARS I. 31 ix kaiendas Augusli, et sepultus est in Barleto'*. Hio fuit facundus affabilis, sapiens, circurnspectus, providus, et in factisfc suis omnibus gloriosus. Dum post electionem suam videret tarn tenerum statum ordinis optavit in audieneia fratrum aliquorum, se uno velle oculo carere, ut ordo saus tempore suo, quo preesset, tantum sumeret merementum, quod posset haliere in armts paratos decem fratres milites et non plures*. Sed quid fecisti in hac causa, o bone Jesu, qui justis petencium desideriis Semper presto es, et pia vota non desinis propi- cius intueri? Numquid fraudatus est a destderio suo? Gerte non. Imo destde— rium nnime ejus tribuisti ei superhabundanter. Tantum enim profecit ordo lem- poribus, quibus ipse prefuit, quod non longe post mortem ejus computata fiie- runt de nobili sanguin« regni Alemanie duo milia fratrum in ordne supradicto*. Ulustris eciam ille Tburingie lantgravius dominus Conradus, de cujus fa milia ipse, cum esset in seculo, fuerat4, cum copiosa comitiva nobilium dicti suseepit ordinis habitum regulärem*. Tempore eciam hujus fratris Uermanni meliora priviiegia tarn papaüa quam imperielia ordini sunt oollata. Magnifica quoquo dona in Apulia , Romania , Armenia , AJemania , Ungaria , sei licet territorium, quod dicitur Wurcsa*4, Ly vonia et Prussia temporibusf suis ordini sunt donata. Tantum enim exaltatus fuit per eum ordo, quod a seculo non est audilum, quod unquam aliqua religio vel ordo per nnum hommem tantum profecerit in hoc mundo. Nec mirum. Tantam enim graciam contulit ei deus», quod ab omnibus aniaretur et vere posset de ipsoh dici, quod ditectus esset deo et hominibus', llabebat dominum papam et imperatorem preter alios prineipes et magnates in manu sua, et ita eorum animos ad se inclinavit, ut quiequid ab eis pro bonore et commodo ordinis sui peteret, impetraret. Unde factum est, quod postquam Veneti pro rebellione, quam contra imperium exercuerant, essen t gra viter cor- recü, magnam partem sanete crucis Friderico imperatori secundo pro speciaü munere obtulerunt, quam idem imperator diclo mag ist ro dedit, qui eam versus Prussie partes misit ad Castrum Elbingense, ubi usque in presentem diem a cristifidelibus in magna Teverencia habetur, propter erebra miracula, que per •} Bufetho K. b) io bctüqu« B. c) pndicto B. d) Die Wort« da cqjoa . . tntnt fehle» X. V) Wurtx» B. Qdtao.B. g) donteiu B. b)l|»telC. I) mmI hinter bominibus B. 4) Hermann von Salza wird urkundlich zuerst am 15. Febr. 424 4 erwähnt: Hermannus mapister Alamannortfm Herl. Cod. Nr. 59. Als seinen Todestag geben die Calundaricn bei Bachem und Wal a. a. O. den 19. März, die Cnlendarien bei Dudik S. *• und Yoigt 2, 652 den 30. Marz ; auf diesen Tag weist auch Dushurg's nur zu Bart's Namen verschobene An- gabe. Ueber sein Todesjahr vgl. Historiogr. S. 264. 2) Man erinnere sich hier der Schilderung der Armuth und der Entbehrungen der Or- densritter in den ältesten Zeiten, im Prolog. 5) Näheres bei Dush. IV, c. SS. <) Das Land Bona oder Rurza wurde dem Orden von König Andreas II. von Ungarn laut Urk. von 424 4 verliehen. Es liegt in Siebenbürgen an der Grenze der Walachei und erstreckt «ich nordöstlich bis zum Szeklerlande, von dem es auf eine Strecke durch die Aluta getrennt ist, nordwestlich bis zum Fogamscher Oistricte. Der Orden erbaute daselbst unter glückli- chen Kämpfen gegen die heidnischen Cumancn die Kreuzburg und vier andere Burgen. Seine rechtliche Stellung zur Krone und zurtjcistlichkcit verwickelte ihn in Streitigkeiten, welche, da gleichzeitig eine starke Partei im Reiche, geführt von Bela dem Sohne des Kö- nigs, den letztern zur Wiedereinzichung übereilt verschenkter Kronguter nöthigte, den schwachen König Andreas veranlassten, die Schenkung (etwa 4 294 ) zu widerrufen. Zwar bestat|gte er sie gleich darauf 1x22 nochmals, aber als nun 422« auf des HM's BiUcn Pabst Honorius III. das Ordensgehiet für ein Eigenthum des heiligen Petrus erklärte, wurde der Orden aus demselben vertrieben, und alle Versuche des Pubstes und des HM. 's, seine Re- stitution zu bewirken, blieben vergeblich. Vgl. Schuller, die deutschen Ritter im Burzen- lande, mit allen einschlagenden ürkk., in dessen Archiv für die Kenntnis« Siebenbürgens, Bd. 4. S. 464—262. 32 PETRI DE DUSBLRG ipsaro dominus operatur1 . Accidit et quod dum inter dominum Honorium pa- pam in. el Fridericum u. imperatorem aliqualis dissensionis materia verteretur occulta, uterquc causam suam eidetu fratri Uermanno difiiniendam commisü, quod cum audiret ipse, renuit, asserens magnaiu indecenciam, si domlnorum tocius mundi causam in se susciperet, cum ipse esset persona humilis et in nul- lius dignitatis preeminencia constitutum Unde factum est, quod ipse dominus papa et imperator, ut idein frater Hermannus in majori reverencia baberelur*, ei et suis futuris successoribus in officio magisterii ordinis domus Theutonice constitutis dignitatem principis contulerunt, el in signum hujus principatus do- minus papa annulum ci optulil et imperator insignia regalia imperii deferenda in suo vexillo indulsit, et sie inter eos coroposicionem amicabilem sepius ordi- navitfc*. EXPLICIT PRIMA PARS LIBRI HUJUS. INCIPJT SKCUNDA PARS. DE ADVENTU FRATRÜM DOMÜS THEUTONICE IN TERRAM PRUSS1E. i De vastacione terre Coknenris per Pruthenas. Tempore, quo nobilis ille ac illustris cristianissimus prineeps Conradus dux prineipatum tenuit in Masovia, Cuyavia el Poloma *, fuit quidam episcopus a) habMtur B. b) ecd. tep. Ii. 1) Eine eigentliche Empörung Jer Venetianer gegen das Reich ist in der Zeil Fried- rich's II. nicht vorgekommen ; schwierig zeigten sie »ich gegen ihn während des Kreuxzu- ges von 1128 (Veneti vacillabant bei Conr. Ursperg.). Im Marz 1131 besuchte Friedrich Ve- nedig und beschenkte die Marcuskirche reichlich. Godofr. Colon, bei Boehmer föntest, 364. Auch ertbeilte er damals den Venetiancrn ein wichtiges Handelsprivilegium und lobte in der l'rk. darüber die Zuneigung des Dogen und der Stadt. Boehmer Regest. $.4 31. Nr. 745. Viel- leicht erhielt er damals die magna pars s. crucis Als Gegengeschenk. Diese magna pars s. crucis ist ohne Zweifel nicht verschieden von der crux de ligno'domini gloriosa, deren Ver- ehrung in Prcussen Pabst Gregor IX. schon in einer Bulle vom IX. Octob. 1333 Cod. dipt. Pruss. I. n. 3t anbefahl. Dann wurde sie jiicht direet nach Elbing geschickt, sondern ist dahin erst im Fortgange der Eroberungen des Ordens gekommen. — Dusburg erwähnt an Reliquien das Haupt der heiligen Barbara in Culm III. c. 86, einen Theil des heiligen Kreu- zes in Elbing I. c. 5, Holz vom Kreuz des Herrn in Brandenburg IV. c. 4 22, und nicht naher bezeichnete Reliquien in Barlenslein III. c. 421 und in Christmcmel III. c. 34 3. 2) Der HM. war viele Jahre lang als Vermittler zwischen Pahst und Kaiser thutig, doch weiss die Geschichte nichts davon, dass er jemals als Schiedsrichter zwischen beiden ent- schieden habe, worauf doch Dusburg hindeutet (causam difiiniendam commisit), ohne es ausdrücklich zu sauen, und was erst die HM. Chronik behauptet, der Voigt 2, 4 49 f. folgt. Aber auch schon bei Dusburg hat der Bericht ein sagenhaftes Gewand angenommen, da je- denfalls diu Verleihung der fürstlichen Würde an Hermann nicht die Folge der bescheidenen Weigerung gewesen ist. Im Chron. Ol. ist von diesem sagenhaften Verlauf der Sache noch keine Spur Die fürstliche Würde ist dem HM. durch die Schenkungsurkunde des Kaisers über das Culmerland von 4226, Hennes n. 70, (wie kurz vorher den Bischöfen von Riga und Dorpal durch die Urkk. König Heinrich's VII. von 1223 bei Boehmer Regest. S. 223. Nr. 98, 99) verliehen ; seit jener Zeit also durfte er den schwarzen Adler (Wigand Marb. im Prolog) in seinem Wappen (in galca, vexillo et clypeo Chron. Ol.) getragen haben. Den Ring erhielt der HM. als das übliche Symbol der Investitur; die drei bis dahin bekannt gewordenen päbsllichcn Investiturdiplome überPreussen sind ausgestellt für Hermann von Salza 1234 Cod. Pruss. I. n. 35, für Gerhard von Malberg 1243 Dreger cod. Pomm. n. 160, und für Anno von Sangershausen 1257 Dreger n. 296. In dem zweiten kommen ausdrücklich die Worte vor: te dileetc . . magister . . annulo nostro de terra investienles eadem. Darnach dürfte der Ring dem Hochmeister Hermann im Jahre 1234 verliehen sein. Anders Voigt 2, 152 f. 3) Conrad erhielt im Jahre 1205 Masovieo und Cujavicn mit dem Dobriner und Culmer Lande von seinem alteren Bruder Leszek, und nahm, weshalb Dusburg hinzufügt Polonia, nach Leszek's Tode im Jahre 1227 auch Krakau und die Uhrigen Lander desselben in An- spruch-, ohne sie dauernd behaupten zu können. Er starb im Jahre 1247, nachdem er schon Digitized by Co CRONICA TERRE PRUSSIE. PARS II. 33 de Prussia, Cristianus nomine, ordinis Cisterciensis, qui divini verbi semen se— pius sparsit inier Pruthenos1, exhortans eos, ut relicta ydolatria deum verum colerent Jesum Cristum. Sed quia hoc semen cecidit in terram non bonam fruc- tutn nulluni* fecit. Tantum enim erant obstinati in malicia sua, quod nulla mo- nita salutis eos ab infidelitatis sue errore poterant revocare. Unum tarnen fuit in eis factum laudabile et multipliciter commendandum, quod licet ipsi essent infideles, et diversos deos colerent, pacem cum Cristianis vicinis nihilominus habuerunt, neck eos in cultura dei vivi impediebant, nec aliqualiter molesta- hant. Sed hoc inimicus humani generis, pacis emulus, non diu sustinens su- perseminavit ziiania. Excitavit enim persecucionem durissimam inter eos, ut infra paucos annos cristifidelibus partim trucidatis, quibusdam captis et in ser- vitntem perpetuam deductis, paucis fuge presidio salvatis, Pruthenj' terram Golmensem penitus destruentes in solitudinem redegerunt*. FlM M«UuU. Cap. 1. a)-multum K. b) mc fehlt K. c) Pn.th.mi Müt K. lange »vor dem einen seiner Söhne, Casimir, Cujavien (Casimiros diu Cojaviae schon iiäi , 4 233), einem anderen, Boleslaw, zuerst Sendomir, dann nach Verlust dieser Landschaft ei- nen Theil von liasovien verliehen hatte. Roepell Gesch. Polens 4, 404, 4(8, 490. Man beachte wohl, dass Dusburg Conrad hier princeps crislianissimus, anderwärts vir totus deo devotus et fidei zelator (II. c. 40) nennt, während Dlugoss 1, 620 und andere polnische Schriftsteller ihn in sehr ungünstigem Lichte darstellen ; ferner, dass er ihn nicht Herrn desCulmeriandes nennt, wie das Chron. Oliv., die polnischen Schriftsteller und eine Reihe von Zeugen in dem Process von 4 339 Dzialynski Lites I, 72, 77, 4 07, 480, nach deren Aussagen Culmerland pro magna parte von Polen bewohnt, die Ossa Grenzfluss gegen Preussen war. Es hangt damit zusammen, dass Dusburg die ersten Angriffe der Preussen unbestimmt gegen die Cristianus vicinos gerichtet sein lässt, wo das Chron. Oliv, ausdrücklich Culmerland und Lübau nennt; jener Ausdruck ist geeigneter, die Grenz Verhältnisse zu verhüllen. 4) Von Christian s Herkunft und früherer Geschichte ist nichts Uberliefert, als dass er dem Kloster Oliva angehörte Chron. Oliv. Denn die Berichte Grünau' s IX, 4 . 4J. 4 sind, wie- wohl sie sich theilwelse (Geburt in Freienwalde, Aufenthalt in Kolbaz etc.) bis in Voigt's Preuss. Gesch. 4, 430 fortgepflanzt haben, erdichtet. Aus den nicht ganz übereinstimmenden Berichten des Chron. Moni, seren. ad a. 4 209 und 4 24 5 und des Aibericus ad a. 4 207 (vgl. Beilage 8), so wie aus der Notiz in Innocenz III. Bulle vom 4. September 4240 (nicht 424 4), Epist. Innoc. XIII. n. 4 28, Raynald. Annal. eccl. 4 24 0. n. 27: Cristianus, Philippus et qui- dam alü monachi . . ad partes Prussiae de nostra licentia in humilitate spiritus accesserunt, ut ibidem semen verbi dominici seminandb etc. — scheint sich zu ergeben, dass Christian von Oliva, ebenso wie Philipp, schon mit Gottfried von Lugna (Lekno im heutigen Grossherzog- thum Posen), der den Preussen seit 4207 das Evangelium predigte, in Verbindung gestanden habe, was Voigt 4, 432 nur deshalb bezweifelt, weil er die von Aibericus ad a. 4 207 angege- benen Thatsachen auf den Zeitraum dieses Jahres zusammendrängt. Den Titel Bischof er- halt Christian von dem Herzog Wladislaw von Kaiisch schon in einer Urk. von 4242 Cod. Pruss. I. n. 7, allein der Pabsl nennt ihn in einer Bulle vom 40. August 4242 (nicht 4243) Innoc. Epist. XV. n. 447 noch schlechthin frater ordinis Cisterc. und erst in zweien Bullen vom 48. Febr. 4 24 5 bei L. David 2, 22 Bischof; und jene Titulatur kann wohl mit Rücksicht auf die bestimmte Angabe des Chron. Moni, sereni als devote Anticipation betrachtet wer- den. Ueber Christian's Aufenthalt in Caiuin 4246 und 4 218 geben mehrere Urkk. im Neuen Pommerschen Codex (schon angeführt von Barthold, Gesch. Pommerns 2, 345, 348) Zeugniss ; im August 4 249 war er mit mehreren Bischöfen in Trebnitz zusammen. Wohlbrück, Gesch. von Lebus 4, 97. Im Jahre 4220 finden wir ihn in llalberstadt nach dem Chron. Mont. Seren, und auf Verrichtungen in jenen Gegendeu weist schon die päbstliche Bulle vom Mai 4 24 9, Cod. Pruss. I. n. 4 4. Bald nach dem Einzüge des Ordens in Preussen wurde er durch die Hinterlist der Heiden gefangen, Cod. Pruss. I. n. 32, es mag dahingestellt bleiben, ob im Jahre 4234, wie Watterich, Ordensstaat, S. 94 f., oder im Jahre 4233, wie Voigt 2, 245 glaübl. Die Gefangenschaft Christians dauerte bis etwa zum Jahre 1240. Act. Bor. 4, 430. Er starb im Jahre 4245. Dlugoss I. p. 703. 1) Dusburg' s Darstellung ist c. 4—6 leider so summarisch, dass sich der chronologische Zusammenhang der Ereignisse schwerlich noch sicher wird herstellen lassen. Das Recht, sein Bekehrungswerk durch Kreuzfahrer zu unterstützen, erhielt Christian durch die pabst- tichen Bullen vom Jahre 4 24 7 und 4248, Cod. Pruss. I, 4—40, und »viele Jahre« vor 4222 ist das Culmerland von den Preussen verheert worden: «Castrum Colinen per multos annos a Pruthenis destruetum et desolatum« — »quondam castra« — »quod quondam habuerunt« in der Urk. Herzog Conrad'« von 4222, Act. Bor. 4, 62. Nach einer leeren Phrase Luc. David's 2, 28 setzt Voigt 4, 443 f. die Verheerung des Culmerlandes in das Jahr 4 24 5 ; auch die zwei- SeripU r. P. I. 3 PETRI Dfi DüüBtRG «, De vaslacione lerre Polonic. Et quia idem dux principiis non obslilit nec contra violentos ipsorum* au- sus et conamina reniedium adbibuit oportuüum ad ulleriora, cldeteriora proce- dentes invascrunt lerram Polonie cum magna potencia pugnatorum toi viribus, et tanta datnna intulerunt ei, quod combustis edificiis homines etatis adulie percusserunl gladio, et midieres et parvulos in Servituten! perpeluam deduxe- runtk ; et si forte nliqua raatrona gravidac in parlu ipsos sequi non poterai, eam occiderunt; rapientes eciama infanles de bracbiis ruatrum infigendo in sudesse— pium intcrfecerunt. Sicque lerram adeo vastaverunt, quod de omnibus muni- cionibus et castris ducatus sui non remansit ei nisi unum Castrum situm supra* fluvium Wisele, quod Ploczko r dicebatur. Insuper cm> Guntheri Masoviensis, Michaelis Cuyavie, Gristiani Prussie episcoporum, Ger- nuldi« prepositi, Wilhelmi decani, Pacoslay senioris eih junioris comitum de Dirsovia, Joannis cancellarii, Gregorii vicecancellarii » et aliorum plurium reli- giosorum et secularium virorum discretorum'. •) Boleebd B. b) hjurairi K. Kumlr J. e\ Symovit J. d) jur. »ct. B. e) poeaet in poet. B. 0 robormtw fehlt K. f) Srrnuldi K. B. D. Gernuld J. (D«r Nunc Gernuld kommt vor In B. et M. cod. dipL Pol. I, n. 9.) Arnold Vit. *om Juni 1330. Bermlloti I H. h) Nach et «Webt H. fort. JaroaUi ein. t) Gref . Tie. B. W. D. J. fehlt K. T. 4) Die Schenkung dos Culmerlandes an den Orden wer nach den polnischen Schriftstel- lern nur eine bedingte. Schon Boguphalus versichert, es sei dem Orden nur auf SO Jahre Uberwiesen. Unter den Zeugenaussagen von 4 339 bei Dzialynski Lites kommt dieselbe An- gabe I, p. 71 vor. Andere Zeugen erklärten bei eben jenem Verhör, dass Hcraog Conrad dem Orden das Culmeriand bis zur Unterwerfung der Preussen Ubergeben habe ; und dass es nach derselben hatte zurückgegeben werden müssen I, p. 77, 4 07, 4 85, 489, 4 97, 226, 310, 314), 322, mehrere mit ausdrücklicher Beziehung auf Urkunden. Am merkwürdigsten sind folgende Aussagen : Einer der Zeugen hat von einem sehr alten vülanus gehört, dass der tierzog voeavit duos crueiferos primo ad terram illatu pro expugnacione inlidelium ad lo- cum dictum Ribich retro Wislam, et ibi edifleaverunt cuejam et unam turrim, et tradidit eis terram Culmonsem pro expugnacione infidelium, qui erant in circujtu dicte terre, et quod Uli duo crueiferi haberent vocare alios crueiferos in adjutorium eorum, quibus infldelibus expugnatis debebant restituere dictam terram diclo duci p. 4 89. Ein anderer Zeuge versi- cherte zur Zeit des HM. 's Karl von Trier zu Marienburg ein Privilegium gelesen zu haben, und gab den Inhalt desselben so an : quod eo pacto et condicione dicta terra Culmensis fue- rat concessa dictis crueiferis, ut expugnatis Pruthenis et infidelihus, qui erant ultra flumen Ossa, et subjugatis, debebant restituere dictam terram Culmensom prineipibus Ulis, qui eam tradiderant et concesserant eisdem crueiferis neu eonim horedihus, et quidquid possent dicti crueiferi acquirere ultra flumen Ossa, totum dchebnt esse corum crueiferorum. p. 497. Auch Herzog Leszek vidit et legit Privilegium, quod fuit factum de dicta concessione dicte terre Culmensis . . . quod erat sigillatum sigilln magistri generalis,, qui tunc erat et vocaba- tur Papo . . . Dux Boleslaus patmus suus de Mazovja monstravit sibi illud Privilegium, ut recordaretur, quod ipsi habebant jus in dicta terra Culmensi usque ad flumen Ossa, et st non possent eam recuperare, quod recordarentur saltem post mortem suam, ut eam recu- perarent, si possent. p. 320. Erhalten sind 3 Urkunden Herzog Conrad'» über die Schenkung des Culmerlandes an den deutschen Orden, vom 23. April 4 228 Act. Bor. 4, 39t, von 4 230 ohne Tagesdatum Act. Bor. 4, 402, und vom Juni 4230 Act. Bor. 4, 66, welche sümmtlich von Zurückgabe des Culmerlandes nichts enthalten. Wenn die von Dusburg angedeutete Schenkungsurkunde, wie Voigt 2, 4 71 und, wiewohl zweifelnd, Röpell 4, 437 annehmen, wirklich schon in das Jahr 1226 gehörte, so wäre dies die vierte der Art. Allein Inhalt und Zeugenangaben lassen nicht zweifeln, dass Dusburg hier die Urkunde vom Juni 4 280 excer- pirte und ungenau circa annum 4226 datirte. Vgl. Historiogr. S. 277 fT. Watterich, Ordens- staat S. 50. Wenn Dusburg hier mit dem Culmerlande die Löbau verbindet, so ist dies eine Ungenauigkcit, welche durch die entsprechende Stelle in Chron. Oliv., aber auch an/ andre Weise entstanden sein könnte. Von grösserer Wichtigkeit ist die Frage, was bewog Dus- burg dazu die Urk. von 4280 halb verdeckt auf 4226 zurückzudatiren ? Die Zahl 4 226 konnte nicht übergangen werden, die Schenkung Conrad's von diesem Jahre mochte nun in einer früheren Chronik (Chron. Oliv.] erwähnt sein oder nicht. Aber während die Polen diese erste Schenkung als eine durchaus bedingte darstellen, die spateren, zu welchen Conrad sich bewegen Hess, für unrechtmassig und ungültig erklären, setzt der getreue Anhänger des Ordens mit einer leicht irre leitenden Ungenauigkeit die spätere Schenkung an die Stelle aller, da sie ihm nichts weiter ist, als die nothwendige Interpretation der alteren und be- dingteren. — Die Schrift von Romanowski, de prima mutuaque condicione Conrad! Maso- viae ducis ordinisque crueiferorum, habe ich nicht einsehen können. Digitized by Google 38 PETRI DE DtSBURG • De confirmacione premmorum* et exfwrlacione domini pape ad fraires. mo Guiu aulem hec destructio terre Polonie per clamosam insinuacionem dicti ducis ad noticiam Romane curiob deveniret, sanctissimus paler et dominus Gre- gorius ix papa * compaoiens ei et precavens periculis in futurum, omnem ordi- nacionem cum fratribus domus Theutonice tanquam rite et racionabiliter factaui in nomine domini confirmavit1, injungens dictis fratribus in remissionem pec— caminuni, ut vindicarenl injuria m crucifixi domini et terram Cristianis debitam reouperarent, ab infidelibus occupatam*. Et exhortans eos ad bellum, ait: ac- 1 mm. 3,.s«f. cingimini et es tote filii potentes, estote parati, ut pugnelis advereus naciones, que conveniunt disperdereJ nos et sancta nostra, quoniam melius est nobiV mori in hello, quam videre mala gentis nostre et sanetorum. Gonfortansque ipsos ad magnanimitatem consolatus fuit eos verbis domini, quibus usus fuit ad Deut, jo, i. filios Israel, dicens: si exieris ad bellum contra hoste» tuos et videris equitatus et currus et majorem, quam tu habes, ndversarii nuiltiludinem, non timebis eos, quia f dominus deus tuus lecum est; et interpositis quibusdam sequitur: Deut. 20, 3 r. vos hodie contra inimicos vestros pugnam commiltetis , non perlimescal cor vestrum, nolile metuere, nolite cedere, nec formidetis eos, quia dominus deus vester in medio vestri est et pro vobis contra adversarios dimicabit, ut cruat vos de periculo'. Non enim pugna veslra est, sed dei. Hec magnanimitas ma- xirae futy in Juda Machaheo, qui qu;inluri quod Salomon fecit cc hastas et ccc scuta ; et ecclesiasti- Ecei. 29, is. cus dicit, quod super scutum polentis* adversus inimicum pugnabit. Pro scuto Epb«. «, is. accipe fidem, de qua Paulus dicit: in omnibus sumentes scutum fidei, que est fundamentum omniura virtutum ; sine qua, ut dicit Augustinus, omnis virtus Hebr. ii, «. sicut ramus sine virtute radicis* arescit; et ut dicit Paulus': impossibile est deo placere sine fide, sed ea habita veniunt nobis omnia bona pariter cum illa. Marc n, Mf. Unde dicit dominus : habete fidem dei ; amen dico vobis*, quicunque dixerit huic monti : tollere et mittere in mare, et non hesitaverit in corde suo, sed credi- derit, quiar, quodcunque' dixerit, fiat, fiet ei. Ecce quanta vis fidei. Hoc est scutum inexpugnabile, quo Josaphath rex Juda populum trcpidantem consola- 2 r"*1' lus esl> dicens: confiditeb in domino deo nostro, et securi eritis, et cuncta eve- nient vobis prospera ' ; unde factum est, quod filii Amon et Moab versi in se- raetipsos* concidere mutuis vulneribus, ut non1 superesset quisquam, qui ne- cem posset evadere. Magne fidei verbum fuit, cum David pugnaturus contra t RrS. u, 45. Golyam, diceret: tu venis ad me in" gladio et hasta et clipeo, ego venio ad te in nomine domini, et tradidit cum dominus in manus suas. 0 quanta fides fuit l Rrf. ii, «. in Jonatha et Juda Machabeo, cum dicerenl: non est difficile domino, salvare in multitudine vel in paucis. Ibi per Jonatham et armigerum ejus xx viri in media parte jugeri sunt percussi, et nacio Philistinorum conturbata est. Hic per i Job. »,5. Judam Seron et exercitus ejus est contritus". Hec est victoria, que vincit mun- dum : quis est autem, qui vincit mundum, nisi qui credit, quoniam Jesus est filius dei ; qui dicit : qui credit in me, etsi morluus fucrit, vivel. Volvc ergo et revolve omnem evangelice historie textum, quasi in omni salvacione corporum et animarum reperies dominum conclusisse : fides tua te salvum fecit. Cap. 8. ») onrnia K. B. b) potroda B. e) radle« K. d) apoatolo* T. H. •) quis Valf. f) qnia Vulf. fehlt K. B. %) qnodeunque Vulf. queeunque B. qnlcuoqae K. b) eredlte Vulf . 1) prcwprr» Vulf. pro. per« B. propra« K. k) KmetipMM Vnlf. •emetipeU K. B. 1) nee K. m) enrn Vulf. CRONICA TERRE PROSSIE. PARS II. 41 De gladio. De gladio dicitur Jeremias extendisse dexteram et dedisse Jude* gladium dicens: accipe gladium sanctum munus a deo, quok deicies adversarios populi2Mac.»M*. mei Israel. Iste est gladius, quo Judas castra filiorum Israel protegebat. Hic gladius, o fortissimi milites Gristi, sicut gladius Saulis nunquam revertatur in-2R**. i,m. anis, ita quod impleatur de inimicis crucis Gristi : foris vastabit eos gladius et m> ?&. intus pavor, juvenem simul ac' virgincm, lactentem cum homine sene, ut4 quo— cienscunque* aliquid adversitatis öccurrit eis, semper dicant : non est aliud nisi Judic. 7, 11. • gladius Gedeonis i. e. milicie Crisliane. Pro gladio accipe bona opera, quia fides sine operibus mortua est. Quedam arma defendunt corpus ab impetu host i um, Jacob. 2,*«. gladius se extendit ad opus, quo deicitur adversarius, et sicut ex utraque parte est acutus, ita bona opera ex una parte actorem suum defendunt a pena infer- nali, ex alia ad eterna gaudia introdueunt. De lancea. De lancea dicitur, quod Jojada sacerdos lanceas dedit centurionibus, qui2P»»i. custodias domus domini observabant. Hee sunt lancee, quas Joab, prineeps milicie, fixit in corde Absolonis, qui palrem suum David persequebatur. Pro lancea, que recta est, accipe rectam intencionem, etf secundum doctrinam apostoli: quodeunque facitis in verbo et* opere*, in nomine domini facite, etcoioee. 3, 17. sive manducatis, sive bibitis, sive quid aliud ' facitis, omnia in gloriam dei fa- 1 c«. 10, 31. cite. Ex hac lancea meritum et demeritum cujuslibet operis procedit, quia nun- quam formal mala intencio bonum opus et e converso. De clipeo. De clipeo hortatur Ysaias: surgite prineipes, arripite clipeum. Et ad Josue 1». 21, 5. dixit dominus: leva clipeum, qui in manu tua est, contra urbem Hay, quam*».*,!»- tradam tibi1, et sequitur ibidem: Josue vero non retraxit1 manum, quam in*». 9, 20. sublime porrexerat, tenens clipeum, donec interficerentur omnes babitatores Hay. Sic faciant preelecti bellatores, non ut Saul, de quo legitur, quod abjectus 2 r*$. 1,21. est clipeus forcium, clipeusSaul, quasi non esset unetus oleo. Pro clipeo accipe sermonem domini, quo ad omnia bona opera informemur", de quo dicitur: sermo domini clipeus ignitus0 est omnibus sperantibus in se. Qui ideo ignitus Prorwb.30,5. dicitur, quia ab omnibus telis igneis dyaboli defendit. De hoc Judas Machabeus dicitur singulos suorum annasse, non clipei nec° haste municiooe, sed sermo- 2 Mae.u, 11. nibus optimis. Sed ideo optimi dicuntur, quia verbum dei, quecunque voluit, facit, et prosperabitur in illis, ad que missum est. Si non proficit in uno, prod- est in altera ; nunquam vaeuum revertetur. De Urica. De lorica dicitur, quod Judas Machabeus induit se lorica" tanquam gigas, 1 mm. 3, s. et protegebat castra sua. Pro lorica accipe justiciam*», de qua apostolus dicil : induite loricam justicie. Hec justicia reddit unieuique, quod suum est, deo hu-Ei*«- «, 1*. a) Jode fehlt K. b) in quo Yolf . e) ac VuJj. fehlt K. B. d) et B. •) qooeiew ele B. f) ut Codd. f) aat in Vulf . h) in rerbo et öftre tteht hinter fadU B. I) aliud qnid Volg. k) qooniam ti. tr. tmm. Vulf. I) coatraxlt Vulf. m) informemini B. n) elipfa» ignru» B. ig-nitut el. Vuly. e) et Vul». p) loricam Vulf. q) Oer 8chluw dieeee Abechnlttce fehlt bU auf wenige Worte. T. H. Digitized by Google 42 PETRI DE DUSBURG M»uh. 3, 15. militatcm subjcctionis, de qua dicit dominus : sie decet nos implere omnem ju- sticiam ; proximo compassionem, unde Gregorius : vera justicia compassionem habet, falsa indignacionem ; sibi carnis subjugacionem, quia jus tum est, quod Ee*i. a, i. caro lanquam ancilla suh jugo sit anime, unde* dicit ecclesiasticus : fili, acce- dens od Servituten« dei, sta in justicia, et ioterpositis quibusdam sequitur: pro e«i. i, 33. justicia agonizare pro anima tua, et usqae ad mortem certa pro justicia, et deus expugnabit pro to inimicos tuos. Et tunc implebitur illud psalrniste: justicia etb pax osculate sunt, aliler non erit pax, sed caro gern per coneupiseet adversus spiritum, spiritus vero adversus carnem. De arcu et pkaretra. o.nre. 27, 3. De arcu et pbarelra dixil Isaac filio suo Esau : sume anna tua, pharetram et arcum. De sagitta. jerwn. 51,11. De sagitta dicit Ysaias' : suscitavil dooiinus regem Medorum contra Babiio- nem, sagittis implcte pharetras; ut iinplcatur verbum domini in hostibus crucis Drut. xi, 13. Crisli : congregabo super cos mala et sagittas meas complebo in eis. Per hec tria intellige illa tria, que sunt de suj)stancia cujuslibet rcligionis, scilicet ob- edienciam, castitatem et paupertatem. Per arcum obediencia designatur, quia sicut ineurvatur, fleetitur et reflectitur sine fractura, ita religiosus inter pros- pera et adversa equo animo sine murmurc debel ineurvari per obedienciam et reflecli. De qua ineurvacione obedieneie Ysaac benediecns filium suura Jacob, Gm. 27, 29. «Iii : esto dominus fratrum tuorum, et ineurventur ante tc filii malris tue ; ut Tiirm. 3, 12. possit dicere obediens cum YsayaJ: tetendit arcum suum dominus et posuit me quasi Signum ad sagittam. 0 quam dure tenditur ibi arcus* iste obedieneie, ubi religiosus in bello, videns sibi mortis periculum imminere, non audet retrocc— dere. Ibi melior est r obediencia, quam victinm, quia, ut dicit Gregorius, per victiniam aliena, per obedienciam caro propria maclatur. Per sagittam caslilas notatur, quia sicut sagitta dicilur a sagio sagis, quod est ingeniöse agere vel divinare, ita oportet hominem, ut possit* caste vivere, ingeniöse agere secundum anime sue vim naturalem contra sensus carnis, qui semper proni sunt in ma- lum, et oportet et ipsum divinare h i. e. deo' plenum esse, quia nemo potesl esse castus, nisi deus dcderil. Item sagitta fertur duabus pennis ad modum avis, ut hostem celeriter interficiat, sie castitas, ut anliquum castitatis inimi- cum deiciat, utitur duabus pennis, que sunt renovacio vite veteris et renova- i«u io,3i.cionis utilitas. De hiis duabus pennis loquitur Ysaias: qui sperant in domino, mutabunt fortitudinem scilicet corporalem in spirilualem, assumenl pennas ut aquile, que cum sc vult renovarc, veteres pennas deponit et novas aeeipit. Ad Kphn. i,2if. quod nos hortatur apostolus dicens : deponile vos secundum pristinam conver- sacionem veterem hominem , qui corrumpitur secundum desideria erroris , et r«. 102, s. induite novum hominem, qui secundum deum creatus est. Et sie renovabitur ut aquile juventus tua, et volabis1 in virlute castitatis, et nondeficies, quia sagitta Jonathc nunquam abiit retrorsum. Potest ergo dicere caro casli hominis cum Job.«, 4. Job: sagitte domini in me sunt, quarum indignacio ebibit spiritum mcuin scili- cet luxuric. Quanta sit indignacio castitatis contra luxuriam, et quomodo, nemo . a) ut K. b) et fehlt K. c) So die Codd. lUtt JeremiM. d) 80 die Codd. iUU Jermnia*. •) «reu« ibiB. 1) e»t fehlt Ii. g) |iowCt U. h) deriTmre K. i) domino B. k) Tolnbilia K. Digitized by Google CRONICA TERRE PRUSSIE. PARS II. 43 novit, nisi qui expertus est. De renovacionis utililale dicit Bernard us : quid cas- titate decorius, que mundum de immumlo conceplum semine, de hoste domesti- cum, angeluni denique de homine fach ? Judith eciam1 viriliterk cgit et Holofer- nem occidit, populuinque dontini a periculis liberavit, eo quod castitatcm ama- vit°. O quam pulcra et utilis est casta generacio. Per pharclram, que a ferendo jacula dicitur, denotatur paupertas, quia sicut in pharetra sagilta sie castitas in paupertate absconditur, et conservatur, quia vidua in deliciis vivens inortua est. i Tin. s, n. linde potest castitas dicere illud Ysaie : posuit nie dominus quasi sagiltam elec- ••»• <3. i- tatn', et in pharetra sua abscondit ine. N'ec suflicit iila paupertas in religiosis, de qua Dernardus ait : volunt esse pauperes eo pacto, quod nihil eis desit, et sie diligunt paupertatem, ut nullam inopiam paeiantur ; sed illa voluntaria et cum defectu paupertas, de qua dicit dominus : beati pauperes spiritu, que secundum »utth. 5,3. Bernardum" est cum intencione et desiderio spirituali propter soltim beneplaci- tum dei et salutem animarum. Hee sunt pharetre servorum Adadezer, qui in- terpretatur preeipuus Separator, quia paupertas a divieiis separat. Quas pharetras David, vultu desiderabilis, Cristus, in quem et angeli desiderant prospieere, tu- lit i. e. perlulit in hoc mundo, et attulit eas in Jerusalem, ubi nudus pependit in cruce, ut paupertatis ejus vestigia imitemur. Hec paupertas medicinalis est. quia, ut dicit Gregorius, quos morumr infirmitas vulnerat, paupertatis medicina sanat : paupertas enim superbiam occidit, et duas sanguisugas infernales avari- ciam et luxuria m suffocat. De funda. De funda dicitur in Zacharia : dominus exercituum proteget eos, et devora- z,fi,. e, r». bunt et subicient* eosh lapidibus funde. Legitur et in libro regum: quod' anima inimicorum David rotabilur, quasi in impetu et ink circulo funde. Hec esl'i r^. m.ot. funda, cum qua David jecit et percussit Philisteum in fronte, et infixus est lapis in fronte ejus, et cecidit in faciem suam in terrara, prevaluitque David adversus Philisteum in funda et lapide, percussumque Philisteum interfecit. De baculo. De baculo dicit dominus per Ysaiam : Ve Assur, virga furoris' mei et bacu-i„. 10, 5. Jus; et interpositis"* quibusdam sequitur: virga pereuciel te, et baculum levabit !•«• 10, super le in via Egipli. De spirituali significacione baculi et funde legitur, quod David pugnaturus contra Golyam, tulit baculum, quem Semper habebal secum, et elegit quinque lapides limpidissimos, quos posuit in peram pastoralem, et fundam manu tulit, et occidit Philisteum arnialum. Per" Philisteum armatum intellige dyabolum, paratum ad templandum. Sis ergo tu David manu forlis, penitens, et semper tecum habeas baculum sanete crucis, eligasque quinque la- pides i. e. quinque vulnera Cristi, et pone in peram pastoralem i. e. in anima rn tuam, et circumduc manu fundam i. e. rememoracionem omnium horum, et oc- cides eum, nec tibi in temptacione aliqua prevalebit. Immo si solum" iste ba- culus sanete crucis ad consilium f Helisei prophetc ponalur super faciem pueri i. e. pueriliter viventis<' mortui, reviviscet. a) et B. b) »iriliter fehlt K. e) »raaTerit K. d) rlrctam fehlt K. e) wilieet bealut B. f) 1110- rto B. r> rabiefet Oodd. nibjident Vulg. h) e«i fehlt Vulg. i) quia B. k) in fehlt Vulg. I) eit fohlt B. m) lirtrrpo.ltl.qu« B. n) oeeidit bit per fehlt R. o) Min. K. p) ad coDiiUum fehlt K. q) reoientU B. Digitized by Google 44 PETRI DE DUSBURG De galea. u,3«. De galea dicitur, quod Saul induit David vestiroentis suis et posuit galeain n. «6,3f. eream super caput ejus. Dixit et dominus per Jercmiam : procedite ad bellum, jungite equos et ascendite equites, et State in galeis. Per galeam significatur salus, quam bomo consequitur a deo de hiis armis virtulum. De qua dicil apos— £phn. «, 17. tolus : galeam salutis assumite; et Ysaias : indulus justicia ut* lorica et galea im. s», " sa|utis in capite ejus. o quam securus stabis in bello, si hiis armis fueris cir- cumeinetus, et crit tibi dominus deus salutis tue, salus lua usque ad exlremuin terre. Hec sunt arma, quibus Jacob pa tri arrha partem illam tulit de manu Amor- Nam. 2i,J4. rei in gladio et arcu, quam dedit filio suo Joseph, quibus et filii Israel terram sanetam exterminatis possessoribus possederunt, et David hostes regni sui de- vicit, et Machabei civitalem sanetam Jerusalem destruetam reparaverunt, et templum domini sordibus gentium pollutum interfectis hoslibus mundaverunt. 0 fortissimi milites et bellatores incliti, induite hec arma et vindicate injuriam crucihxi domini et terram sanetam Cristianis debitam recuperale, ab infidelibus occupatam. Confortamini et non dissolvantur manus vestre.in bello. Erit enim oen. 15, i. merecs operi vestro, merces illa, de qua dominus ad Abraam dixit : ego ero mer- ces tua magna nimis. Si labor vos terret, videte mercedem, scientes, quod, si- cut vicia nunquam sunt sine pena, itab virtutes sine preraio, et premium virlu- tis erit ipse, qui virtutera dedit. • <7) De u*u armorum carnalium et spiritttalium. Sex sunt cause, propter quas utimur armis carnalibus et spiritualibus. Prima est propter exerciciuro, ut exercitemur in bellis secundum voluntalem dei, qui multas gentes dimisit inter filios Israel, ut Israelem et omnes, qui non noverunt bella Chananeorum erudiret in eis, et postea discerent filii eorum cer- tare cum hostibus et habere consuetudinem prcliandi. Quid valeret aliquis in prelio, nisi exercitatus esset in armis. Unde tempore pacis fiunt torneamenta et ludi alii militares propter exercicium, ne instante bello, cum hostes sunt in fo- i Rrg.i7,3».ribus, aliquis non habens consuetudinem armorum dicat cum David: non pos- sum sie armatus incedere, et ita inermis non possit hostibus obviare. Sed quia milicia est hominis vita super terram, ita quam cito venit bomo in mundum, in- 2 c>r. io, 4. trat campum pugnaturus contra aPreas potestates, et arma milicie nostre non sunt carnalia, sed potencia ar deo. Ideo secundum doctrinam apostoli debemus induere armaturam dei i. e. virtutes, que a solo deo sunt, qui dat4 virtutem et fortitudinem plebi suc, et exercitari in illis, ut sciamus et possimus resistere in die malo tentacionis, et ut et in nobis virtutes augeantur per exercicium, ut di- cil Crisostomus : sicut omne artificium corporali cxcrcitacione servatur, augetur et additur, ita omnis virtus per exercicium augetur, per desidiam minoratur. — Secunda causa, propter quam utimur armis carnalibus, est propter hostium in- sidias. Unde filii Israel timentes insidias hostium, assumentes arma bellica se— dcrunl per loca angusta itineris et custodiebant tota die et nocte. Legitur et de Juda Machabeo, quod preeepit filiis Israel, arma tos esse in locis oportunis, ne forte ab hostibus repentc raali aliquid oriretur. Ad idem utimur armis spiritua- EPh«.«,iof.libu^, ut dicit apostolus: confortamini in domino et in potencia virtutis ejus, et induite vos armaturam dei, ut possilis stare contra insidias dyaboli, qui insidia- t>) et Codd. »t Vulg . b) iU fehlt K. Cap. 9. e) a fehlt ?ohj. d) propufoaculo K. •) non fehlt K. Oft*. 4. 0 ob- »ervat« K. g) diclo K. h) Ut. an. fehlt B. nura. bist. Warm. S. 79 angeführten Urkunden von 1 331 und 4336, erraclttndische Vögte advocati Pogcsaniac nennen, ist noch nicht ganz klar, doch theilt mir Herr Domvicar Wölky mit, dass dieselben Vögte der crmelandischen Kirche heisseu, neben welchen noch Bischofs- und Capitelvögte vorkommen. Sic verwalteten demnach ihr Amt vielleicht nur in dem süd- lichsten zwischen Bischof und Capitel noch nicht getheilteu Stück der Diöcese, welches ur- sprünglich sehr wohl zu Pogesanien gehört haben könnte. 1) Der Name von Plicka Bartha hat sich nach der Mittheilung von Saage in derZeitschr. f. d. Gesch. d. Ermelandes S. 49 noch erhalten in dem Namen des Dorfes Bleichenbart zwi- schen lioilsberg und Bischofstein, welches in der Vcrschrefbung von 4430 Piekebart heisst, und schon in einer Verschrei bung von 1310 Cod. Warm. I, n. 155 kommt ein campus üaw- niten (Dorf Konitten nordwestlich von Bleichenbart) in districtu Piekebarte vor. Plicka Bar- tha erstreckte sich nach der Urkunde von 1254 Dreger n. 257 bis zum Walde Lindcnmedie d. h. nach Saage's glücklicher Deutung bis zu dem Walde nordwärts von Bischofstein und vom Zain-See, an welchem die Dörfer Wuslack, Plausen, Plössen, Tolnig liegen, und in des- sen Mitte ein Dorf Lindelawken (jetzt Linglack) erwu hnt wird. 2) 40,000 Mann stellten sie z. B. in dem Kampfe gegen Meine), nach Alnpecke in den Script, rer. Livon. 1, 58», der vielleicht Dusburgs Quelle ist. Digitized by Goo CR0N1CA TERRE PRDSSIE. PARS III. 53 innumerabtlem abduxerunt. In reditu quidam de captivis occulte fugientes, re- versi ad fidel es, nunciaverunt eis, quod in toto infidelium exercitu non essent aliqua arma nec aliud aliquid*, quo se possent defendere, consulentes bona fide, ut ad impugnandum eos viriliter sequerentur. De quibus vcrbis animati Cris- Hani, cum magna turba secuti, irruerunt in eos, et omnes sine defensione ali- qua occiderunt, quo percepto Sudowite et alie naciones vicine intraverunt ter- ram Galindie predictam, et mulieres et parvulos et alios, qui relicti fuerant, in servilutem perpetuam deduxerunt, sicque terra illa usque in presentem diem remanet desolata. De ydololalria et ritu et moribus Pruthenorum. t Prutheni noticiam dei non habuerunl. Quia stmplices fuerunt, eum ratione comprehendere non poluerunt, et quia literas non habuerunl b, ymmo in scriptu- ris ipsum speculari non poterant. Mirabantur ultra modum in primitivo, quod quis absenti intencionem suam potuit per literas explicare. Et quia sie deumc non cognoverunt, ideo contigil*, quod errando omnem creaturam* pro deo co- luerunt, scilicet solem, lunam et f Stellas, tonitrua, volatilia, quadrupedia eciam, usque ad bufonem. Habuemnt eciam lucos, campos et aquas sacras, sie quod secarc aut agros colere vel piscari ausi non fucrant in eisdem1. Fuit autera in medio nacionis hujus perverse, scilicet in Nadrowia, locus quidam diclus Ro- mow, trahens nomen suum a Roma*, in quo habitabat quidam, dictus Criwe«, quem colebant pro papa, quia sicut dominus papa regit universalem ecclesiam fidelium, i(a ad istius nutum seu mandatum non solum gentes predicte, sed et Lethowini et alie naciones Ly vonie terre regebantur. Tante fuit autoritatis, quod non solum ipse vel aliquis de sanguine suo, verum eciam h nuncius cum baculo suo vel alio signo noto transiens terminos infidelium predictorum a regibus* et t) kUquid »lind B. C»p. 6. b) et bie h»buerant fehlt K. c) dominant B. d) eoatinrit K. B. •) o. c. «rr. B. f) et fehlt B. %) Crywe ß. h) et K. <) Mon vergleiche mit Dusburgs Darstellung folgende Stelle des Chron. ord. Theut. von Blumenau (auch übergegangen in das Chron. Polon. in den Beiträgen zur slavischen Philolo- gie und Geschichte. Wien 4 858, Bd. i, p. (49) : Horum (dcrPrcusseu) rilus sicuti a Christiana religione alienus, ita ab omni humanitale remotus fuit. Ipsi namque prisco genlilitatis error e inbuti omnem ornatura celi atque terre adorantes nonnullas Silvas adoo sacras esse arbitra- bantur, ut nec ligna incidere, nec vetustate quidem dejectas arborcs inibi abducere permitte- bant. Parcntibus ctiam liberi dum condigna exequii jura mortui s persolvebant, pulcheriorem genitoris servum, equum, canes et aliam domus suppelloctilem rogo una cum defuneto con- sumpscrunt. "Credebant ctenim .... biis decedentes alio in seculo, quam hic solcbant, mul- tum uti gloriosius. Tarn herculc perfide seete in consulcndo insuper augurem, an decedentis animam in transitu e vita suo prima nocte hospicio collcgisset, inquirendi Studium fuit, ut . . . etc., vgl. die Stelle aus Oliv. Scholast. in Beilage 2 n. <. Ausserdem haben wir aus der Ordenszeit Über die Religion der alten Preussen nur noch einige wenige Notizen in Urkun- den und unsichere Andeutungen in Orts- und Personennamen und in der Sprache überhaupt. Ausführliche aber unzuverlässige Nachrichten giebt Grünau (um t520) in den ersten Trakta- ten seiner Chronik. Alle übrigen Nachrichten stammen aus den Zeilen nach der Reformation. Näheres hierüber giebt Toppen, Geschichte des Heidenthums in Preussen in den Neuen Preuss. Prov. Bl. 1846, Bd. 1 und 2. *) Gewiss falsch, wenn auch die richtige Ableitung noch nicht gefunden ist. Voigt setzt Romowe ohne stichhaltige Begründung nach Samland. Geogr. S. 14 f. 3) Reges der Preussen erwähnt Dusburg ausser an dieser Stolle nirgend, wohl aber re- gulos der Samayten, deren einmal 70 zugleich in einer Burg erschlagen wurden, III, c. 288. Man darf daraus bei der Verwandtschaft der beiden Volker abnehmen, dass diese reges und reguli Uberhaupt keine besonders hervorragende Stellung in dem öffentlichen Leben der Preussen eingenommen haben. Es stimmt hiemit überein, dass noch nach Eroberung des Landes durch den Orden reges Prulhcnicales in wenig bedeutsamer Stellung angeführt wer- den. Vgl. Voigt 8, 443. In Kriegszeiten wählten die Landschaften ihre Duccs oder Capitanei, welche aber eben auch nur während des Krieges ihre Stellung behielten. Vergleicht man die preussischen Zustände mit den altgermanischen, so dürften die duces den Herzögen, die 54 PETRi DE DISBURG nobilibus et communi populo in magna reverencia haberetur. Fovebat eciam prout in lege veteri jugem ignem. Prutheni resurrectionem carnis credebant, non tarnen, utdebebant. Credebant enim, si nobilis vel ignobilis, dives vel pau- per, potens vel impotens esset in hac vita, ita post resurrectionem in vita fu- tura. ünde contingebat, quod cum nobilibus morluis arma, equi, servi et an- cille, vestes, canes venatici, et aves rapaces, et alia, que spectant ad miliciam, urerentur. Cum ignobilibus comburebatur id, quod ad officium suum spectabat. Credebant, quod res exuste cum eis resurgerent, et servirent sicut prius. Circa istos mortuos talis fuit iliusio dyaboli, quod* cum parentes dcfuncti ad dictum Criwe papamb venirent, querentes, utrum tali die vel nocte vidisset aliquem domura suam transire, ille Criwe et disposicionem mortui in vcstibus, armis,. equis et familia sine hesitacione atiqua ostendebat, et ad majorem certitudinem ait, quod in superliminari domus suc talem fixuram cum Iancea vel instrumento alio dereliquit. Post victoriam diis suis victimam offerunt1, et omnium eorum, que racione victorie consequuti sunt, terciam partem diclo Criwe prcsentarunt, qui commissi t lalia. Nunc autem Lethowini et alii illarum parcium infideles dic- tam victimam in aliquo loco sacro secundum eorum ritum comburrunt, sed an- tequam equi comburrerentur, cursu fatigantur in tantum, quod vix possunt stare supra pedes suos. Prutheni raro aliquod factum notabile inchoabant, nisi prius missa sorte* secundum- ritum ipsorum a diis suis, utrum bene vel male debeat eis succedere, sciscitentur. Vestes superfluas aut preciosas non curabant, nec adhuc curant; sicut hodie ipsasc exuit, ita cras induit, non atlendens, si sint transversa Molli stratu et cibo delicato non utuntur. Pro potu habent simpli- cem aquam et mellicratum seu mcdonem, et lac equarum, quod lac quondam non biberunt, nisi prius sanctificaretur11. Alium potum antiquis temporibus non noverunt. Hospitibus suis omncni humanitatem, quam possunt', ostcndunt, nec sunt in domo sua esculenta vel polulcnta, que non coiumunicent r eis« illa vice. Non videtur ipsis, quod hospites bene procuraverunt, si non usque ad ebrieta- tem sumpserint" potum suum. Habent in consuetudine, quod in potacionibus suis ad equales et immoderatos haustus se obligant, unde contingit, quod sin- guli domestici hospiti suo certam mensuram potus offerunt sub hiis pactis, quod, postquam ipsi ebiberunt, et ipse hospes tanlundem evacue} ebibendo, et talis oblacio potus tociens reiteratur, quousque hospes cum domeslicis, uxor cum marito, filius cum filia omnes inebriantur. Secundum antiquam consuetudinem hoc habent Prutheni adhuc in usu, quod uxorcs suas emunt pro certa summa pecunie. Unde servat eam sicut ancillam, nec cum eo comedit in mensa et sin- gulis diebus domesticorum et hospitum lavat pedes. Nullus inter eos permilti- •) qoim K. b) ptpwn fehlt K. e) Uta B. d) nnetificurentur K. e) quam p. h. B. f) eoaunii- lüoet B. f ) Uli« B. h) .uropwront K. reges den Fürsten, welche die Angelegenheiten der Rogenannten Hundertschaften auch im Frieden verwalteten, an die Seite zu setzen sein. Die preussischen Landschaften dürften im Frieden ebensowenig stehende Beamte oder Herrscher gehabt haben, als die deutschen Gaue. Wenn die Preussen zu Versammlungen (placita oder parlamcnta c. 5, concilia c. 484, 204 vgl. 103) zusammentraten, führten hier wie dort die Priester und die Besten das Wort. In dieser Beziehung ist AJnpecke's Schilderung Script, rerum Livon. 1, 587 ff. interessant. Dieser Auf- fassung ist es ganz entsprechend, wenn Albcricus zum Jahre 1207 (S. B.eil. 3; neben dem dux Phalet seinen Bruder rex Sodrech erwähnt. Dagegen fehlt alle Analogie und aller Be- weis für die Annahme Voigts 1, 514, dass jede Hauptlandschaft ihren eignen •Griwe« und König oder »Rcik« gehabt habe. 1} Vgl. III, c. 307. Menschenopfer III, c. 91, 338. S} Vgl. III, c. 840, J41, 347. Auch Chron. Liv. vct. p. 7, 51 etc. Digitized by Googl CROXICA TERRE PRCSSIE. PARS III. 55 tur mendicare, libere vadit egenus inter eos de domo ad domum, et sine vere- cundia eomcdit , quando piaoet. Si homicidium committitur inter eos*, nulla potest composicio intervenire, nisi prius ille homicida vel propinquus ejus ab occisi parentibus occidatur. Quando ex inopinato rerum evenfu aliquam imrao- deratam incurrerunt turbacionem, se ipsos occidere consueverunt'. Distinctio- oem dierum non habuerunt aut discrecionem. Unde contingit, quando inter se vel ipsi cum alienis aliquod placitum vel parlamentum volunt servare, datur certus numerus dierum, quo facto quilibet oorum prima die facit unum Signum in aliquo ligno vel nodum in corrigia aut zona. Secunda die addit herum secun- dum Signum, et sie de singulis, quousque perveniat ad illum diem, quo tracta- tus hujusmodi est habendus. Aliqui omni die balncis utebantur2 ob reverenciam deorum suorum, aliqui balnea penitus detestabantur. Mulieres et viri solebant nere, aliqui linea, alii lanea, prout credebant diis suis complacere. Aliqui equos nigros, quidam albos vel alterius coloris propter deos suos non audebant aliqua- liter equitare. De miraculo quodam. « Fuit quidam Prulhenus in terra Sambie, in territorio Scoken, dictus Dorge, qui equos albos detestabatur, a quo erroro dum frater Theodoricus advocalus Sambie* ipsum vellet cohereere, emit ei equum album, qui dum eo invito ste- tisset in stabulo suo per unam noctem, mane faclo invenit dictum equum jugu- lalum et omnia pecora sua raortua. Quod fuit infc tribus vieibus attemptalum, et tociens eundem exitum habebat. Quarta vice idem advocalus quartum album equum emit ei, asserens', quod hoc vellet iterare tot vieibus, quousque eum* ab errorc hujusmodi revocaret. Sic tandem cum equus quartus a dyabolo non suffocaretur, sicut alii tres priores, idem Dorge credidit, et errorem suum hu- militer est confessus, factusque est" magnus fidei zelator, et fidelium et fervens in devocione dei et sanclorum, multorumque corda errancium neophitorum in fide confortavit. De destruetiotte duorum castrorum et morte Pippini. i Referunl quidam, quod dum fratres habitabant in dicta arbore, Prutheni habebant supra Thorun in liltore Wisele Castrum dictum Rogow, et infra in descensu aliud circa locum illum, ubi nunc situm est Castrum antiquum. Fuit eciamf in medio horum quidam nobilis de Pomesania Pippinus, qui circa stag- nutn, quod a nomine suo dicitur stagnum Pippini4, habitabat in quodam pro- pugnaculo cum multis infidelibus latrocinia exerceus : nullus Gristianus poterat exire Castrum, quin* caperetur, vel oecideretur ab co. Uli supra, isti infra, hic in medio eos impugnabat. Tandem fratres cum castrensibus de Rogow in bello convenerunt, et, sicut deo placuit, plures ex eis occiderunt, et capitaneum cap- - •) inter o. c. B. Cap. 6. b) In fehlt B. c) anerent fohlt B. d) eum frhlt K. c) wt fehlt B. Cap. 7. f) «t K. %) non K. nUl B. quin D. I) Vgl. III, c. 244, 282, 310. Auch Chron. Liv. vct. p. 51. Kadlubek IV, c 49, p. 512 etc. a) vgl. iii, c. 499. 3) In den Jahren 4278— 4292. 4) Rogowe {nordostlich von Thorn) liegt wohl in gewissem Sinne oberhalb Thorn, wie Althaus bei Culm unterhalb derselben Stadt, aber, wie dieses, nicht unmittelbar an der Weichsel. Das stagnum Pipini findet sich in einer Urkunde von 4449, Geogr. S. 239, als Pip- pingesee zwischen Altthorn und Grzywna. wieder. Digitized by Google 56 PETRI DB DC5BURG tum deduxerunt, qui capitaneus ut mortem evaderet, obtulit eis Castrum suum, et in processu temporis, dum castrenses de alio castro inebriati in quadam po- tacione jax;erent, duxit illuc fratres cum exercitu, qui potenter intrantes, occisis omnibus et captis**, Castrum in cinerem redegerunt. Non longe postea Pippi- num sororium suum tradidit in manus fratrutn, qui eum ligatum ad caudam equi traxerunt usque Thorun, et ad arborem suspenderunt1. Hic Pippinus fuit pater illius nobilis viri de Pomesania, qui dicebatur Mattok* et quantum pater fidei et fidclibus nocuit persequendo, tantum filius profuit zelando fidera Cristi et cristifideles , quia stetit intrepidus usque ad mortem suam pro defensione fidei Cristiane. s De peregrinis et de edificacione castri et civitatis Colmensit. Cum ergo sonus predicacionis crucis Cristi exiret in omnem terram regni Alemanie, et preconizaretur novum bellum, quod elegit dominus in terra Pras- sle, et novi belli indulgencia et libertas, commoti sunt Uli, quorum deus tetige- rat corda, electi scilicet et incliti bellatores Alemanie, et affigcntes crucem hu- meris suis, preparant se ad arma, ut vindicent injuriam domini crucifixi, remo- ventes a se quicquid eorum sanctum propositum poterat retardare. Attendentes ad illud Jeronimi salulifere verbum exhortacionis, ubi dicit : Si pater tuus in limine stelerit, et frater tuus in collo tuo' se su spende rit, et mater tua ubera, que te lactaverunt, ostenderit, per calcatum perge patrem, per calcatam perge . matrem, et ad vexillum crucis evola. Cum hiis peregrinis, dum venirent Tho- run, frater Hermannus roagister edificavit Castrum et civitatem Colmensem anno ms domini mccxxxii in eum locuni, ubi nunc situm est Castrum antiquum*. 9 De bello fratrutn contra Pomesanos et de edificacione castri Insule sancte Marie. Postquam hec castra per dei graciam essent edificata, et vetus fermentum malicie et nequicie infidelium esset a terre Colmcnsis finibus expurgatum, ut prosperum iter faceret nobis deus salutarium nostrorum ad terras gencium vi- cinarum, ut atiqui estimant pro certo, magister et fratres, preparatis eis, que ad edificacionem castrorum sunt' necessaria*, secrete venerunt navigio ad insulam* ») «t nptb fehlt K. b) Mmm Codd. v(l. e. 84. Oap. S. e) tuo ooüo. B. Ctp. 9. d) sunt fehtt K. •) ad i. nkr. B. 4) Nach dem Chron. Oliv, haben ihn die Ordensritter auf noch grausamere AK zn Tode gemartert. 8) Matte erhielt in der Taufe den Namen Hermann. Chron. Oliv. Er leistete dem Orden in der. Schlacht bei Durben III, c. 84 gute Dienste. Eine Verschreibung des pomesanischen Bischofs Albert für ihn über die Güter Trist, Trumpe und Gobis von t260 findet sich im Geb. Archiv zu Königsberg, Schiebt. LXV. n. 98. 3) Zu dem Namen der Stadt stellt man Culm in Böhmen, Chelm in Polen etc. (vgl. zu III c. 4). Das Jahr 4232 bestätigen auch die Annal. Pelpl. Samb. Thorun. Die mimische Hand- feste, deren Datum MCCXXXIII quinto Kaiend. Januar, von Voigt 2, f 87 auf den 28. Decera- ber 488z berechnet wird, gehört doch wohl zum »8. December i 283. Es ist bekannt, dass man im Mittelalter vielfach im Leben und in Urkunden den Anfang des neuen Jahres auf den 25. December setzte, wonach das obige Datum allerdings den 28. December des Jahres 4 281 ' bedeuten würde ; allein ebenso gewiss ist es, dass daneben in Preussen und anderwärts die noch geläufige Rechnungsweise vorkommt. Man vergleiche ausser den in der Gesch. d. preuss. Historiogr. S. 179 angeführten Urkunden besonders die Annal. Ottocartani ad a. 4254 (Beilage 5). Hienach wäre es an sich wenigstens thunlich, die Handfeste von Culm auf den 28. December 4233 zu setzen ; empfohlen wird diese Berechnung durch die Betrachtung zu III, c. 9. Man übersehe nicht, dass der Hochmeister Hermann von Salza die Handfest« selbst ausgestellt hat, also in Preussen zugegen war, was ohne haltbare Gründe geleugnet ist. 4) Vgl. III, c. 4«, 68, 845 etc. Digitized by Google CROXICA TERRE PRUSSIE. PARS III. 57 de Quidino* quasi cx opposito nunc Insule sancte Marie3, et ibi anno domini nccxxxin erexerunt in quodam tumulo" Castrum, vocanles illud Insulam sancte im Marie. Sed dum vir ille nobilis et miles strenuus in armis de Saxonia burgra- bius de Megdeburgkk*, dictus cum parva manu, multa stipatns milicia et armi- geris veniret' ad Castrum Golmen, infra annum, quo ibidem mansit, ivit cum magistro et fratribus, et" Castrum Insule sancte Marie predictum transtutit de insula Quidini ad locum, ubi nunc est situm, in territorio Pomcsanic dicto Ry- sen*, mutantes locum et non nomen. De edificacione civitatis Insule sancte Marie. i« Burgrabio de Megdeburgk adhuc existente in Golmine, quia needum com- pleverat desiderium voti sui, supervenerunt multi prineipes4, videlicet de Po~ lonia: dux Conradus*, dux Cuyavie8, dux Cracovie* et de Wratislavia dux Hen- m) ctmalo B. b) M«d*>, Megde-, Merlen-tmifk ote. wedutln. e) renirwt K. i) »AB. •) By- •cn «md BiMD, f ptter BeyMO und Beten wechseln. 4) Die Insel wurde wahrscheinlich durch die alte Xogat gebildet, welche jetzt ein Zu- fluss, früher wobl auch ein Abfluss der Weichsel war. Ob das Castrum parvum Quedin in der Urk. von 4136 Cod. Pruss. I, n. 46, wie Voigt 3, 334 will, die von den Rittern erbaute, oder ob es eine preussische Burg gewesen sei, muss dahin gestellt bleiben. 1) Du Jahr geben auch die Annal. Pelpl. Samb. und Thorun. Voigt 3, 184 f. setzt dage- gen die Gründung von Marienwerder ohne alle Rechtfertigung in das Jahr 4 131. 8) Der Burggraf Burchard von Magdeburg, Graf von Querfurt, der erst« namhafte Kreuz- fahrer, welcher den Orden in Preussen unterstützte, war aus demselben Geschlocbte, aus welchem der für die Geschichte Preussens bedeutende Missionar, Bruno von Querfurt (f 1 009) f und der um den deutschen Orden hochverdiente Bevollmächtigte des Kaisers Heinrichs VI. auf dem Kreuzzuge von 4 497, Bischof Conrad von Hildosheim, stammte. Budcr, Sammlung verschiedener Schriften 4 785. S. 434 ff. Abel, König Philipp S. 856, 357. Ueber die Zeil sei- ner Kreuzfahrt nach Preussen geben die deutschen Urkunden keinen weiteren Aufschlug*, als dass er im April 4131 und am 4 0. Juli 4334 nicht in Preussen gewesen sein kann. Boeh- mer, Regesten S. 4 51, Nr. 713 und S. 149, Nr. 844. Nach Dusburg und noch deutlicher nach dem Chron. Oliv, kam er nach Preussen nach, der Erbauung von Marienwerder, also nicht vor dem Jahre 4333. Nun erscheint er auch als Zeuge in der Culmer Handfeste (vgl. zu III. 8). Wäre dieselbe schon im Deccmber 4133 ausgestellt, so müsste 4) die Jahreszahl 4133 in allen genannten Chroniken oder doch mindestens die Angabe falsch sein, dass der Burg- graf nach der Erbauung von Marienwerder nach Preussen gekommen sei, und wenn man auch das letztere annähme, so bliebe 3) ausserdem noch die höchst unwahrscheinliche An- nahme nothig, der Burggraf sei schon wührend der Erbauung der Burg in Preussen gewe- sen, bitte aber nicht an diesem gefahrvollsten ersten, sondern nur an dem minder gefahr- vollen zweiten Zuge Theil genommen. Unter diesen Umstünden ist die oben als zulässig er- wiesene Berechnung des Datums der Culmer Handfeste durchaus rathsam (18. Deccmber 4338). Voigt hat die Geschichte des Burggrafen sehr willkübrlich behandelt. 4) Den Kreuzzug der polnischen Fürsten setzt Grünau VII, 4, §. 4 in das Jahr 4335 und erzählt ihn mit Erfindung von Truppenzahlen, Tagesdaten, Thatsachen (Angriff auf Slemmo, Ergebung des Kyrwaiten Daragaito etc.), wovon durch L. David 1, 70 noch vieles in Voigts Darstellung 1, 143, 149 ff. Ubergegangen ist, obwohl er 1, 353 Anm. einige Angaben dessel- ben verschmäht. Hermann Balk war nach der Urk. im Index hist. dipl. Livon. I, n. 44 am 49. Juni 4133 selbst in Breslau, und mag dem Herzog Heinrich damals den Anlass zu der Fahrt gegeben haben. Röpell, Gescb. Polens I, 454 führt an, dass Wladislaw Odonilz am 4 8. Juli in colloquio, quod fuit super aquam neszobe [Netze? Nessau?] war nach Büsching Urkunden von Leubus S. 14 3, Heinrich von Schlesien aber mit Conrad von Masovien und Erzbischof Fulco von Gnesen am 3. October 4333 in Chelm (Culm) und am 4 1. November in Breslau sich befand nach Stenzel Script, rer. Siles. 3,' 13. Anm., und meint, dass hienach die Schlacht an der Sirgune, falls die polnischen Herzoge sie mitschlugen, in den October 4 333 fallen möchte. Dieser letzteren Annahme steht jedoch Dusburgs und des Chron. Oliv. Zeit- angabe (tempore hyemali — gelu intensissimum) entgegen, weshalb wir einer anderweitig sich darbietenden Auffassung lieber Raum geben. 5) Von Masovien. 6) Casimir Conrads Sohn. 7) Granau nennt ihn Lesco, und setzt wahrscheinlich, weil dieser Lesco 4337 starb, den ganzen Kriegszug 4115. Auch Jeroschin begeht einen historischen Fehler, indem er den Herzog von Krakau vor dem von Cujavien auffuhrt : denn es ist kein anderer als Heinrich von Breslau. Vgl. Röpell I, 454, 58 PETRI DE OLSBURG ricus, quem Tartari postea occiderunt', item Odowis dux Gnisnensis*, et multi alii nobiles viri et potentes, qui habitabant a flumme Odore usque ad fluvium Wisele, et a fluvio Bobare usque ad fluvium' Niete, item Swanlepolcus k dux Pomeranie cum fratre suo Samborio. Hü cum multitudine copiosa milicie' et armatorum, que nunquam tanta visa fuit in Prussia, intraverunt, et ci vitalem Insule sanete Marie construentes, Castrum prius factum 0rmaverunt. 11 De victoria Cristianorum, ubi quinque milia Prulhenorum sunt occisa. Quo facto frater Hermannus magisler et alii fratres tempore hyemali, cum omnia essent gelu intensissimo indurata, assumptis peregrinis predictis, quo- rum desiderium accensum fuit ad reprimendam audaciam Prulhenorum, acces- serunl ad territorium Reysen4 et occisis ibi et captis' plurimis hominibus pro- cesserunt ad fluvium Sirgune*, ubi hoc, quod diu optaverantr, sunt experli. Invcnerunt enim Prulhenorum magnum exercitum congregatum in armis et pa- ratum jam ad prelium. Quos dum viriliter aggrederentur, conversi sunt in fu- gam*. Sed dux Pomeranie et Samborius frater ejus, raagis experti in bello Pru- thenorum, vias circa indagines cum suis armigeris occupaverunl, ne quis posset evadere, et extune percusserunt peccatores in ira sua. Ibi gladius milicie Cri- stiane vibratus carnes infidclium devoravit, hic lancea non casso perlata est vul- nere, quia Prutheni nec huc nec illuc poterant declinare a facie persequenlis, et facta fuit magna strages in populo Prulhenorum, quia ceciderunt iilo die ultra quinque milia* interfeeli*. Hoc facto peregrini omnes cum gaudio ad propria *8unt reversi7, laudantes clemenciam salvatoris. ii De edificacione castri de Redino et visione mkabili cujusdam fratris ibidem. izm Anno domini mccxxxiiii* frater Hermannus magister, Pruthenis jam elimi- Cap. 10. ») Samen B. b) Swwtepolcni die fewOlinliehe Form, eonet SwtnUpoItii», Swmtopolciu etc. e) rail. cop. B. C»p. 11. d) Bryorn B. ejctcLB. f) optaverunt B. Cmp. 12. f) MCCXXX1II H. 1) Um 1838 regierte in Breslau noch Heinrich der Bärtige, der Gemahl der heiligen Hed- wig; ihm folgte erst nach »einem Tode im Jahre 1838 Heinrichen., welchen die Tartaren in der Schlacht bei Liegnitz am 9. April 1841 todteten. Scheinbar im Widerspruch mit Dus- burg berichtet Boguphalu» : Conrad habe Heinrich den Bartigen herbeigerufen und mit der Hülfe desselben, so wie der Ordensritter einen grossen Sieg erfochten. Es scheint aber, als wenn sowohl Boguphalu«, als auch Dusburg gerechtfertigt werden kann ; wir erinnern uns, das» Heinrich I. am 8. October in Cholm (Culm), am H. November schon wieder in Breslau war: wie? wenn »ein Sohn bis zum Winter in Preossen geblieben, und Theilnehmer der Schlacht an der Sirgune gewesen wäre? Nach den polnischen Schriftstellern führt auch Grünau und nach ihmL. David in dieser Verbindung den alteren Heinrich als Kreuzfahrer auf. 8) Wladislaw Odonicz von Gnesen. 8) Die Sorge, welche in den Drausensee fliessl. 4) Nämlich die Preussen. Vgl. Chron. Oliv. Der Wechsel des Subjects hat zu Miss Ver- ständnissen verleitet und das Motiv der Schlachtschilderung bei L. David 8, 71, die Voigt 8, 851 wiederholt, und bei Schütz fol. 19b gegeben.- 5) Das ultra fehlt im Chron. Oliv. 8) Mit gleicher Willkür, wie Grünau, verfährt der aus Grünau und Dusburg schopfende ' Chronist bei Schütz fol. 19 b. Auch aus ihm entlehnt Voigt 8, 858 doch etwas, nämlich dass der Sieg den Christen 4000 Mann gekostet habe. Dass nach der Hauptschlacht noch eine Burg von dem Kreuzheere belagert und erobert wurde, was Voigt 8, 858 für unbestreitbar hält, ist nirgends glaubwürdig überliefert, sondern ein Mährchen von Grünau. Und wenn ja der Burgwall bei Altchristburg und dio Landwehr bei Altstadt, welche Voigt aus späteren Handfesten anführt, mit der Geschichte der Schlacht in Verbindung gebracht werden sollen, so muss man sich zunächst darüber klar sein, dass jenes Mährchen von Slemmo einen sol- chen Versuch nicht im Mindesten unterstützt, oder rechtfertigt. Wenig Gewähr hat Voigts Gedanken, das Feld Surkaporn bei der Stadt Christburg, weil Kaporn Todtonfold heisse, für das Schlachtfeld zu erklären. 7) Das Chron. Oliv, lässt sie erst nach der Erbauung von Beden zurückkehren. Digitized by Google CRONICA TERRE PRUSSIE. PARS III. 59 natis a terra Colmensi, congregato exercitu fratrum et armigerorum edificavit Castrum de Redino ante solitudinem, que fuit inter terram Pomesanie et Col- inensem , in illo loco, ubi continuus insultus fuerat Pruthenorum, et introi— tus ad terram Colmensem1. In hoc Castro fuit quidam frater, qui illusus fraude dyaboli estimabat veraciter, quod in ordine domus Theutonice non posset ani- mam auam salvare, proponens in animo suo, quod vellet ingredi ordinem strictiorem. Quo facto, vidit in somnis beatos Bernardum, Dominicum, Fran- ciscum, Augustinum, cum suis fratribus precedere, quos cum lacriniis rogans petivil, ut eum in confratrem assumerent, at Uli singuli doncgabant. Postrcino* venit beata virgo Maria cum fratribus domus Theutonice pluribus, quam ipse cepit humiliter implorare, rogans, ut eum saltem in consorcio fratrum suorum permitteret remanere. Cui virgo beata : non expedit, quia tibi videtur, quod ordo tuus sit adeo laxus, quod nihil sit in eo, in quo secundum desiderium tuum possis* pati. Et elevans singulorum1 fratrum palia, ostendit vulnera et piagas, quibus fuerant ab infidelibus interfecti pro defensione fidei, et ait : num videtur tibi, quod isti fratres tui sinl aliquid passi pro nomine Jesu' Christi? Et hoc dicto disparuil visio. Et ille frater evigilans reversus ad se, processit ad capituluro, ubi fratres fuerant congregati, et quod prius temere de proposito suo illis denudavit, hoc modo tanquam sapiens et expertus humiliter revocans tanquam erroneum, visionem, quam viderat, omnibus publicavit. Qui frater in dei servicio perseverans non loifge postea ab infidelibus est occisus*. De adventu marchionis Mimemis. '* Hoc tempore nobilis et illustris ille deo devotus prineeps Henricus marchio Misnensis cum quingentis viris nobilibus et in armis expeditis multoque divi- ciarum apparatu venit ad terram Prussic. Ilujus viri animus et totus conatus ad destruetionem infidelium et ad Cristianorum terminos dilatandos fuerat in- tclinatus'. De dcslructione plurium castrorum et mbjugacione Pomesanortm. u In terra Pomesanie fuit quoddam territorium dictum Reysen, in quo viri • HpotwB. b) pOMM K. e) titif ulot K. d) jeiu fehlt B. 4) Die Erbauung von Reden setzt auch der Can. Samb. in das Jahr 1334. Noch Hermann Balke stellte die erste, bald verlorene, und 1385 erneuerte Handfeste der Stadt Reden aus, Cod. Pruss. I, n. 470 4) Aus dieser Geschichte, bestimmt zur Verherrlichung des Ordens, klingt doch ver- nehmlich auch die anklagende Stimme heraus. Eine sehr charakteristische Aeusserung über den schon sehr verweltlichten Sinn der Ordensritter ist III, c. 31 der Jungfrau Maria in den Mund gelegt. Man vergleiche die Anklagen des Ordens von 1340 Act. Bor. 1, 480, von 1358 Cod. Pruss. I, n. 120, und aus dem Anfange des vierzehnten Jahrhunderts. 3) Heinrich (Markgraf von Meissen 1333— 1888) war 1318 geboren, Chron. Veterocellens. minus bei Menckcn 3, 439, kam also noch sehr jung nach Preussen. Mit Recht hebt Dusburg seinen Reichthum hervor, was der weniger kundige Jeroschin Ubersehen hat. Der Reiththum stammte von den nicht lange zuvor angelegten Bergwerken bei Freiberg her; man sagte von Heinrich, er sei so reich gewesen, quod turres repleverit argento, imo si voluisset, ducatum Bobemiac compararc potuisset. L'ebrlgens wird ebensosehr seine Mildthtttigkeit gegen geist- liche Stiftungen als die Pracht seiner Ritterfeste gerühmt, Chron. Veterocellens. bei Mencken t. 403. Seine Kreuzfahrt nach Preussen wird in ausserpreussischen allen Chroniken nicht erwähnt. Grünau VIII, 13, g. 1, 3 setzt sie in das Jahr 1358 — vielleicht mit einem Blick auf das Chron. Oliv., in welchem die, wie es scheint, verdorbene Zahl 4 358 in naher Verbindung mit dem Marchio «lictus Atlant vorkommt, aus welchem Granau den Markgrafen von Meissen gemacht haben könnte ; er crztthlt von diesem, wie das Chron. Oliv, von Allant, dass er bei der Befestigung von Culm mitgewirkt habe, ferner dass er 4000 Meissner nach Preussen versetzt habe etc. Digitized by Google 60 PFTRI DR DüSBÜRO famosi et bellatores strenui morabantur, quos dictus princeps, mittens manum ad aralrum, et non respiciens retro, vhiliter est aggressus rapina et incendio et multa sanguinis infidelium effusione scpius devastando. Castrum ipsorum, si- tum circa flu vi um Mockeram, et omnia propugnacula, que habebant in illo loco, qui dicitur Stumo, circa Postelin, circa Rysenhurgk et Rysenkirchen, circa stag- Dum Drusine etWildenbergk, occisis et captis infidelibus, potenter expugnavit, et in cinerem redigendo terre alten cogquavit1. Sed quam potenter quamque viriliter prefalus marchio tanquam leo, qui ad nullius pavet occursum, dictas gentes impugnavit, nemo posset verbis aut calamo singulariter explicare. Tam- que infestus fuil eis in bello, quod se fidei et fratribus subdiderunt. Et secun- dum pacta et liberlates, que ipsis tunc dabanlur, alii neophiti postea regebantur*. 15 De quibwdam navibus belUcis et recessu marchionis. Sapions Semper sapienter agit, et multis periculis preeavel in futurum. Undc idem dominus marchio tanquam vir providus et prudens mandavit sibi parari duas naves bellicas, quarum minor dicebatur Pilgcrim, major Vridelant vocabatur, quod sonat in latino: peregrine paeifica terram". Et vere nomen ha- bebantk a re. Fecerunt enim multa bona pacis fidelibus terre Prussie. Per dictas naves duo castra Elbingus et Balga edificata fuerunt, et recens mare purgatum fuit ab insultu infidelium, quod in eo nullus audebat de cetero comparere. Hee naves posl multos annos in stagnum Drusine simt submerse. Completo itaque peregrinacionis sue voto, idem princeps, relinqucns in Prussia multam miliciam pro edificacione castri de Elbingo, ad propria est reversus. »• De hello Pogcsanorum et edificacione castri de Elbingo. Subjugatis per dei graciam Pomesanis magister et fratres contra Pogesanos bellandi acies direxerunt. Undc magister cum fratribus et peregrinis, quos do- minus marchio Misnensis reliquerat, precedentibus navibus Ulis cum hiis, que « ad edificacionem fuerant necessaria, venil ad terram Pogesanie, ad insulam il- lam, ut quidam dicunt, que est in medio fluminis Elbingi, in illo loco, ubi El- bingus intrat recens mare', et erexit ibi Castrum, quod a nomine fluminis El- Oap. 15. «) hm» Codd. terra H. b) h.brb.t K. 4) Nach Dusburg's Worten mlisste man glauben, das« alle genannten Burgen im Terri- torium Reysen lagen, was doch nicht glaublich ist. Das Chron.Oliv. drückt sich vorsichtiger und richtiger aus. Leber das Geographische vgl. Voigt 3, 884) f. Geogr. S. 4 8. 8) Für die personliche Freiheit der zum Christenthum bekehrten Heiden hatte sich der Kaiser Friedrich II. und die Pabsto bemüht. Friedrich II. verhiess ihnen seinen und des Reiches Schutz und gestattete ihnen stete Freiheit und alle Rechte, welche sie vor ihrer Be- kehrung hatten! Urk. vom Marz 4234 in Petri de Vinea epist. VI, SO mit dem Datum bei Huillard-Brcholles hisl. dipl. Frid. II. Bd. 2. Abth. 1. S. 438. So nahm sie auch PabstHono- rius III. in des heiligen Petrus und seinen Schutz und setzte fest, dass sie in ihrer früheren Freiheit verbleiben sollten I Bolle vom S. Januar 4325 Cod. Pruss. I, n. 46, vgl. Raynald 4 335, n. 4ff. Ebendahin zielende Auftrüge ertheilte Gregor IX. dem Legaten Wilhelm in den Jah- ren 43S6, 4337, 4338. Raynald 4336 n. 64. 4388 n. 62. Cod. Pruss. I. n. 48, 49, so wie auch Pabst innocenz IV. dem Legaten Opizo 4 24S. Raynald 4 345 n. 94. Voigt 9, 597. 5) Ueber den ehemaligen Lauf des Elbing vgl. Geogr. S. 3, 4. Es ist hier ohne Zweifel gemeint der Werder, »der da beisset der alte Elbing« Cod. Pruss. II. n. 47, jetzt Herren- pfeil. Grünau VII, 3. g. 3, welcher krittelnd Elbing »auf eine Ecke des Sees Drausen an dem Flusse Melbing» anlegen Iftsst, zeigt hier doch einige Kenntnis«, indem er hinzufügt, Elbing sei von Lübeckern gegründet, der erste Comthur sei Alexander (aber freilich »von Ellin- gen*) gewesen, das Dominicanerkloster 4338 angelegt. Er entnahm das offenbar aus den Handfesten des Dominicancrklosters von 4 338 und der Stadt von 4346. Digitized by Google ■ CRONICA TEURE PRUSSIE. PARS III. 61 bingum appellavit, anno dominice incarnacionis iccxxxvu'. Aliqui referunt, 1137 quod idena Castrum postea* ab infideiibus fueril expugnatum, et lunc ad eutn locum, ubi nunc situm est, translatum, et circa ipsum civitas collocata. De quodam miraculo. n Mulla bella gloriose gesta sunt contra Pogesanos per fratses de Elbingo, que nullus posset ad plenum scribere vel dictare. Unum tarnen ponam factum notabile. Quadam die fratres de Elbingo cum paucis armigeris seculi fuerunt magnum exercitum Pruthenorum, qui predarn receperat' in districtuk ipsorum, et dum jam convenire debebant ad prelium, Prutbeni effügerunt omnes, preter unum, quem captum abduxerunt. Qui, cum videret tarn paucos debellatores* in exercitu fratrum, quesivit, ubi plures essent? Responsum mit ei, quod non fuissent plures. At ille . certe nos vidimus totum campum plenum* viris arma- tis, in vestitu omnino similes fratribus et in armis, et propter hoc exercitus noster in fugam fuit conversus. Hoc idem Pogesani, qui in hoc exercitu fuerunt, post conversionem suam ad fidem Cristi publice sunt confessi1. Pogesani ergo, quantumcunque graves fuerunt fratribus in bello, videntes hoc miraculum, non valentes eciam impugnacionem fratrum continuam sustincre, datis obsidibus, duram cervicem suam, et colla indomita fidei et fratribus submiserunt*. De bello fratrum contra Warmienses, Barthos et Nattangos et morte is planum fratrum et Cristianorum. Nullus posset perfccte perorare, quot incommodis, quot pcriculis et quot angustiis se magister et fratres continuc exponebant, ut per eos fides Cristi de- bitum posset sumere incrementum et Cristianorum termini dilatari. Unde ac- cidit, quod postquam, deo auctore, sine quo nihil boni agitur, Pomesani et Po- gesani se fidei et fratribus subdidisscnt, idem magister et fratres contra War- mienses, Nattangos et Barthenses arma paraverunt*. De mandato ergo magistri quidam fratres et armigeri cum navibus predictis transiverunt mare recens, ad videndum, ubi posscnt contra dictos Pruthenos Castrum instaurare. Qui cum Cap. 17. •) tccrpenl B. b) dUtrictuffl Codd. e) debellatoret K. d) pl. U e. B. 4) Dasselbe Jahr der Gründung von Elbing geben die Annal. Pelpl. Samb. Thorun. 3) Wunderbare Hülfe in der Schlacht. Vgl. III. c. 4 44 . 3) Was Voigt 3,398 Uber die Stellung des Ordens zur Zeit Hermann Balke's zu den Un- terworfenen sagt, beruht meistens auf L. David 3, 88 f., welcher wieder aus Grünau VII, 4 . $. 3 schöpfte. Grünau aber knüpft seine übrigens ganz ungebundenen Phantasien nur an einige von Dusburg angeführte Thatsachen (Erziehung preussischer Knaben in Deutschland III. c. 91, Einladung preussischer Edelleute zu Gastmalcn III. c. 88) und malt sich hier die Folie zu dem ebenso unwahren Gegenbilde der Bedrückung unter Friedrich von Foxberg VII, I. $. I . — Ferner spricht Voigt 3, 396 f. von einer pestartigen Seuche und deren Ein- wirkung auf die Preussen nach Luc. David 3, 94, dieser mit Beziehung auf eine vorgebliche Chronik des Bischofs Christian aus Grünau VI, 4. fj. 8 und 7. g. 4, dem er die vermeinte ThaUache und das nichtige Citat zugleich entnahm. — Hieran schliesst Grünau VI, 7. §. 3, 8 einen Abschnitt Uber den Stellvertreter Balke's während seiner Abwesenheit in Livland, Germel von Oldenburg, und seine Gewalttätigkeit gegen die Preussen, z. B. die Verbren- nung eines ganzen Dorfes. Auch dieser Abschnitt ist durch Luc. David 3, 96 f. in Voigt' s Gesch. Preussens 3, 851 übergegangen, der nur den Namen Gormol von Oldenburg in Her- mann von Altenberg verwandolt. — Auch über Hermann Balke's Nachfolger Friedrich von Fuchsberg giebt es nur das Zeugniss von Grünau VII, 8. g. 4, welchem L. David 3, 484 und 8, 4 4 und auf L. David s Namen auch Voigt 3, 863 f. Glauben schenkte. So zählebig ist die Lügenchronik I 4) Auf den Kampf mit den Warmiern, Natangern und Samen im Jahre 4 238 weist auch die Urkunde Swautopolks vom 44. Juni 4388. Monum. hist. Warm. I. n. 3. Digitized by Google « 62 PETRI DE DÜSBDEG venirent ad litus terre Warmiensis, exierunt, et circa illum Iocum, ubi nunc situm est Castrum Balga*, viderunt Castrum quoddam Pruthonorum, quod ta- rnen propter paucitatem suorum impugnare non audebant. Sed ut vacua manu non redirenl, invaserunt villas circumjacentes , vastantes incendio et rapina. Quod videntes Prutheni irruerunt in eos, et omnes fratres et armigeros occide- runt preter eos,, qui ad custodiam navium fueranlb deputati. Qui videntes inte- ritum suorum velociter recesserunt, magistro, que gesta fuerant, nunciantes. »• De castro Balga. m» Audita hac lugubri legacione magister ultra id, quod credi polest, fuerat perturbatus, sed proposito sibi exemplo David, qui principem milicie sue Joab 2 Ret. 11,25. nimis dolentcm de inortc suorum quasi incrcpans* ait: non te moveat res isla, varius est evenlus belli, nunc istum, nunc illum occidit gladius. Conforta bella- tores tuos, et exhortare eos, ut destruant regni invasores. Tandem consolatus misit exercitura magnum navigio ad vindicandam injuriam occisorum, qui ve- nientes ad litus Balge exierunt, et positis sagittariis ad loca competencia, sca- lisque applicalis ad raenia, dictum Castrum Pruthonorum viriliter sunt aggressi, et cooperante ipsisa Codruno capitaneo obsessorum, violenter expugnaverunt, partim hominibus captis, aliis' trucidalis. Quo facto, fratres deo gracias re- im fcrentcs dictum Castrum anno domini hccxxxix' cum suis armigeris inhabila- bant, et ibi contra dictos Pruthenos prelfa domini dei exercituum gloriosius preliabantur. De obsidione castri de Balga. Quod cum ad aures Prulhenorum deveniret, Pyopso quidam Pruthenus ca- pitaneusWarmiensium, congregala omni polcncia exercitus sui, dictum Castrum Balgamr obsedit, et quia caput fuit alioruin, ipse velut* dux belli pre aliis in prelio se voluit ostentare, et appropinquans castro h, cujusdam fratris telo per- cussus, in terram decidens, expiravit, de quo facto alii perterriti infecto nego- cio recesserunt*. *» De edificacionc molendini et destructione ejusdem. * Hoc tempore plures nobiles et potentes viri de Warmia, videntes deum pro fratribus pugnare, compuncti sunt, et cum omni domo et familia sua se ad fra- Cap. IS. a) nunc Ualg tiu ctt B. b) fornuit K. C«p. 18. e) quaai In ct. fehlt B. d) Ipal» B. ria D. ipwmiiB K. *) «Iii* K. D. partim B. Ol». 90. 0 Balg». B. g ) rero fl. k) cmUo fehlt K. C&p. 81. I) tjui lad« K. ipnu* Test K. 4) Dasselbe Jahr geben die Annal.Pclpl. Samb. Thor. Die Eroberung von Balga durch Bru- der Poppo und die weiteren Vertheidigungsanstalten des Kyiwaitenllangelo um 4 SSO erwähnt Grünau VII, S. §. 3, dann aber benutzt er Dilsburg'» Nachrichten von den Vorgängen bei Balga (c. 19—36), besonders die entstellten Namen Cudrono, Pioposo, Pomanda, so wiePor- tygaylo, Cfwynekewer (Schneckenberg), Strandeborg nebst einigen selbsterfundenen, wie Otto von Schiedorf Comthur zu Balga. Bogeto (man denke an die BogaUni im Chron. Oliv.), Pioposo' s Tochtermann etc. zur Schilderung des Kreuzzuges des Herzogs Otto von Braun- schweig im Jahre 4S58M VIII, 4i. Jj. 8. L. David müht sich ab, Grunau's und Dasburg' s Nachrichten zu vereinigen IX, 40* ff. Auch die Ausführung bei Schutz fol. SO venüth keine ächte Quelle. Dennoch ist aus beiden Chronisten vieles von Voigt 4, 882, 884 aufgenommen, üeber den Namen Balga (d. h. Tief, Wasserstrasse) vgl. Hennig zu L. David J, 408. Neue Preuss. Prov. Bl. 4853. Bd, 4. S. 83. 5) Mit weitschweifigem Pragmatismus, hinter dem aber keine Spur von alter Ueberlie- ferung sich zeigt, umschreibt L. David 1, 400 diesen Abschnitt, nach ihm Voigt 3, 886. Digitized by Google CRONICA TERRE PRDSSIE. PARS III. 63 tres de Balga transtulerunt, de quorum adventu fratres confortati, edificaverunt molendinum extra pontem paludis juxta stratain nunc publicam super quodam fluraine, et firmantes illud ad modum castri, reliquerunt ibi* duos fratres et multos armigeros pro custodia ipsius. Quod Castrum postea Prutbeni k cum va- lido exercitu obsidenles expugnaverunt, et occisis fratribus et armigeris in cine- rem redegerunt. De religiosa vita fratrum de Balga. *« Qualis vite puritas quantaque virtus abstinencie et quanUis rigor regularis fuerit discipline inter fratres de Balga et de aliis castris predictis, nemo no- vit, nisi ille, eui omne cor* patet, et quem nulluni latet secretum. Oratoria nun- quam vel raro fuerunt sine oratore, nec erat angulus in dictis castris, in quo post completorium et matuünasd non Iateret frater aliquis, qui virgis aftligerel corpus suum. Ad Castrum Engelsbergk venerum quidam religiosi viri, qui dum viderent* statum et conversacionem fratrum ibidem , quesiverunt , quod esset nomen castri. Quibus cum* dicerelur, quod' Engelsbergk i. e. * rnons angelo- rum vocaretur, responderunt : vere nomen habet a re, quia habitantes in eo an- geiicam ducunt vitam. De edißcacione castri Partegal et propugnaculi Scrandonüs. *s in tenra Warmiensi fuerunt quidam viri prepotentes, dicti Gobotinihl valde infesli fratribus, qui congregata multitudine pugnatorum unum Castrum dictum Partegal1 in campo sie nominato, et aliud propugnaculum in monte Scrando— nis * edificaverunt, munientes ea diversis armigeris. Ilii cotidie fratres du Balga impugnaverunt, sie quod extra Castrum non audebat aliquis de cetero comparere. De edißcacione castri Snickenbergk.1 « Campum illum, in quo Castrum de Balga situm est, arabiunt paiudes, sie quod tempore estivali nullus polest transire, nisi per pontem, ante quem pon- tem in quodam tumulo fratres edificaverunt Castrum dictum Snickenbergk *, lo- cantes in eo plures fratres et quendam virum nobilem Hertwigum, palrem Herl- wigi de Pokarwis et multos alios viros bellicosos, qui ingressum infidel ibus prohih#bant. De adventu ducis dek Brunswick. as Hoc tempore sicut aqua frigida sicienti, et bonus nuncius de terra longin- qua, ita nobilis ille deo devotus Otto1 illustris prineeps et dux de Brunswich, k) illie B. b) po»tc* Pruth. B. D. Prath, p. K. Cap. 28. c) e. o. B. d) precei tagen T. U. bima. e) dam K. f) quod fehlt K. |) rideUeet B. Cap. 88. h) Gobotim K. B. D. J. Boptini Chron. Ol. Cap. 84. i) Scbolckroberf bat hier und •piter K. Cap. 8«. k) de fehlt K. 1) Otto B. D. fehlt K. 1) Da die von Voigt 9, 888 verworfene Leseart durch die Handschriften völlig gesichert ist, so wird man seine an sich ansprechende Beziehung des Namens auf Glottau aufgehen müssen. 8) Das adlige Gut Partheinen bei Moppenbruch am frischen Haff. L. David 3, Hl. Voigt 9, 890. 8) Der Name ist erhalten in dem des kölnischen Gutes. Schrangenberg. Voigt 8, 890. 4) Der Name war noch zu Henneberger' s Zeit iu Gebrauch. Erklärung der Landtafel S. 425. Ob nicht der Bericht Uber die Befestigung Schuckenberg eine sagenhaft entstellte Wiederholung des Berichtos über die befestigte Mühle c. 81 ist? Wenn er wegfiele, (wie er im Chron. Oliv, nicht vorkommt), so wäre dar Zusammenhang von c. 83 und 85 viel natürlicher. Digitized by Google 64 PETRI DE DUSBURG qui eciara de Luneburgk 1 dicebatur, venit cum niultitudioe copiosa peregrino- rum ad terram Prussie* in subsidium frotribus in gravi necessitatis articulo constitulis". De slragc infideUum et destructione caslri Partegal' et propugnaculi. De castris Prutbenorum predictis cotidie toi arraati processerunt ad bel- lum, quod preclusa fuit fratribus via adcundi hostes, et sublata omnis materia impugnandi eos. Super quo fralrcs perturbali convenerunt sepius, querentea in tractatibus suis remcdium oportunum. Tandem ipse Cristus*, qui devotos suos in tribulacionibus constitutos non destnit misericorditer consolari, provo- cavit gracia sui spiritus quendam dictum Pomandam vi rum nobilem, qui inter Prulhenos quondam fuerat magneb reputacionis , noviter autem con versus ad fidem Cristi et ad fratres, ut sibi ncgocium fidei et fidelium assumcret in hunc modum. Idem Pomanda de Castro Balga rediit ad suos compatriotas Prulhenos, siraulans se hosten) fidei et fidelium, quo viso Prutheni gavisi sunt gaudio magno, quia sperabant omnem virtutem fralrum per hujus viri industriam ener- vare. De consilio itaque hujus Pomande, omnes pociores Warmie, Nattangie et Barthe et alii ad bellum apti convenerunt, castraque metati sunt in obsidione Balge, sed fratres, qui hujusmodi factum et ordinacionem diu ante presciverant, jam cum dicti principis de Brunswich et aliorum peregrinorum comiliva con- gregali5, in armis exierunt ad eos in prelium, et occiderunt ipsos usque ad in- ternecionem, ita quod unus ex eis non remansit, qui eventum talem posteris nunciaret. Hoc facto processerunt idem dux et fratres cum excrcitu suo ad Ca- strum Partegal et ad propugnaculum, et expugnaverunt ea, captis et occisis omnibus, utrumque in cinerem redigentes. Mulla alia idem princeps bella ges- sit per spacium unius anni, quo stetit in dicto Castro de Balga et tociens vcxa- bat Prulhenos, quod non poterant respirare. Gompletoque anno et voto pere- grinacionis sue cum gaudio ad propria est reversus'. Cap. 86. ») Partegtl, Ptrtigal K. D. Port*g»l B. b) m. f. K. c) etc. fOft H. bintu. Oho« Grand nimmt Volft 2, 409 Ann». I hier ein« Locke u>. 4) Otto das Kind, Enkel Heinrichs des Löwen, Sohn Wilhelms (f 4248), Herzog von Braunscbweig seit 4286, gestorben 4158. 1) Jeroscbin sagt, wohi nicht mit Unrecht, Otto wäre über See gekommen ; Oflb's Sohn Albrecht kam auf diesem Wege gewiss III, c. 4 96. Es versteht sich, dass der Orden die Ver- bindung Preussens mit Deutschland xur See möglichst bald zu eroffnen suchte ; und dass diese Verbindung damals schon recht lebendig war beweist unter andern die Gründung El- bings durch Lübecker und die bald darauf folgenden Unterhandlungen des Ordens mit Lü- beck wegen Anlegung einer Colonie auf Samland. Dass Otto im Winter 4239 nach Preusseo gekommen sei, nimmt Voigt nach Nauclcrus p. 822 an ; gewiss ist nur, dass Otto nach ein- jährigem Aufeutbalt in Preussen im Februar 1244 wieder in Deutschland war. Wenck, Hess. Landesgesch. 2, 727, angeführt von Voigt 2, 408. Anm.2. 3) Originalnotizen Uber Otto's Gefolge und Jagdlust bieten Jeroschin und das Cbron. Oliv. Otto's Jagdlust scheint Dusburg absichtlich nicht erwähnt zu haben, da sie ihm mit dein Ernst der Kreuzfahrt nicht recht vereinbar scheinen mochte. Der weniger strenge Jeroschin verschmähte die Notiz nicht. Nach Jeroschin erzählt mit gewohnter Breite L. David 2, 4 44 — 4 4 9. Schütz fol. 20 weiss, dass Otto 700 Reisige führte, seine Ankunft bei nächtlicher Weile durch ein kleines Boot gemeldet, das grosse Heer der Feinde (was bei L. David so deutlich noch nicht hervortritt) überfallen wurde. Bemerkenswerth ist, dass Schütz der Verratherei Po- mande's gar nicht gedenkt (wie er kurz vorher den Verrather Codrune wenigstens in Stücke hauen lässt). Voigt!, 397 — 400 leitet alle diese trüben Quellen zusammen und glaubt ausser- dem auch noch annehmen zu müssen, dass die Wasserverbindung nach Bolga hin für den Orden unterbrochen gewesen sei. 4) Der Herzog. Chron. Oliv. 5) Hieraus scheint zu folgen, dass der Orden schon vor der Ankunft des Herzogs aber in der sichern Erwartung desselben die Kriegsmacht der Preussen nach Balga locken liess. Digitized by CjO CRONICA TERRE PRUSS1E. PARS III. 65 De subjeciione Warmiensium Natiangorwn et Barihorum, et edißcacione st plurium castrorum. Prutbeni ergo de Warmia, Nattangia et Bart ha dei ordinacione per fratres et dictum ducera debilitati, cum non possent amplius resistere, fecerunt de ne— cessitate virtutem, et datis obsidibus se fidei et fratrum imperio subdiderunt1. mi Ct ergo fratres futura pericula preeaverent, et recidivandi materiam tollerem a Pruthenis, edifieaverunt' in terra Nattangie circa fluvium dictum Caustere* Crucebergk*, in terra Barthenst tria castra Barthcnstein, Wisenburgkk et Reset. Quidam dicunt, quod in terra Warmie Brunsbergk et Helisbergk* et in terra Galindie ci vitalem quandam4 successivis temporibus construxerunt, pro defen- sione ipsorum plures fratres in eis et armigeros collocantes. Plura alia castra edifieaverant nobiles et feodatarii, qui de partibus Alemanie cum omni domo et familia et cognacione venerunt in subsidium dicte terre, quorum deus nbmina solus* novit. Extunc cepit tuiba fidelium in terra Prussie dilatari, cultus di- vinus augeri ad laudem et gloriam Jesu Crisli. Qnomodo terra Lyvome devenil ad fratres domus Theutonice. » Hoc tempore frater Yolquinus magister secundus de ordine militum Cristi in terra Lyvonie* jam sex annis per solemnes nuncios laboravit circa fralrem Hermannum de Salcza magistrum generalem domus Theutonice, ut ordo suus ordini ipsius incorporaretur. Pro quo negocio frater Hermannus magister pre- dictus cum fratre Joanne de Medcborgk nuncio dicti fratris Volquini accessit ad dominum papara. Medio tempore supervenit frater Gerlacus Rufus de Lyvonia nuncians, quod magister Yolquinus cum fratribus* et der peregrinis et populo dei plures cecidissent in prelio interfecti*. Quo audito dominus papa dictum me negocium terminavit, et fratrem Gerlacum et fratrem Johannem predictos ad or- dinem hospitaiis sanete Marie domus Theutontcorum investivit, dans eis*album pallium cum nigra cruce, injungens eis et aliis fratribus ejusdem« ordinis mili- tum Cristi in Lyvonia existentibus in remissionem omnium peccatorum, ut or- dinis domus Theutonice suseiperent habitum regularem,. Hoc facto frater Her-itt7 Cap. 27. ■) adiilcmTerant Conjeetw. Es fehlt in allen Codd. b) Witenburfk K. D. WieiMibttrgk B. e) m K. B. HdUberg D. d) toltu fehlt B. C*p. St. c) f. Lyronle B. D. Lyvonia K. f) et de Codd. fehlt H. f ) dicti B. Die ausmalenden Chronisten geben sich vergeblich viel Mühe nachzuweisen, wie der Plan von Otto ausgegangen, und dessen Heer den Preussen doch verborgen geblieben sei. 4) Die Unterwerfung der ersten 6 Landschaften dauerte 4 4 Jahre nach dem Prolog., war also 4240 oder 4244 vollendet. 2) Jetzt Kauxte. Dieser Bach geht in den Pas mar, einen Nebenfluss des Krisch ing. aj Kreuzburg ist nach den Annal. Pelpl. Samb. und Thorun. erst im Jahre 435» gegrün- det. Aber Dusburg' s Meinung war es wohl auch nicht, dass alle von ihm genannten Burgen in einem oder wenigen Jahren schnell hintereinander gebaut seien. Ueber die folgenden Burgen s. Geogr. S. 22, 4 98, 204 f. 4) Könnte wohl nur auf Wartenburg gedeutet werden, da Ncideuburg schon zu Sassen zu rechnen ist. Geogr. S. 4 97. 5) cum L fratribus Chron. Oliv, mit 48 Brüdern Alnpecke in den Script, reruiu Livon. 4, 555. fl) Am 22. September 4 43«. Albert Stadens., Eyko v. Repgow ed. Massmann ad a. 4286 u. a. Die Schlacht ist ausführlicher beschrieben von Alnpecke a. a. 0. 7) Zu Viterbo im May 4x37. Einen ausführlichen Bericht über die Vereinigung der bei- den Orden bietet die Hochmeisterchronik. Vgl. Historiogr. S. 84. Die älteste Urkunde ulier dieselbe, die an den Schwertorden gerichtete pubstliche Bulle vom 42. May 4237 ist erst Script, r. 1. 1. g Digitized by Google 66 PETRI DE DUSBÜRü mannus magister generalis misit fratrem Hermannum dictum Balte magistrum terre Prussie cum xl fratribu* el pluribus armigeris ad terram Lyvonie, ubit ut dictum est superius, cum diclus frater IJerroannus Balke prefuisset fere sex annis, rediens in Alemaniam in pace quievit1. «» De fratre Poppone secundo magistro terre Prussie. 124t Frater Poppo de Oslerna magister terre Prussie secundus prefuit vu annis, et resignans officium suuin ad partes Theutonie est reversus, el non longe .post in magistrum generalem electus*. 80 De vario defectu fralrum et Crislt fidelhtm in Prussia. In primitivo fratres et alii cristifideles in terra Prussie multiplicem et in- crcdibilem defectum passi sunt in cibo, potu et vestitu et aliis vite humane neccssariis. Si ipsi forte aliquos agros colere volebant, hoc fieri non potuit, nisi noctis tempore, et quod* ipsi seminaverunt cum magno periculo et labore, alii introeuntes labores ipsorum metebant. Et ecce mira gracia deih fuit in eis. Ipsi enim ducebant pro deliciis, cum talia pro Cristi nomine paterentur, aut eciamc si biberent calice« salutifere passjonis. *i De apostasia prima Pruthenorum. De hello Swantepolci contra fratres *W2 domus ThetUonice anno domini mccxlu et primo de invidia üyaboli contra prosperitatem fidei. Longum et supra ingenii mei parvilatem esset singulariter enarrare, quam potenter et magnificc, quam eleganter et strenue magister et fratres predicti, tanquam alteri Macbabei, in ampliando fines Cristianorum et dilatando, in4 im- pugnando hostes, in expugnando municiotoes ingesscrint* manus suas, qaorum prelia et triumphos usque adf finern seculi narrabit omnis ecclesia sanetorum. Postquam ergo deo propicio omnia predicta caslra essent ad laudem et gloriam Cristi edificata, et vicine gentes in cireuitu durissime cervicis colla fidei et fra- tribus submisissenl, non tarnen sine ipsarum gencium strage maxima multaque Cristiani sanguinis effusione, et fides Cristi in eis maxime profecisset, serpens antiquus, draco venenosus, humani generis inimicus, tantam prosperitatem fidei et fidelium diu sustinere non Valens, ecclesiam scilicet sanclam in Prussie -par- tibus dilatari, cullum divinum aropliari, infideles confundi, exaltari Cristianos, innovari signa, inmutari mirabilia, quasi leterfi vulnerc malicie sue internus sau- 'cialus, cepit mille modis cogitare et variis machinacionibus. procura re, qualiter venenum suum posset latenter infundere, vineam domini demoliri, et in agro Cap. SO. a) quid K. b) del fehlt B. c) «t K. Cap. SI. d) et K. c) infMMront K. I) in B. kürzlich bekannt gemacht in den Mittheilungen zur Livl. etc. Geschieht« 1837. Bd. 8. S. 4 89. Einige Tage .später sind die an den Legalen Wilhelm Dogiel V. n. 49 und Voigt S, 588 und die an die Bischöfe von Riga, Dorpat und Oesel Raynald n. 6*. Gruber p. 274 erlassen. Dus- burg scheint Uber den Zeitpunkt der Vereinigung nicht recht im Klaren gewesen zu sein ; er scheint sie 1244 oder 12(3 zu setzen, da er Uber die Kreuzfahrt Otto s schon früher be- richtet hat. 1) Vgl. zu FI. c. 42. 2) Poppo wird als Landmeister urkundlich am 21. Februar 1241, aber gleich darauf am 31. Decemher 1242 [das Datum der betreffenden Urkunde bei Voigt 8, 627 kann auch auf den 31. Decemher 1241 geiloutet werden] Heinrich von Wida erwähnt, den jener wieder von «244 bis 1247 oder 1248 ablöste. Historiogr. S. 280 f. Nur in diesem Sinne legt ihm Dusburg eine siebenjährige Verwaltung bei. Digitized by Google CRONICA TERMS PRUSSIE. PARS III. 67 domini zizaniam superseminare. Tandem excitavit contra fidem et 6delium tur- bam persecucionem durissimam, in hunc modum. De persecuäone Swantepolä contra fidem et fideles in Prussia. ** Fuit in terra Pomeranie dux quidam nomine Swantepolcus l, filius iniqui- tatis et filius perdicionis, ut scriptura impleatur, habens cor plenum omni dolo et fallacia, qui cepit cum Pruthenoruro gente jam* no viter conversa ad fidem Cristi habere verba pacifica in dolo, confederans se cum ipsis sub hoc pacto, quod ipsi fratres domus Theutonice et alios cristifideles a terminis Prussie eice- rent violenter, bonusque visus est sermo in oculis eorum, et abierunt multi et quasi omnes consenserunt ei. Hoc facto, idem dux firmavit castra sua circa lilus Wysele sita, et posuit in eis gen lern peccatricem, viros iniquos et scele- ratos, qui facti sunt fratribus in laqueum magnum. Exierunt enim de dictis castris, et quoscunque fratrum suhditos viderant navigio preterire, irruerunt su- per eos repente, et percusserunt eos plaga magna, deduoentesque spolia multa, alios ceperunt, quosdara miserabiliter occiderunt, sicque Gristianorum sangui- nem per circuitum efruderunt, et tociens hoc factum fuit, quod nullus de cetero negocia fratrum agere, aut victualia fratribus de Elbingo et Balga et de locis aliis in summa necessitate constitutis ducere presumebat. Hec omnia fratres cum omni mansuetudine et paciencia voluerunt pocius sustinere, quam defen- dendo se, mittere in cristum domini manus suas*. De legato sedis apostolice. ** Hoc tempore fuit Innocencius papa im qui pontificatus sui anno prirao, anno scilicet domini mccxliii intelligens ex clamosa insinuacione fratris Her-nu roanni de Salcza* generalis magistri ordinis domus Theutonice, novellam plan- tacionem fidei in terra Prussie notabiliter deficere per tyrannidem Swantepolci ducis predicti, misit ad dictas terras legatum Wilhelmum, quondam Mutinensem 0*p. SS. ») j«m f«hlt B. 4) Zum Verständnis* des Krieges Swanlopolk's und der Prcussen gegen den Orden und Herzog Casimir von Cujavien, der sich mit dem Orden sehr bald verband, ist Folgendes zu beachten. Schon in Hermann Balke's Zeit (also vor 4238) stand Swantopolk mit seinen Brü- dern Sambor und Ratibor in Zwist, und der Landineister nahm sich Sambor's an. Cod. Pruss. I. n. 78. Streitigkeiten Swantopolk's mit dem Orden selbst wurden noch beseitigt durch den Vertrag vom 44. Juni 4138. Monum. hist. Warm. 1. n. 2. Mit den Bischöfen von Cujavien und Masovien stritt Swantopolk Uber Decem und Jurisdiction, machte Einfälle in ihr Gebiet, raubte Vieh und Menschen etc. Doch auch mit ihnen einigte er sich durch Schiedsrichter am 80. November 4 238. Rzyszczewski et Muczkowski cod. dipl. Polon. II. n. 23. Auf den Bruch des Friedens war in boiden Vertrügen die Strafe des Bannes gelegt, und mitBezIohuni; hierauf heisst es in einer pabstlichen Bulle vom 4. Februar 4 2*5 (Anhang zu I.. David 3. n. 4. Raynaid 4 245. n. 85, 86] • dux, qui pro multae impietatis execssihus, slcut dicitur, excom- municatione ligatusjam per oclo annos clavcs conlempsit ecclesiae. Der Friede war nicht von Bestand. Durch eine noch nicht beachtete Notiz des Archidiac. Gnesncus. bei Sommere- berg 2, 04 erfahren wir, dass im Jahre 4289 Herzog Casimir Bidgost wiedergewonnen, Swan- topolk aber Cujavien verheert und Inowraclaw mit der Kirche verbrannt habe. Auch nahm er nach Boguphalus p. 64 den Söhnen des Herzogs WladislawOdonicz von Grosspolen (•J-li39) Przemislaus und Boleslaus die Burg Nakel, welche bis 1248 in seiner Hand geblieben ist. Am 2t. Februar 4 244 schlössen Bischof Michael von Cujavien und Sambor unter Vermittelung des pabstlichen Legaten Wilhelm und des Landmeisters Poppo von Osterna einen Vergleich R. et M. cod. Pol. II. n. 29, worauf am 4. Octobcr 4242 ein Bündniss des Landmeisters Hein- rich von Wida mit Herzog Conrad und seinen Söhnen Casimir von Cujavien und Boleslaus von Masovien folgte B. et M. Cod. dipl. Pol. II. n. 444. 2) Diese lammfromme Politik traut selbst Voigt 2, 482. Anm. 4 dem Orden nicht zu. 8) Im Jahre 4 243 war Hermann von Salza nicht mehr Hochmeister, sondern Gerhard von Malberg. Das Chron. Oliv, hat die Worte ex cl. insin. fr. Herrn, nicht. 5- 68 PKTRI DE DUSBURG episropum, qui postea fuit Pnpa Alexander im1 ul dictas terms in eptscopatus quatuor limilarot, el si qua inveniret correclione digna, corrigerel, et in statum debilum reforuiaret. Qui legatus scripsil et mandavit auctpritate apostolica dicto duci, ul a persecucione fidei et fidclium cessaret. At ille immemor sahilis sue, pertinaci animo induratus, ul lignum torluosum, quod flecti non potest, paternis monilis, que vere ex radice carilatis processeranl, faclus inobediens, magis ac inagis convalescebat in malo, el confundebal Cristi fideles nunc per terrain, nunc per aquam, et simpliciter, ubicunque poterat, alios spoliavit re- bus suis, quosdam captivavit, ceteros Irucidavit. Videns ergo legatus, quod in ipso duce signa correctionis non apparerent, nec aliquo modo ad gremium sancle matris ecciesie vellet redire, inonicione sutficienti premissa, ul ercseente con- tuinacia merito crescerel et pena, ad refrenandam dicti tyranni et suorum com- plicum inaliciam jussil in regnis el provineiis ad hoc* depulatis crucem aueto- ritale apostolica predicari, preeipiens crucesignatis et fratribus dornus Theu- tonice, in virtute sanete obediencie ac in remissionem peccaminum injungens, ul fidem Cristi et fideliutn ecclesiam in Prussie parlibus collocatam * a tarn cru- deli el injusla dicti ducis persecucione pro viribus suis amodo defensarent*. • Ctp. SS. »)beeK. b)coUMtaB>K. 4) Wilhelm, früher Vicecanzler hei Pabst Honorius III., seit 4222 Bischof von Modena, seil 4244 Cardinal und Bischof von Sabina, starb 4 251 zu Lyon. Rayuald 4 251 n. 4 8. Ughelli Italia sacra 4, 198. Es ist also ein Irrthuin, wenn Dusburg hier und IV. c. 37 sagt, er sei der nachmalige Pabst Alexander IV. gewesen. Vgl. Watterich S. 1*8. Anm. Er war wiederho- lentlieh in Preussen, um 4216 oder 4227 (auf der Rückreise wurde er von den Anhängern des vom Pabste gebannten Kaisers zu Aachen eine Zeit lang festgehalten. Godefrid. Colon, ad a. 4228), dann 4 235 und 4 236, endlich 4 239—4242. Ilistoriogr. S. 284 f. Watterieh S. 24 4 f. (dessen Bedenken gegen den ersten Besuch Wilhelms in Preussen S. 33 doch nicht hinläng- lich begründet sind). Die Theilung Preusscns in 4 Bisthümer führte er nicht in Preussen, sondern in Italien durch die bekannte Urkunde, dat. Anagni 4. Juli 4248 aus. In diesem Jahre ist er schwerlich in Preussen gewesen, vgl. zu III. c. 38. Dusburg sowohl wie das Chron. Oliv, begehen das Versehen, die zeitlich nicht hxirte Thatsaehe, dass Wilhelm in Preussen gewesen sei, an die berühmtere, dass er 4 248 Preussen in Bisthümer eingetheilt habe, als gleichzeitig anzuschliesscn. 2) Dass Wilhelm das Kreuz gegen Swantopolk gepredigt habe, ist fraglic h. Das Chron. Oliv, weiss davon nichts, und Dusburg selbst sagt darauf e. 84, das» das vicium perseeucio- nis noch quasi occultum fuit. Krsl in einer Bulle vom 4. Februar 4245 gab der Pabst den Erzbischof von Gnesen und dessen Suffraganen den Auftrag, den Herzog zu ermahnen, dass er die Bekriegung des Ordens einstelle, widrigenfalls ihn zu exeommuniciron, und bei fer- nerer Bekriegung die Hülfe des weltlichen Arms gegen ihn aufzurufen (Anh. zu L. D«vid 8. Nr. 4), und an demselben Tage dem Kaplan Heinrich die Vollmacht, die Pommern und andre, welche wegen ihres Einbruchs in Preussen und ins Culmerland einst von dem Legaten Wil- helm mit dem Banne bestrickt seien, freizusprechen, sobald sie hinlängliche Genugtuung zugesagt hätten, aber falls dies nicht geschähe, auch Sündencrlass zu versprechen denen, welche zur Sicherung und Verteidigung Preussens beitragen würden. Andere Spuren, dass Wilhelm oder ein pähstlicher Legat beauftragt wäre, das Kreuz gegen Swantopolk zu predi- gen, giebt es nicht, Wilhelms persönliches Auftreten gegen den letztern scheint sich also dar- auf zu beschränken, dass er die Pommern wegen ihres Einfalles in das Culmerland mit dem Banne bestrickte. Aber wann erfolgte diese Bestrickung (ligatio) oder Bedrohung mit dem Banne? Wann während Wilhelms Anwesenheit waren die Pommern in Preussen eingebro- chen? Hierauf antwortet der Annal. Thoruniensis : Anno 4242 Swantopolcus dux Pomerano- rum ante Thorn fuit. Wilhelm'» letzte in Preussen ausgestellte Urkunde ist vom 4 9. April 4242 ; um jene Zeit also konnte die Bedrohung mit dem Banne erfolgt sein. Vielleicht wollte Dusburg hier c. 88 zuerst eine vorläufige summarische Uebersicht derThätigkeit des Legaten geben und nicht so verstanden sein, dass derselbe gleich anfangs das Kreuz gepredigt habe. Dann würde die hier erwähnte Kreuzpredigt mit der c. 45 erwähnten und vielleicht mit dem zusammenfallen, was nach den eben angeführten Bullen vom Februar 4245 geschah. Dusburg würde danii doch den Fehler begehen, dass er die Handlungen verschiedener weniger be- kannter pabstlichcr Nuncien auf den berühmten Namen Wilhelm'« von Modena zusam- menbüufte. CROXICA TERRE PRUSSIE. PARS III. 69 De vaslacione partium inferiorum terre Prussie. 34 Hiis itaque sie peractis Swantepolcus dei timore postposito, addens mala pejora prioribus, vicium perseeucionis, quod ante quasi occultum fuit, in pu- blicam formara redegit. Ordinavit enim, quod neopbiti, qui de facili inerrores pristinos relabuntur, uno die de Omnibus finibus • terre Prussie spreta et ab- jecta religione fidei fratribus movendo bellum rebeJlarent. Congregati ergo Pru- theni* omnes quasi vir unus, idem Swantepolcus factus fuit dux et capitaneus eorum*, et armata manu et brachio extenso intraverunt dicte terre partes infe- riores, et omnes veteres Crislianos, qui deAlemania venerant in subsidium terre Prussie, miserabiiiter occiderunt, mulieres et parvulos in captivitalem perpe- tuam deducentes. Interfecerunt eciamb fratrem Conradum de Tremonia* virum devolum et in rebus bellicis circumspectum cum omni familia sua, et omnia castra preter Balgam et Elbingum expugnantes occisis fratribus et cristifideli- bus funditus everterunt. De vaslacione partium superiorum terre Prussie. »s Non longe postea* idem Swantepolcus, filius dyaboli congregavit Herum dictosc neophitos apostatas, et ingredientes armata manu hostilitcr partes su- periores, scilicet terram Pomesanie et Colmensem rapina et incendio devasta- bant, expugnantes et penitus destruentes omnia castra et municiones preter tria, scilicetd Thorun, Golmen, et Redinum. De populo eciam dei ad laudem et gloriam ejus ibi habitante trucidaverunt im milia, sie quod tota terra Prussie videbatur Cristianorum sanguine rubricata*. De expugnatione castri Sardewicz* et inventione capitis beale Barbare M virginis et martiris. Nullus sane mentis cogilare vel audire posset, quod fidei negocium in pre- dictis partibus sub innumeris expensis et angustiis ad dei gloriam tarn magni- fice promolum, sicf per unius tyranni maliciam ad talem interitum deveniret«, quin ad gravem cordis perturbacionem et compassionem debitam moveretur. Cap. M. ») anlbat fehlt B. b) et K. C*p. S5. e) dieto. fehlt X. d) leiUcet fehlt B. 4J*p. 86. e) auch S»rdewl«e, Bartowiue. fliiK.B. sie T. g) detenirent K. 4) 6er Abfall der Preussen erfolgte im Jahre 4242 nach Dusb. c. 34. Annal. Pelpl. und Boguph. p. 64. Fern zu hallen sind die Dichtungen Grunau.s über die Verhandlungen Swan- topolks und der Preussen, über ihre Gesandtschaft nach Rom, über die Einwirkung des Le- gaten und die Rüstung des Kyrwaiten : VII, 3, g. 4. 5. g. 4. VIII. 4, g. 4, 2. Grünau hatte hier nur Dusburg und die Urkunde des Frieden« von 4249 vor »ich und ersann das Uebrige dazu. Seine Einfülle sind noch weiter entwickelt von L. David Bd. 3, S. 12 — 4 5, 47, 49, 20 und Voigt Bd. 2, S. 448—422, 428, 429,433. An Dusburg's allgemeine Bemerkung über Marco III, c. 7 anknüpfend, schildert Grünau Vfll, 4, g. 4 dessen Verdiensie während des Abfalls; nach ihm L. David 3, 47 — 48, Voigt 2, 434. 2) Swantopolks Antheil an der Empörung der Preussen wird von Dusburg gehässiger dargestellt als von dem Chron. Oliv. 3) Ein Conrad von Dortmund wird in den Jahren 4499, 4214, 1222, 4225 in Livland, in Bouvines, in Areizo und in Cöln erwähnt, Gruher Chron. Liv. p. 4 7. Hennes cod. dipl. n.62. Es ist aber wohl ein älterer. 4) Statt dieser Zeitbestimmung hat das Chron. Oliv, simililcr. 5; In den oberen Landschaften, namentlich im Culmerlande, scheint Swantopolk den Aufstand der Preussen wirklich mit seinem Heere unterstutzt zu haben : sibi coadunatos (Pruthcnos) in cosdem (fratres} insurgerc fecil, sagt Roguphalus p. 64 und der Annal. Thorun. berichtet, Swantopolk sei vor Thorn gewesen. Nach dem Annal. Thorun. folgte aber noch in demselben Jahre die Schlacht bei Rensen, vgl. zu III, c. 40. 70 Unde fratros hiis visis consternati mente elegerunt pocius mori in hello, quam videre tot mala gentis sue et sanctorum. Ex quibus unus scilicet frater Theo- dericus de Bernheim antiquus marscalcus totus magnanimus, (erat enim Ulixes in pectore nec manu minor Hectore) et fratres im el armigeri xxuti noctis tem- Tnn^Pore *n v'ß'''a beate Barbore virginis et martiris accesserunt ad Castrum Sar- dewicz1 Swantepolci, et applicantes scalas ad roenia intrantesque* secrete, in- venerunt quinquaginta viros ad ejus custodiam deputatos, viros utique robore fortes et in armis exercitatos, quosk fratres cum suis xxim armigeris viriliter sunt aggressi. Uli ex opposito hostiliter se opponentes fortite£ defenderunt. Nunc istis, nunc illis repressionem sustinentibus, bellum durissimum inter eos est exortum', et duravit ab ortu* diei usque ad horam terciam*. Tandem ipse deus, qui sperantes in so non derelinquit, fratribus opem et victoriam de celo misit, ut occisis omnibus preler paucos, qui fugientcs evaserunt, mulieres cl ibi capto s cum parvulis ligaverunt. Quo facto invencrunt in quodam celario cistam seu archam, cl pixidem argenleam in ea, et in pixide caput beate Barbare virginis et martiris, quo viso, proni ceciderunt in lerram collaudanles deum de tarn gloriosi muneris invencione. Elevantes ergo has sanctas rcliquias, cum magno gaudio celarium exierunt. Quod cum videret quedam matrona antiqua, que cum aliis stetit Iigata, ait ad fratres: bene potcstis gaudere et juste debetis, quia meritis beate Barbare habelis, quicquid honoris estis hodie consecuti. Ad quam fratres: quis tibi hoc indicavil? aut qunmodo potes hoc scire? Que re- spondit. ego speciali' devocionc semper dilexi sanctam Barbarain, unde hac nocte apparuit mihi tribus viribus, succinctis vestibus, ac si parata esset ad ambulandum in via, et ego dixi ad eam : quo vadis sancta virgo? Que respon- dit: ego volo ire ad civitatem Colmensem et audire ibi missam, et dum tcrcio appareret mihi, et diceret ad mef : valeas, dilecta mca, egocecidi de stratu meo, et secuta fui ipsam usque ad ostium domus, ubi cum* ipsa disparuisset, vidi vos armatos in Castro. Ex istis scio indubitanter, quod meritis et precibus ejus tradituro est vobis hoc Castrum, ut reliquias ipsius vobiscum ducatis in terram Prussie, ubi in majori quam hic reverencia habeanlur. Post hec frater Theode- ricus, quibusdam fratribus et armigeris ad dicti castri custodiam ordinatis, cum paucis reversus, has sanctas reliquias versus Colmen duxit, ubi clerus et po- pulus cum solenni processione occurrens eas ad ecclesiam portaverunt, et ad Castrum antiquum posuerunt, ubi usque in presentem diem propter crebra roi- racula, que per eam dominus operatur, in veneracione assidua requiescunt '. qui* K. b) qaod K. e) ortn« K. d) in ortum Kpiiom. Du.b. »d ortum CoqJ. Votft 2, .2. e) •piritaali T. H. f) mihi B. g) Di. Worte ipwm b *) Nordwestlich von Schweiz an der Weichsel. Naber schildert die LocalitÄt Voigt B, 486, Anm. 2. i) d. h. vod Sonnenaufgang an über zwei Stunden lang. Die gleiche Zeitbestimmung begegnet in Canon. Samb. c. 6 a. ISS*. 8) Die Eroberung von Sartowitz gehört nach Boguph. in das Jahr 4243. Er führt aus- serdem an, dass die Ritter mit den Herzögen Polens auch Wissegrod eroberten, vgl. tu c. 58. Jeroschin's Ucbersctzung dieses Capilels bietet manches Eigenthümliche. Das Chron. Oliv, stimmt in einigen Zahlenangaben nicht üherein. Grünau, welcher auch Uber den Kampf bei Sartowitz kecke Erfindungen für Wahrheit ausgiebt, fugt doch die beachtensworthe Notiz hinzu, dass das Haupt der heiligen Barbara 4*5* nach Marienburg und einige Jahre später nach Danzig kam, wo es sich noch zu seiner Zeit befand, VIII, 1, §. S, vgl. Voigt t, **0, Anm. i. Für die Episode »wie St. Barbar« Haupt nach Prcussen kam«, VIII, 8, g. t und t, hatte Grünau wahrscheinlich den spöter mitzutheilenden Bericht zur Quelle. Digitized by Google CRONICA TEURE PRÜSSIE. PARS III. 71 De obsidione castri Sardewicz et occisione nongentorum Pomeranorum. »7 Cum autem bec ad aures dicti ducis devenirent", ultra modura perturbatio fuit, ei totum eonatum suum in virus vindicle convertens, convocavit omnes neopbitos apostatas terre Prussie et dictum Castrum Sardewicz obsedit, et cum instrumentis bellicis, sagitlis et aliis modis, quibus poluit, quinque septimanis 1 fortissime impugnavit, quibus fratres et alii obsessi viriliter resüterunt. Sed quia idem dux. omni dolo plenus fuit, Semper dolose egit. Ut taudem tniquitas ejus dei odium inveniret, assurapsit majorem partem exercitus sui, relicta in obsidione parte altera, secrete noctis tempore transiit glaciem Wisele et terramuu Colmensem multipticiter depredavit. Cui frater Theodericus marscalcus cum paucis occurrit, confidens de dei misericordia, cui facile est concludere in pau- cis, aut in multis, et inito .certamine percussit eos plaga non modica. Occklit enim nongentos viros, aliis in fugam conversis, et preter alia spolia, que multa fuerunt, cccc equos hosiium conservavit. Dux autem confusus cum paucis re— düt ad aliam partem exercitus sui, quam reliquerat in obsidione, tarn oceulte, quod obsessi in castro non poterant considerare, quodb actum fueral in conflictu. Unde roiserunt quendam fratrem ad marscalcum, qui experiri posset de eventu hujusmodi* verilatem, qui marscalcus ipsum inslructum remisitd, precipiens, ut quando ipse cum diclo exercitu Swantepolci inciperet bellum, ipsi de castro descenderent et juvarent, addens, et* Castrum possideat postea, qui hicr victo- riam oblinebil. Marscaleus ilaque dum excrcilum ducis vellct invadere Herum in prelio, Swantepolcus ex prima strage babens certa indicia et signa evidencia deurn* sibi terribiliter ofTensum, et divine protectionis clipeum a se recessisse non dubitans, meticulosus factus fuit, et adeo emarcuit cor ejus, quod ipse cum multis paucos non audebat aliqualiter expectare, sed in fugam conversus cum suis turpiter.recedebat. Marscalcus hoc videns paulatim cum suis* processit et hostium tenloria conbussit. Tiraens dicti ducis fraudulentam maliciam, tarn que dolose vulpis asluciam, que sepe fallit ingenium venatoris, non audebat sequi fugientes, sed per totam diem conservavit exercitum suum adunatum, firmaus rupluras castri per impugnaciones factas. Tandem in vespere, relictis ibi plu- ribua armigeris, recessit*. De tradicione castri Nakel, et depredacione terre Pomeranie. sa Legatus sedis apostolice', qui conlinuis curis et sollicitudinibus urgebatur C*p. 87. •) derenerunt B. b) quid B. e) h. e. B. d) r. I. B. e) et B. K. T. ut H. f) hte qui B. t) dominum B. h) tnrpitor bU raU fehlt H. t) Wenn Swantopolk auch nur wenige Wochen nach dem Verlust von Sarkwitz die Be- lagerung begann, so erfolgte, diese 5 Wochen hinzugerechnet, der Einfall in das Culmerland frühsten» Ende Januar oder im Pehruar t248. t) Ueber die c. 87 erzählten Begebenheiten hat Chron. Oliv, nur eine kurze Andeutung. * WillkUhrliche Erweiterungen derselben (zum Jahre <243!) bei Grünau VIII, S, g. 8. Vgl. L. David 8, 60-6* und Voigt 3, 440-442. 8) Dusburg kann hier keinen andern Legaten meinen als Wilhelm von Modena. Wil- helm bat ohne Zweifel seiner Zeit darauf hingearbeitet, ein gutes Verhältnis» zwischen dem Orden und den polnischen Fürsten zu begründen, aber Dusburg scheint nur den einmal c. 33 begangenen Irrthum fortzuspinnen, wenn er Wilhelm im Jahre 4 243 in Preussen sein lasst. Voigt nimmt Dusburg zu Gefallen an, dass Wilhelm Preussen erst im Frühling 1248 verlassen habe und dass er in der zweiten Halft« des Jahres zurückgekommen sei, Bd. 2, S. 430 f. Allein das erstere ist bei dem Mangel jeder urkundlichen Spur kaum glaublich, das letzter« unwahrscheinlich, da, wghrend sein Aufenthalt in Italien zwischen dem 25. Juni und 2. September urkundlich feststeht (Dreger n. <58, Pertz, Biouum. IV, 848), die Bullen Digitized by Google 72 PETRl DE DUSBURG - circa fidei negocium, ut proficeret, et inimicus fidei dux Pomeranie' deficeret, vi den s, quod bellum inciperet aliqualiter prosperari fn manu fratum, vocatis ad se de Polonia ducek Casimiro* ei duoe de Calis* et fratribus, consuluit eis, ut cum exercitu procederent contra Swantepolcum. Qui mandatis ejus parentes, secesserunt cum magno exercitu versus Castrum ipsius Nakel, figentes ibi ten- toria sua, et castris ibi secundum militarem disciplinam collocatis, et ereclis ibi machinis et instrumentis aliis bellicis, et preparatis omnibus, que ad impugna-* oionem urbium necessaria sunt, castrenses perterriti, sub hiis condicionibus, ut salvis rebus et personis possent exire, Castrum fratribus tradiderunt*. Qui lo- cantes in eo fratres et armigeros pro custodia, cum alia parte exercitu» intrave- runt terram Pomeranie attingentes a fine usque ad finem fortiter, sed non sua- viter omnia disponentes, imo quicquid igne consumi potuit, combusserunt, oc- cisis plurimis et mulieribus captis et parvulis cum preda maxima redierunt*. st De reformacione pacis inter Swantepolcum et fratres. Hiis itaque sie dispositis et a deo misericorditer ordinatis, Swanlepplco duci, qui pridie tarn dure cervicis fuit et obstinatus in perfidia, quod nec prece nec precio nec minis flecti potuit, quod vellct redire ad sanete matris eccle- sie gremium, modo hec vexacio deditc intellecturo, et videns, quod fratribus a modo non posset resistere, venit ad legatum5 et fratres, et humiliatus coram eis recognovit se perperam egisse contra fidem et fideles, supplicans, ut sui misc- rerentur, et cum eo agerent graciosc, exhibens se et sua fratribus in emendam. Legatus hiis auditis diversos habuit tractatus cum fratribus super hac re, di- cens, quod diflicile esset eid credere, qui sepe' pacis federa rupit. Ex adverso consideravit, quod petenti veniaru sinus misericordie non est precludendus, ex his eligens, quod melius novit, scilicet pacem, quia nonnisi in tempore pacis colitur autor pacis. Unde de consilio fratrum reeepit ipsum ad graciam ecclesie sub hiis pactisr. Swantepolcus, ut firma esset inter eum et fratres composicio, Castrum suum Sardewicz dedit fratribus in pignus et filium suum primogenilum Mestowinum, Wimarutn* Burgravium et Woyac ducem exercitus sui* in obsi- des, juravitque ad saneta dei evangelia per eum corporaliter tacta, quod debe- ret fratres juvare contra inßdeles, quociens necessitas hoc exposceret, et quod non deboret a modo contra fidem et fideles tarn detestabilia facta, qualia prius feceral, attemptare, et dedit literas suas fratribus sigillo suo sjgillatas in testi- C*p. M. ») da* Pom. 1. 1. B. b) du« de P. B. Cap. SS. c) dedit fehlt K. d) ei eitel K. e) qui» w K. t) die Worte und« . . ptetb fehlen K. T. H. g) Wioaram K. vom 45. and 24. Juli 4244 (Act. Bor. 2, 645, 64 9), besonders die Worte in der letztem : quem tantis desideriis affectalis, eine längere Abwesenheit desselben von Preussen nothwendig voraussetzen, auch Wilhelm in jenen höchst kritischen Zeiten am pabst liehen Hofe schwer- lich zu entbehren war. Historiogr. S. 283, Watterich S. 4 46 f. 215 f. 4) Vertrag des Ordens mit Herzog Casimir von Cujavien vom 29. August 4 243. Anh. zu L. David 3, N. 8. — Wohl erst wahrend des zweiteu Krieges geschlossen. 2) Vertrag de* Ordens mit Przemislaus und Boleslaus, den Herzogen von Grosspolen vom 22. März 4 248, Cod. Pruss. 1, n. 55. • 8) Die Eroberung von Nakel durch den Orden und die Herzoge im Jahre 4243 erwähnt auch Boguph. p. 64, der Archidiac. Gnosncns. p. 92, bei dorn nur Nakel statt Nalicum zu le- sen ist, und das Chron. Oliv. 4) Auch Oliva wurde damals verheert (4 243). Chron. Oliv. 9) Die Einwirkung des Legaten ist nach dem Obigen sehr zweifelhaft, wiewohl auch Chron. Oliv, sagt : mediaote domino legato. 6) Gneomirus palaliuus Gedanensis wird um 4245 und 4235 erwähnt, K. H. et M. cod. Pom. o. 4 03, 225. Einen Woiach thesaurarius fuhrt Voigt 2, 455 aus einer Urkunde an. Digitized by Googl CRONICA TERRE PRUSSIE. PARS III. 73 monium premissorum1. Hoc facto, fratres ei omnes captivos, qui poterant re- periri, inter quos fuerunt lu matrone nobiles et honeste prcter alias mulieres, viros et parvulos reddiderunt, dictamque paceni fratres tarn* tirniiter observa- bant, quod preter alia, que ad pacis observanciam sunt necessaria, nulluni bel- lum contra inßdeles uiterius movere sine dicti ducis consilio volueruntb. De novo hello Swantepolci et conflictu in Reusen. 4« Sed quia sensus humani Semper proni sunt in malum, et a via, quam homo ab adolescencia sua consuevit, cum senuerit, de facili non recodit, ideo perver- sus illec dux Pomeranie, plenus iniquitate, innatam sibi maliciam, quam a ju- venile sua solitus fuit exercere, non diu potuit occultare, sed post contractam pacem revoluto anno*, immemor salutis sue et sacramenti, quo firmaveral dic- tam> pacem, immemorque sanguinis sui, scilicet filii, et aliorum obsidum, quos dedit in pignus, rupto federe pacis, cum neophitis aposlatis terre Prussie et Su- dowitis collegit exercitum grandera nimis, qui preter alia mala in captivis et occisis et infinita preda totam terram Colmensem, exceptis tribus castris, Tho- run, Colmine et Redino in solitudinem redegerunt. Quo facto cum exercitu suo venerum ante Castrum et civitatem Colmen, et ibi steterunt usque ad vesperain in superbia et abusione. Postea secesserunt usque ad paludem, que dicilur Rensen*, et ibi per noclem quieverunt. Quo pereepto fratres de Colmine cum cccc viris secuti sunt cos, et dum media pars exercitus infidelium paludem pre- dictam transivisset, fraler Thcodericus antiquus marscalcus4 voluit posteriorem partero invadere, asserens, quod antequam alii redirenl, isti essent occisi. Cui consilio contradixit frater Berlwinusd novus marscalcus, et licet seniores fratres invite facerent, quia videbatur eis, quod, invadendo eos ante, cogerent ipsos ad defensionem ; tarnen secuti fuerunt consilium ejus, et aggressi sunt eos virilitcr in anteriori parte, et statim conversi sunt in fugam*. Quos Cristiani scquenles, plures occiderunt, et disperso exercitu Cristianorum marscalcus cum xxiiii ar- migeris venit circa montem quendam, in quo invenit im milia infidelium contra se parata ad bellum. Sed dum Prulbeni viderenl tarn paueos circa vexilum fra- trum, resumpti8 viribus et audacia, irruerunt repente in eos, et marscalcum et fratres omnes cum cccc viris occiderunt preter x, qui fugientes salvati sunt. Tandem venerunt fratres de Thorun, cum <:c viris ad locum et horam eis depu- tatam a marscalco, et dum viderent fratres occisos, fugerunt. Quos Prulheni sequentes plures occiderunt, alii ovaserunt*. Collect« igilur preda, que magna •) m» K. b) t. e. B. Oap. 40. e) Ute B. d) Dellwtou« ! ! U 4) Es scheint fast, als wenn Dushurg hier nach einer Urkunde schreibt. Boguph. p. 61 gedenkt des Friedens und der Auslieferung Mestwins beim Jahre 42<3. Naher lässt sich der Zeitpunkt nicht bestimmen, denn obwohl in der Friedensurkunde vom November 18*8, Act. Bor. 2, 749 (bei Drcgcr p. 273 fehlt die Stelle; gesagt wird, Mcslwin sei 6 Jahre in den Hän- den des Ordens gewesen, so führt diese Notiz nicht sicher w eiter : denn in jener Verbindung würden schon 5 Jahre und wedige Tage oder Wochen, als 6 Jahre bezeichnet sein. 2) Auch das Chron. Oliv, sagt post annum, aber nach Boguphalus wahrscheinlicher An- gabe brach er den Frieden sogleich, indem er cum Pruthcnis . . sedicionem in terra Prus- siae movit. 3) Rens circa Grudentz Annal'. Thor., jetzt Rondscn. Vgl. Voigt 2, 500 f. 4} Tidoricus quondam marscalcus iu einer Urkunde vom 22. Marz 12*3, Cod. Pruss. 1, n. 55. 5) Derselbe störende Subjectswechsel wie III, c. 44. 6) Mit Dushurg stimmt das Chron. Oliv, im Ganzen übercin. Dagegen fand die Scblacbt hei Rensen nach dem Annal. Thorun. am Tage .Viti et Modesti (15. Juni) des Jahres 4242 statt; die Zahl derTodten setzt er auf 4 200. Wenn er recht hatte, so konnte Dietrich von Digitized by Google 74 PETRI DB D US BURG fuit nimis, multas raulieres et parvulos cum magno gaudio deduxenrot. Inter quos fuit Martinus de Golin' cum sorore sua impregnata, que dura propter gra- vedinem partus non possct sequi exercitum accelerantem, is, qui eam captivam duxit, cum gladio ventrem ejus aperuit, et infans vivus cecidit in arenam, et ipsa expiravit. Quod factum detestabile idem Martinus in tantum abhorruit, et tantam concepit indc invidiam contra infideles, quod postquam liberatus fuisset ab eis, percussit ipsos sepius plaga magna, prout inferius apparebit. Post re- cessum ipsorum, dum fratres viderent mala, que fecerant in populo, dixerunt i m»cc. 2, 7 f. invicem : ve nbbis, ut quid nati sumus videre contricionem populi nostri et con- tricionem terre nostre et sedere illic, cum detur in manus inimicorum? Truei- dati sunt senes ejus, juvenes ejus ceciderunt in gladio inimicorum. Que prius erat libera, facta est ancilla. Ecce saneta nostra et pulcritudo nostra et claritas nostra desolata est, et coinquinaverunt gentes. Quidk ergo nobis adhucc vivore? Sciderunt igitur vestimenta sua, et cooperuerunt se eilieiis, et cum eis gravi ti- more perterritus omnis populus, qui superstes fuerat, planxit. 4t De quodam miraculo. Quedam mulier dum post conflictum cum aliis civibus de Colmine iret ad locum certaminis ad sepeliendum corpora interfectorum, et man tum suuro se- mivivum vellejt ad civitatem ducere, ille restitit, et dum quereret, quare tbi lu- bencius moreretur, respondit, quod' beata virgo Maria eodem die cum turibulo, precedentibus duabus virginibus cum candelis ardentibus, omnes occisos turifi- casset, et dum veniret ad euro, et sensisset eutu adhuc vivum, ait: tercia die morieris, et gaude, quia aniraa tua, sicut cetere anime occisorum, ad eterna gaudia evolabit1, duetusque sie cum aliis in civitatem Golmensem', tercia die mortuus est, ut predixit, et credidit omnis populus verbis ejus. «s De alier cacione duarum viduarum pro wo viro. Post hunc conflictum dum episcopus Colmensis videret, civitatem Golmen- sem desolatam viris, omnes enim occisi fuerunt in conflictu predieto, injunxit viduis in remissionem omnium peccatorum2, ut famulos suos ducerent in mari- tos, ne negocium fidei ibidem omnino periclitaretur. Unde accidit quod due mu- lieres, dum ad ecclesiam irenl, viderunt inter aliosf in foro ludentes ad talos quendam famulum fortem et pulcrum aspectu, licet non bene vestitum, quarum una secrete dixit ancille sue, ut illum duceret ad domum suam «. Alia vero hoc considerans preeepit ancille sueb occulte, ut eum deduceret ad hospicium suum, nec eum diroitteret, quousque reverteretur. Quo facto ipsa eum vestjvit honeste, et contraxit cum eo matrimonium in facie ecclesie. Prima mulier, hoc intelli- gens, diu fuit ingrata alteri mulieri. Uic famulus natus fuit de Haitis, et adeo honeslus et sapiens fuit, quod in Prussia parem in virtutibus non habebat. •) de fehlt B. vgl. e. 16«, 157, 200, 230. b) qood K. e) adbae K. Oap. 41. d) qnto B. e) ad d*. Colm. e. «1. B. Oap. 48. f) iotw »Um fehlt B. f ) ad dorn. «. d. B. h) ro« fehlt B. Bernheim nicht, wie ea aus Dilsburgs Worten hervorgeht, hei Rensen gefallen sein. Grünau erzählt die Schlacht bei Rensen zweimal, zuerst, anschliessender als gewöhnlich, nach dem Thorner Annalisten VIII, i, g. 3 (vgl. L. David 3, 48 f. 69 f., dagegen Voigt 9, 448 Anm. 1 und 503 Anm. 2), dann mit einigen der unentbehrlichen freien Zuthaten nach Dusburg, VIII, 4, g. 3 (vgl. L. David 3, 69; einiges wirkte auch auf Voigts Darstellung S, SOS ein). 4) Vgl. III, C. 86, 9«, 470. t) Den Befehl des Bischofs erwähnt d«s Chroo. Oliv, nicht. Digitized by Google CRONICA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 75 De tribulacione fralrum post conßictum. u Propter banc stragem fralrum Swanlepolcus gavisus est gaudio magno valde, et apponens iniquitatem super iniquitatem suam, addensque dolorem super' do- lorem vulnerum fralrum, nitebatur modis, quibus potuit, qualiter populum eis subjectum in summa necessilale constitutum ab ipsisb averterel, et ad vol Untä- tern suam perfidam preeibus et muneribus inclinaret. Et licet aliqui ab eo cor- rupti essent, et ad ipsius beneplacitum occulte inclinati, tarnen dei providencia el fralrum discrecione provisum fuit, quod nullus audebal talia publice oslen- tare. Et sie ejus maebinacionibus in nihilum redactis, in nualo suo proposito non profecit«. Swanlepolcus dux Pomeranie predictus, cum in hac callida temptacione non proficeret, invenit aliam graviorem, estimans indubitanter , tunc tempus aptum et diu desideratum advenisse, in quo posset sine alieujus resistencia il- lam modicam scintillam cristifidelium, que residua mansit post ultimum con- Qictum, extinguere penitus et delere. Et congregavit duo milia virorum pre- electonim in armis, et transiens Wyselam navigio intravit terram Colmensem, duobusque dtebus et duabus noctibus sustulit, quiequid relictum fuit, aliud convertit in cinerem et favillam. Medio tempore quo hec agerentur, fralres de Cölmine cum nobilibus et civibus suis de civitate Colmenst congregati, videntes mala, que fecerat Swanlepolcus cum exercitu suo ingemuerunt, et tundentes pectora sua cum lacrimis, rogaverunt deum, dicentes: parce domine, parce po- pulo tuo, et ne des hereditatem tuam in perdicionem. Fratres attendebantc, quod si iterum invaderent exercitum illum et perderent victoriam, sine spe re- cuperacionis amitterent terram Prussie, et fides Gristi ibi per consequens dele- retur. Nobile« vero et cives de Golmine dicebant, quod pocius vellent honeste mori in bello, quam sie vivendo miserabiliter deficere de die in diem. El irruit Spiritus domini in fratres et omnes, qui aderant, et licet essent nimis pauci re- spectu inimicorum, confisi tarnen in domino aggressi sunt hostes hostiliter et Cap. 43. a) npn B. b) «1» B. C*p. 44. Vitt* Capttal fehlt im Cod. B. Ka iteat in den Codd. K. T. aoeh bti D. und J. Et hat in den Codd. K. T. eine femeinachafUiche üebtncbrifl mit e. 45 : De pace ila- rum ete., bei J. die paasandere: DU bt, wi Swantopoik C olmer Unt herte. e) attendente« K. T. attende- t) Das Chron. Oliv, spricht von diesen Intriguen gar nicht, Dusburg kurz und dnnkel, deutlicher Dlugoss I, 700, wahrscheinlich nach derselben Quelle, die in der Hochmoister- ebronik noch ausführlicher benutzt ist. Vgl. Historiogr. S. 79. Der Schultheiss von Culm, Reinicke Hess sich nach denselhen in Unterhandlungen mit Swantopoik ein, welche den Or- den veranlassten Mestwin nach Sartowitz in Gewahrsam zu schicken. Da aber Mestwin nach Bogupbalus p. 6t noch im Jahre 12*3 nach Deutschland geschickt ist, so müssen jene Unter- handlungen ebenfalls schon 42*3 gepflogen sein. Hicmit stimmt überein, dass Reinicke wohl im Jahr 12*8 Schultheiss gewesen sein knnn, wie er es 18*8 war, Cod. Pruss. I, n. 66, aber nicht 12**, weil in diesem Jahre Berthold die Stelle bekleidete, nach der Urk. in den Privil. des Culmerlandes fol. 83. Dlugoss erzahlt von diesen Unterhandlungen beim Jahre 12** nur weil er damit zugleich Thatsachen des Jahres 12** verbindet. Die Sage von der Vertheidi- gung Culms durch die Frauen bei L. David 3, 88 und Schütz fol. 22., welchen Voigt 2. 50* f. folgt, ist schlecht begründet. 2) Die Anfangsworte des folgenden Capitets fratres sie undique angustiis angustiati schliessen sich so natürlich an c. *3, wio unnatürlich an das von einem Siege berichtende c. 4*. Auch hier drangt sich, trotzdem dass das Chron. Oliv, auf diesen Sieg in der Kürze ebenfalls hindeutet, die Vermuthung Buf, es mochte diese Erzählung durch Verwechselung mit dem ahnlichen Siege c. 37, wo die Situation des Culmerlandes dieselbe, oder c. 65, wo die Noth auf der Weichsel dieselbe ist, entstanden sein. Sehr auffallend ist, dass der ganze Abschnitt in einer Handschrift fehlt. Digitized by Google 76 PETRl DE DUSBÜRG audacter ante civitatem Colmensem, et factum est prelium magnum inter eos pluribus cadentibus ex utraque parte. Tandem paler misericordiarum et deus tocius consolacionis, qui suos in omni tribulacione consolatur, confortavit fratres in tantum, quod Swantepolciis de hoc perterritus cum omni populo suo fugit et inclinavit se versus locum, ubi naves reliquerat, sperans per easdem evadere. Sed non sie impii, non sie, sed tanquam pulvis, quem projecit ventus a facie terre ! Sic venit ventus validus et omnes naves illas longe a litore removit, et factum fuil eis cum istis navibus, sicut accidit pagano* regi Sarracenorum per- dita victoria a facie Karoli fugienti*. Et cum non invenirent naves, intraverunt Wyselam, et submersi sunt preler Swanlepolcum et paueos, qui cum eo reces- serant, omnes, qui prius gladium evaserant. Sicque consolatus est dominus pc— pulum suum in necessitate maxima constitutum. «n (44) De pace Herum re forma ta et destrucla et de edificacione castri Santirii. Fratres sie undique angustiis angustiali, inter multa consilia binc inde que- sita tandem fratris dicti Rawek de Redino, viri prudentis et in arduis negoeiis circumspecti, consilium hoc fuit, ul Mestowioum filium Swantepolci ohsidem mitterent duci Austrie, et demandarent ad partes Alemanie, Bohemie, Cracovie et Polonie statum terre Prussie et fratrum, alten den tes c, quod negocium fidei et Gdelium breviter ibi perirel, nisi per divine virtutis auxilium et ipsorum ce- leriter sucurrerelur. Quod cum factum hasset*, venit frater Poppo magister* 1244 cum im fratribus, et de Marchia, Misoa et Thuringia sex fratres. Dux etiam Austrie niisit sub expensis suis xxx sagilarios equites in subsidium dicte terre4. De quorum adventu fratres mal tum gavisi sunt, Swantepolcus autem e contra perturbatus et ineliculosus factus in tantum, quod pre timore graciam querens, ilerum a fratribus oblinuit et vetus pax innovativ. Tarnen4 innata ejus malicia a perseeuciono fratrum et suorum .fraudulenta' et clandestina non cessavit, et quando super hoc argueretur a fratribus, non curavit. Tandem ut occulta ejus ») paligano K. ptf&no T. H. Ctp. 45. b) Baue K. e) addentei D. d) Unten B. rgl. J. Uotam K. e) friudalenüm K. 4) Die Anspielung Dasburgs ist nicht recht deutlich. In Ähnlicher Situation waren die Araber nach dem Siege Karl Martells, nach der Fortsetzung des Fredegar ad a. 788 und der paganus rex AphricanuM Aigolandus nach einem sagenhaften Siege Karls des Grossen Pseu- doturpin Cap. 10 bei Reubor Script. Germ. p. 71. 2; Die Abscndung Mestwin'A nach Deutschland ist nach Dusburg, Boguphalus p. 64 und der Hochmcislerchronik nicht zweifelhaft. Die Worte L. Davids 2, 8s f., dass die Abscndung eingestellt worden bis auf des Landmeisters Zukunft, über welche Voigt 2, 542, Anm. 2 nicht hinwegkommt, beruhen nur auf einer Folgerung des Schriftstellers, zu welcher er durch Vergleich der Berichte Dusburgs und der Hochmeisterchronik, die im Zeitpunkte der Abscn- dung von einander abweichen, gelangt ist. — In dem Vertrage des Ordens mit Herzog Casi- mir vom 29. August 4 243 wurde festgesetzt, dass den BrUdern Swantopolk's Sambor und Ra- tibor, sobald sie gegen jenen offen und unzweideutig aufträten, dem einen Sartowitz von dein Orden, dem andern Wissegrod von dem Herzoge eingeräumt werden sollte. Anh. zu L. Da- vid 3, Nr. 3. Sambor erhielt Sartowitz nach Dusburg c. 46, der nur den Termin etwas zu spat zu setzen scheint. Auch erbaute ihm der Orden die Burg Gordien, Cod. Pruss. i, n. 78. — Im folgenden Jahre 1244 veranlasste Swantopolk Brandstiftung in Sartowitz und Culm. Boguph. 1. c. 8) Poppo kam nach dem 12. Mai 1244, in welchem noch Heinrich von Wida (Fol. X des Geh. Archivs p. 82) als Landmeister erscheint. 4) Herzog Friedrich, ein freigebiger Wohlthiiter des Ordens (vgl. die Urkk. vom 28. Oc- tober U33, 25. Dccember 1239, und 34 . Juli 1241 bei Mciller, österreichische Regcsten S. 152, 139/168; war durch pttbstliche Bullen in den Jahren 1234 und 1244 ausdrücklich zur Kreuzfahrt nach Preussen aufgefordert, Voigt 3, 583 und 596, vgl. Raynahi 1244, n. 52. Er that wahrend der Krankheit zweier ihm theuror Jünglinge 1344 selbst das Gelübde nach Preussen zu ziehen. Annal. Sancruciens. Contin. II, im Anhang 6. Digitized by Google CRONICA TERRE PRLSSIE. PARS III. 77 malicia* detegeretur, congregato exercitu valido, intravit hostiliter Cuyaviam terrara ducis Casimiri, cam incendiis et rapinis multiplicitcr dcvaslando, cap- iisque ibi muitis Cristianis et occisis cum aliarum renim rediit 1 preda magna \ Super quo dura Herum reprehenderetur , ait: quod ncc propler papam, nec propter imperatorero , nec aliquem vivcntem vellet dosinere persequi hostes suos, et addidil: reddatis mihi filium meum, si vuitis habere pacem mecum. Cum ergo fratres non redderent ei filium suum, incepil eos publice persequi si- cut prius. Edificavit enim circa confluenciam fluminum sei licet Wysele et No- gadi Castrum dictum Santiriuni*, in quo locavit viros iniquos, qui fratrum sub- diios nec paeifice ascendere auf descendere navigio permiserunt : quin spolia- rent eos rebus suis, vel caperent aut roactarent. De edificacione casiri Swecze* et impugnaäone iprius. *m Fratres itaque videntes sibi nova belle imminere Castrum Sardowicz fidel i suo Samborio, filio Swantepolci resignantes* cum omnibus attineneiis commise- runt. Ecce mira res et ultra modum stupenda, filü opposuerunt se patri prop- ler severitatem*, quam in fidei et fidelium ignominiam exercebal. Hoc facto fratres miserunt nuncios legato sedis apostolice et magistro generali, nunciantesms eis novum bellum et statum terre Pnissie. Quo audito legatus personaliter crucem contra dictum tyrannum predieavit, et mandavit in diversis regnis et provineiis auetoritate apostolica predicari*. Sed quia perversa malicia et mali- ciosa perversitas reproborum letatur, cum male fecerit, et exultat in rebus pes- simis, ideo iste gavisus valde de Castro Santirio, quod in grave construxit pre— Judicium fidei et cristifidelium, ineepit edificare aliud Castrum ex opposito quasi civitatis nunc Colraensisr, quod dicilur Swecza, ut omnino in fluvio Wisele tarn supra quam infra transitus navigio necessarius valde fratribus non pateret. Quod cum ad aures magistri deveniret, mandavit fratribus de Golmine, ut cum suis navigio descenderent, ipse autem cum fratribus de Thorun et duce Casi- miro ad dictum locum intenderet cum exercitu equilare. Volebat enim dicti castri edificacionem impedire. Swantepolcus, videns naves fratrum ad litus ap- ») mal. «J.B. b) i>r. ra. r. B. c) *«i B. Cap. 46. d) Swmm, «ach Swecxn. •) •evitetem B. I) qui» eiT. n. C. R. qiuui n. eW. C. B. 4) Der Einfall in Cujavien, wahrend des Waffenstillstandes mit dem Orden untornom- roen, Chron.Oliv., gehört in das Jahr 4 344, Boguph. I. c. Unbegreiflich ist, wie Voigt 9, 508 f. und 532 in dorn Berichte des Boguph. einen ersten, in dem des Dusburg und der Hochmei- sterchronik einen zweiten Kriegszug gegen Cujavien finden kann. 2) Santirium, Zantir, auf der gleichnamigen Insel, welche nach der Urk. von 115* hei L. David, Anhang zu Bd. 3, Nr. 3 die grosse Insel zwischen Weichsel und Nogat, den späteren Maricnburgcr Werder umfasstc. Es ist dieselbe, welche in der Urkunde von 1263, Cod. Warm. I, n. 47 mit polnischem Namen Solowo (Zuiavia) genannt wird. Sie gehörte seit der Gründung des pomesanischen Bistbums 1243, Dreger n. 158 zu diesem, und die Ansprüche, welche der Lesslauische auf dieselbe 1268 erhob, sind, wie die Diöcesanverhiiltnisse bis in das 18. Jahrhundert hinein beweisen, ohne Erfolg geblieben. Der ganz abweichenden Auf- fassung von Bender in der Ermel. Zeitschr. 1, 399 können wir hienach nicht beipflichten. 3) Vgl. zu c. 45. Uebrigcns war Sa m bor nicht Swantopolk's Sohn, sondern sein Bruder, wie Dusburg III, c. 1 4 ganz richtig angeführt hat. 4) Wilhelm's Ankunft in Preussen als Legat wurde durch die Bulle vom it. Juli 4244 zwar in Aussicht gestellt, aber am 23. Januar 1245 finden wir ihn noch in Lyon, Raynnld n. 77 und am 4. Februar 1245 schickte Pabst Innoccnz IV. statt seiner, da er zu Lyon unent- behrlich sei, seinen Kaplan Heinrich, Urkk. bei Voigt 3, 396. Hienach ist es höchst wahr- scheinlich, dass Wilhelm auch in diesen Jahren gar nicht in Preussen gewesen ist. Heinrichs Vollmacht scheint aber in der Tbat auch die Befugniss zur Kreuzpredigt gegen Swantopolk im Culmerlatide und in Preussen einzuscbliessen, vgl. zu c. 88. Legt man hierauf Gewicht, so muss das Folgende schon in das Jahr 1245 gesetzt werden. Digitized by Google ■ 78 PETRI DK DUSBIRG plicari, sublatis tenloriis pontetn, per quem aditus ad Castrum patuit, dejecit et fugit. Tandem retrospiciens vidensque, quod fratres equites cum suo exercitu non possent convenire ad eos, qui de Colmine navigio descenderant, propter profunditatem fluminis', quod fuil medium inter eos, resurapta audacia cum suis rediit, et dum videret magistrum se ad impugnacionem castri inclinare, re— fecto celeriter ponte, misit ccc viros ad Castrum, ut defenderent. Aggressi ergo fratres cum duce Casimiro Castrum fortissime impugnaverunt , et tarn durum fuit inter eos bellum, quod utriusque partis plures homines fuerunt letaliter vulnerati, et de Castro multi mortui ceciderunt, sed quia Castrum adeo Enna- tum fuit, quod de facili non potuit expugnari, fratdbus infecto negocio receden- tibus, Swanlepolcus reversus ipsum Castrum melius confirmavit*. «7 (4«) De edificacione castri PoUerbergk.* Frater Poppo inagister considerans dicti ducis astuciam in hoc, quod se castris undique firmaret, precavens periculis in futurum, in monte, sito inter civitatem nunc Golmensem et antiquum Castrum, edificavit Castrum, quod a no- mine montis Potterbergk nuncupavil, locans ibi xn fratres, cum multis armige- ris. Hec edificacio facta fuit, ne Swanlepolcus dictum montem ediflciis occupa- ret, et factus fuisset error novissimus pejor priore. «• (47> De impugnacione castri et civitatis Elbingens**. Swanlepolcus dux Pomeranie, intelligens absenciam fratrum et civium de Elbingo, congregalo magno exercitu ad impugnandum Castrum et civitatem ibi- dem proccssit. Quo viso mulieres deposito ornalu muliebri, mentem virum in- duerunt, et femur cingentes gladio menia ascenderunt, tarn viriliter se ad de- fensionem disponentes, quod nusquam ibi sexus fragilitasb apparebat. Unde dux estimans exercitum fratrum et civium reversum, cum verecundia recessit. Nec credas hoc solum hic factum, sed pluries in aliis locis ubi in absencia virc— rum niuniciones fuissent periclilate, si non reslitisset audacia mulierum'. 49 (48) De quodam milite Swantepolci. Fuit quidam miles de familia Swantepolci, qui fratres domus Theutonice adeo formidabat, quod viscera ejus contremuerint, dum audirel eorum nomina recitari. Unde accidit hoc tempore, quod idem dux causa solacii secessit ad quandam villam, el ad majorem gaudii excitacioncm6 vocavit quosdam alios mi- lites ad se et ait : miltamus unum famulum ad campos, qui post primum fercu- lum festinus reverlatur, et referat fratres cum exercitu advenire, el videnmus, quomodo isle miles timidus sc disponat. Quod cum eis multum placeret, mis- sus fuit nuncius ad hujusmodt negocium peragendum. Fratres autem, quibus Cap. 47. ») PottcrlxTfk K. D. Crk. von 1S72 im FoL VI de« Geb. Archtol p*f . «. PoietWf B. Hoc» botyri Cbron. OIW. Poldenberj ! H. Cap. 48. b) >cziu et fr. B. 0«p. 40. c) ezereltetionem K. 4) Bda bei Jeroschin, jetzt Schwarzwasser. 4) Vgl. Chron. Oliv. Boguphalus erwähnt diesen Kampf und die folgenden, an welchen Casimir fheil nahm, nicht. Dlugoss schreibt nach den preussischen Quellen. 3) Grünau VIII, 4. g. 3, der diese Geschichte ins Kornische zieht, bemerkt dabei zu- gleich, Swantopolk sei in Pomosanion auf deu Berg Crewose gekommen und habe die Burg Kerssenborg gegründet (etwa H45), vgl. L. David , 3, 87, Voigt 2, 547 f. Es ist wahrschein- lich, das* Grünau hierdurch den Annal. Thor, geleitet wurde, welcher die Gründung Chrisi- burgs in das Jahr 4 244 setzt. Digitized by Google CR0N1CA TKRRB PRUSSIE. PARS III. 79 hoc prodilura fuit, cum venissent non longe a dicta villa, nuncius jam exierat, el videns f rat res cum armigeris venientes, slupefactus et pre niraio liruore pal- lidus effectus, cum planctu magno et extracto gladio reversus ad Swantepolcum, ait: cito surgite et recedite, quia revera fralres cum exercitu veniunt. Uli, qui hoc preordinaverant, riseruot, sed miles ille timidus audiens nomen fratrum, statim saliit ultra mensam, et recessit. Sed nuncius ingeminans verba priora, seriöse et cum juramento confirmans, dixil, fralres cum exercitu jam esse in vicino. Unde dux aliis ridentibus recessit cum uno famulo, quem quidam fra- ter, qui ad hoc fuerat deputatus, sequens, in quodam flumine, dum ducem non posset oomprehendere, famulum interfecit, alii fratres ceperunt et occiderunt, quidquid ibi de familia sua mansit. De hello navali. ft0 <»9) Frater Poppo magister sollicitus de salute fideliura, misit fratrem Conra- dum dictum Bremer* cum multis armigeris, ut tres naves oneratas victualibus duceret in Elbingum, qui cum veniret prope Santirium, invenit Swantepolcum et multos de populo suo cum xx navibus exspectantes. Quos cum frater Conra- dus videret, non tanquam meticulosus expavescens, sed velut magnanimus in domino confisus, navibus suis virtute remigancium velociter currentibus, cum magno impetu ipsos viriliter est aggressus, sie quod pluribus de navibus ducis submersis, alie fuerunt confracte. Unde hostes videntes eos vicinos litori ac- cesserunt cum lapidibus, proicientes. Fratri Conrado unum dentem eruerunt, et plures alios leserunt, alii salvi in Elbingum pervenerunt. Item de eodem. « m Fratres de Elbingo qui adventum istarum navium diu cum magno tedio et defectu expectaverant*, instrueti de statu terre Colmensis, naves cum suis nun- ciis remiserunt. Que dum venirent circa Castrum Sweczam, Swantepolcus cum multis armigeris et x navibus Herum invasiV eos. Capitaneus vero dicti ducis fratrem Fridericum de Wida', qui aliis prefuit, est aggressus, et maxillam ejus lancea perforavit, sed frater Fridericus ex adverso se opponens ipsum interfecit. In navi civium de Elbingo, que cum impetu veniens stclit immobilis super arena, occisi fuerunt duo fratres, sed frater Fridericus superveniens alios liberavil et in sua na navem locavit, sie quod duobus fratribus et m viris et de parte adversa xx interfectis alii evaserunt. De quodam nobili viro, qui receplus fuit ad ordinem domus Theutonice. m w Non longe poslea deßeientibus victualibus in castris, fratres cum familia sua jam pene inedia consumpti clamaverunt pro auxilio ad dominum, qui pia Semper gestat viscera super aölictos. Unde cujusdam nobilis viri de Cracovia* i Oap. 50. ») Br.nn« K. B. Brtmer J. D. H. Cap. 51. b) .xp^Ureruut B. e) In*, lt. B. 4) Vgl. IQ C. 57. 4) Dlugoss I, 706 nennt ihn miles Vidzga Gzyorstin ex Cracoviensi terra de domo et no- bilitate, quae Janina dicitur — man weiss nicht nach welcher Quelle. Flach und willkühr- lich setzt Schütz fol. SS an seine Stelle »etliche von Krakau gutes deutsches Adels,« offenbar von der Voraussetzung ausgehend, dass in den deutschen Orden nur Deutsche aufgenom- men werden könnten. Aber diese Voraussetzung ist ungegründet , unsere Stelle kann zwar nicht als Beweis dagegen angeführt werden, dürfte aber doch wohl auf einen Polen zu deu- ten sein. Vgl. zu c. St 8. Digitized by Google 80 PETRI DE DUSBURG ad religionis ingressum animum ioclinavit, qui tres raagnas naves vino et me- done seil melicrato, et alfis, que ad victum sunl necessaria, replens, et ccc bo- ves et vaccas et alia multa jumenta prcmisit ad Castrum Thorun, sequutusque cum magna reverencia est receplus, et ordinis domus Theutonice suscepit habi- tum regulärem, et fratres de magnis angustiis liberavit. «a De victoria, in qua fratres mille et quingmtos Pomeranos occiderunt. Frater Poppo magister premissis exploratoribus, qui diligencius respicerent, quid agcret Swantepolcus, cum suo et ducis Casemiri exercitu convenit juxta Castrum Wischerot1, ibique castra raetati sunt. Exploratores reversi dixerunt, quod Swantepolcus cum magna potencia excrcitus sui staret circa Castrum Sweczam, et ßrmarct illud. Gonsultum ergo videbatur omnibus, ut invaderent eum ibi premissique sunt de Colmine x viri equites, qui exercitum inimicorum inquielarcnt, qui de xx viris ex parte adversa occurrentibus unum militem oc- ciderunt, alii xix viso vexillo fratrum fugerunt, et ipsis cum fuga venientibus ad exercitum Swantepolci, omnes terga verterunl, quorum pauci ad Castrum* ve— nienies salvali sunt, alii omnes aut submersi sunt, vel in ore gfadii ceciderunt. Sicque de populo Pomeranorum mille et quingenti* viri in illo die a fratribua sunt occisi. De qua victoria fratres deo grates refercntes cum maxima preda hoslium cxultantcs in domino sunt reversi. m (w) De quodam miraculo. Hoc tempore quidam de Misna crucesignatus, dum completo peregrinacionis sue voto stetisset per annum in terra Prussie, in reditu versus patriam suam mortuus est in via. Cujus filius sollicitus de diuturna patris absencia, querens patrem in Prussia non invenit, sed, dum rediret, venit ad quandam villam, ubi episcopus cimiterium consecravit. In qua consecracione dum episcopus aquam benedictam aspergeret super tumulos defunctorum, cujusdam mortui corpus de sepulcro exiliens appodiavit se ad parielem ecclesie, quod primo solus episco- pus vidit, sed tandem oracionc impetravit, quod totus populus, qui consecra- cioni interfuit, vidit manifeste. Conjuravit ilaque episcopus illum mortuum, ut diceret, quis esset, et quare de sepulcro exiliissct. Qui respondit, quod fuisset in terra Prussie pcregrinus' per annum, et in reditu mortuus et ibi sepullus, et proptcr unum agrum, quem vicino suo, dum vixerat, injuste abstulit, damnatus fuisset, sed propter votum peregrinacionis, ipse Cristus, cujus injuriam vindi- cavit, penam eternam in temporalem commulavit, ut scilicel in purgatorio pu- nirelur, quousque aliquis de propinquis suis redderet dictum agrum. Quo facto episcopus quesivit, sid aliquis noticiam haberet ejus? Cui respondit (ilius, quod ille mortuus esset pater ejus, et promittercl bona fide dictum agrum se reddi— turum. Quo diclo episcopus jussit dictum mortuum redire ad sepulcrum quod et ipse fecit. Ecce quantam graciam conferl ipse Cristus et vivis et mortuis pe- regrinis, qui vicem ejus dolenl in opprobrio sue crucis, et ecclesiam sanctam ab oppressione infidelium exponendo res et corpora defendere non formidanl. Cap. 18. ») ibi «1* B. b) CMtr« B. Oap. M. e) aliano. K. i\ mn B. 1) Wissegpo) m, et •. B. b) Cr. ex. B. Cap. 66. c) mmfna et fehlt B. d) quod B. Cfcp. 87. e) leiten Wyda. 4) Zu den scheusslichstcn Beispielen der ebenso sinnlosen als unverschämten Verun- staltung der Geschichte in Grünau s Chronik gehört der Abschnitt VIII, 5, g. 4, 2. Es sollen zu derselben Zeit 1247 in Preusscn gewesen sein Otlocar von Böhmen etc. (vgl. Dusb. c. 7t), Friedrich von Meissen (vgl. Dusb. c. 13), Drüsiger von Schreitenthal (Dusb. c. 55), mit 300 Schützen geschickt von dem Herzog zu Oestreich (vgl. die 30 Schützen bei Dusb. c. 45), und mehrere andere Fürsten, die nie existirt haben. Der linke Flügel dieses Heeres, niimlich die Polen und Oestrcicher, verheeren Pommcrcllen ; hier wird die von Dusburg c. 54 erzählte Schlacht mit frechen Aendcrungcn nacherzählt, Lichtenstein nicht mit einem Worte er- wähnt, seine Tbatcn erdichteten Personen beigelegt etc. Solchem Unsinn gegenüber befin- det sich L. David 8, 40t -104 in unbehaglicher L'ngcwissheit, und selbst in Voigt'» Ge- schichte 2, 559 sind Einzelnheiten der Grunau'schen Schilderung doch noch eingeschlichen. 2} Dlugnss 1, 705 sagt, Opizo habe diesen Frieden 4x46 vermittelt und den von Wilhelm Uber Swantnpolk verhängten Bann aufgehoben, vielleicht nach einer Urkunde. Ihm folgt der von Voigt allein angeführte Bzovius Annal. eccl. «24«, n. 4 8. Von der Friedensvermittelung durch Sambor und den Bischor von Kamin, die auch Voigt 2, 560 annimmt, würde nicht die Rede gewesen sein, wenn er die rechte Quelle gegenwärtig gehabt hatte. L. David 3, 101 erzählt davon nur nach Grünau VHI, 5, g. 2, 3. Die abweichenden Berichte der Hocbmei- sterchronik erwarten noch ihre Erläuterung. 3) Heinrich erscheint als Landmeister urkundlich zuerst in der Urkunde vom 1. Oclober 1242 R. et M. cod. Pol. II, n. 441 und vom 34. December 4242 (1241 ?) bei Voigt 3, 627, zu- letzt in der Friedensurkundc vom Februar 1249, Monum. bist. Warm. I, p. 40, also wirklich etwa 8 Jahre lang, aber nicht ununterbrochen, auch nicht zwischen 1247 und 4 255, und d by Google CRONICA TEURE PRÜSSIE. PARS III. . 83 Hic nobilem virum dominum de Wido1 consanguineum suum cum quinqua- ginta viris expertissimis in bello (adeo viriles fuerunt, quod fama publica de ipsis testabatur, quod hasla eorum nunquaru fuerit a versa, nec sagitta ipsorum abiit retrorsum), et multos nobiles de Alemania peregrinos ad terram Prussie secum duxit. Hic frater Henricus de licencia uxoris sue* habitum fratrum do- mus Theutonice suseepit, et ipsa claustrum sanetimonialium in Cronswicz** in- travit, quod claustrum ipse instituit et fundavit, et donis magnificis dotavit. In quo eciam ipse post multa bella, que gloriose in dicto officio gessil, ut inferius apparebit, vocatus a magistro generali ad capilulum, in itinere infirmalus, mor- tuus est et sepultus. De expugnacione cujusdam castri et de Castro Cristburgk. 58 <«) Hic frater Henricus magister postquam instruetus fuisset a fratribus, quot mala Swantepolcus et sui complices neophiti apostale ierre Prussie fidei et fide- libus intulissent, ineepit toto cordis desiderio ad ipsorum destruetionem et ex- altacionem fidei laborare. Congregatis ergob fratribus et peregrinis, profectus est ad bellum, et in vigilia nativitatis dominice noctis medio quiescentibus ho- minibus venit ad Castrum Pomesanorum r, quod situm tunc fuit in loco, qui nunc dicitur Cristburgk anliquum, et applicatis scalis ad menia occulte intraverunt, captisque et occisis omnibus expugnaverunl4, ponentes ibi fratres et armigeros multos pro custodia dieli castri. Hujus eciam nomen quia in ipsa* nocte nati- vitatis Cristi fuit a fidelibus expugnatum, vocatum est Cristburgk, quod inter- pretatur Castrum Cristi, quod vocatum est ab angelo tes tarnen Ii, priusquam in mente magislri aut a Horum fratrum coneiperetur*. De translacione civitatis Cohnensis. Hoc tempore nobilis ille et illuslris prineeps deAniant"' cum multa milicia m) Trootwict Codd. Oonrwicium. Monach. Firnen«. C*p. 58. b) Ifitnr B. c) Poncnnorum ! H. d) ip« fehlt B. Cap. 59. e) Anlaut B. D. i. AntUnt K. T. AntUt II. m*rchio dictui Atlut Chron. OHt. * theilweise nur als Vicelandmeister. Er war nämlich Landmeister von 4348 (1341 ?) bis 4344, Vicelandmeister von 1347—1349, Historiogr. S. 381, 383. 1) Ohne Zweifel den schon c. 51 erwähnten Fridcricus, welcher also njeht erst 1347, gondern wohl schon 1343 (1341 1) Heinrich nach Preusscn begleitete, s; Vgl. c. 384. 3) An der Elster nahe bei Gera. Es war ein Jungfraucnklostcr des Prediger-Ordens. Die feierliche Scheidung der »edlen Frau Jutta Burggrdfln zu Altcnburg« und des »edlen Herrn und Vogts zu Gera« Heinrich von Weida erfolgte 1334, vgl. Monach. Pirnens. bei Mencken Script, rerum Saxon. 3, 1588. " 4) Der Annal. Thor, sagt, Christburg sei im Jahre 134 4 gegründet. Er scheint Alt-Christ- burg zu meinen, von welchem Dusburg hier spricht. Dass es von Swantopolk befestigt sei, sagt nur Grünau VIII, 4, 3, dein hierin L. David 3, 87 uud Voigt 2, 547 f. folgten. 5) Die Beziehung des Namens Christburg oder Kirsburg (denn so sprach man im Mit- telalter oft) auf die Eroberung der Burg zu Weihnachten, ist zweifelhaft, weil der Name Kirsberg schon in der Urkunde von 1339 Cod. Pruss. I, n. 50 vorkommt. Daher ist unter andern die Ableitung von dem altprcussischen Namen Kcrsc vorgeschlagen, Voigt 3, 583, Anm. 4. 8) Jeroschin und sein deutscher Epitomator fassen Anlaut bei Dusburg in der Bedeu- tung von Aneland und scheinen also das vorhergehende de nicht gelesen zu haben. Das Chron. Oliv, hat Marchio dictus Atlant. Schon Pauli Preuss. Staatsgeschichtc 4, 84 und Voigt 3, 587 haben an Anhalt (in t'rkk. oft Anehalt) gedacht. Unter den Gliedern des Hauses An- halt aber dürfte Albertus dux Saxoniae de Anhalt (I3H— 1360), der Gemahl der Schwester Friedrich s des Streitbaren von Oestreich (eine andere Schwester desselben war au Heinrich den Erlauchten von Meissen vermählt) hier vor andern in Erinnerung zu bringen sein. Er war 1318 in Livland. Von ihm handelt ausführlich Gruber in dem Chron. Livou. p. 137 ff. 6* Digitized by Google 84 , PETRI DE DUSBURG venit ad tcrrani Pmssie, et preter multa bona, que ibidem gcssit ad corrobora- cionem Gdei et fidelium, civitatem Colmenscra de castro antiquo transtulil ad clivum monlis, in quo nunc sila est, per quam translacionem terra Colmensis salvata fuit1. •o (M) De diversis traclatibus ei parlamentis Swantepolci. Swantepolcus audiens advenlum magislri, rogavit euni, ut dominum Hen- ricum de Lichtenstein sibi mitteret*, qui cum ad eum venisset, post mulias querelas, quas de fratribus coram eo proposuit, ait: paratus sum ad omnem justiciam mc obligare, et faccre quidquid preceperint fratres, si Glius meus mihi rcslituitur, quem dedi eis in obsidem. Dominus Henricus attendens, quod in voritatc dirigcndus est' quilibet et docendus, dixit ad eum: filium vestrum nullo modo rchabere potestis, quia pacem, pro cujus securitate ipsum fratribus in obsidem tradidistis, non semel sed pluries irritastis, adherendo apostalis et infidelibus, cum quorum exercitu terram Crislianorum et fratrum rapina et in- cendio dcvastaslis, et ncgocium fidei inßnitis angustiis Crislianorum magniflce promotum per vestram maliciamb destruxistis, crislifidelibus quibusdam mise- rabililer trucidalis, aliis in scrvitutem perpetuam deductis, unde non justiciam, sed graciam requirnlis. Sed quia veritas odium parit, et a perversis continue delrahilur sennonibus veritatis, ideo iste perfidus Swantepolcus, tanquam aspis surda obturans aures suas a veritate, auditum averlit0, et talia verba ab ipso Cap. 60. ») ert dir. B. b) mWcüun T. H. e) merUt B. uod 4 39. Grünau scheint den marchio dictus Atlant für eine Person mit Heinrich von Meis- sen zu halten, vgl. HI, c. 43 — was nicht der schlechteste seiner Gedanken ist. 4) Die Stadt Culm ist nach dem Annal. Thor, zweimal verlegt, 4239 an die Weichsel, 4253 auf einen Berg. Diese Angabe wird noch gesichert durch eine Urkunde von 4244, in welcher bereits eine planicies ante antiquam civitatem erwähnt wird, vgl. Geogr. S. 467. Grünau scheint sie gekannt, aber mit Rücksicht auf den in der Erneuerung der culmischen Handfeste von 4 254 erwähnten Brand von Culm in seiner Weise gelindert zu haben. Er sagt VII, 2, $}. 3, die Stadt sei 4 254 durch Bischof Heidenreich an die Weichsel unter einen Berg, 4254 durch Eberhard von Sayn auf den Berg verlegt, wo nach VIII, 4 2, §. 4 Markgraf Hein- rich sie befestigen half 4 258. Wenn man Dusburg's de castro antiquo transtulil urgirt, kann der prineeps de Anlant nur bei der ersten Verlegung 4239 mitgewirkt haben ; hüll man die nicht ganz entsprechende Wendung im Chron. Oliv, für authentischer, so wird er im Jahre 4 253 in Prcussen ffewesen sein. 2) Auch hier wieder scheint Dusburg in seinen chronologischen Angaben nicht zuver- lässig. Dass Heinrich von Lichtenstein mit Swantopolk unterhandelt habe, wird man ihm glauben; allein dies kann wohl nicht 4 247 (vgl. c. 57) geschehen sein, da Lichtenstein noch im Sommer 4 246 nach Oestreich zurück kehrte. Voigt 2, 578, Anm. 4 nimmt an, dass Lich- tenstein zweimal in Prcussen gewesen sei, indem er die advenlus magistri auf Heinrich von Weida bezieht, und glaubt sogar 2, 584, Anm. 4, dass die Verhandlung Licbtenstein's dem schiedsrichterlichen Spruche vom 25. Oc tober 4 2*7 Cod. Pruss. 1, n. 74 nachfolgte. Dies letztere ist vor allem unwahrscheinlich, weil dann Licbtenstein's Forderungen ebenso unge- recht als übermülhig und empörend gewesen waren. Dass aber Lichtenstein zweimal in Preussen gewesen sei, ist nur ein Nothbehelf ; nach Dusburg's Sinne hat er nur eine Kreuz- fahrt unternommen (er hatte sonst die zweite als solche jedenfalls erwähnt), und wenn sich nun durch Benutzung anderweitiger Quellen findet, dass er die Tbaten, welche er Lichten- slein beilegt, mit weit aus einander liegenden Ereignissen in Verbindung bringt, so i»t es einfacher diese Verbindung zu lösen, als eine neue Kreuzfahrt anzunehmen — zumal da das Chron. Oliv, diese Verbindung gar nicht kennt. So dürft« der Magister, dessen Ankunft Dus- burg bier erwähnt, nicht der Landmeister, sondern der Hochmeister Heinrich von Hohen- lohe sein, der sich im April 4 246 in Preussen befand (Urkk. vom 4 0. uud 24. April 4 246, Mo- num. hist. Warm. I, n. 4 3 und 4 4), und dessen Anwesenheit wohl besondere Friedensver- suche veranlassen konnte. Hierauf deutet eine von Voigt 2, 460, Anm. 2 gar zu kurz besei- tigte, neben Dusburg's unsicherer Lebcrlicferung doch zu beachtende Nachricht der Hoch- meislercbrouik, nach welcher der Hochmeister bei den Friedensverhandlungen zugegen und die üestreicher besonders betheiligl wareu. Digitized by Google CRONICA TERRE PRUSSIE. PARS III. audire contemnens, dictum dominum Henricum salvum rcmisit in civitatem Colmensem, ubi magistro et fratribus , que audiverat, recitavit. Non longe postea 1 idem dux magistrum induxil, quod cum eo conveoerat in quadam insula Wiscle, ubi post multos variosque tractatus habitos inter se sine fine amicabili sunt divisi. De resignacione pacis et vastacione terre Cuyavie. 61 <••> Elapso modico temporis spacio* Swantepolcus iterum ingratus beneficio et inullipharie gracic, quam eidem in summa necessitate constituto, fratres sepius cxhibuerant, occultc homines fralrum spoliavit, quosdam occidil, alios captiva- vitb et modis variis perturbavil. Tandem resignans publice paccm, incepit Cri- stianos hostiliter persequi, sicut prius, et congregato exercitu valido, Guyaviam terram ducis Casiroiri intravit improvise, et vastavit eam incendio et rapina, et occisis multis Cristianis, mulicres et parvulos cum aliarum rerum magno spolio secum duxit*. De expugnacione castri Cristburgk. •»(««). Nec dum idem Swantepolcus sacialus sanguine Cristiano, apposuit adbuc peccare, ut in iram deumc excelsum denuo provocaret. Invidebat cnim felicitati fratrum in eo, quod Castrum Pomesanorum nuper expugnavcranl, et cogitavil, quomodo vindicaret. Congregavit igitur omnem potenciam excrcilus sui et nco- pbilorum Prussie, et ul premissum est, quia omni dolo plenus fuit, Semper do- losc cgit. Unde divisit exercitum suum in duas partes, ut una Castrum ante invaderet, altera retro. Processit itaque ipse cum una parte dieli exercitus ad anteriorem partem et infirmiorem, et adeo infestus fuit in impugnando, quod fratres vix poteranl defendere illam partem. Unde factum est, quod alia pars exercitus in posteriori parte sine aliquo defensionis obslaculo Castrum subitilra- vit. Sicque isti ante, illi retro ipsos impugnaverunt, i|a ut breviter concludcndo ooines fratres cum corum familia in orc gladii trucidarent*. De reedificacione castri Cristburgk. ea m Ex hoc lamcntabili e von tu fratres et magister graviter perturbati conside- rnvenint, quod indomita colla istarum gencium non possent fidei subjupari, nisi in medio nacionis ejusd |>crverso haberent Castrum, de quo ipsas quollidie im- pugnarent. Convocata iterum multiludinc peregrinorum, que continuc de parti- bus Alemanie per predicacionem sanete crucis confluebat, preparalis omnibus, Cap. 61. t) tomp. tp. K. twnpor. B. b) di« Wort« qaoodim Mi e»pü>«Ylt fehlen K. C»p. 63. r) do- minum B. Cap. 68. d) illiu» R. 1) Hier dürfte nun an Heinrich von Weida und den schiedsrichterlichen Spruch vom 33. October iH7, Cod. Pruss. I, n. 71, zu denken »ein. Die Erwähnung von Gefangenen in diesem Spniche, aus welchen Lucas de bellis Swantopolci p. 44 und Voipl2,s.77 den Schluss zogen, dtiss demselben ein neuer Krieg vorangegangen sei, deutet wohl vielmehr darauf, das* es im Jahre zuvor nicht zu einem eigentlichen Frieden, sondern nur zu einem Waffen- stillstände gekommen ist. 4) Diesen Friedensbruch Swantopolk's und dessen Antheil an der Eroberung Christ- burfi's (c. 62) kennt das Chron. Oliv, nicht. 3) Dlugoss I, 708 Ittsst hier noch eine Schlacht zwischen Swantopolk und dem Orden bei Golup folgen, dann erst den Einfall in Cujavien (Dnsb. c. 61). Ihm folpen Cromer p. 547 und Schütz fol. 2t, 25, dessen Darstellung noch manches Willkürliche enthält. Voigt i, 586 nimmt aus demselben mehrere leichte und grobe Irrthumer auf. Digitized by Google 86 PETRl DE DUSBÜRG que ad edificacionem castrorum fuerunt necessaria, processerunt ad terra m Pomesanie. Immutantes* locum, et non nomen, edificaverunt Castrum Crist- burgk in eo loco, in quo permanet usque in presentem diem, ad laudem et glo- riam Jesu Cristi, munientes ipsum omnibus, que ad custodiam castrorum fue- runt necessaria, relinquentes eciam ibi magnam potenciam armatorum1. Postea in succcssu temporis locaverunt ibi circa Castrum civitatem, ad quam inhabi- tandam confluebat multiludo fidelium, qui pro defensione fidei Crisliane quotti- die intrepide res et Corpora b exponebanl. « («> De devota vita fratrtm de Cristburgk. In hoc castro Cristburgk fuerunt deo devoti et mire abstinencie regularis- que observancie sectatores, et cum hoc strenui milites in bello, ita ut vere pos- set de ipsis dici, quod in domo monachalem, et in campo vi tarn ducerent mili- tarem. Inter hos fratres fuit quidam dictus de Glisbergk'*, qui tanle fuit sanc- titatis, quod in die parasceves, dum divinum officium in ecclesia ageretur, et more soiito geniculando se inclinaret ad crucem osculandam, imago crucifixi lignea clevans se extendit brachia sua*, volcns eum circumdando brachiis am- plecti. Quo se idem frater indignum eslimans, ait : non decet te domine, quod tarn vilem* peccatorem amplectaris. Fuit eciam* quidam alius frater, qui circa cutem suam nudam catena grossaf et ferrea continue usque ad mortem suam pro nocturnali cinguio utebatur *. •» w De motte Potneranorum plurium et Pruthetwrum. Edificato castro Cristburgk turbati sunt insipientcs cordc, neophiti et Swantepolcus, et cogitaverunl unanimiter, quomodo ipsum deicerent et dcle- rent, impugnacionem modis variis attemptantes. Tandem fccerunt inter se niu- tuam conspiracionem, ut simul obsiderent Castrum Cristburgk, ncc« rccederenl ab obsidione, quousque 4erre alteri cocquarcnt. Congrcgati igiturh Prutheni cum magno cxcrcitu, premiserunl multos armigeros, qui currus et quadrigas ducentes victualia et arma custodircnt. Quos prcmissos invaserunt fratres in prelio et omnes occiderunt, currus et quadrigas ad Castrum suum deducentes. Quo percepto, Prutheni indignati ad propria rcdierunt. Sed Swantepolcus cum exercitu suo venit ad Castrum Santirium5, ibique castra metatusest, etpremisit multos milites et armigeros, qui, ulrum Castrum Cristburgk obsessum esset, diligencius explorarent. Quos milites invaserunt eciam ' fratres de Cristburgk, et occisis plurihus ex eis, alii fugientes cum clamore valido vcncrunt ad cxer- citum domini sui Swantepolci. De quo idem exercitus Pomeranorum tanlum lernt us fuit, quod omnes terga verterunt. Quo viso, fratres sequebantur eos, et quosdam occiderunt, aliquos1 ceperunt, reliqui se in Wisela submerserunt1, i ») mutante! B. b) ref tt e. intr. B. Cap. 64. e) OUtburfk B. d) tarn ntitan K. e) «t K. 0 «t frotM K. Cap. 69. f ) *" fehlt K. h) tteqve B. i) et K. X) »Uo* B. 1) die Worte 1) Christburg wurde 11*7 gegründet, Anna!. Pelpl. und Sarab., vgl. Chron. Oliv. 2) Sein Tod 1360 wird erwähnt III, c. 85. 8) Vgl. III, c. 68. 4) Achniiche Selhstpeinigung wird im Prolog erwähnt, fernere. 131, 146, SS9. 5) Zantir muss bald darauf in die Hände der Ritter gefallen sein, Urk. vomSeptemb. 4 948 bei L. David, Bd. 3, Anh. Nr. 6. Auch Granau VIII, 5, g. 3 hat darauf geachtet. Digitized by Google - CRONICA TERRE PRUSS1E. PARS HI. 87 sed dux cum paucis navigio vix evasit1. Sicque Swantepolcus devictus8, quia tota virtus exercitus sui fuit enervala, ammodo conquievit. . De conßictu in Nattangia, ubi um fratres cum mullis Crislianis fuerunt De peregrinis et pace reddita terre Prussie. ilec plaga magna dei facta in fratribus et populo, ad au res prineipum Ale- manie pervenit et commovil cos ad compassionem. Unde factum est, quod ipse Cristus, qui percutit et sanat, letigit graria sui Spiritus quorundam prineipum micorda, videlicct marchionis de Brandenburgk1, qui anno domini mccli, et epis- i2S2copi de Mersburgk*, et comitis' Henrici de Schwarzburgk,,, qui anno ejusdem sequenti intraverunt terram Prussie cum multitudine armatomm, quorum sin- guli terminos dictorum aposlalarum potenter pertransiverunt, incendio et ra— pina destruendo, occidendo et rapirndo, quousque omnino deficerent, nec ultra possent aliqualiter respirare. Ex lunc Pomcsani, Pogcsanih, Warmienses, Nat— tangi et Barthi, ordinante domino Jesu Cristo, in cujus manu sunt omnes pote— states et omnium jura regnorum, reversi sunt ad fidem, et fratrum imperio datis obsidibus se Herum subdiderunt. Eodem tempore et eadem causa Swantepol- cus dux Pomeranie, fatigalus* laboribus et expensis, nec Valens ultra resistere fratribus , composicionem , quam fecit Jacobus archidiaconus Leodiensis , qui >) rie fohlt K. b) p. f. B. t) rite. ip*. omn. B. d) tnartilofii K. B. J. martyroJofii T. H. e) ri- cut B. C»p. 07. f) t cowiü« et comlU K. f) Sicvzburgk K. SiUnburfk B. SchwuUburf D. J. T. b) Pogeuni fehlt H. i) f»tig»ttu tot Sw«nt. K. 4) Nach der Urkunde vom 10. Januar 1249 bei Baczko Preuss. Gesch. 1, 259 vermiUelte Otto Markgraf zu Brandenburg zugleich mit dreien preußischen Bischofen zwischen dem Erzbischof Albert uud dem Orden. Man darf wohl annehmen, dass dies inPreussen geschah, wenn auch der Ort der Verhandlung in der Urkunde nicht angegeben ist. (Am 4 8. April 12(9 waren die Markgrafen Otto und Johann zu Arneburg, Riedel cod. dipl. Brandenb. II, Bd. 15, S. 11). Nach dem Chron. Oliv, war 1450, nach Dusburg 1251 wieder ein Markgraf von Bran- denburg in Prcussen. Kein Haus betheiligte sich lebhafter an den Kreuzfahrten nach Prcus- sen als das Brandenburgische. Wir linden in Preussen den Markgrafen Otto 1254, Dusb. c. 71, Johann 1255, c. 77, und wieder Otto 1266, c. 125, 127 und noch etwas spatere. 131. 2) Der Bischof von Merseburg und der Graf von Schwarzburg waren nach dem Cbron. Oliv. 1251 inPreussen. Bischof von Merseburg war von 1244 — 1265 Heinrich I., Chron. episc. Merseburg. (-*.1319J bei Pcrtz Script. X, p. 191, wo aber die Kreuzfahrt nicht er- wähnt wird. .1) Wahrscheinlich' derselbe, welcher mit dem Grafen Günther von Schwarzburg zu- gleich von Rudolph Schenk von Varila 1248 gefangen wurde, Chron. Sampctr. bei Menckcn 3, 262. Digitized by Google CR0N1CA TERRE PRÜSSIE. PARS HI. 80 postea fuit Urbanus papa im, inier eum et fratres, servavit ratam nsque in finem vite suo. Sicque a die, qua inoepit bellum Swantepolci, fuit anno unde-iiw cirno tcrminatum, et terra Prussie in pace quievit'. De hello fratrum contra SatnbiUu. " 68 <67> De vasiacione territorii Girmow. Multa bclla2 gcsla sunt contra gentem Sambilarum, que singulariler enu- merare nimis longum esset, tarnen aliqua sunl poncnda. Fralor Hcnricus diclus Stango, commendator de Cristburgk, cum exercitu magno de magistri mandnto proccssit ad bellum contra Sambiam, et inlravil circa locum, ubi nunc situm est Castrum Lochstete*, tempore hyemali, vastando por incendium et rapinam ex utraquc parte usque ad villam Girmow*, occisis et capli« multis hominibus, ubi occurrcrunl eis Sambite armala manu. Quibus sc opposuit idcm commen- dator, quasi Ico intrepidus, et ut retardaret cos, quousquc exercilus suus posset rccedero ad tutum locum, lanceis suis plures vulneravit. Tandem circumvcne- Cap. 68. ») So nach dem Index K. ; tonet de bello tembiUnm. 1) Du Dusburg den Anfang des Krieges 1242 c. 31 und die Dauer desgelben, 11 Jahre, c. 67 ausdrücklich nngiebt, so ist das Endo, nämlich 1253 unzweifelhaft. Dilsburg' s Aus- druck ist gegen das Ende des Capitcls etwas geschraubt (Ähnlich aber, wie es scheint, der gemeinschaftlichen Urschrift weniger entsprechend die Wendung des Chron. Oliv.), Dus- burg sagt, dass seit der Zeit, in welcher sich die Preussen unterwarfen, auch der zwischen Swnntopolk und dem Orden (um 26. November 1248] geschlossene Friede, welchen Jacob [von Lüttichj zu Stande gebracht hatte, nicht mehr gestört wurde [er war aber in den Jah- ren 1252 und 1253 wirklich noch einmal gestört, wie sowohl die Urkunden bei L. David 3, Anh. Nr. 10, 13, 13 zeigen, als auch eine Notiz des Chron. Oliv, ad a. 12521, und dass also damals nach elfjähriger Dauer der von Swanlopolk [dem Verbündelen der Preussen] veran- lasste Krieg als völlig beendet zu betrachten war. Die entgegenstehcnden-Auffassungcn von L. David 3, 130 f. und Voigt 2, 611 f., welche das Ende des Krieges mit Preussen In das Jahr 12(9 setzen, und die dem Frieden zunächst vorangehenden Ereignisse dem entsprechend nach Gutdünken zusammenrücken, sind beleuchtet in der Gesch. der preuss. Hisloriogr. S. 284 f. — Wahrend der deutsche Orden mit der Wiederunterwerfung der Preussen vollauf beschäftigt war, hätte der Grossfürst Daniel von Halicz im Bunde mit den Masovischen Für- sten die Jadwingcr (Sudauer) und andere benachbarte preussische Stumme mit Erfolg be- kämpft. Russische Chroniken erwähnen einen Heerzug desselben noch vor Herzog Conrad's Tode (•}• 1247 — eine polnische Urkunde erwähnt »inen glücklichen Kampf gegen die Jad- winger im Jahre 1241 R. et M. cod. Pol. Ii, n. 28 — ), bald nach seines Sohnes Boleslaw*s Tode (f 1248) und besonders erfolgreiche in den Jahren 1252 (über den Lyckfluss bis an die Grenzen von Darthen), 1253 {bis Raygrod) und 1251 (bis in die Gegenden der Prcgelquellen). Sjögren, leber die Wohnsitze der Jatwttgcn. St. Petersburg 1858. 8. 10, 11, 15, 23, 25. Sie hatten den Erfolg, dass die Jadwinger (Jatwägcn) an Daniel Tribut zahlten, lind die pol- nischen Fürsten, auch Casimir von Cujavien und Bolcslav \on Krakau Versuche machtcu, in den unterworfenen Gebieten sich ebenfalls auszubreiten (Raynald 1253, n. 25) ; man gedachte für jene Gegenden ein eigenes Bisthum in Luckow oder Lyckow (Lyck) zu gründen (Raynald 1254, n. 26). Der Orden beeilte sich deshalb den Besitz von Gross-Barthen und Galinden, welche wahrscheinlich auch schon 1253 unterwürfen waren, sich durch den Pabst aus- drücklich zusichern zu lassen (Bulle vom 10. .Mai 1254, Cod. Pruss. I, n. 96). Dem Grossfür- sten Daniel und dem Herzog Ziemowit von Masovien überliess er in dem Bundesvcrtrage zu Rnezans 1254 ein Drittel des Jadwingerlandes (R. et M. cod Pol. III, n. 30, jedem wio es scheint ein Sechstel, vgl. cod. Pruss. I, n. 129). Casimir entsapte seinen Ansprüchen auf Ga- linden und das Jadwiugerland nach schiedsrichterlicher Entscheidung 1255, Cod. Pruss. I, n. 102, vgl. Geogr. S. 79. - Einen Einfall der Preussen in Polen im Jahre 1246 erwähnt das Chron. Polon. in den Beitragen zur slavischen Philologie und Geschichte 2, 150. 2) Nachdem der Orden schon am 31. Januar 1242 den Lübeckern einen Thcil des zu er- obernden Samlandes versprochen, und am 10. Miirz 1246 eine neue Verabredung mit ihnen getroffen hatte (Voigt 3, 627 und Cod. Pruss. F, n. 66), kam eine l'iiternehinung einiger Or- densbrüder aus Livland und einiger Lübecker j:cgcn Samlaud zu Stande, deren Erfolg gün- -stig war. Eine Anzahl von Gefangenen wurde nach Lübeck gebracht und dort getauft nach dem Attest vom 14. October 1246, Cod. Pruss. I, n. 69. 8) Nahe bei dem spater erbauten Fischausen. 4) Kirchdorf im westlichen Samland. Digitized by Google 90 PBTRI DB DÜSBURG runt cum Prulheni dolose, et plagis pluribus impositis de equo dejecerunt. Quod videns freier Hermannus germanus dicti commendatoris, commota fuerunt viscera ejus stiper fralre suo. Non Valens tarn injuriosam mortem ipsius susti- nere, accessit ad bellum, et post longam defensionem, in qua plures letaliter vulneravit, ambo mortui ceciderunt ; alii fratres cum exercitu suo evaserunt. «« («8> De quodam miraculo. De islo fratre Uenrico Stangone commendatore de Cristburgk refertur in— dubilantcr, quod dum ipse in capella flexis genibus ante altare rogaret deum, ut ostenderet ei aliquo signo, si ejus graciam meruisset, crucifixus ligneus, co- ram quo oravit, extendit brachium suum, et cruce signando ipsum benedixit, quo signo viso contentus recessit. Hoc vidit et publicavit frater Heindricus* ejusdem castri sacerdos, qui tunc orando in quodam Capelle angulo la titabat. »• (fl9> De prenosticacione evenlus belli Sambilarum. Sambite post edificacionem castri de Balga curiosius exquirentes fratrum condicionem et statum volentes plenius expcriri, miserunt unum de scnioribus suis versus Balgam, quem fratres cognita causa itineris sui gralanter suscepe- runt, pmnia facta sua in refectorio, dormitorio et ecclesia ei ostendentes. Qui cum haberet plenam de statu fratrum noticiam, reversus ad Sambitas ait: sci- tole, quod fratres sunt homines sicut ot nos ; habent laxos et molles ventres, sicut nos videlis habere ; in armis, cibis, et aliis satis conveniunt nobiscum, scd in hoc differunt a nobis ; habent enim unum opus in consueludine, quod sine dubio destruet nos. Ipsi singulis noelibus surgunt de stratu suo, et conveniunt in oratorio, et in die pluries, et exhibent reverenciam deo suo, quod nos non faeimus. Unde in hello nos sine hesitacione aliqua superabunt. Et quia iste vi- dit fratres comedenles caules, quibus Pruthcni non utebantur, credidit, esse germina, unde addidit : et ipsi eciam comedunt gramina1*, sicut equus et rou- lus; quis posset talibus resistere, qui in solitudine sine labore inveniunt ci- bum suum ? 7t cd De subjugacione Sambiiarum. Reversis ad fidei unitatem gentibus supradictis, restabant adbuc Sambite, mi ad quoruiu subjugacionem Cristus anno incarnacionis sue hccliiii 1 misit Otha- rarumr regem Bohemie, virum utique deo 'devotum, et exercitatum in armis, Ottonem marchionera de Brandcnburgk , qui in itinerc hujus peregrinacionis marscalcus ejus fuit, ducem Austrie, marchionem Moravie1, Henricum" episco- Cap. 6». a) Heindricn« K. B«nrieui B. Uelmrico* T. Heinrich J. Cap. 70. b) gmiia& K. Cap. 71. c) Othachtrura K. Ottocarum D. 4) Ottokartrat seinen Zug am 4 4. Deccmher 1 334 an, feierte Weihnachten in Breslau, woOUo von Brandenburg zu ihm slicss, und erreichte auf dem Rückwege am 6. Februar 1253 Troppau, vgl. die Annal. Ottocar. im Anhang 5. Letzte Urkunde Ottokar's vor dem Zuge vorn 44. November, zu Krems gegeben, bei Boehmer Rcgestcn S. 43t. Letzte Urkunde Otto'« vor dem Zuge, vom 4 3. Oclobcr 4254, gegeben zu Seiescre (Ziesar) im Brandenburgischen, bei Riedel cod. Brand. II, Bd. 8, S. 462. 2) Dusburg und der Chronist von Oliva wissen nicht, dass Ottocar von Böhmen selbst Herzog von Oeslreich und Mahren ist Auch der Hochmeister Poppo von Osterna war wah- rend dieses Kmizzugcs in Prcussen anwesend, Cod. Pruss. I, n. 4 02, 4 47, aber nicht, wie Voigt 3, 78 sagt, Dietrich von Chiningen; denn am 48. Januar 1255 erscheint Burchard von Hornhausen, als Vicelandmeister, Voigt 3, 89, Anm. 2. Dietrich von Grüningen begegnet uns als Landmeister erst im Mai 4255, Monum. bist. Warm. I, n. 36. 3) Die Namen Heinrich und Hcidenrcich werden oft verwechselt, vgl. c. 69. Digitized by Google CRONICA TERRE PROSSIE. PARS III. 91 pum Golmensen*, Anselmum1 episcopum Warmiensem, et episcopum Olmacen- sein, cum ingenti multitudine peregrinorum, et de Saxonia, Tburingia, Misna, Austria et Reno, et aliis Alemanie partibus barones, milites et nobiics, quorum an im us accensus fuit ad vindicandam injuriam domini crucifixi. Tanta fuit mul- titudo hujus exercitus, quod excedebat numerum lx miliuin pugnatorum ; cur- ruum et quadrigarum, ducencium arma et victualia, numerum non audivi. Ve~ nit itaque exercitus iste tempore byemali in Elbingum, et negocium fidei, quod deus in sui providencia disposuit ad salutem, inimicus humani generis diabolus voluit impedire; ordinavit enim quod inter unuin virum de Saxonia et alterum de Austria in quodam molendino tanta fuit orta altcrcacio, quis eorura primus deberet molere, quod non solum militares ot communis populus', verum eciam rex et alii principes arma ad pugnandunid induissenl, sed vir dei Olmaccnsis episcopus, pacis amator, hujusmodi dissensionis materiam amputavit, et pacem prislinam reformavit. Facta ergo concordia, rex Bohemie prccessit exercilum suum usque ad Castrum Balge , ubi ex ordinacione fratrum invenit quendam scnem virum, dictum Gedune, patrem Wissegaudi de Medenow, de gentc illo- rum, qui dicunturCandeym'1, qui omnem virtutem bellatonim de Sambia pleno novit. A quo dum rex quereret, visa prima parte exercitus modica, utrum cum tot armatis aliquid posset agere, respondit, quod non. Deinde supervenit ex- ercitus duplo major, quo viso respondit ut prius; tercio venit exercitus in triplo major, nec adhuc suffecit ei; landein supervenit tota residua pars exercitus, qui operuit glaciem, sicut locuste operiunt terrarn', et dum rex quereret, utrum ali- quid posset agerc in terra Sambie cum tanto exercitu, respondit : sufficit, vade qiiocunquc tibi placet, et .quod8 volueris, impetrabis. Hoc facto rex dedit ei vexilla sua, ut figeret ea super predia et habitaciones suas etparentum suorum, et viso signo regis nullus eum molcstarct. Ipse vero nimis tardabat, nesciens quam impetuosi essent Theutonici in bello, unde dum rediret ad propria, inve- nit suam et suorum habitaciones exustas, familias suas et suorum et fratrem suum, dictum Ringelum, et omnes de suo sanguine1* interfectos. Intravit itaque rex Sambiam cum exercitu suo circa territorium, dictum Medenow, et exustis omnibus, que igne consumi poterant, captisque et occisis multis hominibus, ibidem pernoctavit. Scquenli die venit ad lerrilorium Rudowie, et Castrum ibi- dem* potenter expugnavit, tanlaque facta fuit* ibi strages in populo Sambita- rum, ul nobiics obferrent regi obsides, supplicantes, ut eos ad graciamk susci- pere dignaretur, et tolum populum non deleret. Posthec venit ad territoria Quedenow, Waldow, Caym, et Tapiow, et nc lantam stragem faceret in eis si- cut in aliis, optulerunt singuli filios suos in obsides, oblfgantes se sub pena ca- pitum suorum mandatis fidei et fratrum humiliter obedire. Hiis omnibus rite peractis, rex obsides1 predictos fratribus assignavit, procedens usque ad mon- tem, in quo nunc situm est Castrum Kunigsbergk", consulens fratribus, ut ibi *) CeloniraMm ! T. U. b) Den Anfang.buch.tnb«» \ hat K. D. aber nicht B. Anahrlmt» 1. e) Di« Worte quod bi» popultt* fehlen K. d) pugnam K. e) Oandeym B. R. D. f) Ict. op. B. g) quid R. b) »no sang. B. D. tang . »uo K. i) (acta fuit K. D. fuit facta B. k) mm ad g. K. D. ad g. tot B. 1) otw. Uloa pr. B. m) Ei wechseln Kunig»-, Kunigea-, Kunnigi-bergk aneh -pergk. I) Ueber dies Geschlecht vorgleicho Mülverstedt in den N. Preuss. Pr. BI. 1855, Bd. I, S. J80. i) Also doch wohl die Burg Rudau. Es kann dagegen nichts verschlagen, wenn gelegent- lich in einer Vcrschrcibung in der Nähe von Rudau auch eine Burg Nogym|itcn erwühnt wird. Zu Voigts, 88. 92 I'KTRI DE DUSBlMi • Castrum pro defensione fidei instaurarent, relinquens ipsis magnifica et regia dona in subsidium edificü ejus. Consummato ergo peregrinacionis sue labore, reversus est rex ad regnum suum sine magno prejudicio gentis sue *. Ts ei) De edificacione castri Kunigsbergk vel TuwmgtteS Post recessum domini regis de Bohemia, magister et fralres preparabant ea successive, que ad edificacionem fuerunt neeessaria, et assumptis sibi fidetibus 1245 suis Pruthenis cum magno exercilu venerunt anno domini jicclv, et in eo loco, qui nunc dicitur Castrum antiquum, edificaverunl Castrum Kunigsbergk *, vo- cantes illud ob reverenciam regis de Bobemia Castrum regis (apud Pruthenos di- citur Tuwangste a nomine silve, que fuit in diclo loco), relinquentesk ibi fratrem Burgarduni c de Hörnhusen* pro commendatore cum multis fratribus et armige- ris. Postea translatum fuit hoc Castrum ad eum locum, ubi nunc est situm in eodem monte, et duobus muris et ix turribus lapideis est vallalum*. *s (72) De vastacione terre Sambie et edificacione castri Wilow.* 12&5 Eodem anno , quo Kunigsbergk fuit edificalum , Nadrowite, Scalowile et Sudowite gentcs vicine indignate ex hoc, quod Sambite se fidei et fratribus sub- didisscnt (timebant enim, quod ipsi per eos deberent eciam fidei subjugari, si- cut rei cventus postea comprobavit) , unde congregata magna exercitus sui po- Cap. TS. >) Towanfrt« K. B. Toir»p«te D. b) ediftoarit . . . rclinqueo« B. o) AorckMtiiun D. C«p. 73. d) Buweilen WiUw. 1) Die, wichtigste Ergänzung zur Geschichte dieses Kreuzzuges geben die Annales Ot- tocariani; aus denselben schöpfte Pulkava hist. Bohem., dessen Zusätze in werthlosen zum Thejl verfehlten Coinbinationcn bestehen. Ihm ganz nahe steht Anonymi chron. Bohem. (vgl. Beilage 5). Duhravius (-{■ 1553) in seiner historiu Qohcmica behandelt die Geschichte dieses Kreuzzuges in spielend phantastischer Weise. Die Ostreichischen Chronisten und Hermann von Altaich (s. Beilage 6) erwähnen Oltokar's Kreuzfahrt nur kurz aber in über- schwenglichen Ausdrucken. Einige hiehvr gehörige Urkunden führt Voigt 3, 63 und 87 aus dem Anzeigehlatt zu den Wiener Jahrbüchern 1823, Nr. XXII an. — Grünau VIII, c. 5 und 6 setzt die Kreuzfahrt Otlokar's um 1248! Mit Ottokar zugleich waren Drusiger (s. o.), Friedrich von Meissen, Tielemann von Thüringen (!) und mehrere polnische Fürsten in Preussen I 01- tokar wird in Elbing 8 Tage von Maydlo aufgehalten, Gerold von Dometen hat den Streit in der Muhle, Bruno gründet Braunsberg ; die Herren »gewannen das ganze Land; sie ver- störten Rikayot, und verbrannten die Abgötter mit der Eiche ; den Kirwayt Mangelo hieben sie in Stücken ; nach welchem halten sie das ganze Land, Balga ausgenommen.« Endlich er- bauten sie Brandenburg, Königsberg, Kreuzburg, Lüneburg. (Von Dusburg's Nachrichten über den Kreuzzug verbraucht Grünau die über die BefragungGcdune's für einen Kreuzzug Herzog Olto's von Braunschweig um 1258, VIII, 13, g. 1). Es scheint, dass Grünau hier aus- ser Dusburg auch die von ihm vielfach ausgebeutete Schrift Plastwig's de episcopis War- miensibus (über die Erbauung von Breunsberg durch Bruno, vgl. zu c. 1*0) und die Anna- len von Thorn, wo die Gründung von Kreuzburg um 1253 vorkommt, benutzt habe. Aber die Darstellung im Ganzen ist nicht ein Hanr breit besser, als andere Darstellungen dieses Chronisten, und wird auch dadurch nicht besser, dass vieles daraus in L. David 4, 5 und Schütz fol. 27 übergegangen ist. Voigt 3, 5t f., 81 f. hat theils aus Dubravius, theils aus L. David und Schütz (den er durch die ganz verfehlte kritische Note S. 81 zu heben sucht) manche nichtige Fabeleien, namentlich auch über den Kreuzzug Heinrichs (statt Friedrichs] von Meissen 1253, über die Zerstörung von Romowe in Samland etc. mit aufgenommen. Dass Graf Rudolph von Habsburg an der Kreuzfahrt Theil genommen habe, wie Gerbert in seinen fasti vor den Epist. Rudolphi p. 29, Müller, Schweizergcschichte 1, 500 und noch Voigt 3, 77 glauben, ist eine nach dem Ausdrucke Böhmer';» Regest. Addit. 2, S. 432 »gänz- lich aus der Luft gegriffene« Angabe. Den Anlass zu derselben scheint ein Wort Grunau's in dem Eicurse VI, 6, g. 2 gegeben zu haben: «Rudolphus war etwan sein (Ottokar' s) Mar- schall gewesen.« 2) Die Erbauung Königsbergs im Jahre 1255 erwähnen auch die Anna). Pelpl. Sumb. und Thor. 3) Er kommt schon in einer Urkundo vom 10. Marz 1254 bei L. David 3, Anhang S. 29 als Sambie commendator vor. 4) Vgl. Geogr. S. 130 und 213. Digitized by Google CRONICA TEURE PRUSSIE. PARS III. 93 tencia, terram Sambie rapina et incendio transiverunl', captis hominibus plu- ribus el occisis, et dum rccederent, placuil eis, ut Castrum Wilow edificarent, ne improvisus et facilis aditus in terram Nadrowie pateret amodo fralribus et Sambitis. Unde edificalo Castro predicto, relictisque ibi Tirskone* et filio suo Maudelo* cum multis armigeris, ad propria sunt reversi. Sed ecce mira dei pro- videncia, que in sui disposicione non fallitur; ordinavit, quod ea, queNadrowite tunc sibi fecerant in prosidium, postea fuerunt eis facta in magnum laqueum et ruinam. Teligerat enim deus corda dictorum Tirskonis capitanei dicti caslri et virorum, qui cum eo fuerunt, ut relicta ydololatria, se ad Cristi fidem converte- rent et fratres, et facti sunt strenui pugiles ßdei Cristiane. De hello contra terram de Wohenstorph* et expugnacione caslri Capostete. t* in) Et quia idem Tirsko plenam habuit noticiam vie ad terras vicinas, ideirco coramendator de Kunigsbergk cum exercitu Sambitarum, diclo Tirskone duetore, intravit terram Wohenslorph improvise, el applicalis scalis ad menia, ordina- lisque modo debito, que ad impugnacionem sunt necessaria, Castrum Capostete violenter expugnavit, et in eitlerem redegit, captis d et occisis in diclo caslro el territorio ipsius pluribus hominibus loloque territorio rapina et incendio de- vastato*. De expugnaäone aliorum castrorum, et subjectione terre Wohenstorph. i» ui«)ue fthlt K. dj intr»T«ront B. (intrante» D.) intervene- runt K. e) fuit Ii. f) domine 11. g) ipwirum B. 1) Vgl. zu HI, c. 101. 2) Acchte Ergänzungen der Schlaehlgeschuhto bieten nur Alnpecko S. 6« 6 f. und der Liber annivers. bei Bachem, wo Karl von Schweden als Thcilnchmcr au der Schlacht er- wähnt und die Zahl der Gefallenen auf 136 angegeben wird. Jahr und Tag der Schlacht wer- den bestätigt durch die Annal. Pelpl. Samh. und Thor., vgl. Üettmar, Lübische Chronik bei Grautoff I, 138. Hennig zu L. David 1, 33 und Voigt 3, 186 rücken dieselbe aus nichtigen Gründen auf den 13. Juli 1261 hinaus. In den Annal. Sancrueiens. p. 6U wird die Schlacht am Margarcthentage als ein Sieg der Tartaren, in den Annal. Salisb. p. 795 und in der Reim- chronik Otlokars p. 92 als ein Sieg der Polen und der Ordensritter über die Tartaren darge- stellt ! (s. Beilage 6) . Noch mag in diesem Zusammenhange die wohl jedenfalls ungenaue No- tiz der Annal. Islandorum regii (geschrieben 1307, fortgesetzt bis 1341) bei Langebeck Script, rer. Danic. III. p. 102 zum Jahre 1259 erwähnt werden : Svikner guds riddarar i Samlandi, Equites dei in Samlandia prodili. Script, r. P. l. 7 8« (M) Digitized by Google 98 PETRI DE DÜSBUttr, ler Hermannus*, dum recederet, dixit quihusdam fratribus: Valete, amodo me non videbitis, quia virgo dei genitrix me ad eterna gaudia invilavit*. »e ($2) Ad idem. Fuit in partibus Alemanie deo devota mulier in quodam inclusorio, que fuit soror fratris Conrad i de Wucgwangcnkl qui postea fuit magister generalis domus Theutonice, cui dominus apparens, oslendit ei hanc slragem in quadam \isione. Vidit enim fratres et eorum armigeros cum infidelibus bellare et occidi, et ec— rum animas in celum ab angelisc deportari. a7 (82) Item de eodem. Eandem omnino similem visionem vidit quidara rusticus triturator, vir Sim- plex et rectus ac timens deum in terra Prussie. Dum staret ante fores domus sue, vidit manifeste in ai«re fratres cum Lcthowinis bellantes, et vocavit ad se familiam suam et ait: nonne videtis, quomodo domini" nostri fratres pugnant cum infidelibus? modo fugiunt tarn Prutheni quam Lyvonienses; modo fratres et pauci cum eis, stant in bello se viriliter defendentes, undique vallati hosti- bus ; heu modo occidunlur, nunc video bcatam virginem Mariam et sanclas vir- gines et angelos dei cum animabus ipsorum ascendere in celum. Inter has ani- mas, ut uterque vidit, due hierum eminenciores aiiis, que fuerunt animc fratris Hermanni, dicti Sarraceni, et cujusdam fratris dicti de Glisbergk, de cujus statu in edißcacione castri Cristburgk superius est premissum. Concordabant eciaro ambo in hoc, quod omnes anime, quarum Corpora in hoc conflictu Curonie ceci- derunt, salvate fuerunt preter unam. Que fuerat causa* damnacionis sue, nes- cio, deus seit. Ex hoc colligendum est, et indubilanter c redend um, quod ipse Cristus, per quem nihil in terra fit sine causa, hanc plagam preterilam et futu- ram apostasie in populo suo fieri permisit, ut hü interfecti mercedem promeri- tam reeiperent in celis, superstites autem in periculis constituli magis ac magis convalescerent in fide, et confunderent non credentes, quia virtus fidei in secu- ritate periclitatur, et in periculis est secura, et inlelligas in operibus bonis idero. M(»3) De combustione castri Lencenbergk* et plurium Prulhcnorum. Ko tempore, quo Prutheni suspecti fuerunt de apostasia, frater Volradus advocatus Nattangie et Warmic*, qui dicebalur Volradus Mirabilis4, (et vere ita erat) sedit in collacione cum nobilibus dicte terre in castroLencenbergk5, et post modicum tempus quidam extinxit lumen et invasit fratrem Volradum, et utique occidisset eum, si non fuisset armatus. Reverso posthoc lumine, ostendit veste» laceratas, et quesivit a nobilibus, quid talis homicida meruisset«. Rcsponde- runt omnes, quod dignus esset comburi. Alia vice idem frater Volradus plures Cap. 85. %) n. i. fr. Hemi. K- idemque Herrn. B. Cap. 86. b) Wuttwftlifra, *p*ter meitt Woefwaiijen oder Wujwjnrrn. e) kngrlo B. Cap. 17. d) dmnlni fehlt K. e) fuerunt cauM K. fuit e. B. Cap. 88. f) Leneeoberffk K. Leucenberg h B. () roluiMet B. 4) Eine ganz ähnliche Geschichte erzählt Alnpecke S. 684. 8) Vgl. III, c. 164. 8) Ob dieser Titel richtig ist? Geogr. S. 46«, Note 656. 4) Eigenname. Voigts, 4 89. 5) Lcncenhurg ist wohl nicht verschieden von Lemptenburc in der Urk. von 4846 und von Lemclonberch in der Urk. von 4231, Cod. Wann. I, n. 42, 97 et. 86. (Ob nicht der Name Lemke — Johannes Lcnikini, Cod. Warm. I, n. 448 — darin steckt?) Lemptcnburg lag am frischen Haf, nahe dem spateren Brandenburg. Geogr. S. 4 7. Digitized by Google CRONICA TKRRK PRÜSSIE. PARS III. prioribus ad idem Castrum invitavit, et dum inebriati murmurare inciperent de morte ipsius, exiit, et clauso hostio dictos nobiles et totum Castrum redegit* in favillam'. De apostasia Pruthenorum secunda, que duravit xv annis. w (wj Eodem anno in vigilia beati Matbei apostoli et evangeliste, Prutheni viden~i26o tes fratres debilitatos in hoc bello, in fratribus, armigeris, equis, armis et aliis, 20 8ept que ad prelium sunt necessaria, addentes mala malis et dolorem super dolorem, apostataverunt a fide et fidelibus iterum, et in errores pristinos sunt relapsi*, et Sambite quendam dictum Glande, Nattangi Henricum Monte, Warmienses Glappum, PogesaniAuttumeb, Barthi Diwanum 'win capitaneos et duces sui exer- citus elegerunt*. De mulla Cristiani sanguinis effitsione. 90 m Hü capitanei et duces exercituum statuerunt diem certum ad hoc, ut oranes convenientes in armis, quoscunque fidei Cristiane professores occiderent et us- que ad internecionem delerent. Quod et perfecerunt, quia omnes Cristianos, quos extra municiones in terra Prussie invenerunt*, quosdam miserabiliter tru- cidantes, alios captivantes, in perpetuam servitutem4 deduxerunt; ecclesias, a) reiüt B. Cap. 88. b) Aottunie B. D. Avctame K. e) Bi»w«üen Dywm. Gap. 90. 4) mit. jwrp. B. • 4) Dass ßs auch sonst an harten Maassregeln nicht gefehlt haben wird, zeigen nament- lich die Bullen des Pabstes vom 24. Januar und 24. Februar 4260, in welchen er genehmigt, dass diejenigen Preussen, welche sich weigerten, am Kriegswesen Theil zu nehmen oder beim Burgbau Dienste zu leisten, durch Pfändung ihrer Kinder dazu gezwungen werden dürften. Grünau VIII, 6, g. a spricht über die Anlässe eines gewissen Abfalles, welchen er in das Jahr 4250 setzt, nach seiner Einsicht, und erwähnt namentlich auch, dass die Preus- sen wieder einen Kyrwaiten Alcps aufwarfen. Dies Geschwätz ist aufgenommen von L. Da- vid 4, 4 8 f. und Voigt 3, 4 52. Auch von Grunau's Erdichtungen Uber den Vorfall in Lenzen- burg VIII, 7, jj. 4 (vgl. Schütz fol. 28) ist manches in Voigts Gesch. Preussens 8, 490 über- gegangen. 2) Die Zeitbestimmung 4260 wiederholt Dusburg c. 4 37, vgl. jam duobus annis pugna- verant c. 98. Der Aufstand dauerte 45 Jahre c. 89 und 472. Die pabstlichen Bullen bestäti- gen diese Zeitbestimmung.- Schon am 9. September 4260 erlögst Pabst Alexander IV., luc- tuosis preeibus des Ordens bewogen, eine Bulle, in welcher er (vgl. zu c. 82) den Oberbe- fehl über die gegen die Tartaren bekreuzten dem Könige von Böhmen und dem Markgrafen von Brandenburg Ubergiebt, Cod. Pruss. I, n. 4 34 . In der Bulle vom 7. Januar 4 264 spricht er sebon von dem um sich greifenden Abfalle, Cod. Pruss. I, n. 4 33. Nach einer Bulle vom 8. April 4264 steht es in Preussen und Livland schon so schlecht, dass de perditione ipsarum [terrarum] continuus timor ingeritur, bei Voigt 3, 474. Voigt« Darstellung dieser Zeiten ist verzerrt und unverständlich, da er diese und andre Bullen noch vor der Schlacht hei Durben — bei ihm am 4 8. Juli 4 264 — unterbringen muss. Noch höber steigende Theilnahme des Pabstes bezeugen die Bullen vom 4 3. September 4 264 bei Voigt 3, 4 99, und vor allen vom 2«. April 4262, Henncs n. 4 96. Auch Alnpecke S. 649 erwähnt den Abfall der Preussen, und namentlich der Samen, Natanger und Ermen, der um so gefährlicher war, da auch die Kuren die Gelegenheit zur Befreiung benutzten, wie die Samgallen sich schon früher erhoben hat- ten, und bemerkt, dass Carsovia (wie auch Dobeu) erst später von den Rittern aufgegeben sei. Der Einfall der Litthauer in Preussen und Polen, welchen Baczko p. 78 um dieselbe Zeit erwähnt, mag die Empörung begünstigt haben. 3) Die Taufnamen derselben trägt Grünau VIII, 44, g. 2 nach. Ihm glaubt L. David, 4, 40. Der Name Glande's Richard findet sich auch noch bei Voigts, 4 98. Glande wird nur hier erwähnt, desgleichen Auttumo. Glappo erscheint vor Brandenburg c. 4 80, wird erhängt uiu 4278 c. 436. Am häutigsten kommen Monte und Divan vor. Monte, in Magdeburg erzo- gen, c. 94, des Deutschen mächtig, c. 467, bei Pocarwen 4264, c. 94, vor Königsberg nach 4262, c. 404, bei Löbau 4263, c. 4 23, Tod um 4278, c. 435. Diwan, genannt Klekine, c. 4 43, bei Wiesenburg c. 4 4 7, im Culmerlande und Christburgischen c. 4 48, nochmals vor Christ- burg c. 4 44, fällt vor Schoensee, c. 467. Es werden gelegentlich aber noch einige andere Anführer genannt: Scume und Stutze vor Balga c. 438, Pobrawe ebenda c. 489, Linco und Colte vor Christburg c. 4 43, die Barter Numo und Dersko in der Verbannung c. 225. 4j Vgl. III, c. 467, 469. 7* Digitized by Google 100 PETRI DE DUSBURG capellas et oratoria dei comburentes, sacramenla occlesie irreverenter tractan- tes, vestes sacras et vasa ad illicitos usus pertrahcntes*, sacerdotes et minist ros alios ecclesie miserabiliterb trucidabant. Sambite quendam sacerdotem, fratrero doruus Theutonice, qui ad baptizandum eos missus fuerat, eomprehenderunt, et Collum ejus sub duobus asseribus compressenint e, quousque deficiens expira- ret, asserentes, quod tale genus martirii competerel viris sanctis, quorum san- guinem fundere non auderent. •l (86) De conflictu in Pocarwis, ubi multi Cristiani sunt occisi. im Anno domini mcclxi *, volante fama persecucionis hujusmodi per Alema- niam, commoti sunt principes et barones. Unde dominus de Reyder* et multi nobiles de aliis Theutonie partibus, compacienlcs fidci et fidel ibus, quod nc— vella plantacio ecclesie in partibus Prussie, per inultorum fidelium sanguinis eflusionem erecta, deberet tarn miserabiliter interire, venerum diele terre in subsidium. Cum quibus fralres et eorum armigeri intraverunt terra m Nattangie, et devastata ipsa incendio et rapina, caplis et occisis multis, redierunl ad eum locum, ubi nunc situm est Castrum Brandenbnrgk, ibique castra metati sunt. Placuitque fratribus et peregrinis, ul aliqua pars exereitus rediret ad dictam terram ilerum depopulandam, relicta parte alia in diclo4 loco. Quo facto Nat- tangi considerantes, quod pauci' non auderent ipsorum terram depredari, con- ». Juiur gregati invaserunt residuam partem exereitus in Pocarwis, peregrinis et fratri- bus ex adverso viriliter se opponentibus, et preeipue quidam miles de West- falia, dictus Stenckel de Binthcymf, qui audierat in quodam sermone episcopi, quod anime fidelium interfectorum in Prussia deberent ad celum sine omni pur- gatorio evolare, hic perurgens dextrarium suum calcaribus, applicataque lancea, more militari pertransiit* bostium cuneos, interficiens impios a dextris etb a si- nistris, et cadebant ab eo' huc et iüue. Sedk in redilu, dum venisset ad mer dium' ipsorum, occisus est, ortumque est intcr eos grave bellum, ex utraque parte pluribus vulneratis lctaliter et occisis. Tandem sicut deo placuil, ita fac- tum est, quod ipse dominus de Reyder cum magna parte exereitus et fratribus, qui cum eo fuerant, est occisus, quidam capti, in fugam cetcri sunt conversi. Dum hec agercnlur, fratres cum alia parte exereitus dum appropinquantes loco certaminis viderenl exercitum Cristianorum confusum, nec possent pre multitu- dine hostium liberare, per viam aliam ad propria sunt reversi s. Post hanc ce- •) pertnAendo B. b) mirablllter K. c) eompi*hen*enuit K. Oap. 91. d) illo B. e) Um pauci B. 0 *o B. D. BinUieim K. g) »o B. D. pertr»n»it K. h) et fehlt K. 1) Ulo B. k) et B. 4) Dass die Schlacht bei Pokarwen in dieses Jahr fiel, bezeugen die Aanal. Pelpl.Samb. and Thor. DasTagesdatura derselben die Vincentii d. h. der 22. Januar giebt Dasburg c. 98 : eodem die revoluto anno. Auch ßaezko p. 73 erwähnt diese Schlacht. Ungenau freilich ist es, wenn er meint, hier hätten Deutsche und Polen gegen Litthauer gekämpft. Das Tagesda- tum lercia septimana post diem epipbanie (vom 20 — 27. Januar) 4 264 stimmt mit dem von Dusburg angegebenen genau Uberein. Dlugoss 4, 764, welcher die Schlacht nach Dusburg und Baczko schildert, giebt ungefähr richtig das Datum in festo purificaUouis 8. Marie. Voigt 3, 203 setzt die Schlacht fälschlich in das Jahr 1262. 2) Erst L. David 4, 43 nennt ihn Reeder. Seine Schilderung de« Zuges beruht auf einem völlig erfundenen Heereszuge, von dem Grünau VIII, 4 4, g. 2 spricht, und welchen er nur deshalb hieber zieht, weil Grünau bei demselben die Geschichte des Slenkel von Bentheim (er nennt ihn Seno von Bynthauseu) anbringt. Nur auf solche Gewähr versichert er, und nach ihm Voigt, 3, 204, die Kreuzfahrer seien durch Culmerland und Pomesanien hinab nach Natangen gekommen. Es ist aber wohl wahrscheinlicher, dass sie zur See direct nach Kö- nigsberg kamen. 8) Wohl nach Königsberg. Digitized by Google CRONICA TERRE PRDSS1E. PARS III. 101 » • dem Nattangi, volentes victiroam düs offerre, miscrunt sortem inter Theutonicos ibi ca p tos, ceciditque duabus vicibus super quendam burgensem de Megden- burgk, nobilem et divitem, dictum Hirtzhals, qui sie in angustia constitutus, Henricum Monte rogavit, ut ad memoriam reduceret beneficia, que ipsi in civi- tate Megdenburgk sepius exhibuit, et cum ab hac miseria liberaret. Quo audito Henricus eidem compaciens, ipsum duabus vicibus liberavit. Sed cum* tercio missa sors caderet Herum super eum, noluit redimi, sed sponle oflerens se in bona ebnfessione hostiam deo, ligatus super equum suum, estcrematus: Nota hic, quod idem Henricus et plures alii sub iuramento suo postea afürmabant, quod cum idem burgensish in equo crematus emitteret spiritum, viderunt ex ore ipsius columbam albissiraam1 evolanlem. ♦ De preno8ticis hujus belli. 9a (j»n *Fuit in partibus Alemanie quedam vite sanete mulier in quodam reclusorio, que audiens demonum multiludinem cum magno slrepilu et fragore precedere cellam suam*, adjurans ipsos quesivit, quo tenderent. Quidixerunt: versus Prussiam; ibi cras crit grande bellum. Respondit ipsa : dum redieritis, renun- ciate mihi, quid ibi sit actum. Qui reversi dixerunt, quod Cristiani perdidissent victoriam, et quod omnes anime, quarura corpora ibi occisa fuerant, essent sal- vate, preter tres, que non devocionis causa, sed exercendi miliciame* suam ve- neranl' ad hoc bellum. De morle plurium peregrinorum. n (88) Eodcm anno comes de Barbige** venit Prussiam' cum multa milicia, et in- travit terram Sambie, Post cujus depopulacionem Sambite congregati invase- runl eum in die beate Agnetis virginis", et vulnerantes ipsum graviler, aliqui u. Juuw in fugam conversi sunt, alii capti vel occisi. k De desolacione caslri Helisbergk. m im Non Ionge postea Prutbeni» cum tribus exercitibus' et tribus machinis et instrumentis alii»k bellicis Castrum Helisbergk episcopi Warmiensis obsederunt. In quo obsessi fame cogente ccl equos et eorum cutes comederunt. Tandem de- ficientibus omnino victualibus, relicto castro, secrete recesserunt usque ad civi- latem Elbingensem, ubi obsidum xh Prulhenorum, quos secum duxerant, om- nium eruerunt oculos, et ad parentes suos remiserunt. « •) dum K. b) baix»o»l» aie B. C*p. ÖS. e) malieUm H. »iL c. «0. d) renerunt K. Cftp. 93. •) «o B. D. Bftrbl« K. f) in Pr. B. Cap. 94. g) Pnithcni hinter exrrciübo» B. h) u> K. D. »1. inttr. B. 1) Diese VorstellunR fcehrt wieder c. «8<, 360, vftl. Arnold Lubec. III, c. 8, n. 5. Chron. Li von. vct. p. 4 06. Annal. Rcinhardsbrunn. in den Thüringischen Geschichtsquellen i, 306. S) Klopf freister, vgl. III, c. 28t. 8) Sehr bezeichnend : das kirchliche Interesse an den Heidenfahrten nahm immer mehr ab, das ritterliche in demselben Maasse zu. Man denke gleich hier an die Rittorschläge III, 289, 327 etc. und den Ehrentisch im Heidenlande. Vgl. zu III, c. M und 288. 4) Die Grafen Walthcr von Harby, Burchard sein Sohn und Albert sein Neffe verkauften dem Orden 4272 das Dorf Bergen im Mngdeburgischen, Riedel cod. Brand. II, Bd. 1, n. 446. 5) Den 21. Januar 4 264, also einen Tag vor der Schlacht bei Pocarwen. Es ist demnach nicht richtig, wenn Voigt 8, 207 sagt, die aus der Schlacht bei Pocarwen geretteten hätten ihn unterstutzt. Barhy scheint mit Reydor etc. zugleich nach Königsberg angelangt zu sein, und wandte sich gegen Samland, während diese Natangen angriffen. 6) Dass drei Heere gerade von drei Landschaften gestellt wären, ist eine blosse Annahme Voigts 3, 209, der nun ohne Weiteres die Pogesanier unter Auttumo an der Belagerung Theil nehmen lasst. Digitized by Google ■ 102 PETRI DE DUSBURG 93 De obsidione castrorum Kunigsbergk, Cruceburgk et Barthenstein. Filii ergo Belial videntes, quod omnia succederent eis ad votum, cogitave— runt et locuti sunt nequiciam. Iniquitatem in excelso locuti sunt super popu— luro tuum, domine ; cogitaverunt consilium adversus sanctos tuos, dixerunt : ve- nite, disperdamus eos de gente, et non memoretur Israel ultra. Ut ergo popu- lum domini usque ad internecionem delerent, convenerunt, et castra Kunigs- bergk, Cruceburgk et Barthenstein 1 obsederunt. In circuitu cujuslibel tria pro- pugnacula firma et vallata plurimis armigeris, viris bellicosis, et in annis slre— nuis, construxerunt, ita quod* non patebat aliqua via intrandi aut exeundi ob~ sessis. Quot autem impugnaciones, quot pericula, quol inedias, quot defectus intolerabües obsessi fratres et alii in dictis castris sustinuerunt, nullus ad ple— num sufficeret enarrare. Compulsi enim fuerunt, postquam oves et boves, por- cos et vaccas et equos plures non haberent, comedere pelles eorum, summa jie- cessitate ipsos ad talia perurgente. Tanta fuit in boc cibo inconsueto pellium duricia, ut multi fratres et aliik comedentes eas dentibus sunt privati. "ml De fratre Hclmerico magistro tcrre Prussie uccixn. Frater Helmcricus terre Prussie magister ti prefuit in c annis1, et sepultus est in ecclesia* Colmensi'. Hoc tempore fuit marscalcus terre Prussie fratef Tbeodoricus vir in annis strenuus et in Gristo devotus. •rpi) De desolacione cattri Rcsela. Fratres de Castro Resela audientes, quod castra Kunigsbergk, Cruceburgk et Barthenstein essentf a Pruthenis obsessa, timuerunt valde et post multa con- silia variosque tractatuS habitos Castrum in cinerem rcdigentes, per occultas vias solitudinis recesserunt «. • ••(»*) De victoria in qua de Juliaco et Marcha comites Sambitarum tria miUa occiderunt. Hiis variis tribulacionibus concussi fratres et cristifidclqs terre Prussie, jam pene deficientes, consternati mcnte, planxerunt planctu magno, quousque deficerent in eis lacrime, nec poterat alter a Herum consolari, quia timebant sibi deumh nimis offcnsum. Jam duobus annis pugnaverant, et eis Semper deficien- tibus bostes fidei profecerunt. Unde humili et conlrito corde elevatis oculis in celum cum lacrimis clamaverunt pro auxilio ad dominum et exaudivit eos. Misit enim de Juliaco et de Marcba Engelbertum comites* cum magna potencia pug- Cap. 9Ä. i) n B. D. itaqtM K. b) tt alii B. Tjl. i. fehlt K. Cap.Utf. e) III K. D. i. qoatoor (on- deuüieh) B. i) terra B. t) Colm«n*i Codd. Aul Colmaiura« Umt J. aehUeMm. Cap. 97. I) mmoI fehlt B. f) etc. fegt H. blntu. Cap. 9t. b) deum tibi B. 4) Voigt schreibt 9, 144 nach Henneberger, daw in Bartenstein Mann von doppelt so vielen Preussen belagert waren. Aber die Angabe Hennebergers beruht auf blosser Cor- ruption der Zahl MCCC (DCCC) in der Darstellung Dusburgs III, c. «9. 2) Für Hertmann von Grumbach erscheint im November und December 42 De destruetione pontis, quem Prutheni fecerant in flumine Prigore. Cum autem Prutheni per hunc modum non proficerent, convenerunt He- rum, et cxcogilatis variis modis, quibus ineeptam maliciam perficerent, tandem* omnium sentencia convenit in hoc, quod fieret pons super aquam Prigore, et in quolibet (ine pontis unum propugnaculum firmum ad modum turris, et sie toi— leretur omnis materia veniendi navigio ad Castrum Kunigsbergk. Quod cum fratres in diclo Castro jam pene consumpti inedia considerarent, eligentes po- . cius mori in bello, quam fame sie miserabiliter interire k, venerunt armata manu navigio, et dum appropinquarent ponti, fixis anchoris, venit ventus validus, et duxit eosc violenter ad ponlera, quod factum fuit dei providencia, et ascenden- * tes pontem invenerunt multos viros armatos in ipso et in propugnaculis super capita ipsorum; isti in ponte, Uli in propugnaculis4 eis viriliter resistentes; or- tumque fuit inter ipsos tarn durum bellum, quäle unquam visum fuit in hoc se- cuta inter paueos bellatores. Tandem misit eis deus opem et auxilium de celis, ut indubitanter creditur, quia humane virtuti quasi impossibile fuit eis (tante multitudini) resistere, ut fugatis hostibus pontem et propugnacula fratres fun- ditus destruerent et delerent. In hac pugna quidam fralcr Gevehardus, natus 0»p. 108. a) Uudem fehlt K. b) perire B. e) Ukw B. .1) Pi« Wort« luptr bii propu^nwaUi 4) Was meint derChronist hiermit? Es scheint, dass erKönigsberg als einen Haupthalt- punkt der Ordensherrschaft bezeichnen wollte. Dass der Orden wärend des Abfalles von 4260 ff. vor allem darauf bedacht war, sich in Samland zu befestigen, geht daraus hervor, dass hiehcr die Kreuzfahrer der ersten Jahre kamen, dass der Aufstand daselbst in der That zuerst gedämpft wurde, dass hier eine Reihe neuer Burgen angelegt wurde (vgl. zu c. 412), und dass die nächslgelcgenen Landschaften an dem neuen Aufstande von 4277 keinen An- theil nahmen. Auch kann hier an das Bemühen des Ordens erinnert werden, gerade in Sam- land einen zahlreichen Stand der Freien zu schaffen. Die Wichtigkeit Samlands beruht« aber auf seiner Lage zwischen den nördlichen und südlichen Besitzungen des Ordens, und auf seinen Wasscrätrassen über die Haffe und über die See. 2) Von Elbing und Culmerland, setzt Jeroschin hinzu. Wohl auch über See. Von Elbing aus wurde Christburg mit Lebensmitteln versehen. 3) Grünau VIII, 43, g. 4 erzählt von einem Abfalle dcrPreussen im Jahre «260, deren Signal die Ermordung des samländischen Vogts Steffen von Deck durch den Fürsten Boltzo war. Er beginnt mit einem Kampfe gegen den Fürsten Swayno von Neittenberg «jetzund die Nehrinpe« und dessen Bruder Seleyno. Grünau benutzt dabei die Notiz von dem Anbohren der Schiffe (Dusb. c. 4 02) und von dem Kampfe des Bruders Johann Ozemund (statt Ulrich von Madeburg) mit dem Mäste (Dusb. c. 426). Ihm folgte L. David *, 5» f. und theUweise Voigt 3, 222 f., 225, dessen haltlose Kritik sich hier in ihrer Blosse zeigt. Digitized by Google CRONICA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 107 de Saxonia, quosdam Pruthenos fugientes sccutus, cuidam ex eis uno ictu caput amputavit cum gladio, de qua plaga idem vulneratus statim non cecidit ad ter- raro, sed sine capite via, qua ceperat, cum aliis per spacium modicum ambu- lavii et cecidit. De qua re fptres et alii qui viderant, ammirati fuerunt ultra modum, asserentes nunquam talia se vidisse. De impugnacione cos tri Küttig sbergk. 10« Circa ecclesiam parochialcm saneti Nicolai * in monte juxta Castrum Ku- nigsbergk fratres locaverunt quoddam oppidum, et quia non bene fuit firma- tum, supervenerunt Sambite improvise, et captis et occisis pluribus hominibus ipsum penitus destruxerunt. Unde postea translatum fuit in vallem inter Pri- goram et Castrum, in eum locum, in quo usque in diem permanet hodiernum. De vastacione ville Dramenow et motte plurium Sambitarum. (m) Nemo posset conscribere, et si scriberet vix crederetur, quam solliciti fue- runt fratres' in impugnacione Sambitarum, ut eos herum subicerent fidei Cri- stiane. Unde debilitatis et effugatis hiis, qui in territoriis Waldow Quedenow et Wargen *, et vicinis locis aliis habitabant, fratres cum exercitu contra terri- Cap. 104. ») opp. Tlr. B. b) «d f. B. (Jap. 105. e) ftwnnt K. d) ut K. e) mod. t. B. Cap. 107. <) fr. fti. B. i) Vgl. III, c. 407. S) Ist die jetzt sogenannte polni«:he Kirche, auf dem Steindamm. Vgl. Faber Königs- berg S. 4 3S. S) Von diesen Dörrern Hegt Waldau östlich, Quednau nördlich, Wargen nordwestlich von Königsberg. Jeroscbin setzt noch Schaken hinzu. Digitized by Google 108 PETRI DE OLSBURG torium Pubeten processerunt, et depopulata quadam villa, dicta Dramenow1, captis pluribus et occisis, dum cum magno spolio recederent, hoste« insecuti eos invaserunt, et quasi in fugam converterunt. Sed frater Henricus Uienbusch vir totus animosus ipsis restitit, et adeo virilitet se opposuil, quod alii re- sumptis viribus et audacia reversi ad prclium predictorum Sambitarum occi- derunt multitudinem copiosam. — tos (los) De victoria fratrum contra Sambitas in terriiorio Bethen. In terra Sambie est quoddam territorium dictum Betben', in quo homines feroces habitabant, et adeo potentes, quod de una villa quingenti viri ad bellum habiles poterant proccdere, quos fratres de Kunigsbergk soli invadere non au- debant. Unde rogaverunt magistrum de Lyvonia, ut de partibus suis aliquos fratres et armigeros ipsis in subsidium destioaret*, assignantes diero et locuro', ubi debebantb ad prelium convcnire. Venientes itaque fratres de Kunigsbergk cum suo exercitu in termino prefixo ad locum deputatum, inceperunt dictum territorium rapina et incendio devastare, Lyvoniensibus adhuc non comparen- tibus. Unde Sambite commoli convenientes exercitum fratrum hostiliter inva- serunt, et dum jara vellent in fugam convcrti, compcllentc ipsos nimia hostium potcncia, excrcitus fratrum Lyvoniensium cum multis et magnis dcxtrariis &u- pervenit, sicque simul invadentes inimicos totum itlum exercitum Sambitarum in ore gladii deleverunt, captis mulicribus et parvulis. Habitaciones hujus ter- ritorii et circumjacencium in cinerem redegerunt. «m» <■«> t De reformacione pari* inter fratres et Sambitas. Hiis et variis aftlictionibus castigati Sambite a domino per manus fratrum et aliorum cristifldelium, non valentes amplius resistere, presentatis filiis suis in obsides, subdiderunt se itenim fidei crisiianc. 110 <10S) De recidivfleione Sambitarum de terriiorio Rinow. Sed inimicus humani generis dyabolus, qui paci fidelium Semper invidet et quicti, suggessit hiis hominibus Sambie, qui in terriiorio Rinow fueranl consti- tuti, quod in apostasie vicium iterum sunt relapsi. Unde ipsi congregati cum exercitu c Castrum Vischusen episcopi Sambiensis impugnaverunt, in quo nisi duo viri, scilicet unus frater et famulus ejus fuerunt illa vice. Et ecce mira res. Percussi acrisia, execeavit eosd malicia ipsorum, ut zonam seu corrigiam pen- dentem ante oculos ipsorum non videmnt , quam si cum minimo digito manus sue traxissent, dicti castri hostium aperuissent, et ipsum per consequens funditus destruxissent. Et sie post impugnacionem aliqualem infecto negocio reecsserunt. tu (los) De destruetione territorii Rinow et morte habitancium in eo. Quod cum ad aures fratrum de Kunigsbergk deveniret, indignati ex hoc, . Cap. 108. ») loeumqne B. b) yideb&nt K. Cap. 110. c) cum ex. L eoogr. B. d) Mm B. I) Dorf Trebnau, südlich von Pobctheo. , Das Territorium Bethen wird nur hier erwähnt. Wenn man nach dem Namen des Territorii Pobcthcn (bei Bethen) urtheilen darf, lag es diesem benachbart, und da die livlan- dischen Ritter gegen dasselbe Hülfe leisteten, wohl rwischen diesem und dem kurischen Haft*. Ebenso räthsclhaft ist das Territorium Bilden am kurischen Haft*. Geogr. S. 156. 8) Es liegt nahe, dass dies nicht vor der Wiederunterwerfung der Kuron geschah. Diese erfolgte aber erst 1S67. by Google CRONICA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 109 congregaverunt cum aliis Sarabitis exercitum, et intrantes dictum (erritorium Rinow omnes viroS interfecerunt, mulieres et parvulos cum omni ipsorum sub— stancia deducentes, sicque iterato quievil in pace terra Sambie sicut prius. De edificacione castrorum Tapfon, et Locstele in terra Sambie. «* im Infra apostasiam secundam' Castrum Tapiow2, quod Prutbeni nominantuu Surgurbi', et in successu temporis Castrum Wiclantsortb, quod dicilur nunc Locstele a, a nomine cujusdam Sambite, dicliLaucstiete% qui ibidem morabatur, 1270 edificarunt, munientes ea, ut facilius compescerent maliciam Sanibilaruro*. De de8olacione castri Girdawie. ns oos» Hoc tempore8 quidam dictus Girdaw, cujus progenies adhuc dicitur Ren- daliaa, zelator fidei et fidolium, habuit in terra Rarthensi Castrum dictum a no- mine suo Girdaw. Hie post multa bella et impugnaciones, quas a compatriotis' suis apostatis sustinuit, dum omnino deficeret ei victus, combusto Castro cum omni domo et familia sua ad fratres de Kunigsbergk repedavit. De morte vi fratrum et phtrium Cristianorum in Castro Waislotepila. f iu ; Necdum saciati Prutheni incommodo fratrum coilegerunt magnum exerci- tum, et obsidentes Castrum Waistolcpilam tola die usque ad crepusculum for- titer impugnaverunt, fratribus ex opposito virililer se defendenlibus. Sed cum Prutheni infecto negocio recessissent, fratres considerantes infirmitatem castri, et quod non possent tarn graves impugnaciones ammodo sine magno periculo sustinere, combusto castro secrete recesserunt. Cap. IIS. a) Bufnrbi II. b) ao K. B. Wielantort D. Wlklantfort H. c) ao K. Latutieto B. J. Cap. IIS. d) Raudalla B. «) a comp. K. D. cum patriotia B. C*p. 114. OwB.D. WriatotepUa K. g) ao B. D. Gobonis X. h) Duci» I H. i) depraUwut B. 4) Durch diese Worte deutet Dusburg selbst an, dass er, indem er c. 1 00 — 142 die Ge- schichte der Kämpfe in Samland zusammenstellt, dem Fortschritte der Ereignisse im Allge- meinen vorgreift. Vgl. die Bemerkung über die Unterwerfung von Bethen c. 408 und über die Gründung von Tapiau und Lochstet im Folgenden. 4) Tapinu wurde 1365 erbaut nach den Annal. Pelpl. Samh. Thor. 8) Bischof Heinrich von Samland trat im Juli 4164 seinen Theil der Landspitze Wit- landsort (den südwestlichen Theil von Samland) dem Orden ab : quum fratres quandam mi^ nicionem, ut securus pateal introitus et exitus navibus ad terras Prussie applicantibus in loco, qui Witlandisort vulgariter appellatur, Intendant construcre, Drogcr n. 367. Lochstet wurde 4270 gebaut nach den Annal. Pelpl. und Samb. Um dieselbe Zeit gründete der Bi- schof Fischausen, Urk. von 4268 Cod. Pruss. I, n. 458. Auch Labiau entstand damals, vgl. zu c. 4 84. 4) Mehrere grosse Schlachten, in welchen 7000, 5000 Samen fallen, und durch welche die Unterwerfung Samlands motivirt wird, verrathen eine eijzenthümliche LUgenquelle bei Schütz fol. »4, aus der jedoch Voigt 8, 222 und 224 arglos schöpft. Ebenso hält er 3, 228 den von Grünau VIII, 4 5, g. 5 erlogenen Kyrwaiten Aleps noch Uber Gebühr in Ehren, weil L. David 5, 4 und Schulz fol. 81 sich irre führen Hessen. 5) Hoc tempore dürfte auf die Jahre 1262 und 4 263 (c. 98 und 4 4 7} zu beziehen sein. Dusburg nimmt den Hauptfaden der Ereignisse wieder auf. 6) Die Lage von Waistotepil ist nicht mehr zu bestimmen, Geogr. S. 22. Digitized by Google 110 PETRI DK DUSBURG im (in) De casiro Wisenburgk et morte XX fratrum et pharium Cristumorum. Castrum Wisenburgk, quod a Pruthenis Walewona'1 dicitur, situm fuit in terra Barthensi in littore fluminis Gobrionis, ad quod de Sudowia et aliarum nacionum partibus venit exercitus, et depredato territorio circumjaoente reces- sit. Quo facto quidam de familia fratrum consuluit eis, ut sequerentur sine omni timore. Cui fratres consencientes cum suo exercitu velociter sunt secuti, sed dum statim eos non invcnirent, volebant redire. Quod iüe traditor prohi- buit, promittens bona fide, quod circa flumen, quod dicitur Wangrapia**, eos sine dubio invenirent. Cui loco dum appropinquarent, sicut preordinatum fue- rat, inimici repente insilierunt in eos. Quod videntes fratres ascenderunt quen- dam roontem vicinum, et de illoe se longo tempore viriliter defenderunt, cade- bantque ex utraque parte plurimi interfecti. Tandem perroittente domino Pru- tbeni prevalentes xx fratres et totum exercitum ipsorum occiderunt. ii7(i») De desolacionc castri Wisenburgk, Hoc Castrum Wisenburgk a Pruthenis fere tribus annis fuit obsessum, et erexerant tres machinas, cum quibus quotidie Castrum impugnaverunt. Tandem fratres unam violenter rapientes duxerunt ad Castrum , et cum ea sc multo* tempore defenderunt. Non longe postea deficientibus omnino victualibus fratres 12a cum suis armigeris relicto castro secrete anno domini mcclxiii recesserunt, diri- gentes viam suam versus ducatum Masovic*. Quo intellecto, dum D>wanus tunc Barthorum capitaneus cum mullis armigeris eos sequens, non posset com- prehendere, quia jam equi ipsorum iassi substiterunt, ipse assumens sibi xin viros in velocioribus equis precessit alios, et dum appropinquarent*, invenit fratres jam fame deßcientes et prc lassiludine non valentes ad bellum, et invasit eos viriliter, et in primo congressu occidit tres. Alii ad defensionem se oppo- nenles dictum tiywanum graviter vulnerarunt , et extunc cessavit a bello, et fratres cum suis in pace recesserunt. < im (|ls) De destructione castri Cruceburgk. ms Anno domini eodem r, scilicel «ccLXin*dum Castrum Cruceburgk a Nattangis fuisset tribus annis tribus machinis et tribus propugnaculis obsessum, fratres cum familia sua post multa bella gloriosa ibidem gesla, deficientibus omnino victualibus, secrete, noctis tempore, do castro recesserunt. Quod cum percipe- rent Prutheni, sequuti sunt eos, et omnes preter duos fratres in ore gladii oc- ciderunt. im (inj De irnpugnacione castri Borthen stein. In castro Barthenstein fuerunt fratres et alii armigeri cccc tempore obsi- dionis, feceranlque Prutheni tria propugnacula in circuitu castri, in quibus con- Cap. 116. •) Willewon» H. b) W«timpU K. B. Viqnfi« J. o) Ulo loeo B. 4*p. U7. i) m. M.B. •) apprapisqwuwt B. Cap. IIS. D cod. Aom. B. 4) Wahrscheinlich Galwnnen nordwestlich von Rastenburg, Geogr. S. Sl. l) Die Angernpp. s) Masovien stand noch immer im Bunde mit dem Orden. Man erinnere sich an den Vertrag von 4854 (vgl. zu c. «7), erneuert 1160, Cod. Pruss. 1, n. 4M. 4) Vgl. Canon. Samb. Digitized by Google CRONICA TEURE PRUSSIB. PARS III. 111 tinue fuerunt mccc viri in armis expediti. Habebant eciam tres machinas, qui- bus ipsum impugna verum t*. Sed antequam desolaretur, preter mirifica facta plura per fratres ibidem gesta, erat quidam vir dictus Miligedo1 in dicto Castro Barthenslein, qui adeo virilis fuit, quod per mortem ipsius Prutheni estimabant se occidisse partem mediam obsessorum. Unde collegerunl concilium, quomodo ipsum dolo traderent et occiderent, et excogitatis variis tradicionum fraudibus, tandem inceperunt per hunc modum. Ordinatis primo insidiis miserunt quen- dam virum in armis strenuum, qui sicut Golias agmina filiorum Israel obsesso- rum miliciam exprobraret. Clamans alta voce dixit : si est quisquam in castro, qui audcat nie aggredi in prelio singulari, egrediatur ad me foras. Quo audilo Miligedo petita licencia fratrum et obtenta, egressus est, et iilum fugientem se- quulus. Sed dum ruptis insidiis hostes cum magna turba videret venientes, ipse occiso illo fugit ad silvam, et per occultas vias ad Castrum Barlhenstein est reversus. Hiis et aliis modisb eum tociens temptaverunt, quod in fine ipsum de- cipientes occiderunt. Eodem modo quidam vir dictus Troppo* totus.magnani- mus et fidei zelator ab eis ocoisus fuit. De quorum morte facta est leticia magna in populo Pruthenorum et tribulacio nimia fratribus e converso. Sed ut fratres gaudium ipsorum in luctum converterent et dolorem, suspenderunt in pati- bulo facto ante portam castri xxx obsides Pruthenorum, quos captivos tenebant. Ex quo accidit, quod cum Prutheni viderent ßlios et consanguineos suos sus- penso*, planxerunt et ipsi similiter planctu magno. De destructione triam propugnaculorum, et occisione mille et plurium iso (ii6> Pruthenorum. Post hec surrexit quedam 0 altcrcacio inter familiam fratrum et Pruthenos existentes in obsidione pro quodam caldario, qui debebat deferri de uno pro- pugnaculo ad aliud, in quo Prutheni consecrata secundum ritum ipsorum deco- quere consueverunt. Ad hanc pugnam venerum fratres cum.cL viris, et factum fuit inter eos bellum magnum. Tandem fratres volente domino caldarium vio- lenter optinuerunt, et procedentes ulterius iila tria propugnacula penitus de- struxerunt, ita quod de mccc viris, qui ad defensionem ipsorum fuerant ordi- nati, vix aliquis mortem evasit, et de parte fratrum solus marscalcus* cecidit interfectus. De desolacione castri Barthenslein. * m nie) Rccdificatis denuo propugnaculis, dum in quarto anno scilicet doraini mcclxiui fratres deficicntibus victualibus non possent a modo resistere Pruthe- iM4 Cap. 119. •) impupjabwil B. b) hU» modil et «lila modis K. Cap. 120. c) quitiani B. • \) Miligedo's Tbaten erzählt Voigt nach einer Variation von armseliger und doch un- verschämter Erfindung bei Grünau VIII, 7, g. 3 und Schütz fol. 35, 36. Ebendaher nimmt er auch noch eine Zahlenangabe 8, 146.. 1) Wahrscheinlich derselbe, für welchen die Verschreibung von 4 461 ausgestellt ist. I) Es darf nicht auffallen, dass der Marschall {Theodorich c. 96) mit der Vertheidigung einer einzelnen Burg beauftragt erscheint ; so war auch der Marschall von Holdenstete zu- gleich Komthur von Brandenburg III, c. * 30, und nach 4 188 konnte das Marschallamt ganz eingehen. Aber Dusburg widerspricht sich, wenn er gleich darauf c. 1 13 erzählt, Marschall Dietrich sei in der Schlacht bei Löbau zugleich mit dem Landrueistor Helmerich gefallen. Da der Marschall Dietrich noch In einer Urkunde Johann's von Wegeleben, des Nachfolgers von Helmerich, am 41. Juli 4163 (Elbinger Komthureibuch p. 4 36) als Zeuge vorkommt, so scheint die letztere Angabe von Voigt 3, 1*1 Anm. mit Recht verworfen zu sein. - Digitized by Google 112 PETRI DE DUSBURfi nis, deceperunt eos Iribus vicibus in hunc modum. Fratres cum tota familia sua* se in meniis castri sub silencio a mane usquc ad boram nonam occultave- runt, et dum Prulheni viderent, quod nullus in Castro compareret, putabant obsessos effugissc et viril iter accedentes impugnavcrunt Castrum. Sed fratres cxeuntes de insidiis ipsos represserunt, multos sagiltis et ictibus occidentes et letalitcr vulneranlcs. Tandem post infinila pericula et bella quidam frater de- volus rogavil deum. ut ostcndcrel ei, quid in hac necessitate tucius esset agen- dumb. Cui vox celitus missa respondil: Judea et Jerusalem, nolite timere; cras egrediemini et dominus erit vobiscum; constanles estote; videbitis auxilium domini super vos. Qua audita sequenti die fratres dividenles se et suam fami- liam in duas partes, (quarum una venit ad Castrum Kunigsbergk, altera in El- bingum), assumptisque reliquiis sanctorum, relictoque in castro quodam fratre sene decrepito et ceco, qui ipsos sequi noh poterat, recesserunt. Idem tarnen frater, qui mansit in castro ad singulas horas canonicas Signum dedit moro so- lito cum campana. Tandem cum diucius occultari non posset, accesserunt suc- cessivc bostes ad Castrum, et dum viderent eis neminem resistere, intraverunt, et occiso fratre Castrum ad usus suos conservantes, multa de ipso contra fratres prelia exercebant. {ii7) De impugnacione castri Wilow. Hoc tempore Pruthenorum Sudowitarum et Letbowinorum exercitus vali- dus intravit terra m Sambienscm, et ordinatis Lethowinis cum una machina ad unam partem et aliis cum altera ad aliam, Castrum Wilow obsederunt per oclo dies quotidie impugnanles. Tandem uno die dum omnes ad pugnam accedercnt, sagitlarii cum telis, machine cum lapidibus, alii cum lignis et straminibus ad combustionem castri, et rcliqui diversis modis obsessos inquictarenl, Henricus Tupadel, qui postea factusr fuit frater ordinis dorous Theutonice, vir strenuus in armis et arte bnlistariorum plenius edoctus, populum obsessum animavit ad defensionem et cum eis ignem sepius appositum ad comburendum Castrum ex- tinxit. In bac durissiina pugna plures infideies fuerunt occisi et letaliter vulne- rati ; sed Henricus prediclus quendam virum nobilem et J potentem capitaneum Letbowinorum, cum balista sagittans* telo tetigit et occidit, et ex alia parte quendam magislrum, qui ad reparacionem machine ascendil summitatemf ejus, sagittavit, et cum telo affixit manum ejus ad machinam *, quo viso infideies ter- riti ab obsessione recesserunt. ii8(i is) De morle fralris Helmerici tnagislri et XL fratium et plurium Cristianorum. lies Eodem anno1 Henricus Monte capitaneus Nattangorum cum valido exercitu intravit terram Colinensem, et preter populum multum et aliarum rerum pre— dam inestimabilem , quam secum duxit, omnia edificia extra municiones sita combussit, et terram illam Cristianorum sanguine rubrieavit. Quod cum ad aures fratris Helmerici magislri deveniret, convoeavit omnem virtutera exercitus Cap. 181. ») in» fehlt B. b) agendam B. und.utUch K. Cap. 1S2. e) f»ctu* doppelt B. d) m B. e) »Kt,U»xm fehlt B. f) in »urom. D. gl ad m»eh. min. cj. K. wie oben B. D. 4) Mit RüekHicht auf c. 116 wurde das Jahr <26t anzunehmen sein; allein nach der schon angeführten Urkunde Johann s von Wegelebcn wird man die Schlacht bei Lübau vor dem 12. Juli 1263 anzunehmen haben. Der Canon. Samb. setzt sie ausdrücklich in das Jahr 1263. Digitized by Google CRONICA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 113 sui, et secutus est eos usque ad terram Lubovie, et ordinato exercitu suo ad preliuro, eos viriliter est aggressus. Pratheni autem vallati indaginibus fortiter in primo restiterunt, sed tandem fugerunt, et Cristiani sequentes cos dispersi fuerunt, et licet in hac fuga plures occidissent, tarnen Prutheni, cum viderent paueos viros circa vexillum, coadunati redierunt ad indagines, et ineipientes novum bellum, quod diu duravit, ultimo permitteote domino, cujus incompre- hensibilia sunt judicia, magistrum et fratrera Theodoricum marscalcum1 et xl. fralres et totum exercilum Cristianorum inlerfccerunt, factaque fuit tanta plaga in populo dei, ul estimaretur major, quam illa, que precessit in conflictu Curo- niensi, quia licet hic tot non essent occisi sicut ibi, tarnen quasi omnes electi et preelecti viri, quorum sapientia et industria et terra Prussie et bellum regebatur, sunt extineti. In hoc loco certaminis postea quidam heremita habitans Vidil noctis tempore candelas ardentes2 pluribus vieibus, que interfectos ibi jam coronam martirii apud regem martirum adeptos esse' manifeslius declarabant. De fratre Lodovico magistro terre Prmsie vn. ia* ("•) Frater Lodovicusb de Baldensheym* magister Prussie vn prefuit annis vi 1264 anno domini mcclxv*. Hoc tempore frater Fridericus de Holdenstete fuit mar- scalcus. De adventu multorwn peregrinornm. i*mi») Volante fama destruetionis castrorum omnium, que predicta sunt, per Ale- manie partes, commoti sunt reges et prineipes, et ut ecclesia dei in Prussie par- tibus per muitam cristiani sanguinis eflusionem complantata omnino non defi— ceret, sed per ipsorum jueundum adventum sumeret debitum incremen tum, ideo anno domini mcclxv dux de Brunswich et lantgravius de Thuringia4, annoizu ejusdem mcclxvi Otto marchioBrandenburgensis" et filius ejus et frater carnalis; im anno ejusdem mcclxyui Ottackarus'1 rex Bohemiea multis stipati militibus etn«s Cap. 128. ») adepto» mm fehlt in den Codi, Conjeetur T. C»p. 1S4. b) Aach LodeTicu» B. c) So K. B. B*ldea»h«im D. Cip. 126. d) Ottocu-u» D. 4) Ein Irrthum, vgl. zu c. 4 20. 2) Vgl. IV, c. 78. 3} Unrichtig: Ludwig kommt schon in einer Urkunde vomFehruar 4 964 vor. Die sechs- jährige Dauer seiner Amtsverwaltung ist nicht anzufechten, Hisloriogr. S. 287. 4) Albert von Braunschweig war der Sohn des c. 25 erwähnten Herzogs Ott». Landgraf Albert hatte schon bei Lebzeiten seines Vaters Heinrich'» des Erlauchten (vgl. c. 13) Thürin- gen erhalten, wie sein Bruder Dietrich die Markgrafschaften Meissen* Lausitz, Landsberg etc. Kurz vor der Kreuzfahrt nach Preussen war der Herzog in erbitterter Fehde gegen den Land- grafen und dessen Bruder gefangen, uud hatte ein Jahr lang-4268— 4264 in der Gefangen- schaft geschmachtet, Chron. Sampctr. bei Mencken 3, 270 f. Der Kreuzfahrt beider Fürsten gedenken, in der Jahrzahl Ubereinstimmend, die Annal. Pelpl. und das Chron. Sampetr. p. 278. Die Kreuzfahrt des Herzogs wird auch in der niedersächsischen Reimchronik bei Leibnitz 4, 4 44 berührt (vgl. Beilage 3). Des Landgrafen Albert Kreuzfahrt ist in der Hist. de landgrav. Thuring. bei Pistor. 4, 930 auf das Jahr 4266, in Rohte's Thüringischer Chronik bei Mencken 2, 4743 auf 4268 verschoben. Die beiden zuletzt genannten Chroniken aus dem 45. Jahrhun- dert fUgen noch hinzu, dass Albert in Preussen zum Ritter geschlagen sei, was demnach nicht hinlänglich begründet erscheint. Rohte malt noch weiter aus. 5) Auch Pulkava (Beilage S) setzt Otto s Kreuzfahrt in das Jahr 4266, und nach den An- nal. Pelpl. Samb. Thor, ist das Schloss Brandenburg (Dusb. III, c. 4 27) ebenfalls im Jahre 4266 gegründet. Des Chron. Sampetr. I. c. scheint also zu irren, wenn es -Otto zugleich mit den beiden vorhergenannten Fürsten ausziehen lasst. — Am 25. Juli 4 265 vertröstete der Pabst Clemens IV. die Christen in Palästina auf einen Kreuzzug, welchen Markgraf Otto von Brandenburg dorthin zu unternehmen beabsichtigte, Riedel cod. Brand. II, Bd. I, S. 88. 6) Kurze Notizen über Ottokar's zweite Kreuzfahrt bieten ausser den Annal. Pelpl. und Thor, die Annal. Zwetlenses, Viadobonenses und Salisburgenges , eine ausführliche von Scrf|it. t. F. I. 8 I Digitized by Google 114 PETRI DE DUSBURG potencia armatorum vencrunt Prussiam in subsidium dictc lerre, ut videlicet rebellionem compescerent Pruthenorum. Scd quia nccdum venit hör«, in qua deus vellet misereri populo suo, sed amplius castigari, desideratum desiderium dicti principes propter mollicieni liyemis1 non poteranl deducere ad cffectum, sed dereliclis crislifldeJibus 'terre Prussie in magnis periculis ad proprio sunt revorsi. i«s(i2i) De fralre Vlrico et morte L Pruthenorum. Hoc tempore fuit fratcrUlricus deMcgdeburgk in convenlu Kunigsbergk, qni adeo fortis erat in corpore, quod pluriura virorura vires excederet. Accepit enira duos armigcros qucmlibet* cumb uno digito per cingulum in dorsoc, et eos in sublime ipsis renitcntibus elevavit. Hic ordinalus fuit cum d quibusdam fratri- l>us et armigeris ad custodia m navium Cristianorum, quo per mare venerant ad Icrram Prussie*, quas Prutbeni antea sepius destruxeranl. Unde accidit, quod cum ipse cum paucis circa naves predictas' romansisset, vencrunt Pruthent ar- mati cum V. navibus, et dum ad destruendas naves suas appropinquarent, fra- ter Ulricus accepit malum de navi sua, et illorum naves percuciendo, tot sub- nicrsit, quod l Prutbeni cum navibus suisf sunt submersi. Alii boc( videntes perterriti recesserunt. warn De edificacione casiri Ikamlenburgk. 1266 Anno domini mcclxvi marcbio Brandenburgensis, ut premissum est, cum multitudine pugnatorum vcnit ad terram Prussie, et cum aliud agere non pos- set, de consilio magistri et fratrum edificavit Castrum Rrandcnburgk * et a no- mine marchtonatus sui ad perpetuam memoriam sie voluit appellari. i*t (123) De morte Swantejwlci ducis Pomeranie et rebcllione Mestowini filii sui contra fratres. Hoc anno Swantepolcus dux Pomeranie decidit in lectum, et ut cognovit, quod1* moreretur, voeavit ad se Hlios suos, et pro testamento ultimo, quod morte confirmavit, dedit eis hanc doctrinam, dicens: postquani inter nie ex una parte et fratres domusTheutonice ex altera bellum crevit, ego Semper decrevi ; per fas et per nefas et modis variis impugnavi eos, et non profeci, quia deus cum eis est ' et pugnat pro eis. Unde consulo, quod nunquam vos eis opponatis, sed C»p. 1S6. a) qualibet K. b) cum fehlt B. e) in dorso fehlt K. d) cum fehlt B. e) pred. oav. B. fj auta fehlt B. j) hee K. Cap. 12g. h) quia B. i) dominua e.t c. e. B. Voigt übersehene Beschreibung die östrcichischc Reimchronik von Ottokar von Steiermark. Johannes von Vtctring wirft die erste und zweite Kreuzfahrt Ottokar's zusammen (vgl. Bei- lage 6). In der Zeitangahe stimmen Chroniken und Urkunden genau überein. Am 44. De- cember 4 267 befand sich Oltokar noch in Frag, am 16. Februar 4 268 war er bereits dahin zurückgekehrt, Böhmer Regestcn S. 4 42. Am 3. Januar 4 26« ündeu wir ihn in Culm, Cod. PrusS. i, n. 454. Ottokar gedachte in Galindien, Jadwingien und Lithauen für sich Erobc- . tuiigen zu machen und daselbst einen neuen Metropolitansitz zu errichten, nach den Urkun- den von 4 267 und 4268, Cod. Pruss. I, n. 453 -457. 4) Vgl. III, c. 77, 286, 948. 4) Es ist »ehr wahrscheinlich, dass Albert von Braunschweig zur See nach Preussen ge- kommen ist, da er durch seine Thätigkeit in Dänemark ohnehin mehrfach auf .die See ge- wiesen war. 3) Vgl. zu c. 425. Man fasse zusammen den Burgenbau zu Tapiau 4 263, Brandenburg 4266, Fischausen 1268, Lochstet 1270, Labiau etc. und man wird hieraus erkennen, wie der Orden bestrebt war, sich in den niedern Landschaften rings um Königsberg zu sichern, und wie er In diesem Bestreben aJlmählig vorwärts kam. Digitized by Google CRONICA TEURE PRUSSIE. PARS III. 115 cum omni reverencia honorale. Huic doct.rine non adhesit Mestowinus primoge- nitus ejus. Sed mortuo patre1, dum esset dux Pomeranie, temerario quodam],^ ausu sequens sinislra patris sui prima vestigia, induxit Pruthenos, quod cum exercilu lerram Colmensem et episcopalum Pomcsaniensem ex opposito castri sui Nuwenburgk destruercnt incendio et rapina, et xv naves fratrum oneratas rebus necessariis ad defensionem fidei et fidelium Prutheni ex una parte Wisele et castrenses de Nuwenburgk ex altera fortiter impugnaverunl, quousque nauto coacti , cum aliter evadere non possent , ejectis de navibus rebus omnibus evnserunt. De vindicta hujus rebellionis. M» <1J4> Quo percepto, magistcr et fratres colleclo magno exercitu intravit in die beatorum Petri et Pauli apostolorum terram Pomeranie circa Castrum Nuwen- 29. Juni burgk et post in autumno sequenti circa civitalem et Castrum Dersowiam et utriusque castri territoria circumjacencia captis multis hominibus et pecoribus incendio devastavit*. Quo facto Mestowinus dux Pomeranie, qui prius tanquam leo seviit in fratres et eorum subditos, modo ex vexacione bujusmodi mitigatus cum multis precibus humiüando se oplinuil a magistro, quod inter eum et ma- gistrum et fratres fuit pax pristina reformata*. De destructione castri Brandenburg!*. 13« Frater Gonradus deTirbergk senior magister terre Prussie ix prefuit vi1 an- nis, anno domini mcclxxjh''. Hic a magistro generali vocatus ad capitulum mortuus est in via. De tnorte Henrici Monte capitanei Nattangorum. isa (iso) Post hujus prineipis recessum Nattangi ineeperunt trepidare timore, ubi aliquando non erat timor. Nusquam fuit locus adeo occuHus, ubi non timerent sibi periculum imminere. Unde accidit, quod Henricus Monte capitaneus ipso- rum, cum quibusdam suis complieibus secessit in desertum, et dum solus se- deret in tentorio suo, soeiis suis in venacione existentibus, supervenerunt ex inopinato rerum eventu fratres Uenricus de Sconenbergk* commendator de Cristburgk et frater Helwicus de Goltbach* cum quibusdam armigeris, et viso Henrico gavisi sunt valde, et rapienles eum ad arborem suspenderunt et sus- pensum gladio transfixerunt. De morte Glapponis capitanei Warmiensium et mbjectione Warmiensium c/iae(t3i) Nattangorum. Glappo capitaneus Warmiensium habuit quendam virum sibi subjectum, dictum Steynow h, quem tenerrime dilexit. Sepius eum a mortis periculo Hbe- ravit. Sed ille immemor beneficii sibi ab eo prestiti retribuebat mala pro bonis, et odium pro diiectione. Cogitavil enim, qualiler ipsum in mortem traderet, et ut hoc posset deducere ad' eflectum, invitavit ipsum ad expugnandum Castrum quoddam, situm in terra Sambie circa litus maris recentis, fere ex opposito castri Brandenburgk*, assignans ci diem.quando cum suo deberet exercituk ad- venire. Medio tempore venit iste Steynow' ad commendatorem de Kunigs- bergk, et factum hujusmodi prodidit, consulens ei, ut cum exercitu suo secum iret. Qui annuens consilio suo, assumptis sibi pluribus™ fratribus et armigeris, ») prop. imp. B. b) molta fehlt B. e) fratrihui vor pro D. d) ttrenoo* fehlt K. e) ordinem B. D. ordiae K. Cap. 1*4. 0 VI K. B. D. J. VII H. f) LXXIII B. D. LXX1III K. H. C»p. 136. b) Bteiaow K. i) In B. k) exwe. deb. B. 1) Ute 8t. r. K. wie oben B. D. m) pl. .. B. i) Die chronologischen AnRaben sind richtig, Historiogr. S. 887. Jeroschin schreibt mit RUcksicht auf c. 132 unvorsichtig 4 977. i) Hermann (nicht Heinrich) von Schöneherg erscheint als Comthur von Christburg am St. Februar l«7t, am 22. Februar 1275 und sptlter; dazwischen Härtung vom 25. October ,273 bis 8. Januar <27*. Voigt, Namenscodex S. 2*. Es ist also zweifelhaft, ob Monte 4 273 oder 4 274 starb. 8) Er kommt als Conventsbruder zu Christburg vor in der Urkunde bei Kreuzfcld vom Adel etc. S. *3. 4) Die Hochmeisterchronik nennt die Burg Conowedit (die holländische bei Matth. Annal. S, 745 verstümmelt Cerauwe). Darnach Hcnneberger 5. 43, 58 und Voigt 3, 34 9. Aber die- ser Name ist aufzugeben, Historiogr. S. 78. Digitized by Google 1 18 PETRI DE DÜSBURG venit, et Glapponem cum exercitu suo in obsidione dicti castri invenit, et ir- ruens repente in ipsos omnes occidit. Sed Glapponem secum duxit Kunigs- bergk, et in monte, qui a nomine suo usque in prescntem diem dicitur mons Glapponis1, suspendit. Occisis ergo capitaneis et aliis, per quos bellum rege— batur, Nattangi et Warmienses se fidei et fratribus iterum submiserunt. Wim) De hello singulari omnium castrorum ei civilalum terre Prussie in secunda apostasia, primo de Balga. Premisso in generali de bello secunde apostasie descendendum est ad sin- gulare prelium cujuslibet castri et territorii terre Prussie. Unde non moveat lectorem, si aliqua bella infra secundam aposlasiam jam posita vel ponenda non inveniat co ordine, quo sunt digesta, quia jam transiverunt a memoria hominum nunc viventium, quod nullus de ipsis posset se modo debito expedire. Factum quidem prb majori parte ponitur, sed tempus debitum non servatur. Unde per antieipacionem multa reperies hic posita et descripta. Postquam Warmienses, i2«o Nattangi et Barthi anno domini mcclx apostatassent a fide et fidelibus, cireui- erunt terras suas armata manu, et quotquot invenerunt Cristianos, occiderunt, mulieres et parvulos captos deduxerunt. Posthec processerunt versus Balgam, et equos fratrum et pecora spoliaverunt, quod non* una sed pluribus vieibus factum fuit. I38 (|33) De occisione m fratrum et XL virorum. Non longe postea duo nSbiles et potentes Scumok et Sluczc' cum magno exercitu venerunt ante Balgam. Fratres cum suis occurrentes eis, duos Prulhe- nos nobiles occiderunt. llac die fuit tanla nebuln, quod nullus alium a longe videre potuit. Unde factum fuit, quod dum fratres Prulhenos recedentes vellenl invadere, quia media pars exercitus ipsorum transivit paludera, illi, qui in in- sidiis latilabanl, erupcrunl, et tres fratres cum xl viris interfecerunt. 138 (,34) De motte quorundam Prulhenorum. A prineipio fundacionis sui, in castro de Balga fuerunt fratres et armigeri adeo magnanimi et audaces, quod vix aliquis exercitus hostium poteral ab eis recedere sine damno. Unde contigitd, quod cum Pobrawo cum Nattangis et Warmiensibus exercitu congregato premitteret noctis tempore multos pedites ad campum de Balga, et ipse mane sequens cum cquitibus, pecora fratrum rece- pisset, occisis tribus viris, qui custodiebant ea, frater Gerhardus de Reno* et plures alii fratres cum armigeris sequentes eos, dictum Pobrawe et sex viros occiderunt et predam de ipsorum manibus erucninl. 14« das) De bello civium de Drunsbergk infra secundam aposlasiam et capeione castri et civitatis. Dominus et frater Ansclmus ordinis domus Theutonice, episcopus Warmien- Cap. 137. >) non fehlt K. Cap. 138. b) 8cumo B. D. i. Stiuno K. U. c) SlacM B. D. BlaU* K. Cap. 139. d) eonÜBfit B. 1) Später, wie noch jetzt, Rollhcrg nachHcnnebergerS. <3, R8 und einor Randbemerkung • im Thorncr Codex. I) Gerhard wird in der Handfeste von Marienburg 4276 als Corivcntshruder zu Marien- burg erwähnt, Voigt 8, 196. Digitized by Google - CRONICA TBRRE PRÜSSIE. PARS III. 1 19 sis 1 edificavit Castrum et civitatera Brunsbergk in illa insula in desensu fluvii Sergie* vix ad duos jaclus lapidis a loco, ubi nunc sunt silek, quas Prutheni cum magno exercitu in primo anno secunde apostasie obsederunt, per unum diem fortiter impugnantes. Quibus cives et castrenses se opponentes viriliter restiterunt, locn illa castri et civitatis, ubi aditus poterat paterc hostibus, cur- ribus et quadrigis et lignis alüs precludentcs. In bac impugnacione ex utraque parte multi vulnerati, et quidam mortui ceciderunt. Tandem cum non profice- rent, recesserunt. Postea cogente necessitate xl viri de dictis Castro et civitate pro feno et lignis deferendis exicrunt, qui omnes ab inimicis fuerant interfecti. De quo cives et castrenses territi desperabant, quod non possent a modo resis- tere, si insurgeret nova impugnacio. Combustis igiturc Castro et civitate reces- serunt cum omni familia sua, nihil de omnibus rebus et utensilibus suis secum deferentes, nisi quantura poterant in humeris deportare. Quibus recedentibus occurrerunt in via lx viri Cristiani, quos fratres de Elbingo miserant eis in auxi- lium. Sed dum audirent, quod Castrum et civitas cssenl exustc, processerunt omnes pariler in Elbingum. Deinde anno domioi mcclxxix dominus Henricusi37» episcopus Warmiensis civitatem et Castrum Brunsbergk in eum locum, ubi nunc site sunt, collocavit*. Hic episcopus, dum primo post consecracioncm suam in- traret episcopatum suum, non invenit nisi siDgulis annis de quodam molcndino in reditibus tocius diocesis unam roarcam *. De hello fratrum de Crislburgk in secunda apostasia, et de quodam miraculo, m (m) et de oeemone multorum Pruthenorum. m Frater Theodoricus dictus Rode, commendalor de Crislburgk* infra secun- dam apostasiam exiit cum fratribus et peregrinis numero centum, et post de- predacionem terrc Pogesanie, secuta fuit eos innumera multitudo Pruthenorum, 0»p. 140. m) 8eri(i« B. b) innt site B. nnt tlu B. «St» «rot K. e) ifftw B. D. «f« K. 1) Anselm war am 28. August 1150 zum Bischof von Ermeland geweiht, und stellte als solcher noch im Fchruar 1264 eine Urkundo aus Cod. Pruss. I, n. 87, Dogiel IV, n. 35. Näheres über seinen Tod ist nicht bekannt. Sein Nachfolger Heinrich I. Flcmming wird ur- « kundlich zuerst 1278 erwähnt Cod. Warm. I, n. 54 und lebte bis 1300, vgl. Eichhorn in der Zeitschrift für Ermeland 1, 100 f. i) Die Nachrichten Uber die Gründung von Braunsberg weichen wunderbar von einan- der ab. Der Name Brusebergue, welcher in der Friedensurkundc von 4 249 vorkommt, steht mit dem Namen der Stadt doch ohne Zweifel in Zusammenhang. Jedenfalls ist dies wahr- scheinlicher, als der Einfall Pulkava's bei Dohner 3, 225, welcher die L'cberlieferung der Annales Ottocariani über Ottokars Kreuzfahrt durch eine Reihe verfehlter, nur auf der kenntniss bestehender Verhältnisse und auf gewagten Conjecturen beruhender Angaben zu vermehren trachtet, und so auch die Behauptung aufstellt, Braunsberg habe seinen Namen von dem Bischof Bruno dem Begleiter Ottokars erhalten. Diese Angabc ist auch Uberge- gangen in das Chron. ßohem. Bei Ludewig Manuscr. rcliq. II, 296 und Plastwig de vitis episc. Warm. p. 4. Das» Braunsberg von jenem alteren Glaubensboten Bruno (f 1009) den Namen habe, wie in der Einleitung zur Ausgabe seiner vita Adalberli bei Pertz Script. IV, p. 580 gesagt wird, ist noch weniger zu begründen. Wenn Dusburg die Erbauung des er- sten Schlosses und der ersten Stadt mit Recht dem Bischof Anselm zuschreibt, so kann sio nicht vor 1250, als dem Antrittsjabr Anselms, erfolgt sein. Bald nach 1260 wird sie von ih- ren Bewohnern verlassen sein, da die ermelündischen Urkunden auch jener ersten Jahre in Elbing oder Tborn ausgestellt sind, Cod. Warm. I, n. 41 ff. Die Wiederherstellung der Stadt erfolgte nach dem Annal. Thor. 1272, nach Dettmar'g lübischer Chronik bei Grautolf 1, 153 (die sonst dem ersteren verwandt ist) 1276, nach dem Canon. Samb. 1277, nach Dusburg 1279. Urkundlich erwähnt wird die Ortschaft Brunesherch oder Brunsbergk mit einer Kircho schon 1251, Cod. Warm. I, n. 26, 27, die Stadt Breunsberg 1260, dann 1278 ; ihre Handfesto erhielt sie 1280, Cod. Warm. I, n. 48, 54, 56. 3) Hieraus folgt, dass er sein Amt in einer Zeit antrat, in der die Macht der empörten Prcussen noch ungebrochen war. 4) Zwischen 1262-1265 nach Voigts Namenscodex S. 14. Digitized by Google 120 PETRI DE DISBURG quos dum sine conflictu evadere non posset, confisus de misericordia dei vertit faciem suam ad eos, et dum viriliter aggrederetur in bello, conversi sunt in fu- gam, et fralres et peregrini sequentes ipsos tot occiderunt, quod nunquam a paucis hominibus uno die tot fuerunt homines interfecti. Captivi autem, qui li- gati ducebanlur a fratribus, dixerunt, quod vidissenl in actu bellandi unam pulcherrimam virginem vexillum fratrum in aöre ducentem, de qua visione tarn meticulosi facti fuerunt, et emareuit cor eorum, quod nullus ad defensionem po- nore se audebat. 1M ('s?) De expugnacione cujusdam propugnaculi. Congregati Pogesani1 rursum bella movere volunt, et procedentes usque Cristburgk, quoddam Castrum situm juxta* ipsum, in quo fideles Pomesani ha- bitabant, fortiler impugnantes, tandem intraverunt potenter, et captis et occisis hominibus preter eos, qui ad Castrum Cristburgk confugere poterant, dictum propugnaculum funditus destruxerunt. i«s (138) De morte duodeeim fratrum et quingentorum virorum et de destruetione civi- tatis Cristburgk, castri Potnesanorum et suburbii fratrum, et occisione plurium Cristianorum. Diwanus dictus Clekincb* capitaneus Barthorum et Linko* Pogesanus cum magno exercitu intraverunt terram Colraensem, et dum ad clamorem hujus exer- citus fratres de Cristburgk et alii convenissent ad terram Colmensem, Pogesani, ut Diwanus preordinaverat, cum valido exercitu equitum et pedilum venerum ad Castrum dictum Tranpere", situm infra Cristburgk et Mergenburgk, in cu- jus obsidione reliquerunt pedites, et quendam dictum Coitc ipsis capitaneum prefecerunt. Sed equites transiverunt usque ad territorium dictum Algent*, in quo nunc situm est* Castrum Mergenburgk, et usque ad Insulam sanete Marie occidendo, capiendo et cremando, quiequid in via eis occurrit. Quo intellecto fratres de castris Pusilia et Yischovia cum suis armigeris venerunt fratribus et civibus de Cristburgk jam in armis paratis in auxilium. Et dum fratres proce— dentes appropinquarent Castro obsesso, Prutheni cessantes ab impugnacione conversi sunt in fugam. In hac fuga et impugnacione castri multi Prutheni oc- cisi fuerunt, et letaiiter vulnerati, et Colte capitaneus eorum eciam cecidit gla- dio interfectus, sieque pedites fugientes occurrerunt equilibus. De quo territi, congregaverunt se et equites et pedites, et in Iitore Sirgune castra metati sunt, fratribus ex opposilo sc locantibus cum suo exercitu. Prutheni videntes, quod sine beilo evadere non possent, considerata opportunitate, dum Cristiani quasi nihil timentes sine custodia debita essent, inio eciam seilas de equis posuissent, mediam partem exercitus sui occulte permiserunt transire fluvium, qui Cristia- nos retro, alii ante, bello durissimo invaserunt, et antequam Cristiani se possent Cap. 142. a) dre* B. Cap. 148. b) Cleeklne B. Dekine T. c) Uocko B. d) •<> K. B. D. Tnunpere T. H. «} eit fehlt B. 1) Jcroschin, welcher Pomescnen schreibt, scheint eigenmächtig zu ändern. 3) Klokis, der Bär, nach Neumann's altprcussischem Vucabular. Nach Jeroschin soll er den Namen von seinem Vater haben — Einen Streifzug der Heiden, auf welchem Chrisiburg erobert, und 13 Brüder und 4 50 andero Personen erschlagen wurden, erwähnt beim Jahre < 271 das Chron. Sampctr. (S. Beiluge *J. 3) Jetzt Troopen, Geogr. S. 1 3. 4) Siegel des Ordensvogts in Stuhm von 1388 mit der Umschrift sigillum advocati in Aliom, bei Vossberg Prcuss. Münzen und Siegel S. 32. Digitized by Google ♦ CRONICA TEURE PRÜSSIE. PARS III. 121 preparare ad defensionem, occisi fuerunt xn fratres et quingenti viri circa villam Poganste. Reliquos fugientes ad civitatem sccuti sunt, et post modicam impug- nacionem potenter intraverunt, et civitatem et Castrum Pomesanorum 1 et fra- trum saburbium pcnitus deslruxerunt, captis et occisis omnibus preter illos, qui ad Castrum fratrum confugcre potuerunt. Hoc tempore non remanserunt in Castro Cristburgk, nisi tres fratres et tres famuli et quidam Poroesanus, diclus Sirenes1, qui propter quedam delicta, que commiserat, fuit vineulis maneipatus. Hic fractis compedibus cum gladio et laneeis tanquam leo intrepidus stetit in ponte castri fratrum, et probibuit introitum hostibus, quousque porta claudere- tur. Quo facto, quidam frater telo occidit quendam Pruthenum, cui xl puerih Cristiani capti et ligati simul commissi fuerant custodiendi, et pucri currentes ad Castrum evaserunt perpetuam servitutem. De tnorte plurium Prulhenorum. im > Diwanus predictus Herum seviens in sanguinem Cristianum, congregato exercitu validoc, territoria circa Cristburgk et Mergenburgk denuo depreda- vit, putans, quod nunc deberet ei ad Votum succedere sicut prius. Jam enim tot fratres et alios Cristianos interfecit et captivavit, quod non credidit aliquos superesse, qui resistere possent ei. Unde premisso exercitu suo cum spolio, ipse cum paucis sequebatur. Sed fratres de Cristburgk et Elbingo2 cum modico exercitu confisi in eum, cujus virlute unus persequebalur mille, et duo fugave- rant decem millia, vencrunt ad fluvium Chobar*. Ibi Diwanum viriliter sunt aggressi, et quendam consanguineum ipsius, dictum Daborea, et totum popu— lum occiderunt. Sed Diwanus cum paucis non sine magna verecundia fugiens sie' evasit. Reducentes ergo fratres predam, quam de manu ipsorum eruerant, cum graciarum actione ad propria sunt reversi. • » ■ De difficultate ducendi victualia ad Castrum Cristburgk. u«(uo) Vallatis fratribus de Cristburgk undique potencia hostium, raro absque magno periculo et labore necessaria ipsis duci poterant de Elbingo. Unde acci- dit tribus vieibus, quod dum per fluvium Sirgune talia duecrentur, et fratres et famuli rebus et vita sunt privati, de quo tanta fames orta fuit in Castro Crist- burgk, quod nisi Samilef* quidam nobilis de Pomesania, pater Tussini', existens cum adversariis, occulte tarnen diligens fidem et fratres, non subvenisset, Cas- trum fuisset bominibus vacuatum. Quod cum Prutheni pereiperent, indignati dictum Samile ceperunt, et aquam bulientem in os ejus fuderunt, et nudum ad ignem positum assantes, quousque semivivush vix posset respirare, et sie eum a) Sirene« K. Syrene» B. D. Sdenc* U. b) prünum B. Cap. 144. e) Talido K. dlcta B. D. d) Da- bore K. Dobore B. Dabo* B. e) tie fehlt B. Gap. 145. f) Namile B. D. K. T. H. Samile J. g) pa- ter Juarini B. D. taMutu ohne pater K. h) eeminimie K. temianimis T. II. t) Jeroschin Ubersetzt eyo husz dem lantvolk benant, d. h. Tür dns Landvolk bestimmt. Sein Epitomutor macht daraus domus lantvolke und Voigt 3, 878 eine Feste Landvolk ! 8) Diese Stelle ist offenbar das Motiv zu der Darstellung des Auszuges der Elbinger bei Schütz fol. 37. Die ächte Ueberlicferung ist ignorirt, die gefälschte aufgenommen von Voigt 3, 88«. 3) Die Guber mündet bei Schippenbeil in die Alle. 4) Jeroschin und seine Nachfolger haben Samile, und dieser Name kommt sowohl im Christburgischen, wie Voigt 3, 879 bemerkt, als auch in Samland vor, Privil. des Bisth. Som- land fol. XXIV. Die Einfuhrung dioses Namen» bei Dusburg gegon alle Handschriften ist je- doch nicht ohne Bedenken. Digitized by Google 122 PFTRI DE OLSBURG fratribus transmiserunt, qui infirmus multo tempore supervixit. Tandem ite— rum prevaiuil fames in diclo caslro in tantum, quod fratres necessitate famis coaeli, fidolibus suis Pomesanis, qui adheserunt eis, dixerunt et suaserunt, ut recederent ab eis ad alia loca salvo jure et libertate ipsorum, ut possent susten- tari, ne ibidem fame morerentur. ünde paucis remanentibus, aiii recesserunt. Ecce mira dei et exuberans gracia, que fratres istos et alios cristifideles non so- lum in isto castro, verum eciam in Iota terra Prussic misericorditer adimplevit, ut tales defectus quasi intolerabiles et humane vite necessilati' omnino contra— rios in tanta paciencia et mansuetudine tolerarent, quod non sicut tristes, sed quasi Semper gaudenles credebant se paradisi deliciisk interesse. n«it«i) De fratre Engeikone viro laudabilis vite de Cristburgk. Hoc tempore in- dicto castro Gristburgk fuit frater Engclko natus de West- falia, vir mire devocionis et abstinencie, totus deo cOnsecratus, qui preler alia virtulum opera hoc insigne habuit in se, quod circa nudam carnem suam lorica ferrea utebatur pro camisia, et ante mortem suam quatuor tales loricas attritas vetustale et rubigine sie consumpsit. ii7 (MD De hello civitatis Itisule sanete Marie, et destruetione ejus infra secundam Prutheni needum saciati sanguine cristiano iterum parant arma ad occi- dendum et flagellandum et crueifigendum cristifideles, ut sie veniret super eos omnis sanguis justus, qui cflusus est in terra Prussic pro defensione fidei cri- stiane. Congregati ergo cum multitudine copiosa bellatorum infra secundam apostasiara processerunt contra civitatem Insule sanete Marie et ordinatis insi- diis ad locum competentem, pauci comparucrunt. Quos fratres et cives cum armigeris suis sequentes in campo, qui est inter civitatem et molendinum, hosti- liter invaserunt, plures occidentes et letaliter vulnerantes, et cum jam sperarent eos delere usque ad intemecionem, Prutheni, qui ad insidias locati fuerant, eru- perunt, et orones fratres et cives interfecerunt, preter paueos, qui confugerant ad civitatem. Quos hostiliter sequebantur, et post modicam impugnacionem, civitatem expugnaverunt, et partim captis, aliis trucidalis, reliqui ad Castrum* fugerunt et salvati sunt. Destructa igitur civitate funditus incendio cum preda maxima recesserunt. ns (ms) De secunda dicte civitatis Insule sanete Marie destruetione. Recdificata civitate Insule sanete Marie 1 per fratres cum magnis laboribus et expensis, accidit, quod Prutheni cum immenso exercilu depopulata terra Col- mensi processerunt ad Castrum Belichow cujusdam nobilis de Pomesania, «licti Jonis filii Sargini, situm supra Ossam. De quo castro exiit frater Conradus Swe- vus* de Elbingo cum multis armigeris, et habuit contra ipsos hastiludium, in ») neemariij B. D«**»iUtii K. neecuiUti T. b) delicti» K. 4«Ucüj T. gwdii» B. 4) Voigts Annahme, Marienwerder sei unter dem Schutze Ottokar's und seine« Kreuz- heeres *i68 wieder aufgebaut, 3, 290, ist mit dem ausführlichen Bericht Ottokara (Beilage 6) nicht vereinbar. ' 2) Er war später Hauskomthor zu Elbine, Kreuzfcld S. (5. Er wird noch im Jahre 4197 erwähnt, Cod. Pruss. II, n. 34 (Conrad der Swab in Christhurger Urkunden von 4-330, 4322, Fol. X des Geh. Archivs, fol. 2t und 26, ist wohl ein anderer). \ Digitized by Google 9 CRONICA TBRRB PRDSSIE. PARS III. 123 quo plures ex utraque parte fuerant vulnerati. Quo faeto accesserunt ad civita- tem Insule sancte Marie, et post longam et duram impugnacionem iterum ipsam penitus destruxerunt ; quibusdam fugienlibus ad Castrum, alii in quodam pro- pugnaeulo civitatis se defendentes* salvati sunt, ceteri capti sunt vel occisi. In duabus hiis pugnis Pruthenorum magna facta1* fuit verecundia imaginibus sanc- lorum ab iis, vestibus sacris et aliis ad cultum dei dicatis et ecclesie sacramentis. De edificacione* castri Starkenbergk et morte plurium Crislianorum. n» tui) Hoc tempore frater Anno magister generalis ordinis domus Theutonice man- davit magistro et fratribus de Prussia, ut Castrum in terminis Colmensis et Po- mesaniensis diocesium super Ossam cdificarent, ipso enim4 castrensibus vellet abundanter in necessariis providere. Ad cujus edificacionem magister multum populum convocavit, et dum quilibcl ibi in officio sibi injuncto laboraret, su- pervenit exercitus Pruthenorum improvise, et totam illam multitudinem inter- fecit. Sed longe postea iterum magister populum convocavit, et tunc edifica- cionem dicti castri per dei graciam consummavit, vocans ipsum Starkenbergk quod latine dicitur fortis mons, et multos fratrcs et armigeros ad ejus cuslodiam deputavit. De cxpugnacione castri Starkenbergk, et morte plurium fratrum et mohi Cristianorum. Prutheni audientes dicti castri edificacionem, indignati sunt, et cum valido exercitu obscderunt. Scd fralcr Gouradus de Blindenburgk* exiens ad eos in preiium, vulneratus fuit quinque vulneribus ad inodum quinque vulnerum* Cristi, et occisus, pro quo ipse domino scpius cum lacrimis supplicavit. Dcinde Prutheni vallantes undique Castrum ad impugnacionem hostilitcr processerunt. Fratres ex adverso se opponenles multos sagittis occiderunt, et letaiitcr vulne- rabant. Tandem Prutheni provocati in iraro, elcgerunt pocius omnes mori, quam infecto negocio ab obsidione recedere, et accedentes propius post multo- rum utriusque partis occisionem, dictum Castrum expugnaverunt, et occisis fra- tribus cum omnibus habitatoribus suis ipsum jn favillam redegerunt. Post mul- tos annos postea dictum Castrum translalum fuit supra Ossam in ihocesim Col- mensem, et ibi usque in diem permanet hodiernum. De desolacione castri Spittenbergk in secunda apostosia. ist (\m hi terra Pomesanier fuit quoddam Castrum dictum Spittenbergk*, in quo fratres habitabant. Sed cum in secunda apostasia tociens a Pruthenis vexaren- tur, nec possent eis a modo resistere propter dcfeclum necessariorum, combusto Castro, cum suis armigeris recesserunt, et sie adhuc remanel« desolatum. De bello terre Colmensis in secunda apostasia, utoni etprimo de fratre Hedenricoh Colmensi episcopo. Frater Hedenricus ordinis Predicatorum fuit infra secundam apostasiam* Cap. 148. ») defendente« D. defcndentibui K. B. b) faeU fehlt B. Cap. 149. c) de«trurtionc B. d) enim fehlt B. Cap. 160. e) Blindenbrrg D. Cap. 161. f) eo B. D. Pomrtania K. g) manet B. Cap. 152, h) Hedenrica» und Heydenrieut wechseln. i) »p. »ee. B. <) Die gleichnamige Burg des deutschen Ordens im Orient war 4268 von den Türken erobert. Hugo Plagon. p. 744, Marin. Sanut. p. 224, Wilkcn, Kreuzzüge 7, 595. 2) Vgl. III, 206. 8) Der Lage nach ganz unbekannt. Digitized by Google 124 PFTRI DE DUSBLRG episcopus Colmensis*. De quo refertur indubitanter, quod bcala virgo Maria cuidam pauperi viro apparuit, dans ei lileram dicto episcopo deferendam, quam literam dum episcopus legeret, iuvenil totara vitam suam in ea descriptam et additum, quod Gristiani in terra Prussie deberent a Pruthenis vexari adhuc mul- tis tribulacionibus et pressuris. t8S(i48) De obsidione civitatis ColtnenseS Posthec venit exercitus Pruthenorum, etb civitatem Colmense* obsedit. De quo episcopus turbatus vocavit ad se nobiles et feodatarios, injungens eis pro peccatis, ut exircnt et diligencius explorarent numerum exercitus et valorem. Quibus euntibus occurrerunt quidam Prutheni, cum quibus convenerunt in bello, et unum ex eis virum longissimum, qui plus quam ab humero et sursum omnes alios in longitudine excedebat, vulneraverunt, secum ad civitatem semivivum deducentes. Pro cujus capcione capitaneus Pruthenorum turbatus ultra roodum, promisit recedere ab obsidione, et'nulli cristiano homini nocere, ut ei* dictus* vir sie vulneratus redderetur, et r hoc ex utraque parte factum fuit. (U9, De morte plurium eivium de Colmense. , Tempore messium venit exercitus Pruthenorum, et xm diebus occultavit se in nemore circa locum, qui dicitur Vogelsanck, ita tarnen, quod singulis diebus pauci comparuerunt in carapo, et cives de messibus fugaverunt. Tandem cum segetes essent tnature, nec amplius sine damno possent stare, cives c reden tes exercitum recessisse, exierunt omnes ad messem. Quo viso Prutheni cum magno et horribili insultu irruentes in eos, occiderunt viros, et mulieres et parvulos in captivitatem perpetuam deduxerunt. im {im) De hello fratrum de Redino et destruetione civitatis Nullus posset ad plenum scribere vel dictare, quanta (rat res et burgienses de Redino infra secundam apostasiam passi sunt pro defensione fidei cristiane a Pruthenis, quia per illura locum quasi continue fuit introitus et exitus ipsorum ad terram Colmensem. Refenint quidam, quod civilas de Redino duabus viri- bus fuerit* expugnata, captique et occisi, quotquötb reperti fuerant homines JR6 (iM) De morte quorundam infidelium. De Redino quidam frater1 et Martinus de Golin equitantes in solitudine ad videndum, si aliquid a casu occurreret eis, ineeperunt in via errare, et in illo errore de tribus viris Pruthenis occurrentibus eis duos occiderunt, tercium1, ut eos ad viam rectam duceret, conservantes, qui duxit eos in terram inimicorum. Cujus dolum dum viderent, occiderunt eum, et cum festinacione recedentes, a quinque Pruthenis equitibus ipsos sequentibus comprehensi sunt et ligati, com- missique custodie duonim. Sed tres Prutheni alii equum illius fratris, qui effu- Cap. 158. k) Coln«otoe K. b) »d K. t ) Colmefi»en> K. B. Culmen D. Colinente J. d) ei B. yn» J. eUK. eldieti.K. f) et fehlt K. Cap. 155. f) fuit B. h) quotquot B. qulcqd K. qulcuoque T. ilinftdtmK. Cap. 156. k) frater fehlt K. 1) et t. B. 4) Heydenreich trat sein bischöfliches Amt an zwischen dem 9. Januar 4**6 (Act. 4, 624) und 40. März 43*6 (Cod. Pruss. I, n. 66) und starb zwischen dem 17. Marz 4263 (Cod. Pruss. I, n. 4*7) und 29. Januar 4264 (Preuss. Samml. 8, 34). igitized by Google 4 CRONICA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 125 gerat, sunt secuti. Quo facto, dum isti duo Martinum ligatum vcllent evaginato gladio decollare, ipse suasit eis, ut prius ei vestes exuerent, ne sanguine macu- larentur. Cui consencientes, dum brachia Martini solvissent, ipse erepto* gladio ambos interfecit, et soluto fratre ilio a vinculis, ambo processerunt contra tres alios et eos eciam peremerunt, et extunc ad Castrum de Redino sino deviacione aliqua sunt reversi. Item de Martino de Golm, et hello ipsius mirabili. i»7 (i52) Hoc eciam tempore xx Prutbeni Poloniam depredati sunt. De mandato fra- irum de Redino Martinus de Golin predictus cumb xvii sociis sequebatur. Qui Prutbeni reversi de Polonia invenerunl cuslodes Martini dormientes, et occiso uno alium, postquam numerum sociorum ejus et locum, ubi essent, indicasset, ad arborem ligaverunt. Quo facto irruerunt in eosc hostiliter; Martino et sociis suis viriliter se defendcntibus ex adverso, multi sunt ex utraque parte graviter vulnerati. Quod cum videret quidam socius Martini, qui nudus fluvium vicinum ad capiendum cancros transnatavit, reversus arripuit gladium et clipeum cujus— dam interfectt, nudus intravit pugnam. Qui horribiliter sectus et vulneralus mit ab eis, ita quod in plurtbus locis magna frusta camis-* de suo corpore de- pendebant. Adeo durum fuit inter eos bellum, quod, fatigati utraque' parte voluntarie consenciente tribus vicibus quieverunt, et tociens novam pugnam re- sumptis viribus sunt aggressi. Tandem cum jam omnes Cristiani et Prutbeni essent mortui, ille custos, qui ligatus fuit ad arborem, solutus a vinculis venit ad locum cerlaminis, et solum Martinum scmivivum invenit, quem positum su- per vehiculum, equos, arma, et res alias Pruthenorum secum duxil in Redinum. De hello fratrum in Castro Warlenhergk, et morte plurium Cristianorum. im b(im) Quocienscunque et quantutncunque gentes iste de cristiano sanguine fun- derent, non tarnen a persecucione cessabant. Nitebantur cnim tolis viribus, ut eos usque ad internecionem delerent. Unde Sudowite congrcgato iterum exer- citu majori venerum ad Castrum Warlenhergk, et pöst mullas impugnaciones et duras, fro tribus eis pro sua possibilitatc resistentibus, tandem ipsum cremando funditus destruxerunt, duos fratres cum tota familia occidenles, et sie dictum Castrum usque in presens remanet desolatum. De deslruclione castri Birgelow. leooss) Trinola* ßlius regis Lelhowinorum* assumplis sibi pluribus aliis gentibus ») rapto B. 0«p. 157. b) cum fehlt K. c) illoe U. d) «rni. fehlt K. e) « utraque B. C«p. 158. f) dusit B. C»p. 160. () TrinoU T. D. «gl. J. Der AofanpbucfceUbe irt undeutlich, T odrr C tu den Codd. K. B. 4) Nicht mehr sicher nachzuweisen, Geogr. S. 1 78. i) Bald nach der Schlacht bei Durbeo (c. 8i) fiel auch König Mindowe (vgl. zu c. 83), Digitized by Google 126 PETRl DE DUSBURG usque ad xxx" milia virorum ad preliam congregavit, et dum appropinquaret terra Prussie, divisit exercitum suum in tres turmas, quarum unam misit con- tra Masoviaro, aliam contra Pomesaniam, et utramque terram rapina et incen— dio devastavit. Reliqui intraverunt terram Colmensem, et preter alia mala, que ibidem fecerunt, Castrum Birgelow expugnaverunt, pecora et omnem suppel- lectilcm fratrum et eorum, qui ad dictum Castrum confugerant, deducentea. Fra- tres et alii homines in quadam turri se defendentes sunt saivati. iei(i56) De hello tocius Colmensis lore in secunda apostasia.1 De morle plurium Crittianonm. Fraler Hedenricus episcopus Colmensis dum capellam hospitalis infirmorum de Thorun extra muros sitam consccrassct, Pruthenib qui hujus consecracionis preconizacionem intellexerant, congregato exercitu, populum post consecracio- nem recedentem hostiliter invaserunt, et interfectis viris, mulieres captivas et parvulos deduxerunt. i«a (i57) De combuslione hospitalis Thorttniemis et impugnadone civitatis Colmensis et' destruetione castri et civitatis Lubovie. Hoc eciam tempore Sudowile cum majori exercitu, quam' unquam visus fuit in Prussia, intraverunt terram Lubovie, et Castrum et civitatem ejusdem nominis funditus destruxerunt. Deinde circa Castrum Straisbergk intrantes ter- ram Colmensem diviso exercilu, preoccupaverunt plura castra, ut populum ad ») XXX Codd. »uch 3. XXI II. C»p. 161. b) 6ed Prath. K. m4 tthlt B. D. Cap. 162. c) qui K. B. quam qui T. quam H. mitgerissen von der heidnischen Reaction, zum Heidcnlhum wieder ab. Baczko p. 73 setzt seinen Abfall ausdrücklich in das Jahr 1260, Altipecke S. 630 und die Schenkungsurkunde Mindowe's vom 7. August 1261 (deren Echtheit freilich nicht verbürgt ist) scheinen auf eine etwas spätere Zeit zu weisen. Er wurde hiezu vorzüglich gedrängt durch einen seiner Ver- wandten, welchen verschiedene russische und polnische Chroniken Strojnat, die Hyputijcw- sche Chronik Trenjata, Alnpccke Traninte, DusburgTrinota nennt, und welcher vonAlnpecke nur im Allgemeinen als mage (Verwandter), von Dlugos* als nepos, von spateren theils als Brudersohn, theils als Schwestersohn, von Dusburg als lilius bezeichnet wird. Sjögren über die Jadzwinger S. HS ff. Schon 4 260 hatten Litthauer und Prcussen in Preussen und Polen grosse Verheerungen angerichtet, Baczko p. 78. 4 263 streiften die Litthaucr und Russen einerseits gegen Dorpat, andrerseits gegen Masovicn, wo Herzog Semowil erschlagen wurde, Baczko p. 3t, Sjögren p. 44t f. Im Februar 1*63 verheerte Traniate Livland und siegte bei Dünamünde, Canon. Samb. ad a. und Alnpccke S. 639. Bald darauf unternahm Traniate den von Dusburg c. 460 erzählten Heereszug gegen Preussen. Denn da Dusburg ihn filius regia nennt, so war er noch nicht selbst Künig ; er wurde es aber schon im Jahre 4 263 nach der Ermordung Mindowe's, vgl. Sjögren S. 1 83 f. Aus der Reihenfolge der Begebenhelten bei Dusburg, namentlich aus der Erwähnung Heidenreichs c. 4 64 ist für die Chronologie hier nichts zu entnehmen ; aber ebenso wenig Gewicht hat auch die Anordnung bei Kojalowitz, nach welchem Voigt 3, 296, Ropell 4, 513 und Sjögren S. 4*2 diesen Zug ins Jahr 4*64 setzen. — Auf Traniate folgte im Jahre 4*64 Woischelg, Mindowe's Sohn. Woischelg über- gab die litlhauische Herrschaft um 4 267 seinem Schwager Schwarno, dem jüngsten Sohn Daniel's von Halicz, der von seinem Vater die Fürstentümer Chelm, Drohicryn und Halicz geerbt hatte, und zog sich nach dem Kloster zurück, wurde aber bald darauf getödtet. Wie er war auch Schwarno ein Christ, aber wie die russischen Fürsten überhaupt, der griechi- schen Kirche angehürig. Mit Schwarno ging Mindowe's Haus und das Christenthum in Lit- thauen zu Ende. Sein Nachfolger war der Heide Trojdcn oder Traydcu, bei Alnpecke Tho- reiden, etwa seit 4 272, Karamsin russische Geschichte 4, 96 und 4 02. — Im Jahre 1264 er- schienen die Litthauer vor Welau, Dusburg c. 12*. Ein Einfall der Litthauer und Jadxwinger in Cujavien 4269 wird erst von Dlugoss 4, 786 erwähnt. 4) Die Wiederholung dieser Ueberschrift (vgl. c. 4 52) ist auffallend. Ob etwa die Ab- schnitte c. 4 52 — 460 auf einen Einschub bei einer zweiten Redaction hindeuten, wie oben c. 44 fast auf den gleichen Gedanken leitet? Dann hatte Dusburg Beine Erzählung ursprüng- lich sehr angemessen mit Thorn c. 461, 46* und Culm c. 468, 464 angefangen. Digitized by Google CRONICA TEURE PRÜSSIE. PARS III. 127 ea confugientem occiderent et captivarent. Posthec venerunt Tfaorun, el hospi- tale et quicquid fuit extra muros, quod igne consumi potuit, cremaverunt. Tan- dem venientes ad oivitatem Golmensem ipsam per diem et noctera forlissime impugnaverunt, licet nihil proficerent, civibus se virilitor defendentibus ex od- verso. Sic dum dictam tcrram per dies quatuor devastassent, cum inestimabili spolio Dominum, equorum, pecorum et aHarum rerum recesserunt. De hoc ex- ercitu quidam vir fortis de Sudowia mulierem cristianam, que hoc tempore con- fugerat ad paludem, secutus fuit, et dum eam vellet occidere, illa fragilitale sexus sui oblita viriliter restitit. De quo ipsc indignatus pollicem ei cum denti- bus precidit, illa e contra provocala in iram cum luto os ejus et aures implens penitus suffocavit. De morie plurium Pruthenorum. it» (iss) Non longe postea exercitus Pruthenorum intrans terram Colmensem, ipsam incendio et rapina et multa strage bominum cristianorum vexavit. Tandem ve- nerunt ad civitatem Colmensem'1, ubi eis cives occurrerunt armata manu, el inito cerlamine capitanoumb ipsorum et multos alios interfecerunt, et sie re— detnptus fuit captus ab eis omnis populus cristianus. De vaslacione terre Colmensis et occisione quorundam frairum et nu »59) armigerorum. Post hec Scumandus cum Sudowitis2 intrans terram Colmensem, divisit exercitum suum in duas partes, quarum una processk contra Thorun, alia con- tra Colmensem civitatem, occidenles, capientes et comburenles, quicquid in via occurrit eis. Sed circa horam vesperarum convencrunt apud r Castrum Birgelow, ibique castra metati sunt. In ipsa nocte fratres dicti castri cum suis armigeris exierunt, et exercitum dormientem inquietantes, occisis pluribus et letaliter vulneratis factus fuit clamor magnus, quo audito eustodes, qui vigilias noctis servabant super dictum exercitum, jam parati in armis supervenerunt, et duos fratres cum dimidio* et plures armigeros occiderunt. De impugnacione castri Schonense et morte Diwani capitanei Barthorum, les(ieo) Demum Diwanus capilaneus Uarthorum cum octingentis viris obsedit ca- C«p. 168. ») ColmeMwa K. B. Colmcn D. Climen« J.' b) capiUneo B. Cap. 164. e) ein» B. prope D. 4) Wenn Jcroschin hier von Culmsee spricht, so scheint dies ein reines Vorsehen. Nach dem Zusammenhange c. 164 16* rnuss man hier Culm erwarte», (vgl. zu c. 161). Von Culmsee spricht der Chronist anderwärts c. 4 58, 154. 3) Wir finden die Sudauer (Jadwingcr) schon 1255 vor Welau c. 73, ebenda um 126* c. 122, ferner in Barthcn vor Walewona um 1263 c. H6, bei Bartenstein 1273 c. 173, vor Beselde 427* c. 17*, ferner vor Elbing und Weclitz bald nach 4260 c. 169, endlich im Cul- merlandc zweimal vor Wartenberg c. 4 58, 439, bei Lübau, Strassburg, Thorn c. 162 — und unter Scumand's Führung vor Birgelau etc. c. 16* und bei Culmsee etc. c. 166. Von den Sudauern ins Besondere gingen auch wohl die Verheerungen aus, welche den Preussen im Allgemeinen zugeschrieben werden (vgl. zu c. 4 60) : Preussen verheerten mit den Litthauern zugleich Polen 4260, Baczko p. 73, siegten Uber die Masovier 4262 bei Dlugoszedle und ver- heerten im Januar die Castellanei Lowicz, Baczko p. 7*, zogen 4266 gegen Plock, Baczko p. 76, Dlugoss I, 778 und zerstörten 1267 Ziechanow, Dlugossl, 782. Jadzwinger und Litthauer drangen 4269 bis Cujavien, Dlugoss (, 786. Eine schwere Niederlage erliUeu die Jadzwinger in dem eigenen Lande durch Bolcslaw von Krakau im Juni 4 26*, wo ihr Anführer Komat fiel, Annal. Craoov. Maj. ad a. Dlugoss 4, 770; im Jahre 1272 drangen russische Fürsten aus Ha- lief tief in dasselbe ein, eroberten Slina, und die Fürsteu Miutelae, Schjurpa, Uudejko und Pestilo baten um Frieden, Sjögren p. 45». 8) Mit einem Halbbruder. Jeroschin. Digitized by Google 128 PETRI DE DUSBURG strum Schonense1, et juravit per potenciaro deorum suorum, quod nisi cito tra- derent Castrum in manus suas, ipse tarn fratres quam armigeros suspenderet ante portam castri. In hoc castro non fuerunt nisi tres fratres et pauci armigeri, quibus armigeris induerunt- fratres pallia sua et parmas ad terrorem ^>bsiden- cium, ut fratres plures apparerent. Quo facto dum ordinatis ex utraque parte, que ad impugnacionera caslrorum sunt necessaria, ad impugnacionem accedercnt, vulneralis de hostibus pluribus et occisis, frater Arnoldus Crop* sagittans cum balista dictum Diwanum per collum transfixit. Quo mortuo, alii . infecto negocio recesserunt. Isti Diwano blaspherao accidit sicut Heliodoro, qui cum vellet in templo domini erarium depredari, occisus a deo concidit in ter- ram, et qui cum multis cursoribus et satellitibus ingressus fuit, nullo sibi auxi- lium ferente, in sella gestatoria portabatur. las (i6i) De expugnacione duorum caslrorum quorundam feodatariarum ierre Colmensis, scilicet Hemsot et alterius. - Poslremo Scumandus Sudowitarum capitancus cum maximo exercitu Su- dowitarum et Ruthenorum» terram Colmeiisem ix diebus rapina et incendio vexavit. Infra quos ix dies dum appropinquare cepit civitati Colmenseb, quidam miles de Polonia, diclus Nineric, predictam civitatem intravit, quam ipse miles promisit se ad manus dicti Scumandi traditurum. Unde dum visis hostibus ci- ves menia ascenderent, ascendil et isle, et', sicut idem traditor dedit eis Sig- num, sie una et altera vice sufflavit cornu suura. Quo audito cives perterriti dictum militem ceperunt, et comperto, quod voluit eos tradere, ipsum et filium suum cum uno famulo ante portam civitatis suspenderunt. Scumandus videns se deeeptum, procossit ad Castrum Hemsot* et ipsum potenter expugnavit', et xl viros, qui ad custodiam ejus deputali fuerant, interfecit. Deindc Castrum al- terius feodatarii militis, dicti Cippel *, potenter et hostililer intravit, et occisis et captis omnibus inibi existentibus, utrumque Castrum in cineres est conversum. 1« (i«2) De malicia Prulhenorum sciencium linguam Theutonicam. Hcnricus Monte capitaneus Natlangorum, et multi alii Prutheni, qui a pue~ ricia nulriti fuerant circa fratres, multa mala fecerunt tempore perseeuciouis hujus populo cristiano, quia sepissime hoc accidit, quod quando exercilus in- fidclium pertransiit terminos fratrum, populus cristianus, qui ad castra confu- gere non poterat, in silvis, rubetis et paludibus se occultavit. Quod senciens Hcnricus predictus, assumptis sibi pluribus armigeris, accessit ad ca loca, ubi talia presumebat, et haben s verba paeifica in dolo ait voce Theutonica : si quis latitat hic, exeat sine timore, quia exercitus infidelium jam recessit. Cujus ver- Cap. 166. ») Prnthenoru» H. b) Colmeue Codd. weh J. Cntocn D. Colmeiwi H. c) et fehlt K. d) Hem«Xfa K. •} e.pupi.v.rui.t B. 4) Die Stadt wurde nach dem Annat. Thor, erst im Jabre 4275 gegründet. 3) Sein Name wird sonst auch Cropb oder Kropf geschrieben. Er war Comthur iu Bir- gelau 1370 — 1278, später in Altbaus, Roggenhausen undNessau. Diese Notiz wie spater noch manche ähnliche entnehmen wir aus Voigt's Namenscodex, der jedoch, wie sich zeigen wird, nur mit Vorsicht benutzt werden kann. 5) Der Name ist erhalten in dem des Dorfes Czieplinken bei Reden, nicht zu verwech- seln mit Szczuplienen im Löbauerlande, Geogr. S. 1 1 . Die von Heimsot oder Heimsode wer- den in zahlreichen Urkunden des 4 3., 4 4. Jahrhunderts und spater erwähnt. Digitized by Google CRONICA TEURE PRUSSIE. PARS III. bis dum fidem adhibendo cxirent, ipso cum suis irruens in ipsos omnes ceperat vel occidil. De hello fralrum et civium* de Elbingo infra secundam apostasiam, et de mau) quibmdam ßdelibus Pogesanis, qui fratribus adheseruni. 1 Dum surgcret secunde apostasie persecucio, quidam de Pogesania nobiles, licet pauci, non ingrati beneficiis sibi a magistro el fratribus exhibitis, relicta hereditate palerna cum omni domo et familia venientesEIbingum fratribus fide- liter adheseruni*. De destruciione castri Weclitzeh et alterius propugnaculi. isbom) Pogesani cum Sudowitis et aliis gentibus de Prussia congregato exercitu valido circutniveruntPogcsaniam, etPomesaniam in principio secunde apostasie, et quotquol ibi Crislianos invenerunt, captis mulieribus et parvulis occiderunt. Deinde procedentes, Castrum Elbingcnse impugnaverunt, et adeo infesti fuerunl, quod utique suburbium expugnassent, si non quidam, dictus Wirtel*, capit»- neum ipsorum cum lancea transfixisset. Quo morluo turbali recesserunt usque ad propugnaculum quoddam4, situm inter flu vi um Rogow et Wesecamc flumen, in eo loco ubi Weseca intrat stagnum Drusine, et post modicam impugnacionem incendio destruxerunt , caplis omnibus et occisis preter eos, qui navigio per Drusinam evaserunld. Posthec cum viderent sibi omnia ad votum succedere, accedentes ad Castrum Wcclitxe5, situm supra Rogow fluvium, ipsum post lon- gain el duram impugnacionem et obsessorum virilem defensionem tandem in cinerem redegerunt, captis omnibus et occisis. De expugnaäone molendini Liefardi et motte plurium civium de Elbingo, m (iw> Anno domini mcclxxiii cum jam Sarabite, Nattangi, Rarthi et Warmienses, fatigati Iaboribus et expensis, se fidei el fratribus subdidisscnt, Pogesani adhuc in pertinacia sua permanenles, congrcgatum exercitum suum circa Elbingum in quoddam nemus locaverunt, de quo pauci equites exeuntes ante civitatem Elbingensero se oslentaverunt, quos cives de Elbingo, qui conlinuc circa se'ha- bebant arma reposita, sequentes aliquos interfccerunt. Sed dum se cives sie sequendo nimis elongassent a civitate, Pogesani, qui in insidiis latitabant, ex- euntes, viam redeundi ad civitatem occupabant. Quo facto cives angustiati, non valentes tante multitudini in campo resistere, ascenderunl molondinum Liefardi, (|Uod ad modum castri aliqualiter firmatum fuit. Accurrenles itaque Pogesani dictum molendinum acriter impugnaverunt. Sed cum cives adhuc minus fatigati fortiter se defenderent, pluribus ex utraque parte lesis, Uli desistentes a pugna C*p. IM. ») civiumque B. Cap. 168. b) Wecritae oder WetriU« K. B. Wendi* und WecliU J. -Weericu D. c) Wnett B. d) ioTucrulit B. ■ i ) Dusburg spricht von den Pogesaniern offenbar zuletzt, weil sie am längsten Wider- stand leisteten. S) Vgl. zu III, c. 100. 3) Ein Preusso nach Jcroschin. 4) »Vor ein ozzeck« Jcroschin. Es scheint, als wenn der in allen slavischen Gegenden häutige Name appellative Bedeutung hat, etwa gleich Castrum. Bei Jeroscbiu muss dieselbe wegen des Artikels vorausgesetzt werden. In ganz verwandter Bedeutung kommt das Wort im Altpreussischen vor: . . clausuram, que osseke in prutenico dicitur, Cod. Warm. 1. n. <64. 5) Weklitz ist noch jetzt dort vorbanden. Wekelitz als Personenname kommt um ««94 vor, Cod. Warm. I, n. 411. Script, r. r. I. g PETRI DE DUSBÜRG per terapas modicam quievorunt. Cum secundo vellent accedere ad pugnam Pogesani, hortabantur Cristianos, ut castnim et se traderent in manus suas, aiioquin oranes occidercnt et delerent. Tandem intervenerunt hcc pacta, ut ci- ves xxv inter se pociores ei« traderent, ut sie salvi alü pennanerent. Quoü cum factum esset, Pogesani rupto federe pacis ad impugnacionem itemm accesse- runt, et quia jara cives non habebant, quo se defenderent, Uli apposito igne Castrum cremaverunt, quo viso, quidam periculuni ignis dum vellent evadere, occisi sunt, alii saltantes de igne in plurcs lanceas erectas per Prulhenos. ceci- derunt, reliqui sunt cremati. Tantus ibi sanguis Cristianorum fusus fuit, quod fluvius vicinus1 amisso colore naturali sanguineus apparebat. Refertur a pluri- bus ßde digni», et* indubitanter debel credi, quod dum bec agerentur, quidam in meniis civitatis Elbingensis stantes ad spectaculum viderunt celum apertum et ab angelis introduci animas occisorum. m (>M) De subjeclione Pogesanorum, et slrage maxima eorundetn, et de pace « reddiia Cristianis. Porturbati ergo magister et fratres de hujusmodi iamentabili eventu, ad ulciscendatn injuriam interfectorum, congregaverunt omnem potenciam exerci- tus sui, et inlranles terram Pogesanie, a ßne usque ad finem rapina et incendio vostantes, interfecerunt viros, et mulieres, et parvulos captos deduxerunt. In- super et Castrum Helsbergk, quod tunc fuit in manu Pogesanorum3, expugna- verunt, captis omnibus et occisis et extunc terra Prusaie quievit in pace. 111 (167) De continuo insultu hoslium et variis tribulacionibus Cristianorum Prussie infra secundam apostasiatn. Quol incomrooda, quot pericula, quotque angustias fratres et alii cristifi- deles in hac perseeucione, que ultra xv annos* duravit, ab hostibus in singulis civitatibus, castris et aliis locis perpessi sunt, in sola dei cognicione ita sub- sistunt, quod nullt» hominum nunc vivencium posset ea plenius explicare. Vix fuit aliqua hora, in qua possent panem in saturitate comedere, nisi una vel dua- bus vel pluribus vieibus surgerent ad pugnam ab hostibus propulsati. El ut verum fatear, in eis fuit impletum, quod de Judeis, volentibus civilatem sanc- tam Jerusalem reedificarc, genlibus ex adverso renitentihus, dicitur, quod me- dia pars eorum faciebat opus, et altera tenebat lanceas ab aseensu anrore, donec egrederentur astra ; una manu faciebant opus, et altera tenebant gladium. Sed hü dei ministri, ut docet apostolus, in hiis omnibus tribulacionibus, necessita- tibus, angustiis, plagis, carceribus, sedicionibus, laboribus, vigiliis et jejuniis, in multa paciencia quasi morientes vixerunt; quasi tristes, semper autem gau- dentes fuemnt. Obsecro ergo eos, qui hunc librum lecturi sunt, ne'abhorres- cant propter diversos casus, sed repulent ea, que acciderunt, non ad interitum sed ad correctionem generis esse nostri. Etenim multo tempore non sinere Cap.170. •)* fehlt K. 4) Das Mühlen flies« die Hommel, welche voo Osten her in den Elbing gebt. 5) Vorübergehend; nachdem die Warmter »ich schon unterworfen hatten c. 470. 3) Vgl. die Leberschrift von c. 89 (duravit XV anois). Das lelcte Jahr des Aufstandes ist alHO Ii74. Eine rriedensurkuade wie im Jahre 4*4», oder nach Wiederuntorwerfunp der Kureu 4267 und der Semnallea «173 (l'rklt. vom August 4i«7 und vom 4t. Juli 4x73 ia den Milth. aus der Li vi. etc. Geschichte Bd. 4, S. 40», 407) ist nicht vorbanden. Digitized by Google CRONICA TEURE PRU9S1E. PARS III. 131 pcccatoribus ex sentencia agere, sed statiro ulciones adhibere, magni beneficii est indicium. Non enim sicut in aliis nacionibus dominus pacienter expectat, ut eas, cum dies judicii advenerif, in plenitudine peccatorum puniat ; ita nonb in nobis statuit, ut peccatis nostris in finem devolutis ita deinde vindicct, propter quod nunquam a nobis misericordiam suam amovet; corripiens Tero in adversis populum suum non derelinquit. De sccunda castri Barthensiem dettructione. »*» <»«> Sudowite audientes, quod Barthi, Wannienses et alii Prutheni se fidei et fratribus iterum subjecissent % indignati sunt, et convenientes cum magno exer- citu, improvise obsederunt Castrum Barthenslein, quod post recessum fralrum Barthi sibi ad usus suos reservaverant, destruxerunt, captis et occisis omnibus eciani in cinerem redegerunt. De obffidione cculri Beselede el morte duorum milium Sudomlarum. »'« (*•*) Sequenti anno Sudowite, Nadrowite et Scalowile cum maximo exercilu venientes, Castrum Boseledam1, situm in silva dicta Kerlone juxta Barthenslein, obsederunt, fortissime impugnantes. Quod cum videret NameaV mater Pos- draupoti de genere Monteminorum, ait ad filios suos : doleo, quod vos unquam genui, ex quo non vuitis vitam et gentem vestram ab hostibus dcfendere. De quibus verbis filii* ejus el alii castrenses provocati, exierunt ad bellum, et de exercitu infidelium ultra duo milia occidcrunt. Post hec fralres reedificaverunt Castrum Barthenstein, et habitobant ibi usque in presentcm diem. De hello Nadrowitarum »* <»«> el conversione plurium de dicta teira. Anno doraini accLxxiiu, reversis ad sancte matris ecclesie unitatem Poge- 1274 sanis, Warmiensibus, Naltangis, Barthis et Sambitis, faclaque caucione debita per obsides, quod nequaquam de cetera tarn delestabilia allemptarenlf, std fi Scalowite habobant unum Castrum circa Raganitam* in quodam monte, in cujus obsidione Rutheni cum maximo exercitu fuerunt ix annis' ante ingressum fratrum domus Theutonicc in terram Prussie. Tandem Rutheni fatigati Iabori- bus et expensis, quesiverunt ab obsessis, de quo eibo viverent. Qui responde- mint, de piseibus. Habebant enim in medio castri piscinnm, habentem in longi- ttidine xx passus et totidem fere in latitudinem, que tunc habundabat piseibus quj sufliciebant obsessis omnibus ad vescendum. Quo audito Rutheni ab obsi- dione recesserunt. Ecce mira res, tunc habundabat piseibus, cum essent Sca- lowite infideles ; nunc autem fovet ranas, cum sunt Cristiani ; nec habet dicta piscina tanlum de aqua, que sufficeret piseibus ad manendum. Cur hoc sit, nescio ; deus seit, cujus incomprehensibilia sunt judicia, et invesligabiles vie. De expugiiacione castri Raganile. >»* Frater Theodoricus' advocatus Sambiensis de mandato magistri ducens sc- cum plurcs fratres et mille viros, qui in impugnacionibus municionum fuerunt f plenius exercitati, venit navigio ad terram Scalowitarum, que sita est in utro- que littore Memele, et accedens« improvise ad Castrum, situm tunc in eo loco, ubi nunc est Castrum Raganita, ineepit ipsum impugnare. Quidam scalis positis ad raenia nitebanlur ascendere. Sed cum Scalowite ex adverso se opponere vcllent, sagittarii fratrum per crebra jacula ipsos rcpulerunt. Violenter igitur illis intrantibus per tiienia, aliis per portam caslri, totam illain multitudinem inGdclium, qui plures fuerunt in Castro, quam fratrum exercitus continebat, in ore gladii extinxerunt, muliercs et parvulos cum maxima preda rerum aliarum secum ducentes. Hoc facto Castrum et suburbium ejus et alia edificia, que in vicino fuerant, corabusserunth. De expugnacione castri Ramige.1 im um Ardua et quasi impossibilia humane na Iure homo confisus in domino audet Cap. 180. a) Uridp Vebencbriften hat B. und der Index K. ; eie fehlen im Test K. T., nur eine hat n. b) faerant K. Cap. 181. c) castrol H. d) Baganictam B. Cap. 183. e) Thomaa II. (die Codd. haben hier wie tonst Tb.). f) fuerant K. j) aicenden« B. h) Der SchltiM ron hoc facto an fehlt B. Cap. 188. i) Die TJebrrtchrift fehlt im Index K. Ausfall und vernichteten eine abgesonderte Abtheilong der Rassen. Nach der Hypatijew'- schen Chronik S. 406 f. vgl. Karamsin Gesch. von Russland 4, 402. Die Barther kehrten t48* nach Preusscn zurück, Dusb. c. 425. 1) Das wäre 1441 ; allein nach den politischen Verhältnissen der russischen Reiche jener Zeit ist ein Angriff der Russen auf Schnlaucn in diesem Jahre nicht denkbar. Vielleicht ge- langte Roman der Grosse von llalicz (H 96 -1405) auf seinen Krobcrungsziigcn so weit (Ro- pcll i, 394 f.). Vielleicht aber ist hier an die Erobcrungszügc seines Sohnes Daniel zwischen ♦ 451 und «45t (vgl. zu c. 67) zu denken. Digitized by Google 134 l'KTRI DK DUSBURG aggredi, quando ex certis indiciis et signis evidentibus sentit sibi deum propi- ciura. Unde frater Theodoricus predictus cum exercitu suo ad liltusMemele op- positum accedens, Castrum Ramige*1 eodcm modo impugnavit, et licet in dicta impugnacione aliqui de suis vulncrati fuerant et occisi ; tarnen eodcm die ipsutn violenter obtinuit et destruxit, partim hominibus captis, aliis occisis. im (t79) De destructione castri Labegow. Cum autem hec ad aures Sealowitarum devcnirent conturbata sunt oronia ossa eorum, et convenientes seniores populi conciliura fecerunt in unum b, quo- modo se possent vindicare. Ordinaveruntque concorditer cr.cc viros preeleclos ad bellum, qui navigio vcnientcs ad Castrum fratrum Labegowe* improvise m ortu dici, quiescentibus adhuc hominibus in stratu suo, ipsum expupnaverunt, occidentes in eo quicquid masculini sexus' fuit, preter mulieres et parvulos, quos exuslo prius castro secum cum preda maxima deduxerunt. wo« De vtulacione teure Scaloune. Sed quia facilitas4 venie incentivum tribuit delinquendi, necesse fuit, qaod Scalowite de delicto hujusraodi prcsumpcionis gravcm subirent penitenciam, ne talia de cetero altemptarent. Congregavit igitur magistcr et fratres validum exercitum in ulcionem premissorum, qui cum vcnirent in terram Scalowie, ip- sam per incendium et rapinam pertransierunt a fine usquc ad finem , in illa parte, que tangit terram Prussie, faclaque strage magna hominum*, mulieres et parvulos vinclos deduxerunl. Medio tempore, quo hec agerentur, Stinegota' capitaneus Sealowitarum cum magno exercitu sequutus est eos, quod conside- rantes magister et fratres, positis occulte insidiis, exercitum Sealowitarum pro- cedentem invaserunl et pluribus ex1 eis occisis, alios in fugam converterunt. 18« (181) De quadam tradicione facta contra fratres. Fuit quidam vir potens, cui nomen Sareekah Sralowita, castellanus in castro Sarecka'* a nomine suo sie dicto, de illa parte Scajowie, quo tangit ter- ram Lethowie. Qui non habens virtutem armatorum, que posset fratres offen- dere, excogilata quadam fraude tradicionis, voluit sub simulata specie boni eos ») Bamif* K. D. Ranlffe B. (iweim*l *o). Cap. 184. b) Ob in unum hinter conrenirates tu (teilen wäre? c) «ex. muc. B. Cap. IM. d) faculta* B. e) hom. mag-. U. f) StlnegoU K. 8tincgotB D. (Steoegote J.) undeutlich B. BlinefoU U. f) ex B. D. fehlt K, Cap. 186. b) Sareck» B. D. Sarreck* K. Sarecto U. i) Sareck» Codd. 4) Jeroschm hat statt Ramige : Rannte, und Voigt 4, 50« und 3, 818 glaubt daher, bei Dusburg »ei Ragnite iu lesen. Wenn er aber zur Begründung anführt, das Berliner Manu- script lese Raganita, so ist dies lediglich ein Irrthum Der Epitontatnr stimmt naturlich mit Jeroschin überein. Wir glauben ein Versehen Jeroschin's annehmen zu müssen. 2) Die Zürc. welche der Orden zu Schiffe gegen die Schalauer unternahm, gingen offen- bar von der Deimemündung nach derMemcl, und zur Deckung derselben diente dasSchloss. Der altpreussische Ort Labegowe wird zwar schon in einer Urkunde von 1258 erwähnt, Cod. Pruss. I, n. H6; auch ist es möglich, dass schon um jene Zeil — man denke an die Er- bauung von Georgenburg an der Mcmel — das Schloss gegründet wäre, aber Henneberger S. 2*8, den Voigt 8, 157 als Gewährsmann hiefür anführt, ist nicht besonders zuverlässig; er schreibt nur nach Grünau XIII, 6, g. 1, und da die Burg Labiau wahrend des Aufstände» von 1400—127* noch nicht erwähnt wird, so nimmt man wohl sicherer an, dass sie erst nach Wiederunterwerfung der Samen gegründet ist. 1) Vielleicht Schcrnky an der Jura nördlich von Tauroggen, Geogr. S. 27. Ein Berg des Namens Scharka liegt bei Kallencn ebenfalls nahe der Jura noch auf ktinigl. preussischem Gebiet, Neue Preuss! Prov. Bl. 1839, Bd. 1, S. *2. Digitized by Google CRONICA TERRB PRUSSIB. PARS III. 135 decipere. Misit cnim nuncios suos ad commendatoreni de Memelburgk, petens ab co humililer et devote, ul cum armigeris suis veniret, et cum, qui cum tola domo et familia vcllet relicta ydololatria baplismi graciam percipere, deduceret violenter, quia notroisi in manu potenli evadere in6delium manus posset. Com- - mendator audita hac legacione gavisus est gaudio magno vaJde, et licet non pos- set habere plenam certitudinom liujus facti, voluit tarnen sub spe lucri tot ani- marum aggredi rem perioulosam et dubiam propler deum, Assumptis ergo sibi fralribus quibusdam et armigeris processit, et in via occurrit ei quidam vir, qui ipsum de tradicione hujusmodi premunivit, asserens, quod dictus Sarecka cum mullis armatis, ut eum el fratres occideret, in itinerc expectaret. Hoc audito commendalor non volens, quod Idom Sarecka de tanta iniquitate commodum re- portaret, circumveniens eum, improvise irruit in ipsum, et aliis pro timorc in fugam conversis, ipsum cum octo pocioribus de parte ipsius capiens deduxit. In prima vero nocte dum fratres quiescerent in tentoriis suis, idero Sarecka, quia fortis erat robore, solvit se a vineulis, quibus ligatus stetit ad arborem et arrcplo gladio unum fratrem et tres armigeros interfeeit, et alten braebium ampulavit, in qua pugna et ipse cciam est occisus. De expugnacione castri Sassowie. wi («d Frater Gonradus de Tirbergk magister, hoc intelleclo, eommotus est, et congregato exercilu mille quingentorum equitum, aliis cum xv navibus proce- dentibus, circa Castrum Scalowitarum Sassowiam*2 convenerunt, el ad impug- nacionemk ejus viriliter accedentes, ipsum posl longam altercacionem potenter expugnaverunt, el partim captis bostibus, aliis gladio trucidatis, in cinerera re- degerunl. De denolacionc terre Scalowic. iss (is» Mulla bella alia sunl gcsla per fratres contra Scalowitas, que tediosum es- set scribere. Postquam ergo pociores terre hujus domini scilicet Surbancz*, Swisdcta ctSurdetaa viderunl sibi deum* terribiliter oflensum, et fralribus miro modo propicium, non audentes ultra divine polencic resislere, ad Cristianos, relicta paterna hereditate, successive cum omni domo et fsmilia sua secesserunt. Communis autera populus audiens, quod duces exercitus sui, per quos bellum gerebaturf, recessissent, subjecit eciam se fidei erisliane. Sieque terra illa fuit sine habitatorc inultis annis*. De apostasia m Pruthenorum ei capfivitate comtnendalomm de Cristburgk isa (isn et Elbingo cum familia eorum. Cum igilur sub innumeris expensis et laboribus, inflnitisque angusliis fe- rocem illam gentem et indomitam Pruthenorum non sine maxima st rage fide- lium, fratres jugo fidei vice altera subjecissent, et crederent, quod esset pax et securitas, repentinus 6upcrvcnit interitus. Nam inimicus hutnanj generis, ho- slis fidei, pacis emulus dyabolus, intrans in corda ipsorum, provoeavit eos, ut OftP. 187. ») SMtonUm B. k) vi impiifDacionentcrua B. Cap. III, e) nif et B, mit U K. D. Surba- nii II. d) Bürdet» B. D. (Bürdete 3.) Bürdet» K. e) dominum B. f) re««b»tnr B. t) Vgl. c. <57. i) Ob Sassnpönen an der Instar? 3J Was Voi^t 3, 147 hier von deutschen Colonisten einschaltet, namentlich von den 3000 Meissneru, entlehnte L. David *, 133 zum besten Theil aus Grünau VIII, H, §. S. Digitized by Google PETRI DE DUSHIRG ilerum rebellionis calcaneum erigcrenl, ac contra slimulum indurata nequicia calcitrarent. Cujus consilio acquiescentes omnes preter fideles Poroesanos', facta conspiraciöne, apostasie vicium committcre intendehant. Nullus tarnen publice * audebal se fratribus opponere, preter Pogesanos', qui commendalorcm de Ei- bingo et Helwicum de Goltbach cotnmcndatorem de Cristburgk *, et eorum so- cios annata manu invadcntes, caploß deduxerunt. Sed quidam dictus Powida statim ipsos liberavit. Capellanutn ipsorum sacerdotem per guiam ad arborem suspenderunt, et quendam famulum ipsorum interfecerunt, reiiqua pars familie in fugam conversa vix evasit. 190 De occisione multorum Pogesanorum. • Hoc tempore frater Theodoricus de Liddow advocatus Sambiensis de Ale- mania reversus, Sambitas, qui ipsum tenerrime dilexerunt, ab errore hujusmodi revocavit. Quod cum Nattangi et Warmienses perciperent, et ipsi a concepta malicia destiterunt, prominentes l>ona fide fratribus Gdeliter adherere. Con- gregato itaque magno exercitu frater Conrad 11 s de Tirbcrgk magister et fratres intraverunt lerram Pogesanic, et viris sine numero interfectis, vasta(aque terra incendio et rapina, mulieres et parvulos captos deduxerunt. Dum aulem hec agerenlur, tarn viri quam mulieres maledixerunl cuidam Sambite diclo Bonsefc, camerario de territorio Pubeten, asserentes, quod ipse hujus nefandi criminis auctor fuisset, motivum primum et origo. Hic Bonse voluit habere manifeste duas uxores, et quia fratres hoc prohibucrunt, provocalus in iram, omnes quasi Pruthenos ad apostasiam incitavit. Unde exigentibus ejus demeritis, morte, quam meruit, est damnatus. »•Mise) Adidem. Eodem anno, tempore autumni fratres iterum armata manu intraverunt predictam lerram Pogesanie, et vastala iterum iueendio et rapina, captis et oc- cisis omnibus, preter paueos, qui cum familia sua versus Lethowiam ad territo- rium castri Garthe seeesserunl, ipsam in solitudinem redegerunt. n»(i87)/>c vastacione terre Colmensis et terriloriorum castrorum Grtidencz, Jnstde sancle Marie, Santirii, Cristburgk' et destruetione castri Clemenlvt. Hoc tempore fuit in terra Colmensi quidam frater Bertoldus de Northusen' provincialis commendator, qui licet esset providus dispensator in eura domes- tica, tarnen ad bellum minus fuit valens (quia minor est ad singula sensus), Cap. 189. ») Poraeunio« B. C«p. 190. b) Boom iweimal bei K. and bei B. nndeuüich ob Bon»? o4«t Boom D. Boom U. vgl. J. Cap. 192. c) Cruceburg H. 4) Ein Barther war ihr Anführer, vgl. zu c. 223. 2) Helwig kommt urkundlich als Cumthur von Chrisiburg am I.Januar und 4 9. Februar 4277 vor ; sein Vorgänger Hermann von Schonenberg wird zuletzt am 29. März 4 276 erwähnt (Naraenscodex S. 24j, also nach dieser Zeit erfolgte der Aufsland. Comthur von Elbing war von 4271 bis zum 4. Januar 4 277 Helmbold, am 19. Februar 4 277 schon ein gewisser Al- brecht {Namenscodex S. 28) ; es ist also nicht gewiss, weicher von diesen beiden den Poge- saniern in die Hände fiel. Der Aufstand erfolgte wahrscheinlich gleichzeitig mit dem Einfall Scumands in das Cnlmerland, vgl. c. 492. 3) Berthold erscheint urkundlich als Laiidcomthur des Culmerlandcs vom 5. September 4274 bis zum 29» Marz 4276, sein Nachfolger Hermann von .Schönenberg vom 4. Januar 1277 bis zum 5. Februar 1289 .Namenscodex S. 46). Die Charakteristik des erstoren ist bei Jcroschin bitterer als bei Dusburg. Digitized by Google CRONICA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 137 quare non* obstitit insultacioni infidelium, ut debebat. Unde Sudowite sepius inlravcrunt terram Golmensem, et facta magna strage in populo dei, vastataque terra incendio et rapina, recesserunt, et cum sentirent, quod nullus resisterel eis, ausi fuerunt cum modico exercitu dictam terram Golmensem hostilitcr sub- intrare. Tandem magister fratrom Hermannum de Sconenborgk virum in bellis exercitatum constituit in commendatorem provincialem diele terrc, qui eis viri- liter restitit, quia quocienscunque Sudowite cum parvo exercitu intrarent ter- ram Colroensem, ipse cum armigeris suis audacter occurrit eis, et aggrediens eos in bello vicit, et occisis plurimis, alios in fugam convertit, et hoc tociens reiteratum fuit ab eo, totque occisi fuerunt, quod Sudowite amplius venire sine magno exercitu non audebant. Provoeati ergo de tanta strage suorum, et tarn variis damnis, que ineurrerant in terra Colmensi, Scumandus capitaneus Sudo- witarum cum im milibus gentis sue et virtute exercilus Lethowinorum potenter i'ntraverunt terram Colmensem in die xi milium virginum, et mortem suorum 21. october multipliciter vindicabant1. In primo ingressuh Castrum cujusdam feodatarii*, dictum Plowist^,, silum supra fluvium Osse, graviter impugnaverunt, et ulique deslmxissent , sed tandem hec pacta intervenerunt, ut costrenses duos viros expertos concederent, qui exercitum infidelium ducerent et reducerent per ter- minos Cristianorum , et sie salvi permanerent. Quo facto processerunt ante castra scilicet Rcdinum, Lipam', deinde ad Castrum Welsais', cujus suburbium funditus cremaverunt. Posthec castnim dictum Turnitz* cujusdam feodatarii durissime impugnaverunt, castrensibus e contra se opponenlibus, et licet illa die nihil« proficerent impugnando, manserunt tarnen illa noetc in obsidione ejus. Sed crastina die dum sentirent Castrum ßrinatum pluribus armigeris, quam ante, sine impugnacione altera recesserunt. Host hec venerunt ad Castrum dementia*, quod fuit cujusdam feodatarii et undique vallantes impugnaverunt; tandem igne apposito penitus combusserunt, et centum homines cristiani fue- runt in eo extineti, preter mulieres et parvulos, quos captosh deduxerunt. Ul- timo processerunt contra hec castra et civitates, scilicet Grudentz, Insulam sanete Marie et Santirium et Gristburgk, et quiequid occurrit eis in via, vel oc- ciderunl, aut ceperunt, vel in cinerem redegerunt. Deinde cum inestimabili preda hominum cristianorum et aliarum rerum recesserunt. Quanta mala et quam magnam st ra gern in populo dei, et quantam verecundiam fecerit1 iste exercitus sacramentis ecclesie et ministris, nullus sane mentis posset sine la- crimis cogitare. De bello Sudowitarum, et de bello finali terre Prussie. iw os») Expugnatis favente domino Jesu Gristo cunclis gentibus terre Prussie, re-»* stabat adhuc una et ultima, scilicet Sudowitarum, et polencior interk omnes*, % a) qui» non K. B. qnia konnte au« dem Yorherg ehenden qnia durch Wiederholung entstanden «ein ; quare Conj. b) congreaau K. e) fendatarii B. d) Pollowiat (ol getilgt) K. e) Lipanl K. B. D. Mpe J. f) WeU- cu* H. g) nihil B. D. non K. Ii) captiToa B. i) feett B. Cap. 10S. k) intni B. 4) Dieses Einfalles der Heiden in das Culincrland gedenkt der Canon. Samt)., doch schreibt er ihn den I.itthaucrn zu. Die Annal. Thorun. geben die unverständliche Notiz Anno ti77 maximum bellum fuit in procarien. 81 Plowenz nordöstlich von Reden. 3) Westlich von Reden. 4; Vielleicht das heutige Plcment zwischen Reden und Graudenz, Voigt, 3, 352. 5, Der Stamm der Sudauer war einer der zahlreichsten, aber durch Kriege mit Russen, 138 PETRI DB DÜSBURG quam fratrcs non in faumana virlute, nec in pugnatorum multitudine, sed in divine protcctionis auxiiio confisi, virililer sunt aggressi, attendentes, quod non solum caput et alia pars corporis, sed eciam cauda hostie secundum preceplum domini in sacrificio jubetur offerri. Ut ergo fratres bostie sue finem consutna- cionis apponerent, inceperunl bellum contra terram Sudowie in hunc modum. is«(tt>9) De vastacione (erritorii Kymenow* terre Sudowie. Frater Conrodus de Tirbcrgk magisler et plures fratres cum mille et quin- genlis equilibus intraverunl terram Sudowie, et territoriutu, quod dioitur Ky- mcnow, depopulati sunt, et preler occisos, quorura multi fuerunt, mille capli- vos homines, cum spolio aliarum remm fere innumerabili deduxerunt. Scquenti die dum excrcilus fratrum redeundo venisset ad silvam, que dicitur Winse, Su- dowite cum tribus milibus virorum electorum secuti sunt eos, quos fratres cum suis virililer invadentes, occisis multis et Ictaliter vulneratis, usque ad terre ipsorum introitum fugaverunl. In hac pugna de exercilu fratrum nisi sex viri ceciderunl interfecli, alii salvi sunt reversi1. »w (i«Q) De depredacione terre Polonie. Hoc tempore Lethowinorura exercitus validusk intravit Poloniam et vastalis Briscensi, Luncensi, et Dobrinensi confiniis per incendium et rapinam, tantam stragem fccit in populo cristiano occidendo et captivando, quod numerum eoruro nemo potuit veraciter estimare'. i»6 (!»i> Ad idem ; de morte ociingenlorum Lelhowmorum. Non longe postca octingenti viri equites de Lethowia destruxerunt in parte terre Polonie, que dicitur Kersowc x villas, et occisis multis Cristianis cum magno spolio recesserunt. Medio tempore, quo hec agerentur, vir deo devotus Lestekinus dux Cracoviensis*, congregatis multis milibus virorum, ascendit in montem quendam, et ait : quicunque fonnidolosus non est, ascendat ad me, ut hodie vindicemus injuriam crueifixi. Et ut breviler concludam, ipse sicut Gi- C*p. 194. ») Xjrmcnow B. D. Kim. K. C»p. 190. b) cx. rat. Lett. B. Cap. 196. e) Oer»» H. und Polen bereits sehr mitgenommen (vgl. zu c. 67, 78, 16*). Von den Territorien dessetben werden mehrere auch in russischen Quellen angeführt. Es begegnen den Russen nament- lich in einem Feldzuge gegen die Jadzwinger (Sudauer) 1254 die Slintzen, Krismeotzea und Pokäntzen, d. h. nach Sjögren'» wahrscheinlicher Deutung S. 29 die Bewohner von Silla, Krasime und Pokimen, Dusb. c. 212, 209, 202. Die Slintzen werden auch 1251, die Land- schaft Slina 4271 erwähnt Sjögren 8. 19, 1*3. 1) Die Zahlen, welche Voigt 3, 364 für die Geschichte dieses Zuges aus Schütz fol. 40 hinUbcrnlmmt, sind schlecht begründot. 2) Dlujzoss 1, 814 spricht von einem Einfall der Litthauer in terram Lancitiensem in festo Lucae apostoli (18. October) 4 277, und dabei von 40,000 gefangenen Christen I Im Jahre 4 278 verheerten die Sudauer nach seiner Angabe p. 816 Cujavien um Koval herum, die Lit- thauer Lencziz. Auch einen Einfall der Preussen (Sudauer) in Masovien 1281 erwähnt er p. 823. Die Hypatijew'schc Chronik p. 207, 208 berichtet beim Jahre 1278 von einem Ein- fall der Litthauer und Jadzwinger in Polen, wahrend dessen die letzteren die Gegend von Lublin verheerten, und beim Jahre 1279 von einer Hungcrsnoth In Russland, Polen, Lit— thaucn und dem Jadzwingcrlandc, welche den Fürsten Wladimir veranlasst«, von Briest aus auf Bug und Narew den Jadzwingern Getreide zu schicken, Sjögren S. 432, Noto Sil. 3) Leszek Czarny von Sieradz erlangte die Herrschaft in Krakau und den übrigen Län- dern Bolcslaw Wstydliwy's nach dessen Tode (f 10. Dccember 1279), Röpell 1, 534 f. Er errang im Jahre 1282 zwei rühmliche Siege, einen jenseits des Njemen über die Jadzwinger (Sudaucr), den andern bei Rawnc über die Litthauer, Dlugoss I, 825 und 828, Röpell 4, 537. Auf den letzteren Kampf scheint der Bericht Dushurg's bezogen werden zu müssen. Leszek starb im Jahre 4 288. Digitized by Google CRONICA TERRE PRUSSIE. PARS III. 139 dcon de multis militibus non nisi ccc viros obtinuil, cum quibus certamini se dedit, et hosles de dei misericordia, qui neminem deserit sperantem in se, viri- liter est aggressus, et captivis Cristianis primo liberatis, inimicos fidei percussit plaga magna, sie quod de octingenlis viris vix decem fuge* presidio evaserunt. ■ De destruetione territorii Sudowie Meruniske. i»t o«) Frater Conradus magister Semper sollicitus circa destruetionem infidel ium, congregata magna potencia , exercitus equitum et peditum , intravit Sudowic territorium dictum Meruniskam cum equitibus, aliis relictis ante introitum terre predHfte, et occidit dominos hujus territorii famosos xvm. De alio populo pro— miscui sexus interfecit sexcentos et captivavit, et dictum territorium vastavit per incendium et rapinam. De lalrunctdis. in» im» Mira et insolita gesta sunt per latrunculos1 cristianos, scilicet per Marli- num de Golin, Conradum dictum DywelbÄ, et quendam dictum Stovemel, et Kudare de Sudowia, et Nakam de Pogesania, et plures alios, que nullus posset ad plenum perorare. Iste Martinus cum im viris Theutonicis, et xi Pruthenis quandam villam in terra Sudowie expugnavit, caplis hominibus et occisis. Et cum longe in reditu pervenisset ad laiem locum, ubi omni timore postposito se- dens in mensa cum soeiis suis refectionqm sumeret posl laborem, irruerunt re- pente in eum hostes, et occisis im soeiis ejus Theutonicis, alii evaserunt, relictis ibi omnibus, que de armis et viclualibus habebant. Hoc facto Sudowite gavisi sunt valde: Martinus autem turbatus cireuivit in silva, quousque socios suos superstites convoeavit, et quia omnia anna fuerant eis ablata, ipse secrete, dor- mientibus hostibus, successive furatus fuit eis oiipeos, gladios et lanceas, qui- bus habitis accessit cum suis occulte, et omnes in stratu suo occidit, preter unum, quem Martinus preoccupans viam, qua effugere voluit, interfecit, sieque cum spolio primo et dictorum infidelium armis et rebüs aliis est reversus. Ad idem. ig»(iM) Idem Martinus et pauci alii iterum intraverunt terre Sudowie quandam vil- - •) tilg* fehlt K. Cap. IM. b) Duwl B. 4) Freibeuterei war in den Kriegen jener Zeit eine wichtigere Sache als jetzt. Die Auf- gabe der Kriegführung, zumal in dem Kriege zwischen Christen und Heiden, war zunächst keine andere als möglichst viele waffenfähige Feinde zu erschlagen, möglichst viel Weiber und Kinder gefangen zu nehmen und möglichst viel Reute zu machen. Das zeigt bei Dusburg jedes Blatt. Die Unternehmungen der Ordensritter selbst sind, wenn nicht grössere Heere Aufgeboten wurden, nichts weiter als Raub- und Freibeuterzüge. Besonders aber bezeichnet Dusburg mit dem Namen latruneuli die preußischen (c. 456, 4 57, 198, 4 99, 228, 229, 353, 35t) oder Kubanischen (c. 238, 284, 382, 286 etc.) Banden, welche theils zu Ross, theils zu Fuss, Je 5, 20, 50 bis einige hundert Mann stark, auf Abentheuer (si aliquid a casu occurreret eise 156, vgl. volens aliquas novitates experiri c. 239,i, oder auch mit einem bestimmten Plane (c. 228) auszogen, dem feinde Schaden zuzufügen, vgl. die latruneuli bei Boguphalus p. 65, 76. Einige der preussischen latruneuli, wie namentlich die oben c. 4 98 genannten ha- ben durch Schlauheit, Kühnheit und Geistesgegenwart sich einen Namen gemacht. Um ihrer willen pflegt man über diese Art der Kriegführung weniger ungünstig zu urtheilen. Wenn Voigt 3, 365 nach Du Cange annimmt, dass die latruneuli eine im Vortrab des Heeres oder auch in einzelnen Streifzügen agirende leichte Reiterei gewesen sei, so stellt er die Sn<-he nicht im Sinne Dusbnrgs dar. Dass auch die l.iUhauer diese latruneuli kannten, darf man nicht erst aus der Urkunde von 1 867 bei Dogicl V, n. 56 erweisen, und aus Jeroscbin lernt man Uber das Wesen derselben, von dem deutschen Namen Hindere, struterie abgesehen, kaum irgend etwas mehr als aus Dusbur^. 2) Uebcr seine Familie vgl. Mülverstedt in den N. Preuss. Pr. Bl. 1855, Bd. 4. S. 17». Digitized by Google 140 PF.TRI DE DUSHUHC» lam, et in crepusculo cum aiiqui essen t in balnco, alii in cena, reliqui in diver- sis officüs, invascrunt eos, et occiderunt eos onines*. Martinus au lern x viros in balneo inlerfecit, sirque equos et peeudes et cetera cum raulieribus et parvulis deduxerunt. • aae(i9&) De fuga Sudowilarum. Ködern tempore Sudowite volentes vindictam sumere de premissis, cum modico exercitu intraverunt terram Natlangie, et depopulala quadanr parte ip- sius modica reecsserunt. Quos fratres cum suis armigeris violenter insequenles occisis pluriinis et letaliter vulncralis, alii cum verecundia effugerunt. «, 301 (im) De fratre Conrado magistro ierre Prussie anno domini mcclxxix. m» Frater Conradus de Wugwangen magister Prussie x, prefuit i anno. Hic nmrluo fratre Conrado de Tirbergk magistro terre Prussie, et fratre Ornestofc magistro terre Lyvonic ab infidetibus occiso1, nuneiis utriusque terre a magistro generali petenlibus, dalus fuit et Prussie et Lyvonic fratribus in magistrum anno domini mcclxxix Scd elapso uno anno cum sentiret, quod nou sufficeret ad utri- usque terre regimen, resignato oflicio suo in Prussia, magister solius terre Ly- vonie remansit*. 209 (i97) De vaslacione territorii Pokime terre Sudowie. Hoc tempore de mandato magistri4 frater Conradus de Tirbergk junior mar— scalcus terre Prussie, congregata omni potencia exercitus sui, intravit terre Su- dowie terrilorium dictum Pokimam e, et facta destruetione magna per incendium et rapinam, captis et occisis multis hominibus, dum rediret, transiit cum exer- citu suo post horam vesperarum glaciem illius stagni, quod dicitur Nogothin". Marie autem facto, dissoluta fuit glacies, sie quod conncclionis* ejus vestigium non patebat. 208(19») De fratre Manegoldo magistro Prussie anno domini mcclxxx. mo Frater Manegoldus magister Prussie xi fuit u annis. Hic fuit prius conimen- dator in castro Kunigsbergk *, ubi multa bona gessit, et factus magister terre Prussie, cum jam fere duobus annis prrfuissel vocalus ad capitulura post elec- tionem celebratam de fratre Burgardo de Swanden in magistrum generalem or- dinis domus Theutonice in reditu mortuus esth in via**. tot (iw) De vaslacione terre Sambiensis. Tempore hujus magistri fratris Manegoldi Sudowite ex premissis et variis afflictionibus castigati per fratres ultra modum turbali sunt et coneepta contra ipsos indignacione nimia , concilium fecerunt, quomodo possont oppressionena Cap. 199. ») et fehlt, oranet eo« o«e. B. Cap. 901. b) Erncito D. c) LXXIX B. D. LXXX. K. II. Cap. 902. d) m> B. D. may. mand. K. e) Fokimtm B. J. Poklmlam K. FohlniMD D. f) Nejothin H. Newotin J. g) »o B. D. conveetioni. K. C*p. 903. h) e«t fehlt K. ») tU Codd. aim H. 1) A«n 3. M«ri IS79, Canon. Samb. c. 7, vgl. Alnpccko S. 661 mit der Anmerk. S. 773. 1) Die chronologischen Bestimmungen sind richtig, llistoriogr. S. 188. 3) Jeroschins Ncwolhin scheint auf den Löwciitin-Sec zu rühren. 4) Zwischen dem i9. Marz 1i76 und dem 1. Februar 1*78 nachgewiesen im Namens- codex S. 34. 5) Historiogr. S. 288. d by Google CR0X1CA TERRE PRUSSIE. PARS III. 141 hujusmodi vindicare, et quia per se non poterant adjunclo sibi auxilio Lothowi- norum intraverunl potenter terram Sambie. Fratres longo tempore de hoc fue- runt premuniti. Unde* nihil aliud facere poterant, nisi quod x diebus pertran- sierunt terminos dicte terre et habitaciones, et alia, que extra castra et muni- ciones sita fuerant, cremaverunt, et sie occisis de exercitu suo v viris recesserunt. De impugnacione lerreSudowie et caplivilale etmorte plurium Sudowilarum. %os am Medio tempore, quo isle exercitus infidelium fuit in terra Sambie, frater Ulricus Bauwarus* commendator deTapiow* cum xn fratribus et ccl viris equi- tibus intravit Sudowiam et preter alia damna quibus afflixil eam incendio et ra- pina cl homines cepit et occidit, uxores nobilium, ßüos et filias et familiam captivavit, sie quod Sudowite hic plus perdiderunt, quam in Sambia sunt lucrali. De bello fratris Ulrici contra Sudomlas. smimd Hic frater Ulricus tolus fuit niagnanimus. Audebat enim aggredi ardua facta, que meticulosus inspicere formidabat. Multa et infinifa damna intulil Su- dowitis. Tociens contra eos bellum movit, quod magistcr timens ex hoc sibi ali- quid nolabile periculum e venire, prohibuit eum, ne de cetero ipsos impugnaret sine sua licencia speciali. Et cum quereretur ab eo, quare sie infestus esset ip- sis, respondit : non curarem, quid agerem, ut possem vulnerari ab eis v vulne- ribus, sicut Cristus pro me fueral vulneratus. Et sie factum fuit ei, quia Sudo- wite tandem ipsum in bello vulnerantes v vulneribus occiderunt. De convermne cujtisdam Sudowite et mirabüi facto. 207(202) Hoc tempore quidam nobilis de Sudowia dictus Russigenus cum omni domo et familia venit ad commendatorem de Balga et cum vcllet interesse divinis, prohibitus fuit. Cujus prohibicionis causa cognita baptizatus fuit cum omni fa- milia sua, et slatim post baptisma incepil infirmari, positusque ad lectum misil pro quodam fratre sacerdote de Balga, qui ipsum baptizaverat, petens ab eo hu- militcr, ut ipsum in ßde Cristi infbrmaret. Quod ipse sacerdos cum omni dili- gencia adimplcvit, et cireumspiciens vidit de lignis faclum ad pedes ipsius Sig- num crucis, quod ipsec Sudowita sibi jusserat' preparari. De quo sacerdos ad- mirans, quod talis eodem die baptizatus tantam ad fidem Cristi graciam habe- re! *, cepit inquirere, ulrum ante suseeptam fidem aliquid boni egissel? Re- spondit, quod multos Cristianos interfecissel, de aliquo bono facto nihil sciret, preter hoc solum, quod dum ipse cum magno exercitu inlrasset Poloniam, qui- dam Sudowita imaginem beate virginis Marie cum filio in gremio gerentem de- portavit, et in reditu dum cum laneeis suis ad dictam imaginem sagittarent, ipse de hoc dolens, violenter rapuit, et cuidam Cristiano dedit dicens : aeeipe imaginem istam dei tui, et reporta ad locum, ubi in reverencia debtta habeatur; quo facto apparuit ei beata virgo in speeie et habilu pulcherrimo in somnis et dixit: hoc obsequium, quod mihi fecisti in imagine mca, tibi in regno filii mei C*p. 204. a) ut B. Oap. 808. b) Bauwanu K. B. Bawarut D. C«p. 207. e) idem B. J) junit B. «) jam hab. B. 4) Seine Aintsverwaltung scheint im Namenscodex S. 403 nar nach Dusburg in die Jahre 4i80, 4281 Resetzt zu sein, vgl. c. 306, 209. 142 PETRI DB DÜSBURG _ refundelur. Quod cum ipse Sudowila sacerdoli retulisset, slalim quasi eodem die in domino feliciter obdormivit *•* <2M> De edificacione cattri Mergenburgk. tm Anno xcclxxx Castrum Santirii mutato nomine et loco translalum fuit ad eum locum, ubi nunc situm est, et vocatum nomen ejus Mergenburgk i. e. Cas- trum sancte Marie, ad cujus laudem et gloriam hec translacio facta fuit*. i§9 (204) De desbruclione territorii Sudowie dicti Cramme. Frater Manegoldus magister, ul bellum Sudowitarum per predecessores . suos viriliter inceptum non tepesceret tempore suo, sed proficeret de die in dicm, congregavit omnem virtutem exercitus sui, et in die purificacionis beate 2. t'ebr. vtrginis Marie intravit territoriura Sudowie dictum Crasimam, vastando per in- cendium et rapinam. Habitacioncm eciam illius potentis viri Scumandi, capi- tanei dicti territorii', redegit in favillam et captis et occisis cl bominibus cum preda maxima est reversus. Iste exercitus dum dictum territorium intrare vel- let, erravit, et in illo errore ex dei providencia facto, qui nihil solet agere sine causa, dispersus fuit, et sie intrans totum* territorium occupavit et destruxit. In hoc bello frater Ulricus Bauwarus commendator de Tapiow et im viri cecide- runt interfecti et frater Lodewicus de Libencele captus fuit. 910 (205) De captivilate prima fratris Lödcwici de Libencele. Frater Lodewicus de Libencele, vir nobilis et in rebus bellicis ab adoles- cencia exercitatus k, mira gesla fecit in vita sua, que inferius apparebunt. Hic dum captus esset, presentatus fuit Scumando, qui, quia similis ei fuit in auda- cia, multum dilexit eum, unde accidit, quod ipsum adhuc in captivitate posi-' tum duxit secum ad locum, ubi pociores terre Sudowie convenerant ad potan- dum. In hac potacione quidam vir nobilis et potens fratrem Lodewicum contu- meliis et jurgiis' ad turbacionem animi provoeavit. Unde ait ad Scumandum : duxisti roe huc, ut iste cor meum injuriosis affligeret verbis suis? Cui respondit Scumandus : doleo de turbacione tua, et si audes, vindica injuriam tibi factam, ego te juvabo. Hoc audito frater4 Lodewicus animatus fuit, et emulum suum gladio interfecit. Postea frater Lodewicus per quendam famulum dicti Scumandi liberatus fuit a captivitate et ad fratres reduetus*. Cap. 909. t) totam fehlt K. C*p. 910. b) «t. »im B. t) Injariu B. d) fntor K. fohlt B. D. t) redaetua B. D. deduetu» K. 4) Aohnliches wird von Scumand erzilhlt c. 224. 2) Merginburg edificatur 4 279 Canon. Samb. M. translalum fuit de Zanthir 1282 Annal. Thorun. Die Handfeste der Stadt Marienburg ist jedoch schon von 4 276, und in derselben wird bereits ein Comthur von Marienburg erwähnt. Bisher unbeachtet, aber vielleicht allor Beachtung werth ist die Zeugenangabe der Urkunde von 4 255, Cod. Pruss. I, n. 4 00 : Alberto in Morgcnburch, Johanne in Ladecop ecelesiarum rectoribus. Marienburg könnte damals sehr wohl schon bestanden haben, nur wäre dann freilich der Ausdruck bei Dusburg c. 443 ad territorium dictum Algent, in quo nunc situm est Castrum Mergenburgk, ungenau. fl) Er erschien schon vor 4 274 zweimal als Anführer der Sudauer imCulmerlande c. 464, 466, auch später wiederholt, besonders 4277 c. 4 92. Letzter Kampf und Bekehrung c. 209 —24 4 . Scumand im Dienste des Ordens und sein Tod c. 223, 214. Ueber seine Nachkommen- schaft vgl. Mülverstedt in den N. Preuas. Prov. Bl. 4 836, Bd. i, 8. 448 f. — Die übrigen Häuptlinge der Sudauer: Wadole c. 242, Cantcgorde c. 242, 247, Gedete und Scurdo c. 249. Digitized by Google CRONICA TERRE PHÜSSIE. PARS III. 143 De convermne Scumandi capilanci Sudouritarum. «n (»») Ute Scumandus potens fuit et dives in lerritorio Sudowie dicto Crasima, et cum impugnaciones continuas fratrum non possei suslinere, cessil de terra sua cum Iota famitia et aniicis ad terram Russie. In qua dum per tempus aliquod habitasset, fatigalus exilio* rediit ad terram nalivitalis sue. Quod cumb perci- perent tralres ipsum in bello iterum invaserunl, tot vieibus eum vexanles, quod tandem cum omni domo et familia sua fidei et fratribus se subjecit. De vastacione terrilorü Sudowie dicti Silier et secunda captivitate fratris «u (2ot> Lodeivici. Eo tempore, quo frater Manegoldus magister vocalus' ad capitulum esset in itinere constilutus, frater Conradus de Tirbergk marscalcus cura.multis fra- tribus et maximo exercitu inlravil Sudowie territorium dictum Siliam. Tarn co— piosus fuit iste exercitus, quod multarum spacium leucarum occupavit. Ubi omnia edißeia dicti territorii redegerunt in favillam, occidentes quendam nobi- lem dictum Wadole capitaneum ibidem et plures alios, predam inestimabilem deduxerunt. In hoc exercitu frater Lodewicus de I.ibencele multis vulneribus letaliter vuineratus, seniivivus in nive fuit derelictus. Quem Sudowile postea invenientes super equum positum, sie quod capul et brachia ex una parte, et crura ex altera dependebant, tarn inepte deduxerunt, quod sanguis de vulneri- bus manans, jam in corpore coagulatus, coactus est violenter effundi, et sie sa- natus fuit, ut veraciler estimabat. Hic frater Lodewicus iterum captus presen- tatus fuit cuidara nobili, dicto Cantegerde, et ejus custodie deputatus. De desolacione castri Potterbergk et edificacione castri Gymewe. «i8 (20s) Swantcpolcus quondam dux Pomeranie, de quo superius est premissum, quatuor habuit filios : Mcstowinum primogenitum, quem ut dictum est dedit in obsidem, Samborium, Warceslaum et quendam alium'. Iste Warcesiaus faclus fuit frater ordinis domus Theutonice, et partem ducatus predicti, que ipsum contingebal, dedit fratribus domus Theutonice in Prussia in elcmosinam. Sam- borius videns, quod de parle sua non posset honeste secundum Status sui digni- tatem vivere, tradidit eam predictis fratribus, ut ipsi et Familie sue in necessa- riis providerent. Idem fecit quarlus frater, et ut hec donacio firma esset, et in perpetuum valitura, hü tres renunciaverunt omni actioni juris vel facti, que ip- sis vel eorutn successoribus in dicto ducalu competebat, dantes super hoc lite- ras suas fratribus sigillorum suorum munimine roboratas. Mestowinus autem audiens hec, violenter has tres partes ducatus Pomeranie occupavit et invitis Cap. SIL *) ex. I»L B. b) com fehlt K. C«p. 819. c) 8«Um H. d) tocaIus doppelt K i) Swantepolks Söhne waren Mistwin und Wartislaw. Nur den ersteren nennt Dilsburg richtig; Wartislaw verwechselt er mit einem ftlciohnainigen Bruder Swantopolk's, Sambor and Ratibor (denn diesen nieint er) Kind ebenfalls Bruder nicht Söhne Swantopolks. Einen ähnlichen Fehler beging Dusburg schon c. 46. Von den Brüdern Swantopolks ist Ratibor in den deutschen Orden getreten nach der Urkunde von 4*82 bei bogiel IV, n. 89, p. 33, nicht, wie Dusburg sagt, Warcesiaus. Deshalb beanspruchte der Orden zunächst die Güter Rati- bors. Warcesiaus war von den Brüdern am frühsten gestorbeu, und seinem Wunsche ge- mäss verschrieb Sambor nach seinem Tode 4 230 sein Land Wanceke zwischen Verse und Weichsel zuerst den Mönchen von Oliva, spater, als er seinen Sinn geändert hatte, dein deut- schen Orden, vgl. Geogr. S. 55 ff. Digitized by Google 144 PETR1 DE DÜSBURG fralribus detinuil multis annis. Tandem venit dominus Philippus episcopus Fir- manius* legatus a sedo aposlolica missus ad lerram Polonie, coram quo fraler Conradus dcTirbergk magister conquestus fuit de violencia, quam dictus Mesto- vvinus fecil fralribus de Prussia, in hiis Iribus partibns ducatus predicti, et ad probandum, se et fratres habere merom jus in il Iis, obtulit privilegia memorata. Audita ergo utriusquc partis allegacione, et resignatis privilegiis prediclis a fra- lribus et quicquid habebant juris in hiis honis, idem legatus ordinavit eomposi- cionnm inter eos hoc modo : quod fratres domus Theutonice haberent territorium dictum Wancekeb in dicto ducatu Pomeranie, ubi nunc situm est Castrum Gy- mewa, et sie cessarel omnis discordia inier eos1. Unde fratres anno domini 1283 mcclxxxiii transtulerunt de terra Culmensi Castrum Potterbergk, et cum edificiis ejus Castrum Gymewara* edificaverunl in cum locum suj>er Wiselam, ubi nunc situm est ad laudem et gloriam Jesu Cristi. •m (20») De fratre Conrado de Tirbergk magistro Prussie. Frater Conradus de Tirbergk junior magister Prussie xu prefuit v annis cum dimidio*. Hic frater Conradus fuit gennanus fratris Conradi de Tirbergk ma- gislri supradicti, et erant ambo viri slrenui et in annis, et in factis oranibus gloriosi, prosperalumque fuit bellum contra infideles in manibus ipsorum ila, quod ad volum eis omnia successerunt. «iö (2io) De va8tacione ciijmdam parlis terre Sambie. u*i Anno Dn. mcclxxxiii octingenti viri de Lcthowia equites tempore hyemali per Neriam Curoniensem intraverunt Sambiensem terram et duo territoria ejus scilicet Abendam* et Pubctam per incendium et rapinam vexaverunt, occiden- tes cl homines cristianos, et nullo eis resistente omnes salvi redierunt. Hoc ideo accidisse creditur indubitanter, quia magister et fratres prescienles ipsos Lelhowinos venluros, expectabant eos cum exercilu per dies aliquot, tandem attediati de longa mora, quam in via ultra solitutn contraxerantr, dispersi re- dierunt ad propria. Sequenti autem die Lcthowini intraverunt Sambiern, et sine aliquo defensionis obstaculo fecerunt, quod superius est premissum. sie (2it) De edißcacione castri novi in terra Sambie supra Ulm maris salsi in Neria Curoniensi. Frater Conradus magister, ut vir sapiens et providus, considerans, quod per Neriam, viam utique occultam, possent fralribus et terre Sambie multa damna et pericula ab infidelibus suboriri, edißcare fecit in dicta Neria super li- tus maris salsi Castrum firmum, quod dicitur Nova domus5, ne Lelhowini ter- ram Sambie intrent a modo improvise. Cap. SU. •) Wnoaniu» K. nnatticu B. F5nn»nu* 6. b) «o B. D. Wuit*ke K. Cap. 816. e) eon- trwrat K. 4) Die Urkunde hierüber ist vom 48. Mai 4 282 bei Dogicl IV, n. 39, Act. Bor. S, 274. — De« Namen Wanzka trifft man auch anderwärts. Im Jahre 4280 gründete Markgraf Albrecht von Brandenburg das Kloster Wancik oder Wonzkn im Lande Stargardt, Havelberger Diö- cese, Riedel cod. Brand. II, 6, p. 24. 2) Die Annal. Pelpl. und Thorun. erwähnen die Erbauung Mcwc's schon beim Jahr 4282, der Canon. Samb. wohl irrthümlich schon 4 281. 3) So auch nach den Urkunden, vgl. Historiopr. S. 288. *} Ahenda scheint Powunden zu sein, wiewohl c. 303 diese Form des Namens vor- kommt. Jeroschin hat Betin (vgl. c. 4 08). 5) Vgl. Geogr. S. 24 3. Digitized by Google CROXICA TEURE PRÜSSIE. PARS III. 145 De expugnacione casiri Kymeiiovie, et conversione mille et sexcentorum m (in) Sudatvitarum. Hoc eciam tempore" idem frater Conradus magister circa officium sibi in- junctum sollicitus multas nocles insompnes deduxit, cogitans, quomodo inimicos fidei Sudowitas ad viam duccrel veritatis. Unde ad hoc perficiendum congre- gata multitudioe copiosa fratrum et aliorum pugnatorum, dum in via esset ver- sus Sudowiatn, occurrit ei frater Lodewicus de Libencele, ducens secum Caute- gerdam1, qui ipsum captivum delinuerat, et mille et sexcentos homines de Su- dowia promiscui scxus, quos in caplivitale positus ad Gdem Cristi convertit. Quibus visis magister gavisus est, et jussit cos procedere versus terram Sam- biensem 2. Hoc facto sequenti die magister cum exercitu suo intravit territorium Sudowie dictum Kymenowb, et Castrum ejusderu nominis tarn acriler impugna- vit, quousque castrenses ipsum sub biis pactis, ut scilicel salvis rebus et per- sonis exirent, tradidcrunt, promiltentes se fidem Cristi accepturos. Unde dato ipsis ductore jussi sunt, ut ad partes Sambie procederent sine mora. Crastina vero die depopulato terrilorio Kymenovie prcdicto, dum redirent fratres cum exercitu suo, compertum fuit, quod dicti castrenses de Rymenovia interfecto ductore suo per viam aliam ad terram Lelhowie sunt profecti. Sed frater Lode- wicus cum sua comitiva processit ad terram Sambie, ubi omnes fonle baptis- matis sunt renati. De morte fratrw Friderici Holle et xxx virorum. *■• (in) Eodem anno frater Fridericus, dictus Holle, germanus fratris Marquardi de Revelinge1, cum c viris equilibus de castro Brandenburgs processit contra Su- dowiam, et dum accepto magno spolio in territorio Kirsuovied rediret, hostes sequentes, ipsum cum xxx viris interfecerunt. Nec tarnen hoc tacendum estimo, quod idem. frater Fridericus, antequam occideretur, cuidam viro strenuo in ar- mis, qui occurrit ei in bello, tantam plagam cum gladio ad scapulam dedit, et tarn dure verberavit, quod ipse non habens virtutem subsistendi, cum equo de- cidit ad terram, licet tarnen ex tali plaga nullum vulnus baberet in corpore, nec eciam' vestigium vnJneris ftppareret, sicut idem sie plagatus et alii Sudowile, qui huic bello interfuerunt, et viderunt, postquam ad fidem Cristi conversi fue- rant, publice sunt confessi. De conversione cujmdam nobilis et mille quingentorttm de Sudowia et ai» (214) desolacione diele terre. Mulla et infinita sunt contra Sudowitas bella gesta, que causa brevitalis pertranseo. Postquam ergo Jedetusf8 quidam vir nobili» et genere et moribus Cap. 317. ») temp. eci»ra B. b) hie und da mit i statt j. Oap. 218. c) BcveliDfhe K. d) 10 K. B. D. e) et K. Cap. 819. 0 Jedctas K. (Qedete J.) Jedecu» B. D. 4) Vcrschreibung für Cantogerde vom 4. August 1284 unter den Verschiebungen der Christburger Comthurei Fol. X, p. 78. XI, p. 4 09. 3) Der Name des sudauischeti Winkels (die nordwestliche Ecke des San» lande») erin- nerte hier noch Jahrhunderte lang an die Einwanderung der Sudauer. In ähnlicher Weise wurden übrigens Barther in Masse nach Pogesanien versetzt (c. 225), wo das Dorf Barlkam (Bartendorf) bei Elbing von ihnen den Namen haben mag. — Ludwig von Liebenzell treffen wir am 26. Juli 4283 iu Schweiz, R. et. M. cod. dipl. Pol. II, n. «60. 8) lieber Gedete's Nachkommen vgl. Mülverstedt in den Neuen Preuss. Prov. Bl. 4 855, Bd. 4, S. 488, 484, 489. Script. r.P.I. 10 Digitized by Google 146 PETRI DE DÜSBURG potens et dives, capitaneus Sudowitarum deKymenovia, non posset tarn crebras et duras fratrum impugnaciones a modo suslinere, cum omni domo et familia sua et mille et quingentis hominibus promiscui sexus cossit ad fratres et bapti- zatus est. Sed Scurdo capitaneus alterius partis Sudowie sprela religione fidei cum suis hominibus versus terram Lclhowie est profectus, et sie terra Sudowie usque in presentem diem remanet desolata. 39* Pia) De gracia que confertur inßdelibus, qui ad fidem Crisli converluntur. Quicunquc rclicta ydololatria, se transfert ad fidem Cristi, fratres agunt cum eo misericorditer in hunc modum. Si est genorosus et* de.nobili sanguine ortus bona ei libera conferuntur et in lanta quanlitatc, quod secundum decen- tem possit vivere statum suum ; si vero est ignobilis, servil et ipse fratribus se- cundum terre Prussie consuetudinem hactenus observatam ; nisi meritis vel de- meritis eorum exigentibus aliter fiat, verbi gracia ignobiles, qui in apostasia seu aliis necessitatibus fidei fratribus fideliter adhescrunl, nunquam preclara ipso- rum merita hoc exigunt, quod ignnbilitas eorum in nobilitatem transeat genero- sam et servitus in debitam libertatem1? Utique domine. Et sane heck intelligas e converso. Unde multi sunt neophiti in terra Prussie, quonim progenitores fuerunt de nobili prosapia exorti, ipsi vero propter suam maliciam, quam contra fidein et cristifideles exercuerunt , ignobiles cstimali' s^nt; alii vero quorum. parentes erant ignobiles, donati sunt propter fidel ia servieia fidei et fratribus exhibila libertati. sti (2)0) Explicit bellum Prussie. Incipit bellum Lethotvinorum. U83 Anno domini mcclxxxiii co tempore, quo ab ineepto hello contra gentem Prulhenorum fluxerant jara liii* anni, et omnes naciones in dicla terra expug- uate essent, et exterminate, ita quod unus non superesset, qui snerosanete Ro- mane ecclesie non subiecret humililer collum suum^ fratres domus Tlieutonice predicti contra gentem illam potentem et durissime cervicis exerritatamque in bello, que fuit vicinior* terre Prussie, ultra flumen Mcnielc in terra Lcthowie habitans2, ineeperunt bellum in hunc modum. Ctp. 880. ») et fehlt K. b) hoc aane B. e) exütim&ti K. Cap. 221. d) LIII B. D. LXXX K. e) Ticioorum K. ♦ 4) Leber die Befolgung dieser Grundsätze vgl. Beilage 8. 2) In Littbauen waltete zwischen 1272 (vgl. zu c. 155) und 128«, von allen Nachbarn umher gefürchtet, der Heide Trojden, der Uebcrwinder des Landmeisters Ernst von Livland (vgl. zu c. 196). In seiner Zeit machte Nameise, Oberhaupt auch König der Samaiten ge- nannt, einen Streifzug gegen Preussen, auf welchem er Birsburg (Kirsburg?) erreichte (Aln- pecke S. 687), der aber sieht iu das Jahr 1280, wie Voigt 4, 6 annimmt, sondern in das Jahr 1281 gehört, Anmerk. zu Alnpecke S. 777. Auf Trojden folgte nach der zuverlässigsten Nachricht Budikid und dessen Bruder Butwid, nach einer andern Witon, sein Sohn. karam- sin, welcher t, 275 f. diese Miltheilung macht, fügt die Vermulhung hinzu, dass Witen und Buiwid wohl dieselbe Person sein könnte, und Voigt 4, 6 Anm. 3 sagt, ohne einen neuen Grund anzuführen, es sei daran kaum zu zweifeln. Mir füllt dabei auf, dass Pucuwer, der Vater Witen's (Dusb. c. 2*8), der doch zuverlässig in die Reibe der litthauischen Grossfür- sten gehört, von den besten Quellen übergangen sein sollte: denn mit Voigt 4, 86 einen Wi- ten vor und einen nach Pucuwer anzunehmen, ist keine Veranlassung. Ich vermnthe viel- mehr Pucuwer bei Dusburg und Budiwid in der wolhynischen Chronik, so wie endlich der rex Butegeydo in der L'rk. von 1290, Cod. Pruss. II, n. 22, welchen Voigt 4, 50 Anm. 1 für das Oberhaupt der Samaiten erklärt, bezeichnen dieselbe Person. — Die Angriffe der Or- densritter von Preussen her waren vor allen gegen Samaythen d. h. das Niederland von Lit- thauen gerichtet, welches von eigenen Häuptlingen (nobile», per quos Samethia tuoc rege- batur, c. 259, vgl. c. 2*0) beherrscht, ebenso wie Grodno oder Garthen nur io losem Zusam- igitized by Google CRONICA TEURE PRUSSIE. PARS III. 147 De expugnacione castri Lethowie dicti Bisene. Frater Conradus de Tirhergk magisler tcrre Prussie predictus, et multi fratres cum magno exercitu tempore hyemali transierunl glaciem Memele, et inlrnntes terram Lethowie Castrum dictum Bisenam1 a mane usque ad meridicm fortiter impugnaverunt, lamque infesti erant in dicta impugnacionc, quod occi- sis ruultis de Castro et letaliler vulncralis tandem potenter intraverunt, quibus- tlaro eaptis, aliis trucidatis, in cinerem redegerunt. Reliqua pars exercilus in- travit dicti castri territorium et post magnum incendium cum maximo spolio est reversa. In hac impugnacione* plures Crisliani sunt graviter vulnerali, et im fratres et unus famulus cum equis et armis in Memela submersi propter teneri- tudinem glaciei. De destrucUone castri Garthe. *** (««) Anno domini vcclxxxiiii idem magisler, needum hello infideliura saciatus, u»i cffugcr»nt B. Cap. 227. g) fUarmot fehlt B. h) delettecio fictt B. detMt.com bcU K. deterUbile factum T. H. 4) Voigt 4, 4 9 ändert Oukaym, weil auch Jcroschin so schreibe. Ich lindo bei Jcroschin Otekaym. 2) Anno MCCLXXXVI Culmeze, Scbonezc, Grudentz, Reden dercliete sunt ad prerep- tum dominomm, quia Tartari venire dicebantur. Et eodem anno Culmense creinata est in vigilia Petri et Pauli, Annnl. Thorun. Dusburg weiss hievnn nichts. 9) Fürst von Rügen war zwischen 4260 und 4 303 Wizlaw II, Sohn Jarimar's II (4249 — 4160) und einer Tochter Swantopolks. (Er nennt Swantopolk in einer Urkunde von 4 274 pa- ter venerabilis niatris nostre dominus Swuntopolkus . Eben dieser Verwandtschaft wegen mischte er sich seit Mestwins Lchnsvertrag mit den Markgrafen von Brnndenburgt 269 viel- fach in die Angelegenheiten Pommerellens, Barthold Gesch. von Pommern 2, 547 f., 553 f., 3, 46 f. In den Jahren 4 284 und 4282 war er in Livland nach Alnpecke S. 685 vgl. 776 und den Urkunden vom 4 9. April und vom September 4 282 in den Mittheilungen aus der livlan- dischen Geschichte 9, 67 (Dreger Handschr. Samml. X. 659) und 4, 420. Im Jahre 4 283 gab er zu Lübeck dem Erzbisohof von Riga, seinem Kapitel und der Stadt die urkundliche Ver- sicherung, dass er sie bei ihren Gütern und Gerechtigkeiten handhaben wolle, Dreger, Haml- schr. Sammig. N. 678. Mit Rücksicht auf c. 242 meint man, dass die unzufriedene Partei in Preussen etwa seinen Bruder Jaromar sich zürn Haupte ersehen habe, der schon nach 4 282 aus den rügischen Urkunden verschwindet, C. G. Fabriciua, RUgische Urkunden III, S. 24. • Digitized by Google CROMCA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 149 testabilc in edificacione castri Raganite detectum fuit, et quilibet de Barlha et Pogcsania hujus nefande conspiracionis reus* recepit mercedem debitam pro labore. De lalrunailis, qui lxx regulos terre Lelhowie occiderunt. hs cm) Hoc tempore quidam Lclhowinus dictus Peluse, offcnsus a domino suo, quodam regulo, qui quasi secundus fuit post regem Lelhowinorum in regno suo, cossil ad fratres in terram Sambie, et ad peticionem suam commendator de Ku- nigshcrgk dedit ei Marlinum de Golin, Conrad um dictum dyabolum, et quen- d»m dictum Stovemeie k et alios viros audaces xx, qui in latrociniis fuerunt ple- nius exercitati, ut cum eo in armis irenl ad vindicandam injuriam sibi factam. Qui cum venissent prope istius reguli habitacionem, invenerunt quasi omnes nobiles vicinos regni Lethowie ad nupeias ibidem invitatos, et dum secundum solitos mores omnes inebriaü quiescerent in slratu, irruerunt in eos, et preter alios, quorum multi fuerunt, lxx regulos cum hospite occiderunt. Sponsum et sponsam et uxores regulorum cum familia et' parvulis, et centum equos cum auro et argento et omni domus suppellectili deduxerunt. Ad idem. ms (»o Idem Martinus cum paucis soeiis exiil versus Lethowiam, et dum ter aqua- ruin inundanciam perlransisset, venit ad fluvium, qui dicitur Bucka, in quo vidit navem oncratam mereimoniis descendentem, quam secutus occulte, dum post coenam nauted quiescerent donnienlcs, irruit cum soeiis suis in eos, et omnes trucidavit, et cum gaudio int rantes navem pervenerunt ad civitatem Tho- run, ibique nave et mereimoniis venditis, cesserunt in divisionc cuilibetxx marce. De laudabili vita quorundam fratrum in castro Königsberg k. m© Hic frater Bertoldus postquam diclo Castro Haganile prefuit modico tem- pore, fuit in commendatorem fratribus de Kunigsbergk ordinatus. De hujus viri vita, et virtulum refulgcncia inira facta referuntur. Ipse enim cum se domino inspirante vellet reddere religioni, considerans illa duo scilicet paupertatem et obedienciam, que ad regulärem observanciam requiruntur, esse communia in religionibus et extra, sed tercium scilicet castitatem esse unumr de arduis, quia nemo polest esse castus, nisi deus det, voluit examinare, utrum sufficerel8 ad observanciam castitalis, aggressusque est rem inusilatam et plenam periculo. Assumpsit enim virginem juvenem, que propter eminenciam pulchritudinis sue parem non babuit in vicinis, jacensque cum ea quasi singulis noctibus in stratu suo nudus cum nuda per annum et amplius, ut ipsa per sacramentum suum postea afiirmabat, et integritatis sue Signa ostendebant, nunquam ipsam carna- liter cognovit. Ecce mira res et stupenda, Samson fortissimus, David sanetissi- mus , Satomon sapientissimus mulieris victi blandiciis ceciderunl : hic sponte consorcium ejus amplectens, vicit, et in virtulum culmineh est erectus. Num- quid ergo forcior Samsone, sanetior Davide, sapiencior Salomone? Si audeam dicere, salva pace ipsorum utique in hoc casu. De vastacione terre Sambiensis. 257 t»o) Eodem anno in autumno rex Lethowinorum cum octo milibus equitum in- travit terram Sambiensem , et omnia edificia et segetes cremavft, paueos Cri- stianos occidit, et modicam predam deduxit, quia fratres adventum suum longo Cap. 285. •) Oregoiii H. Tgl. e. 238. b) Landcahutto K. e) poctea B. po*t K. D. d) 80 B. D. 8calov. ea*U. K. Cap. 2*6. e) Brubaae wicderbolentlkh bei H. hier auch bei B. f) quam una K. que e»t uoa B. e«»e unutn ConJ. T. g) So B. fuiwet K. h) eulm. Tirt. B. » 4) Die Gründung von Ragnit 4289 ist auch in den Annal. Pelpl. und Samb. erwähnt. 1) Berthold war Comthur zu ßalga zwischen 1888 2. Februar und 4289 18. Januar und Comtbur zu Königsberg zwischen 4X89 4. Juni und 4303 80. Marz, Namenscodex S. 49 und 34. Er kann also Conttliur von Ragnit in der Zwischenzeit nur wenige Monate gewesen »ein. Wenn er im Nainenscodex S. 46 als solcher zwischen 4 289 und 4 292 angeführt wird, so scheint dies mit Rücksicht auf L. David 5, 89 geschehen zu sein, der die Worte Dusburg's c. 236 so missverstcht, als ob Bertbold die Coiuthurcien Ragnit und Königsberg zugleich verwaltet hatte. 3) Die Scbalauerburg ist nach den Annal. Pelpl. und Samb. 4 293 erbaut. Digitized by Google 152 PETR1 DE DUSBÜRG tempore preseiverunt. Et cum sie pertransivisset dictam terram a fine usque ad finem fere per xmi dies, iter arripuit redeundi, non tarnen sine suorum gravi interitu, quia preter alios mullos occisos frater Henri cus de Dobia' ' cum qui- busdam armigeris lxxx Lcthowinos interfecit. *a» (23i) De impugnacione castri Colayne. u. a^i Anno domini mcclxxxx in die beati Georgii k martiris frater Meneko magister cum quingentis equitibus et duobus milibus peditum Castrum Colayne' acriter impugnavit. In hoc castro fuit Surminus' capitaneus, et erant cum eo atx viri bellicosi, qui viriliter fratribus restilerunt. Tandem omnes castrenses preter xii fuerunt letaliler vulnerati, sie quod sanguis de meniis fluxit, sicut aqua plu- vie inundantis. Et cum esset circa crepusculum, quingenti equites fratrum, qui inter terram Lethowie et dictum Castrum erant ad custodiam deputati, faligali ex longa exspectacione, reversi cum magno strepitu et fragore, terruerunt com- munem populum, quod4 estimans, eos esse inimicos, fugit ad naves. Fratres autem, licet ad hoc sepius niterentur, non poterant ipsos aliqualiter revocare. Undo a dicta impugnacione cessaverunt. Surminus autem capitaneus non longe postea dictum Castrum desoiatum reliquit, jurans per deorum potenciam, quod nunquam impugnacionem fratrum in aliquo castro de cetero exspectaret. «sä (232) De morte fratris Emckonis commendaloris de Raganila. is. May Eodem anno circa aseensionem domini frater Erneko3 commendalor de Ra- ganita, ad mandatum magistri, profectus est navigio versus Lelhowiam, volens aliquas novitates experiri, et erant cum eo frater Joannes de W'ienna et xxv ar- migeri. Hü cum transirent Castrum Colaynam predictum, Surminus castellanus ibidem vocatis ad se. castrensibus, tractavit cum eis, quomodo posset fratres deeipere, et propositis' multis deeepeionis modis, tandem omnium in hoc rese- dil consilium, ut unus cx eis, qui linguam seirel Polonicam, indutus vestibus niuliebribusf slarel ad lilus Memele, dum transirent, et rogaret, ul cum ad na- vem assumerent, et a captivitale infidelium liberarent. Unde quidam Lelhowi- nus, Nodam nomine, vir in armis strenuus, qui lamen* postea conversus ad fi- dem Cristi in ea feliciter obdormivil, assumptis sibi fcx viris ad dictum nego- cium peragendum, veniens ad locum aptuni, ordinavit, quod ille vestilus veste muliebri sedit in litore, alii latilabant in vicino. Non longe post commendator, peracto negocio suo, dum appropinquaret, ille miser traditor cepit voce flebili clamare et petere, ut eum ad navem sumerent1', et animam suam Cristi san- Cap. 2S7. a) Dobjrn D. C»p. 2S8. b) Greyorii H. e) 8aroiinut II. d) qui D. Gap. 289. •) prr- po.itu K. f) mulien» B. inolieribu» K. muliebribuj T. g) tum K. eum B. tarnen H. h) So K. D. aMumerent B. 1 1 Heinrich von Dohin war am 5. Februar 44U9 noch Comthur zu Graudonz, Cod. Pruss. II, n. 19. Durnach wurde er Comthur zu Balga, aber nicht vom Januar 4 289 an, wie im Na- menscodex S. 49 steht, und nicht bloss bis zum 4. May 4194, sondern bis zum Jahre 4 292 nach der Urkunde im Cod. Warm. I, n. 94. Als Conventsbruder in Königsberg erschcint>r noch in einer Urkunde Meinhards von 4 298, Saml. Hand f. der Freien. 3) Kolayne an der Memel c. 239, unterhalb Junigcda (Wclun) c. 243, aber wohl ober- halb Bisene (zu c. 222), verbrannt 4 294 . Ob das jetzige Kalneny? Voigt 4, 4*. 8) Ein Conventsbruder Ernko kommt 128", in Dalga vor, Voigt 4, 45, Anm. 2. Auf einen Irrthum I.. David s {vgl. zu c. 235) häufte Mennig zu L. David .», 94 den falschen Schluss, Erneko könne 1290 nicht Comthur in Kagnit gewesen sein. Voigt a. a. 0. macht ihn darauf hin zum Hauscomthur und so fehlt sein Name aurh im Namenscodex. Digitized by Google CRONICA TKRRE PRÜSSIE. PARS III. 153 guine redemptam a Servitute dyaboli liberarent. Quo audito dum* fraterErncko misertus sui accessit ad lilus, statim ille rapiens navem firmiler tenuit, et vo- calis sociis suis irruerunt in eos, et omnes occiderunt. De occisione xxv Lethowinorum per fratres de Raganita. a*° ^ Ex hoc evcntu Lethowini magnam audaciam sumpserunt, sie quod in die nntivitatis beati Joannis Baptiste proximo sequenti de confinio castri Ouka\mb25. Juni xxxvi viri egredientes ausi fuerunt contra fratres de Raganita sua latrocinia ex- erecre. Qui dura appropinquarent, miltenles sortem secundum ritum eorum, compertum fuit, quod eis prospere succedere non deberet. Unde statin) iter re- deundi sunt aggressi1. Fratres vero de Raganita turbati de interitu suorum, fu- turum periculum proeaventes, miscrunl nuncios, qui vias custodirent, quorum unus cum festinacione reversus, ait, se predictos latruneulos vidisse. Unde fra- ter Lodewicus de Libcncele et frater Marquardus de Revelinge cum duobus fra- tribus et xxvi armigeris sequuti, invaserunt eos in quodam campo et xxv ex eis occiderunt. De morte fere quingeniorum Lethowinorum. Eodem anno et tempore Jcsbuto*1 Lethowinus cum quingentis viris pre- electis intravit Poloniam, et preter multa mala, que ibidem gessit, duxit secum tarn hominum quam aliarum rerum magnam predam. Iste Jesbuto licet esset cum infidelibus, occulte tarnen dilexit fratres. Antequam exiret cum isto exer- citu, premunivit eos. Unde magistcr fralrein Henricum Zutswert'1 et xxix fra- tres cum mcc viris raisit eis in occursum. Qui venientes in solitudinem intcr duos fiuvios scilicet Lickam et Naram per octo dies ipsos cum magno tedio et defectu victualium exspectabant. Tandem dum revertentes essenl in vicino, primus Lethowinus in acie missa sorte clamavit: ve nobis male ibit negocium nostrum. Quem capitaneus increpavit, ut taceret. Ille autem non ccssavit id ipsum clamare, quousque fratres cum suis de insidiis erumpentes insilirent in eos, et cccl ex ipsis occiderent. Alii fugerunt, et in solitudinc quidain pro tri— sticia se suspenderunt, reliqüi siti et fame atlriti moriebantur, sie quod pauci sine mortis periculo evaserunt. • ♦ De consolacione fralrum et cristifidelium. s« Hoc tempore antequam idem exercitus fratrum oprenta victoria rediret, frater Meneko magistercum quibusdam preeeptoribus sedit sollicitus de exer- citu predicto, quia longam moram conlraxerat ultra tempusf «lebitum redeundi, turbatusque de morte commendatoris de Raganita et suorum. Et cum sie tristes conferrent ad invicem, venit nuncius, qui dixil, quod fratres de Raganita xxv lalrunculos occidissent. Adhuc illo Ioquentc intravit secundus, qui cum victoria •) dorn K. fehlt B. diettu H. Cap. 840. b) 80 B. D. tuen Oukeim K. e) rant »ffr. red. B. Gap. 841. d) 80 K. B. D. Tgl. Jchbute J. 8«buto T. H. e) 80 K. B. D. Zuckiwcrt T. C»p. 848. f) tempore K. 1) Heinrich Zutswert war Voi^t zu Nattanpcn schon am 11. Ortober 1S88, Namenscodex 7i und noch im Jahre 1492, Cod. Warm. I, n. 91, dann Comthur in Baljia, wonach die An- gaben de» Namenscodex 19 und Ii zu verbessern sind. Die Zusammenstellung des Namens mit Sutwiert (Ort in Xattangciij, fleogr. S. 19, wird sich nicht halten lassen, da in einem üsl- reichischen Xecrolog bei Duell, excerpl. geneal. p. 123 sich ein JacutlaZuchswertinna lhidcl. Digitized by Google 154 PETRI DE blSBURG redire* fratrum exercituro affirmabat. Vix iste verba finierat, et supervenit ter- cius, qui qucndam principem, qui voluit, ut communiter referebatur, sibi Prus- sie terram ejectis fratribus subjugare, morluum nunciavit1. Gavisi sunt ergo magister et fratres gaudio magno, et immensas gracias deo, qui consolatur suos in omni tribulacione, de tot beneficiis referebant. Ecce quomodo justo dei ju- dicio mundus, qui ante gaudebat, lurbalur, et fratrum tristicia in gaudium est con versa. »«(23«) De combustione castri Colayne et depredacioheh terrilorii Junigede. >. FW«! Anno douiini mccxci circa purificacionem beate Marie frater Bertoldus Bru- have commendator de Kunigsbergk et plures fratres cum mille et quingentis viris transeunles Castrum Colaynnm, et invenientos ipsum vacuum combusse- runt. Quo facto procedenles territorium Junigede2 rapina et incendio molesla- banl, ita quod preter alia damna septingenti capti sunt homines iniidelium et occisi. 344 (237) De ediftcacione castri Junigede et destructione castri Mederabe. 22. Aprii Eodem anno in festo pasce Lethowini edificaverunt in eodem territorio Ju- nigede Castrum, vocantes ipsum eodem nomine. Quod frater Bertoldus predictus intelligens , cum mille viris de Sambia accedens , dictam edificacionem voluit impedire, sed non valuit pre multitudine iniidelium resistente, et ne omnino in vanum laborassent, fratres diverterunt iter suum versus Castrum Mederabani', de quo cristifideles multa incoiumoda passi fucrunt, et cxpugnantes illud po- lenter, captis et occisis omnibus, ignis incendio funditus cremaverunt. »«•<*») De mirabili conversionc cujusdam. Hoc tempore in Castro Mergenburgk fuit frater Gerardus, qui, cum adbuc esset secularis, erat de familia illustris prineipis marebionis de Brandenburgk et valde peritus in arte carpentariorum, quantum ad instrumenta bellica fa- cienda. Qui cum1 talia instrumenta, quibus et castra et civitates destruete fue- runt, multa fecisset, accidil quadam nocte, dum adhuc in lecto jacens vigilaret, quod clausis januis venerunl quatuor viri portantes quatuor candelas ardentes, accusantes eum in multis criminibus, et dicebant, quod nisi infra* certura ter- minum vilam suam emendaret, sine dubio filius esset mortis, et in signum evi- dens hujus facti posuerunt super eum vestem albam, sicut solet poni super fu- nera mortuorum. De quo ille miro modo perterritus, venit ad terram Prussie, ducens secum vestem illam, et facta professione in online domus Theutonice, vitam sanetam inchoans feliciler consummavit. «46 (239) De depredacionc ierritoriorum Pastovie' et Gesovie. 1202 Eodem tempore frater Meneko magister needum sacialus incommodo Le- thowinorum, cum centum fratribus et magna polencia equitum lerritoria Ge- rn) redire fehlt B. Cftp. 243. b) So B. und Index K. deeoluione Text R. Cap. 245. e) dum K. d) ir.tr» B. Cap. 246. <•) Px.toDie (»weimal) B. <) Vsl. zu c. 247. *} Später Welun. Wiliona, vgl. Geopr. S. 41 und zu Dilsburg c. 323. 3) Unbekannt. Mcdewagcn (vgl. zu c. 327) kann hier wohl nicht genieint sein. Digitized by Google CRONICA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 155 sovie et Pastovie 1 hostiliter est ingressus, maximo incendio devastando ; paucos horaines cepit et interfecit et predam modicam rapuit. In recessu sequuti fue- runt Lethowini et sepius invaserunt fratres. In hac pugna Jesbülo, qui ante fuit aroicus nunc hostis, irruit in fratremHenricumZutswert et ejus dextrarhim vul- neravit, de quo frater Hcnricus commotus ipsum lancea perforavit. Sed Jesbuto senciens sibi mortis angustias imminere, non Valens se vertere, sed retro percu- ciens. cum gladio dicli fratris Henrici digitum amputavit. De vasiaciom terrilorii Oukaym.* in Circa festura beatorum Pctri et Pauli apostolorum ejusdem anni, frater 20. Juni Henricus Zutswert predictus commendator de Balga*, cum xx fratribus et mille 'quingentis viris equitavit versus Castrum Junigedamk, et ordinatis insidiis, fra- tres de Raganita cum suis armigeris erecto vexillo processenint ad dictum Ca- strum, in quo tunc multi hospites fuerunt, qui ex hoc multum indignali, armata manu ipsos hostiliter sequebantur; sed fratres magnam stragem fecissent in eis, si nimis mature suas insidias non ru pissen t. Quo facto fratres cum suo exercitu recedentes in quodam loco per tempus aliquod quieverunt, et post multos tractatus habitos, placuit omnibus, quod utique manu vacua non redirent. Unde intrantes territorium castri Oukaym8, devastarunt illud incendio et rapina. Gaptis ergo et occisis pluribus hominibus" cum magno spolio redierunt. Sed quia equites hujus terrilorii pridie iverunt ad clamorem, quem fratres circa Castrum Junigedam excitaverant , solum pedites sequebantur eos, occupantes viam in qnadam silva, quam fratres celeriter pertranseuntes in quadam campi planicie ipsos invadentes xu occiderunt, alii in fugam conversi non audebant postea comparere. De depredacione terre Polonie. »« (™) Pucu\verusd rex Lcthowie eciam hoc anno filium suum Vithenum cum magno' exercitu misit versus Poloniam ad terram Bristensem et post multa damna ibidem facta in occisione et capeione hominum incendio et rapina, Casi- roirus et Lochoto duces Polonie* anxii de salute suorum, supplieaverunt fratri Menekoni magistro Prussie pro subsidio. Qui cum magno exercitu veniens, dum Oap. S47. ») Oykaim K. b) 80 B. D. Sampdum K. H. c) bom. pl. B. C»p. 848. d) 80 K. B. D. Lutuweru. H. •) 80 B. D. mutiDo K. * 4) Auch c. «55 zusammen genannt ; jetzt Poczto und Jaswocze, südwärts von Jcragolja, vgl. Voigt 4, 8*, Anni. 3. 8} Da Heinrich erst 4892 Comthur vonBalga wurde (vgl. zu 844), so gehört diese Kriegs- reisc nicht mehr in das Jahr 4 294, sondern 4292. Die Worte ejusdem anui im Anfange dieses Capilels machen es dann aber wahrscheinlich, das» die im c. 2*6 erzählte Begebenheit schon in das Jahr 4292 gehöre. Die Worte eodem tempore c. 246 lassen diese Deutung wegen ihres weiteren Sinnes zu. 3) Vgl. c. 276, 280, 290, suppl. 8. Es ist wahrscheinlich das in den alten Wegeverzeich- nisson oft vorkommende, nicht fern von Rossiene gelegene, Auken, Awken, Aukon, jetzt Ugjany an der Dobese, vgl. Voigt 4, 4 9. 4) Beide waren Söhne Casimir' s von Cujavien (f 4 267). Casimir nennt sich in jener Zeit dux I.ancicie, Wladislaw Lokictek (Lechoto) dux Siraclie et Cujavie. In Masovien waren auf Ziemowit (f 4 268} seine Söhne Boleslaw [Bonislaus) in Plock und Cnnrad in Czcrsk gefolgt, Röpell (, 490 -492. Bolcslaus war seit 4 279 mit Sophia der Tochter Trojdens in l.itthauen vermählt, Dlugoss 1, 84 9. Der Angriff der Litthauer, wolche ebendeshalb in Masovien keinen Widerstand fanden, wird mit Rücksicht auf c. 247 in das Jahr 4292 zu setzen sein. (Am 4 3. October 4 292 war Boleslaus mit Wladislaw und dem Landmeistcr Mainhard zusammen in castro apud Syraz nach der Urkunde bei Röpell 4, 690). Digitized by Google 156 PETRl DE OLSBURG die tos infideles ineiperet impugnare, prefati duces, cum omnibus suis Polonis terga vertcrunt. Quo viso fralrcs perterrili, non hahentes potenciam resislendi tanle multiludim, recesserunt eciam, sed uon sine magno periculo suorum, quia mulli fratres et alii cristifideles fuerunt graviter vulnerati, antequam honeste possent a dicto certamine declinare. tw (74i) De mirabili liberacione frairum in quodam exercilu. 1295 Anno domini hccxcii magister sollicitus circa injunetum sibi officium, et i n fidel i um destruetionem , eongregato magno exercilu fr.itrum et armalorum, venit ad lerminos Lclhowinorum. Ubi quidam Pmthenus accessit ad fralrem Henricum Zulswcrt, dicens : traditus es tu et fratres tui, si inlraveritis terram Lethowinorum ; ipsi congregali expectant vos, nec aliquis ex vobis poterit eva- dere mortem; si reversi fueritis, vestri in reditu vos occidenl. Respondit frater Henricus: si liec ita se liabenl, consule nobis, quid tucius sil agendum. Cui ille: redite ad partes vestras armati, si forte defensionem vestram timeant, et a coneepta malicia resipiscant. Hoc facto frater Henricus magistro hec omnia re— vclavit, De destructione oppidi Straisbergk* 1298 Hoc anno scilicet domini mccxcviii de Lcthowia cxl viri tarn improvise* 29. Sept. irruerunt in die beali Michaelis in oppidum Straisbergk, quod totum populum et unum sacerdolem occidcrunt, mulieribus et parvulis captis et preter vere- cundiam, quam aliis sacramcntis fccerunt, unus purgando alvum baptisterium defedavit. Quos frater Conradus Saccus provincialis terre Colmensis* cum mul- tis fratribus et armigeris sequutus usque ad intcriora deserti, comprehendit, et liberatis Crislianis captis, omncs interfecit, sie quod unus non evasit, qui lalem eventum posset posteris nunciare. «7i(2«4) De suburbiorum combustionc castrorum Junigede et Pisle. 1296 Eo tempore, quo exercitus fratrum de Prussia adhuc esset in partibus Ly- vonie, frater Cuno comnu ndator de Brandenburgk4 cum magno exercitu aggres- sus castra Junigedam et Pistam, corum suburbia igne runditus destruxit, et dum recederetj supervenit quidam frater de Raganita navigio cum quibusdam armi- geris, qui exiens ad pugnam contra caslrenses coi'git totum exercitum fratrum redirc ad prelium, initoquer certamine unus Lethowinus virilis homo occisus est, et plures ulriusque partis graviter vulnerati. f a) Aeboy K. B. Abobitet Vul*. b) obrurtterrrt K. B. obrifeweret Vulf . c) diwordia B. Cap. 270. d) adtencr Strub. e) improride B. Cap. 971. f) Initoque K. D. inito Itaqw B. 4) Neuermühlcn nahe bei Riga, auf dem Wege nach Karkhus. 2) Die beiden Hauptschlachten des Jahres i 298 führt der Canon. Samb. mit denselben Tagesdaten an. Es giebt aber Uber den Krieg des Ordens gegen Riga noch ausführlichere Quellen, aufweiche hier nur im Allgemeinen verwiesen werden kann: 4) Den Bericht des Zeitgenossen Albrecht von Bardewick, welcher unter den lühischen Chroniken von Grauloff I, Hl — 428 abgedruckt ist und die Hauptereignisse des Jahres 4298 mit gelegentlichem Rückblick auf das Jahr 4 297 schildert; 2j das Schreiben der Rigaer an Lübeck bei Sartorius- Lappcuberg Urkundliche Geschichte der Hansa 2, 4 96 und im Cod.dipl. Lubec. I n. 747 ebne Datum, im Sommer 4 297 abgefasst; 3) die Klageschriften des Erzbischofs von Riga, der Stadt Riga und des Erzbischofs von Oesel im Cod. dipl. Polon. von Dogiel V, n. 36. p. 25 — 33, ohne Datum, von Dogiel wahrscheinlich mit Rücksicht auf die Dullen des Papstes Clemens V von (309 in das Jahr 4 308 gesetzt, in der That aber, wie schon der Name des Erzbischofs Johann zeigt, in das Jahr 4299, spätestens 4300 gehörig. Hiezu kommen noch einige unge- d ruckte Documente: 4) die Verteidigungsschrift des Ordensproeurators von 4 306 im Geh. Archiv Schiebl. VI, No. 4 . ; 2) das rigaische Zcugenverhör von 4 34 2 im Goh. Archiv Schiebt. XXI und 8j ein Aufsatz in dem Buche des Geh. Archivs: Rigaische Handlung. — Für Dusburg ist es bezeichnend, dass er in der Geschichte dieses Krieges nur die Stadt Riga und die Heiden als Feinde der Ritter nennt, dagegen nicht den Erzbischof von Riga. 3) Conrad Sack ist als Pmvincialcomthur im Namenscodet S. 4 6 zwar nur bis zum 49. Mai 4298 aus Urkunden nachgewiesen, doch kommt sein nächster Nachfolger urkundlich erst im Jahre 1302 vor. Seine Verwaltung kann also sehr wohl bis zum 29. September 4 298 und länger gedauert haben. 4) Der Comthur Kuno von Brandenburg 4 296 — 4302 wir«! in den Urkunden meistens, und so auch im Namenscodex S. 22, nur mit seinem Vornamen bezeichnet. In der Urkunde vom 4 7. April 1296 bei Gebser Domkirche S. 60 ist sein Name vollständig genannt: Cuno von Hatzigenstein. Es ist wahrscheinlich derselbe Ordensritter, der vorher 4288-1290 Land- meister von Livland gewesen war, Alnpecke S. 707. Digitized by Google CRONICA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 165 De fratre Lodewico de Scippe* magislro terre Prussie. «7«(2«) Frater Lodewicus de Scippe magistcr (erre Prussie xim prefuit uno anno, mi> et mortuus est sepultusque Colmense in ecclesia cathedrali1. De vastacione terre Nattangie et morte CCL Crislianorttm. «73(20«) Ilujus magistri tempore sexcenti viri de Lcthowia profecti sunt versus Nat- 129» langiam, de quo exercitu fraler Cuno commendator de Brandenburgk premuni- tus, congregalis subditis suis, dum cos per dies aliquot expeclassel, fatigalus tedio dimisit populum suum. Sequenti die dictus exercitus infidvliiim intravit Nattangiam, et magnam partem ejusdevastans per incendiutn et rapiuam, occi- dit et cepit ccl homines crislianos*. De fratre Heltcico magislro terre Prussie. «« (267) Frater Helwicus de Goltbach Thuringus magister terre Prussie xv* prefuit noo uno anno et resignato oflicio reversus fuit inb Alemaniam, ibique mortuus et sepultus*. De Lxxn Lethowinis occisis in Nattangia. «75 w») Hujus magistri tempore, anno scilieet domini mccc lxxv Lethowini in au- noo tumno territorium Glottovie Warmiensis diocesis improvise intrantes, unam \il- lam incendio destruxerunt, oecidentes et rapientes, quiequid in ca Yivum repe- rerunt. Quo intellccto, frater Wallhcrus Goldin'5, socius comnicndatoris de Brandenburgk cum quibusdam armigeris secutus, occupavit viam, quam Irans- ire debebant, preter quam via alia propler aquarum inundanciam non restabat, et consurgens adversusd eos, preter tres omnes trucidavit. De vastacione territorii castri Oukaym. 276 (269) Eodem anno frater Henricus de Dobin et quidam fratres cum c.c viris intra- isoo verunt territorium castri Oukaym ' et combuslis sex villis, captis et occisis ho— minibus, recesserunt. Lethowini insequentes ipsos sepius hostiliter invaserunl, ita quod utriusque partis plures fuerunt graviterr vulnerali. De depredacione terre Dobrinensis ei occisione lxx Lethowinorum. 477 (270) Hoc anno Wenceslaus rex Bohemie fuit in regnum Polonie coronatus6. Et 1300 Cap. 272. •) »o B. D. Seipe K. Cap. 274. b) in B. D. fehlt K. Cap. 270. e) Goldool K. Goleni B. GoMin D. d) «o B. D. adTenum K. Cap. 276. e) #o K. B. OuUim D. OttkMin H. f) gr»T. fu. B. 4) Dusburg übergeht die kurze Verwaltung des Landmeisters Conrad von Babenberg, Historiogr. S. 288. — Ueber die Grabdenkmäler in der Kirche zu Culmsee siehe Quast in den Neuen Preuss. Prov. Bl. 4 850, Bd. 1, S. 23. 2) Voigt 4, 156 verwirft mit Recht die Erfindung Grünau s X, 11, g. 2, dass Ludwig von Schippen in einem Kriege gegen die Samaitcn, welche den aufrührerischen Schalauern zu Hülfe gezogen seien (!), tüdtlich verwundet worden sei — reitet aber von dieser Erdichtung so viel, dass Ludwig in einem Kampfe verwundet und an den Folgen der Wunden gestor- ben sei 1 1 3) Seit 1300, Jcroschin. 4) Helwich war im Jahre 1300 schon Landmeister, und stellte als solcher, was in der Gesch. der Historiogr. S. 288 übersehen ist, noch im Milrz 1302 mehrere Urkunden aus, Cod. Pruss. II, n. 40 42. Dusburg irrt also, indem er ihm nur ein Jahr der Amtsverwaltung beilegt. 5) Schon^erwähnt c. 266. 6) Vgl. Chron. Aulae regiae p. 131, Palacky Geschichte Böhmens" 2, 301, Röpell Gesch. Polens 1, S61. 166 PETRI DE DUSBURG sex milia Lethowinorum ducatum Dobrincnsein depopulavcrunt, oecidendo, ca- piendo, et quod igni nptum fuit, comburendo, et otmiia equiria et alia, que Po- loni propler metum regis predieti ad dictum ducatum duxerant , deferebant. De hoc exercitu centum viri preelecti et presumptuosi fuerunt ausi transire flu- vium Driwance et in terra Colmcnsi duas villas depredare. quos ffatres cum exercitu suo sequentos comprehcnderunt, et lxx ex eis occidentes, multos Cri- slianos captos redemerunt. Alii Lethowini xxx, qui evascrunt, dum fugiendo venirent ad exercittun suum et nuneiarent, que facta fuerant eis* a fratribus, adeo niotirulosi facti sunt, et territi, quod nullus alium expoctavit, sed cursi-, tando per diem et noctem multi homincs et equi pericrunt, plures eciatn ex eis in lluvio Narek propler pressuram nimiam -sunt submersi. s78<2Ti) De miralrili facto. Hoc tempore in castro Mergenburgk fuerunt frater Henemannus el frater Fridcrictis, qui tantam inter sc charitatem habuerunt quod unus sine alio vivere non voluit, neque mori. Tandem frater Henemannus lepra percussus fuit, et frater Friderieus non longe post cadens de equo expiravil. Cujus mors dum in eraslino fratri Henemanno nunciaretur, ait : sie non erant pacta nostra, quod ipse prius et ego postea, sed simul deberemus ad eterna gaudia introduci. Et cum esset sine omni infinnitnle, preter eam, quam predixi, advocans sacerdo- lem pereeptis eeclesie sacramentis, eodem die in domino feliciter obdormivit. 379 (272) De fratre Conrado magisfro I*rti#sie. im— 13W Frater Conradus Saccus magister Prussie xvi prefuit vi annis Hic rnul- tum fuit homo affabilis el in omni um oculis graciosus, ut vere posset de ipso dici, quod dilectus fuit deo el hominibus. Qui tandem fatigatus laboribus et debilitalus inürmitatibus ollieium suum resignavit, habilansque in Castro Goluba, cpiod ipse comparavit, moi tuus est, el sepultus fuit in ecelesia cathedrali Col- meuse c. j8o<27:») De destruetione castri Oukaym4 prima. 1302 Hujus magistri tempore anno domini mccxi quidam Lelbowinus diclusDrayko castrensis de Oukaym dolens, se tamdiu fraude dial>olica deeeptum, volensque vdolorum eultura postposila dei veri et vivi servicio maneipari, secretc fdium suum Pinnonem misil fratri Volrado commendatori de Raganita9, supplicans hu- militer et devote, ut ipsum a genlilitatis errore et infidelium manibus liberaret. Qui eommendator de consilio magistri cum exercitu proecssil contra Castrum Oukaym, el ecce mirabilis deus in omnibus operibus suis, cujus providencia hoc Cap. 277. ») el* K. D. fohlt B. b) N«re K. B. Sarcf D. Cap. 879. c) So B. D. Cohn, in *ccl. eath. K. Cap. 280. d) Vgl. cap. 27«!). 4) Nicht ganz so lange ; die erste Urkunde, in welcher Conrad Sack als Landmeistcr vor- kommt, ist vom 3«. October I30ä, angeführt von Voigt *, »73, die letzte vom 46. Marz 4306. Cod. Pniss. II, ii. r,4. Kurz vorher und kurz nachher werden andere I.andmeister genannt. i) Volrad heissl noch in einer I rkundc vom 18. November 1301 Voigt des Bischofs von Samlatid, Nameiiscodex S. 77 , es ist also sehr die Krage, oh er noch in diesem Jahre Coni- Ihur zu Hagolt geworden ist (wie im Nanienscodcv S. 55 angenommen wird), und die von Diishui-g erzählte Unternehmung ausführte. Da Conrad Sack, unter dessen Verwaltung Dus- hurg das Ereignis* setzt, erst 1302 I.andmeister wurde, so ist es gerathener, auch diese Un- ternehmung in das Jahr 4 302 zu setzen. Volrad verwaltete die Comthurei Ragnit mit geringer Unterbrechung bis 4 34 3. Digitized by Google CRONICA TERRE WUJSSIE. PARS III. . 167 summe nccessarium oidinavit, quod dum fralres ad impugnandum diel um Cas- trum accederent, ipsa nocle vigilia el custodia cuslri diclo Draykoni compelc- hnt1. Unde appropinqunnlc exercilu fralrum, portam castri secrete aperuit, et fratres intranles omnes preler unum, scilicet filium Sudargi, graviter tarnen vulneratum, oeciderunt. Caplis mulicribus et parvulis Castrum* cum suhurbio funditus cremaverunt, dictusque Drayko deduclus usque Raganitam cum Iota fnmilia est haptizatus. De morte fralris Gundrami et plurium Leihomnorum. a»i <2-o Eodem anno fraler C.undramus, liomo stalura pusillus, lotus tnmen animo-n«2 sus el virilis cum ix arniigeris sequebalur latruneulos Lethowie, qui decem ho- mincs et totidem equos spoliaverunt in districlu castri Cristburgk, el dum eos in deserto invaderet, in primo congressu quidam Lethowinus ipsum cum lancea vulneravit, sie quod viscera ipsius eflusa fucrunt, nee tarnen destitit ab ineepto bello, quousque Lcthowini omnes essent interfeeli, et tunc cecidit et expiravit. Quem dum mortuurn armigeri sui ad Castrum Cristburgk deducerent, mulieres, que per eum de manibus infidelium redempte fuerant, asserebant sc vidisse duas columbas albas volantes supra corpus ejus in ai're, quo ipso stante sta- bant, et procedento volabant. De depredacione terre Lubowie el lxv Lelhowinorum morte. w an) Posthcc quidam alii latruneuli de Lethowia v villas in terra Lubowie hosti-i'mJ liier invascrunt, et cc Cristianos aliis captis partim b occiderunt. Quos fratres de Cristburgk sequentes, dum venissent in solitudinem, consideraverunt in ves- ligiis eorum, quod divisissent sc in duas turmas. Unde et ipsi se et suos in duas partes diviserunt, quarum una comprehendit turmam unam infidelium, et occidit ex ea lxv viros el lxx cristianos homines liberavit. Alia pars fratrum non in- venit nisi quinque pueros cristianos, quos secum duxit. Postea fratres intel- lexerunt relacione veridica, quod pauci de istis Lethowinis sani redierunt. Qui- busdam enim submersis in via, reliquis consumptis inedia, ecleri se pre Irislicia suspenderunt. De adventu fratris Godefridi magistri generalis, et resignacione officii sui, etw^n) electionc fralris Syfridi de Wucgwangen. Anno domini mccch fratcr Godefridus magister generalis cum l fratribus 1302 transiens Prussiam, venit ad lerram Ljvonie*, el relictis ibi fratribus in subsi- a) et CMtro K. B. Castrum D. Cap. 288. b) 80 K. partim capto« allo* B. D. 1) Ucher den Wechsel der Grenzwachen bei den Litthauern vgl. c. 300, c. 328, c. 389. 2) Am 15. Mure 1302 befanden sich nuucii majiistri generalis bei dem Landmcislcr in Kreuzbur^ nach der Urkunde im Cod. I'russ. II, n. 40. woraus Voi^-t 4, 4 68 wohl mit Hecht schlieft, dass er seihfit damals noch nicht in Preussen gewesen sein könne. Kr muss über in der Thal im Laufe dieses Jahres (1302) nach Preussen und Livland gekommen sein, da er nach der Verteidigungsschrift des Ordens von 4 306 mit dem Erzbischof Isarn von Riga un- terhandelte, welcher noch 4 302 nach Lund versetzt wurde, Gadehusch Livl. Jahrbücher 4,1, 3.-18 nach dänischen Que llen. Nach einer ;'?) Nachricht waren der Hochmeister und derLnnd- meister von Livland, Gottfried, am Ta^e vor Himmelfahrt 4302 in Uünamnnde zusammen. Zuerst in einer Versammlung zu Memel liess er unzweideutige Aeusserunijen fallen, dass er sein Amt niederzulegen bereit sei; auf einem Cap tel zu Klbin^ wiederholte er diese Erkla- r\ifi£, wie zwei preussische Bischöfe in der Urkunde vom 4 8. October 4 303 bei Luc. David 5, 146 (welche doch wohl während des Cnpitels selbst ausgestellt sein dürfte) bezeugten. Dass er dann doch wieder als Hochmeister anerkannt sein wollte, beweist der Brief des neuge- Digitized by Google 168 PETRI DE DÜSBÜRG 1303 dium diclo lerre, dum anno sequenti rediret Pnissiam, in capitulo Elbingens! suum officium resignavit, licet sibi, dum in Theutoniam re versus esset, denuo lemerarie usurparct. Qua* rcsignacione facta, electus fuitfc statim ibidem frater Syfridus de Wucgwangen in magistrum generalem, qui ivit versus Venecias' ad domumc principalem. 3M (277) De fratre llenrko de Cunce. Hoc tempore in Prussia frater Henricus de Cunce natus de Thuringia mor- tuus fuit. Qui cum adhuc esset secularis miram tyrannidem excrcuit, raptor magnus et homo malcficusa. Vidit quadam die in crepusculo venicntem ad so qiiendnm virum equo nigerrimo* insidentem, qui dixit ei: llenrice vcni mecum solus, ego te ducam ad locum, ubi ditaberis per predam magnam. Henricus ac- quievit, et ascendens equuin suum, sequutus est eum per multa viarum discri- mina. Tandem venit ad locum, ubi cquus suus ultra ire non voluit, licet calca- ribus sepius perurgeret. Vidit enim equus periculum, quod ipso propter noctis tenebras videre non potuit. Ultimo dixild Henricus ad equura suum, Stimulans eum fortiter calcaribus: procede in nomine domini*. Tunc socius ejus scili- eet dyabolus, stans ex adverso ait : bene tibi, quiar nominasti nomen dei tui; quia si hoc non fecisses, jam precipitatus jaceres mortuus in hac valle. Henri- cus perterritus mansit in eodem loco non audens procedere aut relrocedere us- que in diem sequentem, et cum» väderet rupera altissimam, de qua debebat ca- dereh in vallem profuntlissimam, si equus modicum proccssisset \ signavit se signo sancte crucis, et laudavit nomen domini, per quod fuerat a tanto periculo liberatus. Unde areidit, quod quadam die in crepusculo vidit quendam judicem sedentem pro tribunali, et multitudinem populi circumstanlem, qui ipsum om- nes de diversis maliciis accusabant, et adduclus adk Judicium, dum judex que- rerei, quid ad objccla responderet, perterritus tacuit. Tandem post multas mi- nas assessores rogabant judicem, ut ei parceret, ipse enim vitam suam deberet breviler1 emendare. Et cum idem frater Henricus promisisset, se ordinem do- nius Tlieutonicc intraturum, onmis Uta congregacio disparuit, et amplius nihil vidit. Kcversus ilaque pallidus et stupcfactus ad Castrum suum, uxori sue, mu- lieri nobili, juveni et delicate*, cuncta, que viderat, enarravit, que ei petenti" divorcium denegavit. Et sie dum quasi dubius in voto complcndo per tempus aliquod existeret, dyabolus humani generis inimicus, qui mille modos nocendi habet, volens ipsum a saneto suo proposito retardare, apparuit ei in somnis in habitu regio multa stipatus milicia et" ait: Henrice talem civilatem et talc' Cap. 283. a) qu* K. T). qui* B. b) cleetu* fult it*ht hinter Wufw. B. e) dominum B. Cap. 2M. d) dixit B. dictu« K. f) domini n. deo K. t) 8o K. bene ut, quod B. g ) dum B. h) tft&dem 1 K. i) prarcinitnri ZumU ron T. It. k) in B. 1) deb. br. rft. t. B. m) 8o B. petütenU K. o) et B fehlt K. o) Ule K. fehlt B. wühlten Hochmeisters Siegfried von Feuchtwangen an den Landmeistcr Conrad Sack, dalirt in der Pfingstwoche, ohne Jahr, Cod. Pruss. II, n. 46 (welcher in das Jahr 1304 oder «305 gehört, im Cod. Pruss. «her in das Jahr 1303 gesetzt ist). Voigt 4, 4 72 benutzt bei der Dar- stellung dieser Ereignisse wieder sehr mit Unrecht Grunau's Chronik X, S, §. 2. Gruuau's Berichte können dadurch nicht an Glaubwürdigkeit gewinnen, dass er einmal der wahren l'cbcrliefernng einige Züge mehr entlehnt hat, als sonst. 1) In Venedig erboute der Doge Rainer Zeno die Kirche der heiligen Trinitiil für den Or- den, nachdem dieser ihn im Kriege gegen Genua 1 455 125» unterstützt hatte, Andr. Dan- duli Chron. Venct. up. Muratori T. XII. p. 363—367 — wahrscheinlich der Anfang des Or- denshauses zu Venedig, welches nach der Zerstörung von Accon »291 des Ordens Hauplhaus wurde, Dusburg III, c. 304. 2j Aehnlichc Bekehrungsgesfchichtc c. 350. 3J Vgl. c. 290. Digitized by Google * CRONICA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 160 Castrum habeas tibi", et sis miles strenuus, etk servias mihi et amplius tibi dabo. Cum autem ipse cogitarel intra se, quod merito deberel servire tali do- mino largo, apparuit Jesus Cristus cum quinque vulneribus et ail : Henri co ego sura largior illo, et tacto vulnere lateris dixit : hanc civitalem dabo tibi, si ser- vieris mihi, que multo melior est illa, quam tibi seductor ille rex promisit. Et cum hoc iterum uxori sue revelaret, adhuc quasi obstinata ipsi intrandic reli- gionem licenciam denegavit. Unde factum est, quod singuiis noctibus audivit horribilem sonum, tanquain mallei percucicntis ad parietem et vocem dicen- tema: Henrice surge ad orandum, quia jam fratres tui surrexerunt. Tot igitur' et tantis mulier terribilibus vexala sonis et mirabilibus territa voeibus, non ha- bebal ultra saneto viri sui proposito spirituro resislendi, sed rejecta omni perti- nacia, dedit ei quameunque vellet assumendi religionem liberam facultatem. Obtenta sie licencia, secessit ad partes Prussie et facta professione in ordine do- mus Theutonice, sicut antea in seculo existens coetaneos suos malicia precedc- bat, ila nunc in religione fratres ceteros virtulibus excedebat. Hic quodam tem- pore dum in infirmilate gravi laboraret, vidi! unum Judeum et alium Cristia- num in habitu bacchardorum \ unum a dextris suis, alium a sinistris, stantes et disputantes de articulis fidei, et dum Judeus ipsum vicisset, ait : Henrice au- disti nunc, quia fides tua te salvum facere non potest, crede ergo fidem Judeo- rum. Respondit frater Henricus : Ego credo in deum patrem omnipotentem, et cetera, que in symbolo apostolico continentur, et statim disparuerunt. De vastacione terre Carsovie. ismi;*)' Hoc anno in hyeme frater Conradus magister cum maximo exercitu intra- 130^ vit lerram Carsovie*, et quia duetores erravcruntr in via, infideles premuniti fugerunt ad tuta loca. Undc preter incendium magnum, quod fecit in edifieiis, paueos homines cepit et occidit, et fixis tentoriis ibi pernoctavit. Tandem cum transiret cum exercitu glaciem per stagnum Curoniense, miranda res ibi appa- ruit*. Tante teneritudinis fuit glacies, quod elcvabatur et deprimebalur, sicut aqua in tempestate vento valido* agitata vadit in alium et in bassum. Unde po- pulus nunc ascendit glaciem, quasi montem, postea descendit, ut in vallem, ita tarnen quod nullus homo ibi submersus fuit domino protegente. De vastacione terre Lubowie et morte xv Lclhowinorum. aso »wo « Eodem anno quinquaginta viri de Lethowia latruneuli inlraverunt terram not Lubowie, qui premiserunt virum unum scientem linguam Polonicam, ut statum •) ter ! K. b) et fehlt B. e) intruiti B. d) die. toc. B. e) ergo K. Cap. 886. f) erwennt K. g) rtlida K. fehlt B. valido CooJ. 4) Concilium Trevirense anno 4310 ap. Martonc T. IV, Anecd. col. 950: Item cum qui- dam «int laici in civitate, diocest et provincia Trevirensi, qui sub practextu cujusdam roli- gionis fictae Begordos se appellant, cum tabardis et tunicis longis et longis capueiis cum «cio intendentes (f. incedentes] ac labores manuum detestantes, convcnticulu inter so aliquihus temporihus faciunt et conservant, aequo fingunt coram perHonis simplieibus oxpo.sitores sa- crarum scripturarum, nos vitam eorum, qui extra religionem approbatam validam mendi- cantes discurmnt Die Stelle ist angerührt bei Du Gange. Die den Begharden vor- wandten Beghioen finden wir unter andern in Thorn um 4 308 nach der Urk. bei Voigt *, 186, vgl. Canon. Samb. cap. 8 a. 4318. 8) Vgl. zu c. 83. Es lag in dor Nahe des kurischen Haffs, etwa gleich weit von Rognit und Memel c. 197, 302, vgl. Voigt 4, 4 81 A. *. 3; Achnliche Phänomene c. J04, 856. Digitized by Google 170 PETRI DE DÜSBORG terre diligencius exploraret, et dum reversus diceret, quod nullus de advpntu ipsorum aliquid1 scirct, depredaverunt mullas villas, captis et occisis pluribus Cristianis. Dum autcm recederenl, diviserunt sc in duas turmas", ad quarum unam fratres de Crislburgk vcnientes, interfcccrunt xv Lethowinos, et l honii- nes cristianos de ipsorum manibus eruerunt. Reliqua turba iofidclium evasit. (2S0> De terre motu in terra Prume f. Augutt Hoc eciam anno vi Idus Augusti hora quasi tercia fuit terre motus per to- tam lerram Prussiam. Tribus vicibus quaciebatur terra cum cdificiis, quod vix aliquis a casu se poterat continere. Quid autem iste terre motus c innaturalis significaverit', in sequentibus apparebit. De adventu peregrinorum. 1301 Anno domini mcociiii peregrini de Alemania inspiranto domino inceperunt terram Prussie ilerum visitare2. Et venerunt nobiles viri, dominus Wernerus comes de Hoinbergk Adolphus de Winthimel r cum fratre suo, et Theodoricus de Einer milites* cum fratre suo Arnoldo, et plures alii nobiles de Beno. *»» De vastacione territorii Pogratuk et Garthe. 13«4 Anno eodem tempore hycmali frater Ebcrardus de Virnenburgk commen- dalor de Kunigsbergk *, cum duobus milibus equitum versus Lelhowiam est profectus. Scd hoc non est sub silencio prcloreundum, quod frater Conradus de Lichtenhagen, commendator de Brandenburgk4, cum exercitu magno precessc- rat ipsum, eundo versus castrih Garthe territorium, quod vastavit incendio et rapina, licet autem non multum proficeret ibi, cum equites terre Lethowie ad dictum territorium convenerunl. Tercio aulein die post hec idem frater Eberar- dus cum suo exercitu, sicut preordinatum fuit a magistro, improvise intravit territorium Lethowie dictum Pograudam et majorem partem ejus deslruxil per incendium et rapinam. Sed vexillum fratrum cum sibi adjunetis stetit a mane usque ad meridiem in montc ex opposito castri Jedemine *, übt dictus comes de Cap. 266. a) nihil B. b) tuTbaj K. B. turmM D. Cap. 287. e) not tere. B. 4) iif niflearit B. •IgnlncaTenint K. Cap. 288. e) Holmb. K. R. D. Hocmberk J. Homberg H. f) Winthimel B. I). i. Wintmcl K. g) Einer militci c. B. K. D. mlUtcs «cheint hinter Arnoldo gerockt werden tu m Cap. 289. h) 8o B. D. caitrum K. - 1) Das gleiche Mittel wurdo angewandt c. 283. 2) Seit 12J2 c. 133 sind keine Kreuzfahrer erwähnt. 3) Am 12. Februar 1304 erscheint noch Johann Sachse als Comthur von Königsberg, Eberhard von Virneburg ist noch am 18. December 1304 Comtbur von Marienburg, Namens- codex S. 34, 35. Dass der letztere noeb in diesem Juhro das Conithuramt in Königsborg an- getreten habe, wie im Namenscodex S. 34 offenbar nur nacb unserer Stelle angenommen wird, ist an sich möglich. Allein jedenfalls unrichtig ist 1; Dusburn's Angabe c. 890, dass er am Sooutag IJuadragcsima 1304 eine Kriegsreisc unternommen habe; und 2) da seine erste Kriegsreise c. 289 mit der zweiten in dasselbe Jahr gehört, wird man auch die erste besser in den Anfang des Jahres 1805 rücken, und aus eodem anno tempore hycmali c. 289 nur den Begriff eadem hyeme festhalten. 4) Konrad von Lichtenhagen ist im Namenscodex S. 22 nur für das Jahr 1804 als Com- thur von Brandenburg aufgeführt, obwohl vorher und nachher beträchtliche Lücken statt- linden. Er scheint also als solcher bis dahin nur aus unserer Stelle bekannt zu sein. Als Comthur von Elbiiig kommt er 1300 bis 4 203 vor, und ungefähr gleichzeitig bekleidete ein Dietrich von Lichtenhain nach einander mehrere der höheren Ordensamtcr. 5) Ob der Name mit dem des spateren (irossfürsten Gedimin in Verbindung steht, ist zweifelhaft. Er kommt auch vor c. 332, 351 und suppl. c. 15, und soll Wilna bedeuten Ka- ramsin 4, 292. Voigt 4, 451. ed by Google CRONICA TERRE PRUSSIE. PARS III. 171 Hoinbergk* et plures alii nobile» dignitatem railicie susceperunt. Hoc facto dum fratruni exercitus recedcret, positis insidiis, plures quam1' xx Lelhowiui, qui sequuti fueranl, sunt occisi. In hoc bello preter incendium interfeoti fuerunt mille infidelcs et capti. De secunda deslruclione Oukaym, et vastacione lerritorii ejus. *«• Eodera anno in Quadragcsima 1 idem frater Eberardus commendator dcKu-nw nigsbergk cum majori exercitu quam prius ivil versus Castrum Oukaym, quod quidam castrensis dictus Swirtil, fidei elc fidelium amicus tradidit fratribus, qui intranlcs omne, quod fuit sexus masculini, interfecerunt , mulieres et parvu- los captos deduxerunt, Castrum funditus iteruin3 destruentes. Ipse aulem Swir- til et Iota familia sequentes fratres bapti.smi graciam perceperunt. Reliqua pars exercitus intravit territorium dicti caslri, et capUs uiultis hominibus et occisis, rapuit quicquid in eo reperil et incendit. In hoc exercitu xxx Cristiani gladio ceciderunt, et frater Henricus de Wolpherslorph- 3 infra indagines4 cecidit, et totus exercitus transivil eum. Adeo arta fuit via, quod nullus poterat vitare, nisi transiret eum. Clipeus', quem super se posuil, dum se erigere non posset, conlrilus fuit in minuta fruslaf. Tandem, deo juvantc, post transitum eorum surrexit, et dum non habere! equum, vidit a longe famulum sedenlem in equo, et ducentem alium equum nigri coloris in manu sua, quem cum precibus aggre- deretur, ut ei unum equum accoturaodaret, ille indignatus cursitans super eum dejecil ad terram ilerum et iterum percalcavit. Inter hec frater Henricus fro- num dicti nigri equi rapuit, et optinuit, et asccndens declinavit ad exercitum fratrum, transicnsque x vicibus, querens, cujus esset equus iste niger, nemi- nem invenit, qui eum cognosceret, et dimisso equo, sicut primo perdidit famu- lum, ita et equum. Evanuerunt enim ambo, quod nunquam potuit aliquis* per- cipere, quo devenissent. De victoria fratrum contra regem Lethowinorum. aai 12s u Anno domini «cccv circa assumpcionem beate virginis, fraler Philippus de }j° \ugut Bolandia, advocatus episcopi Sambiensis5, et xih fratres cum oc viris, trcs vil- a) Hoiab. X. B. D. b) plan* quam B. D. plure* fehlt K. Cap. 290. e) fldei et K. fehlt B. D. A) So B. D. Wolfetdorph K. e) clipcu* D. rlipeum B. K. Q fru»U D. fruitra B. K. f) So K. ali- qui» poterat B. Cap. 891. b) XI K. D. XII B. (IX J.). 1) Der Sonntag Quadragesima fällt »304 auf den 16. Februar, 1805 auf den 7. Man. 8) Vgl. c. «80. 3) Er war 4 310 Cumpan des bischöflichen Vogts in Samland Cod. Pruss. II, n. 6t, spater um 1326 und 4317 selbst bischöflicher Vogt in Samland, Namenscodex S. 77. 4) Indagines oder Verhaue zur Jagd c. 313, zur Befestigung eines Heerlagers c. 123, 310. Mit den indagines c. 290 dürften die terre defensiones und fossata, welche in Versehrei- bungen begegnen, zusammenzustellen sein. Solche indagines umschlossen die firenzen ein- zelner Territorien und ganzer Länder, wie die indagines Samaytarum in der Urkunde von 1420 Dogiel IV, p. 106 indagines regni bei .Schuttes Archiv für Siebenbürgen 1, 167, Anm. 9, und wurden auch in der Zeil der Ordenshcirschaft an ausgesetzten Steilen beibehalten, Cod. Warm. I, n. 186 mit Anm. 2, S. 821. 5) Er bekleidete dieses Amt schon («302? Voigt 4, 206, Anm. 1) am t O.Januar 1303 und noch am 8. März 1309; dagegen findet sich am 26. Marz 1309 schon Remboto als Bischofs- vogt. Im Folgenden erwähnt Dusburg, das» auf diesem Zuge zwoi Ordensbrüder von Boland fielen. Jeroschin übersetzt so, dass man sieht, er meinte, der Vogt Bolund und sein Neffe seien gefallen, was man allerdings nach dem Zusammenhange bei Dusburg auch für das Richtigehalten sollte. Wenn dies seine Meinung war, so kann der Zug nach dem Obigen nicht vor 1309 unternommen sein. Allein möglich bleibt auch die Annahme, dass ausser dem Vogt noch zwei andere Brüder des Namens Boland mitgezogen, und diese beiden letzteren Digitized by Google 172 PETR1 DE DCSBIRG Ins rogis Lethowinorum inccndcrunt, captis hominibus et occisis. Medio tem- pore, quo hec agcrentur, rex quasi omnes pociores regni sui habuit circa se* congregatos in quodam tractatu, seu parlamcnto, et dum hec perciperet, cum mille et quingentis viris sequebatur. Fratres autcm jam ad talem locum vene- rant, ubi se sine omni periculo putabantb, et depositis armis, dum cc viri cum uno fratre precederent, ipsi cum paucis a longe sunt sccuti. Extunc improvise irruit in eos rex cum suis, et in primo congressu frater Rolandus junior', ncpos dicti advocati, lancea cujusdam Ruthen« est transfixus, quod vidcns advocatus, commota fuerunt visccra sua, et projecto clypeo suo ad dorsum, arreptoque gla- dio, arababus manibus occisori nepotis sui caput uno ictu amputavit. In hac pugna quatuor fratres scilicet duo de Dolandia, frater Bcrnardus de Hocnsten*, et frater Joannes Monachus, et vi viri ceciderunt interfecti. Iloc facto, cc viri, qui precesserant, reversi cum magno slrepitu et fragore venerunt ad locum cer- taminis, et tantum hoslibus terrorem* indideninl, quod rex et omnes sui statim visis eis arma reicerent et in fugam converterentur. Extunc fratres percusse- runl pcccatores"1 in ira sua, et occidcrunt xvii' pociores de regno Lethowie et de populo communi multiludincm copiosam. »w (M») De destructione suburbii castri Garthe. i3os Anno domini »cccvi frater Conradus magister inlelligens relacione veridica, quod de Lethowia et castro Gartha magnus exercitus versus Poloniam proces- sisset, raisit fratrem Aibertum de Indagine, et quosdam alios fratres cum cccc viris de Nattangia ad expugnandum Castrum predictum. Qui dum approptn- quarent castro, tanta intemperies aOris orta est, quod unus alium vix audire potuit, vel videre, et durante adhuc tempestate hac, intraverunt preurbium ip- sius castri, quod lunc roagnum fuit et populosum ad modum civitatis, et captis omnibus et occisis hominibus, et combusto preurbio cum preda tanta, quantam deducere poterant, sunt reversi. *m (286) Jiem de eodem. no6 post reditum hujus exercitus, frater Eberardus commendator de Kunigs- bergk, inteileclo, quid egerit, sperans, quod destrueto suburbio Castrum faci- lius expugnaret, cum centum fratribus et sex roilibus cquitum dictum Castrum Gartham est aggressus. Sed rex Lethowie audita destruetione suburbii hujus castri, misit preelectos viros et in armis expeditos plurimos ad defensionem. Unde factum est, quod dum fratres Castrum impugnarent, castrenses, ex ad- verso se viriliter opponentes, exierunt ad prelium, quod diu inter eos duravit. Tandem fratres fugaverunt eos. Reversi igitur ad Castrum, post modicam horaw t) *e fehlt K. b) puUbut K. D. fehlt B. e) So K. D. tut. bort. B. d) pecc*U»r«s fehlt B. e) XVU hinter Lethowie B. erschlagen seien, wofür sich noch geltend machen iKsst, dass der Vogt als solcher nach den Angaben im Namenscodex nur zwischen dem 8. und 26. Marz, nicht um assumtionis Marie erschlagen sein kann. 4) Er war eine Zeit lang Cumpen des alteren Philipp von Boland, Voigt 4, 906, Anm. 1. 2) Sehr zahlreiche Mitglieder dieser Familie sind in den deutschen Orden getreten : ein Heinrich schon um 1246, Cod. Wann. I, n. 13; in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts ausser Bernard noch vier oder fünf andere. S. Toeppen, Geschichte des Amtes und der Stadl Hubenstein 1859, S. 9. — Bcrnardus de Hoeustein wird noch in einer Urkunde vom 4. Juni 1306 als socius des Bischofsvogts Philipp von Boland erwähnt, weshalb Voigt 4, 205 diesen Zug mit Hecht in das Jahr 1306 schiebt. Digitized by Google CRONICA TERRB PRÜSSIE. PARS III. 173 resumptis viribus et audacia iterum exierunt ad pugnam, et hoc factum fuil pluribus vicibus ab ortu solis usque ad meridiem. Quandoque isti iilos, all— qnnndo illi istos represserunt In isto certaniine multi de inßdelibus letaliter sunt vulnerati, et plures mortui ceciderunt. De nostris vero fratres xu et xxx viri fuerunt vulnerati, et frater llartinannus de Elsterbergk b, lelo per Collum sagiltatus, postea cxpiravit. De quodam miraculo. Hoc tempore quidam Letbowinus de Erogcl caplus a rege suo, dum ad sug- gestionem cujusdam Rutheni, qui cum eo in carcere fuitc, vovisseta deo certum pondus cere pro liberacione sua, stalim catene, quibus ligatus fuil, sunt con- fracte et janua carceris aperta et cvasit. De fratre Henrico de Plocz magistro terre Prussie. aas im Frater Hcnricus de Ploczke* Saxo, magister Prussie xtii prefuit nr annis 1 1307— 1309 usque ad adventum magistrt generalis, qui ipsum tunc * inslituit raagnum com- mendatorem. De adventu peregrinorum. *»« im Hujus magistri anno primo, anno videlicet domini hcccvii nobiles viri, do-u»' minus Joannes de Spanheim h, comes Adolphus de Winthimel*, Theodoricus de Einer junior et senior cum fratribus suis Arnoldo et Rutgero, et Arnoldus eV Jacobus de Pomerio milites de Reno et multi alii nobiles de Reno venerunt ad terram Prussie, et fuit tempore hyemali ordinatus maximus exercitus ad vindi- candam inj u Harn crucifixi contra gentem Lethowinorum, tarnen propter teneri- tudinem glaciei procedere non valebat. De vastacione terre Carsovie. *vt im Frater Volx vel Volradus commendator de Raganita, audiens quod Carso-iso7 wite cum exercitu profeeti essent contra fratres de Memela, jussit fratrem Hil- debrandum de Rebergk procedere ad bellum contra ipsos, qui assumplis sibi quibusdam fratribus et lxxx viris intravit dictam terram Carsovie, et prelcr in- cendium et rapinam deduxit secum lxx homines captivos. De subversione suburbii de Castro Putenicka. *»» (201) Nota quod hec, que sequuntur de fratre Volz commendatore predicto, in 1307-1315 diversis annis facta sunt, licet hie simul ponantur. Ipse enim congregato exer- citu cum hiis, qui sub dicione sua fuerunt constituti, navigio ascendit fluvium Cap. 29«. ») So B. Ut». •llqiiMldo Uti illo* K. b) So K. D. CrUtburgh B. Cap. 294. c) fult tot Id B. d) So K. roloiMct B. Cap. 293. •) So B. D. mit U K. f) 11 B. D. XII K. () tunc B. D. fohlt K. Cap. 296. b) So K. D. Sptnhaym B. l)*t B. D. fehlt K. 4) Den Landmeister Sieghard von Schwarzburg, welcher als solcher am 28. Juli und SS. September 4 306 vorkommt, Ubergebt Dusburg. Deu Anfang der l.andmeisterschaft Hein- rich's von Plock setzt Dusburg selbst c. 896 in das Jahr 4307. Das Ende derselben liegt zwi- schen dem 4 3. und 94. September 4 809, Historiogr. S. 289. Am 24. September 4309 war er schon Grosscomthur, Cod. Pruss. II, n. 60. Dieses Amt legte er vor dem 8. October 4 34S nieder, da es an diesem Tage schon Heinrich von Gera bekleidete. Schubert, Beitrage zur Geschichte des deutschen Ordens 4834, S. SO. Seine Kriegslisten c. 34 0, 84 2, 84 8, 346. t) Er und zwei Brüder Einer waren schon 4804 in Preussen c. 288. Arnold von Einer kam zum dritten Mal 4 846 c. 827. Digitized by Google 174 PETRI DE D OSBURG Juram, et procedens ultra ad Castrum Putenickam 1 1 in ortu diei occulte dor- mientibus castrensibus intravit suburbiura, et captis et occisis preter eos, qui ad caslrum confugerant, redegit in favillam. 9w> De eo dem. Ködern anno in autumno reedificalo jain prourbio predicto cum omnia blada et segetes recondite cssent in eo, ideni comincndator cum suis fratribus et equi- tibus vcnit, et dictum preurbium iterum concremavit, captis et occisis Omni- bus, qui ibidem sunt reperli. «•• De morle lxxxii Lethowmorum. Consuetudo isla apud Letbowinos in custodia castrorum, que sunt in terrainis constituta, quasi communilcr observalur. Rex eorum ordinal aliquos armigeros ad custodiam alicujus castri ad lerminuin unius mensis vel amplius, quo com- pleto recedunt, et alii superveniunt ad custodiam supradictam. Unde factum est, quod lxxxv viri Lcthowini completa bebdomada vicis sue, dum de custodia castri Bisene deberent recedere, frater Fridericus de I.ibencele* vicecommenda- tor de Raganita, fraler Albertus de Ora', et frater Theodoricus de Aldenburgk4 cum xix fratribus et lx viris ipsos in campo Calsheim5 viriliter sunl aggressi, et omnes interfecerunt, preter tres, qui tarnen graviter vulnerati evaserunt. 3«i n«) De desiruclione castri Putenicke. Posthec aliquot annis intermediis, quidam Lclhowinus, dictus Spudo, po- tens in Castro Putenicka, zelator fidei et fidelium, demandavit fratri Volz com- mendatori predicto, ut cum exercitu suo adveniret, ipse enim veliet ei tradere Castrum predictum. Quo pereepto, idem commendator cum omnibus sibi sub- jectis venit, et illo secrete portas castri aperiente, fralres cum suis intraverunl, et occisis et captis omnibus, ipsum cum suburbio igne apposito funditus de- slruxerunt, et dictus Spudo cum patre et fratribus suis tolaque familia baptismi graciam est adeptus. «w(J»:») De combustione castrorum ßcroneyte* et Biverwate.c Eodem anno in autumno Carsowile videntes, quod amplius fratribus resi- stere non possent, relictis duobus suis caslris, scilicet Scroneyte et Bivenvate, recesserunt, que duo castra fralres postea corobusserunt, et sie bec Iria caslra usque in presenlem diem remanent desolata. sos De vastacione terre Sambiensis. « lM2 Anno domini ncccriii* in die beati Goorcii'1 Mansto et Sudareus el alii no- biles de Saraetbia cum v tnilibus cquitum circa Castrum novum in Neria Curo- Cap. 298. ») Auch mit t* mit ek». Cup. 803. b) Auch SchrooeyU. «) 8« K. D. Binerwate B. Cap. 303. d)Or«gorilH. 4) Vgl. zu c. 301. 9) Vgl. zu c. 9«2. 3) Albertus de Ora war Comthur zu Balga 4899, zu Ragnit 4 888, 4397, zu Danzig 4399 Iiis 4 331 . Namonscodcx. t) Dietrich von Allenburg war Comthur zu Ragnit 4893, 4394, zu Balga 4396—4334, dann Oberster .Marschall, endlich Hochmeister, vgl. c. 399. 5) Vgl. C. 334. 6) Bei Jeroschin 4 309, wahrscheinlich mit Rücksicht auf c. 998. ed by Google CRONICA TEURE PRISSIE. PARS III. 17f> niensi intraverunt terra m Sambie et territoria Powundie et Rudowie ineeodio vastaverunt. Sed cum pereiperent, quod fratres cum maximo exercitu eos diu expeclassent in noctis medio recesserunt. De fratre Syfrido magistro generali terre Prussie. *•« Anno domini mcccix frater Syfridus de Wucgwangen magister generalis xi" sauber et terre Prussie magister xviuh venit ad lerram Prussie1 et domum principalem, que a tempore destruetionis civitatis Achonensis fueral apud Venecias transtulit ad Castrum Mergenburgk in Prussiam. De ave Maria. c »©« im Hoc tempore fratres oppressi fuerunt multis tribuiacionibus. ünde slaluit »a» idem frater Syfridus magister, quod post singulas horas fratres clerici anlipho- niam: Salve regina, cum versiculo: In omni tribulacione, et collecta: Protege domine, ei iayci fratres unum Ave Maria dicerent ob reverenciam beate virginis, ut per ejus intercessionem dicta turbacio posset aliqualiter mitigari. De vastacione Sambiemis et Nattangie teirarum. aoeMJsx» Anno domini «cccxi in carnlsprivio Vilhenus rex Letbowie cum ma*'mo£JnFrlirttlir exercitu Sambiam et Nattangiam incendio et rapina vexavit, multos homines occidil et fere quingenlos cum magno spolio secum duxit, non tarnen sine strage suorum, quja multi de populo suo, qui ab exercitu se elongaveranl, sunt occisi*. De populacione territorii Pograude. so 7 (soo> Stalim post recessum regis et exercitus sui frater Fr idericus de Wilden- ist 1 bergk commendator de Kunigsbergk 3 cum magno exercitu incedens per eandem viam, per quam dictus rex precesserat, venit illo tempore, quo homines dieli exercitus fuerunt ad propria reversi, et post fatigacionem itineris quiescerenl, gracias diis suis referentes de benefieiis sibi exhibitis in hoc hello, et intravit terrilorium Pograude et magnam stragem fecit in populo, occidendo et rapiendo. Adeo destruxil hoc terrilorium, quod infra multos annos non potuil resumere vires primas. De vaslacione lerrilorii castri Garthe. 3o8<:ion Eodcm tempore frater Otto de Bcrgo"1* efv fratres cum cccc equitibus detsit Nattangia iverunt versus Castrum Gartham et cum venissent ad paludem, cujus fluvius dicitur Biber, duclores exercitus sui duobus diebus erraverunl in via, quod factum fuit ex providencia dei, quia hominis de exercitu regis supradicto Cap. 804. ») XII H. b) XVII H. Cap. 805. c) Die Ucberwhrirt fehlt H. Cap. 808. d) Bergo n. 4) Zwischen dem 13. und it. September 1309,, Historiogr. S. 189. Eine Verheerung Samlands im Jahre 1309 erwähnt der Canon. Samb. Die hier sichtbnrc Lücke in den Unter- nehmungen gegen die Heiden ist leicht zu begreifen, wenu man an die Anstrengungen des Orden« zur Eroberung Pomereilens denkt. 1) Vgl. Canon. Samb. c. 6 a. 1311, Wigand c. 1, und Chron. Oliv. Jeroschin lasst dio Litthauer 9, das Chron. Oliv. 18, Wigand durch leicht begreifliches Versehen 80 Tage plündern. 8) Friedrich von Wildenberg, Comthur zu Königsberg vom 9. Mai 1811 bis 81. August 1814. Namenscodex. 4) Er hatte 1 194 einen glücklichen Streifzug gegen Pisten ausgeführt c. 187. Digitized by Google 176 PETRI DB D18BUHG adhuc non crant ad propria reversi. linde transactis büs diebus et reversis Le- thowinis fratres intraverunt territorium Garthe, occidentes et capientcs multos homines, et dum cum magno spolio redirent, occurrerunt eis quidam Letbowini, qui lassi substiterant de sepedicto exercitu regis, quorum duos eciam occiderunt. sä» (so» De morie fralru Syfridi magistri generalis ei lerre Pnmie. s. Inn H°c anno 111 nonas Marcii * f raier Syfridus de Wucgwangen magistcr gene- ralis onlinis domus Theutonice mortuus est in domo principali Mergenburgk, et sepultus Colmense in ecclesia catbedrali. «• (M3> De vicloria fratrum contra regem 3. April Eodem anno in vigilia palmarum Vitbenus rex Lethowie putans, quod omnia sibi deberent ad votum' succcdcre sicut prius, cum im milibus virorum pre- clectorum intravit terram Prussie, et Episcopatum Warmiensem depopula\it adeo, quod nihil extra castra et municiones remansit, quod non esset exustutn, captum, aut occisum. In hoc et priori hello ecelesiis, veslibus sacris et vasis, ministris et ecclesie sacramcnlis verecundiam magnam fecit et preter aliud spo- lium, quod fuit mullum nimis, ultra mille et ducentos* captos cristianos homi- nes secum duxit. Et ecce rex iste blasphcmus nominis Jesub Cristi, dum ve- ntret in solitudinem ad terram Barthensem in campum dictum Woyploc4, mente eflrenatus gloriabatur, quasi polcns in potencia exercitus sui, nunquam reco- gitans potestatom dei, et ail ad Cristianos captos, qui ligati astilcrunt ibi: ubi est deus vester ? quare non adjuvat vos, sicut dii nostri auxiliati sunt nobis nunc 7. April et altera vice? Cristiani ingemiscentes tacuerunt. Sequenti die i. e. tiii idus Aprilis8 frater Henricus' de Ploczkc magnus commendalor et <:l fratres' cum multo populo advenerunt et invenenint regem et suum exercitum undique in- daginibus vallatum, et in primo congressu Lcthowini lx viros cristianos inter- fecerunt ; sed dum viderent fratres cum suo vexillo ot multitudinem copiosam armatorum sequentem, irruit super cos pavor et adeo emareuit coreomm, quod non habebant ultra virtutem resistendi ; unde quasi in ictu oculi rejectis annis omnes terga verterunt. Extunc fratres cum suis insequentes, percusserunt eos plaga magna, sie quod rex cum paucis vix evasit, alii gladio trucidati sunt, qui- dam submersi, ceteri4 in solitudine consumpti inedia vel pre dolore se suspen- dentes perierunt*. Mulicres eciam cristiane, que capte ibi fuerant, dum vidis- C&p. S10. ») Totom B. Dotum K. nutam H. b) Jera B. fehlt K. c) Henr. K. D. Kartinui B. d) cetcri K. D. quidani B. •) perieruDt B. fehlt K. D. t) Dieses Datum ist gegen Voigt *, 373 Anna, gerechtfertigt, Historiogr. S. 369. 3) Manche eigentümliche Nachricht über diese wichtige Begebenheit bietet Jeroschin, andere Originalberichte der Canon. Samb. c. 6 und 8, das Chron. Oliv., die Annal. Thorun. (mit der unrichtigen Jahrzahl 4 34 0) und Wigand I. c. Aus der Urk. im Cod. Warm. I, o. <6t scheint hervorzugehen, dass die Litthauer damals auch die Gegend von Coniainen bei Mehl- sack verheerten. 3) Ebenso der Canon. Samb. Dagegen «300 bei Joroschin. *) Waplauken : Jeroschin. Lopelauken und circa Bardenburg : Canon. Samb. Papiiou- ken : Wigand. Es ist Woplauken bei Rnstenburg im Barteriande. 5) Die Schlacht fiel Mittwoch in der Osterwiehe vor, nach Jeroschin, Canon. Samb. und Annal. Thorun. Wenn Jeroschin trotzdem mit Dushurg Ubereinstimmend auch VIII idus Aprilis (6. April) angiebt, so ist dies ein Fehler. Mittwoch in der Osterwocbe 1114 fiel auf den 7. April. 6) Jeroschin sagt etwa 80, der Canon. Samb. sagt 84. Die übrige lleeresmacht des Or- dens setzt der Letztere auf 500 Mann, den Verlust der Feinde auf 3000. Jeroschin erwähnt deu Antbeii Günther' s von Arnstein an der Schlacht. Digitized by CjO CRONICA TERRE PRUSSIE. PARS III. 177 sent sibi de celo victoriam* venisse, immeroores fragilitatis sexus sui irruenles repente in Lethowinos, qui eas custodiebant modo, quo poterant, occiderunt. In memoriam hujus gloriose victorie et ad laudem el gloriam Jesu Cristi fratres claustrum sanctimonialium in civitate Thorun fundantes donis magnificis dota- verunt. De vastacione terrilorii Pograude. su (3W) Hoc anno in estate Gcvehardus de Mansfclt commendator de Brandenburgk1 isu et multi fratres cum mille et quingenlis viris equitaverunt ad territorium Po- graude, et licet scirenl Lethowinos prcmunitos et paratos in armis ad defensio— nem, tarnen 11 commiserunt se deo, qui non deserit speranles in se, et audacter intrantes dictum territorium, interfecerunt multos homines et ceperunt, incen- dio et rapina multipliciter devastantes. Et dum exirent terram, videntes infi- deles paratos ad bellum, omnes captivos homines, et quicquid de spolio vilam habuit, extinxerunt. Mansto autcm Masio et Sudargus * et alii nobiles, videntes eomm presumptuosam c audaciam, ammirati sunt ultra modum*, et dum vellent* eos in bello aggredi, Mansto prediclus vir sapiens el experiencia doclus dissuasit, asserens sine dubio fratres insidias posuisse, et sie a persceucione fratrum ces- saverunt. Postea Lethowini quesiverunt, quis fuerit capitaneus dicti exercitus. Quibus responsum fuit, quod commendator de Brandenburgk homo juvenis et virilis. At Uli : dicatis ergo ei, quod nunquam veniet ad elatcm debitam, si sie presumptuose nobis presentibus cum tarn paucis pugnatoribus nostras terras voluerit depredare. De quadam iradicione. *' snews) Hoc tempore quidam Lethowinus, qui camerarius fucral regis Lethowino-isii nun, captus detinebatur in Castro Balga, qui sub pena capitis sui obligavit se Castrum Gartham tradere in manus fratrum, si a vineulis solveretur. Cui fra- tres credentes, statuto modo et tempore, quo hec fieri possent, ipsum abire libere permiserunt f. Sed dum veniret ad regem, de Iiis omnibus premunivit eum. Frater Henricus de Ploczke commendator magnus hujus occulte tradicio- nis nescius cum multis fratribus et v milibus pugnatorum profectus est, et dum appropinquaret castro Garthe, de exploratoribus regis virum unum senem ce- perunt, qui ut mortem evaderet, premunivit fratres in hunc modum asserens, quod rex cum magna potencia exercitus sui castra metatus esset circa Gartham, et sie ordinasset, quod dum fratres cum media parte exercitus sui transivissent fluvium Memele, ipse cum suis deberet irruere in ipsos, et« trucidare, et postea partem aliam sequi. Quo audito, fratres deo, qui eos sie misericorditer a tarn gravi periculo liberavit, gracias referenlcs incolumes ad propria sunt reversi. ») flct. de e. B. Cap. Sil. b) Urnen fl. D. cum K. c) coruumptuonm K. d) ultrt m. «uot B. e) reUet K. Cap. 812. f) protnlt. K. g) et B. fehlt K. 4) Er verwaltete das Amt schon am 23. April 1809. Sein Nachfolger wird zuerst in einer Urkunde vom «1. Januar 4 34 5 Cod. Pruss. II, n. 73 erwähnt, in welcher jener mit dem Zu- «ati ollm commendator de Brandenburg noch als Zeuge auftritt. Namenscodex S. 23. Vgl. Dusburg rV, c. 4*2. 2) Mansto und Sudargus kamen schon c. 303, Sudargus ausserdem c. 280, 332 vor. An Masio erinnert Ma9ini germanus c. 321 . Andere Anführer der Samaytcn : Draykc c. 280, Swirtil c. 290, Spudo c. 804, Surmine 318. Script, r. p. i. Digitized by Google 178 PETRI DE DUSBURG »i* <«>«> De vasiacione territorii Sakenicke. Eodem anno idom frater Hcnricus commendator magnus* et cl fralrcs cum valido exercitu et duobus milibus pedituni direxerunt viam suam versus Le- thowiam ad territoriuni dictum b SalsenickanT1, ubi nunquam visus fuit d exer- citus Cristianorum, et dum appropinquarent Castro Garthe, ceperunt un viros exploralores regis, et occisis tribus quartus interrogatus, dixit : quod de ad- ventu fratrum nullus in terra Lelhowie quidquam' sciret et ad majorem securi- tatem addidil, quod eodem die quJnquaginla viri essent venturi, qui pro vena- cione debebant facere indagines regi suo. Quos cum fratres inlerfccissent, trans- iverunt Memelam, et relictis circa naves et sarcinas xu fratribus et duobus mi- rjuulibus peditum, intraverunt dictum territorium in die Processi f et Martiniani, vastantes undique per incendium et rapinam, et exuslis eciam tribus castris ibidem' pernoctabant, sequenti dieh preter occisos quorum nuroerum novit deus solus, fratres cum preda maxima' et septiogentis hominibus recesserunt. »i«(307) De fratre Karolo magislro generali et terre Prussie anno domini mcccxil* Frater Karolus de Treveri magister generalis xiu, terre autem Prussie ma- gistcr xix, prefuit fere annis xiu. Hic vocatus a sanetissimo patre ac domino Joanne xxu papa, stetit cum mullis fratribus in curia Romana per annuiu, et multa ordinis negociaK ardua expedivit". Linguam Gallicam1 novit sicut pro- priam ; sine interprete loquebatur coram papa et cardinnlibus ; adeo affabilis et facundus fuit, quod eciam" iniinici ejus delectabantur eum audire. lnfirmatus fuit in curia Romana et adeo debilitatus, quod licet adhuc juvenis esset, rever- sus ad Alemaniam post paueos annos in civilate Treverensi apud fratres suos mortuus est et sepultus. * «is (so« De edificacione Cristmemel. 0 *— « A^rii Anno domini mcccxiii in festo pasche* frater Karolus magister ad laudem et gloriam dei et matris sue cl dilalacionem finium Cristianorum, congregala omni virtute exercitus sui edificavit Castrum Cristmemclam in litore Memele supra Raganitam ultra sex leucas8. Tanta fuit ibidem multitudo navium, quod factus fuit pons super Memelam de ipsis, quem quilibet sine periculo poterat pertran- sire usque ad litus infidelium, de quo ponte Lethowini plus ammirabantur, quam de omnibus factis Cristianorum, que videraut in vita sua. Consummato edificio clerici sequente populo cum solempni processione reliquias ad ecclesiam portaverunt, missam ibi solempniter celebrantes. Nec hoc pretereundum est, Cap. 313, *) tn&f n. com. B. b) dictum K. fehlt B. D. c) Auch ohne c. d) mt B. e) quidq. B. fehlt K. D. f) So B. D. Poot«ni K. f) So B. D. lbl K. h) die B. D. fehlt K. 1) Bo B. O. mmz. pr. K. Cap. S14. k) ncff. B. D. fehlt K. 1) ItaJiom H. m) et B. Cap. SU. n) CrUtmcflicle B. 4) SUdwttrts von Wilna, jetzt Soleschniky. § 2) Nicht 434S, sondern 43H. Historiogr. S. 169. 3) Die Auflehnungen der Ordensritter gegen den Hochmeister erwähnt Dusburg wieder nicht. Der Canon. Samb. c. 8 erwähnt, das» derselbe 4 84 7 Preussen verlassen und 4 34 8 ein Capitel nach Erfurt berufen habe, und noch ein Capitel in Franken 4 384 . Von der Zwietracht selbst haben wir nur durch das Chron. Oliv, und Wigand c. t, so wie durch die Urkunde, Cod. Pruss. II, n. 79, welche mit Wahrscheinlichkeit iu das Jahr 4 34 7 gesellt -wird, einige Nachricht. t} Der Bau dauerte vom 8— M. April. Canon. 5) Vgl. Geogr. S. SSO. Digitized by CjO CR0N1CA TEURE PRUSSIE. PARS III. 179 quod ex permissione dei plures naves fratrum, que cum victualibus et aliis, que ad edificacionetu castrorum sunt necessaria, fuerant onerate, in mari naufragio perierunt, et fratres im et viri quadringenti* sunt submersi'. Hanc temptacio- nem, sicut dicitur de Job, pcrmisit dominus ideo fieri, ut darctur postcris ex- emplum constancie, quia licet hoc grave damnum fratribus occurreritk, nequa- quam tarnen inceptum opus domini relardavit. Hoc tempore quidam de Bavaria sagittarius in caslro Raganita fuit, qui dum 'facto crucis signo jacerel in stratu suo noctis tempore, et vellet dormire, venit dyabolus et momordit eum maxime in pedicam suam. Iste autem de nimia lesione dolens clamavit alta voce di- censc: quis est, qui me momordit? At ille inquit : ego sum dyabolus. Et quare fecisti? Respondit dyabolus: quia cum rcponis te ad dormiendum, facis crucesd nimis* breves. Sequenti autem die cum hujusmodi factum coram fratribus et aliis publicaret, quesiverunt ab eo, utrum sie fuisset de brevitate crucis. Re- spondit: vere ita erat; sed de cetero cavebo; faciam enim cruces, que proten- dent sef a planta pedis usque ad verticem et ultra. . De impugnacione castri Buene. «i« (3m> Eodem anno in estate frater Henricus de Plocz* marscalcus terre Prussie «i» totum robur exercitus sui congregavit, et dum appropinquaret castro Bisene, equites sui in ortu diei ipsum Castrum obsederunt, hü autem, qui navigio vene- rant, facto ponte cum navibus suis ab insula vicina per Memelam, applicatis instrumenlis bellicis per longum tempus fortissime impugnaverunt, licet non h proficerent. Unde aliquibus de parte fratrum et quibusdam de castrensibus vul- neratis ab obsidione recesserunt. De quadam nave bellica facta per fratres. 1 »" <»•> Posthec* frater Wernerus commendator de Raganita* fecit sibi edificari navem bellicam cum meniis et plures naves alias. Cum quibus dum venisset ad impugnandum Castrum Junigedam, ventus validus irruens in navem, violenler dejecit eam ad litus. Quo viso castrenses armata manu invaserunt navem ; fra- tribus et armigeris in ea existentibus ex adverso viriliter se def enden tibus. In qua pugna Lethowini plures interfecti fuerunt et Ictalitor vulnerati. Et sie fra- tres evaserunt. De dettruetione navis hujm. au Rex Lethowinorum audita fama navis hujus, turbatus est, et omnis Letho-««» wia cum eo, et post multa consilia variosque traclatus habitos pro destruetione ipsius, tandera misit nobilem virum et bellicosum Surminum cum centum na- vibus, in quibus erant sexcenti viri et amplius, et centum equites, qui dum navem impugnarent, im sagittarii de intus, qui ad defensipnem ejus deputali fuerant^ viriliter defenderunt. Tandem preciso fune, quo ligata fuit, descendit t) So B. D. J. qoinqoatinU K. bi tk> B. oceurrtt K. e) dioen* K. fehlt B. d) er. fce. B. •) Hi- nte B. doppelt K. QhB. fehlt K. C*p. 81«. g) So B. K. Ploetke D.- h) non B. O. nll X. Cap, 817. 1) per fratre« B. und Indes K. fehlt Text K. h) So K. D. poethoc B. 4) Unter andern der Fischmeister Rcynico von Scharfau mit den Mannschaften aus dem Werder nach dem Chron. Oliv. 1) Er kommt als solcher am 28. April 1 84 2 vor (Namcnscodex) und mag es, wie aus Dusburg folgt, auch noch 4 34 8 gewesen sein. 42« Digitized by Google 180 PETRI DE DÜSBURG navis Memelam, et dcscendendo fortiter impugnaverunt, sie quod multis Letbo- winis vulneratis et Scoldone», germano dicti Surmini, occiso, navem ceperunt, et interfectis im sagittariis in cinerem redegerunt*. * st» (in) De combustione preurbiorum castri Bisene. 1313 Hoc anno in autumno fraler Henricus marscalcus cum fratribus et viris de Sambia et Nattangia impugnavil Castrum Bisenam, et post iongam impugna- diversis utriusque partis vulneratis , ambo ipsius suburbia ignis in- cendio devastavit. »io (3i3) De depredacione territorii Medenicke. i j !u» Anno domini mcccxiiii post circumeisionem ejus idem frater Henricus mar- scalcus cum fratribus et viris de Sambia et Nattangia, dum veniret circa terrilo- rium Medenickam*, quidam Lethowini noctis tempore tentoria ejus intrantes, • im viros occiderunt, duos equos secum deducentes b, de quo exercitus Cristia- norum per totam noctem fuit inquietatus. Sed hoc fratres non lerruit in tan tum, ut opus domini ineeptum aliqualiter retardarel. Unde quod ad laudem domini nostri Jesu Cristi ineeperant, zelo fidei succensi, virilitcr conflsi in domino per- fecerunt. Sequenti igitur* die dictum territorium potenter intraverunt, et quic- quid in eo infra tres leucas constitutum fuit, vastaverunt incendio et rapina, et occisis et captis septingentis hominibus cum preda maxima redierunt. (314) Ad ™ Eodem anno circa purificacionem beate virginis idem frater Henricus mar- scalcus cum omni potencia exercitus sui venil ad territorium Medenickam ite— rum, et Castrum ibidem dictum Sisditen impugnavil, castrensibus ex adverso viriliter se defendentibus, et in hac pugna, que diu duravit, de parte Lethowi- norum germanus Masini* et xrtu alii ceciderunt interfecli, sed de parte fratrum tres fratres, scilicet frater Henricus Ruthenus*, frater Ulricus de Tetinge, et frater Rebodo de Ysenburgk et im viri in armts strenui, scilicet Spagerot, Que- ram de Waldow, Michael, et Mindota. Hoc facto cum non proficerent in impu- gnacione castri, profecti sunt ad territorium ejus, et Herum depopulaverunt per incendium et rapinam. (31») De vastacione terre Criwicie et expugnacione civitatis parve Nogardie. iiUr Hoc anno in mense Septembri idem frater Henricus marscalcus cum omni virtute exercitus sui venit ad terram Criwicie, et civitalem illam, que parva Nogardia • dicitur, cepit, et funditus destruxit ; et terram circumjacentem rapina Oap. 81». *) Scoldonc D. »jl. 3. ScoUorc K. B. Cap. 880. b) So B. D. ducentn K. c) ecyo K. 4) Dusburg spricht seltsamer Weise nur von 4 Vertbeidigern. Jeroschia lasst in diesem Kampfe SSO Menschen umkommen. 3) Miednicki oder Worny etwa 45 Meilen ostwärts von Memcl, vgl. c. 888, 834, 337. 345. Auch Voigt 4, 301, Aura. 4. ' 3) Der Name erinnert an Masio c. 34 4 . 4) Er kommt als Conventsbruder in Elbing 4 310 Cod. Warm. I, n. 15», als Cumpan des samlandischcn Ordensvogts 4 322 und des Hochmeisters 4 386 vor, Cod. Pruss. II, n. fOt, 4 47. 5) Novogrodeck ; nordwärts davon am Njemen liegt ein Ort Kriwitschi, in dessen Namen der der terra Criwicie erhalten iu sein scheint, vgl. Voigt 4, 30t, Anm. 3. — Diesen Zug er- wähnt der Canon. Samb. zweimal c. 6 und 8. Eigentümliches bietet Jeroschin. Digitized by Google CRONICA TEURE PRÜSSIE. PARS III. 181 et incendio multiplicitcr molestavit, fixisque ihi tentoriis ante Castrum dicte ci- vitatis pcmoctans, scquenti die ipse et totus exercilus accesserunt ad Castrum, et ipsum fortiter impugnaverunt, sie quod ex utraque parte aliqui occisi et plu- res fuerunt letaliter vulnerati. Sed cum in hac impugnacione non proficerent, recesserunl, et dum venirent ad locum, ubi custodes ad sarcinas reliquerunt, invenerunt xxx viros per David casteilanum deGartha1 occisos, et mille et quin- gentos equos, panes, et quiequid de eibo et rebus aliis ibi deposuerant, de- duetos. Turbati ergo fratres dum venirent ad secundam mansionem, et ibi eciara' de pane et aliis relictis nihil penitus invenirent, processerunt et pluri- bus diebus fuerunt sine pane, quidam fame invalescente comederunt equos suos, alii herbas et radices earum, aliqui mortui fuerunt farae, multi inedia consumpti post reditum defecerunt, reliqui circa finem sexte bebdomade a die, qua exie- rant, sunt reversi. De impugnacione castri Raganite. *™ 01«) Anno domini mcccxv circa assumpeionem beate virginisk Letbowini de Sa— au»«*» methia cum omni potencia exercitus sui venerunt occulte et improvise ad Ca- strum Raganitam et impugnaverunt illud. Quibus fratres dum occurrerent in bello, non valenles tante multitudini resistere, coacti sunt retrocedere ; non ta- rnen sine prejudicio suorum, quia frater Joannes dictus Poppo ibi occisus fuilab infidelibus et plures alii vulnerati. Tandem cum Lelbowini in hac impugnacione non proficerent, calcalis et deslructis in agro utriusque castri, scilicet Scalo- witarum et Raganite, segetibus, recesserunl*. De obsidione castri Crislmemele. 3«« 017) Eodem anno mense Septombri Vithenus rex Lethowinorum , congregatis JJ1* omnibus de regno suo, qui ad bellum apti fuerunt, obsedit Cristmemelam, el~,K per xvii dies cum* duabus machinis et multis sagittariis ex omni parte' forlissime impugnavit. Fratres aulem hoc videntes, ut preeaverent futurum periculum, castri sui preurbium cremaverunt. Medio tempore, quo hec agerentur, venerunt de Sambia x fratres et4 cl viri navigio in subsidiura dicti castri, sed Lethowini ita prudenter occupaverant vias et aditus ipsius castri, quod licet sepius al- temptaretur, nullus tarnen poterat habere accessum ad ipsum. Unde coacti sunt fratres manere in navibus, ubi eos Lethowini singulis diebus impugnaverunt, in qua pugna de infidelibus plures occisi sunt, et letaliter vulnerati, et de parte fralruiu xviii viri vulnerati. Dum igitur* sie nonr proficerent, landem die xvu cum vellent recedere, intellecto, quod magister cum magno exercitu appropin- quarel, accedentes ad fossam castri, apportaverunt ligna, fenum, stipulas, et stramina, volcntes ipsum utique concremare. In qua comportacione et impugna- Cap. 329. ») et K. Cap. 828. b) b. M«ri« t. B. Cap. 824. c) ram B. D. fehlt K. d) et B. D. fehlt K. c) ergo K. 0 non K. D. fehlt B. 1) Einer der gefährlichsten Feinde des Ordens seit 4 314, bis 1326, in welchem Jahre er fiel, c. 361. Dusburg nennt ihn regelmässig castellanus, in dcrUrkunde der masoviseben Her- zoge von 1325, Cod. Pruss. II, c. Wh heissl er prineeps inlhlelis nomine David, regi sive duci I.itwnnic subjertus. i) Slatt dieses Angriffs der Samayten berichtet der Canon. Samb. von zweien Kriegswe- sen der Ritler gegen ßisene und Junigedc. Man sieht hieraus, dass Dusburg, so ausführlich er ist, doch noch keinesweges alle Internehruuqgea der Ordensritter registrirt hat. ■ Digitized by Google 182 PETRI DE DÜSBÜRG cione* tot de infidelibus occisi sunt, et letaliter vulnerali, quod eorum numerum nonk audivi, sieque combustis maebinis infecto negocio recesserunt1. san öl») De combuslionc mburbii castri Junigede. lLOrtoblt Interea frater Karolus magister generalis de salute suorum sollicitus, tur- batusque de obsidione dicti castri, congregavil magnum exercitum, ut ipsuru liberarct. Sed dum in via pereiperet, quod esset solutum ab obsidione, dimisit exercitum, preter sex milia hominum, cum quibus navigio venit noctis tempore ad Castrum Junigcdam, et intrantes suburbium ejus, occisis multis hominibus et lxxyiii captis, funditus per incendium destruxerunt. Deinde processerunt Cristmemelam, et quiequid Lethowini ibidem destruxerant, refecerunt". i sie 019) De va8tacione territorii Pastovie. 1316 Anno domini mcccxvi tempore hycmali frater Henricus marscalcus cum magna potencia equitum intravit territorium Pastovie improvisc, et ipsum totum vastavit incendio et rapina, captis quingentis hominibus et occisis*. st? o») De depredacione territorii Medenicke. 131« Dum autem idem frater Henricus reversus esset Kunigsbergk, invenit mul- tos poregrinos de partibus Reni, videlicct nobiles viros de Monte et Nuwennare* comites, Arnoldum de Einer milites, et multos alios nobiles", cum quibus con- gregato iterum magno exercitu venit ad territorium Medenickam, et ipsum de- populavit, occisis et captis* ducentis hominibus. De parte fratrum eciam quin- quaginla viri ceciderunl interfecti. Medio tempore, quo hec agerenlur, comes de Monte sub vexillo fratrum ante Castrum Medewagam f* milites multos fecil. sb» (wv f^none lxxx Lethourinorum. i3i« Hoc tempore frater Fridericus uV» Ubencele vicecommendator de Cristme- mela cum xx fratribus et i.x viris, vorsus Lelhowiam est profectus eo tempore, quo lxxx Lethowini* deputati ad custodiam c^slri Bisene debebant recedere et alii supervenire, quos ipse et sui complices omr»es occiderunt, preter quinque, qui rejectis armis fuge presidio evaserunt5. \ 3M) De combuslione castri Disenex. i. Apr!' Eodem anno in die beati Ambrosii frater Theodorrcus tje Aidenburgk, et frater Fridericus Quitt, et quidam alius frater, cum tribus \armigeris de Raganita m) et imjmrnadoQ« K. D. fehlt B. b) doii fehlt K. C»p. 326. e) et LXXVi^j a|l(il dorcb Abling ln du Toripi Cipitel K. Cap. 827. d) So B. D. tjI. J. Nuwenwe K. •> B. D. c*pt. et occ. R. f) Mefrt>»dam 8. K. D. MeJewnfiln i. »fl. iuppl. c. 9. Cap. 828. r> Worts, „t b)j Lethow. B. D. 4) Einige nähere Data über diese Belagerung giebt der Canon. Samb. A^weichepd führt er an, dass die Litthaucr 3 Kriegsmaschinen gehabt und S zurückgelassen ha>ten. 2) Auch für diese Unternehmung ist der Canon. Samb. zu vergleichen, welcher hier statt Junigeda Wclun bat. Beide Namen bezeichnen wahrscheinlich die,sejb<, Burg. Geogr. S. *t. 3) Nach dem Canon. Samb. waren diese Fremden, der Graf von Limburg u 0(j andere, erst im Jahre 1317 in Preussen. Seine Angaben sind aber für diese Jahre dürftig> uim> man folgt also in der Jahrszahl hier Dusburg sicherer. *) Nicht ntther nachweisbar, vgl. suppl. c. 9 und zu c. 2t 4. 5) Hienach sollte die Ueberschrifl genau genommen heissen de occisione LXX-y Letho- winorum, allein auch der weniger genaue Ausdruck ist zu ertragen. Digitized by Google « CRONICA TKRRE PRÜSSIE. PARS III. 183 iverunt versus Castrum Bisenam, illo eciam tempore, quo quidam Lelhowini completa hebdomada vicis sue de custodia dicti caslri debebant recedere, et ex eis sex occiderunt. Alii sex, dum viderent duos armigeros, quos ad vie custo- diam deputaverant, rejectis armis effugerunt. Post hec fratres cum armigeris suis, invcnienles dictum Castrum vacuum, funditus combusserunt, et sie reman- sit hoc Castrum desolalum usque in presenlem diem1. De combustione duarum villarum m lerritorio Medenicke. ' wo . 844 ») 80 D. tttdo X. B. 4) Der Einfall erfolgte zn Fastnacht (8. Februar) <4 323 nach der Urk. Im Cod. Pruss. II, n. 407, p. 4 40, wo der Verlust an Todten und Gefangenen auf 4000 Menschen angesetzt ist. 2) Dasselbe Datum giebt die eben angeführte Urkunde. 3) Jeroschin braucht hier und sonst wicderholentlich den Ausdruck Fliehhäuser (vli- huyserj. Es war ganz gewöhnlich und charaktcrisirt die Kriegführung jener Zeiten in Preus- sen ganz eigentlich, dass subald ein feindlicher Einfall erfolgte, die Bewohner des platten Landes mit ihrer kostbarsten Habe sieb nach den festen Platzen hin zu flüchten suchten ; waffenfähige, welche der Feind ausserhalb traf, wurden getüdtet, Weiber und Kinder fort- geschleppt, die Habe verbrannt ; erst wenn der Strom der Feinde vorübergerauscht war, kehrten die Flüchtigen nach ihren Wohnsitzen zurück, vgl. Dusburg III, c. 167, 204, 310 (ebenso in Litthauen c. 285). Bisweilen wurde von den Ordensbeamtea selbst das Signal zu dieser allgemeinen Flucht gegeben, Cod. Pruss. II, n. 2t. Darum war die Sorge für die Er- richtung und Unterhaltung von Fliehhäusern in Preussen eine so wichtige, und fast alle Be- wohner des Landes verpflichtet, beim Bau derselben zu helfuu. So beisst es «. B. in der Handfeste, welche Johann von Wegclewe für Preiboto, Slanoto u. a. 1263 ausstellte (Elb. Handf. fol. 138) : »Auch da in der Zeit des Unfriede« in Häusern und Bergfrieden die Leute und ihr Habe vielfach und oft befriedet und behalten werden, und allermeist in diesem Lande, dürfen (bedürfen) wir ein solches; und darum sollen auch ihre Leute mit den un- sere Häuser zu bauen und Warnhäuser zu bauen mit sein.« Bisweilen wutvle den Lnter- tbanen selbst ausdrücklich das Recht verliehen, sich einen befestigten Zufluchtsort zu er- bauen, wie in der Urk. von 4810 Cod. Warm, 1, 494. Auch son6l wird in Verschrei bungen dieser allgemeinen Flucht oft in eigentümlicher Weise gedacht. Bei der Verleihung der Burg Bichau an Thomas Weiss behielt der Orden sich die Gerichtsbarkeit über diejenigen Personen vor, die zur Zeit des Krieges sich io dieselbe retten, und Hab und Gut daselbst in Sicherheit bringen würden (Verschr. von 1287 im Preuss. Archiv Bd. 7 S. 661 f.). Bischof Heinrich von Ermeland verlieh das Feld Fehlau 4296 einem gewissen Heinrich Mustatus mit der Bedingung, quod dictus Heinricus et sui successores legitimi et heredes, qui diclo jam campo prefuerint, tempore necessilatis et gwerre, ad nos in civitatem nostram Brunsberg fugere debeant, nobis et nostris successoribus astando, Cod. Warm. 1, n. 9.1, vgl. die ähn- liche Verschreibung für die Bauern von Pilnik bei lleilsbcrg von 1311, Cod. Warm. I, n. t62. Einem Krüger neben dem Schloss Powundcn verlieh Bischof Johann von Saniland 1327 aus- drücklich das Recht, quod tempore fuge hominum nostrorum juxta castrum Powunden pre- dictum eidem Hcnrico et suis heredibus liceat propinarc, Matric. Fischus. fol. 2t (56). Im Anfange scheinen für Preussen und Deutsche theilweise besondere FlichliUuscr eingerichtet zu sein, wie das Castrum Pogesanorum c. 4 43, die domus Scalowitarum c. 235 und die cnstra ncopbitorum bei Memel c. 344 zeigen. Dass auch feste Häuser von Privatleuten uls Flieh- häuser benutzt wurden, ist an sich wahrscheinlich; man denke an Heinsoth und Cippel c. 166, Turnitz und Plement c. 4 93 im Culmerlande, Belichow c. 4 48 in Pomesanien elc. In Digitized by Google ISS PETRI DE DU9BUB.G ves alias, et quicquid igne consumi potuil* preter solura Castrum, in quo fratres habitahant, in cinercm redegerunt. De morte fratris Friderici Quito et vastacione territorü Wüow. 2. Aug De Idem Mucko tempore alio cum paucis latrunculis exiit contra infideles, et dum venisset in solitudincm, vidit plures equites de Lethowia, et expavescens eorum multitudinem et potenciam, rejecit de humeris suis cibum et potum, et quicquid eum poterat gravare, et cum sociis suis fugit et evasit. Quo facto idem Mucko turbatus post multa consilia dixit ad socios suos : Oportet nos mori fame, quia cibum non habemus.. Consulo ergo, ut moriamur honestc. Sequamur hos- tes noslros, et videamus, si possumusc aliquid proficere circa ipsos. Quod cum placuisset omnibus, accesserunt secrelc noctis tempore, et omnes occiderunt, eorum arma, equos et quecunque alia secum dcducentes. 1.124 C. Juli (ut) De fratre Wernero magistro generali et terre Prussie. Frater Wörnerns de Orsele mag ister generalis xini terre Prussie xx hoc anno scilicel mcccxxiv sexta die mensis Julii in domo principali Mergenburgk est electus et prefuit annis !. i (34») De impugnacione castri Cristmemele. 132 t Juli Hujus tempore eodem mense Julii cccc Lelhowini, occulte venientes, vole- bant Castrum Cristmemelam expugnare. Sed fratres prctnuniti per quendam piscatorem, parati in armis, dum ad pugnam accederent in ortu diei, plures vulneraverunt ictibus et sagittis, et quendam virum nobilem occiderunt, quem cum Lelhowini deportare vellent, fratrds per crebra jacula defenderunt. Tan- dem provocati in iram omnes convenerunt, quidam ipsum mortuum cum brachiis, alii cum pedibus, reliqui cum capite rapientes, violenter deportaverunt. Sed antequam hoc perficerent"1, tot ex eis vulnerati fuerunt, quod eorum numerum non audivi. aae (3«) De legatis scdis apostolice, et pace facta inier infideles et Cristianos. 1324 Hoc anno eciam dominus Joannes papa xxu ad suggeslionem fralris Fride— rici ordinis fratrum minorum archiepiscopi de Riga et civium ibidem misit ad ») eoi B. O. fehlt K. b) So K. B. D. Other H. Cap. 353. e) pos»imui B. Cftp. SM. d) profietrtnt K. 4) Werner wurde nach Pfingsten [14. Juni] gewählt, sagt der Canon. Samb. Jeroscbio wiederholt genau Dilsburgs Angabe ; denn »an Pctri Paul's achten Tage« ist nicht, wie Voigt 4, 885 meint, der *9. Juni, sondern die Octave darnach d. h. der 6. Juli. — Dusburg hat das Capitcl offenbar nicht beendigt, weil er noch bei Lebzeiten Werner'» (f 4 980) schrieb. CRONICA TERRE PRÜSSIE. PARS III. 191 partes* Lyvonie duos legatos Bartholomeum scilicet episcopum Electenscm" et Bernardum ' abhatem monastcrii sancti Theofredi, Aniciensis diocesisd ordinis 6ancti Benedicti, ut regem Lelhowinorum et Rulhenorum baptizarent1. Qui cum in crastino beati Mathei apostoli et evangeliste venirent ad civitatera Rigensem, m. 8.pt.,nb. feceruDt pacem inter dictos reges et eorum subditos ex una parte, et crislifideles ex altera*, et preceperunt eam autoritate apostolica ßrmiter observari, adden- 20. octob. tes% quod quicunque hujus pacis fierel temerarius violalor, aut aliquid ageret verbo vel facto, consilio aut opere, per quod eorum salubre negotium impediri posset, aut aliqualiter retardari, in sentenciam excommunicacionis incideret ipso facto, a qua non posset nisi f per sedem apostolicam absolvi *, cui scdi ipse eciam infra tres menses deberet se presenlare, subiturus ibi corrcctionem debitam pro exccssu. Hoc facto legati solempnes nuncios miserunt ad Gedeminum regem Lelhowinorum, ut negocium sibi commissum a sedc apostolica illi proponerent, et diligenter investigarent, si ipse cum populo regni sui vellet baptismi graciam suscipere, et relicta ydololatria nomen domini nostri Jesu Cristi hunüliter adorare4. De destruciione terre Masovie. ss7 oso) Firmata igitur « pace, dum fratres et alii cristifidelcs terre Lyvonie et Prus- 1324 sie et aliarum parcium vicinarum indubitanter crederent, quod non deberent a modo prelia excrceri, et jam disponerent gladios suos conflare in vomeres, et lanceas in falces, idem prophanus fidei hostis et fidelium, tanquam aspis surda, obluravit au res suas ad salutaria monita domini pape, per dictos nuncios eidem cum 4>mni diligentia proposita, quia dum de salule sua et suorum cogi- tare debuerat, quomodo scilicet posset digne et cum reverencia debila suscipere baptismatis sacramentum, ipse sequens vestigia predecessorum suorum, totum conatura suum in destructionem ßdei et fidelium convertit. Ordinavit enim, quod David castellanus suus de Garlha cum valido exercitu intravit terram Ma- .sovie xi Kalendas* Decenibris", et civitatem episcopi Ploczensis, que dicitur 21. Non-mb Poltus, et cxxx villas dicti episcopi et ducis Masovie, religiosorumque et nobi- lium plura predia, ecclesias parochiales xxx et capellas cum multis oratoriis, ad laudem dei dedicatas, rapina et incendio devastavit. Sacramenta ccclesie, vestes sacras, et vasa irreverenter tractando, sacerdotes, et religiosos et seculares, et Cap. 856. «) frmtre» B. b) 80 K. D. Bdecteniein B. e) Beratrdum B. D. fehlt K. d) Anldendt d. K. D. Amicienw d. B. c) «ddens B. f) niri B. nee K. C»p. 857. et «t 0 K. h) Bit Weber reicht die Hmd.cbrift B. 1) Das Cred einschreiben des Pabstes ist vom 1. Juni 132« bei Voigt 4, 887. In einem gleichzeitigen Breve an den Hochmeister Cod. Pruss. II, n. 4 09 bemerkt der Pabst, er sende die Legaten auf Bitten des Königs. Dusburg sagt dagegen im Sinn des Ordens, er habe sie auf Bitten des Erzbischofs Friedrich und der Rigaer gesandt. — Episcopus Electensis ist der Bischof von Electa (Alelh), welches Bisthum Johann XXII. ganz kürzlich im crzbischöflichen Sprengel von Narbonne errichtet hatte. Die Aniciensis diocesis hat ihren Namen von Ani- cium oder Podium (Puy) an der obero Loire. 2) Schon am Sonntag nach Michaelis 1325 war zu Wilna der Frieden zwischen Gedimin einerseits, dem Erzbischof von Riga, der Stadt Riga und ihrer ganzen Partei andrerseits ge- schlossen. Er war vom Pabst bereits am 3t. August 1324 nach der Urkunde bei Voigt 4, 369 und 388 bestätigt, und die Legaten hatten also nur für die Anerkennung desselben durch den Orden zu sorgen. Dusburgs Ausdruck fecerunt pacem etc. ist also nicht ganz bezeichnend. 8) Dies ist der Inhalt der Urkunde vom 20. October 1324, Cod. Pruss. II, n. 14 0. 4) Sie erhielten auch ein weitläufiges Breve des Pabstes an üedimin mit, Raynald An- nal. eccles. 1324 n. 48—50. 5) Am Elisabethtage (1 9. November) nach Jcroschin. Aber mit Dusburgs Angabe stimmt genau die Urkunde Cod. Pruss. II, n. 414, nach welcher der Einfall vigilia s. Cecilie erfolgte. 192 PETRI DK DUSBURG alios promiscui scxus ultra im milia peremit1, aliquos trucidando, alios in cap- tivitatem pcrpeluam deducendo1. (:»5i) De vaeladone lerritorii Rositen in terra Lyvonie. n. No»«mb! Eodem tempore idem rex misit alium exercitum pregrandem versus Lyvo- niam, qui x Kalendas Üecembris intravit territorium dictum Rositen, et illud depopulavit per incendium et rapinam. Hos duos exercitus misit ipse rex ad destruclioncm fidclium, dum adbuc nuncii legatorum sedis apostolice in perse— cucionc dicti negocii fucrant circa ipsum. Ecce qualem devocionem seductor iste habuit ad suscipiendum baptismatis sacramentum. MB De reditu nunciorum legatorum. 2S.Not^b4. Hoc anno v" Ka'endas Decembris nuncii legatorum Rigam sunt reversi, et cum eis quidam Lethowinus nobilis et quasi secundus post regem : qui ex ore ipsius regis in presencia legatorum et multitudinc prelatorum et aliorum fide- lium circumstante alta voce dixit : quod nunquam alique Iitere de consciencia regis super negocio baptismatis sui vcl suorum cmanaverint, aut domino pape fuerint presentate, nec mandavcril talia in civitatibus maritimis et provinciis aliis in sermonibus publicari1; addcns, quod ipse rex per deorum potenciam juraverit, quod nunquam aliam legem vellet assumere, preter eam, in qua pro- genitores sui decesserunl. Hoc idem cciam nuncii predicti ita esse coram omni mullitudine veracitcr aflirmabant. Quo audito Icgati cum dicla responsione ad scdem apostolicani sunt reversi*. 3«o tau) De edificacione civitatum planum et castrorum. 1325 Anno domini mcccxxv frater Henricus de Ysenbergk commendator de Ku— nigsbergk 4 de licencia et mandato reverendi viri fratris Werneri magislri gene- ralis, viri utique solliciti et intenti circa injunctum sibi oflicium, ad dilatandum ». Juni terminos Cristianorum edificavit et perfeeit in die beatorum Pctri et Pauli apos- tolorum in terra Rarthenst caslrum Girdawinm. Eodem anno et tempore Ebcrar- dus episcopus Warmiensis5 per fratrem Fridericum de Libencele advocalum t) perrenit K. 4) Ucbcr diese .Verheerungen beklagen sieb Semovitus Ravcnsis und Trojdcnus Cirnen- sis dueos Masovic in der Urkunde vom 25. August 4325, Cod. Pruss. II, n. 41*. Nach dieser Urkunde wurden 80 herzogliche Dörfer vcrwüstel, 37 bischöfliche (des Bischofs Florian von Plock) und viele solche, welche Klöstern angehörten. Auf die Zerstörung einer Stadt wird hingedeutet, aber ohne Nennung des Namens. — Die masovischen Fürsten, gegen Ende des 4 8. Jahrhunderts mit dem Orden verfeindet (c. 248, 250, 258), hatten sich im Anfange des 4 4. Jahrhunderts bereits genähert, wie schon der Vertrag des Herzogs Wenceslaus von Plock mit dem Orden von 4 324 Cod. Pruss. II, n. 96, deutlicher die Urkunde Semowits und Troj- dens von 4 825 zeigt. Im Jahre 4 326 schloss Semowitus dux Masowie, dominus Wyzncnsis, nach dem Rathe seiner Brüder Trojden und Wenceslaus ein Bündnis» mit Werner von Or- geln, Cod. Pruss. II, n. 4 4 8. Vgl. die Urkunden von 4 329 ibid. n. 4 28, 4 30. 2) Dergleichen Briefe waren in Umlauf gesetzt und sind noch erhalten, bei Kotzebue Sltcre Preuss. fiesch. 2, 358 f. und Voigt 4, 626 f. gedruckt. Die Ucbcrzeugung des Ordens, dass diese Briefe von dem Erzbischof Friedrich untergeschoben seien , spricht Jcroschin c. 856 rückhaltslos aus, und Voigt a. a. 0. hat ihre Uniichtheit möglichst erhärtet. 8) In einem Schreiben vom 21. Mai 4 325 forderten sie von dem Orden in Prcussen und Livland und den Bischöfen in Preussen und Kurland 380 Goldgulden pro navali conduetu et nostrif» stipendiis innerhalb drei Wochen, scheinen also im Juni 4 825 abgegangen zu sein, Voigt 4, 397. 4) Zwischen 4 34 5 und 4 326, Namenscodex. 5) Eberhard war Bischof von Ermeland zwischen 4 804 und 4 326, Zeitschrift für Erme- CRONICA TERRE PRUSSIE. PARS III. 193 suum in terra Galindie in litore fluminis Pisse edißcavit Castrum Wartenbergk, quod Castrum dum esset perfectum, et de sancto spiritu missa solempniter can- taretur, apparuit infra evangclium una columba albissima domestica. Sed in priori caslro scilicet Gerdavia, dum eciam missa celebrarelur, et post missam apparuerunt due columbc volantes infra Castrum et supra menia. Prutheni au- tem, qui huic edificacioni interfuerunt, asserebant veraciter, quod in hac vasta solitudine nunquam columbas domesticas vidissent. Preterea idem frater Fride— ricus in territorio Glottovie in medio fluminis Alle civitatem dictam Gutstal, et Jordanus prepositus Warmiensis Castrum dictum Plut circa civitatem Melsac, et Rudoiphus episcopus Pomesaniensis 1 civitatem dictam Bischophwerder supra lilus Osse, et frater Lutherus' provincialis Golmensis* terre, super litus Dri- wance civitatem, que Novum forum dicitur, construxerunt \ De vastacione terre marchionis de Brandenburg!* et morte et captivilate sextet^u tnilium Cristianorum. Anno domini mcccxxvi Loteko rex Polonie rogavit Gedeminum regem Letho- 1326 winorum, cujus filiam filius ejus noviter duxcrat in uxorcm*, ut ei aliquos ar- migeros de gcnte sua mitteret. Qui precibus ejus acquiesccns, mcc equites de- slinavit ei. Hü de mandato dicti Lolekonisc adjuncli populo suo armata manu hoslililer intraverunt terra m marchionis de Brandenburgk circa civitatem Fran- kcnvurdam', et totam iilam contractam*, que conlincbal ultra centum et xl villas, ecclesias parochiales totidem, cenobia monachorum ordinisf Gisterciensis tria* et claustra sanctimonialium duo, et plura religiosorum et secularium mo- nasteria, spoliis et incendio destruxerunt, inhumanitcr religiosos et sacras deo dicatas virgines de claustris extrahcnles, ministros ecclesie et sacerdotes, vasa sacra, vestes et sacramenta alia pertractantes. Occiderunt viros, sed mulieres et nobiles matronas multas cum virginibus et parvulis capttvas deduxerunt. Inter has virgines una fuit nobilis, que propter eminenciam pulchriludinis sue parem non habuit, pro qua habenda fuit dissensio magna inter Lcthowinos, sed ne altercacio invalesceret inter eos, accessit quidam et gladio per medium se- Cap. 360. •) Lathcnu K. D. b) 8o K. O. Cap. S61. e) 8o D. LoUtoeonU K. d) So K. Fnuiken- wttderD. e) So K. eoatntUtt D. f) ordinii D. fehlt JC ») tria K. D. tum JU. Und 4, 104, mit der Berichtigung Cod. Warm. I, n. 4 37, p. 238 (In der ermelUndischen Ge- schichte sind Grünau'« falsche Angaben besonders durch Treter und Leo fixirt. Auch Eich- horn in seiner verdienstvollen Geschichte der cruielimdischen Bischofswahlen a. a. 0. hat diese Grünau' sehen Dichtungen noch nicht völlig ausgeschieden). 4) Rudolph erscheint als Bischof von Pomesanieu in Urkunden von 1323 bis 4 331, Cod. Pruss. II, n. 403, 4 05, 424, 4 38. 2) Ein Versehen Dushurg's, von Jeroschin berichtigt. Zwischen 4 820 und 4381 war Otto von Lutterberg culmischcr Landcomthur. — Ueber alle diese und viele von Dusburg nicht erwähnte SWdtegründungen ist in der Hist. comp. Gcogr. von Preussen ausführlich ge- sprochen. 3) Nach Jahrhunderte langer verderblicher Zersplitterung war Polen zuerst unter böh- mischen Fürsten 1800 — 1306, dann unter Wladislaw Lokictek (~ 1388) wieder vereinigt. Die letzten Theilfürsten in Cujavicn (aber nicht die in Masovien) erkannten ihn als Oberherrn an. Auch begründete er durch Vermählung seines Sohnes Casimir (König 4 838—4 370) mit Gedi- mins Tochter Anna (vor der Taufe Aldona nach Kojalovitz p. 27t) im Jahre 4825 (Dlugoss I, 988) die Verbindung zwischen Polen und Litthauen, welche spttter erneuert und befestigt den Orden zu Falle brachte. Der Orden suchte sich dagegen zu sichern durch Vertrüge und Bündnisse mit den Herzögen Wartislaw von Pommern (29. September 4 825 Cod. Pruss. II, n. 4 4 5), mit dem Herzog Georg von Russland (4 325 ibid. n. 416), mit dem Herzog Semowit von Masovien (2. Januar 4 3z6 ibid. n. 418), mit dem Herzog Heinrich von Breslau (Mai 1326 Dogiel IV, n. 54). Script, r. P. I. 4 3 194 PETR1 DE DUSBURG cuit eam, dicens: divisa est in duas partes, quilihet de ipsa sibi contingentem accipial porcionem. Sicque vastala terra illa, et occisis et captis pluribus quam sex milibus hominum recesserunl. Ilunc exercitura quidam Polonus, dolens de tanla strage CristiaDorum secutus fuit, simulans se amicum infidelium, et dum locus et tempus advencral opportunum, David castellanum de Gartba et capi- taneum hujus l>elli, qui infinila mala, ut premissum est, intulit fidei et fidel t- bus, in conspectu plurium* iuterfecit1. 3ä*2 o») De eäißcacione castri Lunenburgk, et duarum civitatum. Hoc tempore f rater Theodoricus de Aldenburg* commendator de Balga, petita et optenta generalis magistri licencia, in terra Barthensi circa confluen- ciam duorum fluminum scilicet Gobrionis et Says* edifieavit Castrum Lunen- burgk, trahens nomen suum a nomine campi, in quo est situm. Item idem com- mendator. civitatem circa Castrum Dartenstein, et frater Lulherus filius illustris ducis de Brunswich , commendator de Gristburgk *, civitatem circa Castrum Ylienburgk locaverunt. INCIPIT QUARTA PARS LIBRI. DE INCIDENTIBUS. 1 De Celestino papa et Henrico imperatore vi. 1190 Hoc tempore, quo orluin et originem habuil ord» Jomus Theutonice scilicet anno doniiai Mexe Celestinus papa III et Hearicos vi Imperator regnaveruat. (Du*i>. I. c. 2.) « De Innocencio papa m et Ottone im et Friderico n imperaloribus. Postea Innocencin* papa III et Otto HU et Fridericus II imperatore» saeeeuive reguave- roat. (Ptd. 21, 1 u. 2. Mart. p. 385.) » De capeione Corutantinopotitane urbis. 12M Aano doaiioi MCC civil«« CnnstanÜnopoliUna, que ia propheüa saa babvit, qood aoa cape- retar aiai per aagelun, cnpta est ac Francis et VewÜs, qvi per mnnim '', ubi aagehis depietas fuit, intraveront. Decepti fueroot cives per equivoeaciooem aogelL Et (actus fail ibi Bnldewiaus* cones Flaodreosis inperator, et iroperaveruut ibi LatinI lvii aauis. (Pu>1.2l, i. Mut. p. 387.) ») So K. D. omniuni H. Para quartA. Cap. 1. b) IUI K. Cap. 8. e) fehlt K. lOfoctit voa T. B. d) mirum K. murum T. II. r) Ilaldccoinai U. 4) Lokietek unternahm den Einfall in die Mark, wo ein Sohn des vom Pabst gebannten Königs Ludwig IV. von Baiern seit 4 323 Cburfürst war, um die Gunst des Pahstes zu gewin- nen, die ihm bei seinen Ansprüchen auf Pommerellen förderlich werden konnte. Chron. Aulae regiae p. 53 Henric. de Rehdorf p. 613 und Henric. de Herford, p. 111. Etwa den 9. Fe- bruar 1346 kehrten die Polen und Litthaucr von ihrem Streifzuge zurück, Canon. Samb. c. 8. Der Pole, welcher David ermordete, hiess Andreas Gost Zamehl. Chron. (Andecka? Annal. Thurun.). Von dem Tode einer frommen Nonne wahrend dieses Zuges erzahlt Jeroschin. Was Hcnricus de Hervordin und nach ihm Hermann Corner p. 987 Uber den Tod des Prob- ates zu Bernau erzählen, beruht auf einem Irrthum, wiewohl auch das Chron. Stles. bei Stenzel 1, 86 die Notiz giebt : divinaciones suas e&ercuerunt. Klöden hat in seiner Geschichte Waldemar' s Bd. S, aus einer nicht -viel spateren pabsUichen Bulle nachgewiesen, dass der Probst von Bernau nicht von den Litthauern (deren Einfall er aus nicht zureichenden Gründen in das Jahr 4325 setzt), sondern vom Pöbel in Berlin erschlagen wurde, vgl. Bei- lage 8, 5 und 7. i: Zain, Nebenfluss des Guber. 3) Zwischen 184 4 und 4334. Schubert, Beitrage zur Gesch. des deutschen Ordens S. 87. Digitized by Google CR0N1CA TERRB PRUSSIE. PARS IV. 195 De publica penitencia Cristianorum. 4 Hujus Innocencii pape tempore quasi oranes Cristiani fuerunt in publica penitencia, et quia flagellis se flagellabant, vocali fuerunt llleutoniceGeyseler,,. De inicio dotninii Tartarorum. 5 Anno domiiii Mccu iuiciun aabuit dominium TtrUrorum. (Ptol. l. c. Mart. l. c.) I2W De mulacione vini in sanguinem et panis in carnem in sacrificio allaris. « Hoc tempore «pud Rosetim in Briak vinum in sanguinem, panis in carnem in sacrificio al- taris vuibiliter sunt mutata. (Ptol. 2t, 4. Mut p. 395.) De resusciiacionc mililis mortui. i In Veraeadeaio* quid am miles mortaas revixit et multa fotura tnultis predixit et line cibo et pom multo tempore vixit, (Ptol. 1. 1. Mart. 1. e.) De rore mellito, qui segetes infecit. * la Gallia circa * festam beati Johannis baptistc ros de celo cadens mellitus spicas se- 24. Juni getum infecit % ita ut mnlti eas in ore ponentes odorem mellis aentirent aperte. (Ptol. l. e. Marl. 1. c.) De magnis lapidibus grandinis. » Apud Atrebatum mense Julii tempestas valida exorta est, taoteque magnitudinis lapides de Juli celo f occiderant, qnod segetes, viaea» et neaora peaitus destruxerunt. (Ptol. J. e. Mart. 1. e.) De occisione multonm Tartarontm in Hispania. 10 Hoc eciam ' tempore Almimolinus k imperator Sarracenorum venit cum infinit« moltitudine in Hispaaiam, et iadlxit bellum omnibns adoranlibos crucifixum. Quem reges Hispauie aggredien- tes in bello viceruut, et facta fuit tanta strages, ut rivi sanguinis de occisis flncrent Sarracenis Almimolinus cum paucis cenfusus evasit. (Ptol. 21, 9. Mart. P. 392). De conversione terre Livonie. " Anno domini Hccilil Livonia terra provincie RigeasU per sollicitudinem Innocencii pape ad 120t fidem Crisük eat eonversa*. (PtoL 21, 10. Mart. L c) Cap. 4. a) dl« (. T. H. Cap. 6. b) Boaetura io Dria Vine. llellov. 29, 00. Mart. Pol. p. 395. Botcum in UnbrU Ptol. Laeana. 21, 4. Kci.um in Brixia Cod. K. Reaeo in Brixia T. Boaetum in ßugla nenn. Com. p. 718. Cap. 7. c) Vermende*lo Vine. Hrllov. Marl. PoL und Cod. K. T. Ermandeaio Ptol. Lueen». Herrn. Com. Cap. 8. d) circa Vine. B*Uot. Ptol. LneeiM. T. H. tertiäre cod. K. e) mellitus t. ■. in- fecit Vine. Bell. Cod. K. melliUi fecit Ptol. Lucetu. mcllicui T. Cap. 9. 0 d« crlo Vine. Bell. Ptol. Lue. fehlt Cod. K. T. Cap. 10. f) et K. eUam T. II. h) Almiinolinu» Ptol. Lue. 21, 8. Meinitina* Vine. Bi'llor. 32, 2. Mlramolinu* Mart. p. 392. Almirolu* Cod. K. T. U. 1) tarraoenU K. T. Sarracenua II. Cap. U. k) • K. Chriati H. Jciu T. 4) Diese Notiz, welche Dusburg aus einer unbekannten Quelle hinzusetzt, ist nicht ganz richtig. Die Chronisten erwühnen der Flagellanten sonst bei den Jahren 1360, 4264 z. D. Horm. Altahens. bei Bochmer fontes 2, 54 6, die Script, rerum Auslriac. bei Pertz SS. IX, Bo- guph. bei Sommersberj? 2, 74, Siffrid. Presb. bei Pistor. Script, rer. Germ. 1, 697 und beim Jahre 4 849 Bochmer fontes 4, 476 etc. 2) Die Jahrzahl 4204 für diese Begebenheit befremdet. Moitin. Pol. erwtthnt die Bekeh- rung Livlands ohne weitere Zeitbestimmung als die, dass sie zur Zeit des Pabstcs Inno- cenz III. erfolgt sei. Ihm folgte Ptolomcus llist. ecel. XXI, 4 0, bei welchem die Notiz jedoch zufallig hinter einer Begebenheit des Jahres 4 204 zu stehen kam. In seinen Annales setzt derselbe Schriftsteller, wie es scheint, durch eben diesen Zufull verleitet, das Ereignis» zu- erst geradezu in das Jahr 4 204. Die Bulle Innozenz III. für Livland von diesem Jahre bei Raynald n. 56 konnte dieses auffallende chronologische Datum nicht rechtfertigen. 13* 196 PETKI DE DLSBIRG is De nativitale beaie Elizabeth . »207 Anno domini mccvii* beata Elizabeth nata fuil *. w De üonorio m et Friderico u imperatore. Honorius papa in et Fridericus Ii imperator regnavit. 14 De ortu et origine religionum. 500 Ordo sancti Beaedicti incepit proficereb anno domini D tempore Felicia pape Hlc. (Plol. S, 13?) 900 Ordo Cluniaccnsis anno domini dcccc tempore Adrian! pape III. (Pw>l. IC, 33 f.) low Ordo Cartusiensis anno domini MLXXXII tempore Victoria pape III d. (Ptol. p. 1078.) 1097 Ordo Cisterciensis anno domini uxcvil'. Ordo hospitalia saocti Johannis anno domini neun tempore Urbani pape II. 1112 Ordo Templa Horum anno domini WCXll tempore PasabaUs pape 11, qui deslructns foit a demente papa v in roocilio Vienneaai anno domini mcccxii XI kalendas Apriüs, pontifioatus vero r dicti pape anno vn, non per aentenciam definitivam *, iod per provisionem k sedia apostolice tempore Henrici imperatoris vu. 1190 Ordo domus Thcutonice anno domini mcxc tempore Celestini pape III et Henrici imperato- ris vi. (Du»b. i, 2.) Ordo fratrum Predicatorum anno domini Mccxvi snb Hooorio papa III. (Ptol. 51, 20 ». 2$. Marl, p. 3W r.) 1223 Ordo fratrum Minorem anno domini Mccxxill snb Honorio papa III. Ordo Heremitarum montis Carmeli et ordo fratrum vallis scolariam per Honorium papam snnt confirmati * . »* Qitoto anno beata Elizabeth duxit maritum. * 122t Anno domini mccxxi Elizabeth duxit lantgravium Thuringie in maritum. io De transitu montis vir tute terre molw in Burgundia. Anno domini mccxxv** in Burgundia in montibus Salinarum ex virtute terre motss in»ns qoidam se divisit ab aliis montibus et transüt ad montes oppositos, totamque vallem cooperuit et milia homioum sufloeavit. (Ptoi. 21, 2«. Man. p. 100.) w De morte mariti beate Elizabeth. n September Anno domini mccxxvii ih idus Seplembris lantgravius maritus beale Eliza- beth cruce signatus in itinere peregrinacionis morluus est in Sicilie k civitate, que dicitur Ortrant. i» De Gregorio ix papa et Friderico u imperatore. Gregorio* papa IX et Fridericus imperator II regnanL Cap. 18. •) MCCVI K. T. n. 1207 J. Cap. 14. b) proSciacere K. ila we*in merellch aaeri J. prot- eere T. H. e) pape IUI K. T. H. der dritU felis J. d) ordo datricienaia a. d. MLXXXII K. T. Ort» CUtercienaU a. d. MLXXXIJ H. carto»ien»u und der Zusatz tempore rlctarit pape III Conjectur naehJ. •) Die (anie Zeile conjicirt nach J. f) i K. auteni T. U. g) diffiultivam K. T. deAnltivam II. cod*- halt J. h) promUaiooem K. H. permiaaionem T. Torbenen tikeit J. Cap. 16. i) MCCXXV K. II. MCCXVI T. Cap. 17. k) 8icUU K. H. Sicilia« T. * 4) Die Notizen Uber die heilige Elisabeth entnahm Dusburg sicher der eignen Tradition des Ordens, etwa den Calendnrien, vgl. c. Ii, 15, 17, 41, »5. i) Aus welcher Quelle der Zeitpunkt der Gründung der alteren Orden (vor dem deut- schen Ritterorden) entnommen sei, ist nicht genau zu ermitteln. 3) Die Zahl 1225 steht in den am Rande atigerührten Quellen nicht. Bei Plolemaeus gebt eine Begebenheit des Jahres 1226, bei Martin eine des Jahres 1239 vorher. Vielleicht ist darnach MCCXXVI zu lesen, was um so mehr vertnuthet werden kann, da aur Y in der Handschrift eiu i (d. b. in) folgt, welches zu der Lesart des Thonier Codex Anlas» gege- ben hat. CRONICA TERRK PRUSSIE. PARS IV. 197 De Gebelinis et Gclphis. i» Anno donioi atCCXXVin inceperunt esse parte« io ItaUa Gebelini et Gelphi, qne sunt 1228 noaina duorum fratrum, qui ae diviserunt. GebeUnua partem imperii, Gelpbaa partem eedesie fovit1. (Ptol. 21, 27.) ■ De capcione insularum Majorice ei Minorice. »o Anno domini mccxxx rex Arra^oonm" in Hispania cepit insulat, qne Majoriee etk Minorice 123« appelUntnr, obsessas a Sarraeeniac. (PtoL 81, 53.) De motte beate Elizabeth. " Anno domini hccxxxi4 xiii kalendas Decembris beata Elizabeth mortua est. j^Norcmber De vastacione Ungarie et Polonie. ** Eodem anno Tartan Ungariam et Poloniam devastant*. (Ptol. 21, 31.) Quomodo Ferrandus rex Caslelle regem Granate vicit in bello. »a Eodem tempore Ferrandus rex Castelle regem Granate Sarracenornm vicit, ut cciam multis temporibaa ei eensum daret singuli* diebus u Marrobortinoa * auri. (Ptol. 21, 33.) De invencione cujusdam libri in medio lapidis in Toleio. «* Anno domiui mccxxxu in Toleto Hispanie ioveotus est qnidam Über a Jndeo in medio la-U32 pidis integri in eoneaviute, qai qaasi lignea folia habuit, scriptas bebratee, grece et Utiae. Tan- tum babnit de litera, quantum psaiterium, et loqvebatur de triplici mundo ab Adam usque ad Antecristmn proprielates bominom exprimendo. De tercio mundo sie loquebator: in tercio inuodo filius dei naacetnr de virgine Maria et pro salute homiuum pacietur. Jodeaa hoc legens cum Iota tna familia baptizatus eat. Erat autem ibi scriptum, quod tempore Ferraadi deberet inveniri. (Hart. p. 400. Pud. 21, $4.) De canonizacione beate Elizabeth. «s Anno domini mccxxxy canonizata fuit beata Elizabeth a Gregorio papa ix Pc-izs» rusii in conventu fratrum Predicalorum, ubi ideni pontifex altare in honorem ipsius dedieavit. De translacione corone spinee domini. «e Anno domiui MCCXXXIX Corona spinea domini per Lodowicum regem Francie de Constanti- 1239 nopoli Parisina r est tranalata. (Ptol. 21, 36.) De vastacione Ungarie et Polonie et morte Colmani fratris regis Ungarie 27 et Henrici ducis Wratislavie.* Eodem anno * gens Tartarorum orientis plage Ungariam et Poloniam intraverunt, ibiqoe in bello Colmanum fratrem regis Ungarie et Henrienm ducem Polonie et reliqunm vulgus, quod invenire poterant, oeciderunt, et terras iüas redegenint in solitudinem, ita ut multi pulvere cujua- dam monlis pro farina uterentur. (Mart. p. 391).) Cap. 80. a) Arrogwram K. Arrafoiram T. H. b) et ragesetit roa H. e) m mciIi eenla«. a Sarracr- T. H. Cap. 81. d) MCCXXI II. Cap. 89. «) Marrobortinai K. T. H. Marabotloo. Ptol. Lue. 2t, 33. Cap. 86. 0 parietal K. paritiot T. H. Cap. 87. g) 1239 D. eodem anno 1239. (Di« Zahl ist hier wegen «Inet nachträglich berichtigten Veraehen« in der Reihenfolge auadrOcklieh hiniaguctzl) T. 4) Martin hat die Notiz nicht, Ptolcmacus ohne das Jahr 4938, aber zwischen Begeben- heiten der Jahre 4 226 und 4228. 2) Die Notiz ist schon bei Ptolemaeus vom Jahre 4 241 zu 4234 verschoben. 8) Wratislavie ist Zusatz von Dasburg. Digitized by Google 198 PK TRI DE OLSBURG «8 De eclipsi solis maxima. Hoc eodem anno tercia die Juaii in meridie fuit eclipsu soti» maxima ut eciam stelle pos- scnt videri, sicut in creposculo. (Ptol. 2t, 37.) 39 De Celeslino papa im ei Friderico n imperatore et Innocencio im papa et Friderico u imperatore. 1210 Anno domimi mccxl Celestinas papa im et Fridericas Ii imperator regnareroot k. Anoo domini mccxliii Innocencias tili papa et Friderirns u regnavernat. s* De institucione octove nativitati* beate Marie. 1215 Anno mccxlv idetn papa eonciliam babuit Lugduni, nbi iostitnit oetavaa aativilati* beate virginis Marie celebrari c. (Ptol. 22, 3.) si De canonizacione sanetorum Emundi, Stanislai et Petri. Item sanetum Emaodum Cantuarienscm archiepbeopnm, so actum Stanislaum* Cracovien- sera ab iniqoo principe interfeclnm et sanetum Petrnm martirem ordinis Predicatornm canoni- zavit. (Ptol. 22,4. Man. P. 409.) sa De electione lantgravii Thuringie in regem Romanorum. 1216 Anno mccxlvi «lectus fuit laatgravini Thnriogie in regen Romanoram. (Ptol. «, 5. Mart. p. 303, 309.) 33 De fratre Conradp quondam lantgramo Thuringie magistro generali v ordinis dämm Theutonice.** j24u Frator Conradus, lantgravius quondam Thuringie, mag ist er v generalis or- dinis domus Theutonicoruraf obiit ix kalendas Augusti * et sepultus est Marc- '^burgk*. Hie dum adhuc esset secularis civitalem Yritslariam*1 potenter expugna- vit, pro quo, dum rcligionem vcllet ingredi, doluit et huroiliavil se pro hujus- modi delicti satisfaclione sie, quod nudis pedibus et capite ante processionem in dicta civitate irel, et posuil se ante fores ecclesie, exhibens virgam, quam manu gestabat, populo, ut quilibet cum ad placitum verberaret. Nullus tarnen eum letigit preter unam vetulam, quo plures piagas dedil ei. Iste frater Conra- dus per hunc modum conversus fuit ad ordinem domus Theutonieorum. Qua- dam' die fugiens frequenciam populi et strepitum* causarum cum Hartmanno do llelderunge1 et Theodorico de Gruninge™ et paucis de familia sua secessit ad Castrum suum Deneburgk"*, tibi dum consederent, supervenil quedam tncre- Cap. 28. a) maximo« K. maxima T. 11. Cap. 29. b) Dioac Notit K. T. D. fehlt bei H. Cap. 80. e) celebrari K. T. fehlt bei H. Cap. 81. d) Stanialanum K. SUni.Uura T. D. 11. Cap. 88. e) So •tebt die Debencbrift im Index, im Text fehlen die Worte q. U U and ordini» K. f) Teatoake H. g) mareburgk später Marchburgk K. mareburg J. D. T. Marobburgk II. h) tMttlaviam H. i) quo- üam H. k) populi icbiebt H. ohne Grund ein. 1) IMdcrunge K. J. 11. • m) Th. de graninghe K. II. T. de Orawingen T.*ditrich toii gruningin J. n) deneburgk K. T. II. drneburg J. 1) Nachdem Ousburg die ersten * Hochmeister im ersten Theilc genannt hat, erwähnt er die folgenden hier im vierten Theile. Er lasst jedoch gleich hinter Conrad von Thüringen dessen drei nächste Nachfolger aus, und weiterhin Conrad von Feuchtwangen, welcher je- doch gelegentlich im dritten Theile vorkommt. 2) Ebenso das Calendarium bei Ra< liem p. VIII ; dagegen giebt das Chron. Sampetr. VII Kai. Aug., das zeitgenössische Chron. Erford. VI Kai. Aug. als Todestag. Oas Todesjahr 1249 steht nach dem letzteren fest, Historiogr. S. 265. Man beachte, dass Dusburg die Geschichte Conrad's erst nach einer Notiz zum Jahre 1246 erzählt, also Uber dasselbe nicht genau un- terrichtet war. Die ziemlich ausführliche)) Nachrichten der thüringischen Quelleu über Con- rad folgen im Anhange Nr. 4. 3) Tenneburg, südwestlich von Gotha, nahe Reinhardsbrunn. Digitized by Google CROMCA TEURE PRUSSIE. PARS IV. 199 trix, quam alloquens lantgravius afl : undevenis? Que respondit: sedi in ru- beto madida et frigida per diein. Ad quam ille : tu misera plus pateris pro pe- nis inferni, quam alius pro gaudio eterno. At illa respondit : domine reverende', nescio alium modum, per quem possim acquirere victum'meum. Cui lantgra- vius : velles vivere caste, si haberes necessaria vite? Quo audito illa suspirans ingemuit et cum lacrimis ait: ita verob, domine. Unde lantgravius miscrans miseriam anime ipsius constituit ei certos reditus, quibus debercl, quamdiu vi- veret, sustentari. Quo facto ipse omnia verba hecr increpacionis, quibus ipsamd corripuit, conservabat, conferens ea in corde suo, cogitans, quod magis sibi ipsi fuissent necessaria quam illi. Illa cnim neccssitatc paupcrtatis urgente peccavit, ipse ex rerum afiluencia delectatus deum peccatis suis contra se temere provoca- vit, et sie occupatus totam noctem duxit insompnem. Mane facto dum Hartman- nura etTheodoricum predictos didicisset cogilacione simili occupatos, ivit cum eis nudis pedibus et sine lineis ad capellam beati Nicolai in Gladbach' requirens ibi dei consilium in hoc casu. Ubi ei divinitus fuit inspiratum, quod ipse cum paucis de familia sua accessit ad dominum papam1, et confessus fuit ei omnia peccata sua. Qui papa« injunxit ei, ut suseiperet ordinis domus Theutonice habitumh regulärem. Quo facto in reditu filiam ducis Austrie sibi in conjugio oblalam respuit, et saneto proposito inherens secretariis suis, quod gestum fuerat, enar- ravit, postulans ut' ob reverenciam dei et sui dictum ordinem assumerent. Qui omnes consenserunt ejus preeibus inclinati. Intcrea dum hec agerentur, quidam miles cum raultis armigeris terram dicti lantgravii hostililer depredavit, et dum esset in reditu, occurrit ei famulus de Castro suo, nuncians ei, quod uxor ipsius eadem hora fuisset periclitata in partu et cum puero mortuo expirasset. Quo audito miles perturbalus consideravit, quod deus ipsum sie plagassct pro eo, quod per bujusmodi depredacionem k saneturo propositum domini sui lantgravii voluit retardare. Bcddito igitur spolio his, quibus abstulerat, accessit ad domi- num suum petens veniam de commisso. Cui lantgravius: quomodo, inquit, ausus es1 in conspectu meo comparere"? At ille, confisus, inquit, de solila benignitate gracie vestre ad vos veni, quia coneepi firmiter in corde meo intrare ordinem domus Theutonice sicut et vos. De quibus verbis lantgravius tantum exultavit, quod cum gaudio irruens in amplexus ejus omne delictum remisit. Hoc facto cum dicto milite et Hermanno et Theoderico prenominatis et cum mullis aliis militibus et nobilibus venit ad fratres domus Theutonice Marcburgk, ubi dum deberent vesliri et more consueto prostrati jacerent ante altare et sa- cerdos post alias oraciones alta voce cantando ineiperet: alleluja veni sanete spiritus, descendit Spiritus sanetus corporali specie sicut flamma ignis super ipsos et quanto magis quilibel ipsorum" accensus fuit in dilectione dei tanto major flamma predicta in conspectu omnium astancium apparebat". llic fratcr Gonradus lantgravius magister adeo illuminatus fuit a gracia spiritus saneti, quod facta hominum secrela novit, unde nullum vicio fornicacionis reum circa a) rvrerrad« fehlt b«i H. b) Ten. K. T. H. e) fehlt bei H. d) eam H. e) Olandbach T. f) P»- priem H. g) praeter«* H. h) hTnum K. habitum T. H. 1) poituUm ot eingeeehoben Ton T. ma- nende fetrawelich 3. k) dertrrc«tioi>em K. II. deprvdacionem T. 1) audee H. m) comp» ran- K. eomparere T. U. n) Ipeo K. U. ipeorum T. o) apparebit II. ^) Gladbach oderGladbeck, auch München-Gladbach, ein Städtchen mit einer Benedicti- nerabtei, welche um das Jahr 974 gestiftet Wörden, der Hauptort des gleichnamigen Amtes im Herzogthum Jülich. Büsching, Neue Erdbeschreibung, Bd. 8, S. 715. Digitized by Google 200 PETRI DE DUSBURO se potuit suslinere. Quod quidam abbas intelligens voluit examinare, si ita res sc habcret, et adducens secum duos juvenes fornicatorcs accessit* ad magj- strura, qui statim visis famulis jussit eos recedere. Sed dum famuli premissa vera contricione et confessionc redirent, magister intuens eos ait: o bone Jesu, quam misericors et bonus tu es, isti duo famuii prius fuerunt filii diaboli, modo sunt filii dei. »• De elcctionc Wilhclmi comitis Hollandie in regem ^Romanorum. 1249 Anno domiui HccxLIX -mortuo lantgravio Wilheunus com es Holland!« clectua fait ia regein Romanorum, sed post modicam tempas est a Frisooibtis ioterfectos, et sie oterque eaniit eorooa imperial!. (Ptol. 22, 9.) sä De morte Hemrici regit Dacie. 12W Anno uccl Henricus rex Dacie a fralre soo joniore Abel oeetdilur, ut pro eo regnaret, sed jasto dei jodicio, ne pro maliria commodum reporlaret, seeundo anno eat a Frisonibas oed- sus. (M>rt. P. 404.). Hoc factum predixit regi sanetus Wenceslaus dux Bohemoruro, qui ante cec annos eodem modo a fratre suo fuerat interemptus, et rogavit dictum regem Henricum, ut in honorem sui nominis ecclesiam faceret fahricari, sicut fecit, scilicet monasterium ordinis Cislerciensis b in Revalia, que est sita in terra Livonie. m De destnictione civitatis Ncapolis et morte Conradi filii Fridcrici n imperatoris. 1251 Anno domini MCCLI Conradna fiüna Friderici imperatoris II de Uli« regia JeroaolimiUai intravit regnom Apalie et Neapolim r. Muros funditos destrnx.it, aed anno seqoenti mortuus e*t veneno. (ftUrt. p. 404.) 87 De Alexandro papa im et vacacionc imperii. 1253 Anno domini mcclui Alexander papa ml quondam legatus Wilhelmus terre Polonic 6t Pruzie vacante imperio sedit. Hic fiiit beneficua, graciosus et pias in pauperes et (rtoi. 22, 13.) mulla bona fecit pro statu terre Pruzie, quiad angustias, quas ibi fratres domus Theutonice et alii cristifideles paciuntur, fide videral oculata1. M De fratre Poppone magistro generali vi ordinis domus Theutonice. ' Frater Poppo de Osterna magister generalis vi ordinis domus Theutonice fuit hoc tempore. Hic post multa bella, que ante assuroptum officium et post gloriose gessit in terra Pruzie et Livonie, gravatus senio et labore officium suum humiliter resignavit, et successit ei frater Anno in officio supra diclo*. 3» De electione Alfonsi regis Castelle et Richardi comitis Comubie fratris regis Anglie in regem Romanorum in discordia. 1256 Anno domini mcclvi principe* Alimanie doos scilicet Alfbnstim regem Castelle et Richardnm comitem Cornubie fratrem regis Anglie in discordta clcgerant in regem liumaaorum, que diseonlia multo tempore daravit. (Ptol. 22, 15.) •) daeemit H. Cap. SS. b) cutrici*n»U K. T. eittmleuU H. Cap. S6. e) Nupolim K. D. Ke»poU °*f>U Mad. Pol. Nespolit m. T. Cap. «7. d) qui H. Gap. 81. e) So im Iod», im Teil de m. o. d. t. VI. t) Vgl. zu III, c. 33. S) Nach der .Stellung, welche Dusbure dieser Notiz giebt, scheint er die Wohl Poppo's nach 4*53 zu setzen. Poppo verwaltete das hocbmeisterliche Amt nur bis 41156 oder 4 857, Historiogr. S. »66. Digitized by Googl CRONICA TBRRE PRÜSSIE. PARS i\. 201 De canonizacione sancte Cläre. «o Aua« domini mcclvii papa Alexander saoctam Ciaram de ordine saacti Damiaai", qoe «»7 postea facte fueruatb ordiau fratrnm Minorum, canouiiavit. (Ptol. 22, 18.) De Alberto magno et Thoma de Aquino. «> Hoc tempore fait Albertus magnus elericus* de Alimania ordinia Predicatorum, qui in aciencüs parem dod babuit. Hie* episcopatum Raüsponeusem resigaans ia.civiUte Colooiensi will anois acta fuit legeaa, et etatu tue aaao LXXX et domini anno MccLXXX moritur'1, et Coloaie eat defuactus. Florait et eodem tempore frater* Thomas de Aqaioo diacipulus Al- bert! ordioia Pradieatornm (Ptoi. 22, is — 20.) , qui postea canonizatus fuit, a papa Jo- hanne XXII. De recuperacione civitatis Constantinopolitane. « Aaao domioi tfCCLix Constaolinopolis, quo per Gallicos et Venelos capta foerat, per Paleo- «259 logum imperatorem Grecorum recuperatur. (Mart, p. 405.) De morte sex milium de Florentius et Lucanis. « Eodem aaao et Florentinia et Lucaais pugaantibus contra Senenies ultra sex milia capti et mortui eecidernnt. (Mart. P. 405, 406.) De hello regum Bohemie et Ungarie. ** Aaao domini mcclx rez Ungarie regem Bobemie in bello aggreditar babens diversarvm '2so ootiooom XL milia r equitum. Cui rex Bobemie com centum milibns equitom et septem mi- Iibns dextrariorum'* occurrit, cumqueb iosultam simul facerent, tantus pulvis surrexit, ut ia media die homo bominem vix agnoscere posseL Tandem rege Ungarie graviter vulneratn, ipse cum suis fugit et ia quodam fluvio preter oocisos xilll milia hominum de Ungaiia suat sub- meraau (Man. P. 4oe, 407.) De institucione festi corporis Cristi. «» Aono domini mcclx l* Urbanus papa litt institnit Teatum corporis Cristi, quod po-1261 stea Vienae a demente papa v ia concilio generali aaao licecx confirmatum fuit. (Ptol. 22, 23-25.) De donacione regni 1 Cecilie Carolo. •« Am» domini mcclxiii idem Urbanus papa reguum Cecilie, quod Maofredus violenter occu- paverat, dedit Carolo comiti provincie fratri regia Prancie, ut eriperet illud ab eo. (Man. i>. 407. Ptol. 22, 26.) De fratre Annone magistro generali vu ordmis domus Theutonice. k *• Frater Anno generalis ordinis domus Theutonice vu fuit hoc tempore, vir Cap. 40. a) Damian! Ptol. Lueeni. 22, 10 und Cod. K. Dominiri Marl. Fol. p.41t. b) quae poitea taneU furrunt K. H. qui pottea «aneti fueruot T. und lint franciacine wordn J. quo pottca iacto »unt miiiorUaa« Ptol. Luc. 22, 10. Cap. 41. c) hie ip»e II. d) mortuu« H. e) frater fehlt bei H. Cap. 44. f) hii« d. n. XL milia K. haben« d. n. XL m. T. cum d. n. XL millibus IC. j) dexteriorem K. dextrariorum 11. dexterariorum T. h) cum qua K. com hi «11. cum qua multitudiue dum T. Cap. 46. i) regine K. Cap. 47. h) 8o Im Index, im Text de m. f. d. U 4) Clericus ist wahrscheinlich verschrieben statt lector, vgl. Joh. Victoriensis bei Boeh- mer fontes *, 291 und Annal. Colmar, ibid. ä, 4 4 und 4 5. Die Worte linden sich bei Ptolcm. nicht. 5) Fehlerhaft wegen ungenauen Ausdrucks. Martin hat inter quo« statt et. I) Dieses Jahr wird von Ptolem. ia, 83 nur als Urban s Anlrittsjahr, nicht als der Zeit- punkt der Institution angegeben. Digitized by Google 202 PETKI DE DLSBIRG g.joiiutique deo devotus, qui multa bona fecit pro statu ordinis et terre sancte. Obiil tiii idus* Julii 18 De cometa et significacione ejus. 12«4 Anno domini mcclxiiii oometes Um nobitis apparoit, qoalem tote nullus vivens vtdit. Ab orieote cum magno fulgore surgens1' usque ad medium emisperii vertat oceidentemc com am perlocidam protrahebat , et licet in divrrsis mundi partibas multa' signifeaverit , boe tarnen uoam comperlum est et verum, at com plus quam per trea menses doraverit, ipso primo ap- parente papa l'rbanos cepit infirmari, et io eadem nocte, qua papa moriebator, et cometes dis- paruit *. (Mwt. p. 407. Ptol. 22, 29.) io De coronacione Caroli in regnum Cecilie et morte Manfred* filii naturalis' Friderici1 Ii imperatoris. 12«S Anno domini mcclxv Clemens papa im Carolom predictom corooavit* in regnuni Ce- cilie, qood ei papa (Jrbanus dedit. Hic Carolas Manfredura Gliom oaturalem Priderici imperato- ris II viU et regno privavlt. (Mut. p. 408. Ptol. 22, 30.) m De vastacione Hispanie per Sarracenos. 12M Aoao domini llccLXM molli Sarraceni ex Afriea venieates Rispaoiam eeeopaot, sed landem CrUÜoni non sine multa snugoiais sat eftösioae de ipsis triumphabaat. (Mut. P. 408.) si De destrueiione Artnenie et Anliochie per soldanum Babihnie. 1287 Anno domini mcclxvii soldanos Babilooie Armenia destrueta Anüocbiam naam de Famo- sioribas civiUtibus orbis cepit, et occists et capüs omnibos ipsam in solitudinem redegit. (M»rt. p. 40*. Ptol. 22, M.) «i De morte Conradini nepotis Friderici u imperatoris. 1268 Anno domini mcclxviii Conradinus nepos olim Friderici imperatoris u in bello a Carolo rege Cecilie w predicto capitur, et cum moltis nobiliboa de Alemania decapiutar. (aun. p. 4<*. • Ptol. 22, 34— 3*. ) a* De morte Lodotvici regis Fronde et filii sui et de multis cruce signatis pro recuperacione terre sancte. , n10. Anno domini mcclxx vnt kalendasSeptembria* Lodewicos rex Fronde cum duo- bns filiis suis et moltis prineipibos' iter assumpsit pro recuperacione terre snnetc, sedwpse com uoo filio et multis aliis io via moriebatur. Hic rristianissimna rex post moltas oreciones hanc intalit: introibo in domnm tuam, adorabo ad tcmplum saactom toom et conEtebor nomen tuuro, domine \ « boc diclo io domino obdonnivit. Alia pars exercitua processit, et com ad eos Carolus rex Cecilie com suis veoiret, gavisi sunt, et in Uatom angastiaveront soldauum et scos, qood s) VIII idut K. T. H. du uunde idnt J. Bei Dusburf k&nn nicht wohl Villi Idas (ttndert ward«) ; dafür mOute »chon Noaii «Uhn. Cap. 4«. b) »argen« Mart. Pol. p. 407. Ptol. Luc. 22, 2«. fulferu K. T. H. c) vertu« oce. Mart. Ptol. Teno» fehlt K. T. H. d) protrahebat Mut. Ptol. pertr. K. T. II. e) forte roulu Mut. Ptol. forte fehlt K. T. II. Cap. 48. f) numeralU K. «) Priderici fehlt K. Cap. 52 . h) Ccllüe K. CeUlUe H. Slelliac T. ceclüen J. Cap. AS. i) tu. p. K. T. m. aliii p. D. k) ad t. ». t. et <«B. n. t. do. K. ad templutn unetum tuum et eonatebor nomlni tuo, domine T. ad tcmplum «asetnm tuum et conßtebor nomen tuuro. Du do tit übersehen n. 4) Nicht 4*63, sondern schon U57 war Anno gewählt. Er blieb Hochmeister bis 1S73 oder Historiogr. S. 267. 5) Leber den Zusatz, welchen Jeroschin hier ntocht, und über einige andere Schilde- rungen dieses Comctcn vgl. die Einleitung. 3) Ungenau, statt per qunsdam cardinnies coronari mandavlt. 4) Ludwig s ToilesUig, Vlll Knl. Sept., ist von Uusburg genauer augegeben, als von Plo- lein., welcher Kai. Sept. hat. Digitized by Google CRONICA TERRE PRCSSIE. PARS IV. 203 oportoit eos inire pacem sub bis paotis, qaod ipse suldanns omnes Cristianos captivos redderet, et qaod eecleaiis dei coostrnctis in omnibnx civitatiboa regni sui admitteret, ut fidea Cristi pre- dicaretur in toto regao suo, et q«i vellent baptizari, baptizarentar, et quod ipse fleret tribalarius Cristiaois. Hoc facto venit Edaardas rex Aagbe cum maltitadine Frisoaom et peregrinorom, et compnlnbantar in toto exercita cc milia pngnatorum, et spcrnbant Cristiani, quod non aolam ter- ram sanctam sed eciam teiram Sarraccnoram sibi deberent sabjagare. Sed oxigentibas peceatis totas exercitas Cristianoram est dispersa«, ita qaod de illo nulla alia atititas est secata, qnia p.ipa, patriarcha, legatos, rex Navare sunt defaacti. (Mut. P. 414. Ptol. 22, 41, 42.) De Gregorio x papa et canonizacione sanete Hedwiyis ducisse Polonie. Anno domini liccLXXll Gregorius papa ix* fait. Hie sanctam Hedwigim dncis-1272 sam Polonie eanonixavit (Mut. p. 413,414. Ptol. 03,1.) De eleclione Rudolphi in regem Romanorum. « Anno domini MCCLXXllI Radolphna de A*tbargib in regem Romanorum est eleetaa. <273 {Mut. p. 420. Ptol. 23, 3.) 51 De fratre Hartmanno de Heiderunge magistro generali vm ordinis Theulonice. c Frater Hartraannus de Heiderunge magister generalis ordinis domus Theu- tonice vm hoc tempore fuit, qui obiit xim kalendas Septembris*. «»• De concilio Lugdunensi et morle Beneventure cardinalu et Thome de •» Aquino. Anno domini mcclxxiiii Gregorin* papa x babait concilinmd Lngdoni pro snbsidio terre 117< saoete, in qno Greci ad nnitatem* sanete ecelesie redicront, nuncii qnoqoe Tnrtaroniui baptixatl soat. Dominas fieaeventara eardinalia de ordioe fratrnm minoram mor- laas est * (Mut. P. 415. PtoL 23, 2.) De Jnnocencio papa v et Rudolpho rege Romanorum. *» Anno domini MCCLXXV Innoceocins papa v, qai pries dicebatnr frater Petraa de 1276 Thareathasia', ordinis Prcdicaiornm et Radolpbaa rex Romanorum regaaverunt*. (Mut. p. 416. Ptol. 23, 17cf. 2.) De morte primogeniti Rudolphi regis. s* Hoc tempore primogenitas Rudolphi regis rediens victoriose de comite Sabaudic in Reoo sabmersus est. (Ptol. 23, 18.) De Adriano v papa et rege Rudolpho. «• Anno domini MCCLXXM Adrionas papa v« et Radolpbaa rcx Romanoram regnavernnt. '2'8 (Mut. P. «17. Ptol. 23, 20.) 0«p. 84. ») IX K. T. H. Aach J. C*p. 55. b) utburg-k K. Mtburg J. H. Habibury D. T. C&p. 56. e) So im lndm, im Twrt fehlt da Heldcmoge und VIII steht am Endr. Cftp. 57. d) conslHum II. e) unlonem H. C»p. 08. t) TbuenthuU K. ThurentbetU T. T»r«»U»i» D. C»p. 60. f) V K.T. VI D. 4) Gregor IX. blosser Schreibfehler statt Gregor X. Die Canon isation der heiligen Hed- wig gehört io die Zeit des Pabstes Clemens, Martin p. 4 IS. 1) Er war Hochmeister von 4i7*-4282, Historiogr. S. 267. 8) Von Bonaventura ist zwar Ptolem. 28, 2 die Rede, aber nicht von seinem Tode. Tho- mas von Aquino starb auf der Reise zum Concil, Ptolem. 23, 8. t) Die Zahl 4 275 und den Vornamen Petrus fand Dusburg in den angeführten Quellen nicht; statt der ersteren steht daselbst 4 276, der letztere fehlt. Digitized by Google 204 PETRI DE DUSBIRG «i De edificacione caslri et opidi Risenburgk. Hoc anno Albertus episcopus Pomesaniensis edificavit Castrum et opidum Risenburgk* in terra Pruzie. es De Johanne xxi papa et rege Rudolphe* rege Romanorum. Eodem anno Jobonnea popa xxi nacione Hispanus marnnn in arte phiaiea librnm composoit, qui snmma vel llicsaurus pauperum dicitur (Ptol. 23, 21. Matt. p. 418.) «3 De victoria Rudolphi regis Romanorum contra Ottackarum regem Bohmte. Hoc tempore Ruilolplius rex Roinanorum Ottackarum " regem Bobemie in bello occidit, et ducatum Austrie filio suo Alberto dedit, qoi postea faetus fuit rex Romanorom, et 6liam sau dedit filio c regis Bobemie occisi. (Ptol. 23, 25.) m De Nicoiao m papa et rege Rudolpho et inundacione Tyberis. 1277 Anno domiui MCCLXXVII iNirolaus papa Iii et Rudolphus rr^naverunt. Hoc tempore Roioe Tyberis in tantum inundavit et erevit, nt per IUI pedes et ampliaa ascenderet super altare beste Marie rotvade. (PtoL 23, 26. tun. ». 420.) es De relevacione corporis beate Marie Magdalene. 1280 Anno domini atcciAXX Karolas rex Saleroitaoas et postea rex Cecilie corpus Marie Magd»- teoe relevavit*. (Ptol. 23, 35.) m De morte Alber Ii magni. Eodem anno Albertut magous Colonie moritur. (ptol. 22, 19.) «7 De miraculis saneti Jodoci in Pomesania Pruzie. Hoc eciam anno sanetus Jodocus in diocesi Pomesaniensi in Pruxia ineepit facerc miracula. a» De Martino papa im et rege Rudolpho et monstro piscis marini et morte multorum Gallicorum in Cecilia. Anno domini MCCLXXXl Martinus papa im et Rudolphus rex Romanorom regnaverunL Hoc tempore mense Febraarii piscis marinas in efllpe leonis captas fuit in illa plaga maritime r, qoe sita est versns Montem altum, el portatos apud Urbem veterem, quo mnltitado eurialium ve&it ad videodun) moostram hoc, quin pellis ejns pilosa fuit, pedes breves, eauda leoniua, caput leoninma, aores, os, deates et lingaam haboit quasi ieo. Rererebatar, qaod in ejns capeione planctas b»r- ribiles emiserat, sie qaod malti prenostieabant futora ex hoc. Et ecce non trage post ia regioae Cecilie* Paoormitani sneeeosi rabie Gallicos, qui morabaatur ibi, nmoe.t tarn mares quam femiois iu predicti regis contcmplnm occiderant, et qood detestabilius fuit mnlierom Latinarnm pregoan- cinm latera aperientej, qae dicebantnr de Gallicis h coneepisse, partns occidebaat, aatequam nas- CCrcotur'. (Ptol. 21, 1. Hart. p. 422. Hart- p. 424.) es De morle milium L Sarracenorum et xxx milium Tartarorum. Eodem tempore Tartari orientales ultra quinquafrinta milia Sarracenorum occiderant, sed soldanus resumptis viribus et animo Tartaros invasit et in fagam eonversos xxx milia inter- fecit1. (Hart. p. 426.) Cap. 61. a) Äieaenburjk and Riwnburjk K. Rytinbarj J. Riaenburt/k T. Cap. 63. b) Otaekarum aad OtUckarun» K. T. Ottackere J. e) Alk> «uo H. Cap. 64. d) ateenderent H. Cap. 66. *) rereluri* H. Cap. 66. f) marlttma Martin p. 424. f.) Seeilie K. Bedlia« H. Sieilia« T. b) OaUla H. Gallieb »>ni° p. 424. 1) naaoeretur H. 4) Stall XXX milia steht bei Martin CCXXX milia. Digitized by CjO CRONICA TERRE PRUSSIE. PARS IY. 205 De fratre Burgardo magistro generali ix ordinis domus Theutonice.' 70 Frater Burgardusb do Swanden magister generalis ix ordinis domus Theu- tonice prefuit hoc tempore. Hic nescio quo ductus spiritu dum ad terrc sancte defensionem, debuit transire*, petita licencia et obtenta habilum ordinis Theuto- nice deposuit et ordinem Hospita)ariorunia assumpsit, in quo postea est de- functus1. De Honorio papa im et rege Rudolpho et de conßrmacione ordinis Carme* 11 litarum et promocione ordinis sancli Augustini, quanlum ad magistros. Anno domini HCCLXXXIIII* Honorius papa Mit et Rodolphns rtx Romanornm regnave- l**5 rnnt. Hic papa ordinem Carmelitarum, qoi in coocilio Lngdnnensi uiansit suspenso«, conflrmavit et Carmelite matellos scarratos mutaveranl in cappas atbai. Hoc eriom tempore promotos est ordo Augustioensis, quairtum ad magistros, Parisius. (Ptol. 24, 13. um. P. 432. Ptol. 24, »4.) De fratre Egidio doctore magno ordinis saneti Augustini et tnortc ipsius. 1% Kodein tempore floruit magister Egidina ordinis Augustinensls * doetor magnus, qui postea a Bonifacio papa vm facta* archiepiscopus Bitnriceosis (Ptol. 24, 14.) morlUUS fuit Avinionis, Romana curia ibidem residente sub Johanne papa xxu anno domini mcccxvi r ka- lendis Januariis, et Parisius apud fratres sui ordinis sepultus. j3«8 De morle Conradi sacerdotis de Alimania, qui ad converlendum genles i* transüt Lethowiam. Anno domini mcclxxxv» Conradus sacerdos de Alcmania transüt ad terramu« Lethowie ad convertondum gentes ibidem. Qui cum moram fecisset per duos annos ibi, Lethowini ipsum interfecerunt. In Ioco autem, tibi interfectus fuit, postea candele ardentes sepius sunt vise. De Nicoiao papa im et rege Rudolpho et destruetione civitatis Tripolis. Anno domini MCCLXXXvni Nicolaus papa IUI de ordine fratrum Minornm et Rudolphus rex Romanornm regnavervnt. Hajos pape anno secuuJo h Tripolis est destracU captis Crisüanis inibi existentibns et oecisis1. (Ptol. 24, 20. M»rt. P. 432. Mut. P. 421.) De quadam virgine in diocesi Leodiensi, que ultra xxx annos* vixit sine i» eibo et potu. Hoc tempore in Alemania in diocesi Leodiensi1 in villa, que dicitur Erkel quedam puella incepil vivere sine eibo et potu, et sie ultra xxx annos vixit. Plebanus diele villc optulil ei oblatam non consecratam die, quo consuevit cor- Ca.p. 70. ») 80 im Index, im Text fohlt IX. b) Burksrdue, Burtvdu* K. Burjmrdo. T. Burkhard J. e) tmiem K. tnulit T. U. d) hexpiuliorum K. T. H. Cnp. 78. e) Aupiitinl K. T. II. f) MCCLXXX VI, verfehlt« Conjectur von H. Cap. 78. f) MCC LXXXVI, wie Torber H. 0»p. 74. h) Kodein prope anno, Conjectur von H., der bl*r die AbkQnuti|rrn der Haiidechrift nicht verstand. 1) die Stell* bnjus bis oectais fehlt T. C*p. 75. k) nnnos hinter vixit K. 1) Leodiensi K. T. In Indig J. Lcovienoi H. 1) Burcbard von Schwanden trat sein Amt nach Dusburg zwischen 4 881 and 1284 an, nach anderen Ueberlieferungcn ziemlich sicher 4282. Er kommt noch in einer Urkunde vom 23. December 1289 Cod. Dipl. Lubec. 1 n. 539 vor. Da Dusburg das Anlrittsjalir seines Nachfolgers (1290) nicht erwähnt, so muss es aus den spateren llochineistervcrzeichnissen ergänzt werden, Historiogr. S. 267. Näheres über seinen Zug nach Accon giebt Jeroschin. Nach einer von Voigt 4, 58, Anm. 8 hervorgezogenen Notiz soll Burcbard spüter die hoch- meisterliche WUrde noch einmal wieder verlangt haben. 2) Nach den Quellen nicht 4284, sondern 1285. Digitized by Google 206 I'ETRI DE DUSBURti pus domini sumere, quam* non potuil dcglulire, sed resumpla illa fc dedit ei hostiam consecratam, quam stalim deglulivit, perpendens in hoc, quod cibum mnterialem non posset sumere nullo modo. De confliclu circa Coloniam m villa Wurinc. Hoc tempore fuit conflictus apud Coloniam Agrippinam circa villam* Wu- rinc4, in quo Joannes duxBrabancie optiuuit victoriam contra Syfridum de Run- kel archiepiscopum Coloniensem , et preter communem popuium ex ulraque parte mille et ccc nobiles ceciderunt inlcrfecli1. De deslructione civitatis Achonensis. Anno domini uccxc in die Polencianc virginis scilicet xihi kalendas Junii d- vitas Achonensis a soldauo destructa est captis et occisls Cristiani« infinitis. (H«rt. p. 421. PtoJ. 24, 2J, 24.) Nota, quod circa annum domini dc eo tempore, quo Machometus morieba- tur, Eraclius impcrator in bcllo procedens contra Cosdroem regem Persarum dc- vicit, et partem ligni dominici, quam de templo domini tulerat, reportavit, ec- clesias dei et terram sanctam, quam destruxerat, reparavit. De statu terre sancte. Non longe post recessum Eraclii imperatoris de terra sancta, quidam no- mine Homar princeps Arabum, qui tercius successor fuit regni Machomeli terram sanctam ingressus hostiliter occupavit, et.sic Cristiani in civitale sancta' Jeru- salem et in partibus adjacentibus commorantcs per ccccxc annos perpessi sunt jugum durissiraum infidelium et crudelium dominorum. Tandem dominus cum diu iratus fuisset, rccordatus misericordie sue, videns afllictionem populi sui, cuidam pauperi et religioso homini de regno Francie, in Ambiensi episcopalu vitam heremilicam agenli, qui dicebatur Petrus heremita, inspiravil, ul sepul- crum domini et loca terre sancte visitaret. Qui cum venisset ad sanctam civi- tatem, videns loca sancta ab iropiis irreverenter traclari, virum eciara venera- bilem Symeonem civitatis patriarcham una cum subditis suis tanquam vile man- cipium cum omni abjeclione innumeris obpressionibus afiligi , sicut erat vir sanctus et valde compaciens et super aflliclos pia geslans viscera, cepit dolere vehementer et conlristari et variis modis secum anxius cogilare, si quo modo posset afllictis sub venire. Cum aulem quadam nocle in ccclesia dominice re- surrectionis in oracionibus domino supplicans pernoctaret, et f longo vigiliarum labore fatigatus supra pavimcntum ecclesie inciperet paululum obdormirc, do- minus noster Jesus Cristus apparuit ei in somnis, injungcns ei legacionem ad dominum papam et ad principes occidentales pro liberacione terre sancte. Ipse vero divina revelacione confortatus et zelo caritatis* succensus cum literis pre- dicli patriarche Symconis et aliorum fidelium Jerosolime commorancium primo dominum papäm Urbanum u petiit, a quo benigne susceptus Ytaliam transcur- rens et Alpes transiens, tarn principes orientalcs quam occidentales, quam » in- feriorem popuium sollicile admonendo, et' variis exhortacionibus (sicut erat vir prudens et potens in opere et sermone) multorum animos ad susciptendum pe- ») quod H. b) es U. Oap. 76. c) tUIm K. TitUm D. d) wnrtnee X. wtwu|«n J. WurmiM U. Oap. 78. c) in eirttste uneUn K. in cititat« «ancU T. in ciriutcra iMctam H. f) et ron T. «üigrschot^n. g) carilatU K. T. civitatii H. h) qnamque T. i) et fehlt T. 4) Vgl. Anna). Mogunt. bei Bochmer fontcs 2, 154. Digitized by Google CRONICA TEURE PRUSSIE. PARS IV. 207 regrinacionis Jerosolimitane' laborem inclinavit, domino cooperante et legati sui sermonibus copiosam graciam largiente. Non multo tempore post dominus papa Urbanus predictum Petrum in Gallias secutus, convocato concilio generali cala- mitates et oppressiones fidelium in terra saneta comtnorancium et tarn domini- cutn scpulcrum quam alia saneta loca ab itnraundis* canibus conculcata et pro- phanata ditigenter exposuit, omnibus, quos spiritus sanetus ad ulcionem inju- ria rum crueifixi et ad lerre sanete liberacionem incitaret, in remissionem omnium . peccatorum tarn sanetam et placilam peregrinacionem injungens. Semen autem verbi dei cecidil in terram bonam et fertilem et fecit fruetum muitum, sie quod multi episcopi, prelati ecclesiarum, prineipes, duces, comites, barones et nobiles et alii signo salutifere crucis humeris suis aüixo sese volo peregrinacionis domino obligarunt. Anno ergo domini «evi predictus Petrus cum cruce signatis et mul- titdtline copiosa Theutonicorum mare transiens Hellespontum civitatem, que€ hodie brachium saneti Georgii dicilur, urbem etiam Anthiocenam et civitatem sanetam Jerusalem, et procedente tempore per alios peregrinos advenientes in- Gnitas et quasi inexpugnabiles civitates et castra ce|>erunt, de manibus mfide- lium liberantes, sie quod in civitate saneta Jerusalem patriarcha fuerat institu- tus, qui sub se habuit qualuor archiepiscopos scilicet Tyrensem cum quatuor suffraganeis, Cesariensem cum uno, Nazarenum cum uno, et Petracensem cum uno suffraganeo. Ecclesie collegiate, monasteria regularium, cenobia monacho- rum, oratoria heremitarum, claustra sanetimonialium fucrant multa nimis. Rex fuit et Jerusalem, qui sub se habuit multos prineipes, comites et dotninos. Ecce quis enumerare sufficeret mira et magna opera domini, exquisita in omnes vo- hintales ejus, que in materiam laudis sue et in usum necessitalis nostre creavit. Vidit deus cuneta, que fecerat, et erant valde bona, et nihil odit eorum, que fecit. Solum pecedturo, quod nihil est, odit, persequitur, et dcslruit. Unde cum sex diebus solo verbo cuneta creavit, annis plus quam xxxm ad destruendum peccalum in mundo laboravit. Hoc solum est, quod ei displicet, quod oculos majestatis suea offendit, quod ipsum mitem et suavem nobis asperura reddit, hoc est, quod de angelo diabolum fecit ; de libero servum, de incorrupto morta- Icm et corruptum, de bcato miserum et de cive exulera et ejeclum, de filiis dei filios diaboli ; hoc est, quod nunquam impunitum relinquit. Unde peccatis im- piorum hominum exigentibus, qui terram sanetam* mullis modis sceleribus sor- didabant, et ipsum provocantibus f, conversus est in crudelem, qui natura be- nignus est et suavis. Unde facti sunt in derisum vicinis suis, et inimici coram subsannaverunt eos. Cythara eorum versa est in luclum, et fortitudo eorum re- dacta est in favillam. Facta est quasi vidua domina genciuin, prineeps provin- Thmn i, i. ciarum facta est sub tributo. Adeo enim conclusit deus in gladio populum suum et hereditatem sprevit. Adeo facti sunt inimici eorum in caput«, etk ipsi in cau-Thren t, 5. dam, quod non solum terram promissionis, sed omnes fere regiones, civitates et municiones ab introilu terre Egipti usque Mesopotamiam itinere plus quam vi- ginti dierum inimici eorum violenter abstulemnt preter alias multas civitates et municiones maritimas. Postea multi reges et prineipes cum innumera multitu- dine armatorum venientes terram sanetam recuperarunt et recuperatam iterum perdiderunt, sie quod anno domini mccl ineepit sensibiliter deficere, quousque k) JnwoUiM K. T. HtarMolymieu H. b) immundb K. T. nmnd» U. e) Q K. T. qw U. abminitim- mend mit J. d) lue K. ejus T. H. e) «ive H. f) tpium provocsoUbut (ohne et) K. rt iptnin proton- bMt T. H. f) in c«pit« K. H. In caß. T. b) ut et U. 1 Digitized by Google 208 - PETKI DE DUSBL'RG anno ejusdem domini mccxc civitas Achonensis, que sola supereral, a paganis fun- ditus est destrucla. Causa dcslruclionis hujus civitatis fuit duplex, prima di- versitas dominorum, qui in defensione ipsius discordabant, secunda, quod cruce signati, quos dominus papa misit in subsidium, erant sine capite et rebelles et treugas continue infringebant. n Querimonia desolacionis terre sancte. Sic ergo tu o sancta terra promissionis deo amabilis et angelis sanclis ve- . nerabilis et universo mundo admirabilis a deo1 electa et preelecta, utk te pre- senciac sua visibiliter illustrnret, et in te libcracionis noslre sacramenla roinis- trando genus humanum redinieret, posila esd desolata et merore consumpla. Tbren. 2, .'». Partus est dominus inimicus, precipilavit omnia menia lua, dissipavit municio- nes luas, dissipavit quasi ort um tenlorium tuum, demolitus est tabernacuhim tuum, oblivioni tradidit festivitates et sabbalumr, abjecilr in opprobrium in in- dignacione furoris regem et sacerdotem. Omnes perseculores tui apprehende- Thr*o.i,2.runt te inter anguslias, plorans ergo plorasti in nocte, et lachrime in maxillis tuis, nec est, qui consoletur te ex omnibus caris tuis. so Exhortacio terre sancle ad Cristianos pro liberacione sua. Audite obsccro universi populi Cristiani et videte dolorem desolacionis mee, recordamini, quid acciderit mihi, inlucmini et respicite opprobrium meum, ap- prehendite arma et scutum et exurgite in adjutorium mihi, eßundite frameam et concludite adversus eos, qui me persequuntur, eripite me pauperem et desola- tam* et de peccatorum manibus liberale. *» De Celeslino v papa et rege Adolpho de Nassow. 12W Aono domini mccxciiii Cetesunas v papa et Adolpatu de Nmow re* Romanorum reg- nanth. (PtoL 24, 27, 29. Bfart. p. 4M.) •« De Bonifacio vm papa et rege Adolpho. Anno domini MCCXCV Bonifatius vm papa et Adolpau» rex Romanoruro regnaut ' (PtoL »pp. p. 1217. M«rt.p. 435.) 8» De canonizacione sancti Lodowici regis Francie. 1397 Anno domini mccxcvi Bonifatius papa canonizavit Lodowicnm regem Francie*. (Ptol. tPp. P. 1217. Mirt. p.436.) »* De fratre Godefrido de Hoeloch magistro generali ordinis domus Theutonice. vm Anno domini mccxcvu frater Godefridus de Hoeloch electus fuit in roagis- trum generalem ordinis domus Theutonice, et prefuit xiii annis. Nec tarnen in- ter alios magistros computatur, quia in xm anno resignavit oflicium suum, et Herum temerarie resumpsit*. Cap. 79. ») »dto K. H. % deo T. b) nec K. H. nt T. e) petootto H. i) f K. est H. et T% «)ialta» (I uod b durchitricheti) K. nbbaUinoi T. II. f) Conjactur, oach J. et eoojicirt T. Cap. 80. g) «Uso- Utum U. Cap. 81. b) Dieser Ab«U fehlt bei II. Cap. 68. i) Dieter Ab»»U fehlt bei U. 4) Die Zahl 4 296 bei Martin ist wohl nur Druckfehler. 2) Statt 1296 ist wohl 4 297 zu lesen, wie Ptolem. und Mart. haben. 3) Leber Gottfried von Hohenlohe vgl. zu III, c. 288 und Historiogr. S. 268. Digitized by Google CRONICA TERRE PRUSSIE. PARS IV. 209 De morte Adolphi regis Romanorum. »» Anno domini MCCXCVIU Albertus dux Austric Adolphum regem Romanonim occidil in bellu, ei in regno. (ptol. aPP. P. 121«. Mvt. P. i:u, 431 ff.) De Alberto rege Romanorum. ** Anno domini mccxcix Bonifacius papa vm et Albertus rex Roinanonun regnant 1 . ,29!i (Ptol. app. P. 1220. Marl. P. 43J.) De morte cc milia Sarracenorum. 87 Anno domini mccc Tartari excuntes a sedibus suis iovaserunt Sarracenos et primo t300 in Capadocia, deindo in parlibns Selcucie sive Antiocbic, inde in Armcuia majori et minori, obinde in tota terra* promissionis et in Damascn et in Gaza usquc ad confinia Kgipti, in quibus omnibus regionibua plus quam cc milia Sarracenorum occiderunt. (PtoL app. P. 1220.) De induhjencia annijubilei. *s Enden anno fnit an aus jubileus et dominus Bonifacius papa dedit omnibus visiüintibus limina beatorum Petri et Pauli apostolorum plenissimam iudulgenciom pcccatorum. (Ptoi. aPP. p. 1220. Mart. P. 437.) De cometa. 8» Auno domini MCCCI cometa apparuit in Septembri .in uccidente in signn scorpionis, quod est J^J^ domus Marlis, qui aliquando emittebat comam ad orientem, aliquando ad meridiem et apparuit ia sero. (Ptol. app. P. 1221. Man.p. 437.) De morte regis Ungaric et Carolo successore ipsius. 90 Hoc tempore Andreas rex Ungaric inoritur et post multns altercaciones iuter regem h Bohemie et duccm Auslrie babitas Karolas Martellus reguum L'ngarie optinuit. (Ptol. app. p. 1221.) De hello Alberti regis Romanorum contra ducem Havarie et Maguntinum eist Coloniensem archiejiiscopos. Eodem anno Albertus rex Romanoram prevaluit iu bello contra ducem Bavarie et Magunti- num et Coloniensem e arcbiepiscopos. (Ptol. aPP. P. 1221.) De quodam miraculo bcate virginis. m Anno domini in.cc.11 quidam latro, dcvotus tarnen virgini Marie, Perusii ini302 Ilalia dccollatus fuit, cujus caput jani preeisuni de corpore* clamavit alla voce: afferte mihi sacerdotem, quia beata Maria, prout eam in oracionibus meis sin— gutis diebus fusis roga>i, non sinit me mori, antcquam confitear omnia peccala mea, et sie factum fuit. De discordia Boni facti pape et Philippi regis Francie. 9» Eodem anno inoepit discordia inter Bonifacinm papam ex una parte et Pbilippuin rcgeiu Francie ex altera. Dixit enim papa, regnum Francie in temporalibus et spiritualibus iiume- diate subesse sedi apostolice, et misit papa rescriptum subjectionis cum bulla regi Francie, uasereas diceatem contrarium hereticum esse. Quod rescriptum lectum fuit et combustum Pari- sins in palacioc regis coram innnmera multitudine clericorum et laycorum. Et rex contra papam posuit XV articulos criniinosos et appellavit ad futurum cnuciliuiu Cap. t7. a) totam temm K. U. toU terra T. Gap. 90. b) ducem H. Cap. 91. c) Coltnenwm, im lud«* ealneMcm K. colonlcntem H. Cap. 98. d) fehlt bei H. Oap. 93. •) Palatino H. 4) Die angeführten Quellen geben die Zahl 4 398 statt 1299. Script, r. F. 1. 44 Digitized by Google 210 PETRI DE DlSBURC sive papam. Papa tarnen de hujusmodi criminibus Rome in concilio se pur- g a v i t. (Ptol. p. 1221 ff. Wart, p. 438.) m De morte plurium Galitc ururn et Flandrensium. Juli Rüdem anno in mens« Julii Flandrens«» rebellaverunt contra regen Froucie , et cnnvenientes in bcllo tria milia Gallieorum Winkum , baronum et nobilium ceciderunt. (Ptol. p. 1222.) 1303 Anno dotoiiii Mccciu Bonifacrus papa Albertum regem Romauorum in imperatorem confirmat et eidem regnum Francie subjecit, quod tarnen Clemens papa v postea revoeavit. i. p. 1222, 1227. Hart. p. 43», 442.) Eodem anno inter Gallicos et Fiandrenses magoa strages facta fuit, et ex utraque parte plnrimi cecidernnt. (Ptol. P. 1233.) ^ De capeione Bonifacü pape et dispersione thesauri. in prineipio mensis Septembris apad Aoagiiiam in loco scilicet papa Bonifaciog capitur, totusquef tbesanrus ecclesie dispergitur. Sed tandem per cives dietc civi- tatis liberatus Romam ducitar et in sedu sancü Petri locotas post modicum spacium tcinporia ex- piravit. (Hart, p. 43«. Ptol. p. 1223.) »e De Benedicto papa xi et rege Alberto. 1303 Anno domini mccciu Benedictas papa xi de ordine fratrum Predicatorum et Albertus rex Romanorum regnaverunt. (Man. p. 440. Ptol. p. 1224.) »7 De inundacione aquarum. 2&. Decembcr Anno domini Mccciui circa nativitatem ejus tanta fuit aquarum inundancia, quod homines pulabant, sc diluvio pcriluros. Ambo ponles Parisius corruerunt, sie quod nulluui ipsoruni vestigiuni remaneret, et plura in aliis provineiis damna fecit. äs De demente papa v et rege Alberto. i:m Anno domini ncccv Clemens papa v et Albertus re.\ Romanorum iaperanL (Marc p. 441. Ptol. p. 1228.) »o De casu pape et corone sue et oppressione multorum. 18. Noramb. Hie papa Clemens in octava saueti Martini dum post curouackmem saam desrcnderet de ecclesia sancü Justi in monte apud Lugdunum , cecidit mnrus et mal tos oppressit , et dux ßritanie, qui equnm pape duxit, mortuns est. Karolas fratar regia Francie lesus fuit valde, et ipse papa passus est. Equus eniin ejus cecidit et lapidibus obrutus est, et Corona cecidit de capite ipsius, et in casu perditus fuit lapis preciosus rubinus, qui stetit in capite corone inestimabiUs precii , que omnia eront indicaliva stalns sui fnteri. (Hut. p. 441. Ptol. p. 1226.) 100 De empeione caslri Dunemunde. 1305 Anno domini mcccv fratres domus Theulonice de Lyvonia Castrum Dune- 26. Juu munde' in crastino beali Jacobi apostoli justo empeionis titulo sunt adepli1. 101 De miraculis saneti Ruperti in Kunigsbergk. i3oc Anno domini mcccvi in Prussia in Castro Kunigsbergk ineepit dominus fa- cere miracula propter reliquias saneti Ruperti b, et multi homines et canes et alia jumenta a diversis languoribus sunt curati. Cap. 100. a) Danemunde U. Cap. 101. b) Huperti K. T. Buprecht J. 1) Vgl. Canon. Samb. c. 7. Die Verkaufsurkunde ist jedoch in vigilia ascensionis domini [86. Mai) 1305, Mittb. aus der IM. Gesch. 6, 867. Ein Entwurf darüber (von 4 305) steht ebenda 8, 116. Digitized by Google CROXICA TERRE PRÜSSIE. PARS IV. 211 De morle Wenceslai regis Bohemie et translacione regni ipsius. iot Anno domini mcccvii" Wenceslaus rex Bobeinie moritur, et filius ejus in BudalM* coronatar, et eodera anno est a quudam suo milite interfectus, (PtoL p. 1227.) et SIC regnuni Bohcmie, quia heredem non habuit, translatum est ad alienos, quia rex Roma- noruin Albertus filium suum instituit in dictum regnum. De capcione insule Rodi per Hospitalarios. ios mno Hospitalarii ceperant iusnlam Rodi, in qua hnbitabant Turchi, et v alias in- (Mart.p.442.) De occisione Alberti regis Romanorum. 10» Anno domini stcocvm in die beatorum Philippi et Jacobi Albertus rex Ro-!^*miü manorum a Joanne duce diclo Anlanl nepote suo öcciditur, quia partcm ducatus Auslrie abstulit ei, licet esset verus hercs. De electione Henrid comitis de Lucellenburgk in regem Romanorum. ios Eodcm anno in die beate Kathen ne principe* Alcmauie electores Henricum conti- 25. November tem de Lucellenburgk b in regem Knmanorum concorditer elegeruot. (M*rt. p. 414. Ptol. p. 1230.) De coronacione ipsius Aquisgrani. ioe Anno domini MCCCIX idem electus in epiphania Aquisgrani coronatur. (Mart. P. 444. J™;^ Lc) De coronacione ejwdem apud Mediolanum. 107 1311 Anno domini mcccxi in epiphania ejus Henriens rex Homanorom apnd Mcdiulnnam Corona 0' jK ferrea coronatur. (Ptol. p. 1234. Mart. p. 446.) De morle x milium equitum Sarracenorum per Tartaros. im Hoc et anno Tartan cum Annenis el Gorgiania venerunt in Siriam et Palestinam, et fugato Si>ldano ultra x milia equitum oeciderunt. (Ptol. p. 1235.) De deslructione ordinis Templariorum. 109 Anno domini mcccxii e XI kalendü Aprilis tempore Heorici vn i imperatoris ordo Templa- y]! Man riorum a demente v papa non per sentenciam definilam sed per proviaionem sedis apostolice condempnatur in concilio Viennenai, qui fundatus fuit anno domini MCXtl sub Pascali papa u et V imperatore. (Mart. p. 445. PtoU p. 123«.) De coronacione regis Henrici in imperatorem. Hoc anno Henricus vn rex Romanoruin in eeclcsia Lateraoensi Rome in r imperatorem coro- natur a deposicione Friderici imperatoris II anno iah*. (MarUp. 417. Ptol. p. 1234.) De canonizaäone saneti Petri quondam Celestim pape v. m Anno domini mcccxiii v die1* mensis Maji papa Clemens v cauonizavit sanetum Pc-^m^ truin confessorem, qui Fuit papa Celejtiuus v, et preeepit festum suum Xllll die men- sis Junii observari. (Hart. p. 446. Ptol. p. 1240.) Cap. 103. a) MCCCVII K. T. MCCCVI II. 1307 J. Cap. 105. b) Luoellenburg-k K. T. LuUrlbuif D. «Jap. 109. c) MCCCXI K. T. H. 1312 J. &) »exti K. T. VII II. 8« auch J. «) dJBlnitam K. deflnitam T. H. Cap. 110. 0 i» trftntt Ton H. g) Cap. HO fehlt T. 0»p. 111. h) die V II. 4) Die Zahl 4307 ist ein Versahen statt «306, welche Plolem. richtig darbietet. 2) Nach Jeroschin am Veitstage (4 5. Juni). 212 PKTRI DK DUSBURG u« De cometa. 23. Aprii Eodem anno circa fcslura beati Georgii* aparuit cometa in sero x diebus vertens comani ad Ualiam. 11$ De morte Heiirici imperatoris. 24. August Eodem anno in die ßartolomei lienricas Imperator in comitatu Seoeosi mortuus est et scpulius Pisis. x dies, quibus comcla aparuU, signabanl x dicsb, quibus itnpcrator inürmabulur anlc mortem suam. (Ptoi. P. mo. m«*. p. U9.) ,,, De defectu caplure allecum in Hoc anno captura* allecum defecit in terra Prussie, que a tempore, cujus memoria non extitit, ibidem habundabat. Ii* De tribus radiut so Iis cl scismra collcgii. j. Mir! ^nno «1°™'"' mcccxiv kalcudis Marcii apud Carpentrasiumd, obi tunc curia Romana fiiit, nparueruut treu soles circa octavam koram', unus in Oriente in naturalis', duo in meridie unus naturalis , alter ' contra cursum nature , et diu duraverunt , et quilibet suos k radios emittchat. Hoc fuit quoddam iudicium et prodigium signißcaos mortem pape et post mor- tem ejus nd inudicuui scissurara collcgii. Duravil tarnen isla scissura per duos an dos et Uli cardiuales eoncordarent in electione futuri pape. Hoc idein signum simili ~ ' aparuit tempore mortis Julii Uesaris, ut seribit Comeator, et post mortem facta est scissura se- nntus. (inol. p. 1241.) 116 De morte pape. 20. April Eodem aono x 1 1 1 1 k kalendas Maji moritur papa Clemens eo die, revoluto anno, quo cometa iueepit aparere. (Ptol. P. 1242.) 117 De electione discordi Lodetvici de ßavaria et Friderici ducis Austrie in regem Romanorum. 21. October Hoc eciam anno xu kalendas Novembris Lodewicus de Bavaria et Fridericus dux Austrie in discordia sunt electi in regem Romanorum tempore, quo sedes aposlolica vaeavit xxviu mensibus, et dtiravit intcr eos hec discordia usque ad 29. »tp?annum <'omm' mcccxxn , tibi in vigilia Michaelis Lodewicus dux Bavarie post multa bella inier sc habila Fridericum ducem Auslrie cepit in bcllo et captuin delinuit u annis. Extunc facta fuit concordia inter ipsos. iig De papa Joanne xxn et electis. ist» Anno domini mcccxvi 1 Joannes xxu papa cum hiis eleclis in discordia regnavit. Iis De canonizacionc saneti Lodetvici fratris regis Roberti de Sicilia. I3U Aono domini Mcccxvit Joannes papa beatum Lodewicum germaoum Roberti regia Sicilie ordiuis fratrum Minorum canoniaavit, et preeepit diem na Ulis aoi v die post assumpeio- bealc Virginia celebrari. (M»rt. p. 449.) i2o De combustione leprosorum in Francia. 1320 Anno domini mcccxx leprosi in Francia combusli fuerunt. Referebatur enim, quod ipsi veneno aquas infecissent, de quo plures homines et pecora perierunt. Cap. 112. ») trrcgnrii H. Gap. 118. b) Die Zelle qulbu«-dir* fehlt bei H. Cap. 114. c) captura fehlt bei U. Oap. IIS. d) Carpentoratum Ptol. Luc. p. 1241. •) o. o. b. K. T. H. in otiaoto steht an Stello dewvn, wohl falacb, bei Ptol. I. c. f) naturalis, wohl falsch, bei Ptol. t c. kwaturalia fehlt T. |) altert T. h) du«. iuu euoe bei Ptol. 1. e. i) simlli A K. T. »imiUter H. Oap. 116. k) XIII M. XII Ptoi. Cap. 118. I) 8o K. D. und H., 132« i. Digitized by Gopgle -- CRONICA TERRE PRCSSIE. PARS IV. 213 De quodam miraculo. »1 Anno domini hcccxxi in partibus Sclavie tres viri accusati de propinacione 1321 veneni, missi fuerunt in fcrventem aquam, quorum duo statim suflbcati sunt, tercius propter innocenciam illesus exivit. De resuscitacione cujusdam pueri mortui in terra Prussie in castro in Brandenburgk. Anno domini xcccxxii in terra Prussie in castro Brandenburgk Thomas filiusmi Hertwigi de Pokarwis* vixit, qui, cum esset im annorum, mortuus fuit, et revixit virtute ligni dominici, quod antea frater de Vleckenstein* de Reno illuc tnlerat et frater Gevehardus doMansvclt semel projeeit in ignem et de igne resiliit plu- ribus videntibus ad probandum, quod esset verum lignum crucis, in quab Cri- stuse pependit. De guttis sanguinis, que stillabant de pane in terra Prussie in castro 1« Cristburgk. Anno domini mc<:cxxiiii Andreas carpentarius in castro Cristburgk terrei32i Prussie dum in cena esset, de pane, quem tinxerat in cervisiam, gutto sanguinis stillabant, quod commensales sui dum de aliquo vulnere crederent emanare, cir- cumspicientes diligenter et os et faciem et manus ejus, non invencrunt alieujus vestigium lesionis, unde de hoc facto plures fuerunt admirati. De occisione multorum milium de parte Gelphorum in Ytalia. m Anno domini mcccxxy in Ytalia de^ parte Gelphorum multad milia per Ge-1325 bellinos sunt occisa. De vaslacione terre Ungarie et xxx milium Tarlarortim interfectione. m Anno domini mcccxxvi rex Ungarie de exercitu Tartarorum, qui rcgnumnM suum depopulaverant, xxx milia interfecit. [Anno domini mccclxxxii obiit fraler Winnens'.] ,.i0 FLMS PR1ME CRON1CE PETRI DE DISBURG f. SUPPLEMENTUM.8 De evangelio: in prineipio erat verbum. 1 Eodem anno frater Wernerus magisler generalis in capitulo generali insli- tuit, ut in reverenciam et honorem incarnacionis domini nostri Jesu Crisli sin- gulis diebus finita summa missa, clerici evangelium: in prineipio erat verbum, Cap. 122. a) Ulekenstein U. b) quo durch Conj. tugesctit T. Detter wohl qua. e) rmlrii H. Cap. 124. d) T. »etat aliquot, n. multa hlntu. Cap. 126. e) Die»e Zeile fehlt bei H., i»t bei T. in da. 8uppl. geschoben. Jeden fall« ist es ein spaterer Zurati und deshalb von un» eingeklammert, f) Liese Worte sUrhn nur im Cod. T., im Stuttgarter Codex de* Jeroschin steht an Stelle de«scn: Hie hat ein end die Cronieke von Pretutenland, aber Suppl. c 3 „in der e'rrtcn cronken part." Die grk-tbischen Worte 7\5 #i

orangehenden Kalender werden die heilige Elisabeth von Thüringen, so wie die Hochmeister Hermann von .Salza und Konrad von Thüringen als Verstorbene aufgeführt ; darnach müsste der Codex nach »241 geschrieben sein. Und wirklich trügt die Schrift, nach Dudik's Versicherung eine kleine scharfkantige golhische Minuskel, bis auf einige Nachträge durchgängig den Charakter des ausge- benden dreizehnten Jahrhunderts. Der lateinische Bericht über die Gründung des Or- dens (den wir der Kürze wegen de primordiis ord. Theut. überschreiben) steht un- mittelbar vor der kürzeren deutschen Darstellung desselben Ereignisses, die aus den gedruckten Ordensstatuten bekannt ist. Er ist im Folgenden nach Dudik's Ausgabe wiederabgedruckt, mit wenigen genau bezeichneten Aenderungen. Der Bericht berührt, wie schon in der Anmerkung zu Dusburg I, t angeführt ist, den Zusammenhang des deutschen Ordens mit dem älteren Hospital zu Jerusalem wahrscheinlich geflissentlich nicht. Er ist von nicht geringer Bedeutung, da er ohne Zweifel nicht nur dem kürzeren deutschen in den Ordensstatuten, sondern auch dem des" Orderischronisten Dusburg, und dem des Hermann Corncrus (f ura 1438) bei Eccard Script, rerum Germ. 8, 792 f., so wie denen der Chronica Slavica { — 1 480) bei Lindenberg Script, rerum septentrionalium fol. 205 f. und der Wendischen Chro- nik bei Grautoff Lübische Chroniken I, 438 zu Grunde liegt. Am treusten wieder- gegeben findet er sich in deutscher Sprache als Einleitung einer Handschrift der so- genannten Zamehl' sehen Chronik (vgl. Dudik S. 55). Incipit ,. qualiter domus hospitalis sanete Marie Theutonicorum Je ro so I im i t an i primo fuerit inchoata, qualiter ei -ordines tarn in milicia quam infirmis sunt collali. Anno ab incarnacione mc no- nagesimo. Tempore, quo Accon obsessa est ab exercitu christiano et auxilio divino de infi- delium manibus liberata, quidam viri de civitatibus Brema et Lubecke 1 zelum doroini habentes in niisericordie operibus exercendis, hospitale quoddam ex velo navis, que cocca2 vocatur, in exercitu felici omine condiderunt retro in eimiterio saneti Nicolai intra montem, super quem sedit exercitus, et fluviura8, in quo plures diversosque in t) Nach späteren Schriftstellern, z. B. Hermann Corner p. 798 und dem Verfasser der Chron. Slavica p. 205 kamen die Bürger von Bremen und Lübeck mit dem Grafen Adolph von Holstein zusammen nach Palästina, und zogen mit demselben auch wieder zurück, wo- durch es den Anschein gewinnt, als habe Adolph an der Stiftung des Ordens irgend wel- chen Anlheil gehabt. Allein der Zeitgenosse Arnold von Lübeck erwähnt IV, 7 von der pe- meinschafllicheii Fahrt nir-hts, und bemerkt ausdrücklich, dass Adolph um gewisser Nach- richten willen schon in Tyrus die Pilgerfahrt aufgegeben und die Rückfahrt angetreten habe. 2) Cocca, Kogge ist überhaupt Seeschiff. Hirsch Handelsgeschichte S. 263. 3) Einen Plan von Ptolcmais und der Umgegend bietet Bongarsius Gesta dei perFrancos 1 . De primordiis ordinis Theutonici narratio. In nomine sanete et individue trinitatis. Digitized by Google CRONICA TERRK PRUSSIE. BEILAGE <. 221 firmos colligentes singulis humanitatis oflicia plena impendebant animi purilato idcm hospilale raagne devotionis diligentia procurantes donec ad b adventum 1 Friderici illu- stris ducis Swevio filii Friderici Romanorum inperaloris, aspirans celi patriam qui raente fideli* dum* omnia pro Crislo relinquere fervet, in isto proposito terre sancle ' cilo ferre fortem succursum1, celere properans ita cursum' pervenit Armeniam cum lurbis Theulonicorum, quos deus armorum polit et virtus animorum. Prob, dolor hic subiit fata b impcrü dominator, in cebs cujus animam fovet ipse creator. Cesar serviciis qui veri .se dedit agni profocalus' aquis dat luctus semina magni. Tandem cum predicti civcs Bremelises et Lubecenses patriam suato revisere inten- derent, ad instantiam ducis memorati et aliorum nobilium exercitus Cunrado L et camerario nomine Burchardo dictum bospitale cum Omnibus eleemosinis, que sufli- cientes erant, et attinentiis presentarunt . Nulluni quidem hospilale infirmoruin in ex- ercitu tunc temporis exstitit pretcr illud. Nomiuati vero tapellanus et camerarius se- culi pompam renunciantes viam vite felicitcr sunt ingressi, et suavi jugo domini sua colla spontanee submittentes professionem * huraililcr suseeperunt hospilale prescriptum in honore sauete dei genitricis virginis Marie inchoantes , quod principali nomine bospitale sancle Marie Theulonicorum in Jerusalem nuneuparunt ea spe et fiducia, ut terra saneta christiano cultui restituta in civitate saneta Jerusalem domus fieret ejus- dem ordinis principalis, maier caput pariler et magislra. Nullas enim tunc temporis possessioncs seu terras in mundo habebant'. Locus ctiam. in quo tunc nianebant, ad eos non spectabat. Sepe dictus itaque dux Fridericus istius exigue inchoationis pro- mocioni divino intuitu diligenter intendens nuncios cum literis misit ad fralrem suum Henricum illustrem regem Romanonun, qui factus est poslea inperator, supplicans, ut apud aposlolicum Celestinum, qui tunc ecclesie Romane lenuil principaliim, conlirma- tionem hospitalis memorati promoverel, quod ab ecclesia Romana est privilegiis con- a) D. tetit hier ein Punctum itatt de* Komm»'«. b) ac D. c) D. beteichnet die Veraform nicht. d) dam •Übt bei D. hinter relinquere, itt hier de* Vene« wegen vormageetellu e) Hier i«t effmbir etwas auigefal- l»o. In der deoUchen Uebertraj unf (bei Dudlk j». 65) steht hier: „dem heyligenn Unnddt und der rorberurten umblefung". Obeeeee wurde in die Lacke pueen. f) Da. Komma etcht bei D. hinter eureu. g) cunu D. foc.tu* ? k) Hier »eheint^elUno oder eapeUaoo duci* iu fehlen, rgl. die Cebertraffung p.'os. Nr. V und Spruner Hist. geogr. Handatlas Nr. 45. Den Berg Turon im Nordosten der Stadt und den Fluss Bellus südwärts von derselben erwähnt der Anonym, bei Bongarsius 2, 4 463 : rex cum exercitu reliquo montem protimum, quem vulgo Turoneni dicunt, tontoriis tigendis elegit, ferner p. 4 4 64 : Accon igitur venientes in loco, qui urbem et Turonem interjacet, ca- stra metantur, und p. 4 4 66 : Collis autem, quem Mahumcria dicunt, Turoni propinquus con- surgit porro lluvium, qui urbi allabitur, Bellum nominant, vgl. Dudik. S. 42. Der Nicolaus-Kirchhof zwischen dem Berge Turon und dem Flusse Bellus kann dem nach Osten führenden Nicolaus-Thore gerade gegenüber gelegen haben. 4) Friedrich von Schwaben erreichte Accon am 8. üctober 4190 [Wilkon Gesch. der Kreuzzüge 4, 387 f. Voigt Gesch. Proussetis, 2, 640 f.) und starb am 20. Januar 1494 (Witken 4, 34 4). Das das deutsche Hospital vor Accon wirklich schon vor seiner Ankunft gegründet sei, beweist eine Schenkungsurkunde König Guido's und seiner Gemahlin Sybille, datirl medio Septembr. 4 490 indict. 8, welche aus dem Codex ord. Theut. mscr. des Berliner Geh. Staatsarchivs n. 44, p. 23 von Toeppen in dem Aufsatze über des deutschen Ordens Anfange, Neue Preuss. Prov. Bl. 4849, Bd. 4, S. 240 mitgetheilt ist: Concedimus . . . deo et hospitali Alamannorum, quod est edificatum in honoro Marie, domum meam in Accon ad faciendum bospitale, illam videlicet, in qua Armeni et patrones solebant hospitari. Si vero diclam do- mum dare non possutnus, donamus eis plateam juxta dictam domum, uhi posstnt faecre bos- Eitalc ad voluntatem suam. Hoc autem donamus et concedimus per manum magistri Si- randi, qui hoc bospitale ineepit et edifieavit in obsidinne Accon. Donamus eciam et conce- dimus prescripto hospitali quatuor carrucatas terre in territorio Accon. Es scheint hienach, dass der Hauptmann der Bürger, welchen das Hospital seinen Ursprung verdankt, Sie- brand hiess. i) Nämlich nach der Regel der Johanniter, wie aus dem Folgenden hervorgebt. 8) Die eben angeführte Schenkung konnte natürlich erst nach der Eroberung von Accon vollzogen werden. PETRI DB DUSBl'RG Ormalum*. Interim quidam viri dominum timentes objecto abitu seculnri ejusdem do- mus religionem professi suseeperunt. Capta autem civitate Accon fratres diele domus infra muros ejusdem civitatis * ante portam saneti Nicolai ortum emerunt quadam ejus parle ipsis a quibusdam fidelihus in pleemosinam clargita', in quo ecclesiam hosp'rtale aliasque mansiones eorum usibus necessarias exstruxerunt, ubi regi regum devote fa- muhmtes infinnis et pauperibus continua caritalis solacta plena cortlis dulcedine mi- nistrabant, clerico tunc temporis ejusdem domus uiagisterium et regimen obtinentc*. In eadem erclcsia etiam dux Fridericus prephatus, ut rogaverat, est sepultus4. Pro- cedente ilaque tempore quum Romanus inperator Heoricus ante diclus regnum Sy- cilio suo dominio subjugavit, exercitus validus tarn prineipum quam magnatum deb Alemania egressus in subsidium terrc sanete transfretavil*, verum dum aliquanto tem- ») ciTiUte* D. b) d' D. 4) Schon Pabst Clemens III (-]• «7. Marz 4191) nahm die fratres Theutonici eeclesie sanete Marie Jerosolimitone d. h. wie Üudik S. 45 erwähnt, die deutschen Brüder des Or- dens der h. Maria von Jerusalem in seinen Schutz, nach der Bulle bei Luc. David Bd. 4, p. IV und bei Heunes cod. dipl. ord. Theut. p. III. Die Bestatigungsbulle des I'abstes Cöle- stin III (gewählt am 30. Marz 1194, -J- 8. Januar 1198), welche der deutsche Orden selbst um 4 639 in seinen Archiven vergeblich suchte, an deren Auffindung auch Dudlk (S. 45) verzwei- felt, ist aus dem Berliner Codex p. 59 a. von Toppen am a. a. 0. S. 884 schon lange mitge- theilt (hier unter Nr. 2 vollständig abgedruckt). Sie trügt das Datum vom 22. December 4 496 und stimmt mit den Bullen Innoccnz III. von 4 209 und 1 21 5 bei Wal recherches 4 , 369 und Luc. David 2, 204 bis auf zwei .Stellen uberein. Der Pabst nimmt in derselben die fratres bospi- talis s. Marie Alemannorum nicht bloss in seinen Schutz, sondern verleiht ihnen auch eine Reihe der wichtigsten Rechte. Oer Inhalt dieser beiden Bnllcn macht es sehr bogreiflich, warum unser Berichterstatter vorzüglich der Verhandlungen Konig Heinrich s VI. (gewählt den 15. August 4 4 69, Kaiser den 4 5. April 4 4 91, den 28. September 4197) mit Colostin ge- denkt, aber ungenau ist der Ausdruck doch, wenn er sagt Friedrich habe seinen Bruder ge- beten, mit Cölestin zu verbandeln ; er konnte ihn nur bitten, mit dem Pahstc (ohne Nennung des Namens) oder mit Pabst Clemens III. zu verhandeln, da er lange vor Cölcstin's Wahl gestorben war. 3) Schon vor der Eroberung von Accon (4 2. Juli 1191) hatte das deutsche Hospital in der Stadt Besitz erworben. Im September 1190 hatte König Guido demselben das Haus der Armenier oder einen Raum neben demselben zugesichert ; am 2. Februar 11 91 überwies ihm der Meister der Johanniter das Land und Erbe des Ualopinus nach dessen Bestimmung ; am 10. Fobruar versehrieb ihm König Guido den Besitz eines Raumes neben dem Hospital der Armenier und am Nicolausthor für 500 Byzantiner und 1 Ross, wogegen er einen gewissen Femianus, welcher Ansprüche darauf erhob, entschädigte, l'rkk. vom 2. und 10. Februar 4 491 bei Toppen a. a. O. S. 245, 246, vollständig gedruckt bei Dudik S. 49, 50. Wenn dieser Raum mildem hortus ante portam s. Nicolai unseres Berichtes einerlei ist, so ist der Aus- druck desselben nicht genau. Es hatte dann heissen müssen : nach der Eroberung von Ac- con traten die Brüder den Besitz des schon vorher theils erkauften, theils geschenkten Gar- tens an etc. 3) Die ersten Vorsteher des deutschen Hospitals werden in folgenden Urkunden er- wähnt: fratri Gerard o magistro bospitalis Alamannorum in der Urkunde vom 2. Februar 4494 ; fratri Curaudo hospitalis Alamannorum preeeptori in der Urkunde vom 10. Februar 1494 ; Henrico hospitalis Alemannorum in Accon priori in der Urkunde vom Februar 4 493 ; Henrico eeclesie Alamannorum, que est in Accon priori in der Urkunde vom Octoher 4 4 94 ; Henrico domus hospitnlis Alamanorum in Accon preeeptori in der Urkunde vom Marz 4 496, vgl. Töp- pen S. 277 f. Dudik S. 51, 52. Ob Gerhard und Curaudus in den Urkunden vom 2. und 10. Februar 1191 richtig geschrieben sind (ein Hugo Geniudi kommt bei Boehmer fontes 4, 8t vor), ob nicht vielleicht in beiden des Herzogs Friedrich Caplan Couradus gemeint ist, wird sich schwer entscheiden lassen. Der Titel prior kann wohl, wie proeeptor, auch nur das Haupt des Ordens bezeichnen, da dem prior beide Mal die Schenkungen des Königs für den Orden ubergeben werden, wie denn auch das Haupt der Johanniter ebensowohl prior als ma- gister genannt wird, z. B. in der Urkunde bei Hennes cod. dipl. p. V. 4} Eodera anno Fridericus dux Alemanniac, frater imperatoris, in obsidione Acharon obiit, et in domo Teutonicorum sepultus est. Anual. Argent. ap. Boehmer fontes 2, 4 00 und 3, W. 5) Imporatore Honrico in Sicilia constituto gecunda expeditio transmarina fuit ordinalu. Oliveri bist. reg. terr. sanet. bei Eccard Script, aevi med. 2, 4 394. Es ist aber falsch, wenn neuere Geschichtsforscher wie Raumer 3, 67, Voigt 2, 52 und noch Dudik S. 48 annehmen, das Kreuzheer sei im September 4 4 96 in Accon an gelaugt. Aus den folgenden Nachweison- gen wird vielmehr hervorgehn, dass die Fahrten im Anfange des Jahres 1197 unter Anfüh- rung des Erzbischofs von Mainz begannen, dass der Kanzler Konrad mit dem Hauptheere im September 4 497 nachfolgte, und dass die meisten Kreuzfahrer im Marz des Jahres 4 498 zu- rückkehrten. Besonders gut unterrichtet ist über die Chronologie dieser Begebenheiten das Chron. Sampetr. bei Menckon Script. Sax. 3, 282 f., mit dem sich jedoch Arnold Lubec. V, c. 2 f. leicht in Cebereinstimmung bringen lasst, vgl. Wilken 5, 4 7 f. Digitized by Google CRONICA TERRE PRISSIE. BEILAGE 4. 223 pore moraretur, audtenles inperatorem Henricum mortis debitum exsolvisse rcdirc sin- guli ad patriam dLsponebant 1 . Pluribus autem principibus et magualibus Alamanie, qui aderant, utile et honestum visum est, ul hospitali prelibato ordo milicie templi do- naretur, super quo ordinato prelati principes et maguates Tlteutonicorum, qui ibi ade- rant, in domo templi convvnerunt, invitaules ad tan» salubre cousilium prelatos et ba- rones terre sancte, qui tunc haberi poterant , qui omnes unauiini consilio consti- tucrunt, ut domus sepe dicta ordinem hospilalis saucli Johannis Jerosolimitani in* infirmis et pauperibus haberet, sicut antea habuerat , ordincm vero milicie templi in clerJcts, mililibus et alüs fratribus de celero habere! b. Quod factum est anno do- mini mclxxxx quinto roense Marcio2. Nomina prelalorum principum magnatum ac nobilium in consilio residentium 3 venerabiiis palriarcha Jerosolünitanus , Henricus illustris rex Jerusalem4, Nazarenus, Tyrensis et Cesariensis archiepiscopi , Belhle- emitanus et Acconeusis episcopi', magislri hospilalis et templi* et ptures fratres ambarum domortun. Nomina barouum terre : Rudolfus dominus Tyberiadis, Hugo freier suus, Rainaldus dominus Sydonis, Eymarus dominus Cesaree, Johannes de llybellino et multi alii de regno Jerusalem7. De'Alamania: Cunradus arehiepis- copus Maguntincnsis8, Cimradus Erbipolensis episcoims inperialis aulc cancella- m) ia ergtait tob D. b) haborstur nach der H&miachri/t D. c) Ü' D. 1) Vgl. Arnold. Lubec. V, c. 3 und 5. 2) Die Jahreszahl Überrascht, da Hie weder zu dem Vorigen noch zu dem Folgenden stimmt. Im vorhergehenden ist schon der Tod Heinrich'* VI. (~ 28. September 14 97) ange- führt, dem die Berathung im I lause der Tempelherrn nach dem logischen Zusammenhange der Erzählung doch nachfolgte ; die Hauptrolle in der Versammlung spielten offenbar die deutschen Fürsten, welche erst iu den Jahren 1197 und 1 198 in Palästina anwesend waren ; und unmittelbar nach der Versammlung wird eine Gesandtschaft an den Pabst Innoccnz III. (gewählt den 8. Januar 4198) abgefertigt. Es seheint also, zumal da die Bulle Cölestin's vom 22. Dccember 1196 ihrem Inhalte nach doch jedenfalls schon erlassen sein musste, als die Fürsten ihre Beschlüsse fasslen, kaum zweifelhaft, dass die Versammlung im Marz des Jah- res 1198, in welchem, wie erwähnt, die Heimkehr erfolgte, gehalten sei. Der Darlegung Du- dik's a. a.ü. S. 48 f., welcher die Zahl 1195 zu halten sucht, kann ich in den wesentlichsten Punkten nicht beistimmen. Vielleicht ist die Zahl MCLXXXXV mense Marcio entstanden aus MCLXXXXVI1I Marcio, indem III für m angeschen und als Abkürzung von mense genom- men ist. 3) Von den im Folgenden genannnten Personen können König Ueinrich von Jerusalem und Graf Dietrich von Meissen an einer Versammlung im Marz 1198 nicht Theil genommen haben, Konig Heinrich, weil er schon vor der Ankunft der meisten Kreuzfahrer gestorben, Graf Dietrich, weil er schon vor jenem Termin zurückgekehrt war. Ihre Namen scheinen also mit Unrecht hier mit, aufgeführt zu sein — wio ja dergleichen t'ngenauigkeiten in dem Be- richte noch einige vorkommen. 4) Heinrich starb nach Arnold von Lübeck wenige Tage vor der Ankunft des Canzlers Konrad in Accon, also wie man meint im September 1197. Allein sein Tod muss früher ge- setzt werden. Schon am 8. Februar 1197 nennt sich Amalrich rex Jerusalem et rex Gypri in einerjjrkunde, die er von den Grossen des Reiches Jerusalem umgeben, zu Aceon ausstellte (Lrk. datirt Accon VI idus Febr. 4197 im Berl. Codex p. 24, n. 45), ebeus» in einer Urkunde vom August 4 498 (ebenda p. 24, n. 46). 5) Leber die Geistlichkeit in Palastina vgl. Dusburg IV, c. 78. 6) Meister der Templer war Gilbert Horal zwischen 4196 und 1201, Dudik S. 58. Der Meister der Johanniter lasst sich für jene Zeit nicht mehr bestimmt nachweisen. 7) Radulphus Tyberiadis, regni scnescalcus, kommt vor in Urkunden von 1194, vom Fe- bruar 1197, vom August 1498, Hugo von Tiberias mit ihm zugleich iu Urkunden von 1194, allein in Urkunden von 4 491 —1196, Raynald von Sidon in Urkundeu von 4 I93 4 4 98, Eyuiar (oder Ade mar) von Cesarea in der Irkundc vom October 4 4 94 (wo irrthümlich Azmarus steht) und anderen von 4 4 97 und 4 207, Johann von Vbelin in den Urkunden vom Februar 4 4 97 und vom August 4198 (vorher Balian von Vbelin 1186 und 1193), vgl. dio Urkunden bei Dudik und bei Paoli codice dipl. del s. milit. ord. Gerosol. oggi di Malta, Lucca 4 733. Vol. I. 8) Konrad von Mainz fuhr zu Weihnachteu 4 4 97 (Annal. Spirens. bei Boohmer fontes 2, 455, Chron. Claustroneob. bei Pertz SS. IX, 620, 634) oder im Januar 1497 (Chron. Sam- petr. p. 232, 233), oder im Frühjahr 1197 [Chrou. Garstens. bei Portz SS. IX, 594, Chron. Cremifanens. bei Pertz IX, 549) nach Palästina ab. Der Termin Weihnachten 1197 (d.h. nach unserer Rechnung 4196) war auf dem Hoftage zu Gelnhausen 1195 festgesetzt (Chron. Sam- petr.), im Januar 4 4 97 wird also der Erzbischof noch in Deutschland gewesen, im Frühjahr 4 4 97 von Italien abgefahren sein (vgl. noch die ostreichischen Chroniken bei Pertz SS. IX, 506, 556, 588). Mit ibm zogen die Kreuzfahrer aus Franken und vom Rhein {Chron. Garsten.). Er blieb fast drei Jahre lang fort, kehrte im October 4 4 99 nach Italien zurück, und starb 1200 (Christ. Mogunt. bei Boehtner 2, 267, Chron. Sampetr. p. 233). 221 PETRI DE DISBURG rius', Wolplierius Pataviensis episcopus, cjui poslea' faclus est Aquilegensis pa- triarcha*, Gardolphus Halverstadensis et Cirensis episcopi8, Henricus comes palalinus Reni b et dux de Brunswech *, Fridericus dux Austrie5, Henricus dux Brabancie, qui tunc capitaneus erat exercitus*, Hermannus palalinus comes Saxonic' lantgravius Thuringie7, Cunradus marchio de Landesberch 8, Theodcricus marchio Missnensis', Albertus marchio Brandemburch 19 , Henricus de 4 Clialedin mareschalcus inperii". Comites vero et magnates aderant quam plures11. a) po«Mft D. b) Hinter reni irtit D. «in Komma, c) Detfleichen hinter nxonie. d) d1 D. 4) Conrad erscheint am 17. September 14 95 zuerst als Reichscanzlcr, am 20. November 4195 zuerst als eleclus Hildeshcimensis. Seit dem Juni 1198 nennt er sieb Bischof von Würzburg. Er wurde 1202 erschlagen, vgl. Böhmer Rcgcslen p. XIV und Abel Konig Philipp S. 158 f. 356 f. Er war am 20. M;irz und 22. Juni 1197 sicher noch in Italien nach den Ur- kunden bei Putignano Vindicine vilae et gestorum s. thaumaturgi Nicolai archiep. Myrensis, Neapoli 1737. 4I#. T. II, p. 357 und 358 not., desgleichen noch arn 20. Mai und 48. Juli nach den Urkunden bei Hennes cod. dipl. onl. Thcut. n. 4, 2. Er brach nach Arnold Lubec. V, c. 2, amTage Aegidii (1 . September! von . Messana auf und erreichte am Tage Mauritii [«.Sep- tember), offenbar nicht des Jahres 1196, sondern 1197, Accon und kehrte im Marz des fol- genden Jahres zurück. Mit ihm zogen die sächsischen Bischöfe und Herrn. 2j Wolphcrius oder Wolfker, Bischof von Passou seit 1 1 91 , Patriarch von Aquileja seit 1*0*, starb 1218, Herrn. Allah, bei Boehmer font. 2, 492, 495, 497. Er und Herzog Friedrich von Oestreich zogen im Sommer 4 4 97 nestivali tempore nach Palastina, Chron. Garstens. und die übrigen östr. Chronisten, und waren im Juli in Sicilicn nach den Urkk. bei Riedel Cod. dipl. Brand III, 4, p. 5 und 7. 3) Gardolph, Bischof von Haiherstadt {•}• 1201) und Berthnld, Bischof von Zeitz-Naum- burg (■}• 1206), hatten mit den meisten andern Kreuzfahrern schon zu Gelnhausen 4493 das Kreuz genommen, zogen wahrscheinlich erst mit dem Canzlcr 1197, und befanden sich mit diesem um Jacob! (25. Juli) 4198 wieder in Deutschland, Chron. Sampetr. 232—235. 4) Er schloss noch am 27. Mai 1197 einen Pfandvertiag in Deutschland zum Behufe sei- ner Ausrüstung für die Kreuzfahrt, Scheidii Origg. Guelph. 8, 192. Vgl. Annal. Stadens bei Portz SS. XVI, p. 353. 5) Er befand sich am 9. Juli 1197 noch zu Linora in Sicilicn, Riedel Cod. dipl. Brand III, 1, p. 5 und starb im heiligen Lande am 16. April 1198 nach den Denkmälern bei Wilken, 5, 55, vgl. Meiller östr. Regestcn S. 79, 80. 6) Heinrich von Brahant wird als Anführer des Heeres hervorgehoben von Oliver, scho- bst, bei Eccard. 2, 1895, Godofr. Colon, bei Böhmer 8, 475, Herrn. Allah, bei Böhmer 2,494, Annal. S. Rudberti Salisb. bei Pertz SS. IX, 778. 7) Er kehrte etwa gleichzeitig mit den stichs. Bischöfen zurück, Chron. Sampetr. 233. 8) Er befand sich im Juli 1197 in Sicilien nach der Urk. bei Riedel Cod. dipl Brandenb. III, 4, p. 7. Ein Markgraf Konrad, wahrscheinlich derselhe, wird im Chron. Ursperg p. 282 unter den Kreuzfahrern erwähnt. Konrad war seit 11 90 Markgraf von der Niederlausitz, aber von der ihm ebenfalls zustehenden Burg Landsberg hatten schon seine Vorgänger, sein Oheim Dietrich und sein Vater Dedo den Titel Markgrafen von Landsherg erhalten, Annal. Vetcro- cellens. p. 398 f. und Wegclc zu den Annal. Rcinhardsbr. in den Thüringischen Geschichts- qucllen 1, 80. 9) Theodorich war zur Zeit der Kreuzfahrt Graf von Weisscnfels ; erst später Markgraf von Meissen. Der spätere Titel ist also antieipirt, wie bei Bischof Wolpher. Die Zoit seines Aufbruchs nach Palästina wird genau angegeben in der Urkunde bei Menckcn 2, 449, welche so schiiessl: Acta sunt hec anno dorn. inc. MCXCVII ind. XV. Non. Januarii, qua die cum signo crucis deo militaturus Theodericus comes Jherosolimamque profecturus exivit. Er scheint nach einer Urkunde Erzhischof Adolph s von Cöln vorn 22. Januar 4197 (Kremer Jü- lich-Bergsche Geschichte Bd. 3, Beil. 63; über Cöln gegangen, aus Palästina aber auf die Kunde von Kaiser Heinrich s VI. Tode (f 28. September 1197), unter den ersten zurückgeeilt zu sein. Jedenfalls kam er noch im Jahre 1197, Chron. Mont. Seren. 1197 und Annal. Rcin- hardshrunn. 1197. Eine entgegenstehende Angahe des Chron. Mont. Seren, zum Jahre 1196, nach welcher er schon im Jahre 14 95 nach Palästina gezogen sein müsste, ist von Abel König Philipp S. 826, Anm. 7, und Otto Ossel zum Chron. Mont Sereni S. 24 beseitigt. 40) In Gelnhausen hatte Markgraf Otto von Brandenburg und sein Bruder Albert das Kreuz genommen, Raumer regest, histor. Brandenb. Nr. 1618. Böhmer Heinrich VI. Nr. 2S62. Otto wurde seines Gelübdes entbunden, Chron. Sampetr. und Arnold Lubec. und pilgerte erst 1200 nach Palästina, Pulkawa hei Dobner 3, 204. Albert war nach Urkunden vom 7. De- cember 4195, vom November 4196, vom 28. Mai 1197 in Deutschland, Raumer a. a. O. Nr. 1620, 4623, 1632, kann also erst im Sommer 1497 nach Palästina gekommen sein. 41) Ueber den Marschall Heinrich von Kaientin, welcher im Chron. Sampetr. trium enu- tritor regum beisst, vgl. Böhmer Regesten p. XIV. Seine Theilnahme am Kreuzzuge bezeugt Chron. Ursp. p. 23*. Am 20. Mai und 18. Juli 1197 befand er sieb noch in Italien, Hennes cod. dipl. n. 1 und 2. 42) Ganz unbrauchbar sind die Nachrichten Hermann Corner1» über diese Versammlung, CRONICA TEURE PROSSIE. BEILAGE 4. 225 > Postquara aatem flrmatura erat consilium, et ordo milicie templi donatus, quen- dam fratrem Hermanum nomine, qui cognominabatur Wolpoto et fraler erat ejusdem domus, in eodem loco magistrum feccrunl eui magister templi dedit rcgulam ordinis milicie templi scriptam deinceps in eadem domo servandam. Idem frater miles erat. Quidam etiam nobilis miles nomine Hermanus de Kirchheim coram Omnibus in eodem ioco conslitutis secuta renunciavit doraino üi ipsa dicla domo diebus vite sue militatu- rus, cui magister templi continuo dedit album pallium in testimonium, ut universi fra- tres mUites memorate domus deinceps albis palliis utantur secundum regule templi in- stituta. Prelati itaque et principes Alamanie universique, qui aderant, eundem magi- strum H. una cum domino Wolphero Patavicusi episcopo ad presentiam domini Inno- cencii pape cum literis omnium transmiserunt, supplicantes attentius, ut domui pre- libate ordinem hospitalis Jerosolimitani in infirmis et pauperihus, ordinem vero mi- licie • templi in clericis, mililibus et aliis fratribus dignaretur conrirmare. Dominus igitur apostolicus, auditis et intellectis eorum literis et peticionibus, quo rationabiliter petere videbantur , ipsorum preces clementer admisit , ordines dictarum domorum domui hospitalis sancte Marie Theutonicorum Jerosolimitani auctoritatc apostolica conflrmando eidem magistro committcns potestatem*. 2. Bulle des Pabstes Cölestm m für den deutschen Orden vom 22. December 1196. Aus dem Codex dipl. ord. Theut. des Geheimen Staatearchivs zu Berlin Manuscr. Fol. II. p. 59 a von Dr. Strehlcke abgeschrieben, nach verwandten späteren päbst- lichen Bullen hie und da verbessert. Cc lest in us episcopus servus servorum dei dilectis filiis fratribus hospitalis sancte Marie Alemanorum b Jerosolimitani tarn presentibus quam futuris regulariter sub- stituendisc in perpetuumd cffectum iusta* poslulantibus indulgere et vigor equitatis et ordo exigit rationis, prescrlim quando pctcncium voluntatem et pictas adiuvat et ve» ») milice D. b) Elemaooruin Cod. c) fubtiluendii Cod. d) ptrpctum Cod. e) Jtute Cod. wie dieser Schriftsteller überhaupt in schlechtem Rufe steht. Er schiebt die Begebenheiten so zusammen, dass auch diese Versammlung noch während dos Kreuzzuges von 4190 gehal- ten wird. Er nennt nicht nur den Herzog von Schwaben, sondern auch Konig Philipp von Frankreich und Heinrich (sie} von England und andere als Theilnehmer an derselben, ver- ändert zum Theil die Personennamen, wie Guido statt Heinrich König von Jerusalem, Lud- wig statt Hermann Landgraf von Thüringen, fügt die Personennamen der Geistlichen des heiligen Landes hinzu, lässt einige der in unserem Berichte genannten Theilnehmer fort, wie den Patriarchen von Aquileja, die Bischöfe von Halberstadt und Zeitz, don Herzog von Oestreich etc. und schafft sich so eine Namenreihe, die gar keine historische Bedeutung hat. 1) Ob Hermannum in Henricunf zu ändern sei (wie Dudik S. St thut) ist nicht ausge- macht, wiewohl durch Dusburg und seine Nachfolger der Name Henricus Walpot zur Herr- schaft gekommen ist. In den Calendarien wird der Name in der Regel nur mit H. angedeutet gewesen sein. Ist Heinrich Walpot der rechte Name, so ist es ferner zweifelhaft, ob er die- selbe Person bezeichnet, die wir oben als prior t f 93 und 119*. als preeeptor 4196 angeführt fanden. Auch dies angenommen, kann nach der Umwandlung des Ordens für Krankenpflege in einen eigentlichen Ritterorden schon von einer Meisterwahl die Rede sein, wenn der Prä- ceptor der früheren Krankenpfleger nur als das Haupt des neuen Ritterordens bestätigt und ihm die neue Regel übergeben wird. I) Diese Bulle Innocenz III. ist erhalten und gedruckt hei Hennes cod. dipl. n. 4 nach Batuze. Das Datum ist unvollständig XI Kai. Mart. (19. Februar). Wenn in Accon die Wahl Innocenz III. (8. Februar H98) schon bekannt war, als man die Gesandtschaft an den i'abst verabredete, was unser Bericht voraussetzt, so konnte die Bulle, in welcher das Erbetene gewährt wurde, nicht am 4 9. Februar des Jahres 14 98 erlassen sein; sie würde frühstens vom 4 9. Februar 4 4 99 sein. Dies ist aber um so wahrscheinlicher, da die Gesandtschaft erst in Folge der Versammlung im Marz 4 4 98 abging. Der Inhalt der Bulle Innocenz III. wurde mit dem der Bestätigungsbulle Cölcstin's III. vereinigt in der Bulle Innocenz III. von ii09 bei Wal recherches 4, 369, erneuert 4 24 3 Luc. David 2, 204, und mit einigen Zusätzen von Bedeutung für die innere Verfassung des Ordens und sein Verhältniss zu geistlichen und weltlichen Ständen von Honorius III. im Jahre 4246, Hennes cod. n. 25. Völlig gleichgestellt mit den beiden andern Ritterorden wurde der deutsche erst auf Bitten Friedrich' s II. bei seiner Kaiserkrönung (Urk. vom December 4221 bei Böhmer Regesten S. 44 9 N. 468, vgl. Hennes n. 60 und 64) durch die Bullen Honorius III. vom 48. December 4220 Hennes n. 49 und vom 9. Januar 4221 Hennes n. 50. Script, r. P. I. H 5 Digitized by Google 226 PETH1 DE DUSBURÜ ritas non relinquit. Ea propter, dilecli in domino filii, vestris iustis postulationibus dementer annuimus et prefatum hospitale sancte Marie Alemanorum Jero«ohinitanum, in quo divino1 mancipati estis obsequio, sub beati Petri et ne8trib prolectione suscipi- mus, et presentis scripti privilegio cummuniinus, statuenies, ut quascuuque possessio- nes, quecunque bona idem hospitale in presenciarum iuste et canonice possidet, aut in futurum concessione pontiPicuin, largiciune reguin vel principum, oblatione ßdelium seu aliis iustis modis prestante domiuo potent adipisci, tirma vobis vestrisque* suc- cessoribus et illibata permaneant. In quibus liecd propriis duximus exprimenda vo- cabulis : locuni ipsum, in quo prefatum hospitale situm est, cum Omnibus pertinenttis suis, domum, quam babetis Scalone, cum vineis et Omnibus pertinenciis suis, Zamzi ' cum Omnibus pertinenciis suis et domos, quas babetis apud Hamas cum Omnibus per- tinenciis suis , domum r et vineas et possessiones, quas babetis apud Jaffaz* cum Om- nibus pertinenciis suis eth domum, quam habetis apud Accon civitatem cum omnibus pertinenciis suis et casale de Capbareim' et vullam* prope portam sancti Nicholay cum omnibus pertinenciis suis et 1 domum, quam habetis in Tyro cum omnibus per- tinenciis suis™. Sane novalium vestrorum, que propriis manibus aut sumptibus Colitis sive de nutrimentis animalium vestrorum nullus a vobis decimas exigere aut extor- quere presumat. Crisma vero, oleum sanctum, consecrationes altarium seu basilicarum veslrarum, ordinaciones clericorum vestrorum, qui ad sacros ordines fueriut promovendl, et alia ecclcsiastica sacramenla a dioccsano episcopo, siquidcm calbolicus fuerit et gra- tiam atque communionem apostolice scdis babucrit, vobis gratis et sine pravitate aü- qua preeipimus exhiberi. Sepulturam preterea eiusdem" loci liberam esse omnino de- cemimus, ut eorum devotionis" extreme voluntati, qui so illic seppeliri deliberaverint, nisi forte excommunicati vel interdicti sint, nullus obsistat; salva tarnen iusticia Uta- rum ecclesiaruoi, a quibus mortuorum corpora assumuntur p. Paci quoque et tranquil- litati vestre paterna in posterum sollicitudine pro\iderc volcntes, auctoritate apostolica dislrictius inhibemus, ne infra clausuras domus vdstre ullus"« rapinam seu furtum fa- cere, ignero apponere, sanguinem fundere, homincm temere capere vel interticere seu molcstiam' audcat cxercere. Preterea libertates et immunilates eidem' bospitali vestro concessas" nccuon racionabiles consuctudines actcnus observatas ratas habemus et eas futuris temporibus illibatas manere sancimus. Auctoritate insuper apostolica vobis concedimus, ut eligendi magistrum, qui vobis et domui vestre presit, habealis plenam " potestatem, et obeunte illo, qui pro tempore vobis et ipsi domui vestre preerit, nullus ibi qualibet surreptionis v aslucia seu violencia preponatur, nisi quem fratres eiusdem loci vel fratrum maior et sanior pars secundum de um providerit cligcndum. Decemi- mus ergo, ut nulli omnino homümm liceat prefatum hospitale temere perturbare aut eins possessiones auferre vel ablatas retinere, minuere seu quibuslibet vexationibus fatigare , sei omnia inlegra conserventur eorum, pro quorum gubernacione ac susten- tacione concessa sunt, usibus omnimodis profutura», salva sedis apostolice auctoritate et diocesani episcopi canonica iusticia. Si qua igitur in futurum ecclesiastica secularisve persona hanc nostre constitutionis paginam sciens contra eam temere venire presumpse- ritw, secundo terciove commonita, uisi rcatum suum congrua satisfactione correxerit, potestatis honorisque sui carcat dignitate reamque se divino iudicio existere de perpe- trata iniquitate cognoscat, et a sacratissimo corpore et sanguine dei et domini redemplo- ris nostri Jhesu Christi aliena fiat, atque in extremo examine divine ulcioni subiaceat. Cunctis autem eidem loco sua iura servantibus fiat* pax domini nostri Jhesu Christi, quatinus et bic fruetum bone accionLs pereipiant, et apud districlum iudicem premium' eterne pacis inveniant*. Amen. Amen. a) dir. ettii m. Cod. b) noetra in den Erneuerungen der Bolle von 1200, 1215, 1210. e) 8o In den Er- neuerungen, nobi* noatriaque Cod. d) boe. Cod. e) et Zanii 1209, 1115. et Canci 1216. fj So in dcD Erneuerungen, domo* Cod. g) Japhai 1209, 1215. Japhac 1216. Jaffam Cod. b) fehlt In den ipatcren Bullen, i) Caflnin 1209. 1215. Carolin 121 G. k) cUtt rolUm. 1) feblt in den epateren B. ») Bier werden in den folgenden BuUen die neu erworbenen Bedtxungen eingeschoben, n) Ipaiu» 120« ff. o) de- Tutionl et 1209 ff. p) Hier werden in den folgenden Bullen die Anordnungen, welche nach dem Vorgänge der Johanniter und Tempelherrn getroffen lind, beteiligt, q) So die Erneuerungen, nullus Cod. r) rio- lentiam 1209 ff. t) eid«m fehlt 1209 ff. t) Bier folgen in der Bulle von 1210 erhebliche ZuUtM. u) pUoariam 1209, 1215. t) turreptianla 1209, 1210. •ublectlonl« Cod. w) UopUrarit 1209 ff. «} all 1 209 ff. y) pnmia 1209 ff. ■) Infeolut 1209 ff. Urania* Cod. Digitized by Google CRONICA TERRE PRÜSSIE. BEILAGE i. 227 Datum Laterani per manus Cencii sancte Liicie in Orchea diacboni cardinalis do- mlni pape camerarii xii Kai. januarii indictione xv incarnacionis dominice anno m0c°xc0vi0 pontificatas vero domini Celestini pape in°"f anno sexto. 3. Einige chronologische Daten über die Gründung des deutschen Ordens. Das Chronicon Montts Seren* ( — 4185) erwähnt die Gründang des Ordens beim Jahre H90: Forro Fridericum filiura ejus, ducem Sueviae, exercitus oranis pro ipso principem sibi constiluit, a quibus et tnUitia, quae de Theutonica domo appellatur eo- dem tempore instituta est. Das Jahr 1 190 wird als Gründungsjahr auch von allen den- jenigen Chronisten angegeben, welche dem Bericht De primordiis oder der Chronik von Dusburg folgen, namentlich von allen preussischen, von Hermann Corner, der Chronica Slavica etc. Vgl. auch das Chron. episcoporum Verdensium ( — 1473) bei Leibnitz Script, reruui Brunswic. II, p. S18. Eine handschriftliche Chronik der Päbste und Kaiser von einem Thüringer Domi- nikaner ( — 1261) bezeichnet zuerst das Jahr tSOO als Gründungsjahr des deutschen Ordens: Anno domini mcc sub hoc papa Innocentio tertio et tempore Henri ci imperatoris hujus cepit in Acon ordo fratrum Theulonice domus. Diese Notiz ist mit der ganzen Chronik unverändert übergegangen in das Chroni- con saneti Aegidü ( — 1474) bei Leibnitz III, p. 586 (als Conipilatio ebronologica bei Pistorius Script, rer. Genn. I, 738), und wiederholt von dem Minoriten Martin in den flores temporum ( — 1290) bei Eccard Script, aevi medii I, p. 1551 : mcc ordo militum Teutonicorum in Acharon sumsil initium ; so wie in dem Chronicon des Johannes Vi- toduranus ( — 13 48) bei Eccard II, p. 1734 : Sub eo [Innocentio III] cepit ordo Teu- tonicae domus oriri in Achoron . Vgl . auch De ordinibus ecclesii hinter Engelhusü chronicon (aus dorn Anfange des 15. Jahrhunderts) bei Leibnitz III, p. 87 und Anual. Mellicenses bei Pertz Honumenta SS. IX, p. 537. Eine dritte überraschende Angabe bieten die Annales Colmarienses ( — 1305) bei Boehmer fontes rcrum German. Stuttgart 1843 ff. T. II, p. I : Anno mccxij Passagium extitit puerorum. Ordines Teutonicorum, Minorum et Praedicatorum oriuntur. So findet sich auch in Siffridi presbyteri epitome ( — i 307) bei Pistorius T. I, p. 694 die Notiz : mccxii In Accarone coepit ordo fratrum domus Teutonicae. Beilage 2. De passione saneti Adalberti narrationes m. \ . Aus der Vila s. Adalberli episcopi von Johannes Canaparius. Die altere Vita s. Adalberti, zuletzt in Pertz Monuinenta Germ. bist. SS. IV, p. 574 ff. abgedruckt, ist von einem Zeitgenossen, einem Mönche des Klosters des heiligen Bonifaz und Alexius auf dem Aventin, in welchem sich auch Adalbert eine Zeit lang aufgehalten hatte, geschrieben, und zwar nach Voigt Gesch. Preussens Bd. I, S. 653 von Gaudentius, Adalberts Bruder und Leidensgefährten auf seiner Reise nach Preussen, nach Pertz* wahrscheinlicherer Annahme von dem Abte dieses Klosters Jo- hannes Canaparius um das Jahr 999. Pertz meint ferner, die Nachrichten über Adal- berts Märtyrertod habe er durch Gaudentius erhalten. Dagegen stellt W. Giesebrecht in den Neuen Preuss. Prov. Blättern Jahrg. 1860 Bd. \ S. 65 die Ansicht auf, er habe die Lebensbeschreibung schon vor Gaudentius Ankunft in Rom abgefasst, seine Nach- richten über Adalberts Missionsreise seien vermittelt und durch Vermittelung entstellt, Gaudentius Mittheilungen über dieselbe lägen vielmehr der in wesentlichen Dingen sehr abweichenden Biographie des heiligen Adalbert vom Erzbischof Bruno zum Grunde, der sich auf das unmittelbare Zeugnis» der Leidensgefährten Adalberts beruft. In der 48* 228 PETRI DB DUSBURG Thal dürften sich die Differenzen zwischen den Berichten der beiden Vitae kaum an- ders begreiflich machen lassen, und des Erzbischofs Bruno. Bericht dem Siteren des Johannes Canaparius vorzuziehen sein. ■ p*rü"P M3 ^D<^e ' a<^versus diram barbariem prophanosque idolitras gladium praedicationis r P< acuens et aptans, cum quibus primum, ciun quibus postmodum dimicare oporteret, animo deliberare coepit ; utrum Liuticenses. quo« christianorum praeda miserommque Phu. 3, i9hoininum darapna pascunl, an Pruzzorum1 (Ines adiret, quorum deus venter est et avaricia juncla cum morte. Tandem alternanti pocior senlencia successit animo, ut quia hec regio proxima et nota fuerat duci praedicto, Pruzziae deos et idola irel debel- laturus. Dux vero, cognita volunlale ejus, dat ei navem, et ipsam pro pace itineris terdeno milite armat. Ipse vero adiit primo urbem Gyddanyzc*, quam ducis lattssima regna dirimentem maris confinia tangunt. Ibi, divina misericordia adventum ejus pro- speratite, baptizabantur hominum multae catervae. Ibi, missarum sollempnia cele- brans, Patri immoiat Christum, cui non post multos illos dies se ipsum pro hostia fue- rat oblaturus. Quicquid vero supermit de eo, quod ipse et novi baplizati communica- rutit, colligere jubet, et mundissimo panno involutum sibi servabal pro viatico depor- tandum. •is Postera autem die satutalis Omnibus inponitur carinae et pelago, et tollitur ab corum oculis, numquam postea videndus. Hinc nauticum iter velocissimo cursu pera- gens, post paueos marinum lilus egreditnr, et reversa est navis cum armato custode. Ipse autem pro praestitis benefieiis gratiam vectoribus et vectomm domtho agens, re- mansit ibi cum geminis fratribus; quomm alter presbiter Benedictus, alter dilectus et a puero sibi comes frater Gaudentius crant. Tunc magna tiducia Christum praedican- tes, intrant parvam insulam. quae curvo amne circumvecta *, formam circuli adeunti- p. 694 bus monstrat. Venienles vero loci possessores, cum pugnis expulerunt eos. Et qui- dam, arrepto naviculae remo, astitit episcopo propius, et ut forte psalmos in libro de- cantaverat, ingentem ictum inter scapulas dedit. Excussus manibus volat in diversa codex, et ipse extenso capile et membris jacel humo prostratus ; sed exterius afllicto corpore quid pia mens intus ageret, risus cordis per vocis Organum mox patefecit. Gratias tibi, inquid, Domine, quia etsi amplius non erit, saltim vel unum ictum pro Crucifixo meo aeeipere merui. Transiens vero in aliam partem fluminis*, stetit ibi sab- 17. April bato. Vespere autem facto, dominus viüae divinum heroa Adalbertum transduxit in villam. Congregat se undique inhers vulgus, et quid de illo foret acturui, furibunda 1) Nämlich, als er sich bei Herzog Boleslaw von Polen aufhielt. 2) Seit Adalberts Zeit ist der Name der Preussen oft genannt. Aus früherer Zeit ist bis dahin nur eine Urkunde und zwei geographische Namensverzeichnisse bekannt geworden, in welchen er genannt wird. Die erstere gehört der Zeit Hebst Johann'« XV. (985 — 996) an, und ist excerpirt in dem Güterverzeichnisse der römischen Kirche bei Muratori Antiqq. Ita- licae T. V, p. 831. In derselben erscheint Pruzze und unmittelbar darauf Ruzze als Grenz- land von Polen. Von den beiden geographischen Namensverzeichnissen ist das eine : Nomina diversarum provinciarum et urbium in einem Münchener Codex des neunten Jahrhunderts (demselben, der auch das bekannte Wessobrunner Gebet enthüll) überliefert, gedruckt bei Petz Anccd. tbesaur. T. 1, P. I, p. 407. An der achten Stelle nach Britannien (Domnoniaro, Prettonolant) folgt Bruteri, Prezzun, wofür zu lesen ist Bruteni, Pruzzun, vgl. W. Giesebrecht über Erzbischof Brun-Bonifacius in den Neuen Preuss. Prov. Blattern 4859. Bd. 4, S. 46 und Bender über den Namen Preussen in der Zeitschrift für Ermcland Bd. i, S. 384, 385. Das andere geographische Namensverzeichniss, auf welches mich Herr Dr. Strehlcke aufmerk- sam machte, bietet der St. Emmcraner Codex der Münchener Bibliothek aus dem 10. Jahr- hundert : Dcscriptio civitatum et regionum ad septentrionalem plagam Danubii. Es ist oft gedruckt z. B. bei Zeuss die Deutschen und ihre Nach barst ämme S. 600, 640. In demselben kommen die Bruzi vor, ohne dass man jedoch aus dem Zusammenhange etwas näheres über dieselben entnehmen kann. 3) Danzig. » 4) Voigt Bd. 4, S. «66 deutet auf den Pregel, dessen Mündung früher ganz anders be- schaffen gewesen sei und westlicher gelegen habe als jetzt, und meint, Adalbert sei auf einer der Inseln gelandet, die der Pregel damals etwa Brandenburg gegenüber gebildet habe. Aber seine Voraussetzungen über die Beschaffenheit des nördlichen Theiles des frischen Haffs sind nicht haltbar, wie in der Abhandlung Uber die Theilung der Dföcese Samland in den Neuen Preuss. Prov. Blättern 1850, Bd. 2. S. 177 ff. gezeigt ist. Die Localität bleibt unklar. 6) Voigt S. 268, 269 meint nach Samland und zwar nach dessen südöstlichem Theile. Digitized by Google CRONICA TERRE PRCSSIE. BEILAGE «. 220 voce et canino rictu exspeclant. Tone sanetus1 Adalbertus, quis et undc esset, vel ob quam causam illuc veniret, interrogativ, talia econtra miti voce respondit : Sum nati- vltate Sclavus, nomine Adalbertus, professione monachus, ordine quondam episcopus, oflleio nunc vester apostolus. Causa nostri itineris est vestra salus, ut relinquentes simulacra surda et rauta, agnoscatis Crcatorem vestruin, qui solus et extra quem alter deus non est ; et ut credentes in nomine ejus vitam habeatis, et in atriis inmarcesci- bilibus coelestium gaudiorum praemia pereipere mereamini. Haec sanetus Adalbertus. Uli autem jam dudum indignantes et cum clamoro blasphemiae verba adversus eum proclamantcs, mortem sibi minantur. Et extimplo terram baculis pereutientes, fustes capiti ejus apponunt et infrendunt dire dentibus in eum : Magnum sit tibi, inquiunt, quod hueusque inpune venisti ; et sicut celer reditus spem vitae, ita tibi parvae morae necis dampna creabunt. Nobis et toto huic regno, cujus nos fauecs sumus, communis lex imperat et unus ordo vivendi ; vos vero, qui eslis alterius et ignotae legis, nisi hac nocte discedatis, in crastinum decapitabiraini. Ipsa vero nocte in naviculam impone- bantur, et retro dueü* manserunt quinquo dies in quodam vico 1 . Haec dum in illa parte geruntur, ecce in monasterio2, ubi ille talis nutritus fuerat,*» cuidam converso Johanni Canapario talia Dominus per visura ostendit. E summo coelo velut volancia deorsum veniunt usque ad terram duo linteamina, alba sicut nix et munda absque omni sorde et macula. Ambo sua honera, singulos quidem viros, de terra levant ; ambo felicissimo cursu nubes et aurea sydera transnalant. Unius nomen extra ipsum, qui baec vidit, admodura paucissimi sciunt ; alter vero erat, ut adhuc ho- die ipse meminit, domnus Adalbertus, etil angelicus minister jam coelestis mensae convivia praeparavit. At pater Nilus* ignotum est, quid do eo videret; sed dulcibus scriplis eundem virum ita alloquitur: Scias, dulcissime tili, quia amicus noster Adal- bertus ambulat cum Spiritu saneto, et beatissirao fine praesentem vitam erit termina- turus. Item fratri Gaudentio, quae opere futura erant, nocturna quies textis ambagi- bus dixit. Expergefactus ergo, si vellet audire somnium suum, interrogat dilectum patrem. Respondit autem ipse : Die, si quid babes. Vidi, inquit, in medio altaris ca- licem aureum, et hunc vino seraiplenum ; custos vero ejus nemo erat. Me itaque vo- lente bibere merum, opposuit se mihi minister altaris, et audaeibus meis coeptis velut quadam imperiosa auetoritate contradixit, quia nec mihi nec alicui hominum hanc li- centiaro dare vellet, pro eo quod tibi in crastinum pro mistica refectione foret serva- ♦ tum. Haec eo loquente, fugit somnus ab oculis, et occupat tremencia membra torpor ingens: Deus, inquit, tili, prosperet hunc visum! Fallaci somnio neminem credere oportet. Jam exsurgente purpureo die, coeptum iter agunt, et Davitico carmine viam sibi** AprU abbreviant, et dulcis vitae gaudium continuo appellant Christum. Inde nemora et fe- ralia lustra linquentes, sole ascendente ad meridiem, campestria4 loca adierunt. Ibi fratre Gaudentio missam celebrante, sanetus ille monachus communieavit, et post sa- cram communionem pro alleviando labore itineris pauxillum obsonii aeeepit. Et dictop. m versu et sequenti psalmo, surgit de gramineo cespite, et quantum jactus est lapidis vel missus sagittae progressus, loco resedit. Hic cepit cum somnus, et quia diutini itineris fessus erat, pleno cornu profudit eum soporifera quies. Ad ultimum pausanti- bus cunetis, affuit paganicus furor, et irruerunl super eos impetu magno, et injecerunt omnes in vineula. Sanetus vero Adalbertus, slans contra Gaudcntium et alium fralrem 4) Nach Voigt S. 869 in der Gegend von Pillau, wogegen jedoch bemerkt werden muss, da*« Adalbert von hier aus zu Fusse nicht wohl nach der Umgegend von Lochstet oder Fischausen gelangen konnte : denn zwischen dem heutigen Pillau und Lochstet war damals das Tier, welches das Haff mit der See verbindet, vgl. die Abhandlung üher die frische Neh- rung in den Neuen Preuss. Prov. Blattern 485i. Bd. 4. S. 84 ff. 9) Das Kloster auf dem Aventin. 3) Der hochberühmte Abt des Michaclisklosters zu Valleluce nicht fern von Monte Cas- sino. Er hielt sich spater in Gaeta aur, Giesebrecht Geschichte der deutschen Kaiserzeit Bd. 4, S. 6*7. *) Campestria loca deutet Voigt Bd. 4, S. «70 ff., S. 660 ff. auf das heilige Feld bei Ten- kitten. Allein das in spateren Urkunden oft erwähnte heilige Feld ist weit entfernt von Fischausen in der Gegend des Kirchdorfs Heiligcnkreuz zu suchen, vgl. Mist. comp. Geogr. S. 4*0, 4*3. Heilige Wälder aber sind in allen Theilen Samlands zahlreich nachzuweisen, Ebenda S. 15, Anm. 4 30. Digitized by Google 230 PFTRI DE DISBURG ligatum: F rat res, inquit, nolite oontristari. Scilis, quia baec patimur pro nomine Do- mini, cujus virtus ultra omnes virtutes, pulchritudo supra omnes decores, potencia inenarrabilis, pietas singularis. Quid enim fortius, quid eo pulchrius, quam dulcetn pro dukissimo Jesu rundere vitam. Prosilit e furibundo agmine igneus Sicco, et totis viribus ingens jaculum movens, transfixit ejus penetralia cordis. Ipse enim sacerdos idolorum et dux conjuratae cohortis, vclul c\ debito prima vulnera facit1. Deinde con- currerunt omnes, et vulnera mLscentes, iram exsaturant. Profluit purpureus sanguis per foramina utriusque lateris; ille oculis ac manibus stal orans in coelum. Exiil ru- beus amnis divite veua, et extractae hastac Septem ingencia vulnera pandunt. Ule viu- clis solutis extendit manus in modum crucis, et suppheiter fusis preeibus pro sua et persecutorum salute ad Dominum clamat. Sic illa sancla anima carcore suo evolat; sie nobile corpus protenta cruce lerram occupal ; sie quoque mullo sanguine vitam fun- dens, beatis sedibus et semper carissimo tandem perfruitur Christo. 0 sauet um et bea- tissimum virum, cujus in vultu angelicus splendor, jn corde semper Christus erat! O pium et omni honorc dignissimum, qui crucem, quam voluutate semper et aoimo por- tavit, tunc etiam manibus et toto corpore complexus est. Accurrunt undique armis dira barbaries, et nondum eiplelo furore, aurerunt corpori nobile caput, et separant exsauguia membra. Corpus vero loco diinittenles, caput palo fixerunt, et laelo cla- more sua scelera laudanles, reversi sunt unusquisque ad proprias sedes. Passus est* ^utern sanetus et gloriosissimus martyr Christi Adalbert us 9 kalendas Mai, imperanle rerum domino Otlonum tercio pio et clarissimo cacsare, feria 6 ; scilieet ut qua die do- minus Jesus Christus pro homine, eadem die homo ille pro Deo suo pateretur. Cui est misericordia in seculum, honor laus et imperium in secula seculorum. Amen3. Brun beruft sich, wie erwähnt, auf das unmittelbare Zcugniss der Leidensgefähr- ten Adalberts (c. 38), Adalberts Bruder Gaudenlius und Benedict. »Als Gaudentius im Deccmber 999 in Horn verweilte, und Benedict wahrscheinlich in seinem Gefolge war, bewohnte Brun noch das Kloster auf dem Avenlin, dem auch Gaudentius angehörte. Sie konnten, sie mussten sich sprechen.« Aber freilich schrieb Brun seine Erzählung erst gegen Ende des Jahres 1004, also erst fünf Jahre nach der Zusammenkunft mit Gaudentius nieder — »und fünf Jahre verwirren viel in einem so phantastischen Kopfe! 1) Dass Adalbert erschlagen sei, weil er durch seinen Eintritt in den heiligen Wald oder auf das heilige Feld den heiligen Boden entweiht habe, ist nur Annahme Voigts Bd. I, S. *73, 660. 2) Erst nach Otto's III. Kaiserkrönung (St . Mai 996) trat Adalbert seine Missionsreise an, cap. St, Thietmar IV, c. 19 etc. Das Todesjahr Adalberts kann demnach kein früheres - sein als 997, trotzdem dass in vielen Chroniken, auch in den Annal. Quedlinb. und in dem Chron. Bohcmiac von Cosmas das Jahr 996 als solches angesehen' wird. — Die Erinnerung an Adalberts Märtyrertod wurde gleich nach der Ankunft des deutschen Ordens in Preussen erneuert. Schon in dem Friedensvertrage von ti*9 finden wir ein Chomor S. Adalbert) (wahrscheinlich «wischen Christburg und Lichtfelde, Geogr. S. it) erwähnt; und einige Zeit darauf wurde die Domkirche des samlaudischen Bisthuius dem heiligen Adalbert geweiht. Seitdem befestigte sich die Ansicht, dass Adalbert in Suinlund erschlagen sei. Zwischen den Jahren 4422 — 4494 gründete der Ordensinurschall Ludwig von Lanse zu seinem Andenken eine Kapelle bei Tenkitten, welche bis zum Jahre 1669 gestanden bat, Voigt Bd. 1, S. 663 ff. In noch neuerer Zeil hat eine fromme Polin in eben jener Gegend zu demselben Zwecke ein hohes eisernes Kreuz errichten lassen. 3) Gegen den Schluss des Capilcls weicht die Handschrift des Klosters Monte Cassino aus dem 1t. Jahrhundert von den übrigen mehrfach ab. Eigentümlich sind denselben be- 595. sonders folgende Stellen : Sanetus vero Adalbcrtus in so senem irruentem conspiciens miti voce dixit, quid vis pater? aut cur manus innocenti sanguine polluis, alque crucntalas sponte diabolo tradis. Und etwas weiter: Sed ut ostenderet omuipotens deus, cujus meriti esset tantus martyr, per triginta dies jussa a Domino, ab aquila corpus ejus custoditur, ubi nulla fera, nulla avis accedere potuit. Eam divino judicio aquilara eustodem diseipuli aspexerual. Post vero infidelis turba needum humano sanguine saciata, tollentes corpus ejus miserrime dilaecratum, in mare dinnserunt. Inde vero iudicio fulgidae columnao, super corpus ejus in coelum usque porrectae, maoifestatum est corpus ejus diseipulis ; et venientes cum multis christianis, abstulerunt corpus ejus, et conjungentes caput corpori, honoriflee sepelierunt, et dignam ecclesiam nomine ejus construxerunt, ubi merita et virtutes ejus exuberant usquo ad hodiernum diem. 2. Aus der Vita S. Adalbert des Erzhischofs Brun. • CRONICA TEURE PRÜSSIE. BEILAGE t. 231 Ueberdies lag ihm das Buch des Johannes Canaparius seines Abts vor Augen, und die Achtung vor demselben und der pSbstlicheu Autorität mithigte ihn seine Erinnerungen von Gaudentius Erzählungen in Harmonie mit dem aufgezeichneten und bereits kirch- lich anerkannten Berichte zu setzen. So hat sich, wie ich glaube, auch in seiner Dar- stellung Wahres und Falsches gemischt.« W. Giesebrecht a. a. 0. S. 65, 66. Auch Brun s Vita S. Adalbert! ist zuletzt abgedruckt bei Pertz T. IV. Igitur soluto fune liber1 episcopus apprehendit circumflucntibus ulnis earum de-^^** siderium, quod Semper in corde suo arsit, martyrium pulcrum, apostolica ad hoc usus p* licencia. Duos fratres, quos cogitat forciorcs sacro bello et aptiores porlare cuange- liura, ilineris comites assumpsit. Prius tarnen, ut mater regula docet et viva verba patrum lingua monent, oracione fratrum voluntatem Dei exquisivit, et consilio fratrum quasi ferrea clamide munitus, ad agonem currere cepit. — Dux itaquc Bolezlavus dili- gebat eum. Quem monet, ut se adjuvet ; videns videat, quoniodo se in tcrram Pruz- zorum navigio raaris exponat, propter quaerere animas et scindere vomere Dei incultas gentes. Complet dux jussa spirilalis patris ; quamvis, ut secum staret, divitem volun- tatem haberet, occurrere sancto proposito non ausus erat. Est in parte regni civitas magna Gnezan*, ubi nunc sacro corpori requiescere placuit, ubi inille miraculis fulgct, et si corde veniunt, recta petentibus salules currunt. Ibi ergo, quia in via sua erat, cujus longo tempore silencium exercuit, missam celebrat , sacras hoslias oblaturus, p. «os viva hostia et ipse mox futurus. Babtizat populuin grandem nimis, inde nullas moras nectit, navcm ascendit, quam ne prophanus quis längere audeat, dux sollicitus multo milite armaverat. Post non multos dies carina secante terga maris, Deum nescientibus illabuntur Pruzzorum terris. Fcstinantes vero nautae sanclum onus deponunt ; et noc- turno auxilio remeantes, securam fugam capiunt. Rapit homo Deo pleous iter, jactu- rus recia sua super horrisonum mare, si forte inveniat, quod in mensa Dei comeden- dum reponat ; aut si nullum piscem capiat, saltim in nomine filii Dei oblatum calicem bibat. Fervet in eo spes ardua pro Christo moriendi, et in viridi corde vivus ignis vim habet ardendi, tanquam in aureo altari acccnsa aromata flagrant et fumancia scandunt. Ergo miles Dei cum duobus sociis intraverat parvum locum, qui circumlabente unda fluminis imitatur insulae vultum. Ibi aliquos dies stctcrunt ; et fama volans pagano- rum auribus adduxit, habere se hospites ex alio orbe, ignoto habilu et inaudito cultu. Primum ex improviso homines numero non plures parva nave veniunt ; dant sal- *s tum ad terras, barbarum nescio quid frendunt ; magna ira fumant, et hospites quae- runt. Ros regis*, ros mellis tum episcopo in orc fuerat: librum psalmorum ante se sedens tenuit, in quo omnia verba oris Dei, in quo vita hominis et summa salutis clausa consistunt. Ad quem unus ex istis pcjor pessimus accessit ; dirum infremuit, nodosa brachia alte extollit, et cum conto, quo navem minavit, coelestia ruminanlem episco- pum inter scapulas fortissime percussit : Si non abitis, inquit, cicius capite plectemini, rexati diris poenis et mortibus multis. Evolat ex manibus excussum volumcn ; alia ex parte ipse humi stratus dat oscula luridae terrae, mente extentus et corpore toto. Ex- terior corrumpitur homo, inlerior ad vitam novatur ; per penetral cordis prorupit vox laeticiae et salutis. Benedictus, inquit, Dcus, bencdicla misericordia Dei! Si plus non aeeipiam pro Cruciflxo meo, saltim unum preciosum ictum habeo! — Homo Dei, pu- lasne siraplex plaga splcndeat in dorso tuo? Aut precium habeat super terram, talia li- benter pati in memoriam filii Dei vivi? Ulique non sie margarituin in sterquilinio, non purpura regis in populo, nec facies rosae in gremio terrae, adhuc nec aureus sol in coelo, ut est in corde pulcro percussio una, quam habos laetus gloriae pro Christo tuo ! — Quid tum? Foris projecti veniunt in mercatum*, ubi confluxerat unda populorum. 4} Die Böhmen hatten ihm, ihrem Bischöfe, den Gehorsam aufgekündigt. S) Bei Johannes Canaparius : Gyddaoizc — eine der auffallendsten und unbegreiflich- sten Abweichungen zwischen beiden Biographen, Voigt Bd. i, S. 658 uud W. Giesebrecht Brun-Bonifacius S. *5 sind geneigt, ein Versehen Brun s anzunehmen. Diese Annahme wird nicht zu umgehen sein, so lange man an dem Berichte festhalt, das« Adalbert Uber die See . nach Preussen gefahren sei. Aber in der Passio S. Adalbcrti ist auch von der Seefahrt nicht die Rede. 4) L. Giesebrecht in seinen Wendischen Geschichten Bd. t glaubte diesen Markt für den schon von Wulfstan erwähnten Handelsplatz Truso am Illing halten zu dürfen. 3) Davids. 232 PETRI DE DlSBURr» Circumstanl subito coelicolam virum longo agmine capita canum; pandunt cruentos rictus, interrogant, uodo? quis esset? quid quaereret? quare venissel, quem nemo vocavit? Lupi siciunt sanguinem, minantur mortem, quia ad eos portal vi tarn. Douec loquatur, vix exspectant ; borrent et derident ; melius enim non sciunl ; loqui jubent, capita movent. Accinxit vir lumbos, os aperit, et quia multa audire nequeunt, brevi alloquitur : De terra Polanorum, quam Bolezlawus, princeps christianissimus, Domino procurat, ad vos pro vestra salute venio ; servus illius, qui fecit coclum et terram, maro et animancia cuncta. Ycnio vos tollere a manu diaboli et faucibus inmilis averni, ut cognoscatis crcatorem vcstrum, ut dcponatis sacrilegos ritus, abrenunciantes morti- fcras vias cum inniundiciis cunctis, et ut loti halneo salulis, efliciamini chrisliani in Christo, et habeatis üi ipso remissionem peccatorura et rcgnum immortalium seculo- rum. Haec sanctus; illi autein contra jam dudum iudignanles, coelestia verba irridenl, terram baculis pcrcutiunt, aeretn mugitibus implcnt, mauus tarnen nun iniciuut, set furorcm dictant, et districtae sevcritatis nunciuni ad aures hospitum aiittuiit : Propier tales, inquiunt, bomines terra nostra non dabit fructuin, arbores non parluriunt, nova non nascuntur animalia, vetcra moriuutur. Excunlc* exite proeul de finibus nostris ; si cicius non retropouitis pedes, crudclibus poenis afllicti, mala morte peribitis. Uli vero, qui in ingressu regni positus bonos bospites eo loci dimissit, mortem minantur; doraum incenderc, divisis rebus uxores et filios vendere, spumante ira pollicenlur. Videns adleta Christi, nullum fruetum animarum sequi et desideralae mortis ßpeni auferri, dojecit animum ; tristicia magna aflectus, varios curaruin aestus in casto pec- tore versat; dixitque fratribus : Prcssi magnis advcrsLs, quid ronsilii capiemus? Quo vertaraur, nescio. Habitus corporum et horror vestium, ut video, paganis animis non parum nocet ; unde, si placct, vestimenta mulemus clericalia, pendentibus capillis sur- gere sinamus, lonsae barbae truncas comas prodirc pertuittamus ; forsan non agniti, melius habemus salutein operari ; siiuiles corum etTecti, familiarius eo habitamus allo- quimur et convivimus ; laborando quoque nianibus proi)riis, victum quacremus ad in- star apostolorum ; absconsa mente re\ohimus censuui psatmorum. Intcrea, prospe- rante misericordiaSalvatoris, tit aliquid hac arte ac fraude, ut opinio se fallat; euangcli- zandi occasio certa venit. Quid? quia pius et fidelis Deus, animarum inventarum the- saurum magnum lucrabimur, aut dulcem vilam pro dulcissimo Christo fundentes, de- siderata morte morimur. Ergo [viso consilio] meliora sperans, coneeptum moerorem gaudii gladio occidit, egressurus regionem malam, accensis aniiuis movet gressus. — Ad ferocium quidem Liutizorum ydola surda praedicacionis equos flectere placuil, quo- rum linguam cognovit, et quos needum visus, mutata vesto et habitu fallere potuit. Haec tum hoc ingenio bono dolo cogitavit, aut imperatoris filio reperire novum popu- lum, aut longis desideriis ponere finem. Set, o venerabile caput, quid tc fatigas im- plexis cogilacionibus? Prope est quod quacris. Nun necesse est iniciare longam viam; dabit tibi breviore via Deus, quod tauto tempore quaesisti, jecore fidcli, amorc humili, recto ore, mundo corde et animo toto. Ecce juxta te pulcritudo lua, ecce in foribus cujus nescit homo precium felix, et incomparabile martyrium, ut nostro eliam aevo angelis habeal similera bonus Virginis illc tilius , quia insperato le faciet marlyrem suum! 0 quam pulcre ridet coclum, quando cum corona iutrantem videl Sclavum! «7 Romae interea in monasterio, quo sanctus iste phylosophya Benedicti patris 1 nu- tritus erat, revelacio divina haec dicta dedit: Fnter plures visiones, quas rapta mente saepe levatus vidit et ita crueifixus mundo, Johannes monachus et abba, venerum* a coelo usque ad terram desecnsu deleciabili, aspectu pulcro, duo linteamina ut nix Candida, absquo ruga et macula. Unum ex eis aeeepit quem quaerere venit; pos- sedit carum pignus , et aeeepit linteum dulce onus ; fruens fruitur suo Adalberto, intrat aureum coelum tramitc reetö. Quem aliud linteum suo amplexu aeeiperet et ad Deum portaret, ab ejus ore, fateor, numquam exculere potuimus, et ideo, ipsum2 pro secreto amore coelestis patriae alterum pondus esse, cogitatione cogitamus. Sive au- tem bic sive alter sit, certa mente nescinius ; nec nos hoc Tätiget, qui nostrum inter- cessorem in manibus habemus! Adalbertum, Domiuc, tuum saneta sanetorum intrasse, 1) In dem Kloster auf dem Aventin wurde die Regel des heiligen Benedict befolgt. 8) Johannes Canaparius ist gemeint. CRONICA TERRE PRUSSIE. BEILAGE 8. 233 cognovimus, veneramur ei amantes. Cum numquam sanguinem Rinderet, quae est prima beatitudo et passi Christi quaedam similitudo, tarnen alta morum humilitate et puro Dei amoris intuitu vere esset filius caelorum, et, qui numquam peocaverunt, (ra- ter angeiorum. Hac hora pater Nilus ad monasterii illios spiritales fratres verba miserat, dicens : 9* Notum Sit vestrae diiectioni, qoia amicus noster viam bonam habet ; vere Adalbertus com Spiritu sancto ambulavit. Haec in christiana; at in terra pagana tres homines carpunt Her secus littora maris, et fit repente conlisio undarum, quasi quid moveat aliqua ingens beslia maris, et ad aures gradientium fragor ille validus venit. Comites securi audiunt ; medius senior atrocissime obstupuit, et velud pavida mulier, conster- natus exhorruit. Cui Gaudencius, ex parte patris caro et frater suus, subridens ait : Pavit fortiludo tua, audacissime miles. Si saliret super nos armata et ad bellum prompta manus, quid tunc ageres, qui nunc inania times? Respondit : Nos sumus fra- giles, tu fortis ; nos imbecilles, tu potens ; dos certe et minima timemus ; set eo me- lius Deus noster refugium et virtus, quo est major inopia timentis et viriura parva su- pellex. Eo felicius, eo gloriosius diligam te, Domine virtus mea, quo senciens infirmi-p. «10 tatem meam, cognosco te esse meam virtutem ! Vidit sequenti nocte somnium, quod ludentibus vcrbis irrisit pavescentem episco-aa pum : Ingressus delectabile Oratorium, cognovjt paratum pontificem celebrasse missam. Commesto autem sacrificio, cum vestimcnta plicarent, propius acccssit ad cornu altaris, cujus in medio stat aureus calix; adclinat Collum, os ponit, hauriro de aureo calice parat. Volat cursu custos sacri altaris, et unde talia praesumat, insolentem Gauden- tium severioribus dictis increpat. Non licet, dcdignans ait, fauces tuas de aureo calice sumere pocula vitae. Solus totum bibere debet, qui Christo immolato missam oracione legavit, ubi sacro palato nec gutta rcmanebit. Mane facto, Gaudcntius infit auribus : Audi, senior meus, noctis somnium quod vidi. Expleta missa quam celebrasti in tem- plo Dei, accessi potum sumere de aureo calice, qui stetit in medio allari. Prohibuit me minister altaris dicens : »Alii nequaquam licet ; pontifex tolum sumere debet.« Re- spondit filius mulieris passioni propinquus : Mi frater , jubente Deo somnium tuum prospere vadat ; peccans caro peccati donura Dei non impediat ; misericordia Creatoris victoriam tollat. Igitur sexta feria Gaudencius, sancto viro duplex germanus, cum jam scandenss« sol tres horas prope complcssct, missarum sollemnia in Iaeto gramine celebrat. PostM-Ap partera obsonü recumbentes aeeipiunt , ut in fortitudine eibi positum vigorem fessa membra resumerent, et viam longam sine labore reparati pedes cicius minarent. Pulsa fame recreati surgunt, iterare ineipiunt, et non longe ab eo loco ubi eibum sumunt, invalescente lassitudine, Caput ponunt, et fessa corpora somno indulgent. Dormitave- runt omnes et dormierunt : adest sonitus armorum, fulgurans hasta, sonans clyppeus et gladius acutus. Cui frater a Polanis occisus erat, zelo duetus barbarus venit ; cum quo, qui exultant in rebus pessirais, conspiravere poenitencia dueti, quia dimiserunt ; impetu magno ydolatrae appropinquarunt. Nec mora, equos dimittunt, volatili pedum fuga accurrunt, requiem hospitum turbant, vineula iniciunt, tamquam lalrones debe- rent, manus et brachia stringunt. Stupent fratres, et non suaviter expergefacti, inspe- rato animo vineula et hostes agnoscunt. Nec minus qui semper hoc spectaculum Om- nibus votis desiderhsque quesivit accensus , nunc magnus Adalbertus tiraet ; quasi homo amarac mortis gustum exhorrW, ultra quam solet consternata mens ignavia labo- rat; moritura caro colorem mutat, pavor in mente tremula liebet. Nec miretur vel fractum defecisse sanetum cogitet, qui tot annos in temptacionum ventos inconvulsa arbor stetit ; maxime nunc quando propinquante termino palmam aeeipere debet. Nonne major dominus redempeione nostra Christus propinquante sanguinem sudat ; et qui potestatem habet ponendi animam et sumendi, sequentibus diseipulis tristem se esse asserit usque ad mortem? Si Deus trepidat, turpe est ut homo paveat, cum carnis mors prope accedit? Purgantur tremore mortis olecti, sine quibus non sunt, a levibus peccatis, et, si qua vestigia manserunt, criminum raris maculis. Vir bone, quid times? Cur inerti pavore tabescis? Deo tuum sanguinem fundis, quo fuso, securum coromea- tum et liberum iter habes ad coelum, sine occursu insultancium demonum, sine ob- jectione vel minima peccalorum. Martyribus certe non sperans, non occurrit accusans 234 PETRI DE OLSBURG satan, nec verbam opponit, procul rogiens, eo quod SsJvatoris timbram imttantur, et sicut Dominus sine peccato propter nos mortuus est, ita et inartyres, quamvis crimi- num rei, quamvis pagani, sine quibus non fuerunl, fuso sanguine propter Deum, onv- nino cunctis peccatis carebunt. si Geteri sancti quamvis candidam et odoriferam vitam ante oculos Dei habuerint, sine scrupulo de vase peccatorum non recedunt, et circa extremam horanx infinita an- . eil gustia laborant, nescientes, utrum et munda vita ab eo judicetur digna, cujus compa- racione inmunda sunt omnia. Martyrio autem stat sua racio rcslituta, singularis glo- ria, quam accipere dono Dei promeruit felix martyr infelicium Adalbertus nostrorum temporum. Licet tibi interrogare : Quid Domino retribuam ? licet respondere : Calicem salutaris accipiam. Non est quod timeas, quia disrupisti, Domine, vincula mea. Est quod dcsideres, quia preciosa in conspectu Domini mors sanctoruro ejus, cum nemo natus eflugiat manum mortis. 0 quam beatura, o quam gloriosum, ita mori, ut non appareant peccata, quae lavantur in babtismo, extinguuntur in martyrio I Jam quanta dignitas, quanta securitas laeticiae, claudcre in momento oculos, quibus homines vi- debantur et mundus, et aperire statim eosdem, ut Deus videatur ac Christus, pulcri operts pulcherrimus ipsc ! Ne timeas periculum eo quod est mors amara, mors axixia. Nam si esset nulla mortis molestia, canentc mellifluo Gregorio, non esset tanta marty- rum gloria. Tarn feliciter migrandi o quanta velocitas 1 Terris repente subtraheris, ut in regnis coeleslibus reponaris. Indica nobis, sub coelo non esse pulcrius, non qutc- quam dulcius, quam pro dulcissimo Christo dulcem dare vitam. Harum sentenciarum habemus te nunc testem darum, qui hoc mundo positus, morum virtutibus viruisti, et in bis sen ata bumilitale miraculis claruisti ; nunc pro Christo mortuus coelesti beneficio et, miraculorum dulcedine clarior, iinmo clarissimus innolescis ! Palam loqueris, moo- strans nimirum, quam bene vivas, ad cujus mortua ossa tot salutes exeunt, tot pia digna prodigia corruscancia currunt. M Ajunt qui in illo agone fuerunt, nec unum verbum fecisset pallidus episcopus, nisi, quando ligatum ad montis supercilium ducunt, ubi Septem lanceis pulcra viscera forant, ad illum, cujus tunc lancea debuit primum ictiun et torvo aspectu occidendum martyrero loco statuit. hoc unum verbum: Quid vis pater? exili voce interrogans fa- tur. Habes quod Semper volebas, morcre passus pro dcsiderato Christo, hac die felix vicfima functus, qua die Salvator pro te et pro mundo cruciGxus, ipse tunc sanans mundum languidum, nunc vero magnum te faciens martyrem suum. Septem donis dt- tavit te Christus virtute mUlta, fluxit tibi ' gratia sancti Spiritus; nunc in ejus honore Septem lanceis confossus, amplectere desiderabilem Christum. . «** Dux et magister nefariae cohortis primum igneus Sikko forül penelralia cordis, post saliente malicia et currente manu ceteri scelus peragunU Ut autem ostenderet Clemens divinitas, quia soluta erant servo suo carcer seculi, compedcs magnae et pec- catorum vincula cuncta, postquam sanctum corpus secarunt, nemine solvente ligaturae manuum se solverunt ; ipsara vero amicam mortem amplexus, quam Semper sequens dilexit, in modum crucis manus expandit. Cadens cadaver matrem [ terra m] occupat ; anima saneta ad vitam feliciter intrat ; ad mir ans risum Dei et gaudia canentis cooli. Reliquisti sub pedibus pulcrum hoc quod apparet; experire nunc, quod intrinsecus latet ; post fletus hominum transi in beatum numerum angelorum, ubi te vident laeti omnes sancti, maxime martyres Christi! Adhuc ultra angelum, martyr, ad martyrum regem ascende cum gloria, ad vivum Salvatorem,»ad ipsum a cujus conspectu fugit terra et coeJum ; loquere facie ad faciem, quasi homo ad amicum suum 1 Effugisti quod amaritudinis habes, quod non dulcedinis, ubi sunt altae contemplaciones internae re~ fectionis, ubi est eibus et potus laus perpetua Creatoris ! a« Ipsa die dicunt, cum quidam presbyter missas faceret, revelans spiritus ad aurem dixit, ut beati martyris Adalberti suffragia laboranti mundo imploret. Linens paret ille monitis divinis et intra memoriam sanetorum martyrum Adnlhertum vocat, ut pro uos- tris erroribus divinae misericordiae mactata hostia intercedat. Igitur impii viri duos fratres immisericorditer ligatos secum portant, et sancti viri nobile caput a saneto cor- pore dividunt, et sub fida custodia utramque partem custodiunt. Ne cogites, religio- nem faciant, qui prophanare tantum sapiunt ; a duce ßnitimo Bolezlavo grandem pecu- niam aeeepturos se putant, ut res erat, quando reverentissimum corpus et caput, dest- Digitized by Google CRONICA TERRE PRÜSSIE. BEILAGE 1 derabilcm thesaurum vendunt. Mariyrizatus est autem predosus martyr Adalbertus, qua die pius Georiug est gladio percussus. Bene autem uno die, quia se petentibus ambo boni fulgent crebris miraculis et praeslo sunt miseris mortalibus. Ecce iterum ambo boni et estis michi saepe vocandi. Loquimini cerle: sorgat Stella maris! jungat se aequus Petrus 1 sequatur ad omnes sanctos ! Propter Deum loquimini de vivis mi- seris bonum in conspectu principis, praestante domino Deo propter dilectum filium suum in Spiritu sancto, cui est gloria, salus, honor, regnum et imperium, sana civitas angelorum, cui fuere sunt et veniant pulcra facie inunortalia secuta seculorum, Amen. 3. Passio sancti Adalperti martiris. Die folgende Passio ist aus einer Handschrift der Münchener Bibliothek (Cod. lat. No. 18,897, oliiu Tegemseensis No. 897) zuerst von W. Giesebrecht in den Neuen Preuss. Prov. Blättern Jahrg. 1860, Bd. 1, S. 55—74 mit einer kritischen Einleitung herausgegeben. Die Handschrift der betreffenden Blätter des Codex • — wohl nicht das Autographon — gehört dem 1 1 . Jahrhuudert an ; an einigen Stellen finden sich nach- trägliche, aber wohl von derselben Hand ausgeführte Correcluren (wir bczciclinen unter dem Text das ursprüngliche mit I, das spätere mit 2); die Ueberschrift Pas- sio etc. ist erst im (5. Jahrhundert hinzugefügt. Der Herausgeber hat es durch eine scharfsinnige Untersuchung wahrcheinlich gemacht, dass der Verfasser dieser Auf- zeichnung zu den Mönchen des Klosters zu Meseritz in Grosspolen gehört habe, und dass die Abfassungszeit auf das Jahr 999 oder auf den Anfang des Jahres 1000 zu fixiren sei. Dieses hohe Alter giebt dem Berichte einen nicht geringen Werth, zumal da er — neben einigen Irrlhümero — mehrere nachweislich wohl begründete Spe- cialien enthält, und in einigen Punkten mit der alten Handschrift der Biographie Adal- berts von Canaparius zu Monte Cassino merkwürdig zusammenstimmt. Im Allgemeinen weicht er aber von dieser so wie von Brun's Vita S. Adalbcrti auffallend ab, und wenn es bis dahin auch noch nicht gelungen ist diese Widersprüche zu lösen, so bleibt es doch mindestens sehr zweifelhaft, ob jene beiden schon früher bekannten Berichte die zuverlässigeren seien. [Erst nachträglich wird mir mitgetheilt, dass diese Passio s. A. schon 1856 in den Monumenta Poloniae abgedruckt sei]. 1. Sanctus Adalpertus, primis Sclavomm natalibus, Slawinihc patre et Adilburc matre editus, praheticae virtuti inherens Ihcoricaeque desudans, ascendendo succrcs-p" cit, donec pubeda vixdum cpiscopalc in Pragia* conscendit culmen. Scdis quoque suam aecclesiam pastorali regiminc, ut dignum erat, quinque annorum per curricula regens, intra semetipsum tarn glorianter sese in populo haberi deteslando ac de hac gloria exui ambiens, Romam pedeteroptim aggressus est, ultra mare coneupiscens ex- ulari. Sed ab apostolico retardatus est'. Incolarum autem suoram p.b ciulatio, spem suam abesse condolens , Willigisum Magontiensem archiepiscopum pro reditu patris sui interpellahanl', uti auetoritate sua eum revocaret. Susccpta enimvero hac cpistolap. n vir, domino plenus, voluntati suorum remeando satLsfecit. Paulisper in adventu suo eos demuleens, itemqued eodem anno paucis secum sumptis Romam regrediens, Jo- hanne papa consentiente in monasterio sancti Bonifacii* monachico induitur habitu2, Iribus tantummodo annis cum bis moratus fratribus. Ottone igitur terlio imperatorc urbis Romanae excaclsa menia ingrediente, inibi sanetmn virum üivenicns, ut ad Sa- xoniam exirel, mutipliciter et humiliter exoratus est. Cesaris peticionem haud renuens, voluntatem suam implevit. Saxonica tellure in brevi recedens, in Polaniam regionem cursum direxit, et ad Mestris r locura divertens coenobium ibi construxit, monachosque m) PrBfr» 1. PragU 2. b) lUOrum p. Ut ObergMchrUbmi ; p. Ut Abkürzung wegen muigelnden Raum« ent- weder für Pr»$en«i um o* longe ab eo templo quod ecleberrimum Sueones habent in cultu deorum, Ubsola diclo : p. sos in quo loco sinus quidam ejus freli, quod Balticum vel barbaruin dicitur, ad borcam vergens , portura facit Ad quam stalionem, quia lutissitna est in maritimis Suevoniae regionibus, solent omnes Danorum vel Nortmannonun, itemque Sclavorum ac Semborum naves, aliique Scithiae populi pro diversis commerciorum necessitatibus sollempniter convenire. Vgl. Helmold Lib. I, c. 8. Schol. 15. Trans Oddoram fluvium primi habitant Poraerani, deinde Polani, qui ap. 31t latere habent hinc Pruzzos, inde Bohemgs, ab Oriente Ruzzos. Vgl. Helmold Lib. I, c. 1 . Schol. *5. Hericus rex Sueonum, cum potentissimo rege Polanorum Boltzlao'p. 318 foedus iniit. Bolizlaus flliam vel sororem Herico dedit7. Cujus gratia societatis Dani a Sclavis et Sueonibus juxta impugnati sunt. Bolizlaus, rex christianissimus, cum Ot- tone tercio confoederatus, omnem vi Sclavaniam subjeett et Ruziam et Pruzzos, a qui- bus passus est sanetus Adalbertus, cujus reliquias tunc Bolizlaus transtuUt in Poioniam. Vgl. Helmold Lib. I, c. 15. i) Von der hocbberUhmten Handelsstadt Jumne an der Mündung der Oder. 5) Die Bewohner von Rügen. 3) Femern. 4) Rügen. fi) Valde, Valte. Vgl. Zieman Mittelhochdeutsches Worterbuch. 6) Boleslaw, Micsko s Sohn, regierte von 9M-4035. 7) Sigrid Storrlda die Tochter Mlesko's, Schwester Boleslaws. Vgl. Thietmar VII, c. *8. Digitized by Google 240 PETRI DE DÜ8BÜRG p.377 Schol. 1t9. Golbi a Romanis voeantur Getae, de qiribus Virgilius diccre videtur ^'Vei'ff acorque Gelonus Cum fugit in Rhodopen, atque in deserta Getarum, Et lac concretum cum sanguine polat equino. Hoc usque hodie Gothi et Sembi facere dicuntur, quos ex lade jumentorum inebriari certum est. 1 4. Aus der Chronik der Slaven von Helmold. Helmold, ein Zeitgenosse Heinrichs des Löwen, schrieb sein Cbronicon Slavorum um das Jabr 1173. Was er über Preussen bietet, ist fast ganz aus Adains Kirchenge- schicbte entlehnt, wie ein Vergleich der oben schon angeführten Stelleu zeigen kann. Die folgende Stelle hat Helmold wenigstens theilweisc selbst zu vertreten. Wir ent- lehnen sie aus dem Abdruck bei Leubnitz Script, rerum firunsw. T. II. **£*tm ^ nttus astrale* Slavorum incolunt naoiones, quorum ab Oriente primi sunt Ruzi, deinde Poloni, habentes a septentrione Pruzos, ab austro Bojcmos et eos, qui dicuntur Morahi sive Carinthi atque Sorabi Omnes hae nationes praeter Pruzos christianitatis titulo decorantur. Diu enim est, ex quo Rucia credidit. 5. Aus den Magdeburger Annalen. Die Annalt s Magdeburgenses, sonst unter dem Namen des Chronographos Saxo bekannt, bei Pertz SS. XVI gedruckt, reichen bis zum Jahre H 88. Pcrti (Zum Jahre 1117.) Eodem anno circa festum saneti Petri divina inspiratione et p* 188 apostolice auctoritalis exortatione et multorum religiosorum ammonitionc magna Chris- tiane militie multitudo contra paganos versus aquilonem habitantes assumpto signo vivi- fice crucis exiverat, ut eos aut Christiane religioni subderet, aut Den auxiliante omnino delcret. Ubi in una societate convencrant Fridericus archiepiscopus Magadaburgeusis, Rotholfus Hahcrstadensis episcopus, Wernherus Monastcncnsis, Roinhaldus Mersbur- gensis, Wickerus Brandeburgcnsis, Anshelmus Havelbergensis, Heinricus Moraviensis* episcopi, et Wibott Corbegeosis abbas, Conradus marchio, Ada Iber tus marchio, Fride- ricus palalinus comes, Hermannus palatinus comes cum niultis comilibus et armatis bellatoribus sexaginta milibus. Interim in alia societate se in unum collegerant Albero Bremensis archiepiscopus, Thielmarus Fardensis episcopus, Heinricus dux Saxonic, Conradus dux Burgundie, Harlwigus prineeps prenobilis cum multis comitibus et no- bilibus et ceteris armatis numero quadraginta milibus pugnalorum. Rex eciam Dacie cum episcopis terre illius et cum universo robore gentis sue, maxima multiludine clas- sium collecla circiter centum milibus exercitum paraverat. Item frater ducis Poloniae cum vinginti milibus armatorum exiverat. Cujus etiam frater major cum infinito exer- citu ad versus Pruscos crudclissimos barbaros venit, et diutius ibi moratus est. Contra quos etiam Rutbeni, licet minus catholicf tarnen cristiani nominis karakterem habentes, ineslimabili Dei nutu cum maximis armatorum copiis exiverunt. Hi equidem omoes cum maximo apparatu et commeatu et rairabili devotionc in diversis partibus terram paganorum ingressi sunt, et tola terra a facie eorum contremuit, et fere per tres men- ses peragrando omnia vastaverunt, civitates et oppida igni succenderunt, fanum eciam cum idolis, quod erat ante civitatem Malchon*, cum ipsa civilate coucremaverunt. 6. Aus dem Oliverus Scholaslicus. Die Historia regum terrae sanetae { — 131 6) des Kölner Scholasticus Oliverus, später Bischof von Paderborn (| 1325), ist gedruckt in Eccard Corp. bist, medii aevi. T. II, p. 1355 ff. 4) Uebcr Adam s Nordlandskunde vgl. Giesebrecht in den Abhandlungen der Kgl. deut- schen Gesellschaft zu Königsberg. Dritte Sammlung 1834. S. Ut— 491. 2) Nämlich des baltischen Meeres. 3) Ueber ihn vgl. unten die böhmischen Schriftsteller. 4) Malchim. )igitized by Google CR0N1CA TERRE PRCSSIE. BEILAGE 8. 241 Temporibus ejusdera pontificis [Innoceulii in] populus aquilonaris, qui ambulabat * p'j^jj in tenebris, vidit luccm magnam calholicac fidei. Nam gens Livonum, Estonum, Pruto- num variis erroribus delusa, ignoraiis dei filium et incarnali verbi mysterium, nutnina gcntilium colebat, Dryades, Amadryades, Oreades, Napeas, Humides [Naides?], Salyros el Kaunos. Sperabat cnim super lucos, quos nulla securis violare praesumsit, ubi fontes et arbores, montes et colles, rupes et valles venerabantur, quasi aliquid virtutis et auspicii reperiri possit in eis1 ; nunc autera sanam doclrinam secuta, ad episcopum el pastorem animarum suarum conversa Jesum Christum, ponüficibus suis obediens cc- clesias aech manches andere Gut auf dieselben Bedingungen ausgegeben war, teigt die rVendung in der Verschr. für Predrus: Oinnia sua bona secundum quod Tesim nipoltot Tustyn et Kurtyn secundum quod sua possident bona ita sua bona Brmiter poeildebn. 5) i. Mainhards von Querflirt für Albert von 4288, für Stephan von 4290, Fol. X, p. 88, 53; für Gederikes von 4 296, Elb. Komth. p. 4 75 ; für Trieue und Stenym von 4 298, Fol. X, p. 52. Verschr. Konrad Sack's für Stamno von 4 800, Elb. Komth. p. 4 55. CRONICA TERRE PRUSSIE. BEILAGE 8. 259 Diensten bewilligte1; ebenso der Bischof von Pomesanien* ; in Ermcland dagegen finden sich in Verschreibungen für Stammpreussen (wie in der kuhnischen Handfeste selber) kulmisches Recht und Belastung mit dem Pflugkorn meistens verbunden *. Diese Uebcrsicht näher zu erläutern und zu begründen mögen hier folgende Be- merkungen über den Inhalt der Verschreib ungen im Einzelnen ihre Stelle finden. Nicht selten wird die Veranlassung zur Ertheiluug einer Verleihung ausdrück- lich erwähnt. Besonders geschieht dies üi den Verschreibungeu der in den Nothjahren von 1261 bis 1263 dem Orden treu gebliebenen Samländcr, in welchen wiederholont- Iit h von ihren dem Glauben und der Christenheil während des Aufstandes geleisteten Diensten, ja auch von den Mühseligkeiten , Gefahren und Verlusten ? die sie für die Kirche ausgestanden hätten, die Rede ist4. In späteren Urkunden heisst es oft allge- mein die Verleihung erfolge wegen der Diensttreue des eben Begünstigten5. Endlich kommen noch cüiige vor, welche auf einer Art von Vertrag zu beruhen scheinen, in welchen abgefallene Preusscn ausser gewissen Verleihungen die Zusicherimg erhalten, dass ihnen ihre Feindseligkeiten gegen die Kirche verziehen werden sollten*. Was den Gegenstand d e r V e r I e i h u n g betrifft , so bieten die ältesten sam- ländLschen Verschreibungen bis zum Jahre I2G3 wieder eine Eigcuthümlichkeit. Es macht für die Nutzung des Verliehenen keinen wesentlichen Unterschied , ob ein ge- wisses Landgebiet mit den auf demselben wohnenden Familien, oder ob eine gewisse Zahl von Familien mit dem ihnen zugehörigen Landgebiet als Verleihung be- zeichnet wird7. Diese letztere Form findet sich in den eben bezeichneten Verschrei- bungen ziemlich häufig8; nach denselben erhielt z. B. Berisko 5, Tyrune 7, Rouicke 1) Die ältesten für Tuliceiie und für Paul Fol. X, p. 39, 54 sind von Ludwig von Bal- dersheim zwischen 4264 und 1269 ausgestellt, wie sich aus den Zeugenangaben ergieht, nicht von Ludwig von Quedcn, wie Voigt 3, 21 Anm. I in Bezug auf die erstere sagt. Ver- sehe. Konrads von Thierberg fürTulokotte von 1283, Fol. X, p. 52. Versehe Main- hards von Querfurt- Tür Sempalte und Genothc von 1*89, Elbing. Komth. fol. 404 ; für den Pogesanier Boguslaus von 4 290, Fol. X, p. 72. 2) Verschr. des Bischofs Alhert für Maccbo von 1260, Schiebt. LXV, n. 93 ; des Bischofs Heinrich für Nastronic von 1287, Privil. capit. Pomcs. fol. 28, für Kietz von 4 289, ebenda fol. 27, für Nauier etc. von 4289, cod. dipl. Pruss. U, n. 49, für Algandc von 4300, Privil. capit. Pomes. fol. 28. Auf noch andere ähnliche Verschreihungen lassen die Zeugenaugnbcn i. B. in derUrk. von 1289, co ielfache Ungenauigkeiten , und noch im vierzehnten Jahrhundert kommt es vor, dass der Flächeninhalt eines Gutes nicht durch Messung mit dem Seil, sondern durch blosses Umreiten abgegrenzt wird8. Eine genaue Beschreibung der Grenzen von verliehenen Gütern nach Hügeln , Gewässern, Bäumen etc. kommt in preussischen Verschrcibungen erst gegen das Ende des Jahrhunderts vor4. Die Nutzung der verliehenen Güter war zum Theil eine mittelbare, sofern dieselben mit Bauern besetzt waren. Daher enthalten die Verschrcibungen über die- selben bisweilen die schon oben erwähnte Bestimmung, dass solche G utsunt ert h a- nen ihren Gutsherrn den Decem zu liefern und überdies dieselben Dienste zu leisten hätten, wie die Landesherrschaft sie von ihren Bauern forderte*. Es scheint aber nicht, dass da, wo diese Bestimmung in den Verschrcibungen nicht ausdrücklich ent- halten ist, das Verhältnis» zwischen Gutsherrn und Bauern deshalb ein anderes gewe- sen wäre6, und man darf wohl annehmen, dass die Aufnahme derselben in die Ver- Palstock ebenfalls 126t 6 Haken. Merkwürdig ist, dass die 6 Haken Kirstians, um Irrungen zu vermeiden, in 4 Hufen (mansij umgewandelt wurden: insuper in quodam campo qui di- citur Pcrapien ipsis contulcramus sex uncos; sed ne graviura (gravatura?) aliqua interveniat ah iisdem uncis, contulimus supradictis viris quatuor mansos. So erhielt auch Heinrich M u Lech 1263 ausser seinen Gutsfamilien 10 man so s. 4) Die Anweisung erfolgt tlieils mit der Wendung : 2. 3, 4 Haken Landes, theils mit der Wendung: Land zu 2, 3, 4 Haken. Güter von 2 Haken erhielten Woimar 1278, Queyren etc. 4290, Svmunt 4 292, Pciskotc 1297; Güter von 3 Haken Poschanchen etc. 4 281, Binge 4286. (Ganz anomal ist die Verschr. für Girdallc, in der 10 Familien, Acker zu 3 Haken und Pflug- korn nebeneinander vorkommen.) Guter von 4 Haken erhielten Tuschero etc. 1281, Ku- drawe etc. und Letyen 1292. Mehr will es offenbar auch nicht sagen, wenn der Orden Pa- koke, so viel er bearbeiten mag, 1272, oder Gcdite und seinen Angehörigen 1285, so viel sio mit ihren Pflügen und Haken mögen erwerben, an Landereien verlieh. Der Flächeninhalt der campi, weiche in vielen Verschreihungen der ersten Klasse verliehen werden, mag für gewöhnlich nicht grösser gewesen sein. 2) Marus etc. erhielt 1267 48, Suainmuzel 1171 8, Pvgant etc. 1277 36, Mandio 1280 8, Coitite 1289 4 Hufen. Vgl. oben die Verschr. für Kirstian'und Stubcch. — Nach Pflügen (aralra) wird nur in ganz vereinzelten Fallen angewiesen ; s. die in der vorigen Anm. ange- führte Anweisung in der Verschr. für Gedite und folgende in der kulmiscbcn Verschr. für Wargino etc. von 4 282 : in campo, qui Mary tu dicitur vulgariler, de agris quondam cultis, et de terra, ubi adhuc inposterum Ueri agri poterunl, lerraiu pro duobus aratris suflicicnlem. — Die Unterscheidung von behautem und unbebautem Lande kommt so wie hier auch in der Verschr. für Swinto von 1287 vor: (contulimus) campum, qui Grunde vulgariler dicitur cum suis pertineneiis, prout jam campus est, et in campum redigi pustest. Merk- würdig ist der Ausdruck einer livlandiscbcn Lrk. von 4234 Mon. Liv. T. IV, p. CLII, in wel- cher gewisse Haken verliehen werden secundum estimationem uncorum, qui fucrunt infra viginti annos. Der Ausdruck uratrum theutunicale deutet darauf hin, dass der Pflug in Promi- sen erst von den Deutschen eingeführt ist, Cod. Warm. I, n. 84 und sonst oft. 3) Verschr. für Luprecht von 1328, Kreuzfeld S. 38, 39. 4) Verschr. für Sambango von 1287, für Scmpalle und Gcnote von 1289, für Nauicr etc. von 1289, für Boguslaus von 1290, für Doybe etc. von 1284 und einige andere ermelän- dische. 5) Z. B. familie etenwn prediete deeimam persolvere tenebunlur iisdem et subjectionetn et servicia, sicut homines et suhditi fratrum fratribus exhibehunl (Ihulhe) ; oder: cum sub- jectione et servicio et quolibel emolumento, sicut episcopus de suis hominihus ac honis per- eipit, intcgraliter sine quolibet detrimenlo (Tyrunc), oder cum omni jure et ulililate, subjec- tione et servicio (oft). 6j Merkwürdig ist die Stelle: ad rusticalia serxicin ipsis, prout terre consuetudo oportet (1), deservibunt, in der Verschr. für Otto von 4 288. 262 PKTRI DK DUSBURG Schreibungen , die allerdings im Ganzen früher häufiger als später erfolgte , nur von äussern und zufälligen Veranlassungen abhängig gewesen sei 1 . Die Herrsciiafl der Guisherrn über die Gutsunterlhancn beruhte aber nicht allein auf der Dieustverpflichtung der letzteren , sondern auch auf der Gerichtsbarkeit. War jene im Ganzen überall dieselbe, so bestimmte der Ordeu das Maass der letzteren in verschiedenen Versch reib un gen sehr verschieden. Nichtsdestoweniger giebl es viele, in welchen der Gerichtsbarkeit überhaupt nicht gedacht wird, und es ist schwierig oft nicht möglich zu erkennen, au» welchem Grunde und mit welcher Voraussetzung dies geschehe. Besonders tritt diese Schwierigkeit m den Verschreibungen der ersten Klasse ein. Es giebt unter denselben* einige, in welchen die Landesherrschaft sich höhere und niedere Gerichtsbarkeit ausdrücklich vorbehält2, andere, in welchen sie die niedere3, noch andere, in welchen sie höhere und niedere zugleich bewilligt4, die meisten aber enthalten gar keine Notiz über die Gerichtsbarkeit. Dies erklärt sich in den Verschreibungen der kleinen Freien einfach daraus , dass sie keine Gutsunter- lhanen haben ; es bleibt nun aber noch eine grosse Zahl von Verschreibungen , in welchen Gutsunterthanen ausdrücklich erwähnt werden , die Veranlassung also ganz nahe lag, eine Bestimmung über die Jurisdiction hinzuzufügen6. Dass die mit diesen Verschreibungen ausgestalteten gar keine Jurisdiction gehabt hätten , ist nicht wahr- scheinlich , doch fehlt es au einer befriedigenden Losung dieser Schwierigkeit , wenn man nicht etwa annehmen will, der Orden habe die Entscheidung der Frage bisweilen absichtlich der Praxis und der späteren Zeit überlassen6. Die kulmischen Ver- schreibungen enthalten über die Gerichtsbarkeit meistens keine ausdrückliche Bestim- mung ; es unterliegt aber nach dem Inhalte der kulmischen Handfeste keinem Zweifel, dass Verleihungen auf kulmischcs Recht gewöhnlich die Ausübung und Nutzung der niedern Gerichtsbarkeit und ein Drittel von der Nutzung der höheren einschlössen. Ausnahmsweise, obwohl nicht ganz seil eu. wird in diesen kulmischen Verschreibungen doch auch unverkürzt niedere und höhere Gerichtsbarkeit zugleich verliehen7. Die Verschreibungen auf Pflugkorn nähern sich auch hierin den kulmischcn : nie- 4) Jene Bestimmung enthalte» fast nur Verschreibungen der ersten Klasse, unter die- sen besonders die älteren (vor 1263), obwohl nicht alle, nämlich die für Ibuthe, Warpule, Schardimo, Romecke etc., Waydoten etc., Tyrune, üeducko, Palstock ; von den jUogem die für Kantigerde , Muntigen , Scumand, Girdalle, Schudie. Unter den Vcrschr. der zweiten Klasse enthalt eine ähnliche Bestimmune nur die für Otto (s. d. vorige Anm.). unter den kulmischen nur die für Nicolaus und Jordan von 1298: Prulhcnus (Sadcluke) aut sui herc- des vel sueeessores sepedietis J. et N. servire tenehuntur eodem servicio tota fiter, quo nobis servire consuevit. Der Decempllichtigkcit der Gutsunterthanen wird noch gelegentlich er- wähnt in den Vcrschr. für Santyrmes \oh 4267, und für Stamno von 4300. 2) Verschr. für Ibullie von 4235 (excipimus tarnen ibidem nobis Judicium) und für Prei- boto von -1278. 3) Verschr. für Ibuthe von 1258, für Berisko, Waydoten etc., Slubech, Glonde (4 298). 4) Verschr. für Wargule, Gedune, Tyrune, Troppein, Peter (Ponathe's Sohn) Otto, Schu- die, Kropelto, Gcdete. Ibutho's Sohne Nacox und Karkarnis erhielten eine eigene Verschrei- bung über höhere und niedere Gerichtsbarkeit 4 26t, Privil. d. B. Samt. K. A. Powunden 5) Verehr, für Schardimo, für Romiko und Gilbirs, für Geducke, für Palstock, für Nacox und Kerse, für Muntigen, für Kanligcrde, für Girdalle. 6) Die Worte : secundum jus et morem antiquorum et primorum Witingorum judi- eandi omne videlicet jus ut habetur, sirut Jynande ...... habere dinoscunlur in der Verschr. für Luprecht von 4 316 und 4 328, und: Omnia judicia magnorum Witingorum in der Verschr. für Picton und Preirlor von 1342, Huhenzahl von Saml. p. 73 scheinen zu zeigen, dass ausser den oben genannten noch einige andere Withinger höbe und niedere Ge- richtsbarkeit zugleich hatten. So können wir z. B. auch aus einer Verschreibung für die Erben Albert Teufels von 1327, Matr. Fischus. fol. 20 ziemlich sicher entnehmen, dass dieser selbst die höhere und niedere Gerichtsbarkeit halte. Voigts Angabe 8, 424, dass der Orden der Withinger zuweilen die niedere Gerichtsbarkeit und ein Drittel des Ertrages der höhern überwiesen habe, beruht auf einem Irrt hu in. Es geschah nie, und unter den Verschreibun- gen der ersten Klasse überhaupt findet sich nur eine, die für Scumand, welche diese Ver- leihung enthalt. Unbegründet ist auch die Behauptung Voigts 3, 457, erst seit dem Anfange des vierzehnten Jahrhunderts kamen Falle vor, dass auch andere Preussen als Withinger über preussische Bauern die höhere und niedere Gerichtsbarkeit übten. Dies zeigen mehrere der schon genannten und noch zu nennende» Beispiele. 7) Verschr. für Sempalto etc. von 4289, für ßoguslaus von 4 290, für Schrotte von 4284, für Kurthue von 1287, für Cabilo von 4 290 und für Curnoto von 4 297. fol. 24 . CRONICA TERRE PRÜSSIE. BEILAGE 8. 263 dere Gerichtsbarkeit und ein Drittel des Ertrages der höheren kehrt in denselben (hier ausdrücklich bezeichnet) fast regelmässig wieder ; höhere und niedere Gerichtsbarkeit zugleich wird in denselben nur sehr selten übertragen ' ; es kommt hier abor auch die entgegengesetzte Ausnahme vor, dass die Verleihung der Gerichtsbarkeit auf die niedere beschränkt und von dem Ertrage der höheren nichts bewilligt wird * ; endlich giebt es auch in dieser Klasse von Verschreibungen einige , in welchen von Gerichts- barkeit gar nicht die Rede ist*. Die Belastung des verliehenen Besitzes bot uns einen Ilaupleintheilungsgrund der Verschreibungen des Ordens. »Frei mit allem Rechte und Nutze zu besitzen«, ist der gewöhnliche Ausdruck der Verleihung in den älteren Verschreibungen der ersten Klasse*; in den späteren herrscht der Ausdruck »frei von Zehnten und bäuerlicher Arbeit« vor8. Beide Ausdrücke sagen im Ganzen dasselbe ; da aber der letztere die Zumulhung der Zehnt enzahlung und bäuerlichen Arbeit, auch wenn sie erlassen wurden, ausdrücklich voraussetzt . so wandte man ihn nur da an , wo eine solche Zumuthung an sich nicht verstimmte , also besonders bei kleineren Besitzern , die vielleicht erst aus dem Stande der Gutsunterlhänigkeit befreit wurden, und in einer Zeit, in welcher der Zumuthung die Macht zur Seite stand , aber nicht bei einflussreichen und ange- sehenen Edelu , deren Zuneigung und Dienstfertigkeit man eifrig suchte , und nicht in einer Zeit , als die Gefahr von allen Seiten her drohte. In den Verschreibungen der kleinen Freien heisst es auch wohl , dass der Decem aus besonderer Gnade erlassen sei s, oder das Schaarwerk wird in denselben nicht durchaus und unbedingt erlassen : der eine wird nicht bloss zu Kriegsdienst , sondern auch unbestimmt zu andern Dien- sten verpflichtet7; andere sollen, sobald sie gerufen werden, alle Geschäfte zurück- gelegt, gegenwärtig sein"; noch andern wird es nnheimgestellt. ob sie sich freiwillig bäuerlichen Geschäften unterziehen wollen9. In den Verschreibungen auf Pflug- korn wird die Befreiung von Schaarwerk nur selten ausdrücklich ausgesprochen10; sie folgt aber schon aus der Verleihung der Gerichtsbarkeit und auch aus andern indirecten Andeutungen. Die Verwandlung des Deterns in Pflugkorn aber, von der hier immer ausdrücklich die Rede ist, galt als eine wesentliche Erleichterung. So heisst es in einer Verschreibung : »Die Zehnten, die ein jeglicher von dem Gebote Gottes schuldig ist, die erlassen wir ihnen , also dass sie dazu nicht sollen sein verbunden , sondern an I) Verschr. für Marus von 1267, für Samhango von 1287, für Curthi von 1282. 8) Verschr. für Szintcn von 126t, für Pygant von t277, für Albert von 1288, für Tricno etc. von 1298. In den beiden letztern wird sogar ausdrücklich bemerkt, dass von dem Er- trage der höheren Gerichtsbarkeit nichts verabfolgt werden solle. 3) Verschr. für Santyrmes von 1267, in welcher Bauern erwähnt werden, für Coitite von 1289, für Gcderikes von 1295, für Gaudinis von 1284 und fUr Predrus von 1290. In der Verschr. für Mandio etc. von 1280. in welcher doch auch von Gutsunterthanen die Rede ist, behalt der Landmeister Mangold dieGerichte, grosse und kleine, ausdrücklich dem Orden vor. 4) In den ältesten, für Ihuthc und für Grande, wird am genauesten unterschieden: con- tttlimus perpetuo Granden suisque hcredibus in propria persona plenam libertatem et de predictis suis hereditatibus deeimam non solvendi similiter libertatem. In den Verschr. von 1261 und 1262 aber heisst es gewöhnlich: libere cum omni jure et utilitate, (familiaruni) subjeetione et servicin. Aebnlich noch in der Verschr. für Peter [Ponathe's Sohn) von 1278 : cum omnfmoda liherlatc et integra utilitate, in der Verschr. für Ott» von 1288: cum omni utilitate et proventu libere, und in der Verschr. für Schudie von 1299: cum omni jure et utditate ac subjectione. 5) So heisst es schon in der Verschr. für Troppein von 1262 : libere sine deeimis per- solvendis et rusticalibus laboribus impendendis; in der Verschr. für Stubeeh von 1263: li- bere et sine omni oncro; in den Verschr. der ersten Klasse nach 1263 gewöhnlich : libere ab omni onere deeimnrum et ruslicalium operum, oder ähnlich. Dieser Ausdruck ist auch in die Bestätigung der Verschreibungen Gedune's (1301) aufgenommen, obwohl die Original- verschreibungen ihn nicht enthalten. Eigentümlich ist auch in dieser Beziehung die Ver- schreibung Girdallc's vor 1287; er enthüll decem familias libere possidendas , und doch heisst es weiter: de quolibet unco predictarum familiarura unum modium siliginis aut tri— tici, quod fratres aeeeptaverint, singulis solvent annis. 6) Verschr. für Padangcn etc. und für Redethin von 1276. 7) Verschr. für Gedite von 1285. Vgl. Voigt 3, 440 Anm. 1. 8) Verschr. furQueyrcn etc. von 1290. 9) Verschr. für Padangen etc. und für Redethin von 1276. 10) Die Verschr. für Albort, Stephan, Gcderikes, Triene und Staruno sind schon oben deshalb zusammengestellt. 261 PETRI DE DISBIRG Stelle der Zehnten nicht mehr sollen geben alle Jahr am St. Martimfeste , als von dem deutschen Pfluge zwei Scheffel . einen Waizen , einen Roggen , vom Haken einen Scheffel Roggen , und das unsern Brüdern auf das nächste Haus bringen t1. Das* das Pflugkoni in das nächste Ordenshaus abzuliefern sei , wird, wie hier, auch sonst oft, wenngleich nicht immer ausbedun gen*. In den kulmischen Verschreibungen fürPreus- sen erliess, wie schon bemerkt, der Orden und der Bischof von Pomesanien den Docem panz *, während der Bischof von Ermeland das Pflugkorn sich vorbehielt. So oft aber Pflugkorn verlangt wurde, gleichviel ob in Verschreibungen der zweiten oder der dritten Klasse, traf diese Last nicht etwa bloss die Gutsunterthanen, sondern auch die Gutsherren*. Ertheilung von Freijahren ist in preußischen Verschreibungen die grössle Seltenheit8. Die Abgabe, welche der Orden im Culmerlandc unter dem Namen der Reeogni- tion eingeführt hatte, findet sich fast regelmässig auch in den Verschreibungen der Withüige aus den Jahren I i6l , I 26 S. Es ist dabei zu beachten . dass in diesen Ver- schreibungen das Pflugkorn nicht verlangt wird , welches der Orden im Kuluierlaudc von seinen Lehnsleuten ebenfalls nicht erhob , da es hier dem Bischof anheim fiel. In den wenigen älteren Verschreibungen für die Withinge kommt diese Abgabe noch nicht vor, desgleichen nicht in den späteren Verschreibungen der ersten Klasse*, ebenso wenig in denen der zweiten ; in den kulmischen erliess der Orden , wie das Pflugkorn, so auch die Recognition, der Bischof von Pomesanien zwar das erstere, aber nicht die letztere, der Bischof von Ermelaud weder jenes noch diese7. Die auf dem Grundeigentum ruhenden Lasten bestanden in jener Zeit vielmehr in persönlichen Diensten als in Getreidelieferung und Geldzahlung, und trugen we- sentlich zu der scharfen Sonderung zwischen Freien und Bauern bei ; allein eine Art der persönlichen Dienste traf jene ebensowohl als diese, der Kriegsdienst. Es giebt nur sehr wenige Verschreibungen , welche die Verpflichtung zum Kriegsdienst nicht ausdrücklich enthielten 8. Man unterschied in dieser Rücksicht , wie schon cr- 1) Verschr. für Preiboto etc. von 1263. Voigt bekennt 8, 450 Anm. «, dass ihm das Verhältnis» zwischen dem Zehnten und dem Pflugkorn dunkel sei ; es fehlte ihm damit der Schlussel zum rechten Verständnis» dieser ganzen Klasse von Verschreibungen. Arg ist sein Irrthum, wenn er 3, 447 sagt: »Dieser Zehnte (der Zehnte kulmischer Güter} fiel dem Bi- schof zu und hiess daher der Bischofsschcffcl, • und dafür die kulmische Handfeste citirt ! 2! Versehr. für Pygant von 1177. Bisweilen wird ein bestimmtes Ordenshaus bezeich- net : trituratum in Christburg inducentes in der Verschr. für Suammuzel von 1271, für Gastimo etc. von 117*. für Coitite von 1*89. 3J Hier kehren die Ausdrücke libere ;Verschr. fürTulieede und für Paul), cum omni- moda libertate (Verschr. für Tulokoite von 1185 und sine soluti>me deeimarum et jugo rus- ticalium operum (Verschr. für Bopuslaus \on 1190; zurück. In der Verschr. für die Brüder Sempalto uud Genothe von 1189 erhalt der erstcre für seine treuen Dienste ausdrücklich Decemfreihcit, der letztere mit seinen L'ntersassen liefert das Pflugkorn. Die bischöflich po- mesanischen Verschreibungen für Xastromc von US7, für Kietz von 1189 und für Xauier von 1189 konnten zweifelhaft scheinen, da in denselben Decem und Pflugkorn zwar nicht ausdrücklich verlangt, aber auch nicht ausdrücklich erlassen wird, wie es in der Verschr. für Maccho geschieht: insuper ex speciali favorc et gratia preilictum Macbonem cum suis »ueeessoribus ac homines sub eo sedentes subportamu» et perpetue absolvamus, ut episcopo non solvant modios de uncis vel de aratris; und in der Verschr. für Algande : Insuper pre- dictum Alganden de mensura episcopali et a pretio custodie de sua agricullura reddimus ab- solutum ; allein, der pomosanische Bischof wurde so gut wie der crmelandische die Lieferung des Pflugkorns ausbedungen haben, wenn er es verlangt hatte. 4; Dies wird bisweilen ausdrücklich gesaut, wie in der Verschr. für Sempalte und Ge- nothe, für Stamno und in vielen spateren, z. B. für Jonko bei Kreuzfeld S. 47. 5) Ich finde nur ein Beispiel in der Verschr. für Predrus von 1198, der 4 Freijahre erhalt. G) Eine ganz vereinzelte Ausnahme macht die Verschr. für Otto von I1S8, die aber auf einer iilteren beruht. 7j Bemerkenswert!] ist hier der ungenaue Ausdruck in der Verschr. für Wargino etc. von 1181: mensuram episcopalem et denarium Colon iensem, secumlum quod abbi solvi in terra Prussie nomine deeime est consuetum, ac etiara libram cere. 8) So viel ich finde, nur die Verschr. für Ibuthe von 1158, für Wargule von 1861. Was in denselben von Verpflichtung zum Kriegsdienst gesagt wird, bezieht sieh (wie ein Vergleich der ungefähr gleichzeitigen Withingsurkundeu ergiebt. nur auf die gutsunter- thanigen Familien, was Voigt 3, 91 Anm. übersehen hat. Es ist aber um so merkwürdiger, da Ibuthe in der alteren Verschr. von 123."» schon verpflichtet wird : de predicti» autem bo- nis serviet vobis idem suique heredes in tlipeo et lancca, sicut ceteri nostri feodales con- CRONICA TBRRB PRUSSIB. BEILAGE 8. 265 wähnt , Kriegsreisen , Landwehr und Erbauung von Durgen oder Häusern. Nun ist es bemerken» werth, dass in den Siteren vor 1263 für bevorzugte Withinger ausgestellten Urkunden nur deren üutsunterthanon zu allen dreien Dienstleistungen ausdrücklich, sie selbst nur im Allgemeinen und ohne solche Unterscheidung, etwa mit dem Zusätze » gegen alle, die dem Orden Gewalt anthun « oder » gegen alle Feinde der Kirche und des christlichen Glaubens« zum Dienst mit Schild und Lanze verpflichtet werden*. In spateren Urkunden trennte man die Dienste der Gutsherrn und der Gulsunterthanen so strenge nicht , vielmehr wurde es sehr gewöhnlich , dass die ersteren verpflichtet wurden, mit ihren Bauern zugleich an Kriegsreisen, Landwehren und Häuserbau Theil >u nehmen a, allein dies ist doch wenig mehr als ein formeller Unterschied ; es versteht sich , dass die Gutsherrn beim Hituserbau nicht als Frohndearbeiter, sondern als Vertheidiger gegen feindliche Ueberfälle erschienen , und solchem Dienste konnten sich jene Withinge wohl ebenfalls nicht enlziehn. In Bezug auf die Verpflichtung zum Burgbau gewähren die ermcländischen Privilegien gelegentlich eine locale Beschrän- kung*. Die Bewaffnung der Preussen war im Ganzen dieselbe, und zwar keine andere als die sehon in Heidenzeiten gewöhnliche. Die Hauptstürke derselben sind Schild und Lanze , welche auch in den älteren Verschreibungen bis in die sechziger Jahre allein erwähnt werden4; in den späteren tritt auch noch Brustharnisch und Helm dazu, ohne dass man annehmen dürfte, diese beiden Stücke hätten bei der früheren Rüstung gefehlt : denn Harnisch, Helm, Lanze und Schild werden ausdrücklich als die preussi- schen Waffen bezeichnet0; und nur, wenn dies festgehalten wird, hat der in den Verschreibungen in Preussen so oft vorkommende Ausdruck »mit den gewöhnlichen Waffen« * eüien bestimmten Sinn. Dass der Dienst der Gutsherrn zu Pferde zu leisten sei, war im Anfange wohl stillschweigende Voraussetzung7; ausdrücklich wird es erst sueverunt. Die Verschr. für Poganle von 1255 und fürKirstian von 1260, in welchen vom Kriegsdienste auch nicht die Rede ist, sind eigentlich nur erst kurze Handschriften, welchen eine ausführliche Urkunde folgen sollte. 4) Nihilominus hoinincs sui in expeditiones terro ire, ad prupugnationes terre venire, ud municioncs urbium et civitatum juvare tenentur, sicut et alii, cum iis fuerit Ultimatum ; ipsi ctiam clipeo et lancca servire debent Dno. Episcopo suisque successoribns contra om- ne» Chrisliani nominis Inimicos, in der bischöflichen Verschr. für Tyrune ; in andern bi- schöflichen Verschreibungen lautet der Schluss contra omnes ecclesie et Christiane fldei ini- micos fWaydoten etc.), oder contra omnes, qui temere impupnaro presumpserint ecclesie li- bertatvm (Nacox etc.), oder serviat ad gencralcs expeditiones et contra qunslibet nostros et noslre ecclesie turbatores (Stubceh) ; in Verschr. des Ordens contra omnes, qui Ipsis manus injiciunt violontcr (Geducke, Palstock, Romccko etc.). 2; So schon in der Verschr. für Troppein von 1262 : Ad expeditiones autem et defensio- nes terre municionesque construendas et llrmandas tarn ipsi quam eorum homines sunt astricti. Achnliches enthalten die meisten spateren Verschr. Doch wird die Kriegsverpflich- tung bisweilen nur auf Kriegsreisen und Ilauserbau ausdrücklich gestellt, wie in den Ver- schr. für Peter von 1273, für Sanymte von 1285 etc. Dass beim Hüuserbau doch eigentlich nur die Bauern beschäftigt seien, geht ebenfalls aus einigen Urkunden hervor, z. B. für Prci- boto etc. von 1263, für Santyrmcs von «267, für Sempalto etc. von 1289 etc. In der Verschr. für Marus und die Seinigon von 1267 wird ausnahmsweise auch verlangt, dass sie des Or- dens Häuser speisen sollen. 3) Do omni juvamine municionum — quas versus Brunsberg ex isla parte Salmien edi- fieaverimus, nos — k. et heredes suos — reddimus absolutos in der Verschr. für Kurtye von 4287. Vgl. Verschr. für Kurti von 1282. *) Meist ausdrücklich ; in der Verschr. für Stubech von 1263 dafür: cum levibus armis. 5) In der Verschr. für Tulokojtc von 1285: in armls Pruthenieallbus, bronia, galea, lan- reis, clipeo. Vgl. die Verschr. für Sambango von 1287, für Stephan von 1290, fürTiedcrikes von 1296. In der Verschr. für Peter von 1278 werden nur drei Stücke erwähnt clipeus, lan- cea, brunin. In der Verschr. für Repunc von 1278 lese ich: cum clipeo, laneea et germa- nlis (?) suis. Die vier WalTcnstücke werden oR erwähnt. 6) In solitis armis oder cum armis eonsuetis, Verschr. für Santyrmes von 1267, für Mun- tigen und für Kantipcrde von 128t, für Scumand von 1285, für Otto von 1288 etc. Armati se- cundum morem patrie, Verschr. für Napelliu von 1281. 7i Dies erpicht sich z. B. aus folpender Stelle der Verschr. für Santyrmes von 1 267 : »Um dieser Gabe willen sie und ihre Erben utisci m Hause getreulich' sollen dienen mit gewöhn- lichem Harnische zu allen Heerfahrten wider unseres Landes Feinde, dergleichen die Leute, die mit ihnen iu vorbenanntem Gelilde sitzen, beide zu Pferd und zu Kusse zu allen Heer- fahrten und allen Wehren, als unsere Leute sind verbunden.« 266 petri dl: dusbuu; in den Verschreibungen aus den letzten Decennien des Jahrhunderts bemerkt*. Um aber die Belastung durch die Kriegs Verpflichtung überall recht zu würdigen, darf man nicht übersehn , dass eine sehr grosse Zahl der Yerschreibungen aller drei Klassen nicht für eine einzelne Person , sondern für mehrere Verwandte zugleich ausgestellt ist , welche so wie ihre Erben sämmtüch zum Kriegsdienste pflichtig waren. Wie die Zahl der Besitzer konnte auch die Zahl der Bewaffneten , die der Orden auf Grund sol- cher Verschreibungcn fordern durfte, sich verändern. Die Dienstpflicht sUind hier also in keinem festen Verhältnis* zu dem verliehenen Grund und Boden ; allein dieses Prin- eip, wie es bereits in der kulmischen Handfeste ausgesprochen war, machte sich auch in den ländlichen Verschreihungcu allmahlig geltend , und scheint die Verleihung von Landgütern auf kulmisches Hecht auch an Prcussen , neben andern Rücksichten em- pfohlen zu haben. Unter den Verschreibungen der ersten Klasse finden wir nur eine, unter denen der zweiten Klasse nur wenige , in welchen ausdrücklich eine bestimmte Zahl von Diensten ausbedungeu wird*; dagegen wird in den Verschreibungen auf kul- misches Recht die Zahl der zu leistenden Dienste in den meisten Fällen ausdrücklich bezeichnet. In manchen derselben steigt die Zahl der Belehnten bis drei, vier oder fünf, und doch wird ausdrücklich nur ein Streitross und ein Bewaffneter, oder zwei Streitrosse und zwei Bewaffnete gefordert*. Den Dienst mit einem Streitrosse und mit leichten preussischen Waffen , die auch hier immer gemeint sind , nannte man Platen- dienst4. Dass irgend ein Gut in Preussen ohne alle Belastung in der Hand eines Eingebor- nen geblieben sei, konnte man nicht sagen, wenn auch die Landesherrschaft in Zeiten der Noth die Ausdrücke in ihren Verschreibungen wählen , ja den Schein wirklich lassen musste, als sei es der Fall. In mehreren der Withingvcrschreibungen nämlich wird neben neu verliehenen Gütern der ererbten Besitzungen* des Withings in einer Weise gedacht , dass weder die Formeln der Verleihung noch die der Dienstbelastung ausdrücklich auf die letzteren bezogen werden. Aber ebenso wenig werden diese Formeln auf die neu verliehenen Güter eingeschränkt , und es ist wohl kaum zu be- zweifeln, dass diese Zweideutigkeit eben beabsichtigt sei. Man brachte so auch die am günstigsten gestellten Preussen in ein dem kulmischen ähnliches LehnsverhaUtniss 4) Verschr. für Symunt etc. und für Kudrawe etc. von 4292, für Albert von 4 296; für Stephan von 4290, für Gedorikcs von 4296, für Tricne von 429S u. 8. w. 2) L'uum servicium in armis Prulhenicalibus, Verschr. für Sambango von 4287. — Ra- cione dicte collacionis cum duohus viris totidemque equis et una brunia, clipeis et laneeis secunduni morem patrio sint parati in der Verschr. für Letycn von 4 292. Vgl. die ermcl. Versohr. für Curthi von 4282 und für Gnudinis von 428*. 3) Duobus hominihus armntis et totidem equis solutis, Verschr. für Poytim etc. von 4282 ; equus et eques, clipeum et thoracem sive brunium haben*, Verschr. für Wargino von 4282; duolms equis solutis et totidem equis armatis secunduni terre consuetudinem, Ver- schr. für Doybc von 428*, für Swinto von 4 287 ; uno spadonc et armis levibus, Verschr. für Kietz von 42*89; duobus spadontbus et armis levibus secundum Pruthcnorum consuetudi- nem, Verschr. für Nauior etc. von 4289 ; uno spadone et viro armato, Verschr. für Cabilo von 4290 ; uno spadonc et levibus armis, Verschr, für Jordan etc. von 4298 und für Algande von 4 300. 4) S. die von Voigt 3, «48 Anm. 3 angeführte Stelle, und vgl. die kulroische Handf. p. 458 und Cod. dip). Pruss. I, n. 68. 5} Diese sind als solche überhaupt nur kenntlich in den Verschr. für Ibuthe von 4253, für Berisko, für Ramiko etc., für Tyrune, für Waydoten etc., für Regune, (für Girdalle). 6) So wird Ibuthe 4253 zu Kriegsdiensten verpflichtet, sicut ceteri nostri feodales. In der Verschr. für Roiuike und Gilbirs von 4 264 wird die Verpflichtung zum Kriegsdienst auch auf die hcreditas gelebt. Voigt bemüht sich 3, 324 und 442 herauszubringen, dass das ange- stammte Erbe ais Allode, nicht wie die hinzukommende Schenkung als Lohn anzusehen sei, und findet darin etwas dem Withingstande, wie er ihn sich denkt, eigentümliches. Allein es ist Gewicht darauf zu legen, dass angestammte und dazu verliehene Besitzungen doch nur in wenigen der Withingsverschreibungen unterschieden werden ; dass, wo es geschieht, überall die beregte Zweideutigkeit herrscht ; dass zuverlässig kein Wilhing der Dicnstver- pflichtung gegen die Landesherrschaft (sie mochte nun wie auch immer begründet werden) sich entziehen konnte; dass .endlich besondere Eigenschaften der angestammten Besitzungen weder in der Theorie noch in der Praxis jemals staluirt sind. Uoberdics macht Voigt in der . Huuptsachc einen unrichtigen Schluss, indem er aus dem Erlass des Decems folgert : «sio sassen somit auf diesen freien Er bgütern aller Verpflichtungen und Leistungen entbunden, wie ihre Vater der heidnischen Zeit sie besessen hatten.« CRONICA TERRE PRUSSIE. REILAGE 8. 267 Merkwürdig ist in dieser Beziehung /eine spätere Urkunde, in der doch nur früher festgestelltes näher ausgeführt wird. Ein gewisser Luprecht erhielt nämlich im Jahre 1318 eine Besitzung bei Wargen mit der Zusicherung, dass er und seine Erben dafür zu keinem besonderen Dienste verpflichtet sein sollten, ausserdem noch ein paar Haken Ackers , und doch heisst es am Schluss der Verschreibung , Luprecht und seine Erben hätten für diese Verleihung die gewöhnlichen Kriegsdiensie und die übri- gen Pflichten der Lelmsfolge zu erfüllen. Schwerlich wird sich jemand entschliossen, jene Besitzung bei Wargen ein dienstfreies Aliud zu nennen1. Das Erbrecht in Preussen wurde nur im Allgemeinen als ein ununterbrochenes und ewiges bezeichnet 2, die Entscheidung über die Hechle von Töchtern , Cognaten und Agnaten der Zukunft anheimgestellt. Sp'äler freilich wurde es gewöhnlich-, das ununterbrochene Erbrecht so zu deuten, dass nach demselben nur Söhne, nicht Töchter, auch nicht Cognaten und Agnaten, selbst Brüder nicht erbberechtigt seien, dass also das Gut, wenn kein Sohn vorhanden sei, an die Landesherrsrhaft falle*. Im dreizehnten Jahrhundert aber stand diese Deutung keineswegs fest , und wenn in ein- zelnen Vorsehreibungen desselben ausdrücklich das Erbrecht beider Geschlechter oder der Seiten verwandten erwähnt wird, so ist dies kein sicheres Zeichen, dass es ander- wärts nicht Statt gehabt habe. Godune und Troppein erhielten (I 261 und 1262; ihre Verschreibungen für sich und ihre Erben von beiderlei Geschlecht4; mehreren Withingen gestanden der LandmeLster Mainhart" von Querfurt und der samländische Bischof Siegfried von Regenstein im Jahre I 296 das Hecht zu, dass ihre Güter, wenn sie und ihre Nachkommen keine Leibeserben hinter Hessen, an ihre mänulichen Sei- tenverwandten übergehen sollten5; hi den Verschreibungen für Sambaugo von 4287 und für Bute von 1303 werden sogar männliche und weibliche Seitenver- waudte für erbberechtigt erklärt8. Dass in diesen letzteren Verschreibungen das Recht der geraden weiblichen Linie. auf das Erbe vorauszusetzen sei, wird niemand bezweifeln ; so ist es aber auch wahrscheinlich , dass in jener Withingerurkunde von 1*96 der Ausdruck Erben die männliche und die weibliche Linie unisehlicsse7. End- lich ist. auch das noch hervorzuheben, dass nach allprcussischem Herkommen sehr gewöhnlich mehrere Brüder, ja Verwandte von ferneren Graden auf einem Gute zu- sammen wirthschafteten, wie denn eine grosse Zahl der uns erhaltenen Verschreibun- gen nicht auf eine, sondern auf mehrere, drei, vier, fünf Personen lauten. Hier scheint \) Vcrschr. für Luprecht von »328 bei Kreuzfeld S. 48: et seiendum, quod neque jam dictus Luprecht neque quisqunm sttnrum hereduin de prefata collncione ad aliquot! spe- ciale servicium videantur coherceri. Man vgl. hicinit folgende Worte aus der Versehr. für Troppein von 4362 : quibus ut dictum est {es ist von dem gewöhnlichen Kriegsdienst die Rede) exhibitis, nihil ab eis ex parte dumus nostre allerius servicii requiratur. Auch die Withiogc begreift der Ausdruck feodales, wie Voigt 4, 597 zugiebt. 2) Die gewohnlichen Ausdrücke sind : Has — fotnilias — W. hcredesque sui jure here- ditnrio in perpetnum — possidebunt (Wargulej ; oder — famllias S. et heredes sui jure he- reditario perpetuo possidebunt (Schardimo) ; oder — Sudowitis, seilicet Scumunt et tribus ßliis ejus — ac ipsorum veris heredibus villam — tradimus jure perpetuo possidenriam. 8) Die von Voigt 3, 429 Anm. 2 angeführte Einleitung der l'rk. von «296, in welcher diese Erklärung gegeben wird, ist offenbar spaterer Zusatz. Dass dieser Erklärung im Gan- zen auch die Praxis der späteren Zeiten entsprach, zeigt das von Kreuzfeld S. 16, 47 ange- führte Schreiben des Hochmeisters Ulrich von Jungingen. Für die Auffassung der ursprüng- lichen Absicht ist aber mehr Nachdruck darauf zu legen, dass ein crmeltindischer Bischof sieh diese Erklärung des Hochmeisters Dlrich erbeten hatte, da er nicht wusslc, wie es der Orden mit den Verschreibungen auf Erbrecht hielte. Ja selbst in der Praxis der spateren Zeit scheint man doch keinesweges so entschieden gewesen zu sein, da Hartknoch für seine Zeit das Gegentheil versichert. A. und N. Preussen S. 564. Beides wäre unbegreiflich, wenn die Deutung des Erbrechtes so einfach und klur wäre, wie Kreuzfeld a. a. 0. und nach ihm Voigt 3, 435 Anm. i glauben. 4) Hec omnia sibi suisque heredibus utriiisque sexus sunt collota. 5) l'rk. Siegfried's und Mainhard's von t296 bei Kreuzfcld S. 39, 40, bei Voigt Eidcch- sengesellsch. 8. 226. 6) Si predictus Buto vcl qufeunque sucecssor ejus sine heredc morietur, hie, qui pro- pinquior alllnitate fucrit utriusque sexus, prefata bona hereditarie possidebit. 7) Besonders wie man sie mit der bei Kreuzfeld unmittelbar darauffolgenden (die sonst unbegreiflich wäre) im Zusammenhange auffasst. 268 PFTRI DE DISBLRG nun zwar die Theilung regelmässig freigestellt zu sein, wie denn in einigen jener Vcrschreibungen schon zum voraus bestimmt wird , wie viel die Einzelnen, in diesem Falle erhalten sollen1, allein von dieser Freiheit ist in sehr vielen Fällen kein Gebrauch gemacht2, und es lässt sich wohl annehmen, dass durch die gemeinschaftliche Wirth- schaft das Recht der Seitenverwandten auf das Erbe gesichert wurde. Das kuJiniscbe Recht Hess, wie bemerkt, beide Geschlechter zur Erbfolge zu. Mit dem Erbrechte in der nächsten Beziehung steht das Recht der Vcräusse- rung. In den Vcrschreibungen auf kulmisches Recht wird dasselbe regelmässig nicht erwähnt , ohne Zweifel , weil die kulmische Handfeste auch in dieser Hinsicht raaass- gebend sein sollte. In den Vcrschreibungen auf Erbrecht aber darf es nicht voraus- gesetzt werden, wo es nicht ausdrücklich erwühnt ist. Es wird hier aber häufiger nur in den Versehreibungen der Nothjahre ItGl bis 1262*, später nur noch einige Mal erwähnt4. Bisweilen behielt der Orden sich das Recht vor, die verliehenen Güter, wenn es ihm belieble, gegen andere einzutauschen ö, und solche Gütervertauschungen siud oft vollzogen*. Dass das kulmische Recht in den Vcrschreibungen der Preussen nicht bloss das Erb- und Veräusserungsrechl bestimmte, zeigen ausser der Analogie der Vcrschrei- bungen für Deutsche auch noch andere Spuren . Wenn der Pomesanier Macco im Jahre t ifiO seine Güter auf deutsches Recht erhält . wie die begünstigteren Ritter des Kul- merlandes die ihren besitzen, so wird man sich schwerlich dazu entsch Hessen, in dieser Formel nur Beziehung auf Erb- und Veräusserungsrecht der kulmischen Ritter zu fin- den. Man vergleiche folgende Worte in der Verschreibung für Kurthye von 4J87: additis Omnibus conditionibus utilibus et honestis , quas fratribus nostris et aliis theu- tonicis feodalibus contulimus, cum ipsum non nisi pro fideli Christiano habeamus, jure Culmensi. In einigen anderen Vcrschreibungen für Preussen kommt der Ausdruck »mit allem .kulmischen Rechte« vor7. Eine weitere Folgerung dieser Bemerkung über die Bedeutung des kulmischen Rechts in preussischen Verschreibungen , eine Folgerung von grosser Bedeutung für die Auffassung der Rechtsverhältnisse der Stammgenossen überhaupt, ist die, dass die deutschen Rechtsgewohnheiton auch für die preussischen CÖlmer Gültigkeit erhielten, während mit dem preussischeu Erbrecht das preussischc Recht verbunden blieb. Nur eine der Bestimmungen des deutschen Rechts fand auch auf diejenigen Preussen schon Anwendung, welche übrigens dem preussischen Rechte unterworfen blieben, die über das Wchrgeld8. Sie wurde aber schon frühe, und zuerst auf die auch übrigens so begünstigten Wi- thinger angewandt. In den Vcrschreibungen für Gcdune von 1261 und für Bliwot von I 280* wird sie ausdrücklich erwähnt; aus späterer Andeutung wissen wir über- dies mit Bestimmtheit, dass mehrere andere Withinger sich des Rechts des Wehrgeldes 1) Verschr. für Girdalle etc. von 4287, für Pygant etc. von 4277 ; vgl. die Versehr. für Sempalto etc. von 488», und die Verschr. für Bute von 4303 bei Kreuxfeld S. 45. 2) Nach den Andeutungen des preussischen Rechts, H. S. 3) Verschr. für Schardimo, Wargule, Romecke etc., Geducke, Palstock, Waydoten etc., Tyrune, Nacox etc., Slubcch. In der letztern behalt der Bischof sich überdies vor, dass der Kauf ihm zuerst angeboten wurde. 4) Verschr. für Santyrmes etc. von 4 267. 5) Verschr. für Gedune von 1264, für Santyrmes von 4267. 6) Verschr. für Regune von (278, für Glande vou 4298, für die Erben Geducke' 8 und Palstocks von 4300. Vgl. auch die Verschr. für Schudie von 4299. 7) Verschr. für Kietz von 4 S88, Tür Cnbilo von 4 290. — Man denke hier auch an Wen- dungen wie : jure utentur Colmensi, reprehensas sentontias suas in Christburg afTerendo in der Urkunde von Schnellwalde von 184 4 und für Arnoldsdorf von 4 34 7 Fol. X, 20 und|4 9 und ex spociali favore et gratia contulimus ... in successione hcreditaria nec non exeessibus scu violentiis . . . jus Tbeutonicum. Verschr. von Medenaw von 4826. Matric. Fischus. p. 19. Ganz deutlich steht das Culmische Recht in diesem weiteren Sinne dem Preussischen gegen- über in der Verschr. des HM. Karl von 4 34 5 bei Voigt 4, 595 mit der Anmerk. 8} Die Aufnahme des Wehrgeldes aus dem deutschen Recht behauptet auch Mülverstedt N. P. P. Bl. 4 853 S. 390, wiewohl das Wehrgeld als jus Pruthcnicale vorkommt, Voigt 4, 598 u. 6, 605. 9) Voigt 3, 433 Anm. ; 4, 604. Eine dritte, wenn dies eine dritte ist, von 4285, erwähnt Voigt Eidechsengcscllsch. S. 228. CRONICA TERRE PRÜSSIE. BEILAGE 8 269 gleich im Anfange der Ordensherrschaft erfreuten1. Im übrigen fehlt es über die Ein* flihrung desselben an näheren Nachrichten2; nur so viel ist klar, das* das Recht des Wehrgeldes sich nicht auf einer allgemeinen Verordnung , sondern auf den einzelnen Verschreibungen der Landesherrschaft begründete , das» erst in den Yerschreibungen des vierzehnten Jahrhunderts desselben häufiger gedacht wird , und dass erst damals die Höhe desselben nach festeren Normen bestimmt ward*. Den Withingern des Samlandes wurde eine eigentümliche, mehr ehrenvolle, als für ihre Stellung bedeutsame, Auszeichnung in der schon früher (zu Dusb. III c. 100) besprochenen Urkunde des Comthurs Berthold Brühaveu von 1 199 zu Thoil. 1) Vcrschr. für Luprecht von 1328. Aber nicht alle. L'rk. von 1327, Voigt 4, 596, vgl. Mülverstedt N. P. P. B. 1853 S. 391. 2) Dass das Wehrgcld bis zum Anfange des 14. Jahrhunderts ausschliessliches Recht des Withingerstandes geblieben sei, wie Voigt 3, 432 meint, ist mir doch nicht wahrschein- lich. War Bliwol ein Witbing? Auch die Höhe des Wehrgeldes für die Prcussen kann an- fangs wohl schwankend gewesen sein ; später sind 60 Mark der höchste Satz. 3) Weiteres hierüber bei Voigt Bd. 4 Beilage 1 und bei Mülverstedt in den N. Pr. Pr. 61. Bd. 1. Digitized by Google II. ANNALES PE LP LINENS ES. IIEHAISGEGEBEN VON MAX TOEPPEN. Die folgenden kurzen Aufzeichnungen stehen auf dem letzten Blatte des Quartanten Manuscr. Nr. 612 des Geh. Archivs zu Königsberg. Die Handschrift stammt aus dem Ii. Jahrhunderl, vielleicht aus den ersten Jahrzehnten dessel- ben, und gehörte früher der Klosterbibliothek zu Pelplin, aus welcher sie erst neuerdings in das Archiv zu Königsberg gekommen ist. Die Aufzeichnungen könnten demnach sehr wohl alter sein, als die Chronik des Dusburg. Die Er- wähnung der Schlacht beim Wel felsholze und einige andre Notizen lassen auf niedersiiehsische Herkunft des Verfassers schlicssen. Seine Angaben stimmen mit der anderweitigen Ueberlieferung im Allgemeinen zwar überein, doch feh- len auch einige Originalangaben nicht, und man darf also wohl annehmen, dass sie unabhängig von andern Quellen niedergeschrieben sind. Do fich der orden erhub von erll der bruder des duezfehen hufes von Jeru- falem, da waren von gotes geburt ergangen tufent jar hundert jar und nunezec jar. Da Thorun gebuwel wart, tufent jar zwei hundert jar ein und drizec jar. Da Colmen gebuwet wart, tufent jar zwei hundert jar xxxii jar. Da fente Marienwerder gebuwet wart, tufent jar zwei hundert dri und dri- zec jar. Da Crisburc gebuwet wart, tufent zweihundert üben und vierzec jar. Da der Elebinc gebuwet wart, tufent zweihundert fiben und drizec jar. Da die Balge gebuwet wart, tufent zweihundert nun und drizec jar. Da die brudere crflagen wurden zu Natangen an fente Andreas abende. tu- fent zweihundert ein und vierezec jar. Da Cruczcburch gebuwet wart, tufent zweihundert dri und vunfczec jt r. Da Kunigesberc, tufent zweihundert vunf und vunfczec jar. Da der ftrit zu Kuwcrlant an fente Margareten tac gefchach, tufent zweihun- dert und fechzec jar. Da der Arit zu Pocarwen was, tufent zweihundert ein und fechzec jar. Da der ftrit zu Slunien was, tusent zweihundert zwei und fechzec jar. Da Tapiowe gebuwet wart, tufent zweihundert vunf und fechzec jar. Da Brandenburg, tufent zweihundert fechz und fechzec jar. Da Louchftet, tufent zweihundert und Obenczec jar. Digitized by Goog II. ANNALES PELPLINENSES. 271 Da der ttrit zu Welpesholczc gefchach, tufent hundert und vunfzehen jar. Da fich die lant vornoierten mit ein Swanzcebolde, tufent zweihundert und zwei und vierczec. Da die funne vorgienc, tufent zweihundert ein unde vierczec. Da die Duringe vicngen den herzogen vonBrunswic, tufent zweihundert dri unde fechzeec jar. Da der lantgreue und der herzöge zu Prüfen waren, tufent zweihundert vunf . und fechczcc. Da der kunic von Behem zu lefte zu Prüfen was, tufent zweihundert acht und Ixviii' jar. Da der ma regreue vonMizzen zuPruzen was, tufent zweihundert zwei unde febenzeich2 jar. Da dicMewe gebuwet wart, tufent zweihundert zwei und unde achzeich jar *. Da Ragenitien, tufent zweihundert nun und achezec jar. Da daz ander hus zu Schalwen gebuwet wart, tufent zweihundert dri und nunzeich jar. 4) Die Zahl steht an einer vorher radierten Stelle. i) Dies Wort steht an einer vorher radierten Stelle. 3) Diese beiden Worte stehen an einer vorher radierten Stelle. Digitized by Google Iir. CANONICI SA M MENSIS EPITOME GESTO- RUM PRUSSIE. * HERAUSGEGEBEN VON MAX TOEPPEN. In dem Folianten der Königlichen Bibliothek zu Königsberg Manuscr. Nr. 1 119 findet sich eine kleine Chronik, welche nach der alten Aufschrift auf dem Deckel den Titel Epitome gestorum Prussie führt. Sie ist nach den Schrift Zügen zu ur- theilcn in der zweiten Hälfte des Ii. Jahrhunderts geschrieben und füllt in dem Original etwa 22 Folioseiten ffol. XL — LI), deren jede in 4 Spalten zerlegt ist. Sie ist bereits herausgegeben von Toeppen in den neuen preussischen Provin- cialblättern 1853. Bd. 2., wo jedoch der Anfang auf den Wunsch der Bedaction -weggelassen wurde. Der Verfasser giebt sich uns zu erkennen durch die Notiz beim Jahre 1313 : anno eodem in die Lucie reeeptus fui in canonicum terre Sambiensis , so wie durch die Andeutung, dass er die Urkunden der saarländischen Kirche frei be- nutzt habe: item a domino Chrisliano non invenio plures Hieras in ecclesia nostra. Er scheint bis zum Jahre 1338 gesehrieben zu haben; denn hier bricht der zusammenhängende Bericht seiner Chronik ab. Das Hochmeisterverzeichniss in derselben giebt zwar auch noch die Namen der Hochmeister Ludolph König, gewühlt 1343, Heinrich Tusemer, gewählt 1345, und Winrich von Kniprode, gewühlt 1352, aber es ist wahrscheinlich, dass diese Namen erst von spaterer Hand eingetragen sind , da die Zeitangabe bei Ludolph König und Winrich auf einem Irrthum beruht. Der samländischc Domherr beschränkte sich nicht auf ein so enges Thema, wie es sich Dusburg gestellt halte. Er verband mit der preussischen Geschichte die livländische, und leitete sie durch eine Uebersicht der früheren Pabst- und Kaisergeschichte seit Christi Geburt ein. Dusburgs Ueberlieferungen Uber die Kriege des Ordens gegen die Heiden vervollständigt er durch manche brauch- bare Notiz; Wunder- und Seibstpeinigungsgeschichten verschmäht er; dagegen giebt er einige Nachrichten Uber Bauten, Glockenguss, Pfingstspiele etc., welche praktischen Sinn verrathen, ebenso wie seine Handfeslenauszüge. Besondere Beachtung aber verdienen die wenigen Bemerkungen Uber das eigennützige Ver- fahren des Ordens gegen die saarländische Kirche , die von der selbstständigen Haltung des Verfassers dem Orden gegenüber zeugen. Der Plan der Chronik ist eigenthümlich, aber weder zweckmässig angelegt, noch geschickt ausgeführt. Sie zerfällt in 9 Abschnitte, die wir der besseren Digitized by Googl III. CANONICI SAMBIENSIS EPITOME ÜESTORUM PRLSSIE. 273 Uebersicht wegen markiren und mit Nummern und Ueberschriften versehen. Cap. 1 enthält altere Pabst- und Kaisergeschichte vom Jahre 3—1308 (Spalte 1 — 27), Cap. 2 eine Reihe von Angaben Uber geistliche Orden, die heilige Eli- sabeth und einige andere geistliche Angelegenheiten (Sp. 27 — 31), Cap. 3 Uebersicht der vom Orden zwischen 1231 und 1337 erbauten Schlösser und Städte (Sp. 32—35), Cap. 4 Reihe der Hochmeister bis 1352 (Sp. 36—38), Cap. 5 Reihe der Landmeister (Sp. 38—40)*, Cap. 6 Hauplkümpfe des Ordens in Preussen 1251—1338 (Sp. 40—48), Cap. 7 Zur Geschichte des Ordens in Livland 1237—1331 (Sp. 48—60), Cap. 8 Preussische und deutsche Geschichte 1310—1336 (Sp. 60—74) , Cap. 9 Geschichte des Bisthums Samland besonders nach den Handfesten (Sp. 74 — 79). Es ist wahrscheinlich, dass in der uns vor- liegenden Handschrift einzelne Stücke der Chronik durch irgend welchen Zufall verschoben sind. Besonders deutlich ist dieses in Cap. 8, wo die Jahre 1322 bis 1332 vor den Jahren 1310 bis 1321 stehen. Wir tragen kein Bedenken diese Abschnitte umzustellen. In Cap. 1 stehen einige Notizen ausser der Reihe, eine von 1212 vor 1170, andere von 1226, 1228, 1230, zwei von 1231, eine von 1239, 606 und 608 zwischen Notizen von 1269 und 1274; ihrem Inhalte und ihrer Quelle nach gehören die beiden letzten von 606 und 608 allerdings in dieses Capitel , in welchem sie in unserem Druck an die chronologisch richtige Stelle eingereiht sind; die übrigen 7 scheinen in das Capitel 2 zu gehören und sind daher in unserem Druck in dieses hinübergenommen. Die Angaben des Capitel 2 haben der Ueberskhtlichkeit wegen umgestellt werden müssen. In der Handschrift stehen sie so: 1098, 1113, 1153, 1124, 1190 (die Verse), 1225, 1211, 1228, 4204, 4207, 500, 911, 1082, 1104, 1122, 1190, 1216, 1227, 1221, 1227 (lantgr.), 1235, 1243. Einige Nachlässigkeit in der Ausführung seines Planes fällt dem Verfasser auch von dieser verwirrten Reihenfolge abgesehen zur Last. Seine Bemerkungen Uber Festspiele, deutsche Kaiser, Pübste etc., welche wohl eigentlich für Cap. 8 bestimmt waren , finden sich vereinzelt doch auch Cap. 6, a. 1323 und 1324 und Cap. 7, a. 1329 etc. Ueber die Quellen der Chronik ist folgendos zu ermitteln gewesen. Cap. 1 weist auf die östre ichische Tradition, wie sie in einer Reihe von Chroni- ken, bearbeitet von Wattenbach, bei Pertz Monumenta Germaniae hislorica, SS. IX vorliegt. Die Grundlage für die altere Geschichte in allen diesen Chro- niken bis in das 41. Jahrhundert ist die Chronik Hermann's von Reichenau (f 1054), dessen Einwirkung auf die Geschichtschreibung sich hier also bis nach Preussen hin verfolgen lösst. In den Annales Mellicenses (—11 23 Pertz p. 484 sq.), in welche dieselbe zunächst übergegangen ist , finden wir grösstenteils , was derCanonicus Sambiensis bis zum 12. Jahrhundert hin beibringt. Das Fehlende — Angaben zu den Jahren 122, 233, 309, 330, 333, 363, 386 (theilweise), 612, 624, 635, 659, 679, 1009 — lüsst sich in den nur gar zu wortkargen Annales s. Rudberti Salisburgensis (p. 760 sq.), oder noch entsprechender in den An- nales Admuntenses (p. 570 sq.), deren Anfang bis 453 nur leider nicht vollstän- dig vorliegt, nachweisen. An die letzteren erinnern anch die Angaben zu 1 179 (1 192, 41 93) und 1 21 2. Für die ganze Zeit von 1170-1 266 (und vorher schon 1090) ist die Uebereinstimmung des Canonicus mit dem Chronicon Claustroneo- burgense (für die Jahre 953 — (308 mit einem Anhang gedruckt bei Rauch Re- rum Austriac. Scriptores T. I p. 45 sq. , dann unter verschiedenen Titeln bei Pertz SS. IX p. 628 sq.) augenscheinlich. Unter den folgenden Notizen lassen Script r. P. I. 4 g 274 . III. CANONICI SAMBIENSIS sich wenigstens die für 1268 Iiis 4 278 am besten wieder aus den Annales s. Rud- berti Salisburgensis nachweisen. Nun isl freilich nicht daran zu denken, dass der samländischc Domherr alle diese Chroniken und Annalen zur Hand gehabt haben sollte, allein sehr viel einfacher könnten wir schon eine Handschrift der Wiener K. K. Bibliothek Nr. 364, prius bist. prof. 72, oliin bist. Lat. 405, von der Rauch p. 41, Wattenbach p. 484 und 606 nähere Nachricht geben, und die die Annalcs Melliccnses zugleich alg ersten Theil des Chronicon Claustroneobur- gense darbietet, als seine Hauptquelle bezeichnen, und nahe genug liegt die Annahme, dass er in einer der verlorenen ursprunglichen Chroniken, aus wel- cher die genannten abgeleitet sind, seinen Stoff noch bequemer beisammen gefunden habe. In unserem Druck sind nur die Stellen , welche sich aus den genannten Quellen nicht begründen lassen, durch gesperrte Schrift markirt. In Bunge's Archiv für die Geschichte Liv-, Esth- und Kurlands Bd. 4. S. 270—272 ist aus einem Pergamenlbuche auf dem Rathhause zu Reval eine »kleine Dünamünder Chronik« gedruckt. Ihre Angaben über die Inländi- sche Geschichte stimmen mit denen des Canonicus Sambiensis in vielem wört- lich Übe rein. Eigentümlich sind der Dünamünder Chronik ausser einigen Versen über die Schlacht beim Welfelsholze 11 1 5, Uber die Jungfrau Maria, über Lazarus und über Petrus, nur 4 Livland betreffende Notizen ; zu 1263: Eodem anno Kai. Junii conflagrata est igni ecelesia Duncmundis in die Nycomedis; zu 1274: anno domini mcclxxiii conflagrata est igni civitas in die epiphanie; zu 1313: anno domini acccziin reediticatum est Castrum in Duncborch.post festum Jacobi ; und zu 1348: anno domini mcccxlviii edi6catuni est Castrum in Mergenborch sub magistro Goswino. Alles übrige findet sich bei dem Canonicus Sambiensis wie- der, die Notizen zu 1098, 1 1 13, 1 153, 1 124, 1 190, 121 1 , 1225, 1228 in Cap.2, dio Uber den Tod des Marschalls Heinrich von Flock 1320 zweimal, in Cap. 6 und Cap. 8, die übrigen zu 1237 bis 1321 in Cap. 7. Dagegen fehlen der Dü- namünder Chronik die Angaben des Canonicus Sambiensis zu 1204 (Bekehrung Livlands) aus Cap. 2, und zu 1305 (mehrere), 1315 und 1322 — 1331 aus Cap. 7. Es ist nicht wahrscheinlich, dass der Chronist von Dünamünde den Canonicus Sambiensis benutzt hätte ; es wäre bei einer solchen Annahme schwer zu erklä- ren, warum er die zuletzt angeführten Abschnitte desselben weggelassen hätte, und was ihn hülle veranlassen können , den schon besser geordneten Stoff so du rcli einander zu werfen ; auch weist das hervorstehende Interesse für Düna- münde (1211, 1228, 1263, 1305, 1319), so wie für die Cislercienscr (1098, 1113, 4 1 53) nicht nach Königsberg , sondern nach Dünamünde als, die Ueimath der Chronik. Weniger unwahrscheinlich w.irc die Annahme, dass der Canonicus die Chronik von Dünamünde benutzt hatte, besonders wenn man einräumte, die letzte Notiz derselben (zu 1348) sei erst nach Beendigung seiner Arbeit hinzu- gekommen. Allein auch diese Annahme lässt erhebliche Bedenken; mau ver- gleiche folgende Stellen : Dünamünder Chronik Canonicus Sambiensis zu 1270: in Osilia in glacie apud Osiliam zu 1 279 : Capilaneus capitaneus Hcvaliensis. zu 1298: — . — suecurreulibus eis fralribus de Prussia. Dergleichen Zusätze, besonders der erste, zeugen von einer sehr genauen Kcnnt- niss der Sache. Woher nahm sie der Canonicus , der ohnehin die livländische Geschichte von 1 305 an von der Dünamünder Chronik selbsUtändig behandelt? Digitized by Google EPITOME GESTORÜM PRUSS1E. 275 Es scheint das Gerathenste anzunehmen , dass beide Chronisten aus einer ge- meinschaftlichen Quelle schöpften. Mehrere Angaben des Canonicus erinnern an Dusburg. Dass zwei Chro- nisten , welche die Hauptbegebenheiten der Landesgeschichle desselben Jahr- hunderts zusammenstellen, in vielen Einzelnheilen übereinstimmen , ist noch kein Beweis gegenseitiger Abhängigkeit, besonders wenn neben dem Ueberein- stimmenden sich so viel Eigenthümliches oder gar Abweichendes findet, wie in diesen beiden Schriftstellern. Aberbeachtenswerth ist es doch, dass der Canonicus mit Dusburg in manchem Fernerliegendcn zusammengetroffen ist. — Beide geben eine Uebersicht der Orden , beide bieten dieselben fünf Notizen über die heilige Elisabeth und die Abhängigkeit des einen von dem andern erreicht dadurch einen hohen Grad von Wahrscheinlichkeit , dass auch gewisse Fehler sich bei Beiden finden, wie z. B. dass Livland 1204 bekehrt sei, dass der piibslliehe Legat Wilhelm selbst Fabst unter dem Namen Alexander IV. geworden, dass der Hochmeister Anno 1261 erwiihlt sei. Uebcrhaupt enthalten die Verzeichnisse der Hochmeister und der Landmeister fast dieselben Lücken und Fehler in beiden Chroniken. Es scheint fast , als wenn der Canonicus in der preussischen Geschichte zweien verschiedenen Quellen folge. Die grosse Schlacht von 13H liissl er Cap. 6 bei Lopelauken, Cap. 8 bei Bardenburg geschlagen werden ; den Bau von Christmemel setzt er Cap. 3 in das Jahr 431 2, Cap. 8 in das Jahr 4313 ; die grosse Schlacht in Cujavien ist Cap. 6 zum Jahre 1331 , Cap. 8 zum Jahre 1332 gezogen. Die auf Livland bezüglichen Abschnitte des Canonicus Sambiensis sind grossentheils übergegangen in die livliindischc Chronik des Hermann von Wart- berge. Die Verse Uber die Gründung des Deutschen Ordens Cap. 2, a. 1190 tauchen auf in der Golhaer Handschrift der Zamehl schen Chronik (N. 589) als Vermerk auf der inneren Seite des Deckels. EPITOME GE STOB UM PRUSSIE. Cap. 1. Ex chronicis Awlriacis.* * Anno domini tertio Herodes Infantil occidit. A. d. XXX fc. Dominus aoster Jeans Christus a Johanne baptizatur et predicare cepit. A. d. xxxi. Johannes baptista ob Herode detrareba decollotor. A. d. XXXIII. Dominos Jeans Christas Jerosolimcc passns est. Stepbanns lapidatus est. A. d. xxxilll. Paulos de eelo vocatas. A. d. XLlllf. Petrus apostolus Romain venit, ibiqoe per XXV annos, menses doos, dies trea predicans episeopatom tenuit A. d. LXlii. Jacobos, qoi dicitor faater domini, Jerosotimis episeopos ab apostolis est ordi- natus, sedit anuos XXX. A. d. LXHil. Marcos ewangelista apod Alexandriam passos est. A. d. LXV|iid. Petrus crueifigitur, Paolos decollatur et Nero se ipsom interfecit. A. d. LXXIU'. Jerusalem expugnata destmilur, anno a passione xi.f, a prima condicione templi snb Salomone anno MLXXXim. A. d. ci. Johannes apostolus apud Epbesum dormivit in pare, anno a passione LXViil. A. d. CV. Symon *, Cleophe Alias, Jerosolime episcopus crueifigitur. s) Zanta it Hersnagebcri ; wie mach die folgenden CapiteluberaehrifUn. b) Hier «od tot den folgend« Jahreaangabea «lad di« Wort« sano domini der KOrte wegen hlat* "H dea Anf*ng»buch»ttben beieichnet. c) JerotoUmam MS. d) XLV1II 118. wohl atatt LXVIU. Die Notiies gehören nach den Annal. Hellie. tu M und 7». •) 74 Annal. MeOie. f) XU1 M8. g) 9*dmob Aanal. MeUic. 18» Digitized by Google 27G III. CANONICI »SAMBIKNSIS A. d. cvi*. Ignarios, Antiochien episcopus, Rom« bestiis traditor. A. d. CXX. Apud Parisium Dyonisias episcopus martirizitur. A. d. cxxil. Apud Tyburtinaiu Synpboriosa cum vn Müs passa eit. A. d. CCVHI. Perpetua et Felicitas aput KarthaRiueui bestiis dcputnnlur. A. d. ccxxxill. Hiis temporibus passi sunt l'rbanus papa, Cecilia virgo, Tyburciiu et Va- leriana«. A. d. cccvi. Constaatinus Coustaneii, XXXIIIIus ab Angusto, ex coneubina Heteaa filius. Hic primos imperator excepto PbUippo ebriatiauus iuit, et ex boe ebrisüaoi imperaiorc» esse eeperunt. A. d. cccix h. Silvester sedit annos XXII, mrnses x. A. d. cccxxil °. . . . episcoporum enncilium in Nicena congregatur. A. d. cccxxill. Constaatinus filius Constancii cesar effleitur. A. d. CCCXXIIII. Hoc tempore crux domiaiea ab Helena Constantiui matre ia Jerusalem re- peritur sub Machario episcopo ejusdem urbis. > A. d. cccxxix. CoDstautious Bizancium urbem reparavit et ex suo aomioe Cooataotinopo- lim appellavit et sedem Romani regni esse voluit. A. d. cccxxx*1. Sauctos Nycolaus Mireorum cpiseopus claraitc. A. d. CCCXXXIII. Sanetus Anthooius monaebus damit. A. d. cccLXlil. Saactns Nycolaus Mireomm episcopus pieaas virtatibas migravit ad do- minum. A. d. CCCXLIH r. Maximinus Treveroruro episcopus clarus habetur. A. d. ccclxxxvi. Ambrosius Mcdinlanensis i-piscopus et sanetus Martinus et Jerooimus Bclhlcemites clarissiroi habentur, et Severus1 Coloniensis episcopus. A. d. CCCXCI h. Augustinus doctor faeundissimus Ippnne Affrice episcopus constituitur. A. d. CCCXCVH. Saactus Martinus Turonorum episcopus post mullas virtates migravit ad dominum anno cutis sue lxxxi, episcopatus vero xxiii. A. d. cccxcvin. Ambrosius Mediolaneusis episcopus migravit ad dominum. A. d. ccccxvill. Synodus Chartaginensis congregatur ccxvn episcoporum '. A. d. ccccxxx. Sanetus Augustinus Ypponensis episcopus et doctor faeundissimus in civi- tate sua a barbaris obsessus obiit, anno etatis LXXVI, episcopatus sui XL. A. d. CCCCLII \ Hoc tempore quarta synodus 630 episcoporum ia Calcedoaie coagregaotur sub Leone papa contra Euticcm. A. d. cccr.LXX. Sanetus Remigius Remorum episcopus' ordinatur. A. d. dxxiiii. Hoc tempore sanetus Bcnedictus palcr virtutum damit. A. d. nxLIII. Sanctns Remigius Rcmcnsis episcopu**" et gentis Fraocorum apostolus migra- vit ad dominum. A. d. dxci ". Sanctns Gregorius ad pontificatnm Romane eedesie eligitur, ia quo sedit an- nos XIII. A. d. ncilll. Gregorius papa sanetissimus migravit ad dominum. A. d. dcvii". Foca Romanam ccclesiam constituit omnium ecelesiarojn esse capuL A. d. dcviii. Hoc tempore Foca pautcon id est domum omnium ydolorura eedesie dedit, rogjiiite papa Boaifado. A. d. Dcxii. Hoc tempore fuit Macbiract, quem Sarraceni attenns colunt. A. d. dcxxiii1'. Sanetus Rnpertus Iuvavensis episcopus primus migravit ad dominant ex Stirpe Iii »mahn Iis genitus. A. d. DCXL. Sanetus Gallus cdlam suam constituerc cepit. A. d. DCXXXV. Sanetus Cbilianus cum soeiis suis passus est in Erwipoü'1. n) 107 Annal. Mellic. b) CCC MS. Die Verbeaaerung nach den Ann. «. Itadbertl 8aliib. ad 509. e) Im M6. »teht CCUXXIl cptacoporuin ohne vorhergehende* anno dominl, wie wenn die Noti« mr vorigen ge- hörte. Die Corrcctur nach den Annalet Mcllicvnse«: 322 Conciliuu in Nieea congregatar 31t» epUeoporum. d) CCCLXIll MS. wohl n.vh dein Folgenden. Die Aendening nach den Anna). Salttrarg. 3:10. e) esse da- niit MS. e««<- fehlt Annal. Saliburg I. e. f) CCCLXIII MS. Wohl »tatt CCCXLIII. Vgl. Annal. Mellic. and Sulib. 1. c. g) Serrrinu« Annal. Sahb. 3SC. h) CCCI.XXXI MS. Die Cinrectur nach den Annal. Mellic. :VJ1 . i) epiicoporum »tet.l im MS. «weiroal. k) CCCCLI1I MS. Die Correelor nach den Annal. Meine. 1) opliropu» MS. Annal. SaUh. arcl.ie|iUcopaj Annal. Mellic. 470. n>) epiacopua MS. arehiepueo- pui Annal. Saltb. n) Dl. XXX MS. Die C'orreetur nach Annal. Mellie. und Salib. SSI. o) DCVI MS. ) obtrncbrant MS. obtene- brabant Annal. Cl. 1. c. ;uucia in assumpeione celebravit. A. d. atccxxxvil. Frederieus imperator prosrripait Frederieaw ducem Anatrie et Stirie eo quod aou venisset ad ruriam, et vcaieoa Wiennam Austriam iuc subdidit dicinni*. A. d. HCCXXXIX. Frederieus dux Austrie Wyennnin obtiuuit'1. A. d. mccxli. Tartari vastavernnt Ungariam *. A. d. atccXLIll. Heynrieus rex Almaaie ia Appnlea ia capüvitate patria morluus rgtf. Ii. Juni A. d. atccxLvi. Frederieus dox Aastrie et Stirie oeeisus eat ia die saaetiViti*. Item Ebir- bardos SalUburgcnsis archiepiscopus obiit. A. d. atccxLViii. Ilermanniu margravius de Padea cum Gerdrudi filia dneia Austrie con- traxit et Austriam obtiuuit2. A. d. mccxlix. Ilermaaana margravius vocatna eat dux Austrie, cujus uxor filium geauit nomine Fredericum. A. d. atccL. Hermannua de Paden dux Anatrie obiit. A. d. MCCLI. Frederieus filius Henriei iutoxicatus interiit. Item imperator Frederieus morlnua est h. Item Otlakarua filius regis Boemie Wienam oblinuit, et filiam dueia Austrie Lippnldi, dominam videlicet Margaretain duxit in uxorem. A. d. mcclii. Farnes invaluit in Austria ita quod modius tritici pro XI talrnlis et XL de- unriia vendebalur. Item Bela rex Ungarin Austriam devaataviU Item filius regia Boemie YYeuczeslaua com domina Gerdrudi relicta Hermanni de Paden contraxit. A. d. hccliii. Weuczslaus rex Bobemie obiit. Item dux Bavarie Otto obiiL A. d. mccliiii. Ottakaras dux Austrie conrordavit cum Bela rege Uagarie, tradeos ei du- ra tom Stirie. Item Cunradus dux Suevie filius imperatoris Frederici obiit. Item Lodwicoa rex Francie a terra aaneta revertitur. Item magna sterilitaa fit per omnea lere terraa tarn in fragibos, quam in vino. A. d. mcclvi. Palatinus filius' dueia Bavarie occidit uxorem suam. A. d. MOCLIX. Slepbanus juveoia rex Ungarie cum Cunrado Stiriam et Karintiam de- , vastavit. 13. JuU A. d. MCCI.X. Bex Ungarie devietus est a rege Boemie in die sanete Margarete. Item Sa- gellatores publice processcrnnl k. A. d. MCCLXl. Ottakarus rex Boemie contraxit cum filia durisse de Matscbawe1, repudiens aliam Luppoldi ducis Austrie. Item Wyeuna exnsta est et malte alie eivitatea aimilitiT. Magna carittia"* facta fuit ; modius tritici pro x talenüs dabatur". A. d. MCiXXlll. Dux Karintie duxit dominam Agnetem filiam Hermanni marcravii de Paden. A. d. hcclxiiii. Bela filius regis lagarie coalraxit cum filia marehionu Branborgeasia. Item comela seo valde lucida Stella visa eat. A. d. mcclxv. Cornea Kamins in regem Sicilie eligitur. Item Woloyslaua ° in arehiepiscopiim 12. J»nuar A. d. htcctAvi. Hex Karulus cnm uxore sua Borne domiaiea pmxima post cpyphaniam «\«- mini coronatur, et tunc devineens Mefridum prineipem Apulie debellavit, papa demente aibi ferente auxilium. A. d. mcclxviii. Idem rex Karulus habuit conflictum cum Cunradino filio regis Cunradi ia 23. Augutt vigilia saneti Bartholomei apostoli et ex utraque parte ad XX millia occisi sunt, et Cunradus cap- tus est cum senatore Homauorum et Friderico filio marchiouis do Padea, quos in vigilia ■ a) Uelnrieo Ann. Ct. h) Wicnan MS. c) Zu 1236 und 1217 Ann. Ct. d) Zu 1210 Ann. Ct. e) Zu 1242 Ann. Ct. f) Zu 121t Ann. Cl. g) XVI k»l. JulU = I«. Juni Aon. Cl. die« ». Viti ict der IS. Juni, h) Zu 12%0 Ann. Cl. 1) frater Ann. Cl. k) Zu 12«0 und 1261 Ann. Cl. 1) Manvic am Bando des HS. du»lt n*plrin Belc regi. Cngarle Ann. Cl. m) csriUia M. kariiti» Ann. Cl. n) Zu 1281 und 1262 Aju». Cl. o) VlodUUui Ann. Cl. i) Diese Wendung trifft den Sinn der Annal. Claustroncob. nicht. 1) Man sollte nach den Annal. Claustroncob. vielmehr non obtinuil erwarten. Digitized by Google EPITOME GESTORUM PRl'SSIE. 279 omni um sanctorum Kamins decapitavit Xeapolis, et papa Clemens mortuiu est, et Kam-. II. Octobcr Ins Senator Romanorum Tit. A. «1. MCCLX1X. Dominus Philippas Salrzburgcnsis arebiepiscopus depositus in palriarcbam Aquilcygensem cligitur. Eodem anno «lux Ulricus Karintie fratcr suus moritur. A. d. MCCLWIIH. Dominus Gregoriiis X eclebravit eoociliuni generale aput LugdunuiU. A. d. MCCLXWl. Rudolfe* rex Romanorum infra festom »aneti Michaelis et nativitatem do- mini, devieto potentissimo rege Bocinonun sine glailio et absuue omni bell» opliuuit Austriam, Stiriam, Karintiam et Carniolam. A. d. UCCLXXVIH. Kudolpbus rex Romanorum babuil prclium cum rege Boemie v 11 * kalco- *e • Wu»t das Septembris, et rex Boemie occiditur et multi nobile* cum eo. A. d. licCLXXXVin. Dominus Jcrnuinius cardiiialis assumptus de online fratrom Mi- norum eligitur in papam in nomine doniiui, eui nomeu impouitnr Nycolaus. (A.d.Mccxcvm) Annis millenis domini pariterque dueentis Alque nonagenis octo Martisque kalcndis »• MÄrt U> dux Austroruiii, lurba comitanle suorum, Ad Romanorum regem, qui vi cadil horuui. Processi, Jacohi dux Iii rex, dantur et iili zh?juü De virlutc dei dyademala Bartholomei. n. Anput (A. d. aicccviii) Mille semel, tria cec, etc simililer octo d quuni cadit cnsc suoriiin Philippi Jaeobi, rogo del deus veniaiu illi. • • mm Cap. 2. De ordinibut et rebus ecclesiasticis. A. d. D. locepit ordo snneli Benedict! temporibus Felicia Iii. A. d. DCCCCM*. Incepil ordo Cluniaceusium temporibus Adriani III. A. d. ULXXMI. Incepit ordo Uartusiensis temporibus Virtoris pape III. A. d. mxcviii. Incepit ordo Cistcrcicnsis. A. d. neun. Incepit ordo hospilalis saneti Johannis temporibus Urbani ll. (A. d. ncxxiiii) Anno milleno centeno bis duodeno In Premonstrato fornialur Candidus ordo. A. d. licxxil. Incepit ordo Templariorum tempore Pascalis Ii, qui pnstea deletus fbit per dementem v anno domiui 1313 temporibus Hciirici Ml. A. d. MCXC Incepit ordo Tbcutouicus temporibus Culcstini III et Hcynrici vi Anno milleno ccnleno cum nonageno Tunc Almanorum surrexil nobilis ordo. A. d. Mixxvi. Incepit ordo Predicatorum temporibus Hoooiii Iii. Boilern anno' Mino- res inrepernnt. A- d. MCCXXVU. Incepit ordo Heremilarum, qui et Karmelite dieli sunt temporibus Honorii supradirti. A. d. mcxiii. Constrncta est Clarevallis. A. d. MCMll. Obiit Bernbardus primus abbas Clarevallis. A. d. Biccim. Livonia ad fidein eon versa esl tempore Innocencii. A. d. «ccxi. Conslructa est abbaciaDunamundensisf in montesaneli Nycolai. A. d. mccxxviii. Ucvaslata est abbacia a Curonibus et Semigallis in die heati 2°. Bcrnbardi. A. d. mccxxvi. Beatus Franciscus migravit ad dominum. A. d. MCCXXVIII. Beatus Franciscus fuit canonizaltu» XVlt kolcndas Augusti, ie. juu ») V1H Anwü. Sahb. b) Id MS. c) et tri« CCC MS. d) p»Ü\ ve. si. Romanorum MS. «) MXC1 MS. fUtt OCCCCXI. 0 Drinemund«iiü MS. - t) Ungenau ; es hatte heissen sollea Ejusdcm papo tempore. Digitized by Google 2S0 III. CANONICI SAMBIENSIS A. d. Mccxxxi. fuit translatus vm kalendas Jnnii. A. d. MfXXXXl. Beatus Anlhonius inigravit ad dominum. Eclipsis solis facta «st. A. d. Mccvu. Nata est sancta Elizabet temporibus Huoorii1 in etFriderici ll imperatoris. A. d. MCCXXl. Beata Elizabet tradita fuit Ludovico lantgravio Tboringie. A. d. mccxxvii. Obiit dictas lantgravias in Sicilia in civitale Otraiit temporibus Gregorii IX et Friderici II. A. d. sioawi. Bcnta Elizabet migravit ad domioum. A. d. mccxxw. Caoonizata fuit Elizabet. A. d. Mccxtl*. Innocentius papa plus quam DCC episeoporum syoodum Romo collegit, ex- reptis Saudis p Atribus dccc, quorum ibidem mullitudo quam maxima conveuit. A. d. MCcxxv. Fuit occisus dominus Engilberlus episcopus Coloniensis. A. d. mccxxxix. Eo tempore fuit generale cnpitulum fralrum Mioornm, ubi frater Heliai fuit depositus. Erclipsis solis seu magne tenebre fuit in dominica post festum saneti Michaelis anno domino MCCXL. A. d. itccxLin. Innocencins iv misit legalum ad partes Prussie, nomine Wil- helmura Mutinensem episcopum, qui postea electus in papam vocalus AUexan- der iv, cum Swantepolt et fratribus facerc concordiam. Cap. 3. De caslris et civitatibus. A. d. mccxxxi. Thorun edificatur. A. d. nccxxxii. Ctilmen edificatur et translata in montes. A. d. mccxxxiii. Merginwerdir construilur. A. d. mccxxxiiii. Redin construilur. A. d. mccxxxvii. Elbing conslruitur. A. d. mccxxxix. ßalga conslruitur. A. d. mccxl vii. Crisburg edificatur. A. d. mcclii. Constructuin est Castrum Memela. A. d. mc liii. Cruczeburg construitur. A. d. mcclv. Kunigisberc edificatur per regem Bocmie Ottakaruna. A. d. mcclxv. Tapiow edificatur. A. d. mcclxvi. Brandenburg edificatur. A. d. mcclxx. Louchstelin construitur. A. d. mcci.xxvii. Besenburg edificatur. Eodem anno b Brunsberg construitur. A. d. mcclxxix. Merginburg edificatur. A. d. mcclxxxi. Mewa edificatur1. A. d. mcclxxxix. Bangnithen edificatur. A. d. mccxciii. Dotiius Schalowinorum construitur. A. d. äcccxii. Kirsmemela edificatur. A. d. mcccxxv. Gerdawen edificatur. Eodem anno Bartinburg. Item eodem anno Bischofeswerdir. Item eodem anno Nuenmargt. A. d. mcccxxvi. Lunenburg construitur. A. d. mcccxxvii. Morungen edificatur. A. d. mcccxxvi». Fratres de Prusia domum Memelam gubernandam a Lyvo- niensibus reeeperunt. A. d. mcccxxxv. Angirburg edificatur. Eodem anno Welov civitas. A. d. mcccxxxvi. Magister generalis de Aldenburg, volens edificare Castrum ») MCXII MB. b) autem MS. t) Soll heissen: Innnrenrii. t) Nach Dusburg Im Jahre ti8*. Digitized by Google EPITOME GESTORÜM PRUSSIE. 281 in quadam insula Memele ex illa parle Pisten, et jam erecto uno propugnaculo nomen imponens, voeavit Jurgenburc ; et tarnen propter impotenliam retrocede- bat, opere et struetura non conpleta. A. d. mcccxxxyii. Prcdictus magister et dux Bavarie Heynricus edifieavit Castrum in quadam insula ex opposito Welov', voeavit Beyern. Eodcm anno Instirburg conslruilur. Cap. 4. Magistri gener des. Primus magister generalis lleynricus Walbole. Secundus Otto. Tercius llermannus Bart. Quartus llermannus de Salza. Tempore istius magistri venerunl fratres Prusiam edificantes Vogilsanc anno domini mccxxvi. Quintus Cunradus lantgravius Turingie*. . Sextus Poppe, electus fuil a. d. hccliii. Septimus Anno, electus fuit a. d. mcclxiiii. Octavus Hartmannus de Helderunge, electus fuit a. d. mcclxxiii. Nonus Burchardus de Swanden. Dccimus Cunradus de Wuchtewange. Undecimus Gotfridus de Hoenloch, electus fuit a. d. mccxc. Duodecimus Siffridus de Vuchtewange, electus fuit a. d. ncccii. Tercius decimus Karulus de Treveri, electus fuit a. d. mcccxii. Quartus decimus Wcrnhcrus de Orsele, electus fuit a. d. hcccxxv. Quintus decimus Luderus de Brunswig, electus fuil a. d. mcccxxxi. Sextus decimus Theodericus de Aldenburg, electus fuit a. d. hcccxxxv. Decimus septimus Lutolf Kunig, electus fuil a. d. ncccxtiu. Decimus octavus Ilenricus Tusemer, electus fuit a. d. mcccxlv. Decimus nonus Winricus de Knipporodc, electus fuit a. d.2 mccclii. Cap. 5. Magistri lerre Prussie. Primus magister terre Prusie Hermannus Balke. Secundus Poppe de Ostirna. Tercius Henricus de Wida. Quartus Gerhardus de Hirczberg. Quintus Hartmannus de Grunbach. Sextus Helmericus. ^ Septimus Ludwicus de Baldinsheym. Octavus. TheoderiÄis de Galirslebe. Nonus Cunradus de Tirberg. Decimus Cunradus de Vuchtewange. Undecimus Manegoldus. Duodecimus Cunradus juvenis de Tirberc. Tercius decimus Meyneke de Quernevord. Quartus decimus Ludewicus de Schippen. a) Turinpic doppelt MB. 4) Statt Welov ist wahrscheinlich Wiliona, Wclun zu lesen. Geogr. S. Mt. s) Heber die Chronologie der Hochmeister vgl. Historiogr. Anhang. Digitized by Google 282 III. CANONICI SAMBIENSIS Quinlus decimus Helwicus de GoKboch. Sexlus decimus Cunradus Sak. Decimus seplimus Heynricus de Ploczic. Cap. 6. De bellt« fralrum Prwssie. A. d. mccxlix*. Fuit conflictus in Natangia, ubi inulti fralres et christiaui fuerunt occisi. A. d. mccliiii. Rex Bohcmic Ollackerus expugnavil terratn Sambie. A. d. mcclv. Marchio Brandenburgensis venil Prusiam. ' A. d. mcolx. Fuit conlliclus in Curonia circa flu inen Durben, ubi cl fralres cum ceteris corrucrunt. A. d. scclxi. Fuit conflictus in Pokarwen, ubi occisi sunt fralres et perc- grini multi. A. d. mcclxii. Conflictus fuit in Slonien. Eodem anno comes Juliacensis et Marchio1 vcnerunl Prusiam et in Sambia* habuerunl conflictum, ubi corruerunt tria milia SambiUirum. A. d. MCCLXtu. Circumvallatum3 fuit Cruczeburg. Eodem anno occisus est magisler Elmericus cum xl fralribus. A. d. «cclxxvii. Lilwini congregato exercilu vastaverunt lerram Culmen- sera incendiis et rapinis et cremaverunt Clement. A. d. mccxc. Accaron fuit expugnata et Maliter a Sarraccnis deleta. A. d. acccix. Sambia devastatur. A. d. mcccxi. A rege Litwinorum Witene Sambia et Natangia devastatur 7. Aprii bis, et in seeuoda vastacionc feria quarla post feslum palmarum fralres cum eis congressi sunt in campo Lopelauken, tria milia Litwinorum occiderunt; capita- neus de Ploczc. Eodem anno in concilio Vicnensi delelus est ordo Templariorum. A. d. «cccxiv. Fuit expedicio versus Kriwicz. A. d. veeexx. Occisus est frater Henricus summus marschalcus de Plozc. A. d. mcccxxii. Comes Juliacensis cl dux Bernhardus de Swidenicz vene- runl Prusiam. A. d. mcccxxiii. Fuit frigidissima yemps et inlensissfmab et continuata in u. Aufuitnive. Eodem anno fuit ludus de beata Katherina penthe.*, et in assumplione 14. septemb. beato virgiuis maxima intemperies. Hern in exaltacione sanete crucis pagani devastabant civitalem Dobrin cum villis et occiderunt circa octo milia hominum, vu sacerdotes, lx scolares, u monaebos. Eodem5 a. d. mc^xxiv. Erant in terra comes dcSpanheim et piures deReno et dominus de Rosenberg0 de Bohemia. Per yemem non fuit expedicio, sed Bo— 24. Aprii hemi explorabant aliquam parlcm Litwinorum terre. Item eodem anno vin ka- lendas Maji fuit sollilium ab orlu solis supra usque ad terciam. Eodem anno fuit electus fraler Wernerus in generalem magistrum post penth. Hoc anno in- cepit conlencio pape et imperatoris vel regis Ludevici. h) MCCLI MS. wohl Dar Sehreibfehler für MCCXLIX. Tgl. tu Du«b. UI, c. 66. b) frigi» yemu$ et in- Worts. MS. c) Bewnberg M8. ßoecnlxrgk Dvb. UI, c. 341. 4) Hier so viel als Gral von Mark. 2) Bei Kaigen, also genau gesprochen in Natangen. 3) Im Jahre 4863 wurde Kreuzburg schon erobert, nach dreijähriger Belagerung, Dusb. III, c. 4 48. 4) Vgl. zu Cap. 8, a. 4 825. 5) Ohne Beziehung. Digitized by Google EPITOME GESTORl'M 1>RI: S.SIE. A. d. mcccxxiiiV Suhurbiuni in Mcincla combuslura est a Litwinis. A. d. Mcccxxvib. Rex Cracovie nssumptis Litwinis Marchiam devastavit. A. d. mcccxxjx. Rex Johannes Bohemie cum magistro generali vastavil ler- rani Sa in eilen expugnando Castrum Medewage ; qui se suhdiderunt regi et fra- tribus, baptismum recepcrunl ; qui postmodo aposlolali sunt. Eodem tempore1 rex Cracovie adjutus fortitudine Theutonicorum, Ungario- rum, Poldnorum, Litwinorum, magno exercitu terram Gulmenscm polenler in- Iravil, ipsani devastans incendiis et rapinis. Eodem anno magister Wernherus de Orsele occisus est in Marienburg. A. d. mcccxxxi. Occisi sunt cenlum fratres et centum vasalli a Polonis in CoiaviarJ, fratribus tarnen gracia dei et adjutorio victoriain obtinentibus, mul-*7-8«pt- tis Polonis occisis. A. d. mcccxxxyi. Expugnatum fuit Castrum Pillenen in Lillovia per magis- trum generalem Theodoricum de Aldenburg in dio Mathie. u- r"br- A. d. mcccxxxviii. Occisi sunt prope Ragnithcn in campo Galelauken mille et ducenti Litwini a fratribus in vigilia assumptionis beate Marie temporibus Augu*t fralris Henrici Tusemcr summi marschalki, obr! beati Jacobi *. Eodem anno in vigilia beati Mathie aposloli occisi sunt in eccle- sia Rigensi prepositus Rigensis et dominus Henricus de Lubec cum ipsorum fa- milia. Eodem anno dimicatum est contra Litwinos apulDubena, ubi occisus est 12. Min f rater Johannes de Schonenhagen, commendator Ascradis in die beati Gregorii pape, fratribus vicloriam oblinentibus. Eodem anno venit Rigam de Roraana curia frater Fridericus archiepiscopus Rigensis. A. d. mcccvii. Dimicatum est contra Litwinos ante Rigam in die Processi 2- J»u et MartinianK A. d. aeeexv. Tanta fames in Lyvonia et Estonia orta est, quod mal res filiis vescebantur*. A. d. mcccxix. Dominus Johanes papa xxu confirmavit fratribus domus Theutonicorum Castrum Dunemunde. i». Apru A. d. acccxxi. Edificalum est Castrum Mesoten in Semigallia circa festuni pasche. 7. M&n A. d. acccxxu. Litwini dyocesim Tarbalensem in vadentes circa dominicam reminiscere plus quam tria milia hominum occiderunt et in caplivitatem ab- duxerunt8. A. d. mccxxiii. Rutheni de Pleskow Litwinos in auxilium evocantes terram regis Dacie intraverunt et circa quinque milia hominum trucidaverunt ni nonas ». Febr. Februarii. Eodem anno magistcr et fratres Pleskoviam obsedemnt et impugna- verunt machinis et aliis bellicis instrumenlis. Eodem anso cives Rigenses quas- dam Hteras sub nomine regis Lilwinorum ad civitatis maritimas et ad alia loca miserunl, publicantes, quod rex dictus vellet suseipere fidem katholicam el baptismum, mencientes. «. j«u A. d. hcccxxviii. In octava apostolorum Petri et Pauli cives Rigenses, opido Dunemunde occulte noctis tempore concremato, et quibusdam viris et mulieri— bus et infantibus interfeclis, bellum et discordiam cum fratribus iterum ince- perunt. A. d. hcccxxix. Populus Romanus cum assensu domini Lodewici de Bavaria in regem Romanorum electi ac quorundam prineipum Lombardie grave cisma in odium domini Johannis pape xxu in ecclesia suscitantes, clegerunl Rome novum papam, nomen imponentes sibi Nycolaum v, cum prius Petrus vocaretur, de ordine Minorum. Eodem anno combusta est tota civilas Tarbatensis cum Anfrurtmultis bonis et hominibus, profesto Dominici confessoris. Eodem anno Litwini per cives Rigenses evocati districtum in Karthus gravilcr in cireuilu vasta- verunt. A. d. hcccxxx. Magnus exercitus Litwinorum el Ruthenorum Guroniam circa ») obtiderunt M8. b) emtino Chron. DOnmm. c) Mutimlul US. <) VgJ. zu Dusb. IV, c. 400. I) Vgl. Beilage 3 zu Dusburg. Nr. H. 8) Vgl. Dusb. III, c. 341. Oigitized by Google EPITOME GESTORUM PRUSSIE. 285 doininicam reminisccre intravit, ipsam dovastans graviter et depopulans, eU. um rnagnis abduetis spoliis ad propria est reversus. Eodem anno in profesto beati 20. Min Benedict! composicio com civibus Rigensibus facta est, dictis civibus per lon- gam obsidionis angustiam afilictis se gracie magistri et fralrum conmittentibus cum civitate et bonis et privilegiis, que' habebant1. Eodem anno quarta feria ante festum beatorum Yiti et Modesti positus est primus Iapis in fundamento 13. Juni castri ad sanetum spiritum in Riga, quem posuit et locavit frater Ebirhardus de Munheim, ipsius castri fundator, tunc temporis magistcr Lyvonie. A. d. mcccxxxi. Post festum epyphanie fuit frigus adeo vehemens, inten- e. jumr sum, quod multi homines in Lyvonia et Estonia et Guronia perierunt. Eodem anno magister Lyvonie cum exercilu terrnm Littowie, que Sameiten vocatur, in- travit, postqueb rapinas et incendia illata ad propria cum spoliis revertentes Litwini occurrentes subito invaserunt ; sed Christiani se ad resistenciam viriliter opponenles de hostibus citra quingentos occiderunl in oclava beali Laurencii 17. Auru« martiris. Cap. 8. De rebus Prussie et Germanie. A. d. «ccx. 11 kalend. Februarii fuit eclipsis solisante horam vesperlinam, 3i.jinUar et cessavit in primo pulsu. Rem a. d. mcccxi. Fuit bellum Prusio in septimana passionis domini circa?. April Bardenburg ; perierunt in oi e gladii circa tria milia Litwanorum, et redempti fue- runt Cbristiani circa mille el ducentos, ubi dominus pugnavit cum quingenlis viris, quorum fuerunt lxxxiiii fratres, quorum nullus periit2. Hoc tempore Fri- dericus marchio Misnensis juravit regie flohemie Johani pacem federis et manum adjulricem, qui Fridericus anno sequenti scilicet A. d. mcccxii fuit captus. Et illo anno fuit generale concilium celebratum Avinionis a papa demente, quod concilium fuit iniciatum in dieReraigii, et ler-i. Octob. minabatur in octava pcnlhecost. A. d. Hcccxiti. Edificata fuerat nova domus contra Litwinos a magistro Ka- s. Aprii rulo (in die palmarum ad montem venerant et quasimodogenili recederantd,aj. aphi que nominatur Christi Meraela*. Anno eodem in die Lucio fui receplus in cono-w. Deecub. nicum lerre Sambiensis. Item eodem anno Henricus imperator morluus est per intoxicatiouem , quod sie factum est. Quidam de ordine predicalorum ipsum communieavit, et vino tradito post communionem etc. Rem mcccxiv anno tu ydus Aprilis Clemens papa [mortuus est] Eodem ?. A|«a anno fratres habebant expedicionem in finos Rulhenorum Criwicz, et amise- runtf multos equos ad sarcinam et expensas deduclas, et multi homines fame fkptcmb. perierunt, et fratres famem sustinuerunt4. Rem hoc auno8 post palmarum Castrum quoddam Bison fuerat crematum 15. um a) qua« MS. b) pott quam M8. e) rrje MS. d) So da« M8. c) mortui» «rt Conjoetar. 0 amlterant MB. 4) Vgl. DB8b. Sappl. 16. 5) V«l. Dusb. III, c. 310. 3) V'kI. Dusb. III, c. 315. 4) Vgl. Dusb. III, c. 3iS. 8) Hier fehlt die Zahl 1845. 286 III. CANONICI SAMBIENSIS nb. Litwanorum, et Litwanis fuerant multa dampna illata a Tartans. Item in nalrötate beate virginis exiverunt in expedicionem et creraabant cujusdam castri antemu- 25. 8*ptemb. rale Jungetcn. Eodem anno vn kalcndas Octobris hoc est in die Cleophe Litwani ciun tola sua potestate circunivallabant Castrum Cristimemele, erigontes machi- nas trcs, et raullos socum habentos sagitlarios Ruthenorum. Tandem fratres cum parvo exercitu contra eos habebant navale bellum et exiverunt postea Kun- |}; nigisberg iv ydus Octobris cum magno exercitu, sed antequam ibi venirenl, v ydus recesserunt cremantes plus quam xl corpora interfectorum, et dimiserant stare duas machinas. Tunc exercitus fralrura processit ante Castrum Wilhun. Ibi invenerunt reedificatum suburbium, quod prius cremabant. Hoc herum va- lida manu cum multis casis cremabant, et multa pecora acceperunl, Litwanos aliquos occiderunt , alios captos deduxerunt , et in reversione suburbium , quod fratres in advenlu Litwanorum Chrislmemcle1' cremabant, reficiebant et domum expensis suflicienter muniebanl*. 7. Auguit Item a. mcccxyi creatus fuit Johannes xxu in papam die Donati. Eodem anno fuerunt multe tempestates et inundancia aquarum, tarn in estate quam in yeme sive aulumpno. Item a. mcccxvh2 Fratres habebant borias expediciones , et fuerunt in Sam- bia multi nobiles de Reno , comes de Monte , comes de Nuenar, comes de Lim- burg, et cetcri nobiles fuerunt, de Rohemia duo nobiles, quorum unus dicebatur Plisk3, qui valde viriliter occidit Litwanum, cum quo proprio motu iniit duel- lum. Kodein anno fuit fames pervn climata lerre. Item in isto anno edificabalur ecclesia kathedralis in Kunigisberg. Item eodem anno magister Karulus recessit de Prusia et anno 12. Mm Hcccxvin tempore quadragesinie voeavit marsalcum et preeeptorcs plu- res Erfordie4. Anno eodem fuit citatus ad curiam. Hoc anno fuerunt deleli Regehardi, Begine et Limitate 5 minores et predicatores et tu decretales pre- «. Dee«mb. sentatic ad publicandum. Item eodem anno circa festum bcati Nvcolai intra- vit terra in magister Jacobus de Rota, uuncius pape, qui inaudito modo exegil pecuniam ab ecclesiis et d omnes parochias kathedralium ecclesiarum iupetiit. 27. Juli A. d. mcccxx. In die dominica post festum beati Jacohi occisi fuerant a Litwanis marsalcus cum xxu fratribus et citra cc viros, et plures fuerunt vulnerati*. 2«. Jim« Item a. d. mcccxxi. Fuit eclipsis solis in die beatorum martirum Johannis et Pauli hora tercia. Item eodem anno fuit capitulum generale in Franken, ubi dominus Jobannes prepositus ecclesie Sambicnsis oblinuit , quod bona ecclesie a fratribus reddita fuerant , anno videlicet «cccxxti, regente ecclesiam &) Argilrn, undeutlich MS. Ob fuSimtrs? Wt hri.tnieuieI.M9. c) püutu« M9. d) plur, faciendo de ccell et q. niwicher M8. 1) Dusb. HI, C. 883, 92*. «j Soll wolil lieisscn 1316. Dtisb. III, c. 327. 3) Di« SU>l!e isl irgendwie verdorben. Der Name Plisk dorf vielleicht mit Puligt Dusb. III, <>. 340 zusiimmcngeslellt werden. *) Vjel. zu Dusb. III, c. 3M. 5j Vgl. zu Dusb. III, c. i8*. 6) Vgl. zu Dusb. III, c. 338. Dlgitized by Google EPITOME GESTORÜM PRUSSIE. 287 domino episcopo Johanne dicto Cläre, qui venit de curia anno supra mcccxx post paSCa1. 20. Hin Hera a. d. mcccxx u. Dominica circumdederunt exierunt de Kunigisberg ad?. Pebr< expeditionein cum multiludine armatorum circa xx milia hominum, nam tot no- biles non sunt visi in terra multo tempore, duces de Polonia Bcrnardus et Polko, coinesde Gulk, et de diversis terrarum provinciis comites et barones. Hoc anno fratres posuerunl in desolat ionem terrain Litwanorum quo ad tres provincias vi- delicet Arogel, Resvente*, Wayken, et Castrum Pisten expugnabant ad consen- sum suum, ita quod fratribus obsides presentabant; et sie adjutorio dei reversi sunt tercia feria post invoeavit2. Eodem anno feria sexla proxima ante festuni F>br. Michahelis fuit bellum intcr prineipes et reges b Homanorum electos , et obtinuit victoriam prineeps Lodewicus Bavaric contra illum de Austria. Item a. d. mcccxxt. Kalendis Julii fuit fusa magna campana. Eodem annoi.JuU fuit ludus in foro Kunigisberg penthec*. A. d. mcccxxvi. Lithwini ex parle Lotkonis in March ia multum populum occiderunt, et plurcs captivos deduxerunt et hec post purificacionem beate vir-9. p,,,,^,, ginis circa vm dies*. A. d. icccxxvu. Fratres habucrunl expediciones graves contra Polonos et regem Lotkon , ubi fuit occisus Uuk boneslus conmendator de Thorn et advo- catus Sambiensis*. A. d. mcccxxviii. Fuit crcmalum caslrum Kirsmemela circa penlhec. Magi-22. Mai ster Wernerus6. A. d. nccccxxix. Rex Bohemie Johanes, filius Henrici imperatoris in instanti 1. jMUW anno vcl in circumeisione venit Thorn ; deinde processit et venit Kunigisberg, de qua exivit xm kalendas Februarii, et transiens fines Litwanorum quatuor M. Januar castra cremavit et quintum expugnavit, donec se traderent gracie sue, et bap- tismum reeeperunt7. Item ix kalendas Marcii recessit de Kunigisberg, expugnavit«. Febr. Dobrin, et plures partes terre Polonie sibi subjugavit in compromisso fratrum. Item eclipsis facta est a. d. 1330 x?n kalendas Augusti8. Item circa illud tempusis. fuerunt multa forlia facta in Polonia per fratres, et eciam Poloni cum Ungarns et ceteris potenter jacuerunt in terra Culmensi c. Hoc anno occisus fuit ma- a) Undeutlich im MS. Uuatigena Du»b. III, c. 340. b) rrgrm M8. c) bei» tribua •eplimaait et bi. q. virtu* tota fuit in terra. T/naicber. MS. Der gante Abschnitt »on sibi •ubjugavit bl» circa C. eU. irt au 4) Ygl. Cod. dipl. Pruss. II, n. 99 und 4 00. 2) Vgl. zu Dusb. III, c. 340. Hecro von 5000 bis 6000 Mann gehörten im Anfange des 4*. Jahrhunderts schon zu den grossen, Dusb. III, c. 293, 312, 323. Auch wahrend des Kreuzzuges von 4 329 kam die Ordensmacht nur auf 48,000 Mann, Dusb. Suppl. c. 9. 3) Wie im Jahre 4 323 Canou. Samb. c. 6. Vgl. ludus prophetarum aufgeführt zu Riga im Jahre 4 204 im Chron. Liv. vet. p. 34. 4) Vgl. zu Dusb. III, 364. 5) Dlugoss 4, 993 f. ist nächst dem Canon. Samb. der iiiteste Schriftsteller, welcher diese Kampfe erwähnt. Er setzt sie in die Jahre 4 327 und 4328 und erwähnt namentlich den Tod des Comthurs von Thorn erst beim Jahre 4328. Da der Canonicus Samb. in seiner zu- sammenfassenden Kürze manchen Verstoss gegen die Chronologie begeht, wird man Dlugoss Angabc durch soin Zeugnis» nicht umstossen können. Der Comthur von Thorn war Hugo voo Almenhausen, als solcher urkundlich erwähnt am 24. August 4326, vorher lange Zeit Vogt des Samlandcs, in welchem Amte am 7. Januar 4 327 und 4 5. August 4 328 Heinrich von Stouf erscheint. Namenscodex S. 56, 76. 6) Vgl. zu Dusb. Suppl. c. 8. 7) Vgl. zu Dusb. Suppl. c. 9. 8j Vgl. Wigand p. 80. 288 III. CANONICI SAMBIENSIS . Nor«»!», gister Wernhcrus generalis ordinis'in vigilia Elyzabet per (rat rem ordinis, et 27.ifoielectus dux de Brunswik post penlbec. A. d. mcccxxxii. Fratres expugnabanl Poloniain et post hoc occisi sunt fra- tres circa c. etc. *. A. d. mcccxxxvi. Devastaverunt caslnnn Litwanoruni cum multis milihus • so. Mai hominum. Post hoc eodem anno in die corporis Christi fratres inceperunt edifi— care Castrum in terra eorum, ubi confusum fuit negocium*. Cap. 9. De episcopatu Sambietm. «. Jon A. d. mccxliii quarto die instantis Julii* indictioue prima ponlificatus domin i Innocencii pape anno primo dominus Gwilhelmus legatus eiusdem domini pape limilavit quatuor dyoceses, unam in terra Culmensi et tres in Prusia. Item sub anno domini i252 crealus, confirmatus et consecratus fuit domi- nus frater Henricus de Stritberch in episcopum ecclesie Sambiensis*. 12. utrx Item a. d. mcclviii. it ydus Marcii fratres Anseimus Warmiensis et Hey- denricus de ordine predicatorum Culmensis ecclesiarum episcopi electi arbitri inter dominum Henricum Sambiensem episcopum et fratres de Prusia, pro- nunciaverunt , quod fratres sccundum ordinaciouem sedis aposlolice, tcrram Sambie, que tunc inhabitabatur, dividcre debercnt cum predicto episcopo Infra mcnsem , et cetera omnia, proul inslrumento super hoc confeclo plenius conlinetur*. Min Item sub a. d. mcclviii. Mense Marcii fratres ad nutum dictorum arbitro- rum diviserunl terram Sambiensem in tres partes et dominus Henricus episcopus Sambiensis elegit iilam partem, que Quedenov nuneupatur5. n. Min Item a. mcclviii. v ydus Marcii predicti domini episcopi arbitri concordave— runt ipsum dominum Henricum Sambiensem cum fratribus super divisione caslri et tocius montis castrensis et super debitis ducenlaruiu marcarum et aliis nnultis causis, que in hoc instrumenlo suntb conseripte8. K. Apru Item a. d. mcclvii xvih kalendas Maji frater Gerhardus de Hirzbere scribit in suo instrumenlo, quod concordaverit cum predicto Heiirico episcopo Sara- biensi ex parte fratrum de Castro Kunigsberg et reliquis ateis per ipsum divisis t) qumrto InaUntia Cod. quarto die itutantia Julii ürk. too 1243 b«i Dr«t*r 2, 158. Act. Bor. II, p. 4M. b) .«*«..« MS. 4) Vgl. z. Cap. 6,a. 4 334. i) Vgl. Cap. 3,a. 4 336. 8J Schon vor Heinrich von Slrittberg gab es Tilularbischöfe von Samland. Ein solcher war der Minorit von Deyst, Rath und Kaplan des Königs Wilhelm von Holland, der 4 2:4 das Bisthum LUbeck bekam (über ihn vgl. ausser den Nachweisungen bei Voigt 9, 93 Anm. 2: Wendenchrouik bei Grautoff 4, 4 32 und die ürkk. bei Matth. Annal. III, 457, Meermann Ge- schiedenes etc. V, 462, Riedel Cod. dipl. Brand II, 4 p. 80), ein zweiter, Theodorich kommt als samiändischer Bischof vor in Urkunden von 4 252 und 4235 Cod. dipl. Lubec 4, n. 484 und 220. Ein Hermann quondain episcopus Sambiensis kommt als Stellvertreter des Krzbi- schofs Siegfried von Cöln iu spirilualibus 4237 vor. Lacomblct ürkk. des Niederrheins II, n. 750 Not. 4) Vgl. Cod. Priiss. I, n. 4 4 3, wo das Datum MCCLIIIIto Idus Marcii nach dem Canc nicua zu verbessern ist. Geogr. 430 f. 5) Vgl. Cod. Pruss. I, n. 4 46 (actum mense Marcii, datum V Nonas Maji). 6) Vgl. Cod. Pruss. I, u. 4 4 4. Digitized by Googl EPITOME (JESTORÜM PRUSSIE.' 2S9 cum aliqua parte lerre circumdantis, que se usque ad duo dimidia miliaria* ex- tendunt, et alia, que in eodem instrumento plenius sunt conscripta'. Item dictus frater Gerhardus scribit in quodam instrumento, quod sub anno domini mcclvii xviu kalendas Maji concordaverit cum supradicto Henrico t*. April Sambiensi super molendinum ante Castrum Kunigsberg, et quod idein dominus episcopus dederit fratribus dicti castri allodium in fundo ecclesie sue Quene vel Deinen , ita quod ipse episcopus simiiiter in diclo fundo sibi et suis successori- bus posset allodium instaurare et cetera , que iu ipso instrumenta sunt con- scripta b 2 . Item frater Gerhardus scribil in alio instrumento , quod sub anno domini hcclyiii a fihali funiculo pristine divisionis aeeeptaverit lxxx funiculos versus descensum Prigore , qui exlendentur a Prigora versus terram Sambie ad dimi- dium miliare. E contrario domino episcopo predicto assignavit i. funiculos versus ascensum Prigore, qui simiiiter se cxlcndent a Prigora versus terram Sambie usque ad dimidium miliare*. Item dictus dominus Henricus episcopus Sambiensis prolestatur in suo instrumento, quod sub anno- domini mcclxuii mense Julii contulerit fratri-juü bus partem, que ipsum nomine eeclesie sue in Wiclandesort contingebat, et' quod fratres tantundem spacii et tres mansos pro sua ecelesia edificanda pro- miserunt*. • Item sub anno domini mccxcii tu ydus Aueusti dominus Christanus successit7. Aufwt domino Henrico sepedicto et jam defuneto in episcopum Sambiensem. Item idem dominus Christanus elegit prelatos duos et quatuor canonicos in ecclesiam suam Sambiensem, et promisit eis totam poikam Quodenow sub anno domini accxctiu vu jdus Aprilis. Item a predicto domino Christano non invenio?. April plures Hieras in ecelesia noslra*. Frater Conradus de Vuchwangen profitetur in suo instrumento , se morluo domino ecclesiam Sambiensem incorporasse ordini et canonicis aliqua statuta fecisse, et hoc sub anno domini mccxcvi m kalendas Maji6. u'mm"' Item dominus Syfridus successit domino Christano et idem dominus Sy- fridus sub anno domini mcccii misil canonicos in corporalem possessionem cathedra Iis ecclesie in Kunigisberg et assignavit eis inlegram polcam de Quedenow et hoc sub anno domini mcccii 1 m ydus Januarii. Item eodem anno 11. j»nu«r vjii die Aprilis dominus Ysa raus archiepiscopus confirmavit facta dicti domini s- apöi Syfridi7. Item fraler Meynhardus in suo instrumento profitetur se sub anno domini mccxctii viii kalendas Aprilis cum domino Sjfrido et suo preposito Theodorico etgJ-JJJJJ aliis suis canonicis fecisse permutationem silve Wogrim pro spaeio, in quo sita est domus domini Szconewic et pro silvis adjacenlibus Wisserai et Royge, cum ») miliaria »e M8. b) conwipU M8. c) MCCXCII M3. IMi muih der Vrkuudf. 1) Vgl. Dreger n. 890. ij Vgl. Dreger 11. 389, wo hei dem Datum XVIII vor Kalendas feliH. 3) Vgl. Dreger n. 304. 4) Vgl. Dreger n. 367. 5) Vgl. Gebser Gesch. d. Domkirche S. 48. «) Vgl. Gebser S. 39, wo das Datum III Idus Maji beisst. 7} Vgl. Gebser S. 61 und Cod. Pruss. II, n. 43. Script, r. P. I. f9 III. CANONICI 8A.MBIENSIS EPITOME GE8T0RUM PRÜSSIE. tarnen ecclesin domum Vyscbusen diu ante letnpora domini Syfridi pacifice edi- ficaverat et possedit. In eodem instrumento receperunt fratres dimidium molen- dinutn, ipso episcopo volonte vel nolente1. Item frater Ludewicus de Schip pro6tetur in suo instrumento, se cum do— 13. jmuw mino Theoderico preposito et toto capitulo sub anno domini Ucee in octava epy- phanie domini pcrmulasse Raxilen et Awauken pro Wyskayne et Suriene , cum tarnen et iilo et iste fuerint ecclesie ab antiquo*. Item frater Conradus Saccus profitetur, se in suo instrumento et cedula sub 10. 4«iu*r auno domini accem iv ydus Januarii conmutalionem fecisse allodii pro curiis et spacio inter plancas*. Vgl. Cod. Prags. II, n. 95, wo aber das Datum VIII kal. Novemb. lautet Hiät.-comp. Googr.^S. 138. Die Urkunden der beiden letzten Vertrage sind nicht bekannt geworden Digitized by Google IV. DI ERONIKE VON PRUZINLANT DBS NICOLAUS VON JEROSCHIN. HERAUSGEGEBEN VON ERNST STREHLKE. EINLEITUNG. Die Chronik des Landes Preussen, welche Peler von Dusburg im Jahre 1326 dem Hochmeister Werner von Orseln Uberreichte , ist , wie in der Einleitung zu derselben (oben S. 7 ff.) näher begründet wurde, ein Werk, worin die Absicht, das Gedächtniss des Geschehenen zu Uberliefern , in hohem Masse nach einer religiös -ascetischen Richtung hin durchgeführt ist. Die Wunder, welche Gott durch den deutschen Orden in Preussen gethan hatte, sollten berichtet und ebenso im Ganzen als im Einzelnen dargethan werden , wie gerade die Obser- vanz dieses , schon im alten Testamente priklestinirt gefundenen Institutes eine zur Erlangung des himmlischen Heiles vorzüglich wirksame sei und die besondere Verehrung seiner Patronin, der Jungfrau Maria, vor allen eine sichere Hülfe gegen die Gewalt des Büsen. An der Verbreitung und Kräftigung solcher Anschauungen, namentlich unter den Gliedern des Ordens selbst, musste den Leitern desselben vornehmlich ge- legen sein. Voigt fjahrbücher Johannes Lindenblatt's u. s. w. Königsberg 1823 Einleitung S. 18) führt aus allen Verzeichnissen an, dass sich in den Bibliotheken vieler Ordcnshüuser in Preusseu unter anderen deutschen Büchern , wie dem auf Bekehrung eines Heiden bezüglichen von >Bnrlaam und Josaphat«, dasje- nige »vom Roland« befunden habe. Die Beschäftigung mit derartigen Werken mochte im Allgemeinen dazu dienen, die Ideen des geistlichen Ritterthumes in den Ordensbrüdern zu beleben und ihre Begeisterung zu Glaubenskampf und Märtyrertod rege zu erhalten. Nach jener besonderen Richtung aber zu wirken, war Dusburg's Werk vornehmlich geeignet , wenn es jenen , welche grössten- teils ohne Zweifek der lateinischen Sprache nicht macht ig waren , durch eine deutsche Uebersotzung zuganglich gemacht wurde. Für eine .solche lag die Wahl der leicht dem Gedächtnisse einzuprägenden Form episch -poetischer Rede zu damaliger Zeit sehr nahe, seit nach dem Vorbilde der Kaiserchronik aus der Mitte des xir. Jahrhundertes an den verschiedensten Stellen Deutschlands in wachsender Anzahl Reimchroniken verfasst worden waren, welche dem stets <) Vgl. besonders III cap. sein eigenes »ich«, und wird sein Digitized by Google KRONIKE VON PRUZINLANT. 293 Ausdruck schwungvoll; einmal in einer Aufforderung zum Kampfe gegen die Heiden (p. 101 d ff.) unterbricht er sogar in sonst ungewöhnlicher Weise das epische Veranlass der kurzen Reimpaare und lässl der lyrischen Stimmung auch durch den Bau eigener Strophen ihr Recht widerfahren. — Wir dürfen hoffen, dass anch in dieser Rücksicht Jcrosehin's Werk den Freunden unseres Unternehmens eine nicht unw illkommene Gabe sein werde. — Den hohen Werth, welchen die Reimchronik aber in anderer als den bisher hauptsächlich berührten Beziehungen, nämlich in sprachlicher besitzt, zu- erst in seinem ganzen Umfange erkennend, hat Professor Franz Pfeifler, der sich schon früher um die Geschichte der Ostseelande durch die Herausgabe der In- ländischen Reimchronik (erschien Stuttgart 1844) verdient gemacht hatte, in neuester Zeit demselben ein umfassendes Studium gewidmet und die Resultate des letzleren nebst Fragmenten aus Jeroschin veröffentlicht in dem Werke: Bei- lrage zur Geschichte der mitteldeutschen Sprache und Literatur. Die Deutsch- ordenschronik des Nicolaus von Jeroschin. Ein Beitrag zur Geschichte der mit- teldeutschen Sprache und Literatur. Stuttgart. Franz Köhler. 1854. 8°. LXX1I und 316 Seiten. Der Herausgeber des Jeroschin bekennt gern, dass er bei der Bearbeitung des Textes in vielen Dingen an diesem Buche einen trefflichen Führer gehabt hat. — Pfeiffer giebt in der Einleitung (I — LXXII) Mittheilungen über die dia- betische und individuelle Redeweise des Dichters, über seine Verskunst, z. R. ausführliche Zusammenstellungen über seine Reime; eine vollständige Uebersichl seines Vocalismus und Consonantismus, insoweit sich dieselben von der mittel- hochdeutschen Sprache unterscheiden ; auf S. 3 bis 1 1 i zw er und fünfzig grössere und kleinere Abschnitte aus dem Werke ; endlich und vor allen auf S. 115— 315 ein Glossar mit einer grossen Anzahl von Belagstellen, aus dem ganzen Umfange des Werkes zusammengetragen. J)ie bequeme Vergleichung mit dem diesen Band eröffnenden Originale w ird dem Lesersin unserer Ausgabe über manche Schwie- rigkeit hinweghelfen; manches, was der das YerhUltniss zu anderen deutschen Sprachdenkmälern des Mittelalters specicll berücksichtigende Sprachforscher als eine ungewohnte, neue Erscheinung anmerken musste, wird ihm, da es gang und gäbe geworden , leiebt verständlich sein. Bei der Erklärung seltener und fremdartiger Ausdrücke konnten wir in den bezüglichen Noten häufig Pfeiffer folgen. Den Bewohnern der Provinz Prenssen wird übrigens mancher aus der heute noch daselbst üblichen vulgären Sprache nicht unbekannt sein. — Wie über die Persönlichkeit des Peter von Dusburg ist uns über«diejenige des Nicolaus von Jeroschin nur das Wenige bekannt , was er selbst von sich angiebl. Er sagt V. 304 ff., dass er »wenig deutsch könne», nur wie ihn die- jenige lehrte, deren Milch ihn nährte und dass auch seine Rede unhöfischer Art sei. Jedenfalls verstand er also das Deutsche von frühester Jugend an, daneben aber wohl auch das Polnische, wie denn sein Familienname, obwohl bereits durch germanischen Umlaut umgewandelt , die slavische Abstammung nicht verkennen lösst. Einmal (Cap. 1<>9. pag. 102 c) gebraucht er ohne besondere Veranlassung mitten inne für »propugnaculum« ein slavisches Wort »ozzek« (das im Polnischen jetzt freilich nicht mehr gebräuchlich durch >zasiek< ersetzt wird), von >sieke« ich haue und >o< umher, der Verhack, Verhau, wofür er sonst >hagen< anwendet. Als Ortsname ist dieses ursprüngliche Appellativum durch alle Län- der, welche jemals slavischcr Zunge waren, sehr häufig anzutreffen. Pfeiffer vermuthet aus der bereits erwähnten Fülle sonst in der Litleratur 294 NICOLAUS VON JEROSCUIN nicht anzutreffender Wörter bei Jeroschin , in welchen sich die Redeweise der niederen Stande erkennen lässt, dass seine Amme oder Mutter diesen angehört habe; auch Hanow (Nachricht von Nicolai Jeroschin s gereimten Preuss. Chronick und deren Unterscheide von der Düszburgischen, Preussische Sammlung U, 69) sprach schon , obwohl die von ihm angeführten Beispiele nur zum Theile pas- sen, von den »vielen gemeinen pöbelhaften Wörtern und Ausdrücken' unseres Dichters. Ortschaften, welche den Namen Jaroschin oder einen ähnlichen tragen, finden sich in nicht sehr bedeutender Entfernung von dem Ordenslande meh- rere; ein Jaroschin in Oberschlesien im Kreise Rybnik1 ; ausser zwei Jerzyn im Regierungsbezirke Posen eine Stadt Jaroczyn (Jarocin; zwischen Kroloszyn und der Warthe im Kreise Pieschen2, welche ehedem zu deutsch Kesselberg hiess: 1369 Mittwoch nach S. Michaelis (3. Octobeiy (rügt zu Oels ein gewisser Beniak von Kesselberg sein Schloss » Kesselberg oder Jaroczyn* dem Herzoge Konrad U. von Oels auf8; im Regierungsbezirke Bromberg im Pfarrsprengel von Fordon, Kreis Bromberg, Jarusxyn ; im Kreise Schubin, Regierungsbezirk Bromberg, Ja- ruzyn (auch Jamsiyn) * ; endlieh im Kreise Johannisburg, Regierungsbezirk Gum- binnen, also in Preussen selbst, ein kölmisches Dorf Jerosehen*, sowie Jersen, ein Stück Land bei Kulm*. Pfeiffer, der nur die beiden im Rybniker und Schubiner Kreise belegenen Ortschaften heranzog, glaubte, besonders mit Rücksicht auf den Umstand, dass Oberschlosien rechts der Oder sich von frühesterZeit bis zum heutigen Tage des Deutschen beharrlich erwehrt hat und wegen der Nahe an Preussen sich für das letztere entscheiden zu müssen ; dieselben Bedingungen gelten aber auch für Jaruszyn im Bromberger Kreise; zudem sind uns Nicolaus von Jcroschin Jugcndschicksnlc unbekannt. — Von einen» Geschlechte »von Jarossiw finden wir gleichzeitig mit unserem Dichter, 1331, zwei Mitglieder in der Stadl Peisern (polnisch Pyzdry , an der Warlho, in Russisch Polen , nahe der preussischen Grenze, vier Meilen nord- westlich der genannten Stadl Jaroczyn im Kreise Pieschen, gelegen). Unter den von dem Grafen Titus Dzialyitski (Liles ac res gestae inter Polonos ordinemque crueiferorum. Posnaniae. 1855. 4". 1, 284 f.) herausgegebenen Aussagen der von den pübstlichen Nuntien 1339 gegen den Orden vernommenen Zeugen befindet sich die Angabe des Lxxmten , nämlich eines Priesters Johannes , Sohnes des Conrad von Jarossin , dass er bei der Annäherung des Ordensheeres an Peisern (vgl. Voigt. G. Pr. IV, 490) in den Wald geflohen sei und dass unter den von demselben Erschlagenen sein Bruder Paczold gewesen sei. Einen Zusammenhang des Nicolaus von Jcroschin mit dieser Familie oder gar mit den im zvu. Jahr- hunderte in Schlesien genannten Freiherren von Jaroschin im llerzoglhume Op- peln vermögen wir nicht nachzuweisen. P. 428 d. scherzt Nicolaus über seinen kahlen Kopf. Da er bienach zur 1) Statistisch-lopogrnphischo l'ebersicht des Departements der kgl. preussischen Regie- rung ZU Oppeln 18« 9. \°. S. 86. 2) Verzeichnis» satnmtlicher Ortschaften des Regierungsbezirkes Posen. 1815. 49. S. 476. 3; Joh. Sinapius, Schlesischer Ciiriositaten erste Vorstellung, darin die ansehnlichen fieschlechtcr des schlesisrhe n Adels beschrieben .... werden. Leipzig 1720. 4". I, 509. 4) * Verzeichnis« aller Ortschaften des Bromberger Regierungsbezirkes. Bromberg 483t. 4<\ S. 5. 100 ; Holtmann, Verzeichnis* sämiutlicher Ortschaften des Regierungsbezirkes Brom- berg. Bromberg 18*50. 8°. 8. 16 und 146. 5) U. Meyer, Topographisch-statistische Ueborsicht des Regierungsbezirkes Gumbinnen. Inslerburg 1839. 4*\ S. 9t. 6) Topographisch-stalistisch-gcogrnphiscbes Wörterbuch der sammtlichen preussischen Staaten. Halle 1798. V, 96. Digitized by Google KRONIKE VON PRUZINLANT. 295 Zeit der Abfassung seiner Ueberselzung wahrscheinlich schon in vorgerückterem Alter stand, so wird es unmöglich sein, ihn noch in dem hochnieisterlichen Ka- plane Nicolaus wiederzuerkennen, welcher bei Voigt Cod. dipl. III, 177 in der Handfeste Winrich's von Kniprode für Rastenburg d. d. Uastenburg 1378 S. Joh. Chrysoslomi (87. Januar) und in der im Danziger Archive befindlichen Handfeste desselben Hochmeisters für Heia d.d. Marienburg 1378 Dienstag nach Marien Him- melfahrt (17. August) alsZeuge erscheint. In älteren hochmeisterlichen Urkunden werden sonst die Kapl.lne oft erwähnt und zwar meist als mit einer Domhcrrn- pfrttndedes samländischen oderpomesanischen Hochstift es ausgestattet ; solche, in denen Nicolaus von Jeroschin vorkäme, sind jedoch noch nicht bekannt geworden. Die Mundart, in welcher Nicolaus von Jeroschin schreibt, steht in der näch- sten Beziehung zu denjenigen , welche in Mitteldeutschland , also den thüringi- schen , hessischen , nordfränkischen , obersächsischen Landen üblich waren , als Ausgleichungen und von beiden Seilen beeinflusste , mehrfach verschieden nuancirte Vermittelungen des Ober- und Niederdeutschen. Auf dem Mittel- deutschen erwuchs bekanntlich , zumeist durch Luther's Bibelübersetzung ent- wickelt, die neuhochdeutsche schriftgemässe Sprache, das »hoch« nicht mehr im localen , sondern im bürgerlichen Sinne genommen , die der Gebildeten im Ge- gensatze zu den Dialecten. Wenn aus den verschiedenen Gegenden Deutschlands zur Kriegshülfe und zu friedlicher Ansiedelung Schaaren nach Preussen strömten, so mnsste die Redeweise der vorzugsweise zahlreich aus jenen mittleren Her- beigekommenen, welche zwischen dem Hoch- und Niederdeutschen stehend nach beiden Seiten hin Anknüpfungspunkte bot, in dem neu colonisirten Lande das Uebergewicht gewinnen. Die consonantischen Verhältnisse des Mitteldeut- schen bei Jeroschin sind im Ganzen die des Mittelhochdeutschen, jedoch findet sich auch mitunter nach niederdeutscher Art z. B. I für z, d für t, ch für g u. s. w. Wir müssen wegen des Näheren auf die erschöpfenden Zusammenstellungen bei Pfeiffer LXIII— LXIX verweisen, welche aus einer Fülle beweisender Reime ent- lehnt sind ; ebenso wegen der Vocale und ihrer Beziehungen oder Vertauschun- gen miteinander daselbst auf LVlff. Hier gleicht dem Niederdeutschen u.a. auch das häufige Aspiriren des >e« in »er*, zu »her*. Der Dialect ist ärmer an Verschie- denheiten der Vocale, als das Hochdeutsche; er ersetzt z. B. des letzleren Um- laute und Diphthonge »tt«, >iu«, »uo«, »üe« durch das einfache >u< oder >o<; vermeidet, darin dem Niederdeutschen ähnelnd, Uberhaupt gern Diphthonge (z. B. vornehm- lich >ie« wofür er •!< hat) , aber auch die Umlaute, ausser bei >a<. Was jene Iden- tität des Dialectes mit dem mitteldeutschen betrifft, so bemerken wir hier, dass ebenso wie bei Jeroschin «. B. in der übrigens etwa ein Jahrhundert späteren Thüringischen Chronik des Johann Rothe (f 4 434) , herausgegeben von R. von Liliencron als HL Band der thüringischen Geschichtsquellen. Jena. 1859, das tonlose >e< in den meisten Fällen durch >i< ersetzt wird ; dass auch bei diesem die Umlaute (ausser e) vermieden werden, und >u< an Stelle des mittelhochdeut- schen >u« und »ü< sowie aller daraus gebildeten Umlaute und Diphthonge , tritt, ferner für den mittelhochdeutschen Diphthong »ie< >i< geschrieben wird. Wenn Rothe auch nur in vereinzelten Fällen die Vorsilbe >ir« statt >er», wie Jeroschin durchgehend, bietet, so stimmen sie wiederum in dem alleinigen Gebrauche von »vor« statt »vor« überein : das Wort »gegen« lautet bei beiden mit »k< an, für >odir« findet sich >adir«, >t« erweicht sich noch >e< häufig zu >d«; anstatt »er« schreibt Rothe steta »her«, wie die Harnisch riften dos Jeroschin in einzelnen Fällen bieten ; bei bei- den ist in den betreffenden Formen der schwachen Verba der Rückumlaut durch- Digitized by Google 296 NICOLAUS VON JEROSCHIN geführt, u.a. Verwandtschaften mehr, auch der Syntax, z.B. die ausgedehntere Verwendung von »werden, als Hülfszeitwort z. B. in .ich wart sehen- d. i. »ich begann zu sehen« u. s.w. Von Pfeifler ist nach der oft citirten Einleitung eine ausführliche Darlegung der mitteldeutschen Lautlehre und im Besonderen ein genauer Nach- weis derUebereinstimraung der preussischen Mundart mit joner zu erwarten. — Ganz consequent sind freilich gewisse Eigentümlichkeiten der Mundart in den Handschriften unseres Autors nicht durchgeführt, z. B. die Anwendung des >i< in Ableitungssilben statt >e«, sogar in aufeinander reimenden Wörtern ; beson- ders häufig hat das Substantiv >i< , das vorangehende Adjectiv >e«. Um das Bild hier nicht durch eine jenen fremde Gleichförmigkeit zu trüben, wurden, wo die beiden ältesten Handschriften übereinstimmen , solche Abweichungen (z. B. auch >ie< stall >l<) beibehalten, wahrend, wo auch nur eine überhaupt die mittel- deutsche Form giebl, diese in den Text gesetzt wurde, ohne dass im Einzelnen darüber Rechenschaft abgelegt würde. Aehnlich wurde in anderen Füllen, z. B. wegen des allgemeinen Relativs verfahren, das heiUebereinstimmung der Hand- schriften in der moderneren Form »wer« u. s. w. gegeben wurde; wo auch nur eine »swen, die vollstiindigere ältere, hat, in dieser. Die Handschriften verdop- peln ferner oft nach kurzen Vocalen dieConsonanten, was sonst eine Eigentüm- lichkeit der niederdeutschen Mundart ist. Da sich hiebei aber in ihnen eine sehr grosse Willkür zeigt, auch die Laute bei richtigem Lesen des Textes, nämlich mit Berücksichtigung der Längen und Kürzen, durch jene Geminirung nur eine sehr geringe Aenderung der Aussprache erfahren würden, so durfte im Allgemeinen davon abgesehen werden. In manchen Fällen könnte allerdings die Verdoppelung als eine organische erscheinen, z.B. in redde, reggen, lengge, liggen u.dgl., wo ein früher vorhandenes »j« dieselbe bewirkt haben könnte. In unzähligen ande- ren ist sie es aber nicht (enggil, mitlidiggem, ruwigge, sigge (victoriae), oddir, widdir, capillil, wegge (viae), irbibben, eddelinc, nbbir, bittirlich, siddir, her- zogge, vridde, in Namen: Naltangin, Attrebato u. s. \v., wo sie bloss graphisch die Kürze des voraufgehenden Vocales ausdrückt. — Wechselnd mit >6< musste ferner in gleichem Wert he der Diphthong »ui«, welcher auch sonst in preussi- schen Sprachdenkmälern oft vorkommt, wo kein Zusammenhang irgend welcher Art mit eintm »i« im Mittelhochdeutschen stattfindet, in den Text gesetzt werden, wenn mehrere Manuscripte ihn boten. Sogar aufeinander reimende Worte fin- den sich in den Handschriften das eine mit >u< das andere mit >ui«, >uy< geschrie- ben. Dieses »ui< ist ein entschieden niederdeutsches Element, wie auch eine Vergleichung des heutigen Holländischen zeigt : findet sich jedoch im Anfange des xiv. Jahrhunderts auch in inittelrheinische Sprachdenkmäler eingedrungen. — Einer besonderen Hechtfertigung bedarf jedenfalls nicht, dass wir, ob- wohl Jeroschin die ursprünglichen Quantitäten verwischt, indem er lange mit kurzen Wurzelsilben bindet , die allgemein angenommene Art der Bezeichnung durchführten , wodurch die Erkennung seiner der mittelhochdeutschen Art ent- gegenstehenden Eigentümlichkeiten erleichtert wird. Die Regeln, welche Nicolaus von Jeroschin als die für ihn bei dem Baue seiner Verse massgebenden aufstellt (V. 536 ff. 294 ff.) sind seil Hanow und Pisanski (Ent- wurf der preussischen Lilterargeschichte. Königsberg. 1 791 . S. 77 f.) zu wiederhol- ten Malen Gegenstand besonderer Betrachtung gewesen, indem dergleichen direcle Zeugnisse aus den Zeiten der ßlüthe der mittelhochdeutschen Dichtkunst und der unverdorbenen Ueberlieferung der Kunst gar nicht vorhanden, aus späteren, in welchen geschicktere Dichter einer einbrechenden Barbarei sich bewusst ent- Digitized by Google KRONIKE VON PRUZINLANT. gegenslellten, auch nur vereinzelt überliefert sind. Zuletzt hat sich nach Pfeifler Karl Bartsch {»Die metrischen Regeln des Heinrich Hesler und Nicolaus von Jero- schinc in der Germania. Vierleljahrschrift für deutsche Alterthuraskunde; her- ausgegeben von Franz Pfeiffer., i. Jahrgang. Stuttgart. 4856. 8". S. 492—202) eingehend damit beschäftigt , indem er zur Vergleichung und Erläuterung die- jenigen Grundsätze herbeizog , welche Heinrich Hesler, der wohl etwas früher als Jeroschin (Bartsch setzt ihn in das Ende des xm. Jahrhunderts) gleichfalls in Preussen schreibende Verfasser einer poetischen Paraphrase der Apocalypse als die seinen in dieser Beziehung angiebt (die betreffenden Verse zuerst heraus- gegeben von Karl Koepke im Neuen Jahrbuch der Berliner Gesellschaft für Deut- sche Sprache X, 88—89; dann bei Bartsch 494— 496). Es bleiben indess hierin immer noch einige Dunkelheiten zu beseitigen. Jeroschin setzt für seine Verse, welche, abgesehen von den oft angewen- deten Reimhäufungen und jener einmaligen Unterbrechung durch lyrische Stro— pbengebäude, die alten kurzen Reimpaare der epischen Poesie sind, die Länge von sechs bis neun Silben fest (V. 249 ff. 294 ff.). Dass er nach Silben zählt, zeigt noch nicht etwa ein Verlassen des uralten Gesetzes der Hebungen dieses »gilt ihm wie allen früheren Dichtern ; nur sucht er jeder Hebung eine Senkung beizufügen« , ein Bestreben , worin die Königsberger Handschrift noch weiter geht, als die ältere Stuttgarter. — Für je ein Paar Reime (»lies bedeutet sowohl Reimworte alsReimzeileu d. i aufeinander reimende Verse) verlangt er Gleichheit (damit kann hier aber wohl nur Entsprechendheit , Aehnlichkeit gemeint sein) der Länge, des Sinnes und des Lautes (V. 240 ff.) , letzteres im speciellen Be- züge auf tüe Schlusssilbcn. Er sagt, viele Wörter würden gleich geschrieben, aber nicht gleich ausgesprochen ; diese müsse man nicht binden. Was er jedoch eigentlich gerade hiemit meint, ist nicht recht ersichtlich, da er unbedenklich ursprünglich kurze mit ursprünglich langen Vocalen bindet (oft sogar stunl: stont; stat:stat; namen : nihuen u.s. w.), wie ein Blick auf jede Seite des Textes lehrt. Hesler erklärt dies noch für entschieden verwerflich. Bartsch denkt an Worte wie >vrten< und »jen«, die allerdings in den Handschriften als »vrien« »ien< erscheinen. Dieser Fall ist jedoch wohl zu selten, um das Aufstellen einer be- sonderen Regel zu erklären , welche ohnedem überflüssig wäre , da die Aus- sprache kaum einen Anhalt für den Reim gäbe. Daran , dass Jeroschin gegen ein Binden von Endsilben mit Wurzelsilben im stumpfen Reime spreche, isU auch kaum zu denken ; wenigstens reimt er im stumpfen Reime lange Silben auf ursprünglich lieftonige und sein Verknüpfen langer Wurzelsilben mit kurzen im klingenden Reime lässt auf ein Verrücken der Verhältnisse des Tieflones überhaupt schlicssen. — Dass die Reimzeilen, abgesehen von dem willkürlichen Auftacte meist nur um eine Silbe in der Länge differiren, ist allerdings bei un- seren Autor zu beobachten. Der Ausdruck , die Länge beruht auf der Zahl der Silben (diese »hält« jene, Vers 247), soll eben nichts Neues lehren, sondern er- scheint fast nur wie eine Gleichung; 248, ist ein umschriebenes: >das heissl», und nimmt dasselbe Wort aus der Dispositionsangahe in V. 244 zur Einzelaus- führung wieder auf. — Die eino Erklärung, welche Bartsch für die geforderte Gleichheit des Sinnes andeutet , dass die Wahl des Beimwortes gewissermassen von dem Sinne abhänge, also gewissermassen ein Ideennexus der reimenden Wörter gefordert werde, wio in der Alliteration bei »Haus und Hof« u.s. w., be- friedigt wohl nicht. Weiter sagt er : »Indess könnte das Verschneiden des Sinnes bei Nicolaus von Jeroschin noch eine andere Bedeutung haben ; es könnte sich Digitized by Google 298 NICOLAOS VON JEROSCHIN nämlich auf die Trennung von zusammengehörigen Worten durch den Reim be- ziehen, wie sie hauptsächlich zwischen Adjectiven und Substantiven vorkommt«. — Jeroschin verlangt nämlich, als nähere Erläuterung zu jener Einheit des Sin- nes, man solle denselben nicht verschneiden, d. i. wie Zeug durch falsches Zuschneiden und Anordnen verderben. Vielleicht warnt er hier vor dem Ein- fügen eigentlich dem Inhalte fremder, durch ein zufällig sich darbietendes Reim- wort veranlasster Einschiebsel. Jedenfalls hat er sich hievon , was auch bei einer Uebersetzung höchst schwierig war, nicht ganz frei gehalten. — Weiter erlaubt er sich bisweilen , wie er sagt , zwei kurze Silben nach der Stuttgarter Handschrift auf eine lange zu stürzen, d. h. folgen zu lassen, als Senkung; nach den Handschriften zu Königsberg und Heidelberg (vgl. auch Karl Frommann in Mones Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil 1836. 4*. Karlsruhe. S. 89} für (»vor«) eine lange zu >stürzen<, das wäre zusammenzudrängen , womit, da ihm die Hebungen Langen sind, weniger die Silhenverschleifung, z. H.bei »haben« zu dem Werthe einer Silbe , gemeint wäre , als die aber auch sonst gestattete Umbildung von Wörtern wie »segen , degen< zu >sein , dein«. >Kegn , kein , ken< (= gegoft) ist bei ihm sehr häutig. Jenes »of« ist dem »von wohl vorzuziebn. — Wie sehr Jeroschin , der trotz seiner oben berührten bescheidenen Aeusse- rung (V. 302 ff.) doch die feste Zuversicht verräth, dass sein Werk gelingen werde (V. 320 ff.) , die Sprache auch in Betreff der Fertigkeit im Reimen in der Gewalt hat. zeigen am "besten die von Pfeiffer (S. XLLX f.) aus unendlich vielen ausgewählten Beispiele von Reimhäufungen: er hat dreimal 4,5, 6,7, ja 40 Mal, bis zweimal drei, bis sechsmal vier, zweimal fünf Gleichklänge hintereinander; in dem Schlussspruche der ursprünglichen Chronik (d. i. vor den Fortsetzungen der Stuttgarter Handschrift) folgen sich je vier Reime auf >-ant«, >-ent«, »-int«, >-önt«, >-unt<; ebenso p. 474 b. je vier Reime auf »-arc«, >-erc«, »-irc«, *~orc«, »-urc«. — Ohne bemerkbar grossen Zwang drängt sich ihm diese sprudelnde Fülle von Gleichklängen in die Feder. — Der stoffliche Inhalt der Reimchronik hat bereits bei Gelegenheit des Ori- ginales von dessen Herausgeber die nöthigen Erläuterungen erhalten. Diese sind also stets bei der Benutzung zu Rathe zu ziehen. Es blieben nur noch ver- einzelte Bemerkungen nachzutragen übrig. Unter einigen Ergänzungen vor- nehmlich aus anderen poetischen Werken schien es besonders angemessen , in den Beilagen die wichtigen auf preussische Verhältnisse bezüglichen Stellen der livländischen Reimchronik anzufügen. — Von älteren Handschriften , d. h. aus dem xiv. und xr. Jahrhunderte, sind bisher vier und ein Bruchstück einer fünften bekannt geworden (von Dusburg keine) ; von neueren Abschriften erwähnt Pfeiffer S. LXX »mehrere« und werden unten noch andere genannt werden. 1) S. Die Handschrift der königlichen Privatbibliothek zu Stuttgart, die älteste , vollständigste und beste. Sie ist auch die Grundlage der Pfeiffer'schen Arbeit. Auf dem vorderen Deckelblatte innen , auf welches ausserdem ein Pa- pierstreifen mit einer gleichzeitigen Notiz Uber die Tannenberger Schlacht (1440) aufgeklebt ist, steht von einer etwa dem Ende des xni. Jahrhundert« angehan- gen Hand geschrieben : »Dieses Buch habe ahn her Johan Stephan Khayl ver- kauf!!. — Hanss Caspar Maienhofen.« Pfeiffer gieht an, dass die Handschrift an ihre jetzige Stelle aus der Deutschordensbibliothek zu Mergentheim gekommen sei. Schon der jetzt etwas unscheinbar gewordene Einband von carmoisinem Leder auf Eichenholz, welcher ehedem noch durch drei Spangen an jedem Deckel Digitized by Google KRONIKE VON PRl'ZINLANT. 299 geziert wurde (im xvu. Jahrhunderte ist er mit einem neuen Rücken verseben), bereitet auf die prächtige Ausfuhrung des Inneren vor. Jede Seite der 4 88 Perga- mentblatter in gross Polio, mit Ausnahme der letzten, ist innerhalb eines breiten Randes in zwei Columnen von je 38 Zeilen beschrieben, die GapitelUberschriften in rother Farbe. Jeder Anfangsbuchstabe einer Columne ist nach oben hinauf verlängert und zu sehr zierlichen und mannigfaltigen Formen stylisirt ; auch der Anfangsbuchstabe jeder gewöhnlichen Zeile ist Majuskel, jedoch nur in der Grösse der Textschrift. Die Initialen der einzelnen Capitel und der in manchen derselben sich absondernden Abschnitte sind mit sehr eleganten, sich längs des Textes hin- ziehenden farbigen Verehrungen geschmückt , stets ein solcher blau mit rothen Schnörkeln, der folgende roth mit blauen. Der Anfangsbuchstabe der zweiten Columne aufBlatt3, einJ, (Vers 334) erstreckt sich über die ganze Seite hin und ist sehr reich aber nicht sehr geschmackvoll mit einem grossen Vogel, Rankenwerk und Schnörkeln decorirt: ähnlichen Schmuck hatte, nach den Ueberbleibseln zu schliessen, das schon im xvi. Jahrhunderte (nach Pfeiffer LXXI beginnt eine Abschrift aus dieser Zeit auf dem königlichen Staatsarchive zu Stuttgart gerade mit Vers 4 45 , also dem zweiten Blatte unserer Handschrift) aus derselben aus- gerissene erste Blatt. Eino Hand des xvn. Jahrhunderts hatte, glücklicherweise nur bis II, 5 hin, die Handschrift durch Beischreiben der Dusburg'schen Kapitel- Uberschriften nach Hartknoch s Ausgabe und andere Bemerkungen zu verun- stalten begonnen. — Die Handschrift ist von einem gfeichzeitigen Correclor, der jedoch man- cherlei offenbare Versehen stehen Hess, durchgesehen worden und gewiss kein Autographon des Autors, wie manche jener Irrthümer, z. B. auch Auslassungen von Versen, zeigen ; gew iss ist sie aber noch im xiv. Jahrhunderle, etwa um die Mitte desselben, geschrieben worden. Wahrend die übrigen Manuscripte, so- weit sie bekannt geworden , nur die Dusburg'sche Chronik bis HI , 362 in der l'ebersetzung enthalten und dann mit der Schlussrcde endigen , ' ist dieser in dem Stuttgarter noch die Uebersetzung der zwanzig ersten Kapitel des Supple- mentes zu Dusburg und endlich noch eine wohl auch von Jeroschin herrührende Fortsetzung bis 4331 in zwei Kapiteln hinzugefügt, vielleicht ursprünglich deutsch gedichtet. Der Inhalt einiger Abschnitte daraus, in lateinischer Sprache, aber weniger vollständig und darum wohl als Auszug aus denselben aufzufassen, findet sich in einem höchst eigentümlich compilirten annalistiscben Werke zur Geschichte Preussons aus dem Anfange des xv. Jahrhunderts (1414 focht der Verfasser gegen Polen mil) in lateinischer Sprache, welches sich in einer merk - würdig entstellten Abschrift aus dem xvu. Jahrhunderte in dem Codex der her- zoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel Augustea 7. 44. fol. p. 474 ff. befindet. Zur bequemen Vergleichung mit Pfeiffer' s Citaten sind die Seitenzahlen der Stuttgarter Handschrift neben dem Texte angegeben ; die Columnen derselben durch die Buchstaben a bis d. 2) K. Die Handschrift der königlichen Bibliothek zu Königsberg Ms. fol. 1547, klein Folio auf Pergament , in ganz neuem Einbände, enthüll 246 Blät- ter, indem die nur 243 zählende, im xvu. Jahrhunderte geschehene Paginirung drei Zahlen, 66, 93 und 95 doppelt hat. Auf ein kurfürstliches Rescript vom 33. Juli 4698 wurde sie dem Hof- und Legationsrath von Seidel in Berlin für eine Zeit lang zum Gebrauche überlassen, indem derselbe den Jeroschin mit Anmerkungen herauszugeben beabsichtigte. Er starb aber darüber; nach den Preuasischen Sammlungen U, 65 hätte er dicBecension druckfertig hinterlassen. 300 NICOLAUS VON JEROSCHIN Später benutzte Johann Leonhard Frisch die Handschrift in Berlin , welche in- dessen in das Staatsarchiv gelangt, erst im Jahre 1774 vom Geh. Legationsrath Oelrichs hier aufgefunden und auf Ansuchen des späteren Gonsislorialralhes Pisanski (s. dessen Entwurf der preußischen Lilterärgeschiehte 1 , 79 f.) der Königsberger Bibliothek wiedergegeben wurde und daselbst von späteren Be- arbeitern und Freunden der preussischen Geschichte vielfach benutzt worden ist. — Die Handschrift ist jünger als die Stuttgarter, gehört jedoch jedenfalls auch dem xiv. Jahrhunderte an. Obwohl bei weitem nicht so prächtig als jene geschrieben, sieht sie dennoch mit dem breiten, leider bei einem früheren Ein- binden schon etwas beschnittenen Rande sehr stattlich aus. Jede Seile enthält zwei Columnen zu 32 Zeilen. Das G zu Anfang und noch wenige andere Initialen sind mit massiger Geschicklichkeil schwarz und roth ornamenlirt. Die Ueber- schriften und die Anfangsbuchslaben der Kapitel sowie letztere auch bei den innerhalb der Kapitel gemachten Abschnitten sind mit rother Farbe geschrie- ben. An vielen Stellen finden sich die Uebersehriften und einzelne Buchstaben am Rande in schwächerer Schrift noch einmal vor; der Schreiber des Textes zeichnete sie sich dort auf, um, wenn er die rothe Farbe zur Hand genommen hätte , alle Uebersehriften auf einmal hintereinander schreiben zu können. An den übrigen Stellen ist die Vorschrift ausradirt worden. Auch die paginirende Hand des xvii. Jahrhunderls hat den Codex durch einige Randbemerkungen ent- stellt. Er ist von einem gleichzeitigen jedoch nach einem anderen als dem der Abschrift zu Grunde liegenden Manuscripfe durchcorrigirt worden, wobei mehr- fach mit der Stuttgarter Handschrift übereinstimmende Lesarten entfernt wur- den. Die Ueberlieferung des Textes ist auch in der Königsberger Handschrift eine recht gute. Es wurde bereits ölten erwähnt , dass dieselbe häufig , obwohl nicht durchgängig, wo die Stuttgarter dem verskundigen Leser das Verschleifen von Silben u. s. w. Uberlässt, dies auch graphisch ausdrückt, dass sie auch durch Ausfüllen der Lücken zwischen zwei Hebungen (>unde< statt >und< u. s. w.) dem neu eindringenden Principe der Versbildung mehr Rechnung trägt , alter- tümlichere Formen häufiger durch die entsprechenden neueren ersetzt (>wen statt >swer<) ; sie verdoppelt ferner öfter als die Stuttgarter die Consonanlen nach kurzem Vocale. Zu ihren Eigenheiten gehört auch u. a. , dass sie stets >ken< schreibt, wo die Stuttgarter Handschrift kegn hat. Zur Probe sind bei den ersten hundert Versen alle irgend abweichenden Lesarten auch in Betreff der Orthographie , welche die Königsberger von unserem Texte bietet , angemerkt worden. Alle solche Abweichungen durch den ganzen Text hindurch vorzufüh- ren, würde wenig Gewinn gebracht haben ; es ist nur eine Auswahl des Wich- tigeren, besonders das die Substanz der Wörter Angehende gegeben worden. 2 a.) Eine Abschrift der Königsberger Handschrift ist die auf der Stadl- bibliothek zu Danzig (Politische Geschichte, 1, quartoE. 78) befindliche Papier- handschrift , welche Hanow zu seinem erwähnten Aufsatze aus der Bibliothek des Rathsherrn Valentin Schliofl", den» sie damals gehörte, leihweise erhielt. Schon das Wappen auf dem Einbände verräth den Entstehungsort. Der Titel lautet: »Preusch Cronica Nicolai ieroschin ein Caplan des xvi homeister hem Ditrich Burgraf von Aldenburg der ist gestorben 1341 iar wie sein leichstein auszweiset zu Margenburg in der grufl zu S. Anna Als ich selbs gesehen Jm 1560 Adi 24 und 25 Martii ; der leichstein war 12 Schuh lang und 6% schuh breit und gehet diese Cronica bis auf den xiiii homeister«. Die Schreiber sind der vqn Töppon (Historiographie S. 204) besprochene Christoph Falk undMwei Digitized by CjO KRONIKE VON PRÜZINLANT. 301 seiner Schiller. Falk sagt, er habe die Chronik den 8. November 1 557 zu schrei- ben angefangen »aus der alten Pergamen grossen Cronick, so ich von F. (Urstliciier) Gn.(aden) Canczlor zu leihen bequam a. 1557. Vollendel durch Michel Yos und Joachim Gros s. Alter im 12 Jahr und der andre im 13 jar Adi 16 Dec. in Kö- nigsberg Kneiphoff Ihrem Praeceptor Christophori (!). Falconi zu Forderung 1557 und ist über dieser Cronicka gleich 30% tag geschriben worden« n°. ^ 16. — Die Handschrift , noch dazu häufig unverstandig abgeschrieben , hatte für uns keinen Werth. — 3) B. ein halbes DIatt einer trefflichen Pergamenthandschrift aus der Biblio- thek Hoffmann's (von Fallersleben) in die königliche zu Berlin gekommen, da- selbst Ms. germ. fol. 725, etwa vom Ende des xiv. Jahrhunderts. Jede Seite ent- hält eine Columne von 32 Zeilen, die eine entsprechend Stuttg. S. 136 d »daz wirt uns ungelucke« bis 137 a >und slugin in der zit< die andere S. 137 c >do wart so luyte ir gebrach« bis >ein mechtig her, da mit er quam«. — 4) Im Jahre 1572 besass Melchior von Lesgewang eine Pergamenthand- schrift des Nicolnus von Jeroschin. Caspar Hennenberger (1561 — 1590 Pfarrer in [Preussisch] Muhlhausen) bemerkt in einem seiner Colleclaneenbände, welche sich jetzt auf der Danziger Stadtbibliothek befinden, daselbst I. E. folio 17, »1572 aus eynem alten Exemplar auf Pergament geschrieben, den edlen Melchior Lesxgewang gehörig, diesen Auszugk gemacht.« Hennenberger's Auszug, Bl. 1—63, z. Th. prosaisch, z. Th. in verderbter modernisirter Schreibung Verse des Ori- ginals enthaltend, endet mit dem Baue von Gilgenburg, wonach >finis» steht, bis wohin also die alte Handschrift auch ging. Die Schlussrede , welche ftir den Epitomator kein historisches Interesse hatte, wird darin nicht gefehlt haben. Bei der guten Ueberlieferung durch die oben genannten Handschriften durfte von Hennenberger's Arbeit abgesehen werden. — 5) H. der Sammelband der Universitätsbibliothek zu Heidelberg fol. 367, von Pergament, in Schweinsledereiuband aus dem xvii. Jahrhunderte, enthält auf S. 1— 172 b. die Beimchronik des Jeroschin (aufS. 192— 265 b. die livlandische Reimchronik von anderer Hand). Die Handschrift gehört etwa der Mitte des xv. Jahrhunderts an. Jede Seite urafassl zwei Columncn von je 40 Versen. Die abwechselnd roth und blauen Initialen am Anfange der Kapitel und sonstigen Abschnitte sind sowie der Inhalt der roth geschriebenen Kapitelüberschriften am Rande dem Bubricalor vorgeschrieben. Der Band ist beim Einbinden stark beschnitten. — Die Handschrift giebt schon eine schlechtere Orthographie als die oben genannten : »cz« statt »z< ; statt »kumin«, idisinm. dgl. zieht sie die gebro- chenen Formen >komin«, >desin< u. s. w. vor, schreibt meist >er« fUr >her< und um- gekehrt in niederdeutscher Weise , wie sie auch >da< und >do< confundirt ; statt >ofte< giebt sie »ufte« u. dgl. An sinnlosen Lesarten , aus der Flüchtigkeit des Abschreibers entstanden , ist kein Mangel , welche alle anzuführen, besonders wo der lateinische Urtext den Massstab für die Beurtheilung der richtigen gab, zwecklos gewesen wäre. In dem Bestreben , auch wie die Königsberger Hand- schrift einen regelmässigen Wechsel von Langen und Kürzen herzustellen, be- wirkt sie manchmal andere Resultate, üebrigens ist ihre Verwandtschaft zu derselben weit grösser, als zu der allen übrigen gegenüberstehenden Stuttgarter. — Eine moderne, nicht sehr genügende Abschrift der Heidelberger Handschrift befindet aich auf der königlichen Bibliothek zu Berlin Ms. Borussica folio 303. — 6) D. Die Papierhandschrift der königlichen Bibliothek zu Dresden in Kleinfolio, Ms. G. 38 a., in neuem prachtigem Ledereinbande. Sie ist im Inneren NICOLA!» VON JEROSC1IIN vorne und hinten stark durch Wurmfrass angegriffen. Auf dem oberen Schnitte ist die Marke «±> eingebrannt. Bis 1832 befand sie sich auf dem k. Archive zu Dresden. Sie enthält auf 425 Seiten , wovon die letzte nur zum vierten Theile beschrieben ist , die Chronik , wiederum ohne das Supplement. Die Seite ent- halt je zwei Columnen von 33 Zeilen von einer Hand aus der Milte des xv. Jahr- hunderts. Die Ueberschriftcn der Kapitel sind wie die Anfangsbuchstaben der- selben und der Abschnitte innerhalb der Kapitel mit roth geschrieben: der Anfangsbuchstabe jedes Reimpaares ist roth durchstrichen. Das G in Vers 1 ist reich mit Gold , aber etwas roh gemall. Die Blatter des ersten Custoden sind verbunden. Auf dem Vorstossblattc steht in Handschrift des xtii. Jahrhunderts : »Bruder Peters von Duisburg Preussische Chronika so durch des Hochmeisters Capellan Nicolaus von Geroschin in Teutsche Verse übersetzet« und darunter eine sehr rohe Zeichnung in Umrissen , welche einen deutschen Ritter zu Boss darstellen soll. Die Handschrift ist jedenfalls aus derselben Quelle als die Hei- delberger geflossen;» mit der sie sehr auffallige Fehler und Auslassungen gemein hat. — Die Sprachformen und die Schreibart der Dresdner Handschrift sind in hohem Grade verderbt ; zudem hat sich eine Fülle von geradezu sinnlosen Lesar- ten eingedrängt. Die Vocale >l< und >Q< treten bereits durchweg in dem spateren, aus Oest reich stammenden Gewände der Diphthongisirung auf, »ei« und >au<; statt >ei< steht >ai«, statt »ou< — »au«, statt >z< — >cz«, statt >b< — >p< (z.B. >pischolf<), statt »ch« — »qu«, Uberhaupt alles östreichische Eigenheiten; statt >otc steht ge- wöhnlich »halle 7) Eine Handschrift, welche Herr Ottmar Schönhuth zu Edel fingen im Königreiche Würtemberg besitzt, ist 1601 von dem Deutschordensritter Caspar von Flachsland, nach einer, wie letzterer mittheill, lange verborgenen Hand- schrift, die in seine Hand gekommen, geschrieben (>renovirt<) . Wir konnten leider keine nlihere Auskunft Uber dies Manuscript erhalten. Nach Schönhuth (im Anzeiger für Kunde des deutschen Mittelalters 1858 Nr. 10. October. S. 332 ff.) besteht es aus 273 Blättern in Folio, in zwei Spalten mit jo 30—32 Verszeilen beschrieben. Der Text steht auf 1—255; ein Register folgt auf fünf- zehn Blattern. Der Text ist in dem alten Dialecte abgeschrieben. Die gereimte Ueberschrift des Registers, die ersten 16 Verse und eine Nachrede des Ritters von Flachsland gleichfalls in Versen sind a. a. 0. bis 335 abgedruckt. — Aus welcher alteren Handschrift die Münchener (Cod. Germ. 233, nach dem Archiv der Gesellschaft für altere deutsche Geschichtskunde I, 421 früher: P. 228) vom Jahre 1702 hervorgegangen sei, vermögen wir nicht anzugeben. — Neben der guten directen Ueberliefemng durch Handschriften ist die oben S. 1 1 f. angeführte für Johann Dhigosz gemachte auszugsweise Rückübersetzung ins Lateinische ohne Werth. Das Manuscript, worin sich dieselbe befindet, ge- hörte der Familie Schottendorf inThorn und kam von dieser an die Strobande da- selbst. Oberflächlich beschreibt es Peter Jaenich, Nolitia bibliothecae Thoruniensis (in der es sich dann befand) in Georg Peter Schultz Gelehrtem Preussen. Thorn 1723. II, 223 f. Dass Jeroschin, wie Schultz selbst a. a. O. I, 17. 1722 nach ungenauer Kunde von diesem Manuscripte annahm, neben der Uebersetzung noch eine lateinische Chronik von Preussen geschrieben habe , bedarf bei der leicht ersichtlichen Entstehung dieser Vermuthung keiner besonderen Wider- legung. Die Handschrift, spater durch Dr. Lucas im Bernhardincrkloster zu Thorn aufgefunden, kam dann in das k. geheime Archiv zu Königsberg. — Digitized by Google KRONIKE VON PRUZINLANT. [l») Got vatir, sun, heiligir geisl, gewaldis, wisheit, gute meist du hast ob allen dingin. Ane dich volbringin 6 mac sich keinrehande schall. In gotllchir meistirschaft himil, erde, mens trän unde swaz bevangin han dl drl, mit wesins pflichte 10 von nichte du zu ichte gar gewerdin lize, iz swebe, lige, vlizc, vllge, loufe, swimme, kriche, slinge, wimme1 ; t5 swaz dt ist creatüre, gehöre und ungehure, weglich unde unweggellch, reglich unde unreggellch, dem hat dln trinitas gegebin 20 urhab, wesin unde Iebin. Dir, vatir, ist benant gewalt, dir, sune, wisheit zugezalt, gute dir, heiigem geiste, in gotllchir volleiste. 25 Di drl personen unzuslitzt sin ein got gotlich vorvitzt*, üz dem, durch den, in dem ursprinc genomin habin alle dinc. Got vatir mit gewalt urhab tl jj* allin cre'alüren gab; got sun in gotllchir wisheit mit wundirlichir undirscheit sl bildit unde formil ; got heiliger geist sl normit 35 in der naturen gräte*. Daz zimit gotis güte . Sus alle gescbafl volkomen stftt von dir, ö vrone trinifat, in wunderen gar ane zil, 40 wer iz rechte merkin wil. Unde ob al den wunderen hastü dir besunderen näch dlnes ratis milde in einer volge bilde 45 den menschin glich gelirmer* und des vornumft bevirmet* ob slner arte gradin mit sibinvaldir gnadin, dt dln geist tngeistit .so rnd allen menschen leLstit mit slner gäbin undirscheit icllchem, swl daz im beheit und er dl herze lütir weiz. owe1, nü hät der sundin eiz 55 bevlochlin miner seie gadim, daz des süzin geistis ädim UebCTtehrift: Einen alten Titel giebt keine Handechrift. 3 ding en K. 4 Volbringen K. 5 mag K. keinerhande K. 6 meictcnschaft K. 7 hymel K. 8 wti bcrangon K. II gc werden K. ffe weisen H. geweaen D. 12 iwebbe, Hggc K. 15 creatuire K. 16 gchuyr K. ungehuyre K. 17 uml K. 18 und K. 18 gegebn K. 20 wesen K. tebn K. 21 rater K. 23 hcilgetn K. 2fi Torrim K. Torulcit (NB. uleht vorliUl) H. Vriut D. Torlitrt Pf. 28 ge- Diuaen haben K. 27 28 nrapring : diug K. 29 Tater K.H. 30 alten K. H. 31 gutlicher K. H. 32 «undlrileherH. 33 tyk formet K. II. 34 heiiger K. tyk normet K. 3« timet K. eietnyt H. 37 al K. volkumen K. 3S) eil K. 40 ti K. merken K. II. 42 hatdu K. 43 rate» K. 44 vloge H. »olk* P. 45 mentchen K. 46 Tomunft K. • 47 lyner K. graden K. H. 48 iibbenetwas tenf ; jetzt freilich mit dem Nebenbegriffe >ganz lose« . Vgl. Vers 3264. Die Fitze in der Mark s. v. a. ein Gebinde Zwirn. — 3) Sonst das Grünsein. 4) D. i. terminavisti. 5) D. i. firmavisti. Dkjitized by Google 304 NICOLAUS VON JEROSCHIN von mir lenkit sine kuraft, da von ich stumpf bin au voniumft unde (unimir denn ein vi. *o Des big icli mlnes her/in kul dir, vil mildir got, mit vle\ daz du von allir sundiii wö min armiz herze heilis unde an genddin geilis 65 durch dlner tuginde gebot. Berüche mich, getruvvir got : Ii c) der vatir sende mir dl macht, daz iz werde vollinbrachl, des ich hl gedenke ; 70 des sunis wlsheit lenke mlne cranken sinne, daz ich vornumft gew inne ; ö süzir geisl, diu gute dl s«Me min durchvlüle 75 mich waschinde von erge, daz ich dir ein herberge muge sin nach dlnrc tust. Bewone, he>re, mine brüst mich seiielich irlüchtinde so und an genadin vüchtinde ; gib mir wäre wise wort, daz dich mtner zungen ort gelobe mit getichte, dar uf ich mich hi richte, 8& alse mir gebolin hat des gebot mir obe slät ! >Zeichin unde wundir höt 1 »getan bl mir der höe got ; »des wil ich sine zeichin blöz i 90 »predigen, want di sint gröz, »und kundin sine wundir, »want si sint slarc besundin : Diso wort sprach dä bevor kunic Nabochodouosor, »5 dö er Daniellen mit slnen gesellen hiz werlin in den koven des gar gluenden oveu, der ubir rechte loo zu siben malen was geeit, daz üz sich göz des fuirs 16 nun und virzic ellin ho und vorbrante gar di dit, dl \or des ovens eilen rlt, lo'. und dl jungelinge drle mitten in dem Oven vrle bliben allir brunst sö gar, daz wedir IIb noch kleit noch bar dl glüt an in vorterbete uo und roch nicht intverbete. Und dö der kunc daz wundir sach, dt v orgeleil in worl er sprach : >üot hat zeichin gröz getan [14] »und wundir slarc bl mir began.« Iis DI seibin wort wol cigintüch von Aldinbure hrüdir Dllerich, des dütschin ordins hömeislir, mac sprechin, sint ein reistit gevurslent er in dirre vrist 120 der lande da zu Pruzin ist : »Zeichin unde wundirt&t »der höe got begangin hat »bl mir in Pruzinlande »in .schichl in manchirhande 125 »an mlnes ordins kindin, »den brüdrin, dt vor swindin »nötin ölte hat irlöst »sin vil zeicliiiilkhir tröst »in des ovens gelwcnge ijo igehörsainllchir strenge, »der in was sihinwerf geeit •mit sibinvaldir jamirkeit. »Hitze, vrost, durst, hungirsnöt, »wundin, bant, den bittrin töl 135 »dem oven sl üimittcn »durch got mit willen litten, »alsö daz ir menltchir müt »in der mertirllchin glul »ni wart vorsörl mit ungedult;< uo (als ir hernach hörin sult, 57 lenket ayue K. 5« tnmmer K. den K. H. »by K. 60 buge Pf. b)g K. hercen K. 61 milder K. 62 i runden K. H. 63 herce K. heile« H. 64 und K. H. geilet II. 65 tupfend« K. 66 geruebe H. getruwer K. H. 67 ttter K. 6*( Tollrnbrarbt K. H. 69 hy K. 70 tone» K. 71 ennken K. 73 »uirr K. U. 74 myn K. 75 waachende K. II. 77 muggr K. 79 irluehtende K. H. 60 genaden woehtrade K. 82 tungr 8. 94 hy K. 85 geboten K. S7 Zeichen K. 88 der gute got II. hör K. vgl. Daniel 3, 32 : ,excel«ui4. 89 (eichen K. »0 Dl zeichin gröz, di wundir starc >der vorgezzinheite bare »** »nicht sol drucken undir. ■Ich wil gotis wundir »predgen unde raachin kunt >durch mlnes capellänis munl, >want gotis wundirbere werc im» >sol man nicht legen in vorberc« mac jen der vurste wlse ; und in der selben wlse warf er mir vor der crönken buch von Prüzin, di des prlstirs rüch* 155 brüdir Petirs von Düsbure vor etsllcbir jare schüre beschribin hatte zu laline, und hlz dl sinne mlne mich dann* arbeitin 160 unde in dütseti bcreitin, üf daz er sus bedüten mug allen dütschin löten dl wundir unde zeichin gols, dl nach gute slns gebots i«s in Priizinlande sin gesehen, und wft man ir hört vorjen, daz sich da gote mere lob. wirdekeit und ere. Der arbeit durch den werdin man 170 ich mich angenuraen hau und wil durch stner gunst bejac si volbrengin, ob ich mac ; darumme, swer da lese diz buch, daz im der wese 175 zu wunschin heilis hl gereil und dort ewigir sölikeit. Niman mich hl vordenke, daz ich dl rede lenke brüdir Dllirlche zü, im der hömeistir wesit nü, want ich daran rechte tü. Ich weiz, iz ist gnüc lüten kunt, sb daz ich hatte vor der stunt ouch zu tichtene begunt im bl meistir Lüdere (sö got sin sele nere!) diz buch durch sine bete und des geschriben hete quinternen me wen vlre, lwi dl von dem argen tlre vortilgit wurdin, goteweiz ! daz Josephis roc zureiz. Davon, swaz ich nü mache, des ist gar ein sache iw der hömeistir Ditirlch. Nü sol ich ouch Iii nennen mich, zwar nicht in riimis gere, want ich des gerne ünpere, sundir durch di geschichte, 20o ob (man min getichte anspreche, daz iz wdre tum, valsch, ungllch, sinnes krum, daz des in mime namen ich schuldic ste\ iihnan vor mich. aus Darum wil ich mich kundin. Ouch nenn ich mich den vründin, daz si nü durch vrüntliche gir gerücbeu heilis wunschin mir, daz ich diss büchis lenge 210 vornumfticlic-h volbrenge, daz iz werd gezeme, prislich und anneme gote, Marlen und dem meistir, dem ich diss dinstis bin ein leistir 215 und ewlclich im undertan •wesen sol ein Capellen ; und daz des wirdic mug ich sin, Nicolaus von Jeroschln, des hilf mir, got vil gütir, 220 und dü, meitllche mütir ! 4c Wol bescheiden anbeguust ist des büchis halbe kunsl ; und davon, swer da tichte, der hab des vlizis pflichte, 225 daz er vor dem beginne di materie besinne, da sin wille sich üf treit, unde mit intschuidinheit si leilinde zulitte1 230 nach predigeris sitle, 155 Dweburg S. CO and K. 63 und 8. 04 der gute K. U. 06 vorihen S. 6» ircrdrkeit K. 85 meistere K. »7 lin S. H9 win K. 88 gern K. »9 ».nicht* K. 202 migllcl.* K. « dl« S. di. K. H. dlcM O. 12 und K. II. 13 14 meirtrr : leitter (lcyslrr) 8. 11. U dii S. di* K. II. 15 yn K. II. 17 K. und du* wirdlg mug ich «in 8. und dal des wlrdig mugtn •) H. und H. D. Vi iiucbeidinfaeit 8. 1) D. I. Sorgfalt. i) D. i. zergliedere. Seript. r. P. L 20 300 NiCOLAÜS VON JEROSCIIIN der sin rede in stucke schiebt, tars K. 27 kunglnne 8. 41 12 btlfjn : wcyv K. nach manchis Sturmis vreidin ; dä warin in der cristnen her ouch sö hin kunien ubir mer sumeiicbe bürgere, 3;.o di da vil minnenböre andächt zu gote hötin. Si warin von den stetin von Lubek und von Bremen. Di lizin sich gezemen, 355 daz sl an begondin selin und in mittidunge spelin gebrechin gröz und Ungemach, daz man di armen slchin sach lidin in den zlten 360 an der Dütschin sltin. Und als. di irburmindin man griflin sl niildeclichin an der banneherzekeite an)t undc stiften da intsamt 3C5 ein spilal üf dem velde undir irme gezelde, daz von eime segle was einis koggin, als ich las, 3c darin dl slchin wurdin brächt, 370 den si mit d«*müt und andöcht dinstis warin da gereit ; und in barroherzikeit schüfin sl in und gabin 61 »]»<■ K. 4) Zu dem Inhalte der von Jcroscliin ausgelassenen Vorrede des Dusburg vor Buch I, o. S. 24 f. be- merke man noch dos Folgende ; vgl. auch u. V. 4 080 IT. Der Name Romanicn umfasst Achaja, Mittelgric- cheniand und die umliegenden Inseln. — Der deutsche Orden erhielt, als 1409 auf dem Parlamente zu An- dravida die Lehne des neugeschaffenen Fürstenthumes Achaja vertheilt wurden, wie die Johanniter und Templer, eineBaronio, nämlich vier grosse Lehne in derCastellanei Kalamata, dem eigentlichen Kron- lande der neuen französischen Fürsten von Achaja. Der Praeceplor von Romanien residirte in Mostenitzä ; die Besitzungen (darunter auch viele Kloster) erstreckten sich mit der Zeit bis zu dem venetianischen Modone und Korone, bis auf Nogropontc und wohl auch bis Athen. Die Comture spielen in der Ge- schichte des Landes eine ziemlich erhebliche Rolle. 1(32 bemächtigte sich der griechische Despot von Morea, Thomas Palaeologus, Schwiegersohn des letzten fränkischen Fürsten von Achaja, der Deutschordensbesitzungen in Morea. Nur in Modone bestand wohl bis zur Eroberung durch die Tür- ken 1500 noch ein Deutschordenshaus, das deutsche Pilger, welche zum heiligen Lande reisten, auf- nahm (erwähnt wird es noch 1484). — Die o. S. 45, Anm. 4 erwähnte Ernennungsurkunde dcsJnhann von Scherwen im D.O.archiv zu Wien (früher in Altenbiescu) ist vom 14. Septbr. (Kreuzeserhohung) 4 337 aus Marienburg wahrend des Generalcapitels datirt. S. den Abschnitt: «Der deutsche Griten in Griechenland«, in Karl Hopf, Veueto-Byzantinische Analekten, Wien 1860, S. 3 — 16 (aus dem Novem- berhefte vom Jahre 1859 der Sitzungsberichte der k. k. Akademie der Wissenschaften, XXXII, 367— 378), worin u. a. urkundliche Nachrichten aus den Archiven zu Venedig, Turin und Wien benutzt sind. — In dem Copiarium des Deutschen Ordens im kgl. Staatsarchive zu Berlin, Ms. fol. I. C. 12, beiluden sich 42 Urkunden über die Vereinigung des dem Deutschorden von Gaufrid IL von Yillchar- douin, Fürsten von Achaja, geschenkten Hospitals S. Jacob de Audrcvilla mit ersterem aus den Jah- ren 1437 — 1441. — Unter Armenien ist Klciuarmenien oder llormetiien, d. i. Cilicien, zu verstehen; s. Wilbrand's von Oldenburg Reise nach Palästina und Kleinasien, lateinisch und deutsch mit erklä- renden Anmerkungen und einer Biographie des Verfassers herausgegeben von J. C. M. Laurent, Ham- burg 1859, 4», S. 73, vgl. auch Detmar lübischc Chronik ed. Grautoff I, 143 und O. Abel, Konig Philipp der Hohenstaufe, Berlin 4 854, S. 34 und 317. Im Jahre 144 4 berührte Wilbrand von Oldenburg, Dom- herr von Hildesheim, (1446 -1447 Bischof von Paderborn) in Cilicien auch die Schlosser des deut- schen Ordens »Cumheteforl< und >Adamodana> (wohl gleich Amuda). Letzteres, sagt er, habe Konig Leo, >qui Semper Alemamios dilexit« dem Orden >pro remedio anime sue. geschenkt. Ausserdem ist in dem erwähnten Cod. dipl. p. 16 noch eiue pöbstliche Bestätigung Über Schenkungen der arme- nischen Könige erhalten, nämlich von Innocenz III., d. d. 1413 45. Februar, Romae apud S. Petrum. 20* ;u>s NICOLAUS VON JEROSCHIN mildecllch von iren habin, 375 di in beschert hatte got, swes in dürft was unde not. Si namen daz zu sinne, daz in der t/it der tninne wirt an eim iclichin aso annen adjr sich in intpfangin unsir he>re Crist, der an des gerichlis vrisl, sü sich jämir gröz irbirt, vil üblichen sprechin wirl 3S5 zu den zur zeswin siten : >Kuint, ir gebenedUen, 'besitzt min riebe ewiclich ! >Mich hungirte, dö spist ir mich ; »ich was durstic undc nakl, 390 *do Irenktit ir mich und tlakt ; »ich was sich, ir pflagit min. — >Ö herrc, wä han wir dich sin .gesehn in den gebrechin ?< Sö wirt er zu in sprechin : 3'j.ri »Yorwar ich üch daz sage. >do iz mit mildir pflöge idemüticllch von üch irschein •an mlnir minstin brüdre ein, »dö geschach iz mir \il gar.« — 400 Nu seH iinde nemit war, wl Crist dl armen krankin hat und alle, di da sin vorsmal, sine brüdere genant, daz. wol we>lich ist irkanl, los wan in menschlichir mittewist er unser vleisch und brüdir ist. s« ft'ü spriehit sente Paulus der wise Wrer alsus : »Ich habe pflanzin gesazl, 4io »di hat Apollo genazl ; »abir gol hat mit genucht »si tun wachsin zu der vruchl ;< swl an den wortin sich entslüzt, daz »noch der, der da begüzl. 415 »noch der da pflanzit, sullin iclit >zu achtene sin in der geschieht, »sundir der alleinc üt, »der daz wachsin gibit, got.i Doch sol menschlich vliz sich wegin no darüf, daz er rüche pflegin der pflanzin, di in nüwir still brengin richir vruchte gilt und hernach in ritin tagin richir \ nicht gelobin tragin. 425 Darum dl vursten und di hern, di zu dinsto und zu £rn gote da gesament warn in des cristenheris schäm, als der werde palriarke 430 der Jcrusalcmschin marke und di erzebischove da \on Tiro, von Ctfsareä, von Nazardlh der dritte ; und dl bischove dämitte 435 von Akirs und von Bethlem, kunc Henrich von Jerusalem und slner man ein gröze zal ; der meistir ouch von dem spittäl des ordins sente Johannis ; 440 darzü der meistir vil gewis des ordins von dem terapil und ir beidir brüdre vil. Ouch man alda irkande üz dem heiligin lande J4* manchin grdvin, der da was, litlr KAdulf von Tiberias und sin brüdir heY Hügö, hör Johan von Ebelinö, von Ce'sarien he> Eimar, 450 her Rainalt von Sidon vorwar und manch andir her erflehe üz Jerusalem dem riebe ; und ouch von dütschin landen vil grozir harren, di in dem zil 455 dar hatte bracht der gotis rat : ein erzebischof hiz Conrät, der da zu Mtlnz des stiftis wilt, und bischof Conrät, der dä hilt zu Wirzeburc den stül gewe> 4«o und was benant ein kenzeler üf des römischin richis hof ; her Volker von Pazzbw bischof; von Halbirstal bischof Gardolf, darzü von Ztz der bischolf, 4«5 di alle in den jftrin durch got dar kumin wärin, und an geburt manch vurste clär, di kein den heidin namen war urlougis mit stritlichir hant. 3*0 nJir an ». S. S3 fro» jamir 8. S'J und S. 96 di« D. 400 ««hot D. 6 uom S. hm uDirn — pi»t D. 15 plonuil K. 1(5 acMne K. 21 plaotiln K. 2» gcloubln 8. 2H crutnenherii K. IJiuuiicUS. Vi C'jiuar b. K. Ii. Ciu»r 11. 51 hern K. M CunrM K. 5» Wuncburg K. G4bUcbof8. 6t, ken 8. Digitized by Google KR0N1KE VON PROZIN'LANT. iT 470 Di vurslin wärm sus genant, als wir recht vornumen habin, herzoc Friderich von Swäbin, daswar ein herre lobelich ; und ein vurste hiz Heinrich, 47s adilis und tuginde glänz, der was greve der pfnlanz an dem Rlne da genant und von Brunswic herzog irkant ; ouch herzöge Friderich aso ein vurste groz von östirrich, und herzog Henrich von Brabanl, der dem herc vorgenanl « h was gesazt ein houbitman ; und ein vurste hiz Herman, 4M pfalanzgrdve da zu Sachsin und an herschaft baz gewachsin, want er ouch lantgreve was zu Duringin, als ich las ; von Brandinburc marcgrdv Albrecht 490 ein vurste creftig und gerecht ; und ein herre vil genende1, der hiz Heinrich von Kaiende und was marschalc des richis du ; von Landisberc der marchiö, 4t» der hiz Conrat, sus las ich, und maregreve Dilerich von Missin, als ich daz voniam. Dise herrin allinlsam, dl ich genant habe nü, 500 ouch grevin, herrin vil darzü undc manig edil man, der ich allir nicht inkan bl namen üch geoffinbärn, di in dem seibin here warn, 505 di sahin sundir lougin mit irbarmenden ougin diss spitalis pflanzunge sö niiwc und sö junge in gar bezltir trechtikeit sio brengin vrucht der selikeit etsllchir maze und daran hollin sl des sundir wän, 80 von gotis mildir gilt gewüchse baz daz selbe stift 515 und sine zwig irstrecte wlt, iz wurde in kumftigir zil brengin ummczliche vrucht in gar richis nutzis tucht. Davon wart al der herrin rat 530 mit heger dariif gesat. 4 c däz herzöge Friderich von Swabin undirwundc sich der sachin und benento botin, dl er sente 525 nach zimelichir achtperkeit dem kunge höhir lütirkeit slnem brüdre Henriche, der daz römische riebe dö besaz und sint der vart 530 der sechste keiser Henrich wart, daz er dl sache tribe vorl und an dem palest irwurbc dort, daz er mit stiftunge und bestetigunge 5J5 gerucht« widemen zuhant daz nüwe spittal vorgenant. Dö di botschaft vollingtnc, der pftbist willicllch gehlnc der reinen hörrin bctc,j 540 dl ir begirde hötc an in gewant sö zimelich unde stifte mildecllch daz spittal, deih er ebin gab des ordins lebin 545 des spitlals sente Johannis als iz zu den slchin is und armen pflegelich gehafl. Ouch gab er im di ritlirschaft nach des tempils ordin. 550 Sus di zwei lebin wordin dem spitäle vorgenant von dem pabestc benant und in gotis namen besleligit intsamen. 555 Des spiläls brüdrin beschit der päbst ouch sulchin abil : si soldin wlze mentil hau und swarze kruze dran. Ouch sö gab er dem spitäle b(ii! di vriheite alzumäle, dl mit genadin undirseheidin den erberin ordin beidin des spitäls sent Johannis 470 warn 8. 71 Henrich K. 75 adili «lüde K. t>3 houbtman 8. •» » Sachin K. SO Alberecht 8. 92 Henrich K. »5 Cunrat K. 500 greuo herren 8. herrin gre*en K. herren prafen D. 1 und 8. 2 rnknn K. 6 irüarmende 8. 7 «pit- Uli — pUuUung» K. 16 künftig K. 25 achperkril S. M »echte 8. 35 ie D. 42 und 8. 43 den 8. derD. de, wohinter r auiradirt K. 45 «eut K. 46 dem 8. 52 |.MU»t« 8. 55 bruderen K. 5S undc K. «war« 8. 62 orduen K . t) D. i. tapfer Pf. 310 NICOLAUS VON JEROSCH1N - • ■ 1 • 1 '1 und des tempils vd gewis sundir go4 der riebe m?5 von den ptibistin wann hat ouch m Inuudncbe gegchin vor den jänn, si bestetigit und gepnst daz ir daz spital vorgeseit und an ligureu vd bewisl. gcbrüch in allir nulzberkeit eis Wir lesin unvorborgin als geno ordne heiduitsaiii ; in den aldin histörgin, 570 wan iz was uoi wiidasaiu daz der gute Abraham, desvvär linde niliich, der gröze patriarch, uznatn daz di an genadin glich silier knabin gesundirt pchistlichir gabin «20 wol ächzen und drlhundirt, iz ouch soldui nahm, ■ 1*1*1 * M mit den er an dl beiden reit 575 dl an luginlhchir lat und muoie sineu brudir streit, woldiii haldin glichin grat. den si gevangiu hattin, Lot, Sus \>arl hustet igt und gestul und irlösl in üz der not und mit vd prmlegum gilt 825 und di mit im gevaugin warn gewidiuit und gewacht! rieh von den heideiuschin schani, ;isn der werde ordin rilürlieh den er den sie do abesluc. der brudre des spitalis, Und do Kiu wec sich widir truc daz seilte Marien is zu huse von des stritis drara, dos dütscliin hüsis geuaul 63o Abrah^ inkegin quam von Jerusalem irkaut. Mclchisedeeli, der, als ich las. r,v» Diz ist der vil zarte ein kunie und ein pristir was, irwcite w ingarte und im da zu prisaudo des herrin von habbam, brAt und win benamle den du, Oiste, süzir gol, 6»5 und bat sin inunir pilegin has gestiflil und irlesui ■ 11*1 _ « • * des allirhoslm gotis segin, r,oo und bis sin leitsman gewesiu. in des schirme er ubirwaot Du snit abc sine slurzilu di vieude gar mit siner hant ; und pllanl/.lis sine wurzihi ; und alsus von der seibin zlt des hat er lusticliche mo begondin rittirl ichin sLrit irvulhl daz ert riebe. di geloubinden mit vreidin r,95 Darnach truclis du in vorl zu ubne keu den heidm. • i i ■ Ii *_* 1 „ » in daz laut zu l'ruzin dort Ouch kuntto dö der hedige geis», unde zu Lülande. mit welchir gunsle volleist t ■ 1* .1; 1 1. 5» dam/, du manchirhaude 645 der, der di obirste stat heidin lias \orwurtin sa in der gots ecclesien hat, t n . • ii* 6oo und pflaiitztis in alda. bb di nttre sulle hau AI 1 A a '1 V. ' Alsus hat er vil ebm und mit dem segne si intpfan gestrackit sine rebiu zu der ecclesien schirme. in gar wuuniclichir ker «50 und sulle ouch i\ach inne manebirwein unz an das uier nutze daz gar wol bevestin «nt. nnrt his an dns wAtfis vlüt mit vriheit und hanlveslin IUII 11 llll-W UUU Utlll* » Vi^llU) sinen zwic in süzir blut. swaz gute tüte irre habe Dise werde rittirschaft in gebin in geislllchür gäbe. der bestetigunge eraft «55 Dise ritlirschaA ouch ist nicht allein intpfangin hat di genemste alle vrisl «10 üf erdin vou der lütc rat, und sal iz billlch hau zuvora, 54,5 pebilin K. RS jfebruebt 8. fchru. h K. gebrauch D. Tu want K. 71 und 8. 77 bestätig 6. K. beiurti- grt V. S I JhcTUsaleni 8. »5 K. trueti» da 8. trakelictta D. «02 g««ti»ctit 8. K. gMtetket D. 9 aUeine H. 14 wol O. 19 ji>»undirt K. Tgl. D. («'«uiidirt S. 20 dric K. 20 dos K. D. den S. 35 36 pftein : acin K_ 36 hfi»lit K. 4 t geloubipin K. leubigrn D. 45 nur ein der K. D. 47 .allen 8. 50 iuUI 8. noch S. K. 51 wol fehlt K. 53 »wa 8. 50 gcme.t« 8. Digitized by Google KR0N1KE VON PRIZINLAST. 311 brach waiit si sich darzu hat gcsworn, daz si gots vorsinentese oeo und slnes cruzis gewisse rechin wolle millir hant und vechtin um daz heiige lant. dan sl di heidin hÄn vorstörl, daz den cristnen- zugehört. ms Der gute daz sich von di stritende eeclesiA in einte gletchnisse t& Jerusalem der nüwin, «7o darinne wol mit trdwin undir andrin himeflsculn di engle potestates warn, dl mit stritis kegintracht scvortribin al des tuvih» macht. 675 Potestatcs gereite heizint mechtikeite, und ist bewlsit uns daran, daz di ecclesie soldo han sidir dise ritlirschafl, ew di da mit mechtigir crafl von ir zu pflege tu vorsehah der ungeloubigbi gewalt und alle sich tieflohe plage von ir nach irre macht vorjage, 686 als di potestatcs sich zu pflege vlizin des, daz sl di cristinheit bewarn vor unsichtigin harmscharn ; und daz ist wol offenbar 6w> daz dise rittirflehe schar des dülschin ordinis vorwar vortribit engistllche var mit stritlichir arbeit von der heiligin cristinheit. 6»5 &ich vugit ouch gewisse daz wol zu gezt'rgnissc Prüzinlande, daz dort d undir lioyse und Josue und andrin richterin geschach, 700 dl man der Jüdin waldin sach, bi der richteVc järin gotis rittere warin, di stritten als di heldc strfte, di got irwclde 705 und wol gevilen im. Daz gestechte Enachim und andre ungewlre vermeinte inwonero des hciligin Inndis si heslrittin 7io wol näch der kirnen lewin sittin und ubir alle di gebite n4 vortilgtin s6 gar dl dltc von gründe uf, daz ir nicht inbleib, An di daz gotis volc beschreib 7i s und bohi A zu sulchin sachin, daz si si kundic soldin maciiin des landis goleginheit und zu dlnsle sin gereit. — Ouch als di zit von anegenge 72o hat gewachsin an der lelige, sus sin gewachsin an meYunge diss ordins vorbezeichenunge. Davit näch gotis her/in was, ein kunic, den er selbe irlas 725 an slnes v olkis riebe und höet in achporcllcho und ouch ein grdz prophete was er, da von er bete kuufligir dinge kunlschafl. TM) Des west er dise rittirschafl kumflic in disen slundin und wolde sl vorkundin nach inne wesin rechte. Er weite zwei gesiechte, 73:» das eine hiz Ccreli, daz andere PhehMi, üz slncm v olkc allintsamt und bevul in sukh ein nml. daz si vor alliu vftrin 740 soldin sin houbt bewarin näch irre naincn cnt.schcidiuheit : Cereti ist so vil geseit als vortilgcro ; vvundirlich heilere 745 spricht Phcldti der nam 1 . Di uzlcgungc in wol gezam, want si des ktingis nämcii war und vortilgtin di vil gar, di slnes houbti.s vArtin *. 750 Dävvidir sl otieh kartin 6» wundirlichis hcilis solt 6*8 mit 6. D. 74 tuwili K. »liiin S. K. 70» heilen K. 14 bcachrcit S. 10 aoldiu K. 22 du S. K. D. 23 beixin S. 24 Mit» K. 33 mint K. D. H wvtOc K. 35 36 CereUü : FhvlcÜ S. K. I). 43 Tortilgere •onr. in »ortilifere K. 4S rorÖ herre, himelischir got, >nu wolde ich gerne an tninen tot 102& »eines ougin enic sin, >daz so vi) der ordin mlo >bi mlnre zit zuneine >und so höhe quem«, >daz er mocht geleistin 103« >mit wapenen zum meistin >zen rittirbrüdre und nicht nie.« Diz wünschte er mit grözir vM. Ahir du, vil mildir Crist, der alle zit gereit ist 1035 den gerechtin, dl di biltin dich mit tugintllchin sittin, und irvullis vil gewer alle zimeliche ger, waz tetsdü zu den sachiu ? 1040 Llzisdü vorswachin sine ger in Hilkeit? Nein zwar, diu «uze mildekeit in vollecllch gewertc, des sine sele gerte ; IMS waut bi slme lehene ginc iz im sö ebene, «•dl wile er wilt der meiatirschaft, daz an rlcheit und au craft der ordin alsö vil gewan, loso daz man nach slme (Öde sin von dütschin landin wol geborn und an manbeit uzirkorn gezalt zwcitusiut brüdre vant in dem ordin vorgenant. io&& Ouch sach man in den ordin varn in des selb» meistirs jarn [1234 den herrin an geburt vil dar lantgreven Conrade vorwar von Duringin, dem da was lwo uieislir Uerman, als ich las, dennoch in werltlichim wosin zu gesinde üzirlesin. Alsus der herre lobesam des ordin.s abit an sich nam, und, der zu dlnsl im e gezam, dem swur er nü gehörsam und irgab sich sinre zucht mit einre lobelichin trucht ellinthaftir ritlre göt, 1070 di beide gut unde mut vorkurn durch got Intirllch und mit im begabin sioh. Dirre meistir ouch irwarb dem ordne, e den er starb, 1075 di nutzstin unde bestin p^bistlichin hantvestin und ouch von keishiiebir bant, di noch di bfudre irgin hant. Ouch wart bi slme lebin 10*0 dem ordene gegebin manche herschall vrie in Pulle, Romanie, Armenien, Dütschwlande, und ein gebit man nande » J»* in Ungirlande Würz* ; Lifland unde Pruzin sa ; diz alliz wart den brudrin dö. Er hub den ordin also M, daz von anegeng« e 1090 11t daz wart vomumen me, daz von eines mensch in tAt kein ordin uf so höhin grät gestige 1 uf erdin an gute und an um und daz enwas kein Im hatte got besundir gegebin der gtiadin runst, daz alle lüt im trügin gunst, so daz mai 1100 von im mochte und in recht daran bedülen : »Lib ist er gote und den löten« Des gedechlnisse ist ; 1105 Lib hatte in üf erdm got, want er i leiste sin gebot, davon er in sö höhe zouch; s6 warin im di lute ouch geraein an llbe zügewant. 1110 Des hatte er in stner hant pabist und keisir gar, kunge, herzog, vnrstin dar; und öl allir hdrrin mut zöch an sich der herre güt, 1024 weide K. D. 16 einig D. 40 li«ta 8. D. 47 wU K. wrU D. 19 »1m> K. 52 an K. in 8. D. S4 ordne K. 6* Cunrade K. 59 der da 5. Ül duinwti D. 60 ■.'lleutha/te S. rittcre K. 10 and S. D. 7b bruderc K. indert D. 86 und S. 87 truder» K. 92 aoin 8. froeiea D. 99 lute K. H. 1M2 her H. i tagen« U. D. bUta.K. D. 6 wan twr. mm wmt K. «an H. was» D. 7 he» H. 10 her H. 118.1. Digitized by Google _1 NICOLAIS VON JEROSCHIN 316 ins daz alliz, daz er an in bat, daz üf nutz und ere trat und üf gemach des ordins sin, daz muste gar irvullit sin. Davon geschach, daz in den jarn, 1120 dö di Venediere wärn gezuchtigit mit plagin hert, darumme daz sl sich gespert Schattin ercllch widir daz riebe, daz si keisero Frideriche im dem andern so hinabe brachtin zu höhir gäbe des heiligin erüzis ein gröz teil, daran got worchte unsir heil. Den üzirwellin prisant it30 gab der keisir sa zuhaut dem meistir Hermanne, der iz ouch schire. danne vurbaz ken Prüzinlande zu dem Blbinge sande i 13s üf di burc, da noch hüte di cristinlichin lute im wirde grdz irbiten durch s&ldinber geniten, daz si da han besundir, 1140 want got vil manich wundir - an manchim menschin wirkit schön daselbins durch sin erüze vrön. Bi slnen ziten ouch geschach, daz sich ein misshellunge irbrach im zwischin dem pabste Honöriö, den man den dritten nante dö, und zwischin keisere Frideriche. Dö di gewerte heimliche etsliche wile undir in, 1150 si gevilen üf den sin, daz si ir sachin beide An alle undirscheide zu bnidere Hermamie lizin, daz er sl solde ents lizin, Iiis und waz er machte daran, des woldin si genügic 6tan. Sus was ir beidir willekur. Und dö im quam di rede vur, nach wlsim sinne er sich brach iieo von den teidingin und sprach : s 4 >Wi wer mir daz gevüge, •daz ich mich undirsluge •des, daz ich zu süne kern »solde al der werlde hörn, lies »sint ich bin ein demütic man »und allir wirdekeite än?< Darumme wurdtn des in ein keisir und päbist gemein, üf daz brüdir llerman wurde baz gesehin an ii7o und desde achberre gehat, daz si in vurstintin üf der stat, und dl selbe wirdekeil sold ewicllchin sin gereit sinen nachvolgerin, ins di an dem amte wdrin des dütschin ordins meistirtüms. Zur Urkunde des vurstentüros stlz im der pabist vorgenant ein v in girlin an sine hant ; U80 darzü wart er gewirdit baz : der keisir im vorlente daz, daz er sold an banlre, an wapin, an zimire vürin des rlchis zeichin. 1165 Diz len ouch solde reichin an di meistre allen t samt, di nach im quemen an daz amt. Den pabist und den keisir dö vorsünto er vrüntlicbin alsö U90 und vil ofte ouch darnach, sö zwischin in sich icht irbrach. Daz ist ein zurede. Nu sol ich ouch betiebtin, betichtinde intrichtin, intrichtinde beschribin, novbescliribinde Intrlbin und inbrengin dirre Schrift, 9 m alse mir der schrille gift mit wärheit Urkunde git, waz pöbste unde keisre sit 1200 sin gewesin von der zlt, daz der ordin mit begrift 1118 auf du O. 23 ertlich S. K. hertlich H. hertteieh D. 24 ITcdtrieho Ii. 25 andren U. 20 hoix H. 27 beilfin K. heilten H. 28 wurehte H. 29 uttcrweltea 8. 31 meiatr« K. II. 33 34 stellt 8. tun gegen K. H. D. 34 Albiage H. 35 nach K. H. D. 40 w&n cott. au« wann K. wan H. wann n. — manieht *. manch H. 46 den man da «. 47 heisre Frtdriehe K. Frederiche U. 4h heymeliehe K. II. 49 etliche H. eUriehe D. 50 fertigen 8. 53 brodre H. 54 told K. 57 beide 8. H. beidir K. baider D. 60 Erdingen 8. «9 werde H. D. ; in K. Cor- reetur wer ee (ric). 70 aehtberre K. 71 ai fehlt H. D. 73 eolde H. 77 einer tirchund D. rortteatanu H. TSpabrtK. W meiatre K. H. maiatcre D. 89 vrnntlich K. H. 91 tubrach K. H. D. — djrx K. di« H. «tm H. — »9 pebUte und ke> sere U. pabiat und härtere D. 1200 (int H. alnd D. ♦ Digitized by Google KR0N1KE VON PRUZINLANT. 317 des dülschin hiisis wart gestift ; ouch darzü wol ebin trift,- daz ich berinvlichte 1205 ein teil der geschiente durch hovetlchiz sagin, dl bl irin tagin in der werlde sin irgan, und ouch was sl selbe han 1210 pruveltchir tat getan. In gotis namen heb ich an : [Dusb. IV, t.] In Jhesü Cristi jarin, dö der vorgangin warin tüsint zweihundirt zehenre min, [im 1215 dö der dütsch ordin nam begin, CeMeslinus pabist was, der dritte, und ouch, als ich las, 'der sechste keisir Henrich rlchzle dö gewaldeclich. 1220 Darnach man daz pabistüm [D. IV, 2] den dritlin Innocencium [im — 1210 besitzin sach mit zlrde. Keisir OUe der virde [hm— 120s in der zit daz rlche hilt. 1224 Nach deme ouch der crönin will rlchzinde wol leiser lieh der andre keisir Friderich. — [t2ao— Dö der jare unsirs hera [D. IV, 3] zwetfhundirt vorloufln wörn [1200(1204) 1230 dl stat Constantinöpolis, dl daz hatte vil gewis in irre propbetteu, daz ir nlman gebien solde mit sö grözir craft, \ m dm-ch den sich göb in ei; ir murin ummekrengil, wen durch einin engil, dl gewunnin nü mit wer" dl Frankin und Venecier. 1240 Sus wurdin dl bürgere der prophetien mere listicllcli betrogin, swi doch ungelogin blibin des wissagin wort, 1245 want si durch dl müre dort quamin, da ein engil stünt gemalit. Zu der seibin stunt wart zu keisere irkorn alda der degin höchgeborn «so von Flandrin greve Baldewin. Sint sach man ouch rlchzinde sin dl Latinin da vorwAr sibin unde vumfzic jar. — Bi des Innocencil [D. IV, 4] 1255 pabstis zitin an sich vi vil nach al dl cristinheit sulchir büze hertekeit, daz si karinen trugin, und want sl sich da sliigin 1260 mit geislin in ablazis ger ; des nante man sl geiseler. — In unsirs herrin jarin [D. IV, 5] dö der tusint warin zweihundirt und zwei vorgan, [1202 1265 hüb sich der Tariren bersebaft an. In der seibin zit geschach, [D. IV, 6j daz man in Britannia sach zu Hoseö, ein stat sus lilz, ein wundir, daz got schouwin Uz 1270 alda uf eim altare. Man sacli daz offenbare, du gotls licham bandilte » c ein prlstir, das sich wandille bröt in vleisch und win in blut 1275 zu sterkene der krankin mut. — Ouch gesebaeb ein wundir dö [D.IY,7) dort in Vermendesiö, daz eimc rittere slu lebüi nach töde widir wart gegebin, 1280 der kumfligir dinge vil mit warbeit saite in dem zil und lebte manche zit sundir alle spise sit. — Iii sente Jöhannis tac [24. juni ms des baptistin dort gelac (D. IV, 8j in Galliä ein honictow, der daz getreide sö durchzow, swer sin in den munt gen am, daz der hongis smac vornara. — 1290 Zu Atrebatö ouch ein slöz [D. IV, 9) in dem heuinande irdöz mit ungewittere vil gröz, in dem sich hernidir göz sö ungevüge hagilstein, 1204 »ich' fehlt H. er 8. 7 Iren 8. K. rrin II. 10 merkehteieher Ut D. 14 teure K. csweir n. rweyer D. 1*M*bte8. 19 richte K. IC. D. 26 richtend« H. D. 27 uxlcr 8. Kredcrich H. 28 Urin H. (exen D. 55 grbro H. gebe n. 39 Krancln K. Fnocler U. D. 41 propheeien 8. 4:1 wy H. wie n. 44 blebin H. wtvn H. w&nrj 0. &6 90 H# 69 wm K« Wäui« D. tl fehlt H. D* I>4 u he, der andre PascAlis, pflac des Stühs dö gewis. Der vorgenante ordin bleib 1375 vil lange sint, unz in t ort reib und vortilgte allintsam ein pabst, Clemens was sin nam und der vumfte gezalt. Dirre ordin wart vorschalt i3so Viennö in conciliö, daz der pabist hatte dö in den jarin rnisirs h^m, dö der mit zal w<*rn lusint und drlhundht lö b darzu zwolve gesundirt, (1312. ». Min 1295 obir H. 07 wm II. 130.1 ohir H. 4 wolJe K. 7 oppiclirhr II. 19 roljetio H. 27 Terpin K. 2S»ibb)nrK. 20 »ctit K. 31 vunfliuodirt K. 411 nuo ucli 8. 50 tutiint II. 56 hurt K. »yn«r burt H. fi» »rnt K. 72 P««-haH. II. 7C vortilgiU- II. 77 wu na.., K. 7H vunft.- K. M drie 8. ♦ ) AlmimoHnus beiDusburp, woraus Jeroschtn Almivolus macht, ist bekanntlich kein Käme, son- dern ein Titel. 1) D. i. des Cistereleiiserordens. Digitized by Google KROMKB VON PRUZINLANT. 319 dö iler kalendin vllio eilve dem aprilin des sibindin jaria der herechafl, als er zu pabiste was geschalt . ist» Nicht mit urteile endebafl wart der ordin dö verschalt, sundir in an kraft vorsneil des päbslis vorbestchtikeit. Der sibinde Ueinrlcb, als icli las, 1395 in den zitin keiair was. — Des dutschin büsis ordin wart in unsirs herrin järe vart eilfliundirt uünzic mitte ; [nao Celestinus der dritte 1400 des pebistlichin stülis will ; der sechste keisir Heinrich hilt daz rlche dd gcwcre. — Derbrüdre predigere ordin mit stifte bogan, 1406 d6 von gots gehurt vorgän warn wol zwelfhundirt jär darzü sechzeue gar, [im undir pabiste Honoriö, den mau den dritteu zallc dö. — i4to Bl des seibin pabistis zlt der minre brüdre ordin sil ouch mit anevange nam sin begin, als ich vornam, nach unsirs herrin järiu, 141» dö der mit loufe wftrin irvullil tüsint und dabi zweihundirt zwenzic und dri. [im Den orden der Ueremiten , genant ouch Garmellten, 1420 und den ordin vil uiöre des talis der schülere bevestint mit stelikeit 10 c der selbe pabisl vorgeseit. — In den jarin unsirs Mm (D. IV, 1 6.] M25 dö der tusint irvuUit wcrn zweihundirt zwenzic darzü ein, [1221 Elisabeth di vrouwe rein zu elichin dingin nam dort von Doringin 1430 lantgrevin Lüdewige, want von des adils zw Ige wolde gol gewinnen vrucht im zu lobelichir zucht. — Dd unsirs herrin jar vorvarn [D. IV, 1 6] 1435 zwelfhundirt vumf und zw enzic warn [im in dem lande Burgundia üf eime :>ulzgel)irKe da mit geschieht« sich irwuc ein wundir wundirllch genüc, 1440 daz in sulobe wls gerit : ein berc von sim gebirge schit in eiuro erdbibunge schür und zu andrin bergin vür, di da kegin lagin wit 1445 und bedakte in der zit di inzwisclün al den tal, darinne da mit rümir zal vumflüsint mensche sturbin, dl irdrukt verturbin. — 1450 Dö von der zlt, daz gebar [D. IV, 1 7] Crislum eine mait clär, in irme loufe vil gar tusint und zweihundirt jär ouch zwenzio und sibin [1227 H55 warn hin vortribin, sent Elizabetiu man, der lantgreve, vür hin dan mit des cruzis zeichin, daz er im Uz reichin, i4«o als sin andAcbt in bant, 1*4 in daz heilige lant, dö er sö vorserit wart, daz er üf der widirvart von der suche vortarb I4«5 und des libis irstarb in Sicilien zu Ortrant, eine stat ist sö genant, da der herro tot gelac an Pröthl und Jacincli tat-, im dö man dem herbislmäiide das dritte idus nandc. [ii. &eptbr. Der nünde päbst Gregörius [D. IV, t8) und keisir Fridericus der andre dö schöne 1475 trügin der werldc cröne. — In unsirs herrin jarin [D. IV, \ 9] dö der vorgangin wann zwenzic und zwelfhundirt achte darzü gesundirt [im 1J\9 paii K. 90 orteUe H. 9.1 ptblrtit II. 1401 weht« 8. 6 iw«l 8. 8 pabste K. ftbbt H. 9 exelu II. 10 pahrtU K. 16 17 dabie : ilrit 8. 21 »chuWrtr s, 23 pab»t K. 24 henen 8. 30 UD£rrn Daz ubir goto zu unörn und zu smohin unwerdin wurfin sl üf dl erden und trAtüi mit den vüzin 1615 den tuweren, den vil süzin l9*Jhc'sü Cristi licham und sin blüt sö lobesam, als in ir tobesucht gcrlt. Noch sach man di unreine dit 1650 ergemor irvullin ; kelchc und ampullin und allirhandc kirchinvaz nAmen si durch iren haz, ouch corporAlgewölc 1 1055 mit all im dem gerete, 150» »«war S. 73 vortiligit K. 75 eine II. 79 tartlingin 8. S2 herüicben II. S6 im 8. »I otriclichin S. sin S. K. II. MbywilnH. !>« lie il 8. «y ll K. 1005 lang K. 10 er: fehlt 8. 12 Winlin dortr II. 20 und 8. wertUch 8. K. 26 «ndlr H. 30 si fehlt 8. 31 ilr 8. K. *y ir II. »2 enbinnrn K. yn hyunen II. und binnen 8. und darynnen D. 37 ttundc 8. 40 Herren 8. i-i »y yn H. 45 tuweren mi «h-n H. 4». lieh- Hain H. i) D. i. zum Bedecken der Hostie gebrauchte Tücher. Soript. r. P. 1. 21 322 NICOLAUS VON JEROSCHIN daz gotis dinste was gewlt, vürtin sl danncn in der zit und übtin gar di heüikeit in ungezdmir Itilkeit. 1600 Ouch mochte man jamir schouwen an den reinen juncvrouwen nicht alleine werltllchin, sundir ouch geistlichin, dl gcwihit wärin.gotc, 16«.% wan sl zöch des tüvils rote uz den düstren mit gcwalt in hcrzeleide manicvalt und trihin mit in ire lust in schomelichir abekust. 1670 Und daz ich dem 6t gebe ein zil : man such sl ubils also vil und lcstirllchir tat an dem geloubin mit unvlat und an den cristcnen dö tribin, ia75 daz daz niraant mac volschrlbin. Diz capilil ist von den gäbin, di der herzöge gab den Prüzin, üf daz er semßigle ir vreidekeit. IDusb. ii, *.] f; von den Prüzin vorgenant s6 gar vortarb Polenir lanl, als ich davor Hzunt las, und dennoch etteswaz da was 1 in dem lande her und dar, ' dü was betwungin alsü gar und in angist sd gesät von in herzogß Cunrät, swen sl im botin santen, I6»s dl eischinde benanten pfenle odir schöne cleit, der müste er in sin gereit und torste in keinewis vorsain. Davon, wen er sus betrain was mit ungcnHe, daz er nicht enhete, dä in an genügete, sus er iz dcimc vügete, als in twanc sin armüt : zu einir Wirtschaft er lüt sin edilin wib unde man iah und andre, dfer wolde han. Und so di geste sazin, vröllch trunkin und Äzin, noo so schiele er den botin der prüzischin rotin, des sl woldin sin gewert. Der geste cleidir und pfert schuf er in heimelichin 17«5 und Uz sl danncn strichin. Daz was alliz gar vorlorn, want er iren argin zorn damite nicht gesweigete. Ir vliz sieh dariif neigete, nio daz sl vorterbtin gar sin lant als ich tet davor irkant. — Diz capitil ist von den bruderin des or- dins der Crislisrittere , di swertbnidir heizin. [Dusb. Ii, *.] Do der herzöge vorgenant so jamirlichin sach sin lant vorterbin und sü gar vurhern 1715 und des mochte nicht irwern, 19 c cinis 1 er dü anetrat mit brüdir Cristänis rat, von Prüzin des bischovis, und ouch sines bovis itio etslichir hörn der beslin, di im zu ratenc westin, w az im und in daz beste was : er stifte undir im, als ichz las, zu schirme sime lande 1725 brüderc, dl mau nande dl rittcre Cristi. Wlze mentele trügen sl und darüffe rütc swert mit sterneil. Disc rittcre wert 17M zu Liflandc in der zlt wontin, da si manchin strit üf di heidin hätin, der sl sü manchin tatin, daz sl irre lande vil 1735 betwungin hatlin in dem zil undir dos geloubin hof. Der vorgenante bischof 1660 m»ht K. Ol werüieh.» S. 68 trebin K. 70 leb et ü, U. K. eorr. .0. 71 - * 77 und, K. - C.p. 3. maMito H. - W «• *> tonnt K. H. »her 8. 9 IjmU. her *. *• ,-w H H «iond». 97 1.« 8. 1700 h«r8.H. 3 und* K. 4 her 8. H. 6 ,d«h' *4tt *u> « =- H. ? her .1 S. - C*. 4. rittrm 8. K. ritte«, dy do H. — 23 her S. I* K. H. 27 ^ K. — 29 rittrr K. rltter II. 31 33 h.ttin : ttttin 8. K. hatte« : Utten H. 1) D. i. einstmals. Digitized by Google KHONIKg VON PWJZINLANT. 323 nam dö und clcilc sAn Brunen, einen wisen man, 1740 jn den ordin vorgeseit. Mit im n/imen dö daz clcil ouch andere wol vierzen ; und du daz was gesellen, der herzöge in dem lande sin 1745 eine burc, di hiez Dobrin, den seibin brudren büwin liz. Nach der burc man sl ouch hiz di brüdere von Dobrin darnA dl wlle, dA sl wontin dA. 1750 Darzü er in ein vorwerc gab, daz was gelegin sö hinab zu Kuyaw in dem lande, Cedelicz man iz nande. is 4 Ouch mit den brüdrin gemein 17M quam des der herzöge ubir ein, waz si heidenischir laut hernAch mit strttendir hant den heidin abgedringin mochtin unde betwingin i7«o mit gotis helfllchin pflichtin, dt soldin sl ouch schichtin mit mAzc undircinandir glich, und daz sus haldin eweclich. Dö diz wart den Prüzin kunl, 1785 ir zorn hezlichir wart cntzuiit den ddvor üf di cristinheit. Des zogin si dö in vreidekeit mit eime grözin here noch vintlichir kere 1770 zu Dobrin vor di vestin, dl ouch wart von den gestin gemüet mit manchim stürme swer. St wären den brüdern sö gever und anlAgin sö gemein, 1775 daz sich seidin torst ir keiu uz der bürg irbilcn. Iz wart ouch von den dllen darzü brAcht vil schirc, daz vumfe odir vlre nso der Prüzin eine ghigin, slügin unde vtngin dt crislenen bi der burc vil nA und übtin öt aJdu ire slrüterlc 17S5 allir vorchle vrie. — Diz ist, wi di lant Pn'izin, Colmen, Lü- bau) gegebin ivurdin den brudren des or- dins dütschin husis von Jerusalem. [Dusb. II, 5.) Nu hatte zu den zltcn sA brüdir Herman von Salza, der hömeistir vorgeseit, is »mit gütir vorbesichtekeit i7»o sö hö den dütschin ordin brAcht an brüdir menege und an macht, an richlüm und an erberkeite, daz sich di lenge und dl breite sin lümmunt und sin name 1705 gar sundir alle schäme an gutem rüchc wite irgöz. Sö verre joch sin lob irdöz an gar ellinthaftir tAt, daz herzöge CunrAt isoo zu Masow ouch dA von vornam. Ein wille in sin herze quam, daran er vil stdte bleib, als der gotis geist daz treib, daz er wolde in sin lant 1805 des ordins brüdere vorgenant zu beschirme ladin, ob si lichte intladin mochtin mit strltlicher cralt dl cristen von der heidenschaft lüio und di heidin ges waebin, sint daz an den sachin di swertbrüdero nicht schAfin. Alsust sach man berüfin in zu sime hove isis alle di bischove und sine cdilin man, dl er mochte dö gehAn unde oflinbArto in vil gar sinis herzin sin 1S20 und bat im darzü rAtin. Dö dt harren hätin vornomen des herzogin niüt, deswAr iz düchte si wesin gut und volgetin im dAan vil gar. 1742 andre wol vienen K. rienehen 8. andre wot rintta H. 44 henog K. 47 noch K. 48 Unidre K. n. 55 henog K. hertto« H. 59 und K. 80 goU K. «3 «wlelleh K. H. 60 da K. 67 ii^in K. 78 bracht« 8. 7» »unfe K. H. 83 nade K. irbiten H. — Cep. 5. bruderen K. — Ol mctiyc h. H. 93 und fehlt K. H. 94 lumunt K. ond« 8. t)5 ande 8. W5 wit K. 1901 hen K. 2 her S. 4 hör » 13altu»K.H. 18wideK. 17 her 8. H. 22 rornumeo K. 23 Jucht K. 24 daran K. 21 1 324 NICOLAIS VON JEHOSCHIN 1625 Sl sprachin : >lz ist offinbar, ■als wir vornomen hin ist» »von warin merin sundir wan, »daz dl dülschin brüdere sint »des geloubin vicndin vint lsao »und riltere üzirwelde, »zu wapin ellinthafte holde »und geübt von jungen zlten »an urloige und an slrlten. »Darubir ist uns ouch bewtfrt, 1M5 >daz si.üzirmaze wert »beide geneme und gewdrc »sin dem pabiste und dein leisere »und den vurstin, di da pflcin »dütschir lande ailirwcin. isto »Des hän wir ganze hoOciiunge, >daz durch ire vurderunge »der pabist stifte ungespatt >sö her eine criizevart, »der diz arme lant gelrdst 1&45 »werde und uz not irlöst.« Dö di herrin algemein mit dem herzogin ubircin trügin an dem rate,' er schiele üz vil drale 1850 boten wol achtberc mit brlven vil gewdre, di er sante danne zu brudere Hermanne dem meistere ofte vorgeseit. ms Und du di botschaft vorgeleit im und siuen brüderin wart, der meistir wüc di sache hart mit sinen brudrin vorwar in mauchim rate her und dar. iwo Zulcsl gerit der pabist im sd und der keisir, den si dö den andrin Kridcrich nanden, und von dülschin landen^ vurstin unde herrin vil, blgcsten in dey geschieht mit rate unde hülfe pllicht, daz er näch der bete, dl da vlelich bete ib70 herzog Cunrat an in gewant sich der sachin undirwant. 1820 alte wir »ornumen K. 35 53 brudre II. 54 meiitr« K. II. mwchin rat« K. 60 pab*t K. 04 GS het 8. U. 71 Cunrade K. Sus sante meistir Hei brüdir Conräde dan, den man hiz von Landisbcrc, 1H76 an der botschafte werc und noch einen andrin brüdir, den er wandrin hlz nüt im und zogin sü hin zu dem herzogin it*o von Polenen vorgenant, daz si besehin Colmerlant und irvüren ouch vorwar, ob dl botschaft wörc gar gesehen von slmc worte, is*i di man di boten hörte von sinen wegin werbin da. Und dö dl brüdere quamen sä zu Polenen, als ich las, der herzöge üzgezogin was l»90 durch sache ein teil vcirc. Dö hüb sich abir ein gewerre : der Prüziu quam ein michil schar und hertin her und dar zu Polen in dem lande ms mit roube und mit brande dcswftr harte schedelich. Dö namen di brüdere ouch an sich der Polen ein michil rote von der herzogin geböte iwo Agäfien der vrouwen, und begundin houwen mcnllch an der Pn'izin her, IS 4 daz ouch nam dl widirker kegin in mit strite hart. 190s Dö wanten sich ouch üf der vart an der erstin züzucht dl Polene an dl vlucht. Alsö wurdin in der stunt dl brüdre tötllchin wunt 1910 und der Polenen houbtman vürtin si gevangin von dan. Darzü slügin s? ouch vil der Polenen in dem zil. Und dö irgangin was di nöt, 1915 man vant dl brüdere vor töt üf dem velde ligin allir macht vorzigin. Sl Uz dl vrouwo Agafla K. UMirmMin H. 46 aU» H. 50 achbere K. M ker 8. H. 5« bntdria K. Iirudrrn H. 5S vurwar 8. 59 II. uanebim rate ». 8. 85 im fcblt 8. 07 K. mit rate »nd halle pfllcblt 8. und mit bulfr H- H. Sl Wwhn K. b7 do frUlt 8. da K. 89 ui*. tofit K. H. K. l'JOl 10 1J Polen« 8. 18 *l lu Milt K. U. D. »rOU» K. )igitized by Google KROXIKB VON PMJZINLANT. 325 zu gemache brengin sA i»2o und schuf in gerete, sö sl iz best dö hdte; darzu sl erzle in gewan di ire wundin heillin sAn ; und dö st Icdic wurdin i»ft der smerzlichin burdin, sl wurbin wlslich unvorholn ir botscbajl, als in was bevolu. Dö her CunrAt vorgenant, herzöge iif polnische laut, 1030 gehört ir botschaft hate mit clügim rifim rate, als gesprochin ist dAvur und mit vrter willekur mit vorcintim mute gar 1936 und mit volgc offinbar AgAßen der herzogin sins weibes, und der suno sin, di sus hlzin in der zit : Bolcslaw, Kasimir, Sitnowlt, 1940 gab er mit gesamt ir hant l« » dem dütschin ordin dise lant : Colmen ist daz ein irkanl, daz andre Lübau genant, zu besitzene cwiclich, 1045 und al di lant gemeinllch, dl st nach den zilen mit gotis hülfe irstrlten mochtin und intwendin von der heidin hendin ltoo mit al des nutzes rechte, als er und sin gesiechte si her von anbeginne mit hörschaft hattin inne und bosezziu erbelich. lws Er vorzdeh sich willeclich, darzu sin wib und sine kint, di dft vorgeiiennct sint, allis rechtis und hörschaft, anspräche und allir cighischaft i960 öweclich an den landin, di wir da vor benandin. Und uf daz dl gobunge in ganzir vestenunge mochte eweclich best An, [im 1905 und daz dewedir wib noch man sl mochtin widirsprechin noch hernAch vorbrechin, des gab durch ganze sichirheit der herzöge vorgeseit 1070 den bruderen brive wol bereit nAch der sache intscheidinheit mit slme ingesigele ganz wol bewart an allin schranz. Di dinc sach man urbarin 1975 in unsirs herrin jArln tusint und zweihundirt und dariif gesundirt zwlnzic und sechs jftr ; li b in demc sechstin jAre zwÄr i960 wurdin sl genende berichtit üf ein ende vor hörren und Itilon vil, der ich ein teil hl nennen wil zu wArim gezugnissc, 1985 dl ouch vil gewisse darzu gAbin rAlis Ier: von Masow bischof Gunther, von Kuyaw bischof Michael. Ouch was dabi in dem zel 1990 von Prüzin bischof CristiAn, probst Gernuld, Wilhelm dccAn, und zwene herren von Dirsaw, dl beide hlzin Pacoslaw, der aide und der junge. 1995 Ouch gibt des gezügunge Johannes der kenzeleY, der seibin brlve ein tichttV, der undirkenzeler Gregor, und als ich ouch sprach dAvör, örUchir lüte noch vil m«*, di bl den sachin wArin ö dö sl wurdin sus bezilt, der zu schrlbene mich bevilt*. - Von der besteligunge der vorgesprochnen dinge und manunge, di der pübisl zu den bruderen let. [Dusb. n, 6.] Dö herzöge CunrAt, S005 von dem ir gnüc vornumen hAt, 1930 Kboft K. . 21 itt 8. bette II. 25 •wcnlicbtn K. 91 whem tmte S. H. cf. Duab. : prrhabita matura delibr- ratione — de conailio, vnlontate etc. 32 tot 8. eorr. rr. 33 willekor H. 31 mite 8. 39 Katrair K. Kuoi)r U. 43 Lnbaw 11. 47 half K. 55 wiUieh K.. willifllch H. 00 cwlclich K. 01 cwiclich K. II. i5 da wedir 8. do widlr H. 72 ingttigle K. 69 deine K. 90 CrUUn S. 91 Wilhrln S. 95 piongc 8. — Cap. 0. pabal K. — 4) D. i. mir zu viel ist. 326 NICOLAÜS VON JEROSCHIN I der Heidin ummenschliche tat und di clegeliche nöt, dl sich sinen landin bot, in den hof zu Röme intpdt 2üio mit jAmirberndir clage sus, der munde p Ab ist Gregörius in millldunge wart beweit in polenscbin landin dort, 201s dö er d! clage hatte irhörl und gedächte si bewarn vurbaz vor des jämirs varn, darin gequelt was ir leb in. Swaz geordint und gegebiu 2020 des dütschin hüsis brüdren was von dem herzogen, als ich e las, daz bestätigte alliz sam der pAbist in unsirs harren nara und bovül den brüdren daz 2025 um allir sundin ablAz, daz sl nach all irre crafl soldin an der heidenschaft daz unrecht rechin unde körn des geerüzigittin hern 20^0 mit vil swindin dchtin \ und daz st widir brechtin zu der cristenheite hant di gogendte und di lant, di von den hoidin warin 2035 bekummirt in den jArin, di di cristenen soldin hAn. Der pAbist di brüdre ouch began zu strlte manen unde sprach, daz vil Üblich sus geschach : 2040 »Sune, gurtit üwir swert >und sit an creftin wert ; >gereit üch zu allir ztl >kein der argiu dit in strit, >di zu vorstörne ist gereit 2045 »uns und unsir heilikeit ; >wan uns bezzer ist di nöt, >daz wir in strite ligin töt, »wennc daz wir süllen sehn »und in jAmirkeito spehn 2050 »unsir volc bcmeilgin nd>und ouch unsir heilgin.« Er steretc ouch mit innekoit dl brüdre zu grdzmütekeit mit wortin, di got sprach vorwar 2055 zu der israMlscbin schar da bevor in aldir ztt : >Züch dü üz< , sprach er, »in strit »widir dl vlnde din, »und slestü sl mechtigir sin 2W0 »an menge, weinen und an rilin, »den dü sts in den gezitin, »vorcht sl nicht in allir vrist »want got din herre mit dir ist.c Ouch stet dAbi ein andir wort, 206* dAmite er si tröste dort : >Ir sullit hüte sundir wän »üwern vienden kegingAn >in vil harlis stritis pflicht! »Uvver herze irschrecke nicht ; 2070 »nicht vorchtit si, noch wichit öt, •want mittin undir üch ist got !» Dise gröze mütikeit vollcclichin was geleil an Judam Machabeum zwAr ; 2075 waut dö er hilt mit cleinir schar kein unzelichir heidenschaft, nAch unvorzaglis mütis craft sterete er di sinen dö und sprach zu in alsd : 2080 »Invorchtit nicht ir menge gröz, »noch üch irschrek ir vvidirstoz. »Ncniit zu herzin und betracht, >wi unsir vetre vrie gemacht lwurdin in dem rütin mere, 2om >d6 PharaA mit sime here »in vientlichin zogete zu. »Und schrie wir in den himil nü, >sö wirt ubir uns vil armen is » »unsir herrc sich irbarmen. 2o»o .Er wirt godechtic der geschichte, >wl er zu unsirn vetren pflichte »und wirt vor unser n ougin hüte »zuribin al diss heris lüte, >üf daz allo dit irvarn, 2005 »daz got alieiue mac bewarn »und irlösen, wen er wil. »Invorchtit ouch in keime zil 2000 unjmenacliche tut S. ummwliche n. 1 1 pabtt K. 15 hrr S. K. H. Ü. »Utt kern. 36 crlrtru-n K. 37 pabtt K. 3» und 8. It. 53 gnli demätekeit 9. CO mtnye wckü 8. unde ritln K. und tltin U. keit K. proimutikcit II. 73 Tolliclichin H. 75 her S. 76 ken K. dii S. al di. K. al dit H. »6 her 8. 07 In dem til 8. 21 licriogu K. 21 pab«t K. 2* wern 43 ken K. 47 legiu S. 52 »tercht* 8. 63 wen S. wan II.' 72 (froimaü- 77 unrorcfagiti* U. 71» im 8. »3 all t) Verfolgungen Digitized by Google k-RONIKE VON PRUZINLANT. >des sundigin mamus wort, »want al slncr dren hört 2100 >ist ein unvlat und ein wurm. >Hiite stigit er als ein Jurm ; »morne ist er sö vors wundin, >daz sin nichtig nicht wirt vundin. ■Darum, d libin sune, slt 2105 der e* minnere alle zit unde wAgit bederbe >umme der vetre erbe >in strile iiwir lebin hin ! »Vazzit gar in üwirn sin 2ito >uud bedenkit ebene, »waz bi irine lebene »iiwir vetir hAn getan ; >sö wert ir gröze ere cutpfAn »und liwer namc sundir wän 2ii5 »wirt e'weclich in prisc st An. »Vazzit, edilin beide gut, »vrlez herze, künen müt ! »Vorchtit keinerhandc wö »und werbit menlich in der ö, ?i2o >want sö ir leislit di gebot, »di uch hät gebotin got, >sö kuinit ir in sulche ere, »di dö werit itnruir märe. >Des uemt zu üch gewere 2125 »alle der ö gunnere und andit üwirs volkis loit ; lsb sit mit starkir hant gcreit, daz ir geldit di widirniite1 der argin heidenischin dite. Von %üwen strile der brüdere des düt- schinhüsis hegen den Prüzin» [Dusb. n, 7.] 2130 D&hevor in aldir zit manch und manchcrleie strtt kegin den Prüzin ist gesehen, als dl histörgen vorjen von dem keisir Julid 2135 und von nun gebrudrin sö, di di Gamptin warn genant und geborn von Swedinlant und von hörn Hüge, der dä was genant Potyre, als ich las, 2140 zulcst ouch bischof Cristan, 327 den wir da vor genennet hän, von Pruzin ofle mit in streit und di swertbrudere vorgeseit, dl man nante von Dobrin. 2U5 Abir swen dl Prüzin sin mochtin hab in State, so rantin si vil dräte, daz sl ir houbitlüte san und andre, da icht macht lao an, 2i&o entwedir tot irslügin odir mit unvügin sö verre sl vortribin bin, daz sl nicht mochtin schadin in. ' Hit sus getane liste craft 2155 sl daz joch der eiginscbail und dinstlicher arbeit, dl in zutreib di cristinheit. von iren helsin leiten und blibin in irrekeiten. 2t60 Abir in disen zlten begondin kegin in striten dl dutschin brudere gemeit isc mit nüwir strite sichirheit. Diz mugin gene strite wesin, 2165 di got nuwe hat ir lesin, daz er der vlende pfortin vorker an allin ortin. Want ob sl wol an eime tage vortilgtin mit tödis plage 2170 einen odir mer houbtlute, sö werdin morgin oder hüte alsö gute an ire stat odir bezzere gesät. Und nicht allein dl nüwikeit 2175 an ire strite ist geleit, sundir ouch mit undirscheit in strite nuwe forme treit, want nicht alleine mit liblichin, sundir ouch mit den geistlichin 2180 wäpenen wirt ubirwundin der vient in manebin stundin, alsö daz geböte ist ; want von Möysö man lisl, daz der bette bin den zlten, 2165 däz mit den Arnalcchiten streit dl israhelische schar, 2000 alle H. 210t ttigt K. 10 und« 8. 13 er corr. au» ere K. 15 ewiclleh K. H. 2» ycU K. 30 alle der H. all der D. 38 herrtn 8. 40 Crütan 8. 48 houbt K. 52 rortrebio 8. 64 getaner K. II. 61 kein K. krn H. 66 her S. Sö das K. U. 4) Gcgculobn, Vergeltung. Digitized by Google 328 NICOLAIS VOPf JEROSCHIN di ouch gesigete vil gar, di wil er zu gebete stünt, und swen sich im bot di stunl, 2190 daz er des gebetis vorzech, s6 gesigte Amalech. Diz selbe hat von Möyse Salomön gerurt auch e in dem buche der wisheit, 2195 da er alsust von im seit, daz er ubirwant di her nicht mit wäpinllchir wer noch ouch mit des libis macht, sunJir mit wortin der andächt. 2200 Und ouch daz buch der richtete 15 4 spricht von im sus gewere : iGcdcnkil an den gotis wigant, »der nicht mit strito ubirwant, »sundir mit gebetis vlö 2205 > Amalech di roten 6, >di in vrevelc wilde »sich trogin üf ire schilde.i Ouch lese wir von den Machaben, daz si in gebete schren, 2210 da von irre vieude truchl zegelichiu nam di vlucht; unde lesin ouch also vou Judä MachaMd, daz der zu gote.sin gebet, 2215 in zwein striten nicht intet, in den iz ubil im irginc. Kein Anthiocho er gevinc, den man naute Eupator, der strite einen dä bevor 2220 und dö bleib er des sigis än und niuste iutwithin dan. In dem andren glnc iz sus : Bachides und Alchimus zugin kegin im mit crafl 2225 und dö wart mit n6l behaft der unvorzaito Judas, der des muls ein lewe was und dez tat noch niichil mö. Alleine er tele harte \vc 2230 den viandin üf den tac, der dö manchir töt gelac, doch sich der strit sö lange wll', unz er ouch leidir dä gevll und daz israhclischc her 2235 wart dö vluchtic sundir wer. Noch ist ein andir nüwekcit zu stritene uns vorgcleit kein der alle sterke vult, 16 «und di ist genant gedult. 2240 In der hän vil gewere di hciligin merterdre des libis hi vorgezzin und ir selin besezzin bi gote dort in vroudin pflicht. 22« DA von sus ein pöeta spricht : >Gedult ein edil kunne ist »zu gesigne alle vrist ; iswer da dult, der vint den sie ; »wiltu gesigin, duldin pflic !< — 2250 Ouch hat er geschribin sä von der gedult andirswä : >Gedult di ist ein tugint gröz, »des sigis pflegelich genöz ; >si ubirtwingit äne dröz 22:,5 >di in wapin unde blöz.« — Von der gedult ouch sprichit sus der gute sente Gregörius1: »Än isins unde v lammen pin miug wir mcrlerere sin, 2200 ob wir wdrlich bchaldin »gedult in mutis valdin.« — Jeron imus ouch dazu dönt : »Sa welch heilge wirt gecrönt, . »er endulde sundir erigin?« 2265 Sint der kirchin von der wigin ni ab was druckindiz leit noch duldende gerechtikeit. Alsus sö hiin wir nuwen strit, dem nüw intscheidiuheit bilit, 2270 in der wir mit geistlichir wer niugin der v lande her der crisleuheit und des geloubiu ubirwindin und betoubin. 2I»0 gebet» K. U3 fenit 8. 90 alfUt K. 2202 g*U K. h le. K. 12 oucl» fehlt 11. D. 1 4 d» S. Ii « yntelK. 17 1« H. D. umgett.'lU, 21 undo K. 25 da K. 11. 2V allciu K. H. D. X! uiue S. 3S krn K, ü. 41 inertere K. mertyrrr* n. 43 »elin buiio b«*-tiin 8. 50 her S. 51 gedult «tu K. U. 54 uberwiodit K. U. 55 im 8. 57 »cnl K. »I »aldin K. U. w»ldiu 8. 65 den wigin S. 73 uwir wiudin 8. 4) Hin und hör woiicn. „ 2 In Evongflia Iii». II, homilia XXXV, cnp. 7: >ltnqtic esse mnrtyres possumiis, ot.ams. Düllo percutienlium ferro Irucidemur. . und weiter unten : »Et nos erKo hoc exemplo smc ferro esse pt*su- iims martyres, si patientiam in animo cuslodimus.« Digitized by Google KROXIKE VOX PRUZIXLAXT. Von vleischlichin und von geistUchin wäpenen. [Dusb. n, s.j In cantiris gcscliribin stat, hT* ^az a"er'c'c wApinwAt der reckin, als ich iz da las, in kunic Davidis türme was. Von sechzic reckin ouch alda stdl däbl gcschribin sh •jjso der sterkstin, sö man las mit wel uz den reckin von fsrahdl, gelart zu strlte und wert, daz si alle trugin swert und mit büte namen war 22r>5 ummewaudrin her und dar Salomönis bette. Ir iclichir hette sin swert üf sine huf vorwar gebundin durch der nachte var ; 2290 daran uns ouch bezeichint ist, daz di hulere alle vrist des houbtis Jhösii Cristi wapin sullin habin hl, damitto si betoubin 2295 di viende des geloubin und des geloubin türm bewarn vor allin schedellchin vam und vlizin sich darzu, daz sl in vridelichir rti 2300 und in stdtir sichirheit hütin der heiligin cristinheit, dl da genant ein bette is des wann Salomönis. Abir want di schrift bewlst, 2305 daz vrowc Judit ist geprlst nicht von der wftpone achte, sundir von tuginde machte, (iAmit sl Holofernem slüc: >Wer hoffit dann, daz in genüc 2310 »bewar sin böge und sin swert ; >odir welche sin sö wert >gewcsin und sö vormezzin, 16 e »daz si hftn besezzin •mit ir s werte di erdin ? 2315 Darum sol wir des werdin Sente Paulus lere intpfän 329 und di wapin legin an gotis, daz sint tugint, di alleine mugint 2320 den meuschin, als Macröbius1 spricht, selic machin mit ir pflicht und iren besitzure bewam mit craft gewöre. Der tuginde wapin sullin gar 2325 uns von vientlichir var bewarin und beschinnen sus, als da spricht Bödcius : * >Wir habin wapin dir gegebin, >di dich bewart höUin ebin 2330 »mit ungcleztir vestinkeit, »hdttis du sl nicht abgeleit.< Nu sol uch werdin hl geseit von der wäpin undirscheit, beide der vleischlichin 2335 und ouch geistlichin, der di heilige Schrift gewigit, damit man in dem strite pfligit kempfin, den dä nuw irkorn got bat, als ich sprach davorn. — Dix ist vom pukulere. 2340 Wer nü in disin strit wil gAn, der sal zum allir drstin hin den pokeler und da stdt von geschribin sus, daz Salomön machin 11z zweihundirt sper 2345 und drlhundirt pokelör. Ouch lese wir davon alsö in eccldsiasticö : >Dcr gerechte in allin ziten »sol kein dem vlande strlten ^mf den poklcr des mechtigin, »ob er an im wil gesigin.i Vor den pokldr sol uns zetnin, daz wir den geloubin neuiin, davon sente Paulus spricht : 2355 »Ncmt vor uch in allir schiebt »des geloubin pokeler, •der ein vullemunt gewdr »allir tugindin ist genant< ; und äne den, als uus irkant — Cap. 8. Uebmehrift fehlt U. D. 2294 b«roubin 6. 2301 «elgiii H. taligrn D. 5 m« K. 6 wopenc 8. 9 danse dai yn jnuj K. 15 wir fehlt U. D. IS 8cnt paub K. 22 rren 8. irre H. ir D. 2t tufindin H. til- genden D. 26 bewwm K. H. 35 und S. 36 l.eilje K. 39 do II. 42 pukulrr h. II. 45 pukaler K. 11. lOlMinK. 4UkcnK. 50 puklcr K. U. 52 puckalor K. H. 50 pukuler K. 11. 5!» an S. II. um Ut Irkant U. D. < I) In Somit. Scip. I, 8: »Solae faciunl virtulc» bcatum«. ä) De consolationo philosophiae lib. I, prosa 2. Digitized by Google I 330 NICOLA US VON JEROSCHIN 2360 machit sente August in, alle tugint untuchtic sin und glich dem zwlge werdin sör, der lifwachsin wil inpor undc cnpirt doch der craft 2365 des stammis, di in tut besaft. Ouch ist nach sente Paulis sain unmugllch, daz Iraant behain golc An gelouhin muge odir icht an genadin luge. 2J70 Hat in abir unsir raüt, uns kumt mit im alliz gut. Des spricht unsir hörre sö in dem ewangeliö : »Habit gotis geloubin gar, 2175 i waiit ich sage »ich daz vorwar »swer dä sundir zwivils pflicht »sust zu disera berge spricht : »Irlich dich, lAz dich in daz mer!« »geloubit er Ane zwivils kör 23S0 »alliz, daz er spricht : »Geschieh,« »daz geschieht im sichirlich. Nu »echt, wl rechte grdze erafl an den geloubin ist gehaft. Diz ist der pokclere 23M so starc, so sigeböre, dämife kunic Josaphat von JudA zu dem volkc trat, na daz er vorzaitis mütis sach, und sus mit tröste zu in sprach : 23M »Gelruwit gote üwerme hira, »sö wirt sich zu gelucke körn mit sichirheit a! üwir dinc. Daz ouch gar alsus irglnc : want di Amoniten 2395 und ouch di Moabiten, di gesiechte beide, dl in argir vreido kegin in gesament warn, begundin da einandir varu 24oo und wuutin undir einandir sich deswAr alsö vieutlich, daz sl alle blibin löt. Di nöt dA vnint dem vründe böt. Ouch was iz, als wir lesin dort 240& eins starkin geloubin wort, daz DAvIt sprach zu Goliat, dö er in kämpfe kein im trat, »Du k um ist zu mir bere »mit swerte, sclülde, spere, 24io »zu kempene vrevellch ; »sö kum ich alhl widir dich »in unsirs hörrin namen.« Sus trAtin si zusamen ; und dö gab got ouch alzuhant 2415 Goliam in DAvldis hant, daz er in dA zu töde slüc. Ouch was gröz geloube guüc an Sauls sunc JonatA und Machaböö JudA, 242o dö ir islieh dise wort sprach bl slnon ziten dort : »Gote ist des nicht zu vil ; »er mac helfln, swem er wil, »sö wol kein grözir menge zwAr, 2125 »als kein einir cleinin schar.« — n ■ In des geloubin vestikeit JonatAs selbandir streit, er öt und sin wöpenör, kegin der Philistern her 2430 und irslügin ir zuhant wol zwönzic, di man ligin vant kum eins halbin morgins breit, des di dit gar wart irweit und an dl vlucht gewant dAvon. 2435 Man sach Judara ouch slan Serön und al sin her geloubin in creftin des geloubin. Diz ist der sie, d&mite man der werlde gesigit an. 2440 Wer ist abir, der dA gesigt, wen der, der des geloubin pfligt, daz gotos sun si Crist Jhesus? Want unsir herre spricht sus : »Swer an mich geloubit, 2445 »und wöre er joch beroubit »des lebins gar, im wirt gogebin »widir wol gesunt sin lcbin.< Darumme wende her und dar von ende bis zu ende gar 2450 mit merkindis sinnis griß der hcilgin öwangeiien schrill, sö vindistü vil nAch alle vrist swA man von unsim hörrin Hst, 2304 und K. 6S anc K. H. 69 adir K. 74 Habt K. 77 »o« K. 79 (eloabt K. her 8. H. AOiartch». 81 puckulrrc K. pukelere H. 85 wabere 8. 05 di fehlt K. H. 09 bepradlo K. 2 101 rinülch 8. J ir* bot K. II. 7 ken K. II. > kuDiia K. 10 kempne K. 14 ouch fehlt 8. 15 Dariüa K. 16 da tu MM »■ 18 10 Joaatue : Judaie K. H. 24 ken K. H. 25 ken K. B. cleinlr K. 27 Jonatha* K. 29 km K. 43 *» hot gteprochls »ui II. entsprechend D. 43 fehlt K. 48 und fehlt 8. er und Aar K. 52 Tindia duK. Digitized by Google KR0X1KE VON PRI.ZINLANT. 331 wl er hat nach slncr macht 2155 lib und sole heil gemacht, daz er i endet di geschieht mit sulchin wortin, di er spricht : >Dln geloube hat gesacht, >daz dtk bist gesunt gemacht. i \4*o Alsus hat ir den pukeler. Von dem werte. Nu nemt daz swert zu strltis wer, Von dem s werte sus ich las, daz iz Jeremias 17 e Jude* gab und sprach zu im : 2M5 »Seh, diz heilige swert nü nim »von gote zu prisande, damite du di vtande »des volkis von Israhei »nidirwirtis sundir vel 2170 »und sl niachis Ären blas.« Diz ist daz swert, da mit Judas pflac di israhölischin scharn schön besclrirmin und bewarn. Diz swert, ir gotisritlere wert, 2175 vurt recht als Saul sin swert, daz nl llcl widirquam, swä iz slnen swanc hin nam, daz an gotis vlendin dort wirt irvullit gar daz wort : 2iso »Büzin sl da» swert vorhert, »binnen gar dl vorchte irveYl »dl roait und ouch den jungclinc, »den aldin und ouch den sugelinc« ; und daz sl sprechin alle zit, 2im sö icht nöt üf in gellt : »Nicht andirs ist, daz uns beswdrt, »wenn öt Gedeönis swert«; daz ist des getwangis crafl cristinllchir rittirschaft. 2m Vor daz swert nim gute tat, want der geloube ist lebins mat, der der werke nicht inhat. — Etsliche wApin öt bewarn den lib vor vlcntllchin värn. 2i»5 Sö ist daz swert nach sine urbarn wol dem werke glich gezalt, damite der vlent wirt gevall ; und als daz swert itwedir slt ist gescherfit unde snlt, 2500 sust dl gütin werc gewer beschirmen irin wirkör n d uf ein slt vor der helle pln, üf der andren si in in zu der vroudin leitin, 2505 di nimant mac vol reitin1. Von dem sperc. Nu nemit ouch zu strltis ger dl dritte wer, daz ist daz sper, davon stet geschribin sa, daz der prlstfr Jöjnda 2510 sper den houbtmannen gab, dl er gescheidin hatte ab darzu, daz si mit wartin daz gotis hus bewartin. Diso.sper Jöab mit craft, 2515 ein vurste der ritterschaft, in Absalönis herze stach, an dem er vlentlichin räch, daz er vorvolgete mit nido slnen vatir, hörn Davide. 2520 Vor daz sper, daz dä ist recht, nemt rechtin vorsatz siecht, als sente Paulus löre glt : »Swaz ir tut zu allir zit, »daz daz allentsamen 2525 »gesche in gotis namen, »iz sl an wortin odir an tat, »swelchir wls ir daz begat »ezzindc odir trinkinde, »waebinde odir winkinde1, 2530 »und öt waz ir andirs tut, »daz des vorsatz wese gut »und sich davon mdre »gotis lob und ere.< — Von disim spere sich vil schön 2535 beide lön und ouch unlön eins itsllchin werkis treit mit alsulchir undirscheit : 2454 bar 8. H. 5« di er S. K. dy U. di« D. 00 puckuler K. pukuler H. 04 uode 6. 65 tieh H. D. 69 w.l H. D. 88 b 6. 08 yquedir K. H. 90 und S. K. H. 2500 im K. 1 erin S. 4 5 Icttin : rettio S. «DoiilB. 17 her 8. H. 18 volgete n. 10 ■yoem H. 21 ortart H. 22 pauwil K. U. (NB. polniicli : P»wel) vgl. 3143, 3*215. 2^ eitind K. 2» w.rhtnd K. " 31 werde II. D. 1) Anzeigen, benennen. S. Loman, Gl«>8«nr zum alten kulmischen RechUs III, 61* S. 858. i) Winken = nutare, nicken, schlafen, Pf. Beide Participla sind Ausfüllwörter und stehen I Cor. 10, 3« nicht. Digitized by Google 332 NICOLAUS VON JEROSCHIX ein böse vorsatz, der mac nicht 18« zu gutin werkin hnbin pflicht; 2540 dawidir oucli ein vorsatz gut bösir werke nicht intüt. — Von deme schilde. Den schilt üch vor daz virde bat. Davon in Isaia stat mit warin worten sus bezilt : 25« >\Vol üf, ir vurslin, vazt den schilt!« Zu Josud sprach got ouch sö : •Nim den schilt und lieb in hö, >dcn du hast in diner hanl >und st* also gewant 2550 »kein der stat Hay genant ; »dl wil ich gebin dir zuhant.c Darnach stdt geschribin ouch, daz Josud nicht widirzouch di hant, dl er irhabin Hill, 2555 darinne er des schildis wilt sö lange, unz mit swere alle di inwöndre von Hay wurdin töt gcslagin. In sulchir wis sullin tragin 2560 al cdele stritere iren schilt gewdre, noch den vorwerfin in keiuir vrist, sam Saul tet, von dem man list, daz üf dem gevilde 2565 vorwurfin wurdin schilde, der starkin schilt, Sauls schilt, sö zeglich, sam er nt gcbilt zu kunge wdre vor der zit. noch mit olei d gewil. x\7o Vor den schilt nim golis wort, daz dich mit lere wisit vort, wiltu sl ebin merkin zu allin gülin werkin, davon wir sus beschribiu han : 2575 «Gotis wort ist sundir wän 18 b »ein schilt durchvugirt allin deu, »di dran mit hoffenunge gdn.« — Der schilt darummc durchvugirt heizit, want er Sicherheit intheizil 25so und bewart zu allin mäln vor den vurigin sträln, dl der tiivil schüzit. liivon di schrift intslüzit, daz Machabeus Judas 25*5 di slncn alle, waz der was, nicht wapinte mit were der schilde noch der spere, sundir er pflac st vestin zu strlte mit den beslin 2590 wortin, di im warin irkant von gote, di ouch sin genant di bestin woi nach rechte ; want gotis wort tut siechte und machit waz iz wil ; 2595 iz nutzebdrit alle zil dl, zu den iz wirt gesant. Wirt der nutz an eim irwant, sö hilft iz an dem andren sidir ; iz kumit i nimmir itel widir. Von dem hakberge, Nu nemt zum vumftin den halsberc üf des nüwen stritis werc. Davon stdt geschribin sus, daz Judas Machabdns sam ein rise leite an einen halsberc wolgctan und beschirmte sine lant. Vor den halsberc si genant alhl dl gerechtikeit, . davon sente Paulus seit : 2«to »Sit gemant, daz ir anleit »den halsberc der gerechtikeit.« Gerechtikeit ist solchir art, is c daz sl gibit ungespart daz sine eim iclichin wol, 2615 als er von rechte habin sol. Gote gibt si di ddniüt, daraite si sich undirtüt, (als er ouch selbe spricht, wir suln sus al gerechtikeit irvuln) ; 2620 dem nestin mitlidunge pflicht irbütit si. Davon ouch spricht sente Gregörius 1 gereit : »Di wäre gerechlikeit »siele mitlidunge treil ; 2625 »di valsche hat unwirdikeit.« 253Sniehit8. 40 Uia 8. 50 ken K. 55 wil 8. 58 59 |etl»g» : hrmfn K. 62 Torwerfn K. 71 mia 8- 76 durchturit K. eorr. für dnrehundirt. 76 77 fehlt H. 78 durcbvutrric 8. durehundlrt K. H. HO im fehlt H. V. Vi (DU K. «7 unei 8. in» 8. 2(il 1 tferechu-keit 6. U *ol K. H. 1» inrul K. 23 gwtblekeit 8. 25 uawirdUkcit S. 4) In Evaogcliu lib. II, Honiilia XXXIV: »Vera justitia compassioüem habet, falsa justitia de- dignationem.« Digitized by Google KRON'lkB VON PRUZINLANT. 333 Ir seibin gibt sl getwanc des vlcischis, daz gar sundir waoe sal recht als eigniu undir der sdle joche sin. — 2630 Davon ecclesiasticus spricliit diso lere sus : >Siui, Wonne du gevähs.den ganc >in goles dinslUchin getwanc, »sö stant in gerecht ikeit ;« 2»35 und darzu si dir nid geseit : •Durch der rechte dulde ptn »an dir um dl sele din »unde vicht unz in den tdt >um dl gerechtikeit ; wan got 2G40 »wil denne vechlin ouch vor dich «kein dinen viendin crcfticlich.« Sd wirt den irvullit dort wol ebene ein sulchiz worl gesprochen von Davide 1 : ie is »Gerechtikeit und vride »oreinit sin in kuschir pflicht.« — und andirs wirt kein vride nicht ; sundir daz vleisch treit gelust widir den geist in abekust. 2A5o Da widir ouch der geist begert, i«d daz dem vleischc ist unwert. Von dem kochir und von dem bogin. Ouch vügit sich zu des slrits gezoge1 beide kochir unde böge, dä von Isaac sprach zu M55 sirae sune Esaü : »Nim zu handin dino wer, »bogin mide kochcr !« — Von der strälin. Straln ouch hlzü gehörn, wolle wir dl vlende stdrn. 2tw Von den sträln, als ich las, sprichit Isaias : »Den kunic von Medinlande hiit »irweckit der gotliche rat »widir Babilönem.« — 36«5 Vullit, daz ist üch bequem, di Löchere mit pfllen, uf daz in disin wilen got mit üch muge andin an sincs erüzis vlandin 2070 di wort, dl er gesprochin sö hat in deutrönomid : »Samenen ich üf si wil »ubils unde jAmirs vil »unde wil an irweudin 2o7s »nun str.Min in in endin.« — Wir sullin vazzin an drin sin bl den vorgenantin drin, bogin, kochere, strälin, und däbi uns malin 26so dri dinc, danU sich ebm ein iclich geistlich lebin stiflin müz, dl sint geseit gehorsam, annüt und küsebeit. Gehorsam hat gewisse 2«m wol des bogin gliehnisse ; wen als der bogin wirt gezogin loa gecrummil und widirbogin und doch blibit bruchis an, sust ein iclich geistlich man 2CW» sol ouch setzin slnen müt, daz er ubil unde gut, bequem' und unbequeme in gllchira müte neme ane murmelate 26«5 unde in gehörsam drälc laz er sieb sundir trigin bigin und widirbigin. Von dem bigin sprach Fsaac, dd er Jacobe seines pflac : 2700 »Vor dir bigin sich zu tal nliner mutir sune al. »Ein htfrre diner brüdre bis!« — So mac sprechin wol gewis der gehorsame sa 270S diz wort mit Jeremiä : »Den bogin sin gespannin hat »der herre und mich hät gesät »als zu der stralcn ein zil.« — 6 wl harte unde wl vil 2710 bugit sich denne in den span der böge, sd ein geistlich man 2633 fötaK. 34 fcrechtokeit 8. 36 durchdar K. 3% viebt bi» K. hl* H. 30 want K. 41 oretVeUch 9. 40 akuat 8. 51 Tirwert K. 52 vugt K. itrit 8. K. H. »treit D. 53 und K. 57 und 8. H. D. — Von den atraUn 8. H. — 5» woUin K. AI spricht K. 02 kunj K, 60 tiot K. 73 und K. 75 mit 9. K. 11. I). 79bitumaiinK.il. M wut K. k» iui K. VI ■mbn)«*«« K. 95 und K. 96 her 8. II. 97 u»dc K. 2702brudlrH. 7 hat mich K. U. hat nach D. 8 als« K. atialo K. 10 bugt K. 4; Psalm 83 (Vulg. 84), H. *) Material; gezug im Kulm. Rocht. Digitized by Google 334 NICOLAUS VON JEROSCHIN in strite vor im stt den töt und nicht entwichin lar der nöt! Daz ist der gehörsam 2715 deswär harte lobesam und ubir alliz opHr gut ; want, als Gregörius1 kunt tut, »Vremdc vleisch daz opflr nötit ; »der gehorsam eiginz tötit.« — 2-20 Di strAlen daz geschutze treit und bezeiehint dl küscheit, want, als der wol schizin wil, mit sinnen merken müz daz zil ; als müz der sinnen ebin, ««der da wil küsehllch lebin, " \vl er mit der selin craR, di ir natürin ist geschaR, des vleischis sinnen widirstA, dt dA sint geneigit na 2730 zu den sundin alle zit. Und als di strälin trlbin pfllt des schuzzis, nicht ir selbis macht, als ist iz um küscheit gemacht. Nlmant kusch mac gelebin, 2735 iz werde von gote im gegebin. Ouch \lügt nach vogils sittin zwü vedren inmittin dl strAI, üf daz sl snellc den vlant töt gcvelle. 2740 Sust ouch an der küscheit sint zwü vederen, daz dl den vint, den argin, aldin trachin, der kusche widirsachin, gar an creftin tii gcblant. 2745 Di zwü vederen sint genant aldis lebius nüwekeit und des vornüwins nutzberkeit. Von dirre zweir vedre Schicht IsAias alsust spricht : 2750 >D1 ir hoflin hän gehaR, >di werdin wandelin ir crafl »des libis in des geislis gar »und nemin vodrin als der ar : 2 »want sö sich der vornüwin wil, 2755 »so logit er abe in dem zil >al sin alt gevidere »und niml nüwiz widere.« Zu "ftlsulchir nüwekeit mant uns Paulus, da er seit : 2760 »Don aldin menschin abeleil »mit der erst in gewonheit, »den der irrikeite ger i»c>pi1igt machin wandilMr, »und tut den nüwen menschin an, 2765 »der sich nach gote schepfin kan »in heilikeite und in tugint.« — Sö wirt vomüwit üwir juginl glichir wlse als des am ; ir wert mit snellim vlüge varn 2770 in der tugint der küscheit sundir alle müdekeit, want ouch dl strale Jonalhö zunicke nl gepraltc 4. Des mac des k uschin menschin vleisch 2775 mit toppe tün alsulehin creiscli, sö iz twingit bände pln : »Di gotis strähn in mir sin ; »der zorn üztrinkit mtnen geist »der unküschllchen vollcist.« — 27S0 Weichin zorn, wl harten strit widir einandir alle zit kusche und unküsche hAn, der kunl schall wen ich niman alsö vollcclich gebrücht 27S5 sam der, der iz hAt vorsucht. Von der vornüwunge nutze sus spricht sente Bernhardus : »Sö waz hAt grözir zirheit, »wen di reine küscheit, 27W »di daz wol reine machit, »daz sich von unvlAt sachil? »Den vienl macht si heimellch. »Ouch züet ir vmcht sö höc sich, »swelch mensche üf irin stengil 2785 »sich pfropfit, der wirt ein engil.« Ouch lese wir von vrowin Judittin daz sl nÄch mcnllchin sittin Holofernem veltc töt und löste gotis volc üz nöt. 2800 Daz heil wart ir darum gegebin, lad daz sl minte küschiz lebin. 2720 »tnOn 8. 41 wlnt 8. Wnt K. 42 der 8. K. 44 tun 8. 45 iwo K. redern U. 49 aliui K. H. M wan H. w»un D. — der der vrouwio II. der fr» wen D. 55 Uft K. her D. 57 ein nuwli Pf. «3 tmnehin 8. K. H. m»nchen D. 66 der 8. 70 uuku.Uchen 8. K. »2 heimlich K. II. 03 höbe K. 91 m«>«* K. «5 pfropft K. »6 rrow K. U9 uode 8. 4) Diese Stelle scheint von Dusburg in Erinnerung an Gregor, lib. VI Comrocnt. in I Regg. II, il in fine niedergeschrieben zu sein. 1) Vers 875S-7 bei Pfeiffer S. 4«, Nro. i. Digitized by Google KRüXIKE VON PRUZINLANT. ö wi schön in nutzis wunnc bistu, edilz küschiz kunne! — Der kochir uns bezeichint tut mit glichnisse duz annüt ; want als di slral behaldin wirt in des kochirs valdin, sust wirt di küscheit in armut vorborgin und behaldin gut. 2sio Des mac di kusche sprechin dort in IsäiA ein sulch wort : >Got der hat gesät min wesin »als ein sträle uzirlesin »und hät vorborgin mich iin sime kochir sundir!ich.< — Doch* mac nicht gnüc gedutin an geistllchin lütin daz armut zu der geschieht, von dem sente Bernhart spricht : •Si wellin tragin der ermde joch, »sö daz in uiclitis gebreche doch, »und minnen alsö daz annüt, »daz sl besitzin all« gut' ; sundir sich müz darzu zechin willig armut mit gebrech in, davon Cristus sprichil alsö in dem ewangeliö : »Sclic siut dl armin, »dl in dem geiste armin.« — 2*30 Di armutige sol gesehen nach sente Bernhardis jeii in vorsatze gewöre und in geistllcbir gere allein durch gotis behegenis 2H3S und durch der selin heil gewis. — Diz sint dl kochere rechte Adädezens knechte, dl der kunic Dävlt mit em 30 s vurte zu Jerusalem. 2s4o Sö vU sprich» Adädezör als ein vordirstir scheider und bedütit armekeit. dl dä von rieht um c scheit. Sö sprichil Davit mit witzin : 2S45 begerllch des nutlilzin, unde bedütit unsirn herrin Crist, des anthlze sö schöne ist und sö rechte wunnenber, daz dt engil in grözir ger ane drözis raittewist dar inbren zu allir vrist. Der truc di kochre der ermde mit bitlirlichir hermde unz zu Jhdrusalem sö hin, 2S55 dä er durch unsers heilis gewin an eime erüze nackit geblnc, üf daz w'ir ouch gdn, als er glnc und volgin sime arraüte mit willigim gemüte. 2wo »Diz armüte vrle »ist ouch ein arzenle,« als Grögörius dö seit : »dl der sittin krancheit detzil unde machil kunl, istx, »di tut armöte wol gesunt »mit slncr arzedic art.< Armute tötit höchvart mit slnes smackis prcgiln und dl zwu hclleegiln, 2s"o unküsche und girekeit vorsteckit gar sin tuchtikeit. — Ouch sul wir ein slenkir hän, ob wir zu strite wollin gan. Davon spricht, als ich las, 2*75 der wlssage Zacharias : »Got der herre wirt bewarn 20 b »und bedeckin sl vor varn ; »sö werdin sl dem vräze »sich begebin mit unmäze, 2sso »um daz vormeinen »wirt er mit slenkir steinen »hcrtecllch kein in swingin »und si dämite betwingin.« Von der slenkcrn wir ouch h;'m 2Sv> in der kunge buche slan sulche wort geschribin : »Iz sal werdin getribin »dl sdle um und urame mäch schibelcchtir2 crummc 2%03 bis du K. 4 beieiehin K. bicaetebin H. beciaichncn D. 9 cui K. H. 11 eiu H. in D. 12 g«Mti K. |eneit H. D. 24uadilcfe6. 2« d« roo 8. K. «pricht K. II. 31 30 H. D. 31 foU K. 40 toi 8. spricht. 41 vonTkte K. 45 de, 8. in K. etrt durch Corrcctw. 40 and K. dutit tut bedütit Corr. K. duUt H. &5 do 8. K. II. her 8. II. h*iU K. H. 56 n*kt K. H. 53 volftnM 8. «yu» K. 63 branebeit 8. 04 and K. H. 0:. iinrute S. 7» ju- bln K. H. SO umb K. 02 hertlicb K. hcrllch II. herleich D. kell K. S4 ileukrcn K. Si kunige K. 4) Wohl = prickeln = stechen. Vgl. auch Prckkel (Stachel), prekkcln (stechen) bei Hennig preuss. Wörterbuch S. 1 85. i) Wie eine Scheibe gestaltet ; rund Pf. Digitized by Google 336 MCOLAOS VON JKROSCHIN 28M >der vtendo D&vidis vor war >als in cinim summin gar »und in cinim umtnc swonkim >dcs zirkils einer slcnkirn.« Diz ist dl slenkre, dA mit 2*95 kein Goliam trat DAvlt und in in di stirne warf mit eime steine alsü scharf, daz er im in den schedil dranc davon dor grözo rise lanc 2900 vll uf sin antlitze danidir Ane witze. Alsus DAvlt der deine mit slenkren und mit steine den grözin risin ubirwant 2905 und slüc in töt mit stner hant. — Ouch in dem nüwen strite hab , bi der slenkren einin stab, von dem spricht, als ich vornan», got sus durch IsAiam : Mio >\Ve dir, Assur, di gerte >mines zoniis vil herte iwirt dich treffin und slAn »und min stab sal sundir wan iiu den egiplschin wegin sich »,5»zu slag irhebin ubir dich.< io c Nu ist in der histörgen ein geistlich sin verborgin an slenkirn und an stabe, da wir sus lesin abe, 2920 daz DAvit, dd der solde, kempfin, als er woIde mit dem risin Goliam, slnen stab dt mit im nam, den er pflegellchin trüc ; 2925 und vumf steine scharf gnüc las er in sin lasche und eine slenkre rasche - trüc er ouch in siner hant, damit er velte üf den saut 2»30 und totte also disin wol gewApintin risin. Dirre rise Golias, der sö hart gewApint was, den tüvil uns bedütit, 2M1 funmc S. 05 ken K. 2901 dar tddir K. 20 er H. 22 »erin K. 23 im fehlt H. V. 25 t 42 Ki* »old du K. im ialtu H. 47 vunf K. 4» 55 und oft* imune (eorr.) R. und offle H. und oflte D. halt D. 76 gettunin 8. 4) Nach Hieronymus Commentar. in Osce lib, 2935 der sich darzü irbütit mit wApenen der liste, \vi er in allir vristc v den menschen angevechte. Des sallü, büzer rechte, 2940 Davit sin ken im genant, want Davit spricht: starc mit derhnnl.1 Sust soltü widir in wesin, und wiltü wol genesin und gesigin an im, sö hab 2945 des heiligin erüzis stab bl dir zu allin stundin und dl vumf scharfe wundin Cristi des vil reinen, dl dl vumf steine meinen, 2950 dl er leit in slrengir pln ; dl lege in dt taschc dln, ich meine dines herzin. «•«! Dl wundin mit iren smerzin saltü recht bedenkin 2955 und alumme swenkin mit andächt in der selin ; sö trifstü ane velin den tüvil, daz er slirbit, daz ist, sin craft vortirbit 2w» so gar, daz er dir nicht enkan mit bekorunge gesigin an. Und pb der stab joch eine, des erüzis vrön ich meine, nach Heikel rate 2965 wirt üfgelegit drate des todin kindis antlitze, daz ist, der äne witze kintllch pflegit gebarin in vollinkumen järin, 2970 des sele 11t in sundin töt ; daz töde kint von tödis nöt wirt zu lebeno widirbrächt, ob in der stab rürt in andAeht. — Wolt ir in vollim wapin slAn, 2975 sö solt ir ouch gesturzit hAn dl hclme unvorzagit, dA von dl schrift sus sagit, daz Saul DAvld an töte vil gar sin strltgewete, ribe K. 3 flenkern K. H. 7 ileaklrn K. atenkrrn n. unf K. H. 29 linr« K. 29 damit« H. D. 3» «dt du k. fehlt H. D. 49 Tunf K. 53 ertn K. 5t «alt du K. 57 Uifi du K. 60 dar er mir S. 61 bekoruat; K- , I, cap. 8. Digitized by Google KROXIKE VON PRÜZINLANT. im »so und einen heim erin slurzt er üf daz houbt sin. Durch Jcrdmiam got ouch spricht : »Zu dem strite üch bericht ; »silzit üf, ir riter balt, 2vv> >und in vorbundin helraen halt.« — Der heim bedütit uns daz heil, daz dem menschin wirl wol veil • von gote, der da übit sich in disin wApin tugintüch. law Von dem heime sprichit sus 31 » der gute sente Paulus : >Den heim des heilis an uch nemt »der üch zu sAldiu wol gezemt!< So spricht IsAias : VMi >Ich sach, daz der gerechte was >mit eime balsberg an geleit >und mit der gerecht ikeit >und üf slme houbte stünt >der heim des heilis in der stunt.« — ■ 30(Mi 6 wj sichir macht du stAn, in strite, ob du angetan mit disem hcrgewtHe bist ; want got, Wr in allir vrist, dln heil wil selbe werdin 3005 unz an daz ende der erdin. — Diz sint di wapin starke, da mit der patriarke Jäcob üz Amorei hant gewan daz abgeteilte lant, Mio daz er slme sune ouch Josephe zü mit gäbe zouch. Mit den seibin wäpin sint ouch di israhelischin kint vil wol näch irre gero 30i s tilgt in di inwonere des heilgin landis gar und besäzin iz vorwar. Ouch sd ubirwant Davit slns richis vieude damit. 3020 Want di MachabtH sidir machtin und büwctin widir dl stat Jerusalem aldorl, dl dd vorterbit und zustürt vil gar von den heidin was 302» und gotis tempil, ols ich las, den besulwit bat ir mein, machtin si dö widir rein. ö ir stark in helde, ai b ö rittere üzirwelde, 3030 ö ir cllinthafte man, nü legit dise wApin an und rechit unvorzeit daz unrecht und dl smAhcit des gecnizigittin gots 3035 und nAch willin sines gebots beengit daz heilige lant üz der argin heidin hant, daz sl mit unrecht ir kur der cristenheil besitzin vur! 3M0 Tragit, edlin helde gut, in dem strite starkin müt und üwir hendc nicht entlM, wan üwir arbeit Idn intpfAt, daz lün vorwAre, dAvon 6 3W5 got sus sprach zu Abrah«* : >Ich wil selbir wesin schon, »dir ein alzü gröziz lün.« Darumme ist, daz uch irvert di arbeit, üwir ougin kert soso an daz lün sd wunuenollch unde wizzit sichirlich, als dikeine missetAt ungeplnit sich vorgAt, alsust inblibit sundir wAn 3055 dikeine tugint lönis An imd in daz lün sich seihe wigit, daz di tugint gebin pfligit. Diz ist von den sachin der übnnge vleisch Ucher und geistlicher wäpenc. Sechs sachin sich irsüchin, durch dl wir gebrüchin 3gewunnen und behaldin wert am »mit des libis übindir tft, • »sust ouch icliche tugint hat »von übene merunge breit »und minrunge von lazheit.< — Dt andre sache, durch dl man 3125 vleischllche wäpin legit an, durch vlndeläge daz geschlt, da von dl israhelische dlt durch \lenllieher läge vir leitin an ir wäpin gar 3130 unde sazin an dl stete, dl dl sträzze ken in hdte, und hlldeii warte da mit macht dun tac vil gar und ouch dl nacht Ouch sä lisit man also 3135 von Jüda Machabeo, daz er dl israhelische schar hlz, daz sl gewäpint gar an verltchin stetin wdrn, daz sl von der vlnde hem 3140 schadin durftin nicht entpfan, 48» ob sl sl gelten quemen an. Von der seibin sachin wein wir ouch geistUchtr wapin pflein, alse sente Pauwil glt : 3145 »Gecroftigit in gote slt »und in slner tuginde macht ; »legit an unvorswaebt >dl gotllclün wapin sän, >uf daz ir mugit widirstAn 3150 »des tüvils läge, der uns pfltt »verllchin lAgin alle zlt »als ein lewe in stme hol.« — Diz ist genre lewe wol, von dem Petrus tüt irkant : 3073 unde K. 78 kru K. 77 unde 8. 79 wipncn K. 84 ken K. viendin K. S5 dar 8. 87 darf K. II. 80 ieh b»b« K. »1 bttben H. »u» K. U. »4 fiaa D. d«H,D. 0« und« 8. «7 tryüt IC tritttt H. tiiUK O. W kca K. loft H. 0« ken K. H. tuvle fnft H. 3100 ken K. 5 an un« «in K. H. 8 mofinde eorr. in mufiwU 8. 13 (ibt K. H. Dekorn. K. H. pfl»f « H. pbUp D. 21 .u. K. H. 23 unde K. 32 bilde K. 34 u. li*H 8. 3« ItrabeUcba K. 38 weriichln U. werlrichln D. 40 eopfan 8. H. 42 *aeb« H. D. 43 wajaM K. 47 un- vonmacbl 8. H. (nach Tt. «Ire c» = iuuedio«) unronwatht K. cott. »ub unvoniuacht. 5U d1 her un» 8. 52 nm K. 4) V. 309*— 3099 bei Pfeiffer S. 4 3, Nr. 8. 5) V. 34 47-8143 bei Pfeiffer S. 4 3, Nr. 4. 3) Auf diese Bibelstelle ist auch in der Benodictio eosis od facienduiu militem hinler den ü. O. Statuten ed. Scbonhuth S. 88 Bezug «enommen. Gott wird gebetcu, der neue Ritter: »de potesUtibus i aüris mereatur feliciler te auxiliante triumpbare«. - Digitized by Google KRONIKE VON PRDZINLANT. 339 3i m >Der tüvil, unsir vlant, »der da ummewandirt swinde »suchinde, wen er vorslinde, und den sullin wir betoubin mit der tugint des geloubin. 3ti>o Di dritte sacbe, daz man leit dem vleische an di wäpincleit ist durch ofBnUchüi strit, den uns ouch der vtende nit zütribit mit gesüche. 3t65 Hl von stet in dem buche Machabeorum, als ich las, dtl der arge Lisias, des hoflcnunge unde tat an heris menge was ge&at, »wo di gotis craA nicht woide betrachtin als er sohle, sundir mit vorluznim müte Jerusalem di stat vil gute und den gotis tempil ouch 317& vorterbit wolde han, der gouch, und dö er hatte und sin her gewunnen itzunt dl vorwer, Machabeus leite an ssk wapin ; und dö sine man, si w> dt bi im warin, daz gesftn, ir iclich weinende began mit heizin trenin gote vlen, daz er wolde send in en einin gutin engil dar, 3165 der ir mit heile nemo war. Und dö daz gebete geschach, ir müt zu crcftin sich irbrach. Des irhübin st ouch sich an di viende vientlich 31M und irsiugin in der stunt vuzgcngcr wol eilftusunt und darzü gesundirt tüsint und sechshundirt slügin s) der riten. 3195 Ouch wart in den ziten al daz her in vlucht gekart, da ouch wunt vil manchir wall, der der vüze doch genöz, daz er quam von dannen blöz. 32oo Mit der vlucht bewarte sich ouch Lysias vil lestirlich. Diz ist di sacbe ouch, davon di brüdere des sin gewon des dütschin hüsLs genant 3305 von der inkunft in Prdzinlant unz da her zu disin tagin, daz si ir swert zu pflege tragin, üf daz si sin mit wer gereit, ob icht kegin in irweit 3iio wurde vintlichir vär touge odir oftinbär. Alsus wir ouch der tuginde wer gebrüchin kein des tüvils her, sö iz uns ofnnlich anvicht. 3215 Hlvon sente Pauwil spricht : »Allein wir in dem vleische g&n, n e >doch sul wir nicht zu strite stftn »nach des vleischis gewonheit, f »want unsirs stritis wApincleit 3220 »sint nicht vleischlich,* (daz ist cranc), »sundir creltic ane wanc >hat si got gemachit, »daz damit geswachit »der tüvle veslcnunge si,« 3225 (daz ist ir list) , »und dftbi »zustdrt wirt ir rkt vormeint, »und al ir höhe si vorsweint,« (daz ist ir lufe an vornumft,) »di sich üflenit kein gotis kumft,« 3230 (daz ist kein dem geloubin, den si sust wcüiii toubin.) Darumrae saltu zu allin ziten kein des tüvils anstriten gereit sin unde muginde 3235 mit wapenen der tuginde, want Paulinus1 tut irkanl, daz der tüvil unse vlant zu schadenc hat tüsint list, und dem saltu alle vrist. 3240 sö manchir wlse widirsfan, als er dich pflig zu vechtin an. Anvichtit er dich omniU-h odir lichte touginlich mit dem lastir der höchvart, 3103 jfHtD. 08 und 8. U. »4 iynen U. SO do fehlt H. D. S*l irhub 8. 91 elf K. S>$ unter tUtt tuiio 8. 3208 »Int 8. 13 ken K. H. 28 Ut fehlt 8. K. H. D. 2» ken K. ketfn H. 31 iui K. II. wollin K. 32 Mit du X. 33 ken K. 37 towil 8. um K. ' 34» tuwu 8. 39 wlt du K. 41 pfliftt H. phligt !>. 43 tou- glnÜlch K. H. 1) S. Paulinus (von Kola) ep. 4 (ad Augustinum) cd. Paris 4685, p. 43 : »hoslis noster, cui mille "" artel (vgl. Virgil Aeneis VII, S38), tarn varüs expugnaodus est teils, quam oppugnat insidiis«. 22* Digitized by Google 340 NICOLAUS VON JEROSCHIX 3246 sö st in wer kein im gekart zuhant di tugint der dömüt, dl in vluebtie von dir tül. Sust tu kein allin sunden, darzü er dich wil schunden ; 3250 habe jö in dlner wer kegintuginde in reebtir kör, swl er bütit dir den schrie, so gewinnestü den sie IM virdc sache ist vride, durch di wir di gelide mit wapin deckin glich, üf daz wir mugin vridelich besitzen unse habe. Da hat gesprochin abe 326U in dem ewangcliö unsir herre Crist also : >Swen gewApint der starke »sincr wonunge marke »mit hüte pflit, sö ist bevitzt * an» iin vride gar, swaz er besitzt.« — Sust wir alleine vride hin, di wlle wir in tugindin stAn gewApint ; want in keiner vrist vride mit den argin ist. 3370 Darumme spricht der wise man : »Di rlcbin lüte, dl da han »lugintlichir zirde rüch »und vridelichin such »in iren husrin minnen, 3275 »des war dl gewinnen »grözir erin mite »in iris kunnis dite.t IHvon Barucb gesprochin hat : »Hötstü gewandirt golis pfat, 3260 »so'were dir gegebin >ür erdin vridis lebin.c — Want als Salomön da sait : »Swcn des menschin wec behait >gote, sö kört er vorwAr jaus »zu vride sine viende gar.« Di vumfte sache ist sus gewant, daz wir widir zu der hant gewinnen daz vorlorne gut ; als ouch dl schrill zu wissene tili, 32vo daz dl israhölsche schar leitin an ir wApin gar, dö sl vürin in daz laut, 33 m daz von gole was benant iren vetren und gegebin 3203 und gewunnen daz vil ebin uz der viende hende widir, di iz bekummirt hattin sidir. Sus wirt uns widir sundir wftn, ob wir der tugindc wapin hAn, 3300 des himils lant zu erbe irkorn, daz wir mit sundin hftn vorlorn, want dl tuginde sint sö ball, daz si iz zuckin mit gewalt, als da Crislus selbe gll : 3306 »Gewalt daz himmilrlche 11t »und di gewaldigin iz zuckin, »daz sint, dl tugint an sich ruckin, »und besitzin iz öwicllch.« — In dise rede mischit sich ssio dl glöse unde sprichit blöz : >lz ist döswAr gewalt vil gröz, »üf erdin nemin hl gebort »und den hirail zuckin dort »und mit tugindin gewinnen, 33is »daz natürlich pflit intrinnen.« — Dl sechste sache bat daz meinen, daz man sich wApint durch irscheinen, üf daz di viende inpfAhin schrie, sö si der wApin nemin Wie, 3320 als man Jüdit hörte sain, dö si hatte tut irslain den vursten Holofernein ; si sprach : »Üwir iclich uem »und lege sine wapin an, 3326 >und sö man siel dl sunne üfgAn »sö loulit alle üf minen rAt »mit eime büwe üz der stat »und kumit doch hin uidir nicht. »frscheinit öt in der geschieht, 3330 »als ir in in dl büdin 33 b »woH loufin und si lüdin, 1 »üf daz Holofernis i 3246 ken K. H. 4S iu. U. ken K. H. der 8. ■ «3 «iure K. B. 64 60 *u* K. H. 70 »ptiehit 8. 74 fehlt H. D. er fehlt Ii. D. 86 Tunfte K. H. 3300 erb K. H. 2 ciu ball H. D. 4 do H. vientK. 2ldodig. 22Holofe 49 du er zu 8. 63 du K. 66 friede 8. (tide H. 0'2 (ewepint iM H. bevist corr. »tu bewiett K. beriest H. 06 iwar K. war U. beeiciH ». K. hiuern U. 77 erit K. 79 hertu 8. hetadu K. hetUHu U. 84 w 69 wttoe K. 90 larahelehe 8. 91 l#tin 8. «4 cid rrfebia H. D. 1 1 w groi H. D. 26 tun K. 90 larmhelehe 8. 91 tftin 8. 12ffrburtS. 16 dar 8. 2« al K. 29 ir*chelnt K. (Icu IS du fehlt tf. D. 4) Vgl. V. St6. Fizzen bei Hennig, Preuss. Worterb. S. «» s. v. a. etwas ganz los zmtatnrnen hef- ten. Der Begriff des Losen ist nicht ursprUpglich damit verkutipft. ä) Niederdeutsch, s. v. a. berauben. Pf. Digitized by Google KRONIKR VON PRÜZINLANT. >d1 dar an der warte stAn, »uwir werdin sus gewar 3305 »und Hen in der var >balde sö hin mit den mern »zu Holofeme irme hern, »und sö sin weckin wollin, >daz si in gar bewollin 3340 >vindin in sime blute. »Want sö wirt irme müte >ein vorchlc alsö grüsam »zugen, davon in allintsam >sö gar intget mcnliche tucbt, 33« >daz sl sich hebin an dl vlucht.« — In der selben wise hän wir der tuginde wApin an, daz wir daran macbin srhin, daz wir in dem dinsle sin 3350 des hcmn, der zu allir vrist ein kunic allir Lunge ist. Zu des selben din.stis pflicht irblte wir in allir schiebt als dl gotis dlndre 3355 in vil gcdult gewere begurt näch gotis gere mit wapenen der gerechtityit, di gotis tugint ist geseit. Di wapin der gotlichin tugint 33«o gerecht ikeit wol heiz in mugint, wan sl lerit uns vil ebin daz sine eim icHchin gebin, alsö daz man sol vorlan dl werlt und swaz ir clebit an 33«5 und zin zu gote sAn, der da hat an slnem van, der uns ist von im bevoln hl zu viirne unvorholn, Mc gesatzt daz zeichin, dftvon dort 3370 der engil sprach näch Cristis gebort, di er den hirtin macht irkant. Er jach : üch, daz ir vint ein kindclln >gewundin in kranke windelin 3375 »und geleit in eine krippe. < — Nu sint dri tugint hl besippe disio wortin uzgeleit. Zum eretin an der kintheit wir demütikeit vorstan, J380 di dl böchvart dempfin kau. « 341 Dl windlin bedt'itin arnu'it, daz kein girekeit ist gut ; sö düt dl krippe ein horte lebin, daz dt wollusl dempflt ebin. 33« Disin vanin recke tif hö in tugintllchir guf und pflig in oft irscheinin dem (üvele dem unreinin, want ein vorchte alsö gröz 3390 und ein engislllchir dröz sich von dem zeichin uf in zuit, daz er zegellchin vluit. — Diz ist von der erstin burc der briidre des dutschin hüsis, di da hiz Vogilsanc. (Dusb. 11, to.j Nu wir dl wapin han intricht, dl zu dem strlte tragin pflicht, 3395 sö grife wir di materie an widir, da wir sl han gel An. Dö di vorgesprochnin lant Colmen, Lubaw, Prüzin genant von herzogin Cunräte 3400 nach vil manchim rate ufgegebin wordin des dutschin hüsis ordin, als ir da vor vornumin hat, aa d dö bleib brudir Cunrät 3405 von Landisberc, den wir ö nandin, mit shn gesellin bi den landin, zu Pnizin ich dft meine. Ir herschafl abir cleine dennoch da was und ir gewalt, 3410 want si keiner hant inthall in den landin mochtin han ; des dächtin si zum erstin an von verrins zu und nehir baz, sö in got gevugte daz, 3415 alsö daz nü durch sichirheit di Wlzil wer ein midirscheit zwischin den Pnizin und in. Daruf bezilte sich ir sin und bätin da vil drAto 3420 den herzogin CunrAte, daz er in zum best in büwete eine vestin, darüf si sich inlhildin 3333 di da H D. 38 .y in H. D. 40 .yoem K. H. 57 wapnrn K. II. 64 do S. II. »jn«*n H. t*inea D. ebene D. 78 «u U. ia D. 82 ken K. H. 05 früh K. »r, dd 8. 3419 and« K. 41 irera K. H. 42 yrnweiam K. graeuun H. 43 do II. D. «8 ran 8. H. 70 CritU K. D. 72 teidwne II. «ai- 83 tSwer da wol gehebit an, »der bat daz werc wol halb getan«, und saminte sin volc vU gar und Hz in eine burc vorwAx 1 3435 büwin bl der Wizlin na üf einin berc gelegin dA kein deme, dä Torün nü tlt, der Wlzelin üf andir sit. Dl burc man nante Vogilsanc, 3440 darüffe des urlougis lanc dl brudere liAmcn den anvanc 91 • und satztin sich gar Ane wanc mit wdninc wdpendrin kranc widir den heidenischin tranc, 3445 (unimdzllch was des ummeswanc,) und sungen dä vil nötin manc, nicht der nachtcgalin klanc, sundir manclün jAmirsanc, als der swane singit, 3450 sö in sin sterbin twingit ; want si hattin gar vorlorn daz süze lant, da sl geborn und gezogin wärin und hattin sich vorvarin 3455 verre in ein vremde lant, dar si kummir manchir h«mt müstin lidin al ir jftr, und wArn Ane hoffin gar, daz daz mochte icht geschdn, 3160 daz si imnür nid gesen ubir lanc odir ubir kurt soldin daz lant der gehurt. Sl hattin ouch gelüzin lant in gütin säzin 34M vruchtic, rüic, vridelich, und hattin vorcllendit sich in ein lant des grüwin, daz nimant dö pflac büwin durch wilde wüslenunge gröz, 3470 dl allirwein darin erdöz. 343» S. 32 habt S. 37 k«n K. Tom H. 41 r«a D. 73 allia D. M ich« H. 02 darum H. D. 10 rrood K. — Cap. II. mkuoft K. ciukuof H. — Allir wunne was iz hol und 6t hartis strltis vol und daz ichz alz besitze dt, sl hattin siecht gclAu durch got 3475 vrlheil, dre, kunne und al der werlde wunne und hattin sich gegebin in kummirlichiz lebin. Durch hungir, ungemach, *™ armüt, snödekeit man sach si in ddroüt ummevAn. Nicht gar ich üzgedruckin kan mit wortin, noch vol sprechin dl nöt und den gebrechin, 34S5 dA mit sl warin bewundin. Hl von sl in den stundin mochtin sprechin ouch alsd wol mit sente Pdtrö : »Nu sich, hdrre got, wir hAn 34W >üf erdin alle dinc gelAn >und hAn dir gevolgit schon : >waz wirt darumrae unsir lön?< — O süzir Jdsü, der gewis ein crönc allir heilgin bis, 34»5 mit wac crönen soln gccrönl, mit waz zlrhcit suln geschönt dl reinen von dir werdin, dl sulche nöt üf erdin durch dich lldin mit gedutt? 3500 DdswAr an in wirt irvult vil gar daz got liehe wort, daz IsAias schribit dort : >Got hdrre tröstin wirt Siön >und iren val üfrichlin vrdn. 3505 >Er wirt ire wüste breit »setzin als ein lustberkeit >und ir wiltnis in allir wls »als daz gotis paradls. dn ir wirt wunne vundin 3510 »mid vroude in allin stundin ; dA wirt gehört gen Adln danc und ein süzir lobesanc. Diz ist von der zükumß mer brücke des dülschin htm* und von der buunge. der burc Nc8Sow genant. [Dusb. 11, n.] Dö daz hüs, als ich nü las, K. 55 frrmdet D. 96 tullin H. achulten D. 56 da H. D. 3500 amm 58 wmrin II. w»- unne H. D. t) V. 3*34-68 bei Pfeiffer S. 4 4, Nro. 5. Digitiz'ed by Google KRONIKE VON PRÜZINLANT. 343 s« c Vogilsanc gebuwit was, uis brudir Cunrat sante, den ich da vor ouch nanle brudre Hermanne von Saltza, dem hömeistere botin sä, di dä soldin im vorjen, 3520 wi iz alliz was gesehen bt den sachin und votant, darumme er was üzgesant, und bat mit grözir vld, daz er im sente brudere m*3 »525 und andre wepenere ; des ouch vil gew£re der homeistir vorgeseit was mit wlllin dd gereit. Er sante im zu meistre san 3530 einen brudir, der Hcrman Balke was gehuizin dd, und sprach zu deine sö, alse got gesprochin ö hatte ouch zu Jösuö : 3&35 »Starcmülic und creftic bis, »want du leitin soll gewis >der israhelschin sune schar, >daz sint dlnc brüdere gar »und brengin in daz laut, »daz in von gote ist benant »und got sal mit dir sin »in allin den arbeitin din.« Ouch so sante er danne mit brudre Hermanne, den man nante Balke, einin zu marschalke, der hlz brudir Titerich, ein rittir deswar lobcllcb, und was von Bernheim genant. Ouch so wart mit in gesant brudir Cunrftt, der gebom «4 4 von Intele was und da bevorn gewesin mit vil grözir zucht ein kemeror der süzin v nicht a&55 sente Elizabeiin. Mit in sl ouch da hetin noch zw£ne britdre rittirllch, dl hlzin beide Henrich. Ein Dorinc was der ein irkant 35UirtmwitH. 18 horaeieire K. 24 brudre K. K. H. 3t unde K. 40 genant 8. 41 »oi K. H. Duab. Tutel«. 5» Durine K. «I andre K. H. 0« TS und 8. 81 di Polene 8. prien eorr. am Polene K, 95 *i K. H. ty D. 96 rittre. 3600 wldr K. H.B. entsprechend D. 3804 und 5 fehlen K. H. D. r>, «gl. du geboten in 5 und gebot« In 6. 3560 und von dem Berge genant ; sö was der andir von Zlz, von Wittindorf derselbe hiz. Disin brudrin mite was genüc wöpeneYe, als ich las, 3565 dl der hömeislir sande alle kein Prüzinlande zu hülfe brudir Cunräle, als er gebet in hate. Und dö sl sus intsamen 3570 zum Yogilsange quämen, ir rat vil snel da iif gesaz, daz sl büwetcn nidir baz uf der Wlzlin strande ein hus, daz man dö nande 3375 darumme ouch Nessouwc, want dl selbe ouwe dl di burc da mnniesaz, was hevlozzin undc naz. Und dd man uf dem huse sach 3580 di bnidre wonen, dö geschach, daz dl Priizin quAmen in vientlichim ramen in Polnische laut sö hin ; und dö sl sahin volgin in 35S5 dl brudre in ir hergcw&c, michil wundir sl des höto, wan sich ir kumfl irscheinle und waz sl ouch da meinte. Secht, dö wurdin sl bericht 3.vm V0I1 ei,ne polene der geschieht, den sl gevangin vürtin dö. Er sprach : «Daz volc, daz ir also ►hät gesehen hüte, »daz sint begebene lutc ; 3505 >dl sint zu strite helde »unde ritlere üzirwelde. »Der päbist hät sl hergesant von dutschin landen in diz lant, »daz si zu allin zlten 3600 »wider uch sullin strlten »unz si gar betwingin »uch und darzü b ringin, »daz ir den heiligin touf »intpfat nach des gelouben louf, 3605 »den Crislus geboten hat,« 15 wapenere II. w»pp*ncre D. 32 undo K. 39 brudre 42 aUe H. D. 47 Dyterteh H. 52 Intel« 8. K. H. O. i« K. etu H. n. 67 68 Kunrada : had. 8. 71 bnwin K. H. Prewiirn D. 85 Irm O. S7 aunfl H. 90 ein» K. ligin 8. U. dat Ir den heiigen touf intpfat unde ra geböte etat Tlellrirht nur Tom Schreiber Ton 8. her, nicht tou Je- 344 NICOLAUS VON JJiROSCHIX unde zu gcbole stAt der römischen kirchin dort. Dö sl hattin dar. erhdrt, vil hönlich m sin lachten 36io und sich kein hüse machten. Diz ist von brudre Hermanne Balkin dem erstin lanlmeislre zu Prüzin der brudre des ordins des dütschin hüsis. [Dusb. 11, ta.] Brüdir Hcrman Halke genant von dem dütschin hüs irkant der erste lantmeistir was in Prüzinlande, als ich las, 36ir> und pflac wol zwclf jar des gcbilis dA vorwAr. Ouch man in zu Utlande den erslin meistir nandc und dö er des gebltis da 36M ouch gepflac sechs jAr vil nA und beide lant mit stritis macht in gute sAze hatte bricht , (.want daz urloig in «iure haut aft b was nAch wünsche i gewant 3«25 als hernach wirl oflinbAr) dö was er wurdiu ouch sd swAr von arbeit und von aldirs wein, daz er nicht inmochte pflein des amtis md ; des vür er widir 3630 kein dütschin landin, dA er sidir starb und ouch begrabin llt. VV1 gar achtber in slnre zlt mit sime töne si gewesin dirre degin üzirlesin, 3*35 daz wisit manche gröze tAt, di er prislich begangin hAt. — Diz ist von der predegunge des erüzis und von dem abläz der pilgerime ken Prüzin unde ken Liflande. [Dusb. n, ta.j Dt wlle dise dinc geschAn, alse wir dA vor vorjAn brüdir Herman von SaltzA 36W der hömeistir, dor i sA vorbesichtic und klüc was üf rechtis nutzis vüc, mit bete zu dem pÄbste trat, den er raanchirleie bat, 3645 daz slme ordne was behöf. Undir andrin betin er daz schüf, daz der pAbist dö beschit etsllchc rlclie unde gebit als der hömeistir wolde, 3650 darin man predigin solde daz erüze vil gehüre zu helfellchir stüre Prüzinlande so herab. Der selbe pAbist ouch dö gab 3655 und Innoccncius dam Ach, den man den vlrdin wesin sach pAbist in sulchim namen, U« den ablAz allintsamcn den pilgerlmen, dl durch got 3660 zu swechene des lüvils spot und den geloubin zu bewarn in daz lant Prüzin varn und ouch zu Liflande dort mit allir der genAdin hört 3685 in privilcigin Iwikcit mit vollcnkummir sietürheit, alse man zu allir zit den pilgerlmin gebin pflit, di dA varn in daz heiige lant 3670 zu Jhcrusaleni genant. — Iii endit sich daz andre teil diss büchis und beginnit daz drille teil und ist von detrstritin der brudre des dütschin hüsis widir di Prüzin und zum erstin von dem strite ken den inwonerin des colmischin landis. Nu hab ich, als ich hatte gedacht, vil kümeiiehin vollinbrAcht tichtüide daz andre part diss büchis von der Invart 3675 der dütschin brüdre in Prüzinlant, wl iz in ginc darnAch in haut mit strtte kein den hoidin, daz ich daz nü intscheidin wol müze mit getichle. 36vo Oiste, daran mich richte 3608 da 8. K. H. 10 ken K. It. — Cap. 13. lantmeirt*r H. — 1» 20 do : oo 8. 33 ayncr II. 28 dn S. 39 30 «ridr : »idr K. wedir : ««dir H. .'10 ken K. H. — Cap. 13. albUa K. pilgtrlna K. pilgrinea H. und too L. tl. D. — 42 tu; II. U. 46 Hu fehlt Ii. 49 und K. II. I). 52 »truro 8. 5» pilgerinen K. H. 61 der fehlt II. D. 65 prirüalfin corr. aua priTilcftn K. (W pilgrrincn K. pitfrerimn II, 6» warn H. I). — III. dia 8. K.diaH. 71 hat K. 74 dii S. K. dia U. 76 darnach ginc K. D. darnach gyag H. 77 ken K. II. 7S nu daz H. D. Digitized by Google KRONIKE VON ■ und le*re mit genadin pflicht, want äne dioh intouc ich nicht ! Darzü hilf, süze kunigin, want min getichte, daz ist din ! — [Dasburg III, \ .) 3685 Brüdir Herman fialke genant roeistir ußir Prüzinlant mit aliim vlize darüf ginc sö * wt er des geloubin dinc vorgctribe nutzeberlich. um Des nam er den herzogin an sich von Polönen vor geseit mit allir stner macht bereit und Tum in gotis namen ubir dl Wizil intsamen 3«95 üf dl colmischin sltin und büwetcn in den zltin nider baz üf der Wlzlin strant eine burc Torun genant. Diz was nach unsirs he'rrin jarn 3700 dd der gar vorgangin warn tüsint und zweihundirt ouch drlzic darüf gesundirt [1231 und einiz, in dem daz gcschach, daz min si da büwin sach 3705 di bürg, als ich gesprochin han. Diz büwin was alsus getan : ein gröze eiche in der stunt üf eime hubele da stünt gewachsin ; üf der este 3710 machtin sl erkre veste gcordint wol mit zinnen nach werltchin sinnen. Sl blbin ouch dl crumrae dl burc allum und umme 3715 veste heine her und dar und vormachtin iz so gar, daz nicht inbleib den dt ein pfat, daran man zu der burc getrat. Der brüdre, dl da blibin 3720 was do nicht mö wen sibm. Dl müsten ouch zu pflege han aldä ir kanen bl in stan durch der Prüzin anehurt, swen iz bette sich geburt, 3725 daz sl nicht mochtin blibin sin, PRUZINLANT. 345 96 • daz si gevallin wern darin und gevarin kein Nessow und da besezzin vor ir drow. * Ubir etsllche ztt dt darnach 3730 di brüdre man ouch 6tiftin sach vor di burc Torun ein stat, dt man sint durch nutzLs rat müste Icgin sö hin dan, dä Torun burc und stat nü stAn 3735 wan sich di Wizil oft irgöz, daz sl di stat hi gar durchvlöz. Doch bleib di burc vil manchin tac ligin da, als si <$ lac. — Diz ist von den gemerkin des landis zu Prüzin. [Dusb. in, j.j Pruzinlant gelegin is 3740 bin disin merkin gewis : der Wlzlin, der gesalznin se\ der Meralin, Rüzinlande me\ dem Herzogtum Masow genant und herzogtüme Dobrin irkant. 3745 Wizil ist eins wazzirs nam und hat vil snellin stram. Iz vlüzit von Krakow zu tal und niroit in daz mer den val in Pomeränschim lande sa * 3750 bi Dantzk der burc gelegüi d». Dise Wlzle scheit Polenen und ouch Pomere'nen mit irem vluzze oftinbar von Prüzinlande, daz ist war. — 3755 Memil ist ouch ein wazzir güt und vlüzit in strengir vlüt üz rüzischim rlche her und in daz vorgenante mer velt sl ouch bi einir stat, 3700 an der ist ein burc gesät ; burc und stat di beid intsam 96 h beslüzit Memilburc der nam. Dise Memle vorgeseit Küriande gibit ein undirscheit, 3705 Littowin unde Rüzin von dem lande Prüzin. Sö ist daz mer dL dritte want1 und di virde gene iant, 36S2 raK.8. Sl gelkht K. 8S din 8. 89 »ort K. H. D. 90 benogn K. 92 rereit H. ge- rate D. 96 buytln K. H. 97 uS den «tränt 8. 3715 Tntende eorr. aus tmIc heine K. rettende II. D. 20 da 8. 23 24 anehort : gebort 8. 27 ken H. 29 eit oorr. au* ot K. ot fehlt II. D. — Cap. 3. ta Prolin fehlt H. D. — 46 und« K. 60 na «tett da II. D. 56 »iyat H. 60 eynre K. 60 an der e lit H. an der ee Ut D. 64 Kuyrtend« H. Kur« wertende D. gibt K. 68 gegene 8. i) Mit gleicher Bedeutung erscheint «want«, wie auch >parics«, in Grenzbeschreibungen in Urkunden. Digitized by Google NICOLAUS VOX JF.ROSCHIN* dl dA vor genennit sm, 3?70 Rüzin, Masow und Dobrln. Diz ist von der Pruzin undirscheü und von irre macht. [Du»b. m, i.] Prüzinlant alsus gereit ist geteilt mit undirscheit in eilf teil und der icltch hät slnen namen sundirllch, 3775 nAch den ouch gehcizin sin. dl Pruzin, dl den woocn in. Dar erste teil was sus genant Lubaw und Colmer lant und daz was wüste allint sam, 97M i dl brudre lobesam des dütschin hüsis quAmen und Prüzinlant Inn Amen. Daz andre heizit Pomezöncn, und daz dritte Pogezencn ; 37S5 Ermin man daz vtrde nent ; Nat angin man daz vumfte irkent. Das sechste heizit Samin ; daz sibinde bl nAmen gehcizin ist Nadrowen 1790 und daz achte Schalowen. Sudowen man daz niinde pfllt nennet» und bl deme Iii daz zönde, als wir vlndin, und ist genant Galindin. 37»s Daz eilRe Bartin nennet man, dft Ut Plicke Bartin an, di man hü nent gemeine a« c gröz Bartin unde kleine. Undir disin landin al 38oo was dikeiniz alsö smal, iz leiste in allin 2lten wol zweitösint rllen und manch tüsint strHeYe genennet vüz geniere, 3W» swen sl strlten soldin odir reisin woldin. Doch was Samen sunderltch vor den andrin alsö rieh und volkis alsö vol, Mio daz iz mochte habin wol virtüsint rltere unde vüzstrltöre mör den vlrzictüsunt. Diz was ir macht in der stunt. 3815 Sd warin di Sudowin, als man mochte schouwin dl edilstin vor in allin. Des was in ouch gevallin, daz sl an rlchtüm und an macht 3620 vor sl alle wärin geacht. Sl mochtin pflegellchin hin von ritin wol sechst üsint man unde vüzstritere Ane zal als mere. 3825 Ouch hAt icllche dirre dit dAvon ich dA vor intschlt, veste bürge und der vil, dAvon ich nü nicht sprechtn wil, want iz vordrözsam wdre 3830 unde nutzis lere. Nu merkit al hlrundir wl gröz sin gotis w undir unde wA sine zeichin, mit creftin hin reichin, 3833 daz sibin dütsche brudre ein «6 * mit wöninc wöpenerin gemein vestinde ein eiche dort, als ir dA vor hAt gehört, zum örstin torstin setzin sich 3840 mit urloige vienlllch kein sö unzellichir dit und in doch sö wol gerlt uianic wunderlicher strtt, sö daz nAch etlichir zlt, 3843 nAch drin unde vumtzic jarn, von in sö gar belwungin warn al dl heidin vorgenant, daz man einin nicht invant in al den landen her und dar, 3850 her inwöre gebogin gar undir des geloubiu joch. Diz half in Crist der süze doch ; des sl im lob und danc geseit in iromir werndir ewikeit! Von der vorwustenunge des landis Ga- lindin. [Dusb. Iii, i.] 3855 Älü wArin di GaKndin gewAchstn an gesindin 3783 Po««i{«)*ni«n 8. 66 Tauft K. »UDfie H. »6 Plick Bartin H. BHkeh partio D. »7 neontt H. 380t lebt K. 11 Htm coer. aiu rittere K. 12 «»de cott. au* und K. und 8. D. unde H. 13 tuainU 8. 26 too den (den hin- eineorr.) K. »on der H. D. do »or 8. 27 »oder ril H. und« in ril n. 33 und K. H. 34 bine K. roiclüa «er. aiu reitio K. 37 Tertlntin 8. 41 km K. H. 45 runfUig K. runfwi* H. 46 betwDjIn 8. 50 wer K. — Cmp. 4. Tonnnrtmung« H. T«rwuntcnunge D. — Digitized by Google KRONIKE VON PRÜZ1NLANT. 347 und was ir alsö vil wurdin in der järe zil, daz ir menge ane zal ir lant irvullit hatte al dl breite and dl lenge und was in joch zu enge. D<*s dachten sl zu tüne sö, als da vor Pharao. 3«4» Dd der dl israhelsche schar wolde machin crefte bar und ir menge minrin, dö begunde er inren 1 dl helfammin sulchir list; 3870 er sprach : »Daz haldit alle vrist, >swaz knechtellne wirt geboru, %i m »den sl der tot vpn üch irkorn ; mM meideltn öt lebin lät.» Dakegin sd was dirre rät : a%75 dl solde man alle tötin hin waz meide wurdin undir in, und allein behaldin dl knecht üf strttis waldin. Doch was dirre vunt ein wicht ; .16S0 sl inschüfin alsus nicht, wan sö dl wlb irsän dl barn, daz sl sö zart, sd schöne wäro, sl irbarmte gar der nöt, daz sl sl soldin mordin töt ; 3S8& des lizin sl genesin dl meidil unde wesin, da man sl touginlichen zouch. Dö daz dl man gesähin ouch, sl wurdin al gemeine 3890 mit rate des in eine nach tobellchin sittin, daz sl gar abesnittin allin iren wlbin dl brüste von den libin, üf daz sl nicht inmocbtin sint irnerin keiner hande kint. Dise unmenschliche tat und di smäheit nähin trat den seibin wibin in der zit. Des quämen sl ouch hin besit zu einim wlbe, zu einir aldin, dl da was gehaldin von al der dit gewisse ein heiige prophötisse, 3006 sö daz nach irro geböte al des landis rote sich richte vil ebin gar ane widirstrebin, und dl mit vlize bätin, Mio daz sl in wolde raiin, «7 ■> wl sl gerochin wurdin der smeliellchin burdin, dl in was mit bittirkeü von iren mannen üfgeleit. 3015 Dl vrowe discn ungevüc vil höbe an den wlbin wuc, want sl mitlldunge trüc, irme kunne gröz genöc, davon sl ouch besande solo dl bestin von dem lande und sprach zu in mit listin dö : >0wir gote wollin sö, >daz ir alle sundir wer »wäpin unde Isins ler 3015 >und allis des, daz wundin pfllt, »üch irhebt in dirre zlt »und uf di cristnen reisit »und di mit strlte neisit.< Zubant dö sl der vrouwin wort 3»30 hattin in sulchir wls gehört, gehörsam warn si und nicht laz und besamen ten alliz daz, swaz da reisin mochte und zu strlte lochte, 3035 und irhubin sich zuhant mit vroudin in der cristnen lant daz in lac nehist in dem zil und tatin alda schadin vil. An andir ubii, daz si da aoio beglngin in dem lande sä, tribin sl her dannen von wlbin und von mannen und von vihe nüchil roub. Des wart der cristnen vroude toub. 3045 Und dö sl an der widirvart zugin kegin lande wart, der gcvangin sumellch in inlliiin heimelich, 3869 beyond K. 69 hcl/mniiiin ober einer Raubt in 8. hefammio K. hefammen D. 74 io fehlt S. 76 fehlt S. and iet in K. ertt Mehtrftg lieh hiniugefugt. 77 »Heyne H. allaine D. 80 InUchufen 8. 87 toofinUichen 8. 91 abenittin K. tbtnettin II. 3901 wib cynr K. 2 di d*i 8. 3 aldir 8. al der corr. »ui «ldir K. 7 ntchte 8. 10 weide K. 11. 12 «melichin H. 1» kumre S. 30 in fehlt K. II. D. 33 31 mochtin : toehtin S. 37 den 8. 42 und« mMinen K. und mannen D. 43 raicMio K. 47 »omelich S. t } Inn« machen, lehren Pf. Digitized by Google 348 •» c dt wider zu den cristen suo quamen und in geilsten sulche botscbaft mit eidin, daz daz her der heidin gar Ane wapin wäre und allir wer impere, 3955 und ritin daz mit truwin, daz sl in ane gruwin voigtin mit menllchin sittin und si sicliirlicli beslrittin. Von disin wortin wart vii gar 3o«o gecreftigit der cristnen schar. Hlvon st sich üf machtin und nach den vlendin gachtin, di si ouch anquamen nach vJentlichin ramen 3965 und sliigin daz mechtige her sö gar darnidir ane wer, daz der Heiden allintsam dik einer ni von dannen quam. Und dö den Sudowin daz 3970 und andren ditin, waz der saz da urame, genzllch wart vorgcn, wi den Galindin was gesehen, sl zugin an irwindin in daz lant Galindin. 3875 Di mutre mit den kindin und allin den gesindin, dl da warin blibin, st von dannen tribin und brachten sl in ire hart 3D90 zu dwigir eigenschaft. Alsus unz hüte an dise zlt daz selbe lant noch wüste 1H. — Diz ist von den abgotin und von dem ungeloubin und sitUn der Prunn. ' [Dusb. Iii, 6.] Dl Prüzin nicht irkantin got noch diwedir sin gebot ; Oos* jum un(j einvcldic was ir sin. des inmochtin st nicht in bev&n mit der vornumfte grift, und want sl ouch nicht hattin schrift, darin man gote pfllt irspen, 3MU des mochtin sl in nicht irsen mit den ougin der kentnisse. In was joch sö ungewisse und so vremde von vornunst der schrille wlsheit unde kunst, daz st zum eYstin sundirlich daz dächte alzü wundirllch, daz ein man dem anderen mit brlven zwischinwanderen mochte bin in vremde lant sinen willin tun irkant.. Und want in got sus was unkunt, dä von dl irrikeit intstiint, daz si in tumplichir vüre ein irllche creatiire vur got pflagin betin an ; donre, sunne, sternc, man, vogle, tir und ouch dt crotin warin in irkorn zu gotin. ' Ouch sd hattin sl velde, wazzere unde weide heilic näch irme sinne, sd daz si nicht darinne pflugin noch vischin torstin, noch houwin in den vorstin. «oll Nu was undir dirre heidinschaft sd irre wol inmittin gesat eine vornime stat in dem lande Nadrowe. 4tdo Dl stat di htz Römowe und was nach Rome genant, want da was wonende irkant «••der obriste ewarte nach heidenischir arte. Criwe was genant sin name. Di heidin pflagin allintsame vor einin päbst in haldin ; want als der p&bist waldin pfllt gemein der cristinheit, sust warin disem ouch gcreit dl Prüzin nicht alleine, sundir ouch gemeine Littowin und Liflande ; swaz man dfi irkande 3»fit il fehlt M. D. 86 dirnider S. 68 tri fehlt H. D. in K. ' 69 do dl 8. dl «ort. tut 41 K. — C*p. 5. abloten H. Tgl. Lomtn, ClotMr tum Colin. Beeht 8. 254. — M nuh H. D. 87 Tornonfte K. 89 derinn D. 91 dem K. ')! b«lt io D. »3 vornunft H. vermin« D. 94 und ir H. and ir kunfft D. 98 brive K. 98 9» an- dren : w»ndren H. D. 4002 inetunt H. 3 tumpfllrhlr H. 5 tot H. D. 12 dor H. 14 der. K. H. D. der 6. M4u tweite ,dl' fehlt H. D. 21 and K. II. D. 23 obirete K. U. 25 26 nam : enm K. H. D. 30 nu K. H. 33 unde 8. K. 4) Dieses Capitel bei Pfeiffers. 45 ff. Nro. 6. Digitized by Google KRONIKB VON PRUZINLANT. 349 4036 von beiden ischin rolin, dl warin sinen gebotin gchorsainlichin undirtän. Gewalt su groz »ach man in hau undir in und achberkeit, 4040 da/ nicht alleine wirdikeit im odir sinen mägin di heidin irbilin pflagin, sundir swA ein böte ouch durch ire gegenöle zouth, 4*45 dem dft Criwe sinen stab odir ein andir zeichin gab dit bekanl, » gesanl, eren . eren, >char inst« gar. jwarte arte amir nie r aldin e. genende ;nde :ht\ erledieh. ibe sich : in r irle.sin, rkh, gewalt, n ouch geslalt • ebene lebene. ch gesehach, itcrliin saih, ide pfert. leidir wert, irspil s vil; »aft nante. ite. ii wart todis \art, ir umt ; II adir II. I* >r, [l I'- "»ruhtig di Pf. 16 odr K. ii Toxy.o.nt K. 5i rutfir h. YUwir H. i> «cUubin 8. Ot-t. ud, II. U >| II. (W odr K. »dir H. Iii »dir H. 71 uod 8. T7 cle>dre II. 4060 want, daz dl seibin dinc intsamt mit in «nid in widir irstAn, sus was irs geloubin w/.n. unde in dinen vorbaz rat«, als si getan hattin 0. los:, Ri disen tödin was gewis ein solch liivclwch trupnis : want sü des lodin m.'ige quämen hin durch \rage zu Criwin und in bfitin jrtn, wm\ ob er iinande h<) herron b. 5«t rwhtverdiclicli K. ri-chtTiTtiflieh H. )>'• adir II. Hü K. II. *">*> kunltigin K. "0 edliu K. «diln II. 7«l w»< du II. M »idr K. »Ü ob K. II. I). »b S. hrtU II. »I odr K. »dir II. an dem »binde odir an d«m tag**. H odr K. Iii »ech II. her «u 11. f. uod S. «Kl c„ c,n clcidl» II. an K. irc»iuden II. I>. ,ood' fehlt K. II. 1). V-> i« Uimo II. 4ll<2 her H. 4 hrr II. In t.ir K. 5 odr K. 1* U»tÜn 3.1 t'-1 ''«■• f lüubin k'"1 K" d" Kcl»uutn k- u- 2u ciai* *■ U7gc V>ur. *) D. i. t. v. a. ermangelnd. Digitiz 350 NICOLAIS VON JEROSCHIN im Und so sich daz geburt, daz man za dein opfre vürt pfer», di man vorburnen wil, dl rent man drei in also vil und jagit sl so lange au, 4t30 unz sl vor müdtkeit gestan küme uf den vüzin mugin. Susi sl deme opfre tugin. Dl Prüzin waren ouch gewon, als ich vornumen hab da von, 4135 daz sl seidin tatin ich!, was icht merklich dt geschieht, 28 d sl wurfin erstiu irejöz nach irem ungeloubin gröz. da mit si dächtin sundir wan 4140 irvarn an iren gotin san, ob in dl sache aus getan wol odir ubil solde irgan. An cleidorin richeite und ubin iuzzikeite 4145 nicht achlit noch daz selbe litt : als er sl hüte abezüt, sus er sl morgin ouch antut. Er lezit daz gar wesin gut, ob sl ebich sint gekart. 4150 Weiche bette, spise zart sin in ouch unge wonlich. Ir tranc, des si ouch nertin sich in aldin zltin, was ouch drilch : wazzir, mete, kobilmiloh ; 4iu nicht westin sl von tränke roe\ Ouch intrunkin sl nicht e cU milch, unz sl geheilgit wart näch irre heideuischin art. Swenn in ouch komen geste, 4i eo den tun si gar daz beste, daz si rndirt mugint (daz ist ir groste tugint), und nicht in hme huse ist von tränke, spise in der vrist, 4165 sl inteiln iz willicltch in mitte unde mildicÖch. Sl indunkit des ouch nicht, daz sl iz vruntlich han bericht und gepfloin der geste wol, 4170 inwerdin st nicht also vol trankis, daz sl splin. Ge wonlich ist daz bt in, daz sl einandir pflichtin in unmc/Ilchin schichtin *^ gliche tränke und der vil. Davon gesohlt Iz in dem zil, bö sl in tranc gesetzin sich, daz dem wirte ein icltch husgenöze brengt ein maz 4iso und trinkit im zu üf daz, daz der wirt ouch ane haz üztrinke vol daz selbe vaz. Sust trinkin sl einandir zü und lan dem napfe keine ru : 4i m er loufit hin, er loufit her, itzunt vol, itzunt ler. 50 lange tribin si daz an, unz daz wtp unde man, wirt und hüsgenözln, 41M dt cleinin mit den grözin, alle w erdin trunkin. Daz ist nach irn gedunkin kurze wll und ere grdz, doch dunkit iz mich eren blAz. — 4i»5 Nach der aldin gewonheit sich noch der Pruzin sitte treit, daz sl koufin mit gedinge ire wlb umme pfenninge. Des helt er 1 sl als eine mait. 4200 Sin tisch ist ir ouch vorsait, daz st da icht czzm muze. 51 müz tegelich dl vüze dem hüsgesinde alle twan und den gestin sundir wan. — 430& Betlin pfltt ir keinir gan, want sl dt gewonheit han : swer da arm ist undir in, der mac her geil unde hin von hüs zu hüse unvorjait 42io und ezzin da, swenn im behalt. — Gesohlt ouch an in ein totslac. nlman daz vorstinen 39 b iz inwerde irslagin von des tödm mAgin 4125 gerurt H. 4:» deidren H. II. D. w 73 enander Ii. 88 und 8. 27 vil 8. 32 tue K. dam U. 33 warn K. H. D. 34 rornoineo hau H. 37 Turtln inüa K. 4» ebi conr. au« «blcb K. ein II. . 52 nerin H. neren n. 53 54 In H. D. umgestellt. 55 51 ia 56 entrynken II. 50 kumen K. H. 62 Ut fehlt B. 66 und IC. H. 71 spien : W en H. 74 umrortlicula K. 79 brenfit n. 80 trinkt! K. M tu* K. 84 unde S. 85 her H. her II. »fl nach H. 97 couftyn II. kouflen D. 4203 al dem h. t. K. H. D. 5 Ire K. Im Ujm H. 8 er H. und 8. 13 inwerü K. 4) Nämlich der Digitized by Google KR0N1KE VON PRUZINLANT. 351 4215 zum erstin der schuldige, odir tdl gelige slnre nestin v runde ein von in um den seibin raein. Swenn euch den Prüzin unvorsdn 4230 ein unmezlich leit gesehen was blwtlin elswä von, »echt, sd wären sl gewon, daz sl sich in den ndlin selbe pflägin tdtin. — 4225 Ouch neraeliche undirscheit an den tagin was vorseit den heidin vorgesprochin ; sl reitin1 ouch nicht wochin. DA von, sd iz sus gelac, 4230 daz st soldin einin lac bescheidin unde machin durch sumellche sachin, dl st deimc woldin haiitlren odir soldin, 4235 den tac man mit der zal beschit und den merkte sus dl dit : swenn t ein tac vorvür, an einin rlmen odir ein snur machte einin k notin 4240 icllchir von der rotin adir nam ein holzil san und sneit ein zeichin dran. Sust reitin st der tage zal, unz daz st irvullit al 4245 biz an den genantin warn, an dem man sold dt sache urbarn. — Etsliche Pruzin vlizzin sich, daz sl battin tegelich zu lobe irn abgotin. 4250 Sd warin in den rotin 2»c sumellche ouch gesät, dt nimmir quämen in ein bat. — Wlb und man manc disen scharn beidentsamen spunnen garn, ' 42i» dt wullin, gene Hnhi, als st den gotin däcbtin sin dar an behegelich unde wert. — Sumellche swarze pfert vormidin gar mit vllze ; 42co sumellche wlze, etsliche ouch andirggevar ; in lac daran so grdze vir, daz st in keinen zltin dt pfert getorstin ritin. {Wi Dorge der heiden bekerl wart.) [Dusb. III, 6.) 4285 Ein Prüze in Samelande was, den man Dorge nande, in dem gebtte Schakin, der hatte einin häkin an im sulchir irrekeit, 4270 daz er nicht wtzir pferde reit. und ir in stnen gewaldin joch nicht wolde gehaldin. Disen ungeloubin wolde an im betoubin 427& der vogit ubir Samelant, brüdir Dlterich genant und koufte im ein wtz pfert. Daz was dem Prüzin unwert ; ldoch er in darzü twanc, 42so daz er äne slnen danc iz neraen muste in der stunt. Und dd iz ubir nacht gestünt in dem stalle Dörgens " und iz quam des morgens, 42H5 daz pfert irwurgit vundin st und darzu tut al sin vlh. Diz wart zu drin stundin vorsücht und 1 sd vundin. Zum vlrden male abir an 4200 koufte der voit der reine man daz vlrde pfert von wlzin härn, als dl drt erstin wärn, daz er abir Dörgen gab. »Nicht wil ich«, sprach er, >trelin ab 42»:, >der gäbe mit dir, uuz ich deme »ungeloub in dich int nemo.« Sus bleib dd daz virde pfert von dem tuvele unbeswert und dd bekarte Dorge sich 4300 unde btchte lülirlich slns ungeloubin irret lim 4219 UBTonebea S. 22 m warn K. II. tU warn 9. 26 lyn K. »jrn reyten H. 30 leldyn H. 37 t fehlt 8. } In K. ,jr4 durch Corr. 38 odr K. «dir U. 41 odir K. 43 tu* K. 44«rvoUitH. 40 «olde II. «ach K. 53 deain H. 57 und II. oder D. - Cap. «. Ueber»cbr. nur in D. fehlt 8. K. U., welche alle eine Lücke »on einer Zelle dafor offen l«..n. — «5 Prui K. 67 68 SchoUn : bokln K. conr. au« Schakin : hakin. Schokln : hokiu H. Schoken : hohen I). 71 undir «yneu B. under «einen D. 74 wold K. H. D. 87 da« H. D. fc> konft H. »4 «praeb er fehlt H. D. 4) D. i. rechneten, zählten. 352 N1C0LAÜS VON JEROSCHIN des er pflac durch des tüvils rum und wart nach den vristin ein vil gotir cristin 4305 und des geloubin ein gewer beschinner unde minner. Er karte in brinnindir andacht an gotis dtnst al sine macht und der nuwetouftin dU 43to er vil von ungeloubin schlt, want er sl zu geloubin sterkin pflac mit wortin unde werkin. Diz ist, wi zum bürge der Pruzm in wwdin gebrochin. [Dusb. m, 7.] Von sumelichin wirt gehört, dl wil di brudre wontin dort 431s üf der eichin, davon «5 ich gesprochin habe mö, daz di Prüzin hattin dö eine burc gelegin so bobin Toriin der Wizlin nii, 4330 Rogow hlz di burc alda ; so hattin sl ein andre ouch, als man dl Wizle nidir zouch da bl gelegin in der zlt so »da nü der aide Colme 11t. 435* Zwischin disin bürgen zwen saz ein edil Pomczen, der was geheizin Pippin unde hatte dl wonunge sin üf eime berevride 1 sa 4330 an eime se* gelegin da, der näch im sint immir me ist genant Pipplnisse. Er hatte bl im heidin vil, mit den er stritte alle zil 4333 unde mortc vlntllch ; swa der cristen indirt sich einir vor dl burc irglnc, den irslüc er odir vlnc. Dt cristnen gröze nöt dö lidin, want gene obin, dise nidin und Pippin dftmittin saz sl mühende än undirlAz. Diz werte unz an eine ztt, daz von geschichte doch in strit 4345 di brudre susamin mit den von Rogow quamin unde, alse daz dö wolde got, daz sl ir vil irslugin löt und vürtin mit in dan 4350 gevangin iren houbtman, der ouch zu der brudre hant Rogow dl burc vorgenant mit willin dö antwortte üf daz man in nicht mortte, 4355 sundir in llze lebin. Diz quam den brüdrin ebin, want dö etsHche zlt darnach was irgangin, dö geschach, daz der selbe Pruze nam 4300 an sich di brudre allintsam mit irre macht uf gutin sin so b unde brächte sl sö hin, dä dl burclute iägin und irs getrenkis pflagin, 4363 (der andrin burc ich meine) . Und dö si al gemeine trunkin lagin sam dt swtn, du vilin ouch dl brudre tn und iz dA wol begingin : 4370 sl slugin unde vingin in der bürge sundir wer al daz heidenische her, darzu dl burc sl brantin und dl in asche wantin 4375 und saitin dem leitsmanne danc. Darnach ouch nicht ubir lanc schikte er den swAgir stn, den vorgenantin Pippin, mit listin vil genende 4380 in der brudre hende, des sl wurdin ouch vil vrA. St bundin Pippine dö einem pferde an den stert und sleiftin in kein Torun wert, 43s& da man an einin boum in htne. Alsus iz Pippine irglnc 4306 und 8. H. D. 7 kart 8. brioder H. H alle sya» H. 0 nuwen touftyn H. 27 Pappio H. D. 39 und K. 39 «ynim K. 38 crUüien R. D. 37 eyurv K. H. 43 munde H. 43 Di S. 44 gesteht« H. ein ttrit S. t. Mi «ju K. 47*1»K. 53 M »Dtworte : matta 8. «S TÜn H. 73 «b H. D. 75 leHUinion« H. «M»MneD. 7« ouch fehlt H. D. 77 «woeir H. 86 ptppin K. 4) Bei Johannes Rothe (s. v. Liliencron Glossar S. 693) ein Thurm zur Belagerung oder Vertoei- digung, bald ein alleinstehender, beweglich oder unbeweglich, meist von Holz, bald innerhalb anderer Befestigungswerke. Auch die von Elephaoten getragenen ThtLrme heissen >T Digitized by Goo KRüMKK VON PRUZIM.ANT. Dirre Pippin, als ich las, gens edlin mannis vatir was von Pouiezenen irkant, 43M der da Matte was genant ; und als der valir toubin pflac cristenengeluiibin und des was eiu echter, sust was sin ein vorvechler 43t>5 der sun mit allim vlize sint. Vor den geloubin und dl kint der vil heilgin cristenbejl was er zu st rl teile gereit ; dAvon treib in dikeine not, ^ unz er gelac daruuime tot. — Diz ist von pilgerimen und der bitunge des hüs und der »tat Colmin. Dusb. tii.s.j Nu wart ouch von des pAbstis wort gepredigit daz crüze dort in dütschin landen ubiral ; und dö der inhve strlt irschal 4405 in der predigate, den gol irwelit hate zu Pruzin in dem lande und dö man ouch benandc den abläz und dl vribeit, 4410 dl den strlteriu wer bereit ; iz wart mancb edil hell beweit in dem dulschin rlehe breit, der herze got dö rürte und in den willin vürte 4415 daz si in gotis nainen das crüze an sich nAmen und vorzigiu allir ru. SI machtin ire wApin zu unde begundin zechin1, 44'iu daz si woldin rechin daz unrecht an den heidin, daz si in argin vreidin an dl gclidir pflAgin kern des gecrüzigitin hörn. 4425 Si schnbin ouch vil gar besit swaz da mochte in der ztt geirren odir tun gespart ^ ir so sAldinbernde varl und vüm vrölich vorl. 353 4430 Zu herzin nAmen si ein wort, daz d.'i spricht Jerönimus in seligir manunge sus : >ls, daz dln vatir dir daz pfatx ■vortretin uf der swellin hAt **** iund dln brüdir dich sö twengit, >daz er dir an den hals sich hengit »und ouch ob di mütir diu »iinplözinde dir machit schlu >dl brüste, di dich hau gespunt, 4440 »und alsus dir widirelünt ; >nim doch nicht den widirwanc •trettinde joch ubirganc >valir unde mutir.sAn >und He zu des crüzis van.« 4445 In sulchir wis manch pilgerin vorzeich sich dö der vrunde sin, der undir deme cruze ouch hin kein Prüzinlande zouch. Und do ir gnüc zu Torün quam, 4450 brüdir Herman Balke nun, der lantmeistir lobelich, al di pilgerlm an sich und büwete mit den gestin An undirlAz di vestin 44&5 Colmen burc unde stat, dft noch der aide Colmen stAt, in tuisirs hirrin jArin v - dö der vergangin wArin tüsint und zweihundirt [ma 44«o drlzig und zwei gesundirt. Vom den strilen der brüdere widir di Po- mezenen und von der büunge der burc Senle Merienwerdir* [Dusb. iii, 9.] Dö dl vestin vorgenant mit gotis helfllehir haut gebuwit wArn in Cabnirlanl und daruz mit besmin hart 44«ü di unvIAt der heidin wart an allin eudin wol gekart, der meistir mit den briidrin sin und di reinen pilgerin siaan golis arbeit vil unlaz 4470 griffin abir vurbaz 4302 crutnen II. !M tu« K. II. 97 vil fohlt K. II. I). htiligtn K. heiligen D. 99 keine S. — Cmp. 8. hu» 8. K. Cylitn 8. — 4 tut |»»butl» H. S un 8. 10 wer« II. I>. 17 »orcicgin II. 33 dir »»Ur (rmter) dir H. I). 34 uf du »wrllln S. 35 3« twengt : hengt K. 43 und 8. 4S kt-n K. H. toch S. 53 unde 9. buwU K. 55 und 8. 50 dar I>. nach K. H. D. Coline K. II. I). »Ki beUrl 8. 4) D. i. fügen, anordnen, bestimmen Pf. ä) V. 4433 4444 bei Pfeiffer S. 83, Nro. 7. kripi. r. P. I. 23 Digitized by Google 3M NICOLA!» VON JEROSCIIIN in di lant und di geblt der neslin heidenischin dil mit sulchir vorhesiehtikeit : si schüfin alliz daz gereit, 417:. des man zu einer burc bedarf. wan sl warin der wilze scharf, und vürtin üz mit in zu schif üf einen werdir hin der hiz Quedin, als ich vornnm. 4i*u Diz triben dl hrüdir nllintsam hcimelich und .Ine güf. SI richtin eine burc dA üf üf eime huble, der gelein was der stat viljiA inkoln, ush da nü Mcrginwcrdir Iii. DI selbe burc sl in der zit ouch Merginwerdir nantin ; und dd sl daz volantin, dö zalt man unsirs hemn jar 44'jo tusint und zweihundirt gar [vm dri und drizic ouch vorwar von dem, daz in di inait gebar. Darnach oueh von Sachsin (|uaui ein rittir ddsw&r lobesam 44«5 in pilgerimLs wise menlich unde wtse, wan er ane wandils Iure 1 * buregreve von Meideburc was in der zit irkant ; «soo mau nant in >mit der kleinen liant.« Der bracht ouch mit iiu iu dem zil rittir unde knechte vil, mit den er zu dem Colinen bleib, unz sich ein ganziz jar \ ort reib, 45o.'i üf der burc vorware ; und in demsclbin jare sib vür er und di sinen al mit den brüderin zu lal und namin Mergcnwenlir dan 4M« di burc von dem werdre sAn zu Quedin, dä si was gesal und leitin si hin an di stat, da man si nü ligin sil in ein pomezdnsch gehit, 4M.-, daz Hisin genenuil ist. Der burc gewandill in der vrisl wart an der büunge schiebt •Ii stat und doch der name nicht. Von der büunge der stat Senfe Metien- werder. [Dusb. iif, to.] l>o deunoch zu dem Colmiu i:.2o der burcgre've, den ich las da vor, von Meideburc geturnt und er detuioch nicht volant hatle sins gelubdis ger, secht, dü s«ch man komen her 4.'.2a zu Prüzin in daz laut vor wär manchin grözin vurstin clAr vou pole'nscbin landin dÄ. Diz wArin si bi namen sa : herzöge CunrAt von Masow 4;.:w und der herzöge \on Crakow2, der herzöge von Kuyaw und darzü der von Wrezlaw genant herzöge Henrich, ein vurste dLsvvAr lobelich, 4.'.3> den darnAch mit unvügin di Tatarin irsh'igin. Ouch sach man da vou Gnisin den Herzogin Odewisin und vil manchin edlin man, 454ö di dA sAzin so her dan, als di Odir vlüzit unz da di Wizil schüzit »lein irem vluzze nidirwart, und von des \lizis vart, 4'.ir, daz dA heizil Bobir, unz also hin obir au des > lizis vletze , daz dA heizit Netze. Swaz da zwischin in den jArn 4i:.o mechtigir herrin gesezziu warn, • di quAmen alle und ir volc. Ouch so quam he*r Swuntopolc, ein herzöge sus genant ubir pomerensche lant ; 4172 nchrvtyn II. 75 »jure K. II. 76 wu( K. H. warn K. II. SO Iribn K. 81 beinlich H. hdnlrich D. utide II. >j da corr. au» dar K. 4o 11. *>7 naten S. «Jl vir und dritg 8. 93 darnach S. 94 di»w«r K. der wra» I). 97 trug S. 99 wu er S. K. JI. ü. 4501 in den K. 4 Tortci 8. 8 brudrro H. 15 Hetin H. llidibureS. |v doch iitmr S. K. II. D. 21 weh K. »eth II. kumrn K. 27 polnitchin II. 29 beruf K. herciog II. D. 'M l»rr/«>K II. I». :il h-rriog II. n. .12 ron fehlt in K. H. 33 Ilynrich U. 3ldc«warH. P. 36 TarUrin K. II. TarUren I>. den fehlt K. H. D. 39 «lilu H. 49 do II. 50 hern K. 52 fehlt D. 4) Schwanken; Taumel Pf. i) ß. o. S. 57, Ann». 7. 8) Flttcbe, Fhistbett Pf. Digitized by Google KRONIKK VON PRUZINTANT. 355 4556 darzü sin brüdir her Schanibor. DI herrin al genant hi vor brächt in sulche ritUrschaft und so grüzir menige crafl zu Prüzin, als ich hab irvarn *stA daz von cristinllchin scharn ni sö gröz ein her was e1 gesehen in dem lande nie, daz in der zit ouch aliintsaiu zu sente Mergenwerder quam 4565 und büwetin da dJ stat und dl burc, dl dar gesät was nüwclichin vor dem zil ; di machten sJ ouch vestir vU. Von eime sige der cristenin, da vumflu- sint Pruzin tot blibin. [Dusb. m, h.j Dö daz büwin was getan 4570 und der wintir was intstan, sö daz iz hart gevrorn was, brüdir Herman an sich las, der meistir, dö dl brüdir sin und da-zü dl pilgerin 4575 dl ich da vor nante, der ger ouch darüf brante wi si tetin hin geleil ' der Prüzin arge turstikeit, SKund reiste mit in öl 46oo zu Risin in dl gegenöt, da si iz wol begingin. Sl slügin unde vingin « vil der heidenischin dil und durchrittin daz geblt 4585 unz an daz vliz Sirgüne, däz sich ouch ein lüne in vügte und ein sulchiz spil, des sl gewunsebit haltin vil. Gesamint si da vundin 45»o der Prüzin in den stuudiu ein geweldic michil her bereit mit stritlichir wer, daz ouch di cristnen vil gewlr rittin an mit strttis ger. 46W Und dö di Prüzin sahin di cristenen kein in gAhin mit sö menllchim müte ir spitz ein aftirhüte wart ' in zegelicliir flucht. 4wk> Den sin der heidenischin truebl vornam man dft wol ane tolc. Des richte zü her Swantopolc und sin brüdir her Schambor mit irem volke, want sl vor 4wi5 der Prüzin strltllch wandrin baz westin wen di andrin, und vorhildin kegen in di wege vor den hegenin, üf daz ir keinre queme dan. 4«io Dl wart ein stechin und ein slan hindin unde vorne in vreislichim zorne ; dä wart daz rittirliche swert der cristinheite wol gewert 4CJ5 des vleischis der sundere, daz iz dft vraz mit gere, 3« • und gerötil wol ir sper, want dl Prüzin hin noch her sich mochten dö geneigin ; 4020 si viien sam di veigin. Daz spil di cristnen tribin so lang unz da blibin töt der Prüzin in dem snö wol vumf tüsint unde mö. 4625 Und dö irgangin was der val der Prüzin, dö hüb sich ein schal in vroudin, der dö wit irhal von den pilgerimen al, wan in da sö wol gelanc. • 4630 Des saitin sl mit lobe danc Cristö dem heilande und vürn heim kein lande. Von der büunge der burc genant Reddin und von eime mmdirUchin gesiebte eins britdirs daselbim [Tiusb. m, it.) In unsirs hlrrin järin dö der vorgangin wärin 4635 tüsint und zweihundirt [1234 ouch drizic zogesundirt 4557 icbans. 82 fnchn II. 61 eorr. Marien burc wid' S. 65 buwtin K. bnwiten H. 66 dar H. Ü. 67nuüchinH. — Cap. II. »unftarint K. U. — 80 Be»yn K. ILetin H. 84 fehlt H. »I fehlt 1). 86 criatMP H. kea K. H. Utf »egcUchir Ii. Mgcleicher D. 4605 itrirhch S. 7 keyin 9. 10 do H. I). 11 Mut 8. O. 12 vreitlichiin 8. 13 dar dai 8. 17 unde ». IU da 8. D. 20 *yn K. 21 critlen H. I). 24 Tutif H. und 8. 2tt do H. 32 keo K. H. t) D. b. ihre vorderste Schaar wurde die hinterste. 23' Digitized by Google 356 NICOLAIS VON JKHOSCH1N und das virile darnach, du man ifzunl vortribin saeh vil gar üz Colmerlande 4«4o di Prüzin, dü besandc der meislir brüdir Hcrman swaz er volkis mochte hau und büwcte in daz selbe lanl eine burc Reddiu genant vil vesle unde gewisse su hin vur dt willnissc. di zwischin Pomezcnen Mas und Colmerlande, als ich las, al dA an ein gelege 4«.M) da offene herwege 33 b kein Colmerlande lagin, da e di Pruzin pttagin sprengin in daz laut xorwär heimelicb und oflinbär. 4«n Üt dirre burc, bau ich gelesin, sach man zu den zilen wesin einen dütschin bntdir, den des tüvils lüdir ' mit trügene zöch uf den sin, ma daz des genzllch düchte in, des dütschin hüsis urdin, des er was brüdir wordin, mochte im di solo nicht irnem. Des wart sin müt darüf sich körn, 4«öi daz er wolde sundir sparn in einen andrin urdin varn, der dA were strengir zu traiue und getwengir. Und du er disin mül gevinc, «70 ein sulch gesichl im widirginc in cirnc truume, du er lac unde sinis sl.'ilis pflac : er sach seilte ßernhardum, Dominicum, Kranciscum Wo unde sante Augustiniu, iclichin mit den sinin brüdrin schön gezirit und wol geordinirit in enzelin scharin vor sich gen. di er ouch bitten unde vlen wart mit heizin zerin, daz si in gewerin woldin irre brüdirscbafl und zu ir ordiu tun gehaft, 4cs5 daz im ouch vorsait vil gar wart du \on icllchir schar. Und du er alsus stünt vorzait, so sil er komin her di mait Sirdi reine, wandils \rie 4«ao gutis innlir Marie, und mit ir brüdre vil des dutsehin hüsis in dem zil in wuunenelicliitn schouwin. Du vil er der junevrouwin 46»s weinende vur di vüze unde bat dl edle süze viehende dcmüticUch, ilaz si uliir in irbarmte sich und in wolde vurbaz IAn 4700 bi sinen brüderin bestAn. Du sprach si sust in der geschiebt »Nein, nein, iz invügt dir nicht »wanl dich, lumuiir äffe, 2 »dunkit, daz dö slAffe 47tis »din ordin allis jochis vrie »und daz darinue nicht insie »zu Udenc nach diure ger.« DAmitte vür di \ruuwe lier und zöch di menlele besit 47io den hrüderin, di in der zit bi ir alda stt'indin, und vvlste im di wundin und dl siege manicvalt, dAmit s] in den tut gevalt 4"i.'i warn durch des geloubin schirm von den beidin ungehirm und sprach zu im : »Nu sich ! imac daz icht gedunkin dich, »daz Iii disc brüdre diu 472o »icht gelidin habin piu »durch den ininnesauien »Jesü Crisli uamen?« Nach den wortin ouch zuhaut daz gesiclite gar vorswant 47i.f. und der brüdir inlwachle, vii balde sich üfmachto ztd und Ute sundir sparn in daz capitil, dA ouch warn dl brüdre dA gesamint 4730 und vor in allintsamint 46i7 dci vtrdln 8. K. II. J»r »Utt dar S. g%i II. iar D. 45 buwte K. SO di andrin lant vurbaz hinnidir, dö si sich ouch satztin sidir. Von zwen herschifjßn unde von der ab- vart des marcgreven. IDusb. in, m.\ Der wise wlsllch alle zit 1 trachtin unde werbiii pflit und schübit manchin schadin beslt , i*.30 der sich kumftic kein im vlit. Derne tet wol gliche dö der vorgenante marchiö, want er vorbestellt ic 33 c was und gar intrichtic 4*3* in vil wisir sinne grif. Des Hz er buwiu zwei herschif ; daz ein was •Pilgerim« genant und daz andre »Vridelant«. Den schilTin ouch di namin 4s4o vil ebene gezamin nach ires amtis arhtin ; want si den cristenen machtin. in Pnizinlande vridis vil, di drinnen wontin in dem zil. 4h45 Mit disin seibin schiflin wurdin erst begriffin und gebüwit, als ich vornan» di zwu bürge lobesam, der Elbinc und di Balge, 4KV0 und üf des wägis swalge, der da heizit daz vrische hab, wart sö gar gelegit ab der heidinschalt ir wandrin, daz noch ein noch andrin 4S45 darüf getorstin komen den cristnen zu unvromen. Dise seibin schif vorwar wurdin iü)ir manic jar vorsenkit beide nach der stunt 4hao in des Drüsinsehis grünt. Und dö iz alsö wol getAn der vil edle gotis man, den ich dÄ vor ouch nande, hat in Pnizinlande 4Mi.s swechinde mit allir craft di vreitsame heidinschaft, als üch davor intscheidin ist, und irvullit was dl vrist siner pilgerimschin vart, 4*>'o dö vür er heim kein lande wart. . Doch so Uz er in dem zil zu Pnizin in dem laude vil blibin slner rittirschaft di mit hülfe zugehaft 4%7ä dö den brüdrin soldin, want si büwin woldin aldä di burc den Elbinc, als iz sint vollinginc. Von dem strile der Pogezenen und von büunge der bürg Elbinc. IDusb in, te ] Dö von gotis genadin 4$m> di cristinheit intladtn von den Pomezenen wart und si haltin sich bekart und den bnidrin undirtaii, • dö schiclin ouch dl brtidre san 4*>»..s nach st ritl Ichin witzin vurbaz irc spitzin kein der Pogczenschen dit. Daz urloige sus gerlt : Der meistir und dl bnidre sin iswt und darzu dl pilgerin, dl zu Pnizin hatte dö gelAn der clftre marchiö von Mlsinlande vorgeseit schictin in der zit gereit 4S94 in gene schif geretis gnuc, daz zu gebüwc hatte vüc, und quamen in daz lant, daz Pogezenin ist genant üf einen werdir, den hevine 481« m H. 1» wortlio K. 20 hymt\ B. D. 24 26 nidr : >idr K. 28 und 8. 29 lit rorr. in betit K. «it 8. 30 ken K. H. 33 her vorbcMehti» H. 37 Pingerim 8. 41 amptU K. 42 crUtoeo K. 43 etn H. D. 51 dM et»U noch fehlt B. 55 56 kurorn : immunen K. 57 «elbe H. 83 uch H. auch D. 66 vreiUamen 6. vreytUame K. »reidewuue H. fraimaroe 1). 70 k«t K. 75 da K. H. 78 faU K. 87 ken K. H. Fomeioorn- ,8. 94 g*rit 8. di man aldA noch slt stän. — Von eime zeichne. (Du»b. m, 471 Di brüdre vom Elbinge Ane vridis gedinge hildin aint der selbiu zit so manchin lobelichin slrit 4»2s kein der dit von Pogezen, daz daz iiiinaiil kan voljen mit schrill noch mil getichte ; doch wil ich ein gesrhichte harte wundirlich desvvar 49:10 üch hl maehin oflinbar, daz den brüdrin widir quam von dem Elbinge, als ich vornaui. Zu einen zitin iz geschach, daz man si in zorne sach 493.% üf di heidin irbolgin mit weiiinc lülin volgin einiin michlin here, daz in argir köre herndc unde burnde Idöz 49»o einen roub genumen gröz häl in iriue gebile. Und dö si mit der dile itzunt zusamin soldin slAn, secht, dö vvante sich hin dan «sb ze£e"cnul 8,1 vlucht al di heidenische trucht, dA mit si ouch intgingin, sö daz di brüdre vingin nirht wen einen Pogezen. 4»M) Daunen vürtüi sl ouch den; und dö er sach sö cJeino der brüdre her gemeine, er vragete, wA ir were mer, di dA gehörtin in daz her. Des wart er alsus bericht, ir were mer gewesin nicht, wen als er söge in der schar. Dö sprach er : AYixzit daz vorwAr, >daz wir sahin hüte, tw.0 >al daz voll vol lütc ■zu strite rechte wol bereit, >di hAttiu gar An undirscheit »wapin und gevvetc an, •als di brüdre pdegin hau, ms >und von der uienige crafl ■wurdin wir sö zagehan, xlaz wir alliuUaiuen >au di vlucht uns iiAnicii.« Daz selbe sprachin oflinlich 4970 »Ii Pogezi'nen gemeiulich, di mit gewesin wAru da, dö si bekartiu sich darnA zu dem geloubin cristinlich, daz darnach schirc vügete sich ; Ü17.V want vvi hart, wi swero kein den brüdrin wöro der Pugezöuen striten, doch wart in dun zilen si ein (eil irweichin las« diz wundirliche zoichin. Uuch si dAbi zechtiu, daz si daz anvechtin, 34 c daz mit pdegelichir tuü in di brüdre tribin zü, 49S5 nicht lengir mochtin dougin ; des wurdin si dö botigin ir hertin nackin allinlsam und ir hülse vil unzam Ane widirstroubiu 49vo undir den geloubin und zu der brüdre haut ; 4901 weder U. wtrdar D. 3 *UuU II. flieue* D. 13 dar (nach fehlt) U. 17 criutnru K. 18 liulyn II. heuten I>. — Ca|>. W. cieicbin II. — 25 keu K. H. 30 ufTyubar U. £>. 36 lutea ir volgyn H. lewtei. ei-rolgen 1>. »7 michliro 11. miobrlrm ü. 40 geuomen II. O. 52 b. »o g. 8. 53 raffte K. wo 8. »«t U. W wurde 8. H. wy K, 71 warin U. waren D. 74 rügte K. 7i harte II. 7« ken K. H. M «leichten U. b5 86 doyfln : boygin K. U. 8» helfe U. ü. Ol unde U. Digitized by Google 360 NICOLAUS VON JEROSCH1N des wurdin glsele benant den brudriri durch sichirheit. und durch wernde st&ikeit. Von dem strite der brüdere, der Ermin, Bartin und Nattangin und daz vil brtt- dere unde crialenen wurdin geslagin. (Dusb. III, 4 8.] ' ms |z mac nimant vol achlin, vol schribin noch vol trachtin, noch vol sprechin, w<*n ich, gar daz ungemach. di nöl, dl vär. dä sich zu pflog«* satztin in r.uoo der meistir und di brudre sin, nf daz durch si genierte sich der gelnubc crislinln Ii und di laut der cristinheit gclengit wurdin und gebreit ; htm:, davon in der zit geschach, du man von gotis hülfe saeh, An den gülis nicht geschit, daz di heidenische dit, ich mein di Pomezenin 5010 und ouch di Pogczonin ' den geloubin angetan halten und sich gel.'m in der brüdere gcwalt, daz di selben brudre halt kein Ermin, kein Naltangin, di si dä pflägin drnngin, s« 4 und kein den Bartin mit urlouge kartin. Des hattin si ein solch begin : 50M der meistir sanle brudre hin und wepenere gnüc mit in in genin schiffin lif den sin, daz si soldin sö hin abe \arn üf dem vrischin habe sozs und irspehin eine stal. dl bequeralich wer gesät zu büvvne eine vestin da bi dem stadin etliswä kein den Prüzin vorgenant. 5030 Und du si quämen an daz lant. daz man Ermin nande, dö trälin si zu lande und wurdin dä gewar einer Priizschin bwre vorwar, m& di was gelegin in der zit däbi. dä nu di Balge Iii. Der burc torstin sl nicht värn, want si alzu kranc dä wärn ; idoch daz nicht mit lerir hant :m» ir reise dannen wurd irwant , so horten si di dorlir gar gcleiu darummc her und dar mit roube und mit brande. Und dö ouch daz irkaude MU"> di insezne heidiuschaft, daz so deine was ir craft, di vart si kein in nämen und slügin allüitsamen dt brudre und ir wäpinman, .vom» daz ui keinre quam her dan än di, di da geschickit wärn zu den schiflin durch bewarn l ud dö di ouch sähin di iren sus irslahin ^und in gehe Hin mochliu nicht, betrübit sere der geschieht an di vluchl si griflin >il balde mit den schiflin und quämen in den stunden, M>f.o dä si den meistir vundon, dem sl genzlich vorjän, wi iz jenin was irgän. Von der burc Balge. [Dusb. in, <».] Dö der meistir vil gewer [im» disc jämirberndin mpr .süss von den bolin sus voniam, so groz betrubnis uf in quam und sö leidir smerze, daz des geloubt kein herze ; doch nam er im zu tröst ein wort .wo damitte Dävit tröste dort den vurstin sinir rittirschaft Jo&be, der sich tet gehaft in al zu grözir leide pin um den töt der lute sin. m>:.% Den sträflc er sus unde sprach, dö er in alzü leidic sach : >Diz dinc läz dich be wegin nicht, >wan manchirlei ist di geschieht 4»!W genant corr. in benant K. itenant U. D. «3 bruderin K. »4 unde H. — l ap. 11. eriatinen 8. getlayo &. - 05 nyraan K. 0« nach S. W* dai K. H. D. ay H. »aUU S. 5010 Poyoirayn K. 15 ken K. keo K. 17 ken K. \*> vrloyg« K. *!) ken K. II. 31 Ennan H. D. 34 eynr» K. 40 dann« H. 43 onde K. 47 ken K. U. *art kein iu so nainen H. (cnt»prerhrnd D.) VO nj keyner H. 51 ein di fehlt K. H. D. 60 da« K. H. D. - Cap. 19. Ueberach. fehlt H. D. — «<» geloubit H. 75 traft* H. trwt D. nnd 8. 77 1* K. II. D. 7» wut K. Digitized by Google KRONIKE VON PRUZLNLANT. 361 >des stritte, als wir ofte sen ; .soso litzunt disen, itzunt den. >tötit des urlougis swert. >Des sterke du daz volle beswert »und mane dine stritere, »daz si sin gevere M»w, »des Heins widirsachin »und di verterbit uiachiu!« Sust wart der meister doch getrost und ein teil von leide irlösl und sant ein michil lier .soiio bereit zu strile wol mit wer zu schitlu so hinnidir, 35 *> daz si soldin widir tun daz unrecht und daz leit der irslagnen cristenheit . Mm:s Und (16 si quAineu an den slrant zur Balge, ulda alzuhant si zu lande tratin * und vor di burc dA gätiu und waz si schulzin hAlin 6iw» «Ii sach man si bestatin 1 kein der burc bequömelirh. Ouch sehiktin sl zu stürme sich und gingin menlich an mit leit riii, di st leitin an Sias in des husis ziuneii. Nu hAl aldä inbinnen der besezuin houbitman zu den hrudrin sich getan in tougim genine ; ■'»uo genant was er Kodrüne. Der half ouch in, daz st halt dl burc gewonnen mit gewalt . Secht, dö wart ein tötin, dö räch man ndt mit nötin ; 5115 dö wart geroch in wol daz blut, daz dä vor di cristuin gut vorguzziu bi dem hüse, want in dem gepruse den Pruzin harte leit geschaeh. 512« Stich, how, morde und stach was der cristnen spil irkant. di wil man icht dA Pruzin vant ; doch man der dil ein teil dA vinr. Cnd dö di kurzewile irgine, 5125 di brudre saitin gote danc, daz in dA sö wol getane. Di burc si ouch wol besAzin, und kein der dit vorwAzin hildin si dA sint der zlt M™manchin lobellchin strit. 3!) * Diz was in Cristis jArin dö der vorloutin wArin tusint und zweihundirt drizic druf gesundirt .•»135 und darnAch in des nündin vart, [1230 daz besatzt di Balge wart. Diz ist wi di Balge von den Pnizin wart belegin. [Dusb. in, so.] Dö kein Pnizin in daz laut wurdin dise mer irkant, Pvopse hiz ein houbtmaii Mio der Ermin, der besanlc sän alle slnes heris craft und mit der seibin hcidiuschafl di burc zur Balge er belac Ouch want er dö des amlis pflac, MI5 daz er ein houbt der andrin hiz, des woldc er vs andrin zuvordirsl vor den sinen und sam ein hell irschinen an des husis stürme da. M.so In sulchim rume er ouch sA vastc hinzu gAhcle und er sus genAhele. daz er quam in rcrhlin rAm*. Ein brüdir daz gerne» ke nam M55 zu im mit eime pfile und schöz in in der wile, daz er allis Sturmis laz zu der erdin töt gesaz. Dirre sö vreisliche blic 5i«o gab den andrin sulchin schrie, \\ daz si ouch ufbrAchin sAn und iingeslurmit zugin dan. Von der büunge einre mul und wi si ouch wart vorterbit. [Dusb. in, «i.j In der seibin zit geschach, »öd daz man gnüc von Ermin sach M65 der edlin unde mechtigin. 50%J vrloyjii K. SI jewere H. D. S7 »ua K. H. 91 criUgene») 11. D. 5101 keu K. 3 und» K. 7 houbt- m*n 8. H. haubtmin I). <» totigln 8. gcrim« H. eerevine D. I« Kodrjme H. D. II in fehlt H. D. 2* kro K. H. 37 ken den Pnuin. ,deU- auigmtrichen K. den Prewuin D. 44 »ropti» K. 4« wol K. 47 von S. 48 heilt 8. i H. — Cip. 21. W«b*richr. fehlt H. (in D. vorhanden.) 4) D. i. aufstellen. *) D. i. Ziel. Digitized by Google 362 NICOLAUS VON JEROSCH1N di dA llzin ligin iren ungeloubin gar ui\de ir erbe ouch deswAr und vürn zu den brüdrin hin 5170 zu der Balge üf gütin sin mit wibin und mit kindin und allin im gesindin, want si merctin oftinlich, daz got zu pflege zeichinlich 4175 mit in was und vor si streit. Ouch warn di brüdre vil gemeit irre Zukunft in dem zil, want ir schar gesterkit vil von der seibin rotin wart. * 5iso Des büwtin sl ouch mit der vart eine mul mit rücho * üf andir sit dem brüche, da di brücke ende hAl und nü ein lantstrAze gAt. MS5 Di mul sacli man si \estin vor vientlichin gestiii, der vil darumme sAzin nA. Ouch so li/in si aldA, zWene brüdre und genüc suw wepenerc durch den vüc, daz si soldin ir mit wer hütin vor der viende her, daz nicht lange doch bestirnt ; want darnach in kurzir stunt 5195 wart di selbe mul behaft von den Prüzin, di mit craft si ouch dö gewunnen und sl gar vorbrunnen. Darzü di brüdre und ir man 5200 di mit in wärin dA gelAn sach man si nüt vreisir nöt S6»al)intsamcnt slahin tut. Diz ist von dem geistlichin tebene der brüdre von der Balge und ouch üf an- drin hüsim. [Dusb. m, Welehis lebins lütirkeit, waz tugint, welche sli-engekeit 5M5 und weichin twanc geistlkhir zucht trüge do der brüdre trucht, zu der Balge unde andirswa in dem lande hi und dA üf allin hüsirn gemein, 5210 zwAr daz weste der allein, dem alle herzin oflin sint und dem kein touge sich bewint. Ir bßtehüsir der betdre harte seidin wArin lere ; 52i.s keinen winkil man ouch vant üf den hüsirn vorgenant, dA sich nicht vorborgin hettin nach complele und nAch mettin brüdere, dl dA heimellch 522o castigitin mit rütin sich odir vilin venien* vil. Iz quAtncn munche in eime zil hin zu KngiLsbfe'c gevarn, di einis andrin ordins wArn ; 5m und do di prüflin ebin aldA der brüdre lebin und ir geleginheite irs&n, sl begundin vragin sAn um des hüsis namin. 52»o lud dö si vorn Amin, daz iz hize Engilsberc, •Werlich der name und di werc »sich wol ebin<, sprAchin si, »an dirre burc irvindin hl, 52X5 »wan dl brüdre, di hi wonm 36b »in cngilischim lebene donin*.« Von der büunge des hüsis Partegal und des berevridis Sckranditi. [Dusb. in, ss.j Iz wArn in Erminlande Prüzin, di man nande di Gobotiuin und di wArn 5240 scre mechtic in den jAni und deu brüdrin gar gever; di besamintiu ein her von slriterin Aue zal und üf dem velde Partegal " .MOS und K. 70 Balg K. 71 und« kindüi K. 72 »lle H. «11 D. 71 »eineblnlieh S. K. 77 »iikunft K. 80 lic« In der? *J jnug 8. 92 vur S. der fehlt 8. rinde U. 05 wol P. — Cap. 22. gw»tliehiin 8. K. «> deren n. - 5206 da trup- D. 7 Balg und K. Ü. 9 biwerin K. 1 1 hene S. offint K. n. offcot P. 1« Mu- rin K. 18 completen II. V. 21 »il in D. 22 munch U. 24 eyn» K. 30 vomamyn K. 35 want K. H. 30 lebne K. — Cap. 23. Von der Ceberachrtft fehlt in H. D. : Von— r*r — 3« Oobolin in H. D. 4) Sorgfalt. 2) Fussfalli^es Gebet; vgl. die Venien liintor dem D. 0. buch ed. Scbüuhutli. S. 78 o. 3) Gespannt sein, streben Pf. Digitized by Google KRONIKE VON PRUZIXI.ANT. 363 5245 büwtin sl mit starkir hant ein hus ouch Partegal genant nach dem velde, und damit ouch ein andir bercvrit büwte daz gcsperge* «so dort üf Schrandinberge. Di seibin vestin beidirsit mannetin sl in der zlt mit vil wepenerin slarc, di ouch den bnidrin als<\ arc irtÄi wini zur Balge legelich, daz ir keinir forste sich darnAch vor den ditin liz der burc irbitin. ■ Von der büunge der burc Snigkinberc. (Dusb. III, 24,] Dez vell, daruffe ist gelein 5260 daz hus zur Balge, allirwein hAt ein ummeläge von bnicho und von wage, ' daz sumirzit danif niman gcritin mochte noch gegan An ubir einir bruckin pfat. di ob daz bruch noch hüte gat. Vor der selbe» brücke uf kumftic gelucke und zu vortrlbne verlieh ubil JJ7» buwlin dA uf einin hubil di brüdro eine burc. der nam hiz Snickinberc, als ich vomara, und satztin dar uf brüdre gnüc, ouch einin edlin man der kliic s275 und menllch zu urloige was ; Herlwic hiz er, als ich las. Derselbe ouch einin sun sint Hz, der Hertwlc von Pokarwin hiz, unt stritlichir lfife me*r 52btr H. über D. hüte fehlt H. 67 bruch« 8. «8 künftig K. 72 Sinckenburv H. 8iogkcnbtirch D. 77 »iiil fehlt II. 82 pxpnag* II. — C»p. 25. 20. kunft K- — »6 und 8. hh ken K. H. den fehlt 8. 90 ken K. II. 1» unde S. D. 6:14)3 itrak 8. 4 mueb H. 8 di fehlt U. 14 horte H. 16 so ofU K. 16 truwe H. t) Geschlossene Schaar, Gesellschaft, sonst bei Jeroschin »pespirc» Pf. 2) Wahrscheinlich veranlasste die Rücksicht auf Hochmeister Luther von Braunschwei):, welcher, wie oben erwähnt, zuerst den Nicolaus von Jeroschin zu seiner Arbeit anregt«», schon in der ersten Redaction die Angabe ausführlicher Nachrichten von dessen Vorfahren über Dusburg hinaus. Luthers selbst gedenkt Jeroschin noch einmal selbständig in lobender Weise pag. 4*K Digitized by Google NICOLAIIS VON JEROSCHIN Di wlle si diz tribin an 5320 noch in west in waz angAn and in zu mute was vil we\ dA sAhin si ouch uf der sd scliif dort here strichin darinne si gcnzlkhin M26 hoftin so her in zu vroinin cristinliche lüte komin. idoch in harte hange waz unz also lange, daz di schif iuquAinen. bxw Und dö si ganz vornAmen, wes kunift in was alda henant und wi sin komin was gewant, eiä, herre got, und A1! wi wunnenclich, wi rechte vrA -.335 vvurdiii in den vristin di brüdere und dl cristin ! Want als ein brunne vrisch und kalt kumt deme, der in durste quält, und als ein hole, der von vern smu landin kumt mit libin meni, 37»sus in den zltin ouch vorwar daz edle bltit, der vurste dar, der got was 1 iniiinende und in der niinne brinnende *m ni vorliz der tugine vm und, daz ich öt di me>e mit kurzin worlin ende. der vurste vil genende brachte allis des gem'ic, des siner herschafl was gevue .V36& und ein stritllch her vil grAz. Der kumft daz laut vil wol genoz und di brudre alsam, want er in zu hülfe quam und hub üz nötin si. 5370 In sulchir wis sich daz irgl. Der herzöge leite sich zur Balge üf sA heimelich, daz dl ummesezne dit der heidenschaft inweste uit .S375 sin wesin dä noch sine kumfl. Nu was der hdrre an vornumft behende unde wise ; des ginc er uz vil Ilse 37 b mit vragindir bescheiden hei t V3S0 um der brAdre geleginheit und umuie des urlougis schiebt ; und dA er des was gar bericht, mit gäbe grAz zAch er daran Pomandin. einin edlin man 53H5 an gebort nAch Pruzschir art, der ouch nAlich sich bekart zu dem geloubin hatte zwarn und zu den bnidrin was gevarn, dem da vor vil achtberkeit .\3ao manc den Prüzin was gereit, daz er der sachin des geloubin, den dl Pruzin pßagin toubin, gar mit vintllchir haut in sulchir wis sich undirwant. .\39* Her selbe Pomande nam sich von der Balge unde quam zu slnen lantlutin, den Pruzin, den er duliu dA in sulchir wlse wart 5400 dl saclie siner abevarl : er sprach, er were komin den crislnen zu unvromin und weide in zihin zu grozin schadin unde mu, mos want er ir tun wol westc dort. Und dA dl Pruzin diz irhArt hatlin von Pomandin sö, deswAr si wurdin harte >rA, want si hoftin sundir wän, Mio daz si vorterbin soldin dan 5320 an getan 11 . 22 ouch fehlt H. 37 trichi 8. »rieb K. rneeb II. fritch D. Joch H. SO ich fehlt 0. B,l gnuf S. der H. 81 orloygi. H. 8» berich K. K. 2« kumyn K. 2» inquaoi 8. :»l kunfl K. II- 47 Haneburg H. U> pilgrrini* II. .">l brach S. M her J.«eli K. et Cff auuft II. «7 brüdere K. allentaam U. 74 invntr 8. 79 rrmfio 85 Pnuehir H. 5401 2 kumyn : uurmmyo k. «) Vers 5383—5846 und 5348 bei Pfeiffer S. 84 f. Nro. 10. Digitized by Google KKuNIKK VON PRUZINLANT. 365 (Ii Lrmlre \ il flr&fe im wai i uu l Ii iciif^ir iiii.ni gcucit ■ iKiell Pomat Kliii r/ite j Mt*v7tiuf* Offft von Rf*nn III V>l II UUI zöch > or di burc zu Partegal und (hir?!*! :t 1 1 di mit \\ er 1X1 IU VAU! All HUC1 • \M 1 III I ■ »™ » 1 • und der brüdre macht damit, Lniulin und** inoehtiii K.UIIUIII III IHUvIJllII &400 dl beide hüs mid daz berefrit. M*U U1IUC ll-Ill AU 3lll(C lUVtlllll, daz man nante Schrandin, imii zm?in viip di Halifp hin II.11U £j\'a^lll TU* UI U"'^v 1AI*)I gewumiin, vorbrandin ; t/:il" llf «iU'llirifl "eWlTI Kill III 31t II II III V» III und waz dar üflfe Prüzin was, unde stalletiii davor UBJ W £3 Hill L » 11 ■ UU w VI • ein einigir der nicht genas ; Nü westiii üf der burc iiwor &4«& si niüstin alle reisin 5425 di hn'idrp vil wol di geschieht in toll ichin v reisin wl iz was du vor bericht nach iren hergesellin mit Poinundin lougiullicb. an undirlaz zur hellin. Des iriiübin sl ouch sich Nü bleib zur Balge ein ganziz jär mit dem vil lütrin vurstin 447« der vorgeuante vurste clär '»4 10 \oii Hrünswle den do diirslin kW'JV «VII VI WIIO " lv| UUII UV UUI Jllll mit ;ille shicr heris macht. nll:ir in Weizim mi'ili» — ißiiaXs 111 iJt.i#.iiii 1 1 1 u w daz er zu Pruziu halle bracht, n r*ti map Kniifin 1 ■ 1 1 ■ 1 not, u uci ueiuii l ij 1 1 1 n und streit so manchin stril und mit all*» ofnAi* echir Uli 14 11114 9IJICI sUJctl , kein den Pruziu bin der zit, di mit im was kntn«*n dar ■*•* Uli« IUI HOO ItvVUJVTll Utll , 5475 daz ich der inweiz kein zil ; (loi iiurl u.rii rA ii i\f /luv fit'ic •Hoi ui^u w uriiii ui unz iiu» davon ich ir geswlgin wil. iiiini* nüfufiii oinin siu Ullllv IlcUXlf^l 1 Cl II III AUA Waz sol ich lange redin ine ? mit den l*rü zi 1 1 yusamen ■u * • «■«^■j ■ t ui,ui fiU(Tniiivii Er worchl in ül so wö in iiit 5480 mit urlouge nacht und lac H40 einen höch uelohtin slrlt U*tvj QIIIVII UWU gVlUUtlll Bll II und mit sö swindir achte, mit den nm.'<>lfiiiflin Ulli UvU III l^«_ l U 1.1 1 1 1 1 1 . daz er si dözü brächte, Sn irar si si hf^diin tu bJV o**! Ol Ol IICWUIH1I daz sl müslin gote ebin in in*s ^elhi«? hlntA in 1 1 iTi^ii/iij uiuirj| und den brüdrin sich irgebin daz sin sot der KÜte 5485 und inpfän dl cristinheil, 5444 immir müse ere hau. als üch wirl hirnäch geseit. Ja quam ir nl dikeinre dan, Und dö daz jfir ein ende nam, der daheime mochte g^n, der herzöge lobesam wi daz desin was gesehen. dl brüdre richlich berit Dö der slrlt was sus volant m»o und mit grözin vroudin schil Mso und di heidin gar geschaut u«zu schilTe hin kein lande wert. wärin von der cristinheit, Kr Uz in wapin unde pferl, 5411 brudert K. 15 IfeUnfoi D. 17 bc-Mioinlea 8. bcMinto D. 20 and Ii iu S. unde Ut iu K. iebt II. D. lochte 8. 'i\ aode 8. und D. 25 brudn* K. 31 bwiim raut« 8. benem D. 33 und« 8. tlUr H. klirr D. 34 33 umgestellt in H., durch Baiieteen tob b und a eorrigirt, In D. umgcateUt ohne dies« Concelur. 3V und K. 44 da« »yn II. 40 dykejrorr H. — Zwiaehen 4» und 4» Lache von mehren Zclleu in 8. K. II., in O. durch folfcndc Debenchrin au«g»fhllt: Die« irt wie der herriagw Otte von Bruniwic und dt brüdere de« dewtechrn baute* die 1*0 bürge Partegml und Schranden gvwutinen und Tcrpranten. — 5*1 gebreit 8. 53 hrrcsng H. 54 ala U. vraehtk 8. 5H Portegal 8. fi4 eynger H. 60 Bahj K. 74 ken K. II. bay D. 77 aal loch lange rede me K. (I. auch lang« red« mo D. 78 geworcht K, geworchte U. P. 90 orloge II. nrleug D. 81 m> fehlt 8. und fehlt D. 85 yntplaa K. H. »0 vroidin K. t»l hen K. hynctu II. 1) D. i. allertuchtigste Pf. i) Sonst krenc statt kranc, s. v. a. Zirkel, Kreis Pf. ; wovon auch krangeln, drehen, verdrehen, Ausflüchte macheu, Heooig preusa. Worterhucb, Ö. t»8. r Digitized by Google NICOLAUS VON JKROSCHIN von Barl in und Natangin so vil ilzunt vorgangin von der ordenunge gotis, der nach wülin «ins gebotis daz schlif mit der edlin hanl .suw dos herrin von Brunswtc vorgenanl und mit der bnidre daz si wAm aö gar ilaz si nicht mochtin widirstAn den brüdrin me ; und dö si »An mm sich wesin so unmuginde an di wen der tuginde, belwungin si dö IrAtin unde gisle salin, daz sl vurhaz sundir wAn .v.w woldin wesin undirtftn Crislö dem wArin gote unde der bnidre geböte. Nii vvArn doch di bnidre diu dennoch ein teil ungewis 5545 noch torslin woi getrtiwin in. Des vihi sl üf sulchin sin nach wislicbim rite, daz s] in dl State woldin gar vorsperrin, 55.vo daz dikeinin werrin [üii swai er der dö hete, und alte sin gerete &4U5 von spise. Der was alsö gnüc, daz sich daz hüs dA von betrüc zur Balge wol ein ganziz jär nach .siner heimvart vorwAr. Ouch liz er in der stunde» 5soo in alle sine hunde, di er hatte zu gehetze und alle dl willnelze, di er brachte in daz lant, als ich tet davor irkant .S505 und siner vüzjegere zwene vil gowere, di beide brüdre wunlin »int in dem diitschin ordin. Mit disem jaitgeverte uio vil ntanic jAr man nerte di nidirstin hiisir al, want man wildis Ane zal dA mitte shic und darzii ouch man. von den hundin hunde zoudi. 5515 Alsus man von des Ottin zlt 1 unz hiite grozir jait pflit in Priizinlande manchirwein. Und daz dl diitschin bnidre pflein sulchir jagit bisundirn, 5&*iu des darf nlmande wundirn, want in irloubit ist di jait *, di andrin ordiu ist vorsait. — Du ist wi di Ertnin, Natangin und Boi - tin sich undir di briidre satztin und von btiunge me bürge. [Dusb. iu, 27 ] Nu wArn ouch der dite von Ermin dem geblte, 549-1 »Um D. 95 der *pi«e alxo gnug II. der »pejr»e *Uo genug D. 5501 h»t K. 1» diien S. M jaitr 0. 22 ordoyn K. U. — Cap. 27. «Ii armen Natangin H. U. — 27 V* goto : gebot* K. 42 und K. 46 di« H. 51 liehtectich K. 52 Toraoygirtea 8. du Wort fehlt in H. (wo eine Lücke), i«t aber in D. richtig vorband«. 5S ynl- «partin K. 59 CO all« Handschriften da : da ; lie* di : »a ? 00 Weiiiinburr l). 4) Vers 5515-55«« bei Pfeiffer S. «5. Nro. H. «) Die Regeln des I>. O. enthalten [in der Fassung vom Ende des XIII. Jahrb.) (ed. Schonhulb 4847, S. ««) als g. «5 folgende Bestimmung »Von deme gejegede« : »Also getane jahit, als man pfliget zu tune mit rufene unde mit hunden und beizen mit vederspilc, die seien die brudere nicht urboren Wende sie aber habent in ettelichen landen gut, da vil waldes ist, unl mugen ouch uoeb gewinnen, davon sie ouch an wiltbrete unde an hüten grozen nutz mugen han, so sin in jegere erloubel, den sie doch unde ouch anderen durch hüte willen tint schirmen vor bösen lulen mugen mite volgen. Doch ensulen sie nicht mit vorbedachtem mute mit geschozze oder mit anderre wer durch die weide unt über velt verende deme wilde nachilen. Wir erloubcn in ouch, daz sie wolven, lunzen, bereu unde lewen ane ja geh unde schaden unt si nicht durch kurze wile, sunder durch gciueincu vruuten verterben. Underwilen muge die brudere ouch vögele schiezen, durch daz si sich an scherzene urbo- ren unt ez dfcste haz gelernen;> vgl. in der Ausgabe von Mennig S. 6if. — Die Jagd war hienach also den Deutschordensbrudern doch nur unter sehr bedeutenden Einschränkungen gestattet; nach g. 43 Scbönhulh 8. 48 war es straffällig .ob ein bruder anders danne die regele erloubet, jaget oder den jegeren mite volget.« — di Pruzin vonioigirnde sich, und biiwitin zuhant ein hiis Cniccburc genant 5555 in Nattangin üf ein vliz, daz di Kauxtere dti biz. Ouch in dem lande Bartin si tles nicht inspartin : si büwitin dri bürge dA, 55«o Wisinburc und Heisil sA und darzii Digitized by Google KR0N1KB VON PRÜZINLANT. 367 Sumelkhe sus ouch sein \ 3«c als ich genzllch hab gehört, daz si in Braiinlande dort 55«;:. büwtin zweiir vestin werc, Brunsberg unde Heilisberc ubir etsllche zit dar nAch, unde eine Rtat, di man si sach büwin in dem lande, 5570 daz man Galitidin nande. Und üf dt veslin vorgeseit wurdin brüdrc gnüc geleit mit andrim volke, zu bewarn sl vor scbedelichin väro. 5575 Darzü wurdin in dem zil unde sint gebüwit viJ ourb andirre vestin von den edlin gestin, rittrin unde knechtin, 55S0 dl ouch mit im geslechtin, wibin unde kindin, und allin irn gesindin albüwis * qua inen in den jArn von dütschin landin gevam 55W zu hülfe deme lande hef zu Pruzin in willigir ger und in innekeit vil heiz. Got ir allir namen weiz. Von den seibin stundin zu breit in ouch bcgundin sich dl cristenin vorwar in Prüzinlande her und dar und golltch dinst sich meriu zu lobe und zu erin Cristö dem vil herin, der ouch äne kenn si in deme lande wil ewicllch gebenedit! — Diz ist, tvi Liflant quam an di biOdre des dütschin hüsis. [Dusb. m, üj.) 3« 4 In der zit ouch sundir wäu 56oo warn wol sechs jär vorg&n, in den brüdir Volgwln, den man den andrin roeisler sin des ordins der swcrtbrüdir sach, geworbin hatte al darnach .%w»5 wesinde zu Liflande, mit botin, di er sande wol achberllch von danne zu brüdre Hermanne, der von SalzA was genant 5«io unde hömeistir irkant des dütschin ordins in dem zil, vUMrinde mit bete vil daz er gerächte schaflin an dem obirstin p raffln, 5615 den pabist ich dA meine, daz sin ordin eine wurde mit dem ordne shi unde gewandelit darin. Di wandelunge was also, daz dl swertbrüdre dö irin ordin soldin Iftn und den dütschin ordin tntpfän. Und dö meistir Herman und mit irn brüdir Jftn 5625 von Meideburc (der, als ich las, dö ein böte bi im was, von brüdre Volgwlne um di sache sine) , vor den pftbist wftrin komen 5630 und battin üfgenomen di sache und im vorgeleit, dö quam ein brüdir ouch gereit, von Llilande ein böte, genant Gerlach der röte, 5635 unde brächte mlre, daz meistir Volgwln w£re »9 • wol mit vlrzic brüdren sin und dar zu manch pilgerin und der crislnen gröze zal 5640 gevaln in eime strlt zu tal nülich vor den tagin von den heidm irslagin. Dö diz dem pAbste wart irkant, [»23« dö volant er ouch zuhant 5645 dl vorgenante sache und brüdre Görlache, darzü brüdre Jühanne dl 5563 habe II. 65 bnwrtüi H. iwbO 8. ciweir H. 66 und 8. S2 Irin 8. 83 al bawe» D. 67 undr K. HS namc H. D. leicb IX 8 brudrrc K. 10 hofnwitUr S. 20 dy dl K. dy dy H. 24 und mit bmdre II. 20 rorn 8. kumrn K. 30 ulfenutnen K. 40 »triU 8. «tril« Ul H. 42 hcidn K. 67 ubr K. 75 war* If. D. 81 und 8. VI im 9. 5607 aehbercllch 8. K. 22 «opfan S. 23 homeiatir H, homaiitor D. 37toI8. SSdacuH. pilgerim 8. H. 4) D.i. sagen. 1) Mit Sack und Pack, cum omni domo. Ein adverbieller Geniüvus adjecüvi Pf. Digitized by Google NICOLAUS VON JKROSCHIN di ö swertbrüdre wArn irkant S650 von irme ordne er impanl und cleite sl in den abil des dülschin ordins in der zit mit wizin inentlin, und daran sach man swarze crüze stAn a«56 und salzt in in der stunde vor alle ire sunde und al den brüdern, di dA warn zu Liilande in den järn in der swertbrüdre lebili, 5«tto daz st oucb begebin in den dütsclün ordin sieb und den trügin wirdeclich. [1237 Und d6 diz aUö was irgAn, dö saute brüdtr llerman, 6««s der hömeistir vorgenant, oucb sö bin Lein Lillant den geislliehin wisin mau brudir Hermanne sän, den man Balke nande, 5«-u und iu Prüzinlande meistir du gewesiu was. Oucb sant er mit im, als icb las, virzic brudre üzirwelt unde manebiu risebin bell s^7^zu stritis gcwalke. L ud dö der selbe Balke meistir in dem lande zwiir gewas uuz iu daz secli&le jiir. als icb gesproebin hab oucb ö, 56bo und er nicht vonuocble mö der arbeit, do vür er oucb widir kein dütsebin landin, da er sidir nach so erbeitliclür tuü nam vil rcinis lodis rü. Diz ist von brtidir Poppin dem andrin meistir in Prüzinlande. [Dusb m, 49.) 56»:» Brüdir Poppe von Ostinn A (124» was der andir meistir dä zu Prüzin in dem lande ; unde dö er d;iz benande amt wol sibin jAr getruc mhü desw Ar lobelich genüc, der burdin er sich dö intwant unde vür in dutsche lant, dA ouchjsinl nicht obir lanc ein sw£rir bürde üf in dranc, saus want er dem ordene bevorn zu hömeistre ward irkorn. Diz ist von den manicvaldigin gebrechin der brudere und andere luiie in Prüzin- lande. [Dusb. 111, ao. 1 lz kan nimant volsprechin den kummir, den gebrechin, den in erstin \ ristin 1700 dl brüdre und andir cristin zu Prüzin in dem lande hdin manchirhande an cleidrin, tränke, spise ; und \v;tz in allir wise ä705 gehörte zu der llbnar, des wArn si vorarmit gar, und ob oucb in den järin swrdä sumelicbe wArin, dl ackir woldin büwin 57io und dl vrucht vornuwin, daz müste sin bi nachte durch der viende Achte und daz selbe, daz sl dö in grözir veYIichkeit alsö 57».s und mit arbeit seAvitin. andere daz me'witin. sö daz in lutzil nutzis wart von irin arbeitin hart. Nu sechl. wi hart, wl swere 5720 in daz lebin w«*re. sö was in in idoeb sö gröz gots gnade, di durch> löz sö gar ir herze unde ir brüst, daz st davon namin tust 5725 und vroude, sö sl icht » lidin alsucbir geschieht durch den minnesaiiien Jclsii Christi namen, durch den sl M arin ourh gereil ,'■730 zu trinkene mit süzikeit des miitis Ane zwlvils wanc der bittirllchen martir tranc. Diz ist eine zurede. [Dusb. iv, ii-*».; Nu sul wir bi \orzuckin, r,&>t nndc K. «■ do*li »tatt ourh K. D. darb I!. f.l wm al*o II. wa» aUr> P. 60 ken K. If. 74 riohin K. H. n-tchin I). 7« undcS. 7> t«l.tc 8. M S2 widr : »idr K. S2 k«-n K. II. do er ouch «idir II. da er auch Met V. SO andre K. M* «inj* H. !M» gnug k. OJ »in s. '.>5 wdne H. — Cap. i»0. und' aiidVe K. der aaderte Irat D. — 5700 bnidir K. andre K. II. « worn S. 9 wordlo 8. 18 ««ch H. 2.» und K. D. 20 aa »al ebir H. an »oUeber D. 2« 4m ». 33 wir bi 8. Digitized by Google - KROMKE VON PMJZIXLANT. di rede lazin nuckin 1 5735 und abir her inv licht in ein teil von den geschichtin, di nach der wärbeit jen in andrin landin sin gesehen. — [Dusb. IV, *!.] Dö unsirs hörrin jar vorvarn 5710 zweihundert ein und drizic warn, P-"'- ,, ... L'O.JfOT. di milde sente Elizabet, als uns di warbeit wizzin ltlt, des krankin lebins hi irslarb und daz himilrlch irwarb ^ ^ in decembre, dö man las di drizendin Kalendas. — [Dusb. IV, it.] In des seibin jaris vart [1231 vorhert von den Tartrin wart Ungirn und Polenerlaut. — [Dusb. IV, 23.] 5750 Ouch in den zitin her Ferrant, der kunic von Castellin, wart gesehen bewellin mit stritlichir täte den kunic von Granate, 5755 der der Sarazenen will. Mit kr oft in er in sö bevilt2, daz er im vil manebe zit zu zinse müste gebin sit teglich in di kammir sin 5760 goldis tüsint marroborthi. — [Dusb. IV, iL] Dö unsirs herrin jar vorvarn zwelfhundirt zwei und drizic warn, [1232 ein jude zu Toletö gelegin in Ispanien dö 5765 vant ein wundirlichiz blieb wundirlichin anc such in eime steine, der was ganz büzin sundir allin schranz und doch innewendic hol. 5770 Daz buch sach man gesebribin vol mit drierhande schrifle sin, dbröiscb, krichisch und latin. Sine blelir holze glich warin unde volliclich, 5775 sö vil man schritt iz habin sach 360 sam ein saltir, unde sprach von drlcr werlde undirscheit intscheidinde di wilicheit* der lüte von. Adämis vrist 5780 unz hin an den Antecrist. — Von der drittin werlde dö las man an dem buche alsö : 40 » >In der drittin werlde wirt »gotis sun. des himils wirt, 5785 >mcnsche wundirlich geborn »von einir magit uzirkorn, »di sal Maria sin genant. »baz kint, der werlde heilant, »wirt lidin mcrlirllchin töt 5790 »und damit uz allir nöt »menschlich kun irlösin »und dl craft des bösin »tüvilis gar machin blas.« Dö der jude diz gelas, 5795 er wart üz irrekeit geslouft unde cristinlich getouft mit alle dem gesinde sin. Dem buch ouch was geschribin in, iz solde werdin vundin 5800 bl kunic Ferrandis stundin. — [Dusb. IV, 25.] Dö unsirs hörrin jar vorvarn zwelfhundirt vunf und drizic warn, dö wart dl milde Elizabet in der hoilgin zal geset 5805 und alsö irhabin, daz man si beilic habin solde in a| der werlde dö, von p&biste Gr%göriö dem nundin. Diz geschach alsus : - 5%io in dem convente zu Penis der bnidre predigdre, da ouch der pabist gewöre der vil siizin mutir dar zu lobe wlte ein altar. — [Dusb. IV, 26. J 5815 Dö unsirs herrin jar vorvarn zwelfhundirt min und drizic warn, [mo di doroinc vrönc unsirs hörrin cröne von Constantinöpolim 5710 e>n undmig H. 52 geaen K. 53 rate lt. D.» 51 kung K. 55 Birraciuen K. H. 60 marra- Un 8. 68 buwiin K. 72 «brlach 8. «benao, jedoch mit einem c Ober dem i alt Correctar K. 74 und 8. 78 und 8. 78 wilicheit eorr. in wilichbeH K. 87 »ol K. 89 merüiehin H. 9t menaUeh X. 03 tuveU II. 95 her S. 5800 kung. 3 mild K. 7 aold K. 10 Fetru» S. t) D. h. einschlafen lassen. 2) D. i. »umfaltete«, umschloss. 8) D. i. qualttas. Script, r. F. 1. 24 Digitized by Google 370 NICOLAUS VON JEROSCH1N 5S2o br&chte Lüde wie mit im, 4u b der kunic von Vrankriche, und di wirdecllche salzte hin zu Pari», da von dl stat hat höhin pris. — [Dusb. IV, i7.] 5S25 In des seibin jaris vart der Tartrin dit von östin wart quam gevarn mit slarkir hant in Ungirn und Polener lant, da iris heris vane 5M0 in st rite slue Colmane, der des kunigis bnidir was von Ungirn. Ouch dA nirht genas zu Polenin herzöge Henrich. Sl slugin in und genieinlieh 5M5 alliz, daz si quAmin an, junc und alt, wlb unde man mit morllichin vreidin. Di vorwftznin heidin di lant si\ gar vorwi'istin, 58*o daz gnuc der litte müstin, di da warn inthaldin üf bergin und in waldin, einis bergis sirh genern und des stoub vor mel dA zern. — [Dusb. IV, 58.] 5815 Ouch sach man oflinbAre [123«. 3. Jani in dem sclbin jAre, dö der brAchmAnde gelae. üf des mandin drittin tac in des tagis miltilvrist, 58M daz dl sunne leit gebrist an inne schinc su gar, daz man sach di Sterne clAr An alle hinderunge sam in der demerunge. — [Dusb. IV, 29.] 5H55 Do unsirs herrin jAr \orvarn zwelfhundirt und vlrzic warn, do sach man zu Röme sin den virdin pAbist Celestin 40c unde keisir Frideriche uoo den andrin an dem riebe. — Nu si di rede hin getAn [mo unde griflin widir an des landis erdnke, dA wir hAn dl malerie l» geiftn. — Von der erstin vornoigirunge der Prüzin unde von dem strile des kern Swantepol- kis widir di btiidre des dütschin hüsis in unsirs herrin järin tilsinl zweihundert und in dem andrin und virzigistin, und zum erstin von dem nidc des lüuels widir den wolgunc des gäoubin. [Dusb. Iii, u.) 5S65 Iz wdr zu hö, zu breit, zu lanc [12« mlnen cleinin sinnen kranc, daz gar zu intrichtene und enzillich zu tiebtene, wl grözllch, \vl geweldiclich, 5*70 wi herlich und vvi rittirllch der meistir und di brudre sin, dl dftvor genennit sin, recht als der MaehabtMn trucht wantin mit volligir luchl &875 daruf ire hende, daz si der cristnen ende gebreiltin und gemachtin wlt, des si ouch sö manchin strit behildin kein der hcidenschafl 5$8o und irsturmit hAn mit crafl sö vil irre vestin. snödin unde best in, daz ir stritliche sigenutnft unz an des jungstiii tagis kumft 5885 muz mit lobe wesin breit in al der hcilgin cristinheit. 40« Und d6 di bufge vorgescit gebüwit wAren und bereit mit hülfe Cristl unsirs h<*rn 5*n»o im zu lob unde zu drn und di dit gesezzin nA in dem lande alumme dA ir helse vil zangir* doch undir des geloubin joch 58»:, und der brudre getwanc gebogin hattin sundir vvanc, darzü sl doch nicht wArin brAcht 5&20I*xWiKS. T.trin 8. 31 kungia K. 33 hermog heynrieh K. herexog h<-}nrich II. a« und wo«» d«rO> corr. c gehegt K, und 8. 38 ,onr„i. S. 44 d<*I. 5» und 8. «4 raMcrien D. - C»p. M. 4««*. K- dem II D. der fttr de II. D. - 65 were II. 60 niyne 8. K. II. »ein«. D. 6» gew.ldchch 8. . 2 |*M»t B. 77 gcbreltlu S. K. 7ü urh»ldiu K. U. tx-haldo D. »2 und S. 83 »ygenunft K. 81 i^Ün II. k«*A K. SH warn K. gebreit II. grprait D. »3 bruderc K. 4) Steif. Digitized by Google KRONIKE VON PRUZINLANT. 371 an der iren gröze slachl noch ane mich« blül, s»oo daz vil manic eristin gut hatte darumme vorgozzin durch got vil unvordrozzin, und dd an des geloubin crafl dt selbe dli was wol behalt 5005 und hatte zügcnomin vil scr an scliclichen vromin, des mochte zwar nicht lange der ald unreine slange, der vorgiflige t räche, &»io der leide widirsache menschlichin heils, irlldin. Er wart hezllchin nidin den wolganc und dl sdlicheit der vil reinin cristinheit, 5915 di da pllac sd sere 1 mer und i märe zu Prüzin wachsin in der zit, und daz gotis dinst sd wit in dem lande sich irbrach, &930 daz er geschant di heidin sach und dl cristnin mit gewalt in tugindin stlgin manicvalt, und daz got nüwc wundir gemeine und besundir jfj urbarte in den vristin bi den nüwin eristin, daz was dem hellehunde gar ein tätliche wunde, davon er ouch begunde M3o irsuchin in der stunde mer wen tüsintleige list in vdriiehir mitte wist, wl er mochte schlzin geluppe unde gizin 503* sine mortUcbe vorgift in daz nüwe gotisstift und den edlin zartin gotlicbin wingartin mochte gar vorterbin 6940 und allir vrucht interbin, (darüf sd was er wackir) , und wl er in den ackir gotis alsö vruchtsara ge würfe slnes trespLs sam. &»i5 Sö lange er daz anetreib, unz sin valscheit doch becleib, als er d gedachte. Mit vil hartir achte man in leide harmschar 5950 kein der crislinlichin schar stiftin und irweckin sach, daz in sulchir wls geschach. Von der ächte, di her Swantepolc öf den geloubin und di cristnin treib. (Dusb. Iii, aa.] Iz was in Pomezenerlant ein herzöge sus genant 5955 her Swantopolc gehezzin üf bdsheit gar vormezzin und zu allir gute Mint. Er was gar des tüvils kint und ein sun der vorlust. mo \m was herze unde brüst wärheit und trüwin bol unde valscbir trügne vol. Dirre selbe Swantopolc begunde an der Prüzin volc sich in vrüntschaft heftin, daz nüwillch mit creflin nach vil manchim strite hart zu dem geloubin was bekart. Uudir der vrüntschafte wan trüc er heimellchin an mit den Prüzin vorgeseit ein engistllche valscheit, in der sich mit gelubde walc züzin sus der lastirbalc, '.975 daz sl mit gemeinre macht dl brüdre woldin tun vorlicht unde gar intlibin odir bin vortribin üz Prüzinlande mit gewalt ind alliz, daz da was gezalt zu cristinllchim namin. Und dd si sus vomamin di rede, wol gevil sl in unde kartin üf den sin vil nach algemeine, als in rlt der unreine. Do der herzöge sus bericht di sd lestirliche pflicht mit den Prüzin bäte, 6908 aide H. 9 »orjriftijir b. K. H. ,10 leidir U. 11 mcMlichin hvlli* U. 13 Mlekeit U. 14 rü tere H. 22m»uch*iUH. 24bbundlrK. 25Yi«Uelcht:indi»«Tri»tio?deof*bUS.K.B.D. SlwerUehlrmetewiatH. 44tr*»p«8, 46 bekleit 8. 60 kan K. H. — C»p. 32. Swantopolk K. Sw&ntopolkif ufl H. crictin H. — 53 Pomcrvnen U. 57 fut* da« obere • e«nr. K. 80 hen K. und 8. 61 antra wla 8. 74 *u» in iu» H. 77 and 8. 80 da K. 89 dam H. 24« Digitized by Google 372 NICOLAUS VON JEHoSCHIN &9SO dö vestinte er drate sine bürge, waz der lagin bi der Wizlin in den tagin, als im sin valschir wille rit, und leite darüf arge dit, 59*5 sundic volc, vormeinte man, di den brüdrin wurdin san ein gar vintlicliir stric «lc und ein schedelichir schrie, want si st^tfich pflagin «ooo wartin unde lägin von den seibin vestin sä üf dl Wizil hi und da ; und waz si da begriflin von Iiitin unde schiffin, 8005 di dl brüdre hortin an, der sach man si eisliche van und mit der habe vurn hin, da si vil we" gewurchtin in. Ouch si sumeliche Mio de\sv*ar vil j<*mirliche mortin und irslügin; mit sulchin ungevügin vil manebim reinin cristin gut vorguzzin si vreislich sin blüt. 80is Und daz geschach sü dicke, daz vor deme schricko sich zujungist niman üf dl Wizil torste lan. der da von der brüdre wein 0020 icht gewerbis mochte pflein, odir s6 hin abc von spislichir habe mochte brengin ichtis icht den brüdern in der geschieht, «015 dl zum Elbinge wontin dä, ouch zur Balge und andirswa in den landin da nidin, dl in den zltin lidin an llbnar den gebrech in, soso des nimant kan vol sprechin. Diz woldin Hbir mit gedult dl brüdir lidin in unschult, wen daz si sich woldin wem und an den herzogin körn 6035 mit räche zu den vYistin, «14 want erhiz ein cristin*. — Von eime legale des pebstUchin stulis. [Dusb. III, 33 ] In den seibin zitin was pabist wurdin, als ich las, der virde Iunoceutius, 6040 dö sich diz ja mir treib alsus, daz im ouch geofGnbärt in dem erstin jare wart siner pdbistie, (daniäch, daz Marie. 6045 Cristum den heiiant gebar, [i2u was daz ubir tüsint jar zweihundirt virzic und drie) want der hümeistir wandils vrie, von Salza brüdir Herman, 8050 hat im vil gar kunt getan mit weinlichir clage di mort liehe plage, dl der arge Swantopolc üf daz cristinlicho volc 6055 treib mit swindir Achte, und daz vil sere swachte von siner vurvolgunge des geloubin pflanzunge so nüwe und so junge 606O zu Prüzin in dem lande. Daz tet dem pfthste ande ; davon er ouch sü hin sande ' zu Prüzin ouch vil drate dem lande zu legale «065 einin hörrin lobesam ; Wihelmus was des seibin naro, und was bischof zu Mütinä, ouch wart zu pnbiste darna irwclit und benant er ; 0070 der virde Alexander 4*i a wart er bi namin do gereit*. Dem legale vorgeseit mit vollir gewalt bevül dort der pöbistllche stül, 5994 unde K. 6002 und« II. 4 uä ton H. and ron D. 13 ro*nehin 8. K. H. nunebeo D. 16 Witte H. 24 bruderin K. brudryn n. 26 D*\f K. 30 njro»n H. 3« went her H. — Cap. 33. legatin H. — 3$ wirdjn H. 42 di.em D. 44 e gewesin ein öchtörc 6095 mit alle sinis vlizis craft. Nu halte in sö gar behafl der arge tüvil an sin seil, daz er siner seiin heil vil gar vorgezzin hüte ; 6!oo davon er dem Icgfttc und dem pabsle alsam wart dö ungehorsam, daz er nach den v ristin üf di armin crislin 6to5 treib mir plagin sundir wäu, den er hatte vor getan, zu wazzir und zu lande. Er vinc, rouble, brande «3 »und morte in vreislichirvür 6iio alliz, daz im widirvür, daz cristiuliclna naniin jach. Und dö der legat ouch gesach an dem argin herzogin, daz er sö imgebogin 6U5 vorhart in siner bösheit bleib und waz manung er an in treib, daz der nicht an im becleib, sö daz er wolde begebin sin vormeintiz lebin 6120 unde wolde strebin widir in der kirchin schöz, darüz er sich hertlich schöz, dö was iz ouoh wol billicb, da der vrevil nnJrte sich, 6125 daz dä der castenunge pin solde ouch gement sin. Alsus ouch der legät nicht schuf mit der manunge rat, noch ouch mit dem banne 6130 an dem vorvvazncn manne. Dö greif er andre wege an, üf daz er mochte widirstan siner bösheite kraft und siner geselleschaft 6135 unde liz kein irm gestrüze predigin daz erüze mit pebistlichir volborl in den landin hi und dort und in den riebin, di dä warn ci 4o darzü bescheiden in den j&rn ; und di in gotis namin dö daz erüze nämin, den geböt er allintsnm bi reebtir gehörsam 6U5 und ouch den dütschin brüdrin daz und salzte in vor ablaz «sc alle irre sundin, daz si den argin bundin, Swantopolke und der irucht, 6150 di im volgte mit unzucht, vurbaz zu allin zilin soldin widirstritin recht als andrin boidin, want si abgesebeidin «155 werin gar durch iren mein von der cristinheite rein, üf daz der geloube gotis uod dl behelder sins gebotis, di vil reinen cristin, 6i«o di da in den vristin gesamint manchirhandc warn in Prüzinlande, intladin alsö wurdin von der sweYin burdin 6165 sö gar vreislichir Achte, di mit allir machte der tobinde unreine hunt üf si treib zu allir stunt. C07« werrt K. II. 7« er joUchkhtin H. 86 herteclieb S. 8101 pabi.te K. H. 5 mit pUjln S. f. d»nn D. ttundeS. 17 er nicht H. IS wold K. 24 Torcvil K. 25 cMtiuopr corr. mm ciutinunje K.. ciwliungir II. chettifunj D. 2b uicb II. 29 nneb 8. 34 und K. !15 krn H. 4U Svrantopolkin 8. 51 an allin S. 55 wem H. 57 de ^lo.iblo S. goU K. 5S beb»!«!«- H. «loea 9. febot» K. Digitized by Google 374 NICOLACS VON JEROSCHIN lande Von der vorherunge der zu Pruzin. [Dusb. m, 34.] D6 diz alsus was getan, $170 Swantopolc, der gar vorlän hatte gotis vorchte, näch bosim ergirz worchte, want er was vorzwlvilt gar. Er Hz im werdin offinbar 6175 ein ubil alzü lastirber, daz er hatte uoz da her getribin und angcleit in tougintlichir valscheit, des er in sulcbir wtse pflac. 6180 Er schiele daz üf einin tac mit vil argin listin, daz di nüwin crislin, «t 4 di vil schire stn beweit zu der erstin irrekeit, v6i»5 gar den geloubin leitin nidir und satztin sich den brüdrin widir mit vorevellchir hant ubir alle Prüzinlant. Und d6 dl Prüzin üf den mein 61M ubir al daz lant gemein gesamint warin gar in ein, dö wart der vurste trüwin wan ir herzöge und ir houbtman und zoite mit in san 611» in des landis nidirste teil den cristenin gar üf unheil und zu grdzira härme ; want mit gestractim arme und mit gewapintir hant «2 oo slüc des tüvils wlgant in gar mertirllchir ndt al di aldin cristnen tot, dl 6 von dutschin landin durch beschirmllch andin 6205 dos*geloubin und durch v hin zu Pruzin warin kumin und hattin da beerbit sich 6178 tojtnUiebir S. toguntliehlr U. 87 wrellehir 8. H. (5202 erUtenlo U. 21 23 unde K. 26 Dormunde 8. Durtaounde H. D. 2» orloyj« H. »I «im K. 38dywWdlrH. 40B*1KK.H. 41 ubtr lang dar nach II. 42 Umii H. 41 bolk K. H. Ouch wurdin harte j&nirllch ir wlb gevangin und dl kint, 62io dl vil arbeitltchin sint mustin bllbin ouch behaft in ewicllchir eiginschaft. Da mochte man jämir schouwin an den edlin vrouwin, 6215 dl da irzogin warin zart, daz dl müstin nü s6 hart lidin manchis smachtis pln und dabi betwungin sin zu pflegelichir arbeit 6220 in vil strengir bertokeit. Des war in was wers denne we. 4S » Swaz ouch an in j&mirs md und sm&hcit da geschach, daz reche, der daz alliz sach. 6225 Ouch sö wart von dem gehunde brüdir Conr&t von Dorlmunde2, ein vil reinir man deswär unde vorbesichtic gar zu urlouge und üf strit, 6230 irslagin in der seibin zlt mit alle sim gesinde. Ouch in der ndt sö swiude wurdin al dl vestin von den leidin gestin 6235 gewunuin üz der cristnin hant sö gar ubir al dl nidirstin lant, daz sl ir nl dikeine diwedir gröz noch kleine bebtldin in der lande rinc 6240 an dl Balge und den Elbinc. — Von der vorherunge der obirstin kn& zu Pruzin. [Dusb. m, 35.] Nicht ubir lange zlt darnach, als daz jftmir sus geschach, des tüvils sun her Swantopolc sich abir in der sundiu kolc 3 6245 tlfir und tifir warf 8. w*H. 36 ob*- 4) D. i. ansässig gemacht. 1) Noch andere Nachweise als die zu Dushunt o. S. 69, Anm. 3 angeführten über Conrad JGiwni von Dortmund (4402, 1218, 4244. 4225) gicht Dr. Ed. Kroemccke. Die Grafen von Dortmund. Em trag zur alteren Geschichte Westfalens. Werl und Arnsberg 4 858. S. 40 f. Ein zweiter Graf fror»4 von Dortmund, vielleicht der Sohn des Vorigen, sicher aus der Familie von Lindenhorst, isU*"*B*Jj nicht mit dem von Dusburg und Jeroschin erwähnten identisch. Er kommt zwischen 4 230 und »" nnd noch 1248 (freilich nur als >C.<) vor. (Lacomblet, Urkundenbuch zur Geschichte des Niederrbem? 11 zu 338 S 477, Anm.). 4240 wird auch seine Gemahlin erwähnt. Krocmocke S. 41 f. ' 8) Noch heule in Preussen s. v. a. ein stehengebliebenes Wasser, Pfütze, Sumpf. Digitized by Google KRONfKE VON PRUZINLANT. 375 dösw&r mit bösbeit harte scharf -vortilginde di cristinheit. Er bcsaininte andirweit 1 dt nüwin ablrunnigin cristin, 6250 dt mit im vurn in den vrislin vtntlich mit gewäpintir haut in dt obirslin pruzscbin taut, den man pflac sulche namen gen : Colmen unde Pomezön, ciss und vorhertin dl döswar von ende unz zu ende gar «abroubinde undfe brinnindc. Ouch sl mit kraft gewinninde vortiigtin al di vestin, 6260 di crankin zu den bestin, di in der cristnen banden dä warn in beidiu landen An drte, dl sus genennit sin : Thorün, Colmen und Reddin. 6265 Darzü sl mit unvügin der reinin cristnin slugin mortlirh in des tödis wö wol virtiisint unde me, und daz ich 6t dem geb ein ort, c.270 st übetin do sulcbin mort in Prüzinlande ubiral, daz man beide berc und tal mit eristinlichim blute sach gcrötit, o wö, ach und ach! 8275 Diz schuf der arge Swantopolc ; des sal im vliichin al daz vule ! Diz ist, wi Schar towilz di Iure geumn- neu wart, daruffe sente Barbarin houbit ouch dö wart vundin. [üusb. m, 3«.j* Wer wer der cristin so ungut, der öt vorniin)fligin müt höte unde recht in sin, 6»o der daz Uze strichin hin, daz ein cinic echter so snöde und so tingewör solde den geloubin sus swechin unde toubin 62S5 mit slner valschin bösheit, der mit bartir arbeit und mit kost sö grobe was in golis lobe sus gewachsin in der ztt, «2»o daz er höhe unde wit «aeirdöz in Prüzinlandin, er inmüsle andin nach allir slner machte dl mortllche Ächte 6295 und sö leidin smerziu in mitlidigim herzin? Darumme dö di brudre san gotis lob sus undirgan und daz jöinirilcbe leit «300 irbltin sus der cristinheit, ir herze in bitlirkeite söt. Des woldin sl vil ö den töt irweln in stritis wage, wan in sulchir pläge 6305 vurbaz söhn bemeilgin ir volc und ouch ir beilgin. Dirre brudre einre was der aldo marschalc, als ich las, von Bernheim brüdir Diterich, 63io ein ritlir döswar lobelich beide mülis und der tät. An raanheit er sö höhe trat als Ulixes und Hector di vrechin beide da bevor. 6315 Der nam dö an sich schire andirre brudre vire und vir und zwönzic wöpenörc, mit den sich machte der gewöre hin an senle Barbern nacht [3. 6320 (als si daz haltin vor betracht) vor dl burc zu Schartowilz (vil heimltche tribin sl ditz), da si ouch leitirn leitin an unde quimin touge san 6325 in dl vestin Swantopolks. Nu vundin sl darinne volks wol vumfzic gar stritllchc man ; 1242 6252 pruiin H. 53 pflg H. 56 und S. K. udci H. unti O. 58 dy atatt u H. die D. gewinnende 8. K. 59 tiljiu S. «1 landen K. H. «2 do K. 63 dri II. 64 Toron U. 70 ubiUm H. do fehlt 8. d» H. I). 74 uDde H. awe und ach U. 75 arge fehlt S. 7« al* D. — Cap. 36. Schartwiu II. — 77 were II. 7* ror- nunftigin K. 70 hettc II. Hl roubin S. S7 unde H. 92 irarou»te S. tyn miutc II. <> 101 hm K. 12 hoe II. 1) und K. 19 Uaibarcn II. 20 bedacht H. 2t Schaidowiti H. 22 heimlich K, heymeliuh. 23 leitrin K. II. 24 und II. 2« dorynne U. 4) D i. zum zweiten Mole. i) Dies Capitel hei Pfeiffer S. ir,, Nro. ti. In diesem Capitel befinden sich vornehmlich viele Zusätze Jeroschins iihor Duslnir? hinaus. Digitized by Google 376 NICOLAÜS VON JEROSCH1N di warin üf di burc getan, 13 * daz st mit hüte rtemin war ; 6330 kein den di brüdre und di schar sich satzlin menlich dö in slrlt. Nu wärin gen üf andre sit stcrkir und ouch monlich : des wertin si sich crefticlich «335 und leilin vienllichin zu den brüdrin mit slrltis mu. DA hildin einin strit sö hart kein cinandir beide part : itzunt diso, itzunt gene Mio Udin mit in dem gedene, sö daz man sl zurück e dranc. Sus werte der sö herte pranc .von deme, daz üfbrach der tac, unz daz di terziezit gelac. 63« Do sach ouch an dl slnen got nach siner tuginde gebot, als er 6t nimmir pflit vorlAn dl hotTenunge zu im bin, unde gab von hitnle craft 6350 den brüdrin, daz si sigehaft wurdin an der dit sö arc. Wi si doch wäre zwir sö starc vil nach an der menige zal, doch slügin sl vil gar zu tal 6355 alle der vlande trucht, äne ob ir mit der vlucht sumelichir dö genas, der idoch vil deine was. Ouch vingin unde bundin 63«o di brüdre in den stundin wol vumfzic unde hundirt vrouwiu, di gesundirt üf dem hüse wann, sundir ire barin. «MS Dö diz alsus was gesehen, di brüdre wurdin uratnespen «4 m in di gadme her und dar, da si schatzis namin war und ouch andirre habe. 6370 Sust quamin si her abe in einin kelro gegAn, d& vundin si inne slän einin wol beslagnin schrln. darinne si vorslügin sin 6375 entswedir silbir odir golt odir andrin richin solt, als ouch da was gewisse, allein si söre misse- achlin da des schatzis war. 6380 Daz schüf unwitzinheil vorwar. Und dö dl reinin cristin gebrachin üf dl kistin, secht, sl vundin in der stunt einin saldinrlchin vunt, 63S5 kein dem daz golt z\i achtin ist und allir richtüm als ein mist. Dem Schrine was gesetzil in eine buchse silberin, darinne stünt ein houbit fin, 6390 daz häte megetlichin sebin an forme und an bare. Nicht westin si doch zware, wes daz selbe heilictüm odir wi iz wöre drum, 6395 unz in alda widirlif an dem houbile ein brif, der in genzlich seile mit intscheidiuheite, daz houbit alda innc 6400 wer der mertcrerinne, der suzin, der vil clArin, der reinin inait Barbarin. Und dö si sust vornAmin an der blschrifl den namin Barbarin sö minnesnm, in snellir gelie üf si quam sö unmezlichir vroudin slac, dä von ir iclich ouch irschrac und vilin kein der werdin 64to langis üf dl erdin dankinde got innenclich um den prisant sö minnenclich, den er in gab sö wuudirlich, daz sich drrsclieinle sundirlich, 6415 daz der tac den bejae in sö sdliclichin wac, an dem ouch der junevrouwin daz houbit abgehouwin was von iris valir hant 6329 hole ir Pf. ,lr* fehlt S. K. H. 3ü kein di bradre 8. keo dm di K. U. sAn di Pf. 3« bruderin K. 37 dy bildin K. dy bilden n. 3S ken H. 40 gedrene H. 46 tnginde K. 5 ! menge H. 55 Wende H. 57 »ume- lich H. 61 runfcij K. und S. 65 Mit Pf. grgtn die Hdtehr. 70 tui K. II. 74 «tolt «in ,in' 8. 75 eynU- wedir K. entwedir II. 77 da ouch K. H. 80 unwieieichcit H. 83 »ech II. 85 ken (und to meid) K. ken den H. 88 ein puchaen Ü. 96 houbte 8. U. 99 al dar U. 0400 mcrtrvrinne K. racrlcrynne H. 3 Vornamen 8. K. 7 urameiilichlr H. 8 irtrak H. 9 ken K. II. II 12 yuneelich : mynnrrlirh H. I I dar dirtchein K. II. D KROMKE VON PRÜZINLANT. 377 0420 dort verre in Egypt'inlant vor vil manchim järe. Wi nü daz lioubit dare zu Schartwitz quem üf daz hüs, daz man iz bare in dem clüs, 6425 des will ich hl gedagin. Swer daz nü wil irjagin unde ouch wizzin ebin di niartir und daz lebin Barbarin der heVin, 6430 den wil ich wege le'rin. Er suche an dem buche, daz mit grözim rüche von der seibin magit zart der herzöge Iichtir art 6435 brüdir Lüdir, von Brünswic des slammis ein vurstlichir zwic und homeistir ouch irkorn dem dütschin ordenc bevorn, hät gebracht zu dülsche ganz1 6440 mit getichte äne schranz*; dä vindit er daz sundir wän. Himitc sl daz hin gclän ««cunde sprechin abir vort, wi di brüdre wurbin dort, 6445 dö si den tüwrin hört vundüi in des sehrinis bort von gote in irloubit. Si hübin üf daz houbit in vil rcinis herzin gnft* 6450 und trügin iz hin üz der gruft deswär mit vroudin harte gr6z, darundir sich idoch vorgöz vil manic innincllchir trän, dä sich ir andächt wisle an. 6455 Nü stünt aldort ein aldiz wib, der ouch gebundin was der Hb mit den gevangnin vrouwin. Dö di begunde schouwin, mit welchir wunno vügin 6460 daz heilictüm si trügin, zü den brüdrin sprach si dö : »Ir rougit vil wol wesin vrö >und vrouwit üch von rechtir schiebt, >want alle des geluckis pflicht 6465 »und al dl ere, di ir hat »intpfangin hüte an dirre stat, >di hät irwurbin üch di mait, >dcr heilgiz houbit ir dä trait. »Barbara ist sl genant.« — 6470 »Wävon ist dir daz irkant »und wer bät iz bewisit dir?' sprächin di brüdre zu ir. »Ich habe« sprach si »stcMiclich »manche zit gevlizzin mich, 6475 »daz ich mit holdir andächt »zu seilte Barbren mich v lacht, »dävon sl mich bedächte »hint in dirre nachte, »dä ich slftüs pflac allein, 6 iso »daz si dristunt mir irschein «4 ii »recht als ein dirne, dl begurt »und wol ebene geschürt »hette sich in ire cleit »und zu wandirne gereit. 64ss »Und dö ich si alsus gesach, »vräginde ich züzir sprach : »Juncvrouwe güt. wö wilt dü hin?« »Dö sprach si »wizze, daz ich bin »darzü gcreil in disim zil, 64«o »daz ici) zu dem Colmirt wil »und äne widirstörin »dä hüte messe hörin.« »Und dü sl zu der drittin stunt »des gesichtis mir wart kunt, 6495 »vil nä sl bi min bette trat »ahir in alsulchir wät »und sprach zu mir: »Vründinne min, »got läz dich im bevolin sin, »wen ich nü von hinnen scheide.« 6500 »Secht, dö wart mir alsö leide, »daz mir der släf ein teil intsleif. »In dem twalme* ich näeh ir greif »und wolde si gebaldin hän ; 6434 dem« K. 27 und K. 31 in dam K. 42 dti H. diti O. 44 wurdin K. H. 63 ynoeclkner Tl. 63 acht S. 66hütK. 85 und fehlt Ii. 86 in ir H. 87 willo H. »lundfchltK.II. 92 und da mnn horinK. ÖSOlynteUK. 3 undc K. «) Dieses verloren gegangene Werk war also nur eine Uebersetzung aus dem Lateinischen. Bei dem Uebersetzer des Wigand von Marburg heisst es von Luther von Braunschweig: »vulgares« (d. s. deutsche) »libros composuerat< . lieber das Haupt der h. Barbara wird am geeigneten Orle besonders gehandelt werden. S) Ohne Fehl. 3; Hoher Muth Pf. Glossar. 4) Unklarer Zustand, vgl. Uebersetzung der Kulmischen Handfeste bei Leman. Das alte Kulmi- sebe Recht. Berlin «838. S. 5, g. 7 und dusclbst S. 337 im Glossar (dubictatis scrupulus = czwivelis twalin). 378 NICOLAUS VON JEROSCHIN »dö intweich si mir hin dan. 6505 »Dö vil ich von dein bette. >Vil gerne ich dennoch hetle >undirstandin ire vart >und voigt Ir zu der ture wart. »Dö intspranc sl mir hin vur, «5io »und dö ich quam unz in di tur, »dö was sl mir vors wundin. »Des blict ich in den stundin »nach ir beide her und dar. »Himit ich üwir wart gewar 6515 »in der burc gewäpint stfin »unde schrei den wechter an : »WÄfio, immir wäfin, »wechlir, ubir diu slafin ! 48m »Du hAst uns nicht bewart wol, 6520 »wan dl burc ist vinde vol.« »Nu secht, von dem gesiebte »zwivil ich mit nichle, »iz enhabe Barbara »mit irre bet an gote sft 6525 »irwurbin uch in dirre vrist, »daz dise burc üch wurdin tst, »unde wil, daz ir zuhaut »brengit hin in Prözinlant »ir houbit, dA ir wirt bereit 6530 »crin undo wirdekeit »von uch zwar verre mö, »denn ir hl sl irbotin e.< — Dö di brudre gar gehört sö bescheidin dise wort 6535 hattin öz der aldin munt, ein nüwe vroude in intstunt, in der sich icllchir 11 weininde nidir üf dl kni und gemeinllch al ir rote 6540 danetin dö dem götin gote und Barbarin der henn, daz sl zu in kenn wolde sö genedeclicb, als si dä hörtin ofOnlich. 6545 Darnach brudir Diterlch schiele vil genendiclich brudre und gewApinte man, dl di burc soldin vorstan unde ir pflein mit warte, 6550 und selbir dannin karte mit einre sumelichin schar, di mit im kumin wären dar, und vürte kein dem Colmin hin den sö tiiwrin gewin 6555 daz heilictum sö weite. Und dö si in dl nähe «ab quämen sö hin zu der stat, vil wol geordint kein in trat dl lobeliche pfalheit 6560 mit ornate angelcit und gezirit schöne in processiöne mit heilictum und vanen. Ouch volgite der banen 6565 mit andacht zwAr vil reine al daz volc gemeine uz der stat, wib unde man. Barvüz sach man dise g.'tn ; sö gingin gene wullin. 657« Ouch sach mau dö vil manche sin mit in praiit in kerzin. Alsus in lutirnt herzin und mit vil grözir zucht ginc dl cristinliche trucht 6575 dem heilictum inkegin. Uud dö si wurdin ndgin unde quAruen, dA iz was, langis nidir au daz gras vllin stdö alle 6560 mit gebelis schalle kegn dem houbte vröne. Darnach in suzim döne irhub di pfaflieit eiuin sanc unde richtin iren ganc 6585 widir kegn der stat wart mit dem heilictüme zart. Darumme wart ein michil dranc mtd ein wunninclichir clanc. Dl pfaflin suze sungin, 6&00 di glockin löte clungiu, di Jeigin ire leise sungin di wegerciso, und daz ich öt dem geh ein ort, dö wart vroude gröz gehört 6507 undirrtand ir 8. 8 TOlffte H. tur 8. Von H. H 10 tot : tor H. 13 hin und K. H. 15 fewapnit H. 17 oinmer 11. 18 ubr K. 19 bewaril K. bcwaiet H. 20 vrant K. »iende K. H. 21 »ech II. 23 eben habe II. 25 irworbin K. H. andine H. 26 »rordin II. 31 de« war K. 11. 40 dankid« K. dankende. 47 «»de wapin man K. H. 10 und K. H. 50 selbir dannj-n eorr. au» »elblr er d. K. 51 «ijner aumrliehir IL 52 wa» al dar K. II. 53 ken K. 51 tuwerin K. II. 55 lieilgtum U. 57 hin fehlt II. 63 heilgtum K. H. unde K. und mit U. 6« »olfte II. 67 «i ver»telll II. «!!> do K. II. 72 lutrin II. 75 heiljtum II. 77 do 8. 81 ken K. 81 und 8. H. 8-S ken K. H. 86 heilytnme II. 88 wunnerlirhir II. Digitized by Google KRÖN 1KB VON PRÜZINLANT. 379 6S9s von Ich wil hüte messe hdm >zu dem Colmen dort vorwar;« daz ouch nü gcschach vil gar. ««15 Und dd dl messe vollinquam, mit gesange man ufnam daz heilictdm gebencdit unde trüc iz in der zit üf di burc durch sichirheit, «620 da iz in hdhir wirdekeit rastil uns an dise vrist. Dl burc der aide Colmen ist ; da süciiin iz noch hüte lüte ubir hite, 6615 want da ist der genadin vldt : 80 grdzc wundir got dA tut durch Barbaram di magit gut unde zeichin also vil, daz ir niman weiz ein zil. ««30 Davon ich besilzin wil in kurzen worten langin sin : iz quam nt ntmant al dahin, 45 d der dt genftdin ruchte und di mit andarht suchte «635 an Barbaren der magit wert, er wurde ir alsd vil gewert, daz er must offinllchin gdn, wundir wdr an im gescMn, er wer ouch sundic odir rein. 6610 Des sint da zeichin sd gemein, daz si nicht vor wundir stan. Man wil daz vor wundir han, ob Iman dannen ginge, sö daz er nicht intpfinge * ««« gewonlich da der saldin pfant. 6 wol dich, wol dich, Prüzinlant, vrou dich, vrou dich immer mdr, daz der prisant alsd hdr rüin wil in dlner schdz 6650 unde wesin dln gendz ! Ouch vroie, vroie, vroie dich, dd dutschir ordin, sunderlich, daz du sus begnadit bis ! Jä hast du des ein pfant gewis «655 von dor sdzin Barbaran, daz sl dich nimmer wil vorlan. Irbuit, irbuit ir wirde grdz, daz sl vlechte sundir drdz zu dir in stdtin gunstin sich ««so und mit dir bübe dwiclich : sd blibis dd intladin gar allirhandc schadin und stigis in den grädin zuwachsindir genAdin, «665 daz unz an dem jungistin tac dir saldin nicht gebrechin mac. ö zarte Barbara, nd bllb bl uns unde von uns trlb, waz du uns weist widir sin, 6670 durch di bittir martir dln ! AßmDiz ist, wt Schartowitz belegin wart und wi nünhundirt Pomerenen wurdin geslagin. [üusb. in, 37.] Dd Swantepolc der bdse wicht irvrlsch dt warheit der geschieht, wi Schartowitz im was vorlorn und den brdderin irkorn, 6675 ummezlich er betnibit wart und karte mit der vart alle sinis herzin sin df vorgiftige räche hin und besaminte zuhant 6680 al dl Prdzin vorgenant, dl abtrünnigen cristin, mit den er in den vristin vientllchin ouch belac 6596 da R. dach H. 660» heilj* K. H. 5 arople H. S gvtprocbin habe K. II. lliorn8. 13davorK.il. 17 heilgttun H. 2*2 Coline k. H. 25 gnadin II. 28 und S. U. 21» U 8. 31 kune wort den K. II. 36 ward K. wirt If. J7 mui H. 39 odr K. 40 do K. 13 ywant K. 45 Mit intpfant n. 47 vroy dich, »TOy dich K. Ii. 4'JdinreK.H. 61 blllxlu H. 62 fehlt II. A4 fehlt n. K. 68 und K. 60 wel» K. wlddre II. 70 bittre K. H. — Cap. 37. Scbartewici II. — 71 Swantopolk K. U. 71 brudem S. brudren U. 83 vicntlicli II, 380 N1COLAU9 VON JEROSCHIN und herllich sturmin pflac 66W zu pflege wol vumf wochin dl vesttti vor gesprochin slellinde dä vur den berc manchirleige hanlwerc, da man vestin mit brcchin pflit. mo Doch wertin sich in der zit sö menlich und sö swinde di brüdre und ir gesinde, di belegin durüffe vvArn, daz in nicht schatte dirre vftrn. 6695 Und want der Achter vorgeseit vol was allir trüginheit, des sach man pflegclichin in werbin trüginlichen, und treib sö lange daz, 6700 unz daz zulest der golis haz durch sine sunde üf in quam. Daz meiste teil er an sich nam des heris, daz er hatte da, unde liz daz andre sä 6705 vor dem hüse ligin 46 b unde zöch vorswigin und in heimelichir wls nachtis ubir der Wizlin 1s hin zu Colinen in daz lant, 6710 daz er mit mechtigir haut vorherte manicvaldiclich. Nu hüb sich brüdir Diterich, der vorgesprochene marschalc, kegcn des tüvils lastirbalc 6715 gar mit einre cleinin rote hülfe hoflinde an gote, der dä sldt mit licht ir wer ein gröziz als ein kleiuiz her und gesigit wä er wil1, 6720 und bestreit in in dem zil und slüc mit sulchir pflÄge dl viande an dem tage, daz si lidin michil nöt. Ir blibin üf dem velde töt 6725 volliclich niinhundirt ; di anderin gcsundirt dannen quämen mit der vlucbt. Alsus wart da der brüdre trucht von gote des sigis gewert. 67io In wurdin ouch der viende pfert wol vlrhundirt als ich las an andrin roub, des vil dä was, und Swantopolc der valsche man quam mit wenic lütin dan 6735 mit schandin und mit unheile widir zu jeme teile des heris, daz er dort gelän hatte vor dem hüse stan. Er quam al dar sö Ilse, 6740 daz jene in kcinre wise, di üf der burc belegin wärn geprüvin inochtin noch irvarn, wi der strit dort wer geant. 66 e Des wart ein brüdir ouch gesant M45 von dem hüse heimeliche hin zu brüdir Dileruhe zu irvarne di geschieht. Und dö er genzlich in bericht hatte, wl der strit geschach, 6750 er sant in widir unde sprach : >Ouch sold ir werdin hüte irlöst, >wil uns bi sin der golis tröst. >Sit öt üf der burc gereit, »und wen ir uns s«Mit andirweit 6755 >mit strite an di viende slän, >sö kumit uns zu hülfe san »alle von dem hüse dort.c Darzü sprach er dise wort : »Und wer den sie bebalde, 6760 »des hüsis der ouch walde.« Dd sus Swantopolc intsüb, daz der marschalc sich irhüb und mit strite abir an wolde in und sin her beslän, 6765 her hatte zeichin vil gewiss an dem örstin strite diss, den er hatte sus verlorn, daz der engistlichc zorn gotis üf in was inzunt 6770 und im inzogin in der *tunl halte sinis schirmis schilt durch sin suntllchiz unbilt, des wart sin herze crefte sör*, H. ,63 manchirleie K. H. 90 ty rieh K. II. D. 91 und« 8. 94 »chade S. 6700 tuleest H. SubrK. 11 manuichualdiclirh H. 14 ken K. H. 15 cleyne H. 21 plage K. H. D. 25 Toüendich H. 32 dar 8. (nlederdeuUch.) 35 und unhelle K. 37 dei H. 40 Jrn K. D. 4 1 dy uf der (eltgin warn K. dy uf der Crklfln warn H. 47 irrarn II. 50 «nt en 8. tute ya H. 51 but U. 60 de. K. H. 65 er H. 72 rioit H. 4) Dushurg hat t Maccsb. 8, 48 sq. im Sinne, »Et ait Judas: Facile est concludi multos in manu paueorutn ; non est riifTcrcntia iu conspeclu dei celi lib«rare in multis et in paucis.« ij Dürr, verwelkt. »Emareuit cor« bei Dusburg nach Jesuia 21, 4. Digitized by Google KH0NIK8 VON PRUZINLAXT. 3SI al sin manheit weich üf hör ' 6775 und vorzagete sö gar, daz er einre kleinin schar mit eime grözin here sa nicht getorst irbeiliu da, sundir vluchtic danncn schlt 6780 lestirllch mit sloer dlt. Dö der marschalc daz gesach, 46 d daz daz her sich dannen brach, almeclich mit den sinen er stapfte zu den büdia lör, 67m dl man in ouch d6 burnin sach. Er liz nicht wesin im zu gäeh den vluchligin viandin nach, want er läge sich vorsach und vorchte dl nackeit S7M des herzogin vorgeseit als einis vuchsis, der da pfllt mit sinen listin undir zlt betrlgin des jegöris sin. Des torste er nicht volgin in ; 6795 sundir er hilt dä den tac mit den sinen unde pflac an dem hüse machin widir, swaz da was geworfln nidir mit blidin in des Sturmis dram. 6800 Und dö iz an den abint quam, er liz üf deme hüse me, den da was ge wesin von werüchin mannen unde zöch von dannen. — Diz ist, wi Nakil di burc den brudren wart und wi Pomerenenlanl wart vor- hext. [Dusb. III, 38.] «805 Nu was der legal vorgeseit mit grözir sorcveldikeit und mit allis vlizis craft darüf pflcgelich gehaft, wl er sö gewurbe, 6810 daz Swantopolc vorlurbe des geloubin Achter und wl di cristenheit gewer und der geloube neme zü. Davon dö er gesach, daz nu 681& daz urloige sich began etsllchir maze wol anlan «7* in der dütschin brüdre hant, di vurstin von Polonerlant besanle er vil schire, 0620 herzogin Kasimire und den herzogin von Kalls, darzü di oldislen brüdre wis und rit mit trüwin in, . daz si allintsamint hin »S25 mit all im irim volke zugin üf Swantopolke, den gotis vorvolger sö gram. Nu warin si gehörsam vil gerne dem legale ; 6*130 des saminten sl dräte üf Swantopolc ein michil her und zugin ungever vor sin hus Nakil genant und slügin üf zuhant $S35 her und dar ir gezelt vor der burc üf daz velt nach rittirlichin schichtin. Darnach sl üfriebtin blidin vor des hüsis berc unde manchirhande werc, damit man vestin brechin pfllt. Und dö ouch jeno in der zlt, dl von Swantopolkis wegin warin üf der burc belegin, sich sAhin sus vorbüwin, in begonde grüwin, sö daz si dingetin abe den Mb, darzü ir habe, und antwortin üf daz hüs den brüdren ane Sturmis prüs, daz sl ouch mantin in dem zil mit brudern und mit luitin vil ; und mit dem andrin here namen si di köre 6855 vort m Pomere'nerlant, daz ouch vicntltch durcliranl wart dö von der gotis schar von ende unz zu ende gar dl lenge und di breite. Man sach sl an der reite Swantopolkin gar vorhern, 677S getonte H. irbeio S. 80 iiore K. 83 alnecbllch K. »8 wem H. SS» nacheit K. H. 04 hin K. n. D. 6803 wmlicbin 8. 4 loutb K. U. 10 eUSchlr H. 19 in itett von H. 22 elditän K. 24 alUntsomit B. 2i»U«H. 2«czofinH. 32 ym gerer K. H. 37 rilt*rUchem U. 45 vorbuen H. 46 grtien H. 52 bradrin nute luytio K. brudiin uü luyiio U. Ol Swwtopolkt H. K) Höher hinauf, zurück. Digitiz^d by Google 3S2 NICOLAU.S VON JKROSCHIN 691.1 swaz daz vüer mochte zern ; da bette man wol nach gekart Ouch slugin gl an der vart, swaz si manne quamen an ; wlb und kint tribin si dan und einin roub ummäzin gröz. Und dö iz da gohcrtin blöz, mit vroudin si sich wandin GS70 beim kegcn irin landin. — Diz ist, wi iz wart gevrit zwischen kern Swantepolk und den brudrin. [Dusb. III, 89.] Du sus irgangin was dl geschieht von golis genddiclichir pflicht, der iz sus vügte sundir wan, Swantopolc, der tumme man, w-5 der e vorstockit und vorsUrt in ungeloubin was sö hart, daz in nlman künde irweichin von der sunde mit bete noch mit mite, noch mit drouwegebite, daz er weide bigin sieb widir recht geloubicUch in der heiligin kirchin schöz. darüz er sich sö ergllch seböz, dem begonde gebin nü ein teil vornumfte dise mu, däraite er sich bev angin sach. Ouch was er wurdin alsö «wach, daz im nicht intochte 1 noch er ouch inroochte den brudrin vurbaz widirstan ; des greif er dö ein andirz an. Yur dt brudir und den legal er demuticlieben trat unde sprach sus offinbar mit rüwigim gebärde zwar : >Ö wö leidir mir, ich bän »leslirliche mein getan »widir den geloubin gots »und dl heldere suis gebols ; »daz ruwel mich und ist mir leit »unde vlö mit innekeit, »daz ir mir tut genödiclich 6S62 rugir K. U. 66 unde K. 0» tii K. 70 ktn K. H. 77 nysunt K. H. 78 tot dar «tonde K. ia *r •tuad.D. 82 geloubilich II. 83hellginK.lt. 84 hcrUich H. herücieb D. 85 befunden II. 87dwitK. H3 brudr K. 07 mich S. Vi goti» H. 6900 gvboti* II. I ueb fehlt H. 6 betrin K. 8 dl» fcbll S. *» in K. durch Mcblrlgliche Coir. 8 lotb K. V eigne H. 10 dai H. 13 »eU H. 14 gebatbt K. 17 In- derin K. 20 gelobdif II. galubdia D. 2t gcloubne K. H. 24 nymanne H. 32 icbeppfer K. H. 33 yat- pfing K. yntpfyng H. 35 f »adln H. 37 tj-t* H. 38 Swantopolke K. H. 3» brudarln K. 42 itau K. •yme H. leime D. 44 oueh kX, o. k> g. D. »irbarminde uch ubir mich, >want ich gote büzin wil »und uch bezzirn alle zil. »Und daz ir diz geloubit, »sö seht, hl ist min houbit. »Nemit mich zu eigene hin »mit alliin dorne, des ich bin »gcwaldic ö gewesin, »üf daz ich öt genesin »muge an der sölin mtn ! »Sö lat uch sus gebezzirt sin !< Nach disin wortin der legal hatte inanchirhande rat mit den brudrin hjvon. Er sprach : »Wir sin an im gewon, »daz er ofle hat zutrant >sins gelobtin vridis bant. »Des ist im zu geloubene swer.« Da inkegin wöc ouch er, daz man der genädin tur nlmanne sol beslizin vur, der öt süchil sl mit ger. Hl z wischin der legät gewör - hllt, dö daz im döchte sin «7 4 daz beste nach den sinnin sin, daz was stetis vridis pfliebt. Er wuc daz ebin, daz man nicht wen öl in des vridis zil des vridis schepper drin pfllt. Darumme er in dö enpflnc, als im der brüdre rat gehlnc, zu gnadin der cristinheit, doch mit sulchir undirscheit, daz ein süne sundir schranz • zwischin Swantopolken ganz und sö den brudrin vurbaz wöre sundir allin haz. Des gab er in zu pfände

  • want 6 gen üf andir sit »her widir kumen durch den vort, >sö mugin dise sin irmort !< Diz dücht ouch gut di eldistin sin ; abir brüdir Berlewin 7065 der nüwe marschalc widirspraeh disen r&t. iNein, nein«, er jach, »mich dunkit daz vil baz getan, >daz wir dl vordistin bestan.« — Dä inkegin hörte man 707o dl eldistin brüdre sprechin san, want sl dächte, ob sl an di viende vorne soldin slAn, daz si drungin sl üf wer, sö nicht gewlchin mocht ir her. 7075 Doch allein di eldstin al vordüchte, daz er missohal «« 4 von des aldin rate ; sd volgitin si im drate und rittin an vil hart 70M> der viende vordiste part, daz ouch zuhant greif an di vlucht. Da jaile na der cristenin trucht manchir wegen durch den bor* alliz üf der viende spor. 7ou DA bleib vil manic heide töt ligen üf der heide. Und dö di cristinliche schar was zuslrouwit her und dar, dö quam der marschalc von geschieht 7000 bl einin berc sö hin gericht mit vir und zwenzic cristin. DA vant er in den vristin vlrtüsint Prüzin haldin, di sich zu strite staldin ; 7o»5 und dö di seibin ouch gesan, daz aldft der brüder van bi in alsö cranc irsebein und der cristnin was sö dein, al ir zageheit vorswein ; 7ioo des irhübin sl gemein sich kegin in alda in strit und irslügin in der zlt den marschalc und dl mit im warn. Darnach si ouch ummevarn 7105 begondin in vreislichin girn nach den brüdirn und den irn her und dar in strilis dram, unz sl irslügin allintsam di brüdir und ir virhundirt 7iio äne zöne, dl gesundirt sich vluchtic danneu spildin und sus den Hb behidin. — Nu quämen ouch aidar gerant di brüdre von Thorün zuhant, als diz was alreist irg&n, und mit in zweihundirt man üf di stunt und an dl stat, als in der marschalc gesät hatte dar zu kumen ; 7120 und dö di den unvrumen 7033 manchualdyn H. 35 ena S. erciu II. 36 leggirra K.H. lifwrnD. 45 crUünnen K. erittinin II. I» daran 8. 55 woll,»b 8. 59 irheb« H. Iii dureh dy H. 63 eld.Un K. 04 Bwlowin H. 6S Tonlii.tio K. II. 7» cid- «UnbroderK. brüdir H. 75 eldlrtin U. 78 toljinUii 8. 80 Tordirrt« H. vodriato D. 82 cri»tn)H K. 83 wein K. w*J0 II. 8« brudre vhu K. brüdre II. US erbten 8. crirtnin H. »» »Uir U. 7106 brudrro H. V brudr K. brudra II. 10 an K. U Toiun K. II. 15 alnrt K. II. airer«! D. • i) Ucbermulh. 2) D. i. erheben, aufrichten, ermuthigen Pf. 8) D. i. obwohl es die A«ltestcn alle Tür übel hielten, dass er von des Alten Rothe abwich. *) Nach Pfeiffer Anhöhe. Vielleicht ist an polnisch »bör«, der Fichtenwald, zudenken; in mit- telalterlichem Latein in Polen »borrac. Digitized by Goo< KRONIKE VON PRUZINLAST. 3S5 und daz jamir sagin, wl di brüdir lagin und ir volc irslagin, sl begondin jagin 7i2s vluchtic dannon sundir sparn. . Nu wurdin in dl Priizin vftni unde volgin vaste nach. In dem rinnin ouch gcschach, daz der crislin vllin gnüc 7130 di di prüzsche dlt irsluc. Dö iz sus Swantopolke und sim vormeintin volke nach willin gar irgangin was. dl dit den roub zusamne las, 7136 des da was unmazin vil von wtbin, kindin in dem zil und ouch ein teil von mannen und tribin von dannen mit michUira goidin 7H0 und mit grözin vroidin. Manc den gevangnin was Merlin, den man nante von Golln, ein man zu strite zangir1, und eine, dl glnc swangir, 7H5 sinre swestren und dö di nicht inmochte volgin 1 durch di swerikeit des barn dem here, daz kegn huse varn pflac mit grözir ile, 71&0 dö wart ouch in der wile der, der sl gevangin treib, dö sl sö olle hindin bleib «9b noch inmochte volgin, sö sere üf sl irbolgin, 71&S daz er an irbarmin den IIb ufhlb der annin, sö daz daz kint da zuhant lebinde vll üf den sant und dl vrouwe bleib da löt. -1G0 Dirre mein und dise nöt Mertlne sö nähin glnc, und sö grözin haz er vlnc darummc ken der hcidinschaft. daz er sint, dö er inthaft 7105 von irre gevenenisse wart, si slüc mit manchir pilagin hart an alle bannherzikeil, als lieh wirt hernach geseit. Dö sus di vlande 7170 qtiamen von dem lande und dl brudre wurdin spen daz ubil, daz da was gesehen und daz gröze her/eleit an der reinen cristinheil, 7175 ir icllch zu dem andrin sprach, «laz vil jamirlich geschach : »Wö uns! durch waz sin wir geboni,! »sint uns daz jamir ist irkorn, »daz wir hi müzin schouwin 7i*o »sus unsir volc zuhouwin, »zusluckit und zuribin, »sö geno wec gelribin ! >ö wd, Mrrc got, ö wö ! »walin hüt und immirmö! 71H& »sul wir nö sehin unsir tanl »kumin in der viende hant? »Ö wö dl wlsin aldin, »dl man mit rite waldin »sach diss landis hi und dort, 7190 »ligin jamirlich irmort, «•odarzu di jungin helde, >dl man üzirwolde »und zu strite warin balt, >di hftt der viende swert gevalt ! 7195 »Diz, hörre, dir geclagit si ; »junevrouwin, vrouwin, di da vrl »warin e, darzü di kint, »öwiclich voreigint sint »gar in bittirllchir dol. 7'2oo >I)iz lant, daz ö was lute vol »und wunnenclich besät, >nü söht, wl daz vorwiistit stal ! »Di gotishüsir sin vorbrant »und ir zlrhcit gar vorwanl, 7205 »AI unsir clarheil ist vorher! ; »wir sin jamirlich vorschcrl2 »den unreinin heidin ; »dt herschin uns mit vreidin ; »in ist gewalt ob uns gegebin. 72io >W«J, waz sal uns mö daz lubiu ! 7122 brudre K. T». 24brjundinK.fr. 2« ir 8. 28 tmnen D. 20 crittnyn K. II. v\\ II. 32 «ymr H. 35 nnirafttin II. 3!» gnudyn II. mit mWirtnn grwden P. 40 Troudin K. H. 45 «w«-*tre H. 4S V>n K. II. 52 do •>' do II. 511 bleif S. Ol yn halt II. 06 |>U«ln K. II. 77 li 8. Hl larsturkit 8. K. H4-S7 f. 1.1t H. 8» di« 8. K. H. »4 »Unde II. 95 96 tyr : rric K. »ye : rryt II. «7 warn U. 7202 wth K. 5 allir II. 56 4) D. i. tapfer. . r. P. I. 9) Zugetueilt, unterworfen? 25 386 NICOLAÜS VON JEROSCHIN »Wir sin vortorbin loidir!« Nii rizzin ire cleidir dl brödir in grözir jAmirkeit und zugin an hörine cleit, 7215 darin sl clage öbtin. Ouch mit in di betrüb tin cristin, di dä warin blibin, al zu weinlich jämir tribin. Von eime zeichene, daz da geschieh. [Dusb. III, 41.] Nu vugtiz sich ouch nftch der zit, 7220 dö irgangen was der strll, daz dl burgerinne in betrübtim sinne von dem Colmin üz der stat quämen an dl walstat, 7225 üf daz sl dannen hubin ir tötin und begrübin nach cristinlichin sitin. «94 Nu was eine mit in, di dennoch vant iren man 7230 vil kümelicb daz lebin hftn. Und dö dl vrouwe wolde in dannen, als si solde, kön dem Colmen brengin, er wart dä widirstrcngin. 7235 >Lät mich« , sprach er, >slerbin hl !«. Dä inkegin sprächin di, di dä ummestündin in : »Warüf meinit diz dln sin, »daz du nü begcris sä, 7240 »daz man dich hl sterbin 14» T — ' »Das wil ich kundin üch«, er jach, »vil offinllch ; ich hüte sach »daz sö her di magit clär »quam, dl Cristum uns gebar, 72« »ich meine dl wandils vrle »tröslerin Marie, »in wunnencllchim schouwin. »Vur ir zwü juncvrouwin »trugin kerzin schöne inprant. 7250 »Sö trüc sl in irre hant »ein suze rüchbcr rouchvaz. »Iren ganc sl ummemaz »zu allin den Uchnamin »cristenllchis namin, 7255 »di hlrumme ligin töt. »üblich sl sich zözin böt. »hcrouchinde sl allintsam. »Zujungist sl ouch zu mir quam »und dö sl des intsebele, 7200 »daz ich dennoch lebete, »mit alsuichim tröste »si üblich zu mir köste«1 : »Ö vil Über kempfe min, »nu lid vrölich diso pln ! 72«5 »An dem drittln tage 5t»»volendit sich dln clage, »want dö den irsterbin soll »und den himilischen solt »mit wunnen alzü gröz intpfän. 7270 »als alle dl infpfangin hän, »dl durch mich hl ir lebin »hän in den töt gegebin.« — »Mit disen wortin ouch vorswein »von mir di suze magit rein.« 7275 Nö vürtin sl den wundin mit in in den stundin zu dem Colmin widir, dA ouch der gute sidir vil ebin üf den drittin tac, 72*0 als er ö saite, töt gelac. Und dö sö gliche sine wort, di er hatte gesproebin dort, mit der geschieht irvolgtin sich, im geloubte sichirllch 72« gcmcinltch al dl rote unde danetin gote und der trölin mötir sin. Marlen der kunigtn, di von nötin töt intladin 7290 und pflit höhir gnadin alle dl gezwldin*. dl iebl durch si lidin. Von -zweier ttdbe krigin um erowi man. 1 [Diub. III, 4i.J Dö näch dirre slachto der vlentUchin ächte 7913 bnidr X. 14 herin H. 22 betrubtin H. 27 28 tltten : nüt m 8. KwucUK. 29 vtnt do K. *»• uoeb do Tint H. 44 CrUte S. 45 mala K. meyn H. 40 troetorynne II. 411 kurcun II. ympr»nt K. 51 IW*- *ynK. UduunnU. 54 crltlinlich H. 50 in yn torr. »o» tuiyn K. Mfl« D. 61 Ut H. D. 66 «7 denne U. 69 1. >U ? 75 .y dy H. 78 ü» nach II. *2 «wprochj b»U« H. «0 unde K. t™** genadyn II. «2 Ich 8. - C.p. 42 umme II. ~ 4) D i. sprach. 2) Niederdeutsch: gewähren, Pf. 5) Dies Capitel bei Pfeiffer Nro. 14, S. 87 ff. Digitized by Google KR0N1KE VON PRUZINLANT. 387 72»5 der colmische bischof gewer gesach sö wusle und sö ler den Colinen manne wesin (want si ungenesin warin blibin alle 7300 in des stritis valle), dl witwin er allintsam so k in eime rate vor sieb nam und salzte in offinllcbin daz vor allir sundin ablaz, 7305 daz icliebe ireu kneebl nöuie üf Gliche recht, üf daz der gotis gloube sd gar nicht wurde toube noch zunikle bingeleit 73io von der vinde vreidikeit. Ilivon irböt sich dl geschieht, dö durch andkebticliche pfliebt zwü vrouwin zu der kirche wart soldin gkn, und an der vart 7315 wurdin sl aldort gewar toplin1 in der büvin schar einen knabin, der was lisch, kreftic, schone unde vriseb. Doch warin snode sine cleit. 7320 Nu sprach dl eine irre meit vil heimeliche dise wort : »Sistü genin knabin dort ? >Breng in in di herbergo >und sag im sundir erge, 7325 >daz er dk beit (iz wlrt sine vruoie) >unz ich von der kirchin kume !< Dl andre merkte wol den sin ; des sante sl ouch balde hin vil toigintlich ir dirne ; 7330 sl sprach : >Louf, bis virne*! >Hastü genen knecht gesön ? »Den las dir mit nicht intspe'n 3, »in zu hüse mit dir nim >unde lAz öl nicht von im ; 7335 >bis im mit giitir pflagc ble, >unz ich widir kumen sie.c Nu was ouch wol genendir dl leste und behendir, wen di ilrste magit dö : 7f"> dAvon ir gelanc alsö, daz si den knabin an sich las. Und dö di vrouwe kumen was, si cleit in üf von vüzo gar unde 11z sich offinbir 7345 mit im trüwin zu der d. Und dö gene, di da & ire mail üzsande, dise mere irkande, wl si was vorsümit 7350 des knabin und beglüinil*, si gevinc bezlichin nit, den sl trüc vil manche zil kegn genre, dl sl sus betroic und den knabin ir intzoic. 7355 Dirre selbe knabe von Halle sö her abe kumin was und ouch geborn und wart sinl sö hö irkorn an wtsheit unde an prlse 73co tugintllcbir wise, daz man in Pruzinlandc nicht gliebis im Lrkunde. Von dem betrübnme der brudre nach dem süriie. [Dusb. m, 43.) Nu vroite sich in vroidin gröz Swantopolc dor wülegöz*, 73fr. daz di brudre warn irslain und begonde abir train erg üf erge, leit üf leit, und vornöwit andirweit mit bilt irkeil di wundin 7370 der brudre in den stundin. Er want al slnen vliz daran, wl er daz volk, daz tindirtan den brüdrin was und dö deswar 7301 witewin K. 3 Mttt K. ofllnllcU 8. 6 dich H. 7 frloube K. H. 10 viende H. 13 klrohio K. 16 in - der inbnwin S. IS and K. 25 2« Trum : kam K. II. 2» tujuntlich II. 31 uml K. U. 3U kamen Ii. 3* leUte K. let ite unde II. . 12 körnen II. 46 do H. 47 er» H. 4S met K. II. M hnlichin K. corr. au« bcrilkhin. - bertlichln H. 53 km K. 53 54 betrog : iniog K. U. 50 er H. 57 unde K. 5» and K. H. 00 tafttnUkh and« «k« H. 6« und« K. 1} D. i. ein Glücksspiel spielen, meist Würfelspielen ; s. das alte Kiilmiscbc Recht ed. Leman III, g. 78 — 80. Auch jetzt noch sagt man in Prcussen: mit Karten u. s. w. dohheln; vgl. lienoig, Preussi- sches Wörterbuch. Königsberg 4783. S. 294 und S. 5t, sowie >dobbeln< im Versuch eines bremisch- niedersächsischen Wörterbuchs. Bremen 1767. I, 417. ij D. i. schlau. SJ Aus dem Gesichte kommen, Pf. <) Trübe machen, dann »hinters Licht führen«, Pf. 8) D. 1. Wüthrich ; s. Pfeiffer S. i«4. Digitized by Google NICOLAUS VON JliROSCIHN gevangin mit vil grözir var, 7375 den brüdrin intzugc .•(•4 unde si gebuge an sich nach giner valschin ger. Diz warb vil tougintlichin er mit gäbe und mit bele, 73so und allein er bäte sumellche sus geblant. daz st warn im zügewant in gunstllchir pflichte, doch von vorbestellte 73M gotlichir ordenunge wart von den brüdrin daz bewart, daz niman getorstc sich an in haldin offinllch noch ur barin, daz er warb. 7390 Alsus sin argelist vortarb. Diz ist, wi Swanlepolc Colmerlant herle und wi sin her vortranc. [Du*b. in, 44. 1 Do Swantopolc d& vorgeseil nicht schuf mit der valscheit, di er hatte angeleit zu schandin der cristinheit, 739:. er vant ein andir, als ich las, di ergir und« swerir was. In dächte kumen sin di zit, der sin tüvclischir nlt hatte lange & begert, 7Irbarme, herre, irbarme dich 7435 >ubir din vil armiz volc, »daz der arge Swantopolc »mit notin twingit herbe ! »Ei, süzir got, din erbe »gib so gar nicht in vorlust 7440 »nach des tüvils abekust !« — Waz sal ich andirs sprechin me? Den cristin was wir« denne we. In den s windin achtin dl brüdero sus ged&chtin, 7445 stritin s) di viende an unde wurdin sigis wan, so wdre Prüzinlant vorlorn und daz hoffin in vorkora, daz immer mÄ daz selbe lant 74.W queme in der cristin hanl. Sus wurde der geloube da ewiclichen toube ; daz were irmo herzin swer. Di edlin unde burgör 7455 besamnit von dem Colmin dö sprachin zu den brüdrin sü, si woldin libir erlich * in den tot gebin sictf und in strite sterbin, 7460 wen also vorterbin in lebelichir volleist. Nü quam der starke gotis geist in di brüderc dä in zwirn, und in alle, dl da warn, 7375 bruderin K. uoiuge 8. 79 nndc II. laut fehll H. — 94 »chadyn II. 'J9 Unji» H. l*ngr% D. M .umdich U. - C»p. 44. i» H. Swwitopotk K. SwwtopcUU H 7400 wteo D. 3 lc*Ui> II. l«-*tf» D. 5 und alle sincs heris trucht. Si wurdin ncigin sich in vlucht kegen der stat an ummcgrif, aieda sl hattin 6 di schif an der Wlzclcn gelän, 74«o darin si hoftin kuinin dan, des gnte lob ! doch nicht gescharh, want man wundirllchin sach kumin einen wint sA scharf. der di schif zum Ale warf 74»5 verre von dem stadin hin. Daz wart der viende ungewin, want iz in mit den schiflin hl sam dort PaligAnö gl, dem kunge Sarrazinen, 7500 der da sigelAs mit sinen vor Karle dem kcisrc vlouch. Alsus irginc iz disen ouch ; want, do si nn den stadin qiiämin und der schif da nicht vornamin, 7505 sl vortörtin älsd gar, daz sl wedir her noch dar den bn'idrin mochtin cnt wenkin. Sl nnistin sich vortrenkin in der Wlzil allintsam ; 7510 6t Swantopolc von dannen quam und der sinen deine. Di andrin algemeine, swaz der was dem swerte inlrumicn, dl gewerte 7M5 des todis gar der Wlzlin vlut. Alsus der milde got sd gut sinem volko hülfe irbdt, daz da was in grözir ndt. Diz ist, wi ein vride widdir gemacht wart mit Swantepolke und er den brach und w( er buwete Zantir di hure. [Dusb.in, 45 ] Nu warn dl brudre durch daz heil -520 deswAr gevrouwit wol ein teil und doch in angist grdz gesät, si d want ir macht was wurdin mal, sint daz ir volc wart irmort, als ir hat da vor gehört. 7525 Des stundin sl in zwIvelAt unde stichtin manchin rat, wi si dl lanl behlldin, der si sö krenclich wildüi in arbeitlichir plne. 7530 Nu was zu dem Redine ein brudir vrum, Rabe genant, au gütim räte wis irkant und meulich an der tat. Der gab den bn'idrin disin rat, 7535 daz si sentin sundir zogin von Östirriche dem Herzogin Mestwine, Swantopolkis sun, (den man in & zu gisle tun sach durcli vridis sichirheil) 75« und mit inlscheidinheit, wi iz um si w«?r gewant, imputtin hin in dülsche lant, in Beinin und in Polen und swä si hülfe sich vorsen, 7545 und irclaitin da dl not, di sich Prüzinlande böt, und daz der gclotibc sAn darinne mäste gar vorgAn, irwent iz gol vil snelle nicht 7550 und ouch irre hülfe pflicht. Dö dise clegellchin uier warin wurdin schallebdr in den landin vorgenant, 7165 unde II. und In alleinc 8. «6 km II. 72 harte U. harter I>. 71 viln II. 76 xuleUt K. Irest II. eiuleM D. S2 brudren II. 67 Wen K. H. «9 Willen II. »0 du in S. 98 Pulli pano D. 7500 riglos D. 1 deine K. 5 vortoüa 8. S ertreuken D. tt Webten D. 17 half K. 3.1 unde K. 3« Ortricli 8. IS dem K. 40 unde K. II wero H. D. 44 wa 8. 49 inwent 8. vil fehlt 8. 51 clegrliehc S. H. Digitized by Google 390 NICOLAUS VON JEROSCH1N meislir Poppe quam zuhant 7555 und mit im bn'ulere vire. Darzü quamcn schirc ouch seclus brüdero starke von Missin und uz der Marke und von Duringin. 75f>o sö tet zu disin dingin d&svvär ouch vil tugintluh der herzöge von Öslirrich. Cf sine kost er sande zu hülfe I'rüzinlaude 75R5 drizic schutzin gcrittin wol nach stritlichin siltin. Eiä, w! von herzin vrö wurdin dirrc gesto dö di anuin brüdre und ir volc ! 7570 Abir däwidir Swantopolc dirre meY vil sdrc irschrac. Sö grözo vorchtc üf in wac, daz er da vridis röchle unde gnade suchte 7575 an den brüdrin in dein zil. Er gelobte also vil, daz si im echt geti üwilin und mit im \ornü\vitin den aldin vride andirweit. 75vu Idoeh sin aide böslich, di im angeborn was i, er daruiumo nicht inli. Er nekto alle stunde di brüderc, swa er künde, 75S5 in bedaktir \alschcit, und sö man um di nakheil, di von im also goschach, in strellichin ansprach, des achte er vil deine. 75«i Zulctst ouch der unreine began sin argiz neckin oflinlich inpleckin1, daz er hemischlich bare. Er saminte ein her vil starc 7595 und zouch uf di Kuyow än allir enlsagunge drow in hcr/ogin Kasimiris laut. sa k I)ä stifte er roub unde braut vil gröz in den vristin. 7ooo Er slüc da manchin cristin zu töde; ouch vhic er ir gnuc. Alsus mit im der arge trüc von luitin und von habe grözin roub her abe, 7«o5 und dä man in darummc ansprach, vil .stolzlich er dawidir jach : JA, ich vvil den vindin min, »swl ich mac, zu pflege sin «ein echter und ein neiser 7aio »und daz nicht durch doli keiner >uoch ouch durch deu pabüU hui, »noch durch keinen lebindin man! Und an den brüdrin sundirlich sprach er sus : >Wolt ir, daz ich <6i5 »vride mit lieh haldo, >sö wil ich, daz ir balde »mir wider gebil mlnen suu.< Und dö si des woldin nicht tun, er vorvolgtc abir als 6 7«2o si olhnberlich unde rae. Er büwctc darnach vil schir eine burc, dl hiz Zantir. Di legte er an eine stat, dö di Wizil und der Nogat 7B25 di zwei wazzir nämin iren vluz zusamin, und üf di burc er beschit ' deswär ungetrüwe dit zu allir böslich swinde, 7630 di der brüdir gesinde und ir luite sidir divvedir üf noch nidir lizin varn mit schUHn si enwurdin angegriflin, 7635 gewunt und ouch beroubit und des lebüis betoubit. — Diz ist, wi di Swelze gebüwit wart und wi si gesturmit wart. [Dusb. m, «.] Dö dl brüdir inUübin, daz sich in irhubin abir nuwe slrite 7mo von Svvantopolkes sile, di er schuf durch sine guf ; sl gäbin siiue sune üf 75 Vi unde K. 5<> - woldin nicht 8. H. D. IU di brudre, er roubte als c 8. 32 diwidir S. U in fehlt S. ti in K. 42 dy pbj» H. *) Sehen lassen. Digitized by Google KROXIKE VON PRUZIXLAXT. 391 Schambore, irme vninde sA daz hus zu Scharlowitz aldu 7645 mit allitn dorn gerdto unde nutze, den iz hdtc. Nu mugt ir spdn hirundir ein ungewonlicb wundir, daz Swantopolkis sune sieb 7dM) kegn im salzte vieutUch durch der \ reise ungevüc, di er üf di cristin trüc, und den geloubiu leite an. Und dd diz was alsus getan, 7(65 di brüdre sanlin drate botiu dem legale der bdbistlichin silin, der dö in den ziliu was in dütschin landin da. Und ouch dem hönieislre t>ä wurdin brive da gcsanl, dl ouch raachtin gar irkant, wi iz abir in gelogen was von Swantopolkis wegen zu Prüzin in dem lande. Und dö di mer irkande der vorgeuante legäl, zuhant er selbe üfträt und predigte offinbAr 7670 eine crüzevarl vorwar widir den v il argin himt 52 d und gebot ouch in der stuut von des pAbistis gewalt, daz man predigte vil ball 767» daz erüze gemeinlichin in al den ummericliin. Aber want der argin mein ist 80 böse und unrein, . m^ daz si sich vrouwin der geschieh!, 76so swen si gesliftin ubils icht, des vroit sich ouch der böse wicht, daz er hatte üfgericht den cristnen sulcbe ubirhisl an Zantir, dem hüse vast, 76S5 dan si lidin gröze mü, und begonde noch darzü ein andre burc zu buwin dort obin an der Wizlin bort ein halbe mlle von der stat, 77W) 7710 .5 S a 7715 7720 nw 7735 dem Colmcn, da dl nü stat benidene üf andir sit der Wulm, da si noch Iii. Di burc er Swctze nante. Sin gemüle wante dar üf der unholde, daz er genzlich woldc tun den brüdrin vorspart beide üfvarl und nidirvart zu schifte uf dein wAge. Diz was in gar ein plage, want si swdrlieh dA inparn uiddir mid ouch üf zu varn durch nötdurft manchirbandc. Und dö der meislir irkande, daz er dos büwins began, er gebot den brüdrin sAn dl dö zu dem Colmcn wärn, daz sj zu schiffe soldin varn mit iren lütin niddirwart, sö wold er ouch ungespart von Tliorün mit den brüdrin sin zu rosse wol gereit sin und darzü herzog Kaseinir, und in zu hülfe kumin schir an di stat zur Swelze hin. Darüf ginc des meistirs sin, daz er wolde han gewert, ob iz mochte sin beschert, daz büwiu, daz alda geschach. Und dö Swantopolc gesach di brüdre in den schiflin, daz si zu übre griflin, und woldin zu im an daz velt, er liez üfnömin di gezclt und warf di brücke ab, di züganc zu dem hüse gab und hüb sich balde an di vlucht . Doch dö er sach der brüdre trucht, di zu rosse quämiu dar, und des ebin wart gewar, daz dl geritnen mochtin nicht zusammc kumin in der schiebt mit den Colmendrin, di dA zu schiffo wdrin, durch dl tüfe der BdA, dl zwischin in glnc aldA, 7645 all« H. D. 47 mögt K. mog U. aprens 8. 50 kep K. U. 52 crüjtniu K. crittiiyn H. 55 brudere. 57 pebeUichio K. pebirtlichln II. 58 so ü. 63 64 geleyn : weyii K. U. 67 vorgenant D. 69 predgte 8. K. 77 mh S. iu D. 79 «e U. SO obli» H. »1 auch «ich K. U. O. S7 tu fehlt H. 07 brudtren K- 77UTonwK. 13 du 8. Ciaiyr U. 18 «in mochte U. 22 gciUte D. 25 ande K. 20 ronin K. 30 du 8. 31 di fehlt II. 35 der , er saminte ein kreftic her 7M5 und zöch vor den Elbinc. Sin houenunge daruf giue sint iz dA was manne an, daz er solde simdir w An gewinnin bürg mide stat J*2" an allirhande widirsat. Und als di vrouvvin diz gesän, daz di nöl ginc heran, 7*1* her S. 39 ken K. II. handln 8. 80 bertr II. hertte D. Kl und« K. hfi kun«ti«in II. «kegns. U7brudroll. Hs und«? vü w-pere K. 7805 und 8. 8 brudre II. 9 dem fehlt II. II hlacli II. I). 15 und« K. i) Schwaukende BeweRUDg. Digitized by Google KROXIKE VON PRUZINLANT. 393 als der stürm Urkunde gab, si leilin algeroeine ab :«>2* ir vrouwelich gebende ^und zugin an genende wApin und menlichin sin. Si trfttin an di zintieu hin, dA si ouch bewistin sich 7sso zu der wer sö meulich, daz nindirt an den wibin rein zegelichir müt irecheiu. Und dö daz her diz hat irkorn, si hcllin alle wol gesworn 7S3S daz di hrudir sidir wdrin kumin widir und darzü der burger volc. Des weich hin dau her Swanlopolc mit sqhandin vor den wibin, 7mo di man in vortribin in meiilirhir wise sach. Vil ofle daz ourh me geschach in dem lande manchir wegu, sd di man urlougis pflegn isis .soldin und gereisit wörn, daz tli vestin wem vorlorn gewesin von der viendc pflicht, inhettiz imdirstandin nicht di künheit der wibe 7 mit wcrlichiin übe. Diz ist von eimc rilterc Swantejwlks. [Dusb. HI, «9.] * Swanlopolc der swinde hatte zu gesiride undir slner manne schar einen rittir, der sü gar 7S55 di brüdre trüc in vorchte, s«a daz, swA er indirt horchte der dütschin brudre namin, al sine lit irquAmin, shi herze joch sü serc irschrac, 7s«o daz al sin IIb irbibin pflac. Nu geburt iz* üf ein zlt, daz her Swanlopolc beslt in einiz «hier dorfir quam durch kurze wile unde nam 7S66 darzü siner rittir ein teil, mit den er wolde wesiu geil unde in Wirtschaft goidin. Nu wold er zu vroidin ein gel tische machin, 7S7o des man mochte lachin. Des sprach er heimelichin sus zu sumelichiu : »LAt daz blibin ungemelt : >wir wollin sendin üf daz velt 7S75 »gcrittin einen knabin, >uud so wir dennc habin »der kost ein teil genumin, >sö sol er jainde kumin xiude sprechin, daz gever "kso »üf uns kum der brüdir her, »unde beschouwe wir spotlich, >wi daz wolle slellin sich »der zagehafle rittir.« Nu wart dA ein gevlittir* 7SS5 von den herrin und ein pfnust*. Si sprAchin algemcinc sust, iz wer ein lechirlichir sin. Sus schickte man den botin hin. Nü was daz fürest5, daz mau tet, 7söö den brüdrin vil wol vorspet, des hattin si mit irre macht vorliolnlich sich üzgemacht üf geluckis vrumin ai b unde wArin kumin 7S95 bi daz selbe dorf aldar. Des wart ir ouch der knecht gowar unde irschrac vil sere. Er nam di widirkerc baldc kegn dem dorfe wert. hhm) Implost vürtc er sin swcrl swenkende alumme. Er jaitc sundir krumme mit geschrci unde blas, Ihii weiplelch D. 37 daiu s. buryrr II. l.\ M wrlu : pfltHn K. weyn : pfleyn H. U dy mu dy II. — C»p. I». 8w»jitopolkU II. - 53 .inn- K. .ine II. 5* alle II. 60 irbebto II. R3 liun K. OS wold* K. II. 74 wrl- lin U. 7« denn* in K. durch Corr. 77 7* jeiiomen : koroen II. 78 «al K. SO kumm B. kumin K. komm II. M «eile H. 81 do H. S5 pfudt II. 80 ■proehiu II. 87 in II. lochllicblr s. HS ,hiu' fehlt 8. H. SU du «r tot K. tob erat du er tot U. D. SO bruderin K. »2 sich vorhonUch U. 99 kern K. U. 7903 (eichreie K. ^etchrie II. • I) Die« Capitel hei Pfeiffer Nro. IS, S. 89 ff. 2) Ereignete »ich. 8j 4) Beides nach Pf. unterdrücktes (ielrichter. »Phnuscn* bedeutet nach Liliencron bciJoh.Rohtc soviel als niesen. In Preußen heute für beides »prusten« . 5) Ritterspiel, ritterliches Gelage, Pf. Digitized by Google 394 NICO LA US VON JEROSCHIN dä Swantopolk sin harre was. :»05 »Bald üf!i sprach er »vlit durch got, iwanl ich sage üch sundir spot »in crnstlichir wärheit. >daz dl brudre algereit »zihin vientlich da her.« 7»io Dö gene hörtin dise mör, di den schimpf e macblin, vil gcmelich* si lacbtin. Abir genre ritlir inpfinc di mer vil biltir: 7015 dö man dl brudre nanle, sin varwe sich vorwanle, er spranc vil snel ubir don tisch unde vlöch von danoen risch, dävon ein lachin gröz geschach. 7920 Abir dö der hole sach, daz di andrin sine wort vor einen gam* inlpfingin dort, er wart mit starkin eidin di mer in andirweidin3 : -9to »Vorwar üch daz gesagit »d, >daz der brudre her lü bi »ist itzunt vil nähin.« Do wart ouch dannen gähin der herzöge unreine 7030 mit eime knechte alleine. Noch bleib dä di andre trucht. mc Und dö er sich gab zu der vlucht unde vastc danneu brach, im jaile ein brudir hezlich nach, 7935 dem daz was bevolin. Und dö er nicht irtiolin den herrin mocht, üf den er wüc, den knecht er im abeslüc tut, in einis vllzis slram. 7»4o Darzü der andrin allinlsam Swantopolkis manne quam nikeinre daune, want di brudre si vorwar vingin unde slugin gar. Diz ist von eime schifslrite. [Dusb. in, so.] 79« Brüdir Poppe vorgebaut, der hömeistir, was gewant mit vllz in allin v ristin lif daz heil der cristin, wi er daz gemörin 79M mochte nach gotis erin. Des sante er gerade 4 brüdere Conrad«, den man nante Bremer, unde mit im w epener, 79M daz si mit drin schUün soldin, di begrifim und geladü) mit spisc wärn, bin zu dem Elbinge varn, der dä di cristnin wurden vil zir*. 79uo Und dö si bi den Zantir in di nähe quämin. scblre si vornAmin al dä Swantopolke sin mit slnem volkc, 7066 der in hatte da vorlcit in zwenzic schiffin gereit. Und dö brudir ConrAt gesach, waz im dä zutrat, M4 geringe er di Schicht vorslüc. 7970 Sin herze gar an gote wuc, an den er dö genante und di einen raantc, daz si rutin* crefticlich und uf dl vlende schiclin sich ; 7»75 daz vil snelle ouch geschach. Mit creftin man sl rüin sach den stram zutal än ummegrif uf dor Pomcrönin schif, und träfin dl sö harte, 7om) daz ir manchiz karte den bodin uf, di bort zutal. Dl anderin zubrächin al. Dö sach man wischin 7 üf den grünt vil manchin Polen in der stunt, 7tiss des buch in dem gepruso wart eine quappinrüse8. Und dö dl v Sende sähio dem ubere sö nähin der brudere schif dä slrichin nü, ig K. 13 f«ner H. 1« «yne U. 23 ttrskin in 8. wohl nur Sehreibfchto ; Ff. 26 26 •)« : bie K. H. (bye). 91 do II. 47 »Iii« U. 60 noch K. 62 bnidr» 8. 63 Brenner 8. «4 tym K. H. 73 ruytyn H. rawten D. 71 raffln K. rnjyn H. 7* PotBewynyn H. Sl den prort D. M «ndryn H. S3 2o Nu was alda sin houbetmann undc treib vreisllche üf brüdir Frideriche, der von Wida was genant und obriste was irkant sois ubir di mcrnerc 1 . Er w as im vil govere und ramtc sin sd lange2, unz er in durch ein wange mit eirae spere gestach. mm Doch galt im daz ungemach brüdir Friderich wol gnüc : zu lüde er in alda slüc. Ouch quam iz in derwwile, dö in gehir De W35 dl brüdir ir schif üfrütin und sl di \iende mütin, daz so sichto wart der wäc, daz ir einiz dä belac üf dem sande deswar, soio daz si wedir her noch dar sich mochlin be wegin. Dö wurdin in zülegin di \ieude, als ir haz geböt, 55» und slügin in dem schiffe töt h»ib zwene brüdir, als ich vornam, unz brüdir Friderich doch quam ; der rette di gevertin sin und natu si züzim in. Sus blibin von der brüdre slt soso zwene brüdre in der zit und von irme gesinde drl. Ouch gelägin töt dabi der vionde zwenzic man. Di andrin quamin alle dan. Diz ist von eitne edlin manne, der sich begab in des dütschin hüsis Ofden. [Dusb. III, 5S.j „ so:»5 Nicht ubir lange zit darnach in Prüzinlande kost gebrach üf den hüserin sö gar, daz di brüdere vorwar und ir volc lidin grözo- nöt. soso Sl wftren vil näch hungirs töt. Des schröhin si mit innekeit an got, des süze mildekeit den betrübtin alle vrisl bi mit ganzim tröste ist, Rons daz er in hülfe sente und iren kummir wenle. Daz let ouch got, want er is güt. Einis edlin mannls mül von Krakou neicle er darüf, soto daz er vorli der werlde güf mid zu dem ordin sich begab. SOO"J utwrwunden D. 3 brudre H. 6 Tordroiiinkrit 8. 7 8 u»gc*pUet : irwilft H. S do fehlt II. 13 an d' H. 14 ken K. H. Ii da S. 19 und« K. exehn H. 20 boubtmin H. 21 and S. 22 brvdn H. 2t obiriUt K. H. 25 roornere D. 26 wu «in vil S. )u> *il gewer« II. im vU gewere V. 29 ge*ch*ch U. 32 yn b*I- II. 56 du «in vr. K. wunnecüchir H. 51 trum 8. — C«p. 61. cteiehin H. 1) D. i. nachstellen, in Gefahr bringen, erschrecken, Pf. Digitized by Google KRONIKE VON PRÜZINLANT. 397 der daz crüze an sieb genumin hatte kegn der heidinschaft, sie» Des gelubde was geschalt, daz er ein jär zu Pruzin bleib. Und dö dl zit sich gar vortreib, dö hüb er sich kegn lande wart. üf des seibin wegig vart M&s geschach iz, daz er Wt gclac. Nu hät er einen sun, dem pflac wesin söre bange, daz hin heim s6 lange sich des valirs kumft üfzouch. st 70 Des hüb er sich zujungist ouch nach dem vatir in Prüzinlant. Und dö er dö sin nicht invant, den weg er widdir heimwert nam ; da er von geschichte quam ans in ein dorf, da ein bischof wiete einen kirchhof. Und dö der bischof ummegl sprenginde da unde hi der tötin grebir, dl da wAni, 8180 dö wart sich im da offmburn ein gesichte wundirlich. Er sach, daz sich dä sundirlich ein grab üftet und darüz spranc ein tötir, der dä vor nicht lanc 8185 was begrabin an der stal. Der mensche bi dl kirche trat und an dl waiit sich leinte. Diz wundir sich irscheinto dem bischof alleine ; 5«b ^och **ai der gotis reme goto, daz iz offin bär wart al dä'ouch al der schar, dl dä hin was kumin. Der bischof dö durch vrumin 8I9& den tölin hertelich beswür, daz er im mit wort in pür der wArheit seile merc, wan und wer er wöre und warum er uz den) grabe wer getrotin sö Iiinabe. Dö sprach der töte : »Ich bin gesin >wol ein jär ein pilgurin »durch got in Prüzinlande ; «und dö ich widir wände s2o.-i »mich kegn miner gegenöt, kW begreif mich hl der töt »und wart hl begrabin ; »und want ich, dö man habüi »mich dennoch sach min lebin, wio »hatte vil unebin »nach velschlichir tucke »gebrochin abe ein stucke »ackirs mime näkebur, »des was bittirkeit sö sür 8215 »unde jämir mir irkorn, »daz ich solde sin verlorn »und vortümit immer me\ »Abir want ich hatte ö, »den ich starb, vorbundtn mich s22ft >daz ich wolde vlizecllch »andin gotis ande »widir dl vtande »Cristl und des cruzis sin, »des ist gewandilt mir dl pin 822:» »der hellin ungchüer »in ein vegevuer, »und darinne müz ich sin se« »sö lange, unz dl vrunde min »den ackir gebin widir ; 8230 »sö werde ich ouch sidir »zuhant uz allir nöt irlöst »und in himele getröst.« — Do diz was alsus gesehen, der bischof wart sich umroesen 6235 und dl lute v ragin an, ob iman konle disen man. Dö sprach der sun : »Hörre, jä, »der Wte ist min vatir sä »und ich gelobe an disme zil, 8240 »daz ich gar den ackir wil »widirgebin an di stat, »dannen in min vatir hät »böslich gezogiu an sich. »Des gelobe hüte ich.« 8245 Dö sprach der bischof bermelich >Ö gutir man, nu lege dich »in dln grab ; got geb dir ru 1< Daz geschach. Dö tet sich zü daz grab widir in dem zil. — 82M) Nu merkit, wl genäden vil gibit Crist den sinen 815« ken K. II. 03 ken K. H. 00 hat S. K. ejn H. der TT. 08 yn lieym II. 0!) kumpft K. kunft H. 72iindoK. 74 de« er II. 76 wlfet« 8. weirhte D. 81 feeehichte II. 14 Dich II. »5 hrrteclkh K. hrri- lieli H. »6 jm II. in 1). 8205 kea mvnre K. H. 14 tuwr K. tu wir II. 17 verdammet ü. ummer II. 25 2« unyehofir : »efevujir K. H. 27 rooi U ein S. 33 »liu» wu H. 30 ymaat K. H. 37^> herrc K. H. D. «4 hüten H. 47 febe K. H. 50 fnadyn U. 398 KICOI.AU* VON JT-R09CHIN getrüwin pilgerinen, sl sin lebind odir tot. DI sich gebin hl in not tttt mit Übe und mit güte und in willigim müte, darzü stötc sin gereit, daz si dl heilige eristinheil näch irre macht beschirmin mm vor der ungehirmin heidenischin dite, den wil er zu mite daz öwige lebin in himilrichc gebin. — Von einte sirite, da der Pomerineti tot gelagin Omni und vutnßundirt. [Dusb. III, 35.] ' von dem ir ö vomumin hat, gekundit selbe hate daz crüzc in predigMe, und iz onch predigin geböt »270 in rtcbin und in gegenöt in dülschin landin manchirslt. dl darzü in der ztt gelegin und bescheidin wem, dö wAren vurstin itnde hörn M75 in dütschin landin vorwar, dl diz j&mir bewegin gar wart, daz dl arme cristinheit zu Pruzin in dem lande leit ; darum der tugintliche 82m herzöge von östirrlcbe zu hülfe deme lande Drusigere sande, der sin truchtsöze was, mit vil rittero, als ich las, 8285 und andrin mannen, dl dft warn geübt zu strlte in den jArn. Ouch quam dö ein rittir rein, hör Heinrich von Lichtinslein, unO mit im pügcrime vil. 82»o Mit discn gestin nach dem zil und mit herzogin Kasimire der meistir und di sinen schlrc in Pomerönen maebtin sich unde zugin vtentltch 6205 mit gewalt durch al daz lant • stiftinde roub unde brant wol nun tage und nun nacht. So gar der meister mit der macht daz lant durchvür und durchtreib, H3uo daz nindir dft ein winkil bleib, .17 » er müste werdin toube von brande und von roube. Bin der zit daz diz geschach, Swantopolk sich nmme brach »305 und besaminte mit wer michil unde gröz ein her von slnen Pomcrönin und darzü von gen in Pruzin, den er rftt ö gab, Mio daz si den brüdrin trat in ab und den touf vorsmötin. den sl intpfangin hötin, unde zöch den brüdrin nach. Im was bange und gAch, Mi5 wi er sich geröche, den roub in abe gebröche. Des volgte er in snelle sa und lac I des nachtis dä, dannen sl des morgins wftrn o:i2o mit jrme here ^ ort gevarn heim kegn irme lande wert. Sine ros und sme pfert liz er zu den statin stallin, da ö haiin 8325 di brüdre ire pferl gestalt. Ouch wurdin dl gezelt gezaM, darzü ir herwege, und an dem gelöge vanl der süre Swantopolc, 8330 daz zwler grdzir wör sin volc, wen der brüdre wöre dö. Des wart sin herze in vroudin vrö ; er tröste wol dl stnen dort und gab in dise wort : ssv, )Vrout üch, lal alle clage, >\vir wollin morgin an dem läge >tün den dütschin alsö wö, >daz dl Prüzin immir mö • 8252 piljcrytnen 11. 53 lchyn n. .'.H lirilif«> II. fio dm 8. 73 grcchcMin 11. 71 wmn> K. 70 b^wrjte K. H. 77 wart fehll K. H. 7'» toyunUMio II. MO Umi^ K. II. 83 Ungtrie «• 81 rillmi K. H. 88 LirchUo- ttein S. 21 kon K. 11. 83(10 nindirt K. IT. 30 iwir K. ntrit H. 31 sam ein zage er irschrac und htib von danneu sich. Diz merkte wol her Heinrich von Lichtinstein, da von er sän sprengcte di vinde an. 6305 Di wichin vor im als ein stoub. Sus nam er widir in den roub, den sl hattin abe getraut. Diz wart Swantopolc irkant, des quam er vil snel gevarn 83?o zu hülfe sinen mit drin schäm. Und dö di Kujauwere sahn sö vil der vinde kegn in gahn, sl vorgazin allir trucht unde grifQn an di vlucht 8375 an ein riltir, der da hiz her Merlin von Cruschewiz 57 • und dem was ir vane bevohn dö, und ane der herzöge Kasimir. 8380 Der rit, daz man besente schlr hern Heinrich von Lichtinstein. Dl wile schiktin sich gemein dl brudre in strit und ouch ir volc. Und dö daz merkte Swantopolc, 83*5 daz di brudre woldin nicht im intwichin in der geschieht, dö las er uz wol lösint man der bestin, di er mochte hftn, unde in sulche löre gab, 8390 daz si soldin tretin ab von den rossin in der zlt, sö si söhn zögen den strit, und soldin machin ein schrien und ein brachin 1 S3«5 und alsus den brudrin zu tretin mit slrilllchir mü, und si vor sich selztin ir Schilde und öt letztin mit den spern der cristnen pfert. 84oo «Des sigis werde mir gewerk sprach er »gar mit vrumin, >ob si zu uns kumin : »want ir wapin sinl sö swer, »daz si wedir hin noch her 8405 »sich gewendin mugin »noch zu strite tugin.« Dö dl her uf beidir sit geordint hattin siel) uf strit, dö quam widir zu der gemein 84io her Heinrich von Lichtinstein. und dö er an di vionde sach, zuhant er zu den brudrin sprach : »Sömit nicht, daz ist min rät, »want sumen hl zu schadin gät.< 1^4 Dö irhöbin si ouch sich kegn den viendin ellintllcb und trafin zusamin mit in in golis namin. Dö wart ein strit vil gruwesam, 6420 der doch ein vrölich ende nam den cristinllchin heltin, want sl dos lagis veitin uf dem velde sunthr wän der viende vumfzöhnhundirt man, sm alsö daz in den vristin ni monsche manc den cristin intpflnc tötllohe wundin, suridir in den stundin 834 7 and de* Pf. fegen 8. K. M. 48 bek rotte S. würde «in tma£ tlff^W »ein ; tgl. Pf. 52 nun do K. H. n»min will. MShafcS. «landhoubH. 04 viend« K. H. 70 mit «Inen H. 71 di fehlt 8. in K. durch corr. 72 riende K. H. Pf. »chreibt rueht. 75 do H. 78 bevoln H. 70 Kateinir K. 81 Uenriche K. Heynriche H. 83 brudir K. 84 do fehlt K. S6tchielitK.il. »4 Ucbin H. »7 »8 unde vor «Ich eetain : tetiin Pf. 8413 mit K. IOk.nK. U. 10 grueMm H. 42 vunftenhundirt K. H. 25 du fehlt H. 27 ynpftng K. 4) Lttrm (strepitus). Digitized by Google 400 NICOLAI» VON JEROSCHIN sl urbin in zdhn ros aldA, 8430 dl dl vlnde stachln sA, als daz d mit suirkeit Swantopolc hat üz geleit. Unde dd des Sintis dram ein ende lobelich genam was (daz zwar von gote muste sinh f dl brüdre und di pilgerin hübin sich kegn lande san unde vürtin mit in dan tüsinl ros gesundirt 8440 und darzü sechshundirt und andre pfert, wapin, habe, di si den vlndin slügin abe. der ich keine achte habe hl in rechenunge wls, 8445 und darzü des sigis prls, der in von der gotis hant wart dd zeichinlich gesanl. Des sl lob mit wirdekeit, Jdsü Cristc, nü geseit 8450 dlme süzin namen und dwicllchin ! Amen. Nu hatte brächt vil böse mdr 58 » hin zu Tordn Drüsiger der truchtsdze, als ich hAn M55 da vor vorjehu, dd er intran mit den sinen gar vorzait. Er hatte offinbar gesait, daz der meistir wdre mit al dem cristnen hcre Mso irslagin dort in strite tdt. Dö was in jämirlichir n6l sö grdze clage intstandin in beidin disen landin zu Colmcn, zu Polenen, 8W5 daz nlman des sol wdnen, diz wdr in wol sö grdz ein leit, als in da vor war 1 bereit. Abir üf den andrin tac, dd dl vesperzit gelac 8470 und alz daz her in vollir traft widir heim quam sigehaft, nü merkit, ob icht wurdin vro di betrübtin cristnen dd ! DdswAr tr vroude wart sd grdz, S475 daz sl mit schalle ubirdüz al dl jamirbernde ndt, dl in der andre tac d bot. Wi sich di brudre vorssmtin mit kern Swantopolc. [Dusb. Hl, 56.) ' Dd sus Pomerdnerlant was vorwüst und vorbrant si*« und gar gemacht zu nichle von gotis rechtim gerichte, hdr Swantopolc, der t da vor trüc den hals trotzlich inpor süchinde zu allir vrist M« beide mit macht und mit lisi, wl er den geloubin vorterbin und beroubin ts» h mochte ubir Prüzinlant , . der da nüweltch was geplant* o4»o mit cristinlichim blute, des der ungute selbe durch des tüvils spil vorgozzin hatte sere vil, und d sam ein lewe bram — 8495 der wart nü stille als ein lam, sin houbit Hz er nlgin und daz antlitze intsjgin als ein betrüwit rdwic man, unde quam dl brüdre an 8500 mit demütecllchir vld, daz si gerüchtin, als sl d hattin ölte md getan, zu genadin in intpfftn. Nu wügin ouch dl brüdre daz. 85o:> swenno er bendtil saz und was ungeweldic, daz alle zlt einvcldic was sin schin und sin lüt und undir leiumerlnre hüt 8M0 trüc ein vuehsin herze, daz üf der cristnen sinerze allir trugene was vol, daz der üzganc wiste wol (want diz was nü dt dritte stunt, 84:iO Tintd« K. H. M und K. 37 ken K. II. 38 und K. H. 42 vtendln K. 44 recknango 8. 4»CrirtoH. 52 brecht K. 55YcrjrhnS.doTorjhri.il. Ol da 8. dax II. ein jamlrllehe 8. in j. H. 05 aal H. 71 we- dirH. 74 Troid« K. vrojdr II. — fn\t. 50. 8»anloi«>lk K. — SS ■ H. b*ld K. b«ide roarht 8. 88 obir H. 97 unt.ig>n 8. ÖS betruwiff H. K.'»U0 demutir Hchrr II, 3 gnadin K. gnadyu U. * 9 liait : huil K. H. • l«mrryn« U. 1» trogn» II. 14 dal II. 4) Dieses Capitel bei Pfeiffer, Nro. 4 7, S. «9 ff. 1) - gepflanzt. Digitized by Google KRONIKK VON l'RUZINLANT. 40! wii daz er den vride, den sin munt den brudrin swiir mit eidin starc, brach mit manchir valschheit arc) : des vorcbtin si sin Ilgen, er wurde si abir trigen. Mio Abir want man alle vrist sol vride süchin äne list und want ein »chepper ist des vridis und ein minner Crist, davon di brudre abir vort 8535 nach manchirliande undirwort s«c machtin abir sidir vride nut im widir. Von brudir Heinriche von Widd dem drittin lantmeisler in unsirs herrin järn tifoint zweihundirl sibin und vfrzic. (Duab. Hl, 57.} Brudir Heinrich von Widft [1247 was in PrOzinlnndc da ssjo der dritte meistir vorwar und trüc daz amt achte jar. Dirre bracht in Prüzinlant den herrin von Wlda genant mit vumfzig üzirweitin 8535 ellinthaftin heltin, der menlich tat vi! wlt was irschollin in der zit, und andirre edlin gnuc, dl dl gotis min irwüc &540 uz diitschin landin manchirwein, daz si stritis woldin pflein durch cristinlichin namin, dl alle mit im quamin. Der selbe brudir Heinrich W45 was gewesin dlich und nam ldoch an sich deswflr vil bescheidinlich des dütschin hüsis ordin ; sin wlb, dt im was wordin «so an der d gesellic, gab im des loube willic und begab ouch williclich in ein vrouwinclostir sich, daz man nante Cronswitz. w&5 Brüdir Heinrich hatte ditz gebüwit selbe und gestifl und belan mit richir gifl. Däselbins wart er ouch darnach begrabin ; (abir daz geschach wo nach manchis strilis herlikeit, 584 d) er an dem amtu streit menlich und Irlich deswär, als hernach wirt offinbAr,) want der hömeistir hatte in W65 gcladin zu capitic hin, und an dem seibin wege wart er suchelege, davon er starb und wart begrabin, als wir da vor gesprochin habin. Wi di brudre eine burc gewannen und nantin si Cristburc. lüusb. in, ss.) W70 DA brudir Heinrich vorgeseit der meistir mit intscheidinheit « an den bnidrin inür, waz ubils in velschlichir vur Swantopolc der ungewere ws7s und darzü sine volgere, dl abtrunnigin cristin, hattin vor den vristin getribin durch des tüvils rum öf den armin cristintiim 85ho zu Prüzin in dem lande, er wart in swindir ande wendin sine ger darüf, wl er ir ercllche güf vorterbte und vordruete wss und öt hö üfgezuete des geloubin heilikeit ; darüf was al sin vllz geleit. Des samintc er dl brudre sin und darzü di pilgerin, 85W mit den er eine reise zouch. Au der reite quam er ouch vorhol nlich mit der macht an des heiligin Cristis nacht [U, neebr. vor eine burc, di was gesät »»5 zu Pomezcnen, da noch stät ditz burewal oftinlich irkant, 89 »Und Aldin-Cristburc genant. Dd di nacht daz miltil llf und al di burcdll herte slif, seoo dö leilin si ir leitirn zu 8123 ein Terteaunge itt 8. — Cap. 57. Untmeietre K. xwentiff 8. K. etwenetie U. «Uo wohl wirklieh Sehrrfbfrl.lrr Jercwebüu. — 31 ampt H. 31 runftlf K. vunfcitg H. 44 Henrich K. 4?» duteehit 8. 55 Henrich K. 5* rr leb* 8. K. H. D. 61 ampto II. 85 eapitil H. 70 Henrich K. H. 73 broderin K. 73 uUi« H. 83 ertliche H. •rieiche D. 88 bradm K. «1 itiieD. 87 aide K. O. Crl.Ubure 8. aide CrUtenbnrc H. 89 harte K. H. 8800 lMtrU K. Wytrjm H. Bcrlpl. r. P. I. 2g Digitized by Google 402 NICOLAUS VON J EROSCHI N und irstigin äne mü daz hüs, darin si slügin nach vientlichin vügin uude vingin swaz da was. mo:, Ouch besalzt iz, als ich las, mit bnidrin und mit wepenern der uicistir, di iz soldin wem und sin pflegn mit hüte. Und want Cristus der gute »gio in sture nacht daz heil in gab. daz si di burc gewunnin ab den Cristisvlandin, davon sl si nandin Cristisburc, und zwär der nam »eis von menschinsinne nicht dar quam, sundir Cristus der beilant in inue herzin in s6 vant. TVV di slat Colmen brächt wart an di 8tal, da si ml lit. [Dusb. iii, 59.1 In den seibin zitin quam der edle vurste lobesara, W120 der da Anlaut 1 was genant, mit rittirn vil in Prüzinlant, und an andirs gütis vil, daz er dä schuf in deme- zil zu nutze der crislinheil, bfiib so wart von im herabgeleit vom Aldiuhüse di stat der Colin und an den berc gcsal, dä si ouch noch huite lit. Di wandelungo in der zit soo was üzirmazin heilsam Colmerlande allinUam. Von manchirlciye — »s •» — Swantcpolki*. [Dusd. in, eo.) Dö Swantopolc vornumin hatte, daz sö kumin der meistir was zu lande, hvv> bot in er im sande bittinde vrünlliche, daz er hörn Heinriche im sente von Lichtinstein. 0645 59 c H670 *675 Dö zu im quam der rittfr rein, er hüb üf vor im und intslöz manchirhande clage gröz, wi unrecht daz im soldin hän d] dütsehin brüdre getan. Zu jungist er sus seitc : >Ich bin des gereitc »zu vorbindene mich sän, »daz ich zu allim rechte stan »den brüdrin zu Prüzin wil »und waz si wollin alle zil, »daz wil ich mit vllze tün, »ob si mir widir mlnen sun »wollin gebin, den ich in »dä vor "zu gisle satzte hin.i — Do an t wort im het Heinrl«5h und sprach vil sitttclich: »Der hofienunge üoh vorzlt, »daz man zu keinir zit »üch widirgebe üwir kint ; >wan ir hat gebrochin sint »nicht eines, sundir manche stunt »den vride, durch des sichrin munt »ir iz zu gisle gäbit. »Zu den heidin ir habit »üch geseiht und gepflicht »und hät mit in vomicht »und vorterbit dl cristinheit »in unmenschlichir vreislichkeil »zu Prüzin in dem lande »mit roube und mit brande ; »und den geloubin, der aldä »was vil wol irhabin sä »mit notin vil und arbeit, »den hat üwir bosheit »vortiligit gar oftinüch. »Ir hät dl cristnin jämirlich »geslagin, gevangin und gemort »und mit hezlichir volbort »junevrouwin unde wib gohaft »in der heidin eiginschafl. »Dävon ir nicht rechtis hät ; »genäde sücht, daz ist min rät l< Abir want den bdsin leit* SGOS U frbit alle« Handaciiriflen. 8 pfleyn K. pflegin II. 17 h. alio ». Ü. — Cap. 59. do 8. — 21 rittryn H. 2:1 drin II. 2S do 8. — Cap. Oü. manehirleye U. Swantop. K. — 34 meiatir fehlt K. H. D. 39 danu quam ». 4MiufS. 54 antworte H. Henrich K. 65 »itlelich 8. 59 wtn H. 60 eyna H. 61 d« U. den D. 64 unie s. lwbt U. 67 Tretachlichkrit II. 70 dem 8. 7(5 geaUyn K. U. unde K. 78 behalt U. D. 80 tr fehlt 8. 1) Nicht der Cap. 48 erwähnte Heinrich von Meissen (vgl. o. S. 59, 83 f.) wohl aber ein hier niebt genannter Sohn AI brecht« <1c8 Unartigen, Heinrich, Herr von Pleissenlaod, welchen der Vater ent- erbte, kommt mit «lern Beinamen »Anlaut« vor, ebenso dessen Sohn Friedrich (-f nach 4314); vgl. Grünhagen, Der Landgraf ohne Land, Zeitschr. d. Ver. f. Thür. Uesen. IV, 4, 159. S) V. 8684-8694 bei Pfeiffer Nro. 48, S. 50 f. Digitized by CjOO KRONIKK VON PRUZ1NLANT. 403 ist zu börin di wArheit in ströfllchir ande, t>ew darum sin drin wände Swantopolc der stumme gouch von dirre strafunge ouch, di antrüc der rittir güt. Er tet alsam di slange lüt, «wo di dä bezeichint uns di törn : si vorstopfit ire örn, swen ir meistir s) bespricht, daz si der worte höre nicht. Dem tet woi dirre gliche. M95 Doch Üz er heTn Heinriche -ftne müe von im zin widir zu dem Colmen bin, der ouch dem meistir gar vorjach, wi und waz er kegn im sprach. 87oo Darnach kurzlich mit botüi gnüc abir Swantopolc irwiic den meistir, daz er mit im üf einen werdir inttsam in der Wizlin gelein. 8705 Da hörte man si rede pflein ddswAr kegn oinandir vil. ä» 4 fdoch üf daz letzte zil schidin si von danuen sich in zorne vil unminenclich. Wi Swantopolc den vride üfsaite und herte daz laut zu Kujaw. [Dusb. m, «i.j 87io Nach dirre zit nicht ubir lanc Swantopolc abir twanc shi aldir tüvelischir baz, daz er der woItAt gar vorgaz, di im der brudre güte irböt, 8715 dö er was in strenge nöt und in angist gröz gevalt. Gut er in mit arge galt, als öt i di bosin pflein. Er begonde manchirwein 8720 in mortlichin echtin der brudre lüt anvechtin ; daz er vorholn doch beghtc. Disn irslüc er; gen er vtne und betrübt si manchir Avis. 8725 Zuletzt Hz ouch der gif1 unwis bleckin sincr erge güf ' und saile den vride üf den brüdrin und den cristnen gar und begond si offinbär mm vedin unde vechtin an, als er hatte d getan. ' Er saminte ein micbil her unde zouch vil gewer in hern Kasiralris lant, 8-35 daz dft Kujaw ist genant. Das lant er ungewandt vant. Da stift er roub unde brant und treib da jAniir gnüc. Vil cristnen er zu lüde irslüc »740 und stumcltc manchin Hb. Kinde, meide unde wlb vürt er mit im her abe fio»und darzü rJchc habe. Wi Cristburc wart vorlorn. [Dusb. m, ea.] Rfü was der unvIAte kolc*, 8745 der unreine Swantopolc, itil allis gütis cristinlichis blütis dennoch turstig und unsat ; davon er mit suntlichir tat S750 vorevellchin vurbaz trat widir slnen schepfer. Er vleiz sich mit allir ger und mit macht, wi daz er irzurnle den höestin gol. 8755 Vorsmähinde gar sin gebot wüc er üf des tüvils teil. Des hazte er der cristnen heil und der brüdre allirnicist daran, daz der gotis geist 87oo der craft in wolde gunnen. daz si hattin gewunnen nüwelich vor den zltcn sundir widirstrlten üz der Pomczanen hant 8765 eine burc, als ich irkant üch da vor gemachit hän. Daz dAchte der vorwÄzene man mit vicntlichir ande rechin und besande 8G!>3 bort« kht 8. bore K. B. D. boret Pf. 8« Henrich* K. 96 muh? K. II. «8 mehrt« K. II. »9 ken K. H. S703 eynem II. «k«pK.H. puidlrH. 7 letitr K. leezite H. ü unnymenclieh K. 11 8«rantor»lken D. HyotH. lSitreotfrH. «renger D. 23 dU 8. ditn in K. corr. du» dit. — dUm D. 24 betrübt* U. 25 tulctat K. H. 28 erbten II. 30 »«hin 8. 33 un.l 8. »och K. 37 »tlftr II. 40 «md/K. 42 hat 8. 50 vorevrebten II. D. 54 ho.tin K. ho.lyn H. 64 rWiene.i D. 6« du vor II. hant S. II. 67 Vit K. bS unde U. i) D.i. Thor, Narr, Pf. «) D. i. der schmutzige Pfuhl. Kolk bedeutet noch jetzt z. B. ein nach Ueberschwenimung stehen gebliebenes Gewässer. 26» Digitized by Google 404 NICOLAUS VON JEROSCIUN 8770 alle sinis heris craft. Darzü wart von im geschalt , daz al dl Pruzin ö gclouft mit alle irre macht gchoufl zu sime hofe quamiu 8775 und mit im intsamin sich kein den cristin namin. Und want er trügne vol was, des kond er trlgin wol üf der cristinheit unheil, " Mso sin her in zwei teil er schichte ddswAr harte listiclich. eo b Mit der einen .schar er sich vorne zu der bürg irhüb, da er sl crenkist sin inlsiib ; 8785 daz andir teil trat hindin zü, unde worchtin michil mü den brüdrin mit stürme hart, daz vil gnüc zu tüne wart allin, di dariifle warn, «700 dl eine slte zu bewam. Und di wile sl den ort wertin, dd sach man aldort brechin In daz hindre her • An allis widirsatzis wer. B7H> DA wistin iris hazzis zorn dise hindene, gene vorn in mortlichin unvügin sö lang, unz si irslügin uf der burc di brüdre gar 8800 und al irs gesindis schar. Wi Crislburc widdir gebüwil wart von den brudrin. [Dusb. in, es.] Dirro clegelichin schiebt, dl Swantopolc der böse wicht sö mortlich hatte geubit, vil sere warn betrübit 8&o.*> der meistir und di brüdre al, want si crenkte dirre val vil sere, di da lAgin tot, unde merktin in der nöt, daz si di vorevlc dit ssio andirwis inmochtin nit bekenn noch betwingin noch zu geloubin bringin ; sinmüstin drst sundir wAn eine vestin mang in han, hhm dannen si si pflcgelich anvechtin allirtegeilch. Des samintin sl andirweit Mc von pilgerimen vil gemeit eine lobeliche schar, svio dl von dütschin landin dar quäruen pflegelichin durch dl gnadin richin und den grözin ablftz, den man in von gote maz 9825 in des erüzis predigAt, daz man predigte an manchir stet. Mit den gestin vorgeseit, dö alliz daz was vorbereit, daz man darf zu gebüwe 8830 einre vestin nüwe, zugin dt brüdre oueb zubant zu Potnezenen in daz laut und wandiltin di stat der burc, dAvon ir mich e hAt 8835 hört spreclün allintsamen, und doch nicht den namen, Cristburc ich dA meine. In dem namen reine büwtin si si in der zit 8840 dar, dA si noch hüte lit, zu lobe und zu örin Cristö unsirm hörin ; und üf dl burc man ouch dö schüf alliz, des dä was behüf 8845 zu kost, zu hüte in dem zil und ouch we"penere vil. Darnach nicht ubir lange vrist gehalf in der süze Crist, daz von den brudrin eine stat [\w> 8850 bl di burc wart gesät, darin cristne quAmen, dA ir wonunge n&men und satztin tegelich döswAr vil unzegelich N771 von im w«rt 8. 76 knx den emtnen K. R. 81 «ehleku H. D. 84 erenUt H. Sl broderin K. (»801 clegcliche Ii. 2 bete II. 10 nicht S. 1.1 iy rotuün K. H. 23 und durch (ratio B. umb dm f. D. 37 Crisubure 8. 30 buweUn S. nnr ein »l S. 42 untim 8. unserem II. utnerai D. 44 du D. M wepnt K. <) Obwohl Jcroschin Vers 349, Verse von nur fünf Silben als zu vermeiden bezeichnet, wendet er sie doch mehrfach (vgl. z. B. 7*3, 8963) au. Auffällig ist, dass er auf den ranfsilbigen Vers 878* vinen zehusilbigen folgen lösst (mit dreisilbigem Auftacte), wahrend er ebenso V. SSO zehnsilbi^e Verse als zu lang verwirft. Digitized by Google KRONIKB VON PRÜZ1NLANT. 405 mm den Hb mit dem gute eo a vor des geloubin nute. Wi geistlich dt brudre zu Crislburc lebtin. (Dusb. in, 6*.] Uf disrae hüse in den jarn zu Crislburc ddswAr brudir wArn, di dA trügin ebin »m» ein vil geistlich lebin an wachin, betin. vastin. Si pflAgin lutzil raslin, und ich daz beslize öt : sl hildin vesticllch durch got mi di reglin und des ordins joch unde wärn dAbl doch rittre vrech zu allir z)l und irwcgin gar uf slrlt, also daz man uf prisis sin 8*70 mochte wdrlich jön von in : st sin zu clostreniunchc gut und hAn zu velde rittirs mut. Undir disin was irkant ein brudir, von, Glizberc genant, Mii der was sö grozir hcilikeit, als uns dl wArhcit von im seit, daz an eime karvritage, dö mit innecllchir jage man beglnc daz ammecht smo nAch der cristenheite recht von unsirs hemn martirAt, dirre brudir zu hin trat und mit innekeit Vil scharf sich an sine v engin 1 warf w*a vor ein crüzc hulzln, daz man nAch Cristis marlir sin sach aldA gesnitzit. Und dö er sus irhitzit in andAcht sich zu hin bot «890 zu kussene di wundin röt an des cruzis bilde, «i * der suze Crist, der milde, tet dA wundirllchin schin, wl IIb im wer der riltir sin : sau» als man offinlich inlsub, daz bilde hulzln sich irhuh blginde sine arme sAn und wold den brudir ummevAn. idoch int weich der gute, want er in demüte sich düchte des unwirdic sin. Her sprach: >Ö libir herre min, .ich bin vil ungeneme ; »des ist dir ungezemc, 890& >dnz du so zu mir nAhis >und mich ummevAhis !< — Ouch was ein andir bruder dA, ein rittirlichir helt I sA und in andAcht gotis truit, S910 der an siner blözin huil vor einen nachtgurtil trüc eine kettin grob gnüc. dl was von Isene gesmit. Unz an sin ende treib er dit. Diz ist, wi vil Pomcrenen unde Priizin geslagin ivurdin. [Dusb. in, es.] Mus Dö andirweit gcbüwit was Crislburc, als ich dA vor las, sö veste und sö nüwc, Swanlopolc der ungetrüwe wart des betrübit und getniil, mwo und dl priizsche dit ungut betrübte sich darummc gar. Sl gedAchtin her und dar und süchtin manche list, wl si inochlin in der yrist s»v> di bure abir gewinnen, vortilgin imd vorbrinnen. Zu jungist wurdin *i gemein ei Ii mit Swantopolke des in ein, daz si mit al irre craft W3o Crislburc woldin tun behaft und uimmir kumin dan, iz inwurd in undirtAn und were gar zustörl. Des besamintin ouch dort 8*35 dl Prüzin eiu michil her und sanlin vor vil wepencr, WM CrUtbure 8. 80 ein ynnig geietlieh K. 66 reglin von de* 8. 68 und 8. 67 Mttw 8. bitter D. 69 du 8. prit H. 70 werlich mochte gebyn yn H. 71 «In fehlt H. cloelreniunche in K. Ob« einer R»*ur. 77 i K.B. «Inn. §1 hern H. MimwuK.O. ;n*uH. »7 tyn K. H. . 08 wolde K. 8902 übe 8. & 6 nahen : Tahetl D. 8teU 9—12 : un dach in •ndacht goü» trug eine ketyn grob genug U. 12 rin 8. 22 er kr H. 23 unde K. mutigen D. 28 Swutopolk 8. U. 32 yn wurde II. 1) D. i. tod veoje, voruge, das fussfullige Gebet. 406 NICOLAUS VON JEROSCHIN dl mit hüte soldin pflein der horwaine undirwein, der si vor hin hattin vil «940 geschick.it in dem seibin zil mit wApin und mit libnar. Nu wurdin von Cristburc gewar di brüdre dirre rote. Si genantin' an gote 891 s und rittin an di schar und di slügin, dar. si gar tot üf dem velde blibiu. Di waine sl ouch Iribin üf daz hüs Cristburc hin so.%o tuide buttin * den gewin. Und dö di leidin mere dem prüzischin here gfisait wurdin und irkant, si wurdin gar in zoruc inpraiit s9Vt und zurittin in uuimütc icÜchir heim zu sime gute. Nu was ouch in der zit vil schire Swantopolc zu dem Zanlire kumin mit der höstin macht, MMM) di im dö was zügeacht, und Hz ob al daz velt slain üf vil gezelt in rümllcliir höchvarl. Ouch er dö zu rate wart, daz er vor hin santc eicvil rittre unde benante darzü wepentire vil und bcvül in in dem zil, daz si im irvüm di mere, SD70 ob Cristburc belegin were, als iz vor was angeleit. Nü was ouch dl geleginheil den brüdrin wol kunt getAn ; des sprengtin si dl vlende an h»75 und irslügin ir vil gnüc. Daz andre teil sich gar irwüc der vlucht in zegelichir gere widir hin zu dem here mit geschreie harte gröz, 83so daz ouch in daz her irdöz, und der zegelicho schal daz gröze her intherzte al, daz si griffin an dl ▼lucht her ein trucht, dA ein trucht. Und dö di brüdre daz gesAhin, si J)egondin nAch in gAhin und irslügin in der zit vil der pomerenschin dit. Ein teil si ir dA vingin. Ouch ir vil dA vorgingin in der Wlzlin strArae. tdoch der gotis grame Swantopolc intwischte dan zu schiffe und sinre man ein teil, der doch was eleine. Nü was ouch der unreine allir sinre herismacht in der reise sö geswacht, daz er kegn den brüdrin me" sich urloigis gar vorze1. — Von eime strile in Naltangin, da geslagin wurdin vir und vumfiic brüdre und vil andir cristnen. [Dusb. m, 66.] «14 Nü was sint den vristin, daz di nüwin cristin, di Prüzin ich meine, Swantopolc der unreine 9ooä dem geloubin hAl intrant und nAch slncr ger gewant, den brüdrin in vede hart di strAze so gar vorspart zu wazzre und zu lande 90io von lAge manchir hande, daz in di lanl hin niddir noch ouch sö her widdir intkumin mochte nlman, er inzuge starke dan. wu5 DAvon der meisler benande gnüc brüdre, dl er sande und ouch wepencre vil, di an sich nAmen in dem zil di brüdre, waz der in den jarn 902u zum Elbinc und zur Balge warn, und zugin mit gewApintir hant sö hin in Nattangirlant, daz sl vorhertin her und dar 50 buiUin S. 52 pnu«rhin S. dem« pruiin her« H. 54 ymprtuit K. 00 czu gedacht II. D. 62 iUu 11. "0 99 S. "genendonc 3) D. I. Digitized by Google KRONIKE VON PRLZINLAXT. 407 mit brande und mit roube gar und irslügüi vil der diu Und dö ir vart sich danneu schil, dö vundin si in allin wein dl viende sä starc gelein daz sl in wertin dl uz vart, »03« unde drungin si sö hart, daz sl wichin zurucke in ein dorf, hlz C rucke. Und dö diz irsagin dl Prüzin, si belagin 9035 di brüdre in dem dorfe sa und hildin kegn einandir da ; nicht sl hinin, nicht gen herüz torstin üf stritis gestrüz. ei m Doch zu jungist wart so gröz »Mo der Prüzüi trucht, di da züvlöz und di brüdre umtucraiic, daz si müslin änc danc vor der viende driugin sich aldä vordingin, »045 daz in sulclür wls geschach : zu gisle man si selzin sach brüdir Heinrich, als ich las, Botel, der da marschalc was, und audre brüdre drle. mm Diz was der Prüzin ger, dabie soldin sich gev angin gebin di andriu sö, daz ir lebin solde bllbin unvorsmalt. Diz gedinge alleine schall »o»Ä brudir Jan, hüscomdügir von der Balg, ein hell sö tügir. Er sprach: >Ich rat inlrüwiu, nlaz wir üf göle büwiu, «der nimande zwar vorlät, »06o »der zu im hoffenuuge hat, >und dl vieude anritin ; dibir menlich stritin, •wen daz wir uns vorselzin >und lazin alsö letzin *, »065 >daz uns hl zu vorchtin stat.« Hiwidir was der andrin rät. Gemeine blibin si daran," als ich vor gesprochin han : gisele si salin 33 9070 und dö si diz getatin und sich den Prüzin gabin, dö wart kegn in irhabin deswAr ein unbescheidin strit. Di Prüzin brächin in der zit, [l2i9- L3ü. Not. 9075 swaz si hattin ö gesworn und übtin iren zorn e»b vrcislich an den cristnen öt. Vir und vumfzic brüdir töt slügin sl in den vristm !w»o und darzü al dl er ist in, di mit in dar geretsit warn. Diz was in unsirs herrin järn tüsint und drithalb hundirt an einiz ab gesundirt. 9085 Dö dirre vreisllchc mort zu Cruckin was gesehen aldort, dö stacte ein Natange üf eiois speris stange brüdir Jänis houbt zuhaut, »o»o des hüscomdüris vor genant und hüb iz üf vil hö. Mit sulchin wortin jach er dü : »Helte dime rate güt »gevolgit dinre brüdre. müt, 9095 »deswär si wdrin liinncn ktimiii iiinirslain mit grözim vrumin.c Manc disen cristnin vorgeseit* ein brüdir sulche martir leit : di Prüzin in den stundin »loo um einen boum in bumliii mit siner arme gabil und snittin üz den nabil, der des gedirmis was ein doum, und zwictin in in den boum. 9105 Darnach mit hartiu pOagin begondin sl in jagin den boum alum und umme, unz in manevaldir erumuie ' di derme sich üzreiftin 3 «tio und um den boum bceteiftin *. Alsus der brüdir reine in der martir meine 5 mit des geloubiu volleist* gab üf goto sinen geist. — 47 Henrich H. 48 oder Boeel. — Boeicl H. BoUel U. 69 fi.lt U. 70 ri fehlt S. 72 keu K. II. D. 9104 fehlt cüt in H. D. 5 i «026 imt . 2» w. ir H. D. 33 onde H. 36 kto K. H. 50 dab* loWin 8. Slfthitn. 56 Balge U. 61 riend K. 78 rnnfrif K. vuafctlf H. 82 larin 11. 84 «yo* U. »7 Atu K. H. 8 ananehraMir K. 1) - verletzen, UJdlen. 8) V. 9097-9440 bei Pfeiffer Nro. 49, S. 5t . 8) S. v. a. Abhaspelten. 4) S. v. a. festklebten. 5) S. v. a. Verbrechen, Schandthat. «) S. v. a. Beistand, Hülfeleislung. Digitized by Google 408 NICOLAI* VON JEROSCHIN JJ»* Wend und widir wende von ende unz zu ende durchsüchinde dA und hi dl schriit des martilogii, dunvindLsl nindir drinne sin, 9120 daz in martillchir pin t kein beilig irsturbe sus 1 ; joch der vOrevele Tarquinius1, der da vant zum erstin mAle alle mertirliche quAlc, 9125 sulche martir ni irvant. Davon sö ist uns irkant, daz ni kein heiige dä vor me1 gcleit an sulcbir martir we. Nu set, wi got der h4rre groz" 9uo sin volc in «werte dä besloz ! Di arge dtt nAoh wunschis loz ir blüt sam wazzir dA vorgoz, daz iz daz lanl al um bovlöz unde niman sich üzschöz, »135 der si in der erdin schöz begrübe, sundir man Hz blöz ir vlcisch üf dem gejilde den voglüi und dem wilde zu spislichir gilde. ouo ö süzir gol \il milde, intwende dines zornis strich ; irbarmc, herre, irbarme dich! LAz dich irbarmen, hdrre gut, diner armin kncchlc blül, 9H5 daz so jAmirlicliin ist vorgozzin, und in kurzir vrist irgiz in rAche dineii zorn üf di dit, di dich vorlorn hän und dich nicht bei in an 91M» und dinen namen gar vorsmAn! Ei, süzir got vil hrire, durch dlnes nainin <5re bis den dhicn gnedic und mache sd getwedic4 ^•"J di beidin, daz sl icht durch spot uns sprechin an : »WA ist ir got?« — Wi mit pilgerinen daz lant widür be- twungin wart. [Dusb. m, «7.] Dirre groze gotis slac, der üf den brüdrin sus gelac und üf irme volkc al, ölen zuhaut in dütsche lant irschal beide vurstin unde hdrin, di ouch beweit von disin meVin und von der leidin burdin in mitlidunge wurdin. 9165 Davon ubir kurze vrist unse Hbir b«rrc Crist, der di sinen pfligjt slAn und si ouch wol heilin kan, güz slner genAdin vlüt »wo in sumellchir vurstin müt, daz sl woldin andin daz leit, daz in den landin dA zu Prüzin was gesehen, als ir mich nü hörtit jen. 9175 Der einre was geheve* von Brandinburc der maregreve, der quam iu Prüzinlant gevani mit macht in unsirs hemn jarn tüsint zweihundirt vumfzic ein. [i2u bim DarnAch quam der bischof rein von Merseburc vorwAre in dem audrin jAre [mi unde greve Heinrich von Swarzburc. Dirre icllch »1*5 brAchte mit im volkis vil und durchrittin in dem zil der abtrünnigen Prüzin lant, dl üch sin dA vor genant, hernde beide her und dar 91 Iii und B. K. D. unde ctu ende H. IS nMrtoluffti 8. roortologii H. D. 20 mvUrliehir H. muiwteieha D. 2t keo bcilg K. ken heilig H. '22 idoch der erle 8. der TorUulte D. och dtcb d' vorvule H. 27 ken K. 28 abulrhir K- •n fehlt D. 29 icch S. « (h K. 30 swerdr Pf. 31 dy irge dy H. 33 fehlt 8. Pf. 47 irgui K. erfoi D. 4S dlt fehlt &. di hinter dit in K. durch Correclur eingefügt. 53 dint corr. »Ol diu« K. gtnedig B. 46 M fehlt 8. M dm fehlt 8. «I herriii 8. K. herryn H. 04 initUdunde 8. «5 kun 8. 67 der *J H. 6» got H. 74 hont 8. 7» Tonf- exig II. M ouch S. 4) Dusburg vergisst, dass dem h. Erasmus nach der Legende die Eingeweide aus dem Leibe ge- wunden wurden. 2) Die Stuttgarter Handschrift liest »m ider evle« , wozu Pfeiffer S. 452 bemerkt : »Nicolaus halt das Wort vrevel offenbar fUr aus ver (vor) und evel oder ebel zusammengesetzt (s. vorebel) ; darum glaubt er es auch ohne die Vorsilbe in derselben Bedeutung gebrauchen zu dürfen.« Als Beleg findet sich aber eben nur diese Stelle, wo die Lesart der anderen Handschriften nicht einer solchen küh- nen Erklärung bedarf. 3) V. »1S9— 94 4t bei Pfeiffer Nro. iO, S. 54. (94 83 fehil). *) Wohl« willfährig. Pf. 5) Niederdeutsch = gehebe; gewichtig, gewaltig? Pf. KRONIKE VON PRUZINLANT 9190 iclichir mit slner schar 63*einre vor, der andir nach. Diz tribbin si sö geväch ; sl vingin, slügin, roubitin, unz si sö gar betoubilin 919& dl dlt in al den gegenötin, daz si mustin sich von nötin den brudrin abir irgebin und nach ir willin lebin. Von der zit di Pomezönin, 9200 Ermin und Pogezenin, Bartin und Natangin Uzin gar ir prangin und ir urlouge sidir unde trätin widir 920* in des geloubin gebot, als daz ordinte got, Cristus unsir heilant, in des gotlichir haut alle gewalt stöt vil siecht 92io und ouch allir riebe recht. Sus sl sich undirtatin den brudrin unde salin glsle durch sichirheit. Des sl gote lob geseit ! 92is In den seibin zilin hatte mit den dltin Swantopolc gehaldin zu unde hatte sulche mü Von kost und von arbeit 9220 get ragin, daz gar hin geleit was vollin alle sine macht. Des wart ein sune gemacht zwischin im und den brudrin dö von eime archidiaconö 922& von Leodien irkant, und was Jacöbus genant. Päbist sint der selbe wart, des wart der name im vorkart sä b und genant in der wirde 92M Urbanus der virde. Dl sune Swantopolc von not hilt dö ganz an sinen töt. Sus entte daz urloige sich, daz er hatte vlentltch 9234 kegn den brüdrin vorwAr gehAt unz in daz elfte jär, 409 [1259 und Prözinlant bcg.ni darnach in vride stan. — Eine undirredde. [Dusb. iv, a»cr.] Nu län wir eine wile nin 9240 di materie unde tun mit undirrod ein teil bekaut der geschichte, di volant in andrin landin manchir sit sin ouch binnen dirre zit. [Dusb. IV, 29.] 9244 Dö von unsirs hörrin geburt warin mit zal vollinvurt' tüsint und zweihundirt jar ouch dric und virzic gar, [1243 Innocencius der virde 9240 mit pebistlichir wirde des stüles zu Körne will ; sö Priderlch der andre hllt rlchzinde vil schöne di keiserllche kröne. — [Dusb. IV, 30.] 9244 In unsirs hörrin järin [1244 dö der zwelfhundirl wArin unde virzic vorgAn darzü vumfc, dö sach mau den sclbin Innocencium 92m habin ein concilium zu Lugdune in der slat, dA ouch wart von im gesal, daz man oclAve solde hAn und di vierlich began 92A4 mit amtcewiclichin vor! es c von dem veste der gebort der reinen waudils vrlen gotis mutir Marien. [Dusb. IV, 31.] Ouch zu der seibin stunde [1244 9270 den gutin seilte Emunde, von Cantilberc den erzbischof, irhub der pebistliche hof und seilte Stanizlauwe den bischof von Crakauwe, 9274 den der vormeinte vurste irslüg in argir turste, und den heiligen mertirere 41190 tynre H. 98 im S. Iren» H. 9200 Fofeiemjn K. rogviemen H. 9 »11er D. «tot fehlt 8. 24 eyra K. 33 urlooge K. H. 34 hen K. H. ellfte H. aUOfl« D. 3S b«iUn II. — C»p. 29. Uabencbrift fehlt H. — 39 tjn H. U wir ein D. 41 undirrede H. 44 ander D. 4» Tamfxic 8. dry und Tun/etig H. 41 «tuU H. 53 ricbtUde D. 44 46 ja™ : warn 8. 47 und 8. K. 48 Tuafe K. H. 61 Lugdinie 8. 64 unde H. 73 und« H. 74 1 kftwa D. 77 und« 8. mirtrere D. Digitized by Google 4J0 NIC0LAÜ8 VON JEROSCHIN des ordins der predigen* scnte Peirum mich dAble. Dise heiligin hemn drle der sälige pabisl dö in dem seibin conciliö wol lobellchin zlrte und si canonizirte, sö daz si nü dl kircbe hAt vor heilig und ir vcst begAt. [Dusb. IV, 32.] Dö Cristi unsirs heYrin j;ir [124« zwelfhundirt und vlr/ic gar darzü sechse vorglngin, dö wart dort von Du ring in ein lanlgreve hoch geboni zu röuiLschim kunge irkorn. — Von brudir Cotträde dem vumftm hömeistir. [Dusb. iv, sa.j ' Brudir ConrAl, der da was zu Duringin, als ich las, 9i»5 lantgrcvc ö gewesin, dem dütsrhin hüs irlcsin wart der vutuflc hömei.slir. Des ordins er ein reistir was zwar an gcisllichir zurht 9300 in gar lobelicliir tuchl, dl wlle im duz lebin üf erdin was gegebin, «3 4 daz man in ouch sach endin an der Kundin kalcndin 93oa des ouslin (daz ist, sö ir habint J^4*^ des grözin scnte Jacobs Abinl) und zu Martburc begrabin Iii , als noch sin grab Urkunde glt*. Dö man disen gotis dein 9310 dennoch sach der werldc pllein, eine slat gewunnin er hatte, dl hiz Frilzehcler, und da gewurbin in der zit, als man in sulchin sachin pflit. ^|^' »315 Und dö er darnach sich begebin 9340 9345 9350 X12 Sept. wolde in ein geistlich lebin, want er dA 4 betrübet e vil manchin, des er übete mit demüt sulche büzc : barhoubit und burvuze er des kirchhovis cnmime [iu<*. ». Juni ginc vor den cruzin uniuie unde lac darnAch gcslrakt vor der kirchin tur intdakl in der vorgenantin stat und sich mit einre gertin bat slAn daz volk, dl er dA trüc, um der missetAt um üc, den er mit schandin iifs! wüc. Und dö in dA nlman inslüc, dftbl er iz nicht cnfl : in der stat dA unde hl von huse er zu hüsc gl, vallinde üf stne knl vor einer icllchin tur. Daz hüsgesinde her vur bat er g«?n mit vWhc schür" und hlz, daz sl nAch willekur in vor dl sundc soldin slAn. Ouch glzinde vil manchin trAn bat er im dl schult vorlAn, dl er hell an in bcgAn, daz ouch vil lütirlich geschach. Gnüc man ir mit im weinen sacb mitlldindc daz ungemach, daz an im üz mit rüwc brach. Dl stat der vurste sö durchginc, daz er ni siege mö intpfinc, sundir öt ein aldiz wib dl durchslüc im sö den Ub mit der schartin rütin, daz man in sach blütin, rechinde an im di schult. Daz leit der herrc mit gedult. Der selbe brüdir ConrAt von scldsdnir schichte tAt den sö saldiurichin rAt 92*0 heilgin K. 93 kang K. Ii. — C»p. 33. Conrat U. »unfün K. — 93 Canntt H. do H. 97 raufte K. H. 9300 trucht 8. 6 wnt Iaeobte K. H. 7 Mircbut* K. 12 FriUcheler K. Frischeier H. 13 und di 8. «od do H. U*chain8. !7w»ntdoU. \S du volk. hj von er ubete K. H. 2t kirehovi» 8. U. 29 ■chadin K. H. 30 do m doK. 33 32 »U lli 8. um. 3:» lelichir II. 44 ir fehlt 8. 45 mlüidunde S. 55 Cuurat H. 56 (elcicner B. * 4) Die Verse 9293-9656 hei Pfeiffer Nro. 24, S. 32 ff. 2) Vgl. die Abbildungen desselben bei Vossberg, Geschichte der preussischen Münzen und Siegel von frühester Zeit bis zum linde der Herrschaft des deutschen Ordens. Berlin 48*3. S. 5* eino' seit- liche, S. 4 4 eine von oben genommene. Letztere ist nach Vossberg in Möller s Denkmälern deutscher Baukunst enthalten , eine äusserst mittelmussigc Abbildung befindet sich auch in dem Taschenbuche: Die Vorzeit. 1820. S. 496. 3) ss Andrang. Digitized by Google KRÖN IRE VON PRJJZ1NLANT. 41t zu dem drstin anevlnc, der ouch an im vollinginc, 9300 daz er den dutschin ordin intpfinc. Und daz geschach in sulchir wis. Der vorgenante hdrre wis intwichin was zu einre zil von der menge hin bestt «365 üf Deneburc dl vestin, da er wold in restin von tddingin habin rü, und hät im genumin zu zwene sinre libstin mau, 9370 mit den er kurzwSJe han wold, im gliche junge : Hartman von Heiderunge und Dilrich von Gruningin. Zu disen jungelingin «37s hat er ouch gesindis dein. Und dd alda mit in gemein der lantgreve in vroidin saz und schimpf kegn schimpfe raaz, M k sam kumpanie daz wil han, 93W dd quam ein ledic vrouwil gftn. Und als der hdrre dt gesach, vraginde er züzir sprach : »Wannen kumistu, dirne?« St antwort im gevime 1 9385 mit wortin sus vormezzin : »Hdrre, ich hab gesezzin >in gern gestniche disin tac >dA süchinde mlnen bejac »ddswar vil vrostic unde naz ! c 93»o Und dd er gehörte daz, er sprach : >Dü arme durflipin, •du lidis um der helle ptn >und um daz dwige wd »hl bittirlichis jAmirs md, 9395 >wen manch ander mensche tut >um daz hündische gut.« Si sprach >Ö herre, edilz bliit, dat daz bedenkin dwcrin raüt, »daz ich mir durftiginnin 9400 »nicht andirs kan gewinnin, »damitte ich inier den Hb.« Dd sprach er: »Nu sag mir, wtb, »woldistä küschlichin lebin, »ob dir wer sd vil gegebin, »daz du genern mochtis dich ?< Di arm irsufzin jdmirlich 9410 941.', 84 e «»425 began und heize weinen und sprach zu dem vil reinen: »Jä ich, jä ich, jä vorwär ! « Dd )iz der edle vurste dar sich durch got irbarmin den k um mir der vil annin und schuf ir gulde 1 alsd vil, daz si an iris lebius zil davon dt libnar mochte bAn unde wol genügic stAn. Dd diz was irgangin dort, den lantgrdvin sine wort begondin widirstecbin, di er d pflac Sprech in, dd er dl strftfunge scharf an dt sunderinne warf, und wart merkin, daz der sin vil strdfliehir trat df in wen uf dl vrouwe vorgenatit, kegn der di worl wären gewant ; want alleine wdre ir lebin wandilbdre, doch er sich ergir achte und daz alsd betrachte : daz daz wtb d sundete, ndtdurft si darzu schundete* und kummirbdre armüt. Er wüc sd stdte im raüt, daz si nicht smidin tele, ob si di libnar hdte : sd suntte er dt mutis mur* und von vTler willekur, want andirs nicht wen wollust zu der sundin abekust in 1 schuntte3 unde treib. In den gedanken er sd bleib und damitte al di nacht sich bekummirte unde varht, sd, daz dAvon sin herze gewan riiwige smerze und vil lutzil slAfis pflac. Des morgins, dd irschein der tac, Hartman unde Dlterlch 9300 yopflng H. 67 teyuiripfin K. 70 kunewile K, 82 iu ir eorr. »u» iiuir K. in ir H. 83 wanne kunu du ren H. 9402 »«* K. H. 3 du K. lebn K. 4 K. H. 33 kummlrber K. 34 rrln K. yren H. 39 H. 76 mit ym K. H. 77 vrowlcn H. 78 kmx K. H. K. 86 her K. H. 89 Tröstlich n. ^8 uwrin K. uwe- K. B .rauhte U. 19«edirH. 26 ken K. H. want 8. wulluat H. 44 befcurart« 8. 1) Gewandt. 2) Einkommen. 8) Bewog. 4) Mürbe, gebrechlich, schwach. Digitized by Google 412 NICOLAUS VON JEROSCHIN mm mit gedankin semellch warin ouch bevlochtin, davon sl oicbt iHmochtin geslafin, jan si beidintsam. Und dd er daz von in vomam, 0454 der vor begriffene gedanc abir in sin herze sanc lifir unde lifir 1, so daz er mit in beidin gi in vil baldir snelle 94«o zu sent Niclaus Capelle, di er zu Glatbach wesle sin, barviäz unde wullin mit grözir andachl unde bat den gütin got im gebin rat 9*«5 üf di geschieht. — Nu set, zuhant wart von gote im ingesant, daz er machte ungespart zu dem pabste sine vart mit lulzii sinre knechte »470 unde bicht im siechte üz bittirs herzin gründe alle sine sunde, di er von kinde i beghic, und abläz davor intpßnc 9475 mit gewerir büzc, di im der vil süze päbist sulche wis besebit, daz er solde den abil des dütseiüu ordins nemin 94S0 und im den län gezemin zu tragin an sin ende vor alle missewende. Dö er diz sus volande und widir quam zu laude, 94W der herzöge von üslirrich böt dem herrin lugintrich di tochtir sin zu wlbe, der er zwar sime übe vorgonde1 und si gar vorkos, 94»o want vil veste und nicht lös was sin seligir wille. Doch was di sache stille, mm durch di er sich der e intslöz, dl er ouch darnach machte bloz 9495 etslichin slnen tougin und di mit nazzin ougin bat manende getrüwelich, 9451 vm K. 60 «eilte U. 8« lufivicJi K. 22 tot tiiH. in K. auch corr. atu i*t. 25 wanl daz si durch gote lutirlich mitsamint im ir iebin in den ordin gegetbin des dütschin husis vorgeseil, des si warin ouch gereit durch sine üb und sine vW, doch durch gofis minne me, unde in gotis namen den ordin mit im namen. Dl wile sich diz alsö treib, eine vöde im anecleib 95io der da mütis bittere besaminte sich starke und slnis landis marke ein teil mit roube herte. Und dd er dannen kdrte 9515 trlbinde kegn hüse wart, im widirlif an der vart von sinre burc ein böte her brengiude im leide iner. Er jach, daz sin vil libiz wib 9520 hete jemirlich den Üb mit eime kinde vorlorn, daz mit ir tot geborn zu der werlde were. Diz leit sö clagebere 9525 vant er nach des botin jen ebin in der zlt gesehen dl wil er üi dem lande hernde ummerande, und der schicht vil ser irquam 9530 Betn'ibit er zu herzin nam, «6b daz mit sulchir plage not iu bevaldin hatte got darumme, daz er wolde, als er nicht insolde, 9535 irwendin sinis herrin müt von dem vorsatze gut, den er mit w iiiin stdte itzunt begrifliu bete, unde in sulche niie quam, 0540 daz er den roub allintsam den beroubtin widirgab unde machte sich hin ab, dä er den lantgreven vant* unde vil vor in zuhajut 9545 vlehinde, daz er di schult toguntlicb U. 94.Boeh H. 950« fynre H. K. H. aoeh 8. K. )32 beUdin K. 39 rnwe H. 41 1) D. i. missgönnte. KRONIKK VON PRUZINLANT. 413 an im vorsehe mit gedult, dl er vorevelich ö brach. Der lantgreve züzim sprach : >W1 torstis dü irschinen >vor den ougin ralnen »schuldic sulchir misselat?« — »Herre, üwir güte hät<, sprach er, »dl ich an üch weiz, »mir der hoffenunge intheiz »555 »gegebin gar mit sichirheit, »daz mir sulle ane leit »genftde von üch kumin, »vant ich hab genumin tgenzlich in min herze dit, 9i60 »daz ich ane widirtrit >mit üch wil ouch min lebin ■dem gutin gote irgebin •in den dülschin ordin dort.« Dö der lantgreve dise wort «565 vornam von im, er wart s6 vrö, daz er im vtl von vroidin dö um den hals vil minnencltch und vorgab im innencllch eae al dl bruche, dl er 1 •570 widir in da vor begt. Darnach der gotis wlgant und der rittir vorgenant, ouch Hartman unde Diterlch, •575 unde edelinge vil voreint in gote in dem zil kegn Martburc mit einandir vüm und in den ordin sich da swüm. H S.NOT. Und dö man sl da solde, alse man ouch wolde, cleidiu mit dem abitte nach des ordins sitte und sl gcstrakt vorwäre lagin vor dem altare irdischir lust vil gar irwein und ob in des ordins sein ein reinir prlstir da las unde so hin kumin was, daz er mit lütir stimme swanc hogonde singin disen sanc : »Veni, sancte spiritus,«1 daz zu düte sprichit sus : •Ey, nü kum, heiligir geist, »der höisttn süzikeit volleist, •5»5 »irvulle unde gib dich In >den herzin der getrüwin dln »und dlnre Übe vüer »inzunde in in gehüer« — nü secht, dö Uz got werdin schln, daz er zu dem dlnste sin dl so edlin helde sundirllch irwelde : want, dö der prlstir angehüb »Veni«, alzuhanl intsüb mit gesiebte offinbar al dl ummestende schar, en d daz als einis vüers flam der heilige geist dar üf sl quam und sl schtnberlich besaz. »8to Ouch so wart geprüvit, daz, 1 mer icllches sinne in der gotis minne warn irhilzit und inzunt. 1 grozir flamme ob im slünt. — SMiis Den lantgreve vorgenant und hömeistir sint irkant got mit stme geiste irlüchte und durchreiste, daz er der lüte touge »am weste sundir louge, davon er ouch mit nichte in sime angesichte mochte den irduldin, der da lac in schuldin ms unküschllchir unvlate. Dise rede hate ein abt vornumin und gehört unde wart daruf bekort, daz er irvani dl mere wold, ob iz war were, daz er sus von im vornam, unde zu dem roeistre quam mit zwen jungelingin, •558 habe H. 77 Harcborj K. 7« li do S. H. 90 befände H. ' »3 helltfr K. 94 hortin K. 97 fufir K. H. 98 («bttflr K. H. 99 icth K. H. »607 fuyri» K. H. 8 htUfo K. da K. 14 in H. 1) Die beiden von Mooe, Lateinische Hymnen des Mittelalters. Freiburg im Breisgau48ftS. 1.8. i* * und 145 mitgeteilten Hymnen mit diesen Atifangsworten {Nro. 486 von König Robert von Frankreich, + 4034, Nro. «87 aus spaterer Zeit) haben einen durchaus anderen Fortgang als Jeroschiu's Worte an- deuten. — Vgl. übrigens den Ordo benedictioms ad vestiendum fratrem hinter den D. 0. Statuten ed. Schönhuth S. 88. Digitized by Google 414 NICüLAUS VON JEROSCHIN dl er mit den dingin 9635 gar bewotlin weste. Zuhaut ouch, dö di der hömeistir an gesach, vil ernstlich er zu in sprach, daz sl dannen glngin. 9Cio Von dem wort intpfingin sl rüwige scheine, di in wart bequeme : want sl glngin an der stat blchtin ire misset/U. ee» id dd sl diz gelatin, widir hin sl trätin abir vor den gotisman. Und dö er sl geblikte an, di ougin er kegn bimele böt W5ü unde sprach: >Ö mildir got, *vil llbir hörre Jösö, >wl gar barmherzic bis du. • »des ich wol intsabin >hab an disen knabin : «655 >di warn ö des tüvils kint »unde nü sl gotis sint.« [Dusb. IV, 34.) Dö unsirs hdrrin jftr vorvani [1249 zwelfhundirt vlrzic nüne wärt), der lantgröve gewere, soso ein kunic der Römöre, von dein töde wart gevelt und näch im zu kunic irwell greve Wilhelm von Hollant den man ouch darnach zuhant 9605 daz lebin sach vortisen : in slügin töt dl Krisen. AIsus dl beide sturbin. 4 sl dt cröne irwurbin. Dö tusint jftr von gots geburl [D. IV, 35] »«70 und drithalbhundirt warn volvürt, [1250 Heinriche den vil sUrkiu kunic von Denemarkin mortllch sin jungistir brüder slüc und voniuwete den unvue 9675 den ö Abele tet Katn, und tet daz üf den sin, tlaz er undir sin gebot daz rieh b rechte. Abir got daz vil schlre slichte 9«ho mit rechtim gerichte, want in des andrin jaris vart er ouch von den Frisin wart [mi etihirslagin und raortlich vorschalt. AIsus er mort mit morde galt. 96S5 Disin mort vil ebene hatte dennoch bl lebene dem kunige vorgeseit sente Wenzlaw mit wärheil, dö er in slafe im irschein, «6»o der ouch semel Ichin mein von sinem brudere lett, dö er sin lobin im vorsneit wol vor drlhundirt jarin durcJi andirs nicht inzwarin, 9695 wen daz zu Bömin im geschaft wurd de« landis herschaft. Ouch bat in dem irsc heineu seilte Wenzlaw den reinen seibin kunic Heinriche, 9700 daz er in sime riebe eine kirche stifte und di rlcblich begifte in slnis namiu exe ; daz ouch tet der höre. 9705 Zu Revil er benande1 ein stat dort in Litlande, darüf er ouch Hz büwin zu lobe dem getrüwin hörn sente Wenzlawe 97to ein achbor clöslir grawe. — [Duab. IV, 36.] Dö sich Crislö vorlifin gar [i»i zwelfhundirt vumfzic mid ein jftr, keisir Friderlch des andrin bar, den sa dt toebtir im gebar 9715 des kungis von Jerusalem — 49 hymle K. hymtl II. 52 bftnnehmig K. 50 und K. 6S nun 8. 62 kusf K. 63 Wil- li. 70 Torvurt K. rerrurt U. verfurt D. 72 kung K. 73 morUichcn D. iungatü K. 70 und« K. 79 «elilichta S. 98 WencxUv S. 91 brudrr S. II. 93 dryvhundirt K. 99 kung K. 9704 b*rre 8. 9 WeaciUwt 8. WcnUnUwt D. 10 achtbrr D. 12 »unftig K. U. 96S5 gewollin 8. halm D. 68 74 Torouytt K. 98 WenciUv S. 13 den 8. X. 15 1} Die unuchte Stiftungsurkutide des Königs Erich Eiegod von Dänemark, »Herzogs vonEsthlaud«. für das Mlchaeliskloslor Cist.-Ord. zu Heval berichtet, der König habe ein Kloster aus Anlass einer ihm bei Frag gewordenen mahnenden Erscheinung Christi gegründet; v. Bunge, Liv-, Bsth- und Cur- la ndi&ches l'rkundenbucb. Reval 1853. 4, I, Nro. 4, vgl. Regeaten daselbst 4, wo die Aechtheit «r- geblich in Schutz genommen wird. — Der graue Orden in Veit 9740 ist der Oiste rcienserordeo ; vgl. o. V. <85i. Digitized by Google KROMKE VON PRUZINLANT. 415 Conrat sus was der name em — der vür sö crefticiiche zu PuJIo in daz riche, daz er zu Xäpils in der stunt »72o dl murin brach unz in den grünt, es« Darnach in dem jarc [1253 (1244) nestvolginde vorwäre vorlös er ouch daz lebin, want im wart vorgebin. — »725 DAmit st diz hin getan und griftin abir an di crönke, da wir <* han di materie gelän. Von dem urlouge ken den Samin und wt Girmow wart gchcrt. [Dusb. in, w.\ M anchirleige strite 9730 sin in örstir zite kegn den Samin gesehen, der mich aliir zu vorjdn vordrüzit, wen iz wöre zu lanc. Doch wil ich ir hi inmanc «736 üch ein teil machin bekant. Brüdir Heinrich Stange genant von Cristburc der cometüwer, ein helt zu strite tüwer, von des meist irs gebute •740 nam an sich ein michil rote brudir und wöpenere und zöch in stritis gere in unsirs hörrin namin sö hin kegn di Samin, «746 und trettin in daz lant ubir sö, dä nü genant eine burc Löchstete Ut (want iz was dö wintirzlt) unde hertin beidirslt »7£0 daz geblt lanc unde wit mit roube, brande, slachte nach vientlichir achte unz an daz dorf Girmowe. In werlichir schouwe »755 begeintin in di Samin dft und legtinz in sö nA, daz di brüdre und ir her nAmin zu der vlucht di kör. Du diz der comdür gesach, »7«o kegn den vlendin er uzbrach, üf daz er sl irrete sö lanc, unz sich gevirrele sin voic und dannen queuie und keinen schadin n4me. 97» Recht als ein lewe er dö streit sundir alle zageheit, unz er der Samin vil vorsneit. Zu jungist doch in ummereit dl menige der heidin, 9770 di in swindin vreidin slügin üf iu stire i mö und i märe, unz si von dem pferde in veitin üf di erde. 9775 bü diz brudir Herrn an, sin brudir, gach, «ich began irwegin gar sin herze in bittirlichir smerze, daz er solde schouwin an 97bo slnen brüdir sö irsian, der im was vleischlich geborn. In beving ein michil zorn, in dem er zürante und dä ummewante »7w sin hant vil ellintlichin mit slegm und mit stichin und daz alsö lange treib, unz der viende vil da bleib um in ligin in der stunt, »790 etliche töt, eüiche wunt. Sus schützte er den brüdir sin und worchtin beide michil pin aldft manebim Samin. Zu lest si beidintsamin «•»bübin ouch da ligin töt. Daz andre volc an alle nöt sich dl wile dannen und wol zu lande quam. Ein wundir, daz an dem selbin commen- iure brüdre Heinriche Slangin getchach. (DttSb. III, 60.] Von disim brüdre Heinriche ö&oo Stange, von dem iclic 971S im 9. wu» der nam ein D. 17 iler feblt S. 18 an S. 22 uctUotgln do K. nett Totjyn da IT. 25 damltte K. '■MjTiffhK. — Cap. «». orloyyc U. — 3t ken K. H. 37 eomduwer K. H. 41 unde H. 44 ken K. H. di 8. H. dy H. die 1). 4« do 8. 47 I.ourli»lel# H. I». .'.0 gebitt 8. und S. 61 brande roube II. brande raube O. 57 brudir K. H. CO krn K. » kra K. Script, r. P. I. 27 Digitized by Google 41S ms zöch der kunc von Bemin an sin volc zur Balge sän, da er ouch einen Samin vant, der Gedune was genant, 68 b als daz geschikt dl brüdre wmo hattin in listiu lüdre1. Vil tage üf im halt er und Wissegaudin vater von Medenouwe sd was er, und des geslechtis hör, ma> dl nü heizin Kanderalneu. Er was gewesin bt don sinen jarin da der bestin ein unde weste wol gemein al der Samin beriscraA. 99 Nu was iz also geschalt, daz daz her quam hernach ; und dö er ürsl ein teil gesach von dem here, zu im sprach der kunic : »Nü berichte mich 9995 »des ich hl wU vragin dich ! •Mochte in Samelande ich >icht gesohaffin mit der schar?« Do sprach Gedune ; »Nein, vorwar«. Darnach zwfa* also vil ir quam ; 10,000 do sprach Gedune abir alsain. Zum dritlin male dries roö ; dö antwort er abr als ö. Zu jungist quam daz bor alganz, von dem ouch des Isis glänz io,oos allirwegio was bedakt. Dö wart mit vräge vorgerakl ; der kuno sprach : >Wi dunkit dielt nü ? »Mac ich iebt den Samin zu »unde mit strite sl bestan? io,oto »Ja«, sprach Gedune, »sundir wftn« ; >di reise ist nü umbezüt. »Du macht varin, swar dü will, »und alle dlne gere »irvullin mit dem here, 10,015 »daz ich alhl hab gesöhn.« — Und dö diz was alsus geschehn, esc den kunc sach man im reichin2 slnrc banire zeichin NICOLAUS VON JEROSCHIN und bix in dl sieckut 10,010 üf slnes erbis eckin und ouch siner vrüude, üf daz dl Urkunde in solde wesin ein beschirm vor der Dütschin ungehinn. 10,025 Nü was der Prüze ein teil zu laz, want er nicht inwiste, daz dl Dütschin werin also halt. Des wart sin vrume da vorsnait. Zu lange er da sümete ; io,o3o daz sümen in bcglümete. Dö er zu hüse quam, er vant hüs und habe gar vorbrant beide der vründ* und ouch sin. Doch waa daz sin höeste pin. 10,035 daz sin gesinde gar irslagin was mit allin sinen raagin, darzü sin hrudir, der da hlz Hingil, als ich mir sagin Uz. — Alsus der kunic vorgenant 10,040 sprenge Le in Samelant zu Mcdenow in daz gebit und irslüc gar vil der dlt ; sumeüche er ouch vinc. Daz andre alliz da vorgme, 10,045 swaz daz vüer mochte zern. Und dö er alsus gel reib daz hern den tac mil aüir slner macht, dö bleib er ouch da ubir nach». Des andrin tagis zöch er vort 10,050 in dl gegenöte dort zu Rudowe »and gewan alda dl burc den Samin an unde tet mit kehle aldä sö gröze stachle 1ües'd m ^en sam»8CWn ditin, daz sl begondin bitin glslo mit grözir vlö dem kunige, daz er vortmö st zu gnadin intpfmge 10,000 unde des nicht vorMnge, daz man daz volc zuraale vortilgte in sutehir quäle. 9975 konif H. B*y«yu U. 7tt im H. 79 A Im 8. 80 1UU K. 81 h*U*r S. hau« rK. 83 HUßUmt X. S4 unde K. tou de* U. 85 Kxdemynen B. D. S7 jtrn H. bcUtin 8. 88 und 8. 94 knne 8. 9«5 mocM K. 99 «wer 8. lUe K. aJio vil U. «Ja D. 10,901 drartant 0. 2 kbir H. 7 kuaif H. 13 oade H. 21 «jw* H 2.-» Pruxin c«t. Ui Prot K. 26 inwette K. »0 in fehlt K. IL. U« 34 hoato K. 34 »Uo H. 45 tu*» R 4« »tu 11. 47 »jure U. 51 und« K. 50 bagundyn H. 00 uad K. ofchlt 8. «2 TorUlft 8. K. 1) l.ödcr n Spiel, Verlockung, Nachstellung, Lockfalle Pf. Bei Wigand von Marburg = Streit, Kampf. i) V. 4 0,047-10,0« bei Pfeiffer Nro. i8, S. 68. Digitized by Google: KROIttKH VON PRUZtNLANT. 419 Darnach er vil gar durchzoacb dise gegenöte ouch : io, Walidow» H. WoWow* H. r*oiiodl» omt. cm Irbundte in K. 77 und a. 1t volant H. D. •9 bUTOg» K. R. 94 kany K. 00 Kaym K. II. M> und br&rkua 8. so U. brachin H. 71 irbuadin S. 74 73 8. H. in K. auch «rngntrUt, »brr durch naefatraftic*« Coirector (b. a.) 73. 74. gmantH. S2tog»tK. ciogetH. 03 l«rf K. II. 04 do 8. H7 buwtin II. 05 vrtrodtn K. H. 07 kuagia K. 10,100 bändln K. 1 grczvagM D. %<■- rtUa U. 2 geaug S. H. 11 oaeh K. 13 Kooiy»b«rf H. 14 kouig H. Ottacketv K. OtUkvre H. ü. 15 drr a. K. buvuf« K. H. Ü. 10 barnga K. H. 24 brudr K. Bürchau H. 27 coinodure H. 34 do 8. fohlt H. D. onehH.D. SOayH. — Cap. 73. gabawlt wart K. — 44 und 8. K. 27' Digitized by Google 420 NICOLAUS VON JEROSCH1N und hattin sich irgebin den brudrin ; want daz worchle in alsulche vorchte, daz sl wurdin ouch darnach 10,150 betwungin, als iz doch geschach. Dö besaminlin si «ich « und hertin crefliclich aldä in Samelande mit roube und mit brande, io,i.w und slugin unde vingin. Und dö sl daz begingin unde soldin widir dan zogin, dd gevll in sftn sulch ein rat in den müt, 10,100 der sl alle düchte gut, daz sl zu Wilow machtin eine bürg und achlin dl zu einre warte e» € und vor ein s!6z so harte, io,j65 daz dt brudre dävur nicht mochtin nftch ir willekur mit den Samin gereisin und ungewarnt genelsin aldä di nadrowschin lant. 10,170 Und dö di burc was volant, dd bleib Tirske aldä zu eime houbt manne sä und sin sun Mandele, darzü der helde vele. 10,175 Daz andre volc nam dl vart iclichir hin zu büse wart. schuf der wuridirbernde rät gotis, der dä ubirgät in slner wisheite wist io,iso alle trugin unde list, daz dl dinc, di durch wer hatte der Nadrowin her in irvundin und gemacht, zu valle wurdin in ein Schacht io,i&5 und ir selbmachter strik warf sl in tnortllchiii sebrik, want di gotis gute let Tirskin gemutc des houbtmannis inzwärn io,mo und ouch den, di mit im wärn üf der vestin vorgenant, so irlücht und inprant mit siner gnädin viier, daz si di gote ungehiier 10,195 Yorwurfln und vorsmätin und zu den brudrin trätin in cristnengeloubin und hulfin den betoubin und vortilgin mit craft 10,200 dl vorwäzene heidinschart. — •»4 W( Wütudorf gehört wart und burc da gewunnen. (Du»b. in, 74.) Nu was dl gclege und ouch al di wege in di blgeseznen lant deme Tirsken wol bekanl. io,205 Des büwt üf sins geleitis slür von Kungisberc der comentür unde lüt zusamin in ein her di Samin unde reiste mit der dit 10,210 zu Wilnsdorf in daz geblt, daz er ouch ungewarnit vant, unde stalte zu zuhanl mit leitirn und gerate, daz er dä mit im hele, io,2i5 unde trat mit slncn an sturmende, unz er gewan di burc, di dä genenn it was CaposMe, als ich las. üf der seibin veslin gnüc 10,220 vlnc er heidin unde slüc und zu aschin si vorbran. Nicht inquara er ouch von dan, unz er daz gebtte gar vorherte beide her und dar 10,225 mit roube, morde, brande. Dd schit er eret zu lande. Wi Wilnsdorf sich satzte. [Dusb. m, 75.] Näch dirre schiebt vorwäre in dem andrin järe [12s« besaminte sich andirweit 10,230 der comentüwer vorgeseit .UttnichlB. noch .UU »ach K. 6» uadrauwttcbin H. 71 Tirnke fa.it wie Tuakt- auuehend Ii T i k* n jft Irrundin K. 85 ir vi.nULWr K. H., der „we VW In K über nl.u v, ,, '» °' M * 8 her tu «„in S 10 Irl * i.Tu,! !* Kuni^alm» H. Ku.lph«» D. cometuwr H. 7 lett D. conietuwer Ii. " *cun *• M co ' Digitized by Google KRONIKE VON PRLZINLANT. 421 von Kungisberc briider Burghart unde machte eine vart mit einem here starke abir in di marke 10,335 zu Wilnsdorf, dA er ouch belac eine vestin, dl man pflac- 70» nennen Ouctollte, di er in der zite gewan und vorbrante ouch ; 10,240 darzü daz lant er durcbzouch roubinde und vAbinde, buminde unde sl&hinde dl viende der crislenheit. Nu sAhin daz vreisllche leit 10,245 ouch in inkegin schurgen dl dlt von den driin bürgen, dl sus nanien heiin : Glindow, Angetdtin, Unsatrapis di dritte. 10,250 Sl merktin ebin dilte, daz got vor di brudre vacht und vorblichin was ir macht sö gar, daz sl in keinem wAn den cristin mochtin widirslAn. 10,255 Hivon sl gisle salin und sich undirtAlin den brudrin ddmuliclich und dem geloubin crislinlich. Wi ein teil des landis Natangin wart gcherl. [Dusb. in, 76.] Diso nüwen cristin io,26o von Wilnsdorf in den vristin der commcntüwir an sich nam, darzu sin volc allintsam, daz er mochte dd gehAn, und zogte mit den sAn io,265 zu Natangin in ein gebit, daz mit der Natangisrhin dil nicht llbetc des vridis pflicht, der dA was zuletst bericht, unde macht iz toube 10,270 mit brande unde roube. Goduckin er ouch töte, der der gegenöte 70* houbtman zu den zitin was mit zwen sunen, als ich las, 10,275 darzu andris volkis vil. Er vurt ouch dannen in dem zil sin wlb und sin gesinde gar mit andirme roube vorwAr. Von der kumß des maregreven von Brandinburc. [Dusb. m, 77.] In dem seibin jAre io,28o unsirs hemn vorwAre tiisint drithalbhundirt [1255 vumfe daruf gesundirt quam zu Pnizin sundir wAn von Brandinburc maregreve Jöhan, io,M5 ein hdrre in slrlte grdzir lucht, und mit im ein michil trucht von rittirn unde knechtiu, dl alle gertin vechtin durch got kegn di heidinsebaft, io,28o ob iz in mochte sin geschalt. Nu was der wintir alsö 16, dd sl wArin kumin sA, daz si wedir hi noch dA den viendin mochtin alsö nA io,2»5 kunicn, daz sl hdttin ich! in geschat in keinir schicht : want iz ist alsus gelcgin den landin dA in miltewegin, dA ist wAg unde mot 10,300 und sulch ungeverte 6«, daz zu rosse dA di vart iclichim here ist vorspart, iz sl der winlir dannc sö hart, daz mit siner keldc art 10,305 er dl wege brücke. Dem herrin daz gelucke in den ziten was vorseit ; des was im und den sinen leil, daz ir ger alsö vortarb. 10,310 fdoch ir wine lon invarb hoffe ich ganz an gote. Sus miisto er und di rote Ane stritis andc varin zu lande. 10,231 Kvnifiiberf H. 37 Auetolite H. durch Corr. in K. 41 robinde unde K. ■ 41 vreiichlicha H. 45 «1 burfen 8. 48 Aogetin 8. 61 broder« K. 53 keinen 8. keyni K. keyoyn H. '61 erutnen H. Sl cömendu- wlr K. eomenduwr H. 03 da H. 64 den dan H. D. 66 NatUn^tchin K. IC. 67 lebet« H. lebte D. «9 nnd 8. machte e« l). 70 und mit II. D. — Cap. 77. Von fehlt 8. K. Ceberechrlft fehlt II. D. — S2 Tunfe K M marjreTe H. 85 her H. 8« Wiehls II. 87 rittrin K. H. Sil ken K. II. di 8. K. II. «3 widir 8. wid- dlrH. 98 da fehlt 8. K. 10,306 den b. 8. K. D. D. II hoff 8. 13 .turmi. 6. 14 »am U. Digitized by Google 422 NICOLAUS VON JER08CHJN Von brudir Gerharde dem meistre von Pruzinlande. [Dusb. in, 78.] 10,315 Von Hirzberc brudir Gerhart zu Prüzin virdo meistir wart [1257—1259 und Irüc daz aminochl zwei jar. Vil gülis slifle er vorwar üf nutz dem seibin lande. 10,320 Darnach er sich wände kcgn dütschin landin wldir unde wart da sidir zu lantmeislir gehabin. DA starb er ouch und wart begrabin. Von eime lobeltchm [ebene eines brüdirs des convenlus zu Kunguber c. [Dusb. Hl, 79 ] 10,325 In der zltc reute* sach mau in dem convente K Husberg einen brudir sin geneunil Herman Sarrazin, und was von Swabin geborn. 10,330 Der selbe, dd der da bevorn in werltlichir wise was, dd pflag er sleMe, als ich las, daz er Marien gotis Irüi, sin tochtir, niiilir und sin bnit. 10,335 so rechle lib hatte i, daz er des mit nichle Ii, swer in durch ircn namen bat iz were dit odir dal, den bitter er gewerlo, 10,340 swcs er an im gerte, ob im der macht dl nicht gebrach. Hivon in einir zit geschach, 7od dö er in eines «Iritis dram gcvangin einen ritlir nam 10.345 und den beschalzjn solde nach willin, als er wolde, den rittir hilt er harte in bandin und mit warte, üf daz er im dt gebe vil. 10,340 Zu jungist salzt er im ein zil, eine beschatzunge grdz, unde sprach : »Nu wüzü Wdz, •sulch gelt suit ir mir gebin, •odir ich wj| üwir lebin 10,355 »Ane vrisl vorschrdtin.«* Der rittir was in ndtin, want er nicht enhale der beschatrainge State. Des twang in manig ongist hart. 10,360 Zu jungist im geratin wart, daz er eine bete alsus an im lote, daz er durch Marie di reino wandils vrie io,365 in nicht sö bd beschatzte. Zuhant, dd er gesatzte dise bete kegin im, er sprach : »Rittir, nü v< >di bete dir sd nutze si 10,370 »bis allir beschatzunge vri!« Von dem seibin brudre. [Dusb. ni, 80.] Dirre brudir Herman, dö der itzunt was inlpfan zu dem dütschin ordin und Idoch nicht wordin 10,375 dennoch des ordins brudir was, dd soid er ritin, als ich las, inpfahin der clcidunge segn. — Nu feeht — dd vant er undirwegn üf einem plane rittir vil übinde da ritlirspil mit ju.ste3, mit burdiren4, mit schnste5, mit lurniren. Und dd er in di nebe quam, einen rittir er vornam 10,3*5 üf der baue da gereit mit wapenin wol angeleit und rittirüch gezirit, 16 Pniiia tb mcirtir H. 21 tun k. M d»r 8. K. - C.p. 78. CfeUnl« k. Owhanle H. - 10,315 bradr H. **„ . ~ °^ n' 'lM S' üebe"*hrift ™* H. _ 26 coreou K. JB. i *yn H. 32 dai püig H. 3S dii D. Sft betar H. D. 50 ein fehlt R .n u " **" •"■—■«« Pr.n h. 7« „. T7 ytnpftyn ;6- rnv\*z™ . „„di,^ k „ ;° 2: i- rn° h- 72 ~ 87 je.irt K. gtciin II. ^ ondxrweyn K. Ii. T6 Mth K. W »ol fehlt g. «) D. i. Lauf. -) Ursprünglich wobl d«s»«lbe Wort upd glekbbe.l^to,,,! mit "ute, Digilized by Google KR0N1KE VON PRUZINLANT. 423 man unde ros \c vor dem wart sus gecreiret, 10,^90 ob imant dö wdro so tucblio, so gewere, der in mit dem apere wold in schuste bestan umme habe, als der man io^t>5 da zu velde uueme ; daz ritin ouch gezöme zu drin der juncvrouwin sin. Dö diz hörte Sarrazin, der rede bleib er unvorzail. 10,400 Er hofte an di zarte niait, dl er in iibe hatte irkorn und ir zu dlnste sich gesworn, Marien ich dö meine. Durch di süze reine 10,400 stapft er üf di bane, und allis zwiviis äne sprencte er den rittir an und stach in sundir wan in dem örstin ritin, 10,410 daz man in sach giltin mit vallc uf di erde. Dl wapiu mit dem pferdo er den annin da vorgab und reit alsö her ab. — Von dem sclbin brudre. [Dusb. in, «.j io,4is Dö dirre selbe brüdir geltz des werlde ludir3 71 k und in den ordin sich geswür, alle itilllche vur meit er vollinclichin dö 10,439 und steig an tugindin Itö. Davon ouch daz irvtindin wart, daz Marie di magit zart in touginlichim tröste ofte mit im köste*. 10,436 Und in einir zli geschach, daz er st im irschinen sach mit betrübtim antlitze. Da vragte er mit witze, von welchir handc swöre 10,430 sl belrubit wöre. Dö antwurte sl unde sprach : »Mir ist daz ein ungeroacb, »daz di libin suno min, »des dütschin ordins brudre din, io,435 >öt ettiswenne pfingin »redin unde v ragin »in collacien mit gir »von mime sune und von mir »und von der heiligin lebin. 10,440 »Nu loufl ir rede unebin ; »swen si zusamin kumin, »ir kösen5 gibt unvrumin ; »si trttikin odir ezzin, »unsir si vorgezzin 10,445 »unde körin irin sin »mit ltillichin worlin liiu »uf wcrllichir vurstin tat, »waz der iclicliir begaugiu bat ; »daz sint in süze indrc 10,450 »und ist mir ein swöre.« — Von brudre Hartmanne dem lanlmeislre zu Pruzin. [Du»i>. in, 82.] Der vuinfte meislir, als ich las, zu Prüzin in dein lande was 71c von Grunbach brüdir Hartman und was dric jär daran. [\2b\>—vm 10,455 Des werc mit dem namin trügin glich zusamin, want er was ein man vil hart. Ein züname im ouch wart, daz man in nante Watmal io,46o in dem lande ubiral nach eime grobin tüchu, daz er in kargiin rüche erst di bnidrc tragin hiz. Dirre selbe ouch buruiti liz 10,4*5 zum Elbinge ofllnbar vor alle der gemeinen schar zwöne siuir brüdere, dl näch des tüvlls ludere* »ich hattin ein teil gericht 10,470 und zu den Prüzin gepfliclit, dö di nach dem stritc sich vornögirtin ubillich, 10,:s>S TorUalMsirt K. H. vcrlMkeoht D. 10,400 tarten I). — Cap. 81. brndm H. — 28 vr»ff» incUUr U. unde K. 91 und* K. mynueruch U. mynnichleicb D. 9) »I dryn : wtjh K. H. »7 98 K. II. P. 1* 07 8. 10,500 Kuwbowyn H. Kvtchawen D. 1 Jorjinb*r»c D. 7 foug K. IL * ttritia 8. •trit U. — Cap. 84. in H. yiebt die Vomhrift am Band« .rtrite',; die rothe Schrift Im Texte .annbnut*1 ! i H. - 13 heirin 8. K. 4) Vgl. die Statuten des Deutschen Ordens (ed. Schönhuth. licilbronn 4 847. S. SO f.) Gesetz «nie cap. XI A I. »Hie hehil skh an die swercre schult«. Nach Aufzahlung der schwereren Vergehungen heisst es 8. 54 : »Limine dise schuld« unde umme die dison glich sinl, sol man den liruder, der sie verschuldet, huzen mit der jarbuze, die alsus getan ist : Derbruder, der jarbuze tut, der sol ein jar mit demc sloveii gen, ob sie sint in deine husc; mit einer kappen ane cruce sol er dienen unde bi den knechten sol er ezzen unde sitzen uf der erden. In der wochen sol er dri tage zu wazzere unde zu brote vaslen, der sint zwene in der gewalt des obersten unde der brudere. Alle suntage sol er von deine pristere in der kirchen nach dem« ewangelio sine juste entphahen, ob daz ist, daz die schult so offenbare ist, daz davon ane entschuldegunge demc huse ein hose wort gewachsen ist unde die wert- lichen lutc da vil von geergert sint. Ist aber, daz die schult nicht so offenbare ist, so mugen die obersten mit demc rate der brudere von genaden verlihen deme, der da buzet, daz er die juste, die er entpfahen solde in der kirchen, in deme capitele entpfaho, unde mac ouch daz gotes wort, ob man ez da sprichet, hören. Unde ist ouch, daz die schult so ungevuge ist oder sie jener so lange hat ge- triben oder so ofte in schult ist gcvallcn oder von der ungeduldekeit des, der da buzet, daz billich ist, daz man in in isen slahe oder in kerkere lege oder daz man zu der jarbuze ein ander jar oder minner lege oder anders die buze swarer mache oder ewecliche in geveneuisse beslieze, diz ist zu deme urteile des obersten unde der brudere vcrlazen Ouch setze wir daz und orden daz, ob ein bruder den anderen zu tode sla, daz man den in gevenc- nisse lege unl nieman gewalt habe den uz zu lazone, an den hohen ineister mit deme capitel. Wenn aber der höbe meisler nicht bi dem capitele {ist?, so enmochte ez dekein an den anderen getan.» — Cap. XI. VIII, »Hie hebet sich an die allerswereste schult unt ir gerichte». »Die allersweroste schult ist ob ein bruder von deme vanen oder von deme here vluhet als der verzagete, ob ein bru- der von den cristen vert zu den beiden, als er mit in wolle bliben und ob er doch des gelouhen nicht verloukenet, ob ein bruder die vermeinsaraeten sunde tut ... zu den . . . drin dingen, daz ist vlucht von deme vanen oder der da vert zu den beiden oder die vremede sunde tut, da handc genade noch rat zu, wände daz sie den orden verlorn habent ewecliche.« — i) D. i. in gleicher Wagniss, Anstrengung. Digitized by.Google KRONIKE VON PRCZ1NLANT. und di von Pruzin zusamin in zwen herin ntechtic 10,420 und aJsö eintrcchtic, daz si dl brudre woldin spisin, als si soldin lif sente Georginberge aldä. 79 • Und dö si quamin in dl na 10,52* bl di bürg, ein böte quam, von dem man böse mer vorn am. Er jacb, daz wol vlrtusunt Lillowin höttin in der stunl ein ende von Kurlande m,&3o mit roube unde brande alzu v reislich vorher! ; ouch sö hatte ir swert vorzert manchin cristinlichin IIb ; und daz si kindir unde wib io,.vm unde roubis habe sö vil tribin hin abe, daz des nimant voltrachtin mochte noch volachtin. Do dise mere vornamin io,»4o di brudre, sl irquämin darzu di her beidirslt und begondin in der zit sich vil snelle richtin zu, als si woldin dise mü io,s45 an den heidin andin und üz ireu landin lözin di armen cristin, dl si in den vristiu tribin bin gevangin. Und dö si sus begangin warin, wl si schiktin sich, dö vrägte brudir Heinrich, den man dö marschalc halte, einen der hiz Matte und was von Pomezen, Pippinis sun, sus hörte ich jen, in welchir wis er rite, daz si der heidin dite nü mit strite quemin an. Dö antworte im der man und suichin rät dä gab , ?s a> er sprach: »Ich rate, daz wir ab >tretin von den pferdin >und schickin, daz di werdin 10,5*5 >von uns gevirrit sö wit, >daz nimant habe besit »darzu zu vlihin dl muze, >unde strite wir zu vöze ; »sus miiz daz volc, sö si inpern io,.s70 »der pferdc, sich bi nötc wem »und in dem strite blibin ; »andirs si zulribin »sich in vlucht sundir wÄn.c Den rät widirsprächin sän to,.s75 von Rcvcle di rittirschaft, d) dem kunge sö gehaft von Denemarkin wärm mit dinste in den järin, und ouch andre lüte gnüc. 10,590 Ir meinunge dariif wüc, daz sl nicht äne pferdc von der wäpene swerde in strite mochtin dürin. Nu trätin her di Karin, io,5*5 di ouch dämite vuriu in der reise gcmetnlich, unde bätin vleillch, ob iz sö gevugte sich, dö der cristneu rote 10,590 genem den sie von gote, daz man in wlb unde ir kinl vrie wolde widir gebin sint. Der bete zu gewerne hettin di brudre gerne io,50& sich irscheinit in vorwär ; abir di gemeine schar von beidin landin widirsprach dise rede unde jach, daz man iz solde haldin lo.uoo mit in näch der aldin 7*c gewonheit, als man halte e getAn in manchim strite me. Hivon gewinnen strichen nit di Kürlander in der zit 10,605 mit zorne üf dl cristin, daz si in den vristin, dö der brudir trucht began dt Littouwin strltin an, in velsllchin unvugin io,6io vlentUchin sliigin hindin üf der brudir her sam vornögirte dit gever. Sus di Littowin vorne. 10,61a eiwejm H. 32 hat 8. halti II. 37 nyman K. H. 42 b<-gundeo D. 47 liexin 8. In K. loein eorr. au* lirin. laeen D. «2 •prach iet 4m 8. «4 »ehielten 8. 89 ympero X. 73 »Luch 8. 79 lote fehlt 8. »ndirr« luyte K- H. 82 wann« K. wepenere H. 85 fehlt S. 67 »leilieh 8. »leylleh K. 91 ir wih H. 02 «oldyn H. > 8. 3 pelagia K. iL 0 reichlichen H. TeUchleicben D. 1 1 brudre K. H. Digitized by Google 426 NICOLAUS VON JEROSCHIN si hindirwart mit zome, to,6j5 üf dl cristnen strittin in sü hezllchin sittin, daz daz volc der wer vorzeich und von den brudrin weich vluchlic gemointlche. 10,62« Doch wistin sumellche edelin von Prüzin sich den brüdren dA getrüwlich, sö daz si blibin b] in stfin. I>er einer, als ich vonitimin hAn, io,«to von Quednow was ein Same Sclöde was sin nanie, Nalubin vatir irkaut. Dirre Prüzc vorgenant rif ziLsamen in der stunt io,«3o al sine mAge unde vrünt, dl man aldA wesin saeh, unde menlich zu in sprach : >Ö ir v rumin lülc. >ir sull gedenkin hüte io,635 »an der schönin kleidre wftt, >di ir oft intpfangin hAt »von der brüdre mfldekeit, »unde lAt des Ilbis kleit 7«« »durch jenir kleidir varwe fln io,«(o »huite in der martir pin »mit üwerim blüte rottn ! »Gedenkit in disin nötin »an des metis süzekeil, »der üch von in was gereit io,A45 »mit anderen getrenkin, »unde IM üch schenkin »des bittiriiehin tödi« tranc »huite mit in um den danc, »der üch wirt gegebin dort io,65o »mit ewigir vroidin hört »in des himils lande »um des geloubin ande !< Nach dirre manunge gut gevaztin si sö starkin müt, io,e&5 daz si ane sümen gar tratin bi dt briidre dar ellintlichin in den strlt unde strittih in der zit sam di türin kemptin. io,66o Man sach ir swert dA dempfin manchin stolzin heidin in vtenllichin vreidin. In den stunden aldA wart ein strlt sö vrcisllch und so hart, 10,665 daz von beidin sltin vi! volkis in dem sefbin zil vallindc dar tot bleib. Di not sich also* lange treib, uxiz \z doch ubir di cristin ginc, io,67o als dos got dö vorhinc. Di heidin dA den sig irkurn und di brüdre vorfuni, want iris heris macht was vors wundin und geswacht, io,675 sint daz di gemeine trucht von in karte zu der vlucht. 7t« In dem slrltc tot gelac nn seulc Margarftiii tac [IJW. u. Jon brüdir Burghart, als ich las io,«m) von Hornhüsin, der dd was meistir ubir Llflant, und brüdir Heinrich Bote genant, der inarschalc dA von Prüzin. Ouch blibin in den strüzin 10,685 brüdre sus gesundtrt wol vumfzig unde hundirt ane andir erislinllche dit, der sö vil was, daz ich nit ir mar hl beschribin al, 10,600 waut ich nicht enweiz der zal. Got, der si alle zahle, mit ö>vif?ir sAlde in den tot vorgelde! Der slrit üf einem velde 10,6*5 Aeschach dort in Kürlande bi einis wazzirs strande, daz man Durbin nande. Ö suzir got, diz ande! — Dö dirre mort was irgAn, io,7oo dö vnlgetin dl vlende sAn den vluchtigin cristin, di ouch in den vristin also gar vorzagit wArin, sw.'i si mochtin ubirvarin io,705 drlc heidin oder vlrd, dl sach man ir vil schirc irslAn sundir alle wer 10,814 d> H. die D. 17 werk H. werch D. 20 do 8. 21 edlin H. 22 brudern K. 25 Qnedenow H. D. 29 der fehlt 8. .10 alle H. 36 Inpfangin 8. M und 9. 39 »yi> M. «ein P. 41 toten 8. 46 oode 8. heute ichenkcn D. 50 rroudyn II. 55 tinnen 9. corr. In taa*n K. «8 fehlt 8. 60 eriitnen H. 70 alae K. e» D. 72 vorlom K. D. 70 Burchart H. tit Bote. ilc. S5 brtidr H. 86 Tunfcxi* H. 89 Irr» 8. In mag H. eu maf D. 00 ir etal U. D. 95 Kuerland« B. 9»mort wat waa 8. 10,700 rolgtiu BT. 9 4 warn t uMrvam K. 6driK. drjr B. Digitized by Google KRONIKE VON PRLZINLANT. lichte hundirt oder raer, odir si vorjagin 10,710 sam di veigin zagin. Eiä und ach, nü merkit, wi söre dä gesterkit wurdin di v lande von sö mancbirhande '"-fsfc roubo> wapin, pferdin di si den gotis werdin heldin namen in der stunt, der so manic tusunt uf dem velde hi und dort 10,720 lagin jämirlich irmort ! Döswar ires rümis gufl zöch sich ho üf in di lull. 6 herre, ire crafl zurib und ir guftin gar »utrtb, 10,714 daz si irkennen rechte, daz nlmant andirs vechte vor uns, wen du, herre got! Durch dlner tuginde gebot ande diner knechte blüt, io,790 daz in also grözir vlut vorgozzen ist mit vreidiu von den argin heidin J — » Von den vorzeichnen des stritt*. IDusb. III, 85.] Brüdir Herman Sarrazin — dr> der mit den brüdrin sin 10,735 di selb« reine solde zin, aldort in Kurlande, als ich da vor benande — Maria 66 dl magit rein 10,740 in süziro blicke im irschein unde sprach vil senftecHch : »Llber vrünt, ich lade dich' »zu der Wirtschaft mines suns, »dä du dich vroien aalt mit io,74S >in ewigir selikeit.« Hivon dö er was gereit und uzrltin solde dd, hörte man in sprechin sö zu brudrin sumelichin 10,750 deswar vil minnenclichin : >ö vil Hbin brudre min, 7tfe »got muz uwir pfleger sin »unde gesein uch ewiclich ! »Nimmer mer gesecht ir mich 10,755 »lebinde uf erdin, »want ich von der werdin »gotis gebererinne »geladin bin von hinne »zu den ewigtn wunnin. io,76o >Got des geruche gunnin »beide lieh unde mir, »(daz ist gemülch rnine gir,) »daz wir kumen »in hime! riebe. i.« — Ein andir vorwisunge des stritis. [Dusb. III, 86.] io,76A Ein vrouwe in einer chisin was zu dülschiu landiii, als ich las, dl was ein swestir irkant brüdir Conrädis, der genant was von Vüchtewangin in der vart io,77o und sint hömeistir wart des ordins von dem dütschin hüs. Dise vrouwe in der clüs vürt ein heilic lebin rein, davon ir unsir herre irschein 10,775 und macht ir offinbar dl slachtunge vil gar in al sulchir schichte. SI sach in oime gesiebte dl brudre und ir wepenere to,7so stritin kdn der hehlin here • und daz dl cristnen den val namen in dem strlte al und wurdin gar frelain. Ouch sach «*1 söhn train io,7R5 dl engele mit vroidia gröz in des himelrlchis schöz. Abir ein andir vorwiswige des stritis. [Dusb. III, 87.] 7Sd Ein semelich gesiebte sach von der geschichte zu Prüzin ein gebuwir 10,700 einveldig und unsuwfr1, gotevorchtic, gut, gerecht 10,712 mx« nu g*»Wr«it S. 26 nyrau K. H. 37 Kuerlande H. 43 myu» H. 44 ttowIu k 49 bor H. 53 (Meyt K. ge*eU> H. 60 Qotu 8. 63 «o wntn H. D. — Cap. SA. Uebrrtchrift 68 VttehlwMjin K. 74 her K. 7»brutUrK. 80 lUilia In der 8. »9 90 gebawr : uuuwr II. H. i»U.- 4) D. I. ■» »stiere«, mild, saiiflmuthii;. I NICOLAIS VON JEROSCHIX Der sach in der seibin stunt, als im daz got maclite kunt, io,m und wart vil offinbAr obin in der lud gewar, daz di brüdre striltin • nach ollintlichin sittiii widlr di Lillouwin. io,soo Und dö er diz wart schouwin, iz wundirte in swinde. Des rif er sin gesiude undc sprach»; »Ki, se"t ir nicht, »wi in gar meniichir pOicht 10,805 »dl brüdre unae herrin »sich mit strite sperrin »aldort kegn den heiditt? >S&1, wt von in scheidin >dl Prüzin itznnt in der vlucht io,mo mnd ouch der Liilender truchl !• »Sit, nü sltn dl brüdere ein »unde bi in volkis dein iwernde sich mit strite »üf idlche stte, io,8is iwant sl habin ebin »dl viende nmmcgebin ! »0 we der clegilicbin not ! dch seh, daz man di brüdre tot isldt tuid ir volgere. io,82o »Nu s^h ich dl gewdre »Marien, di Cristum gebar, »der engele unde der meide schar »ir söhn üf in wtmnen schün »vüren in den himel vrdn.< — 10'K25 Di clüsnerinne und der man, von den ich nü gesprochin hAn, sah in beide gliche, dd zu himelriche di sehn wurdin ai irhabin, io,83o zwü seiin mit vorteile habin me" clArheit unde zirde an sundirlichir wirde, wen di anderin gemein. Dl sei in zweir brüdre roin io,835 wArin, als in dö wart schln, der eine Herman Sarrazin, der andre vton Glizberc genant, von dem üch ouch ist vor irkant, daz got an im besundir io,84o worchtc ein michil wundir zu Cristburg üf dem hüse. Di vrouwe in der clüse und der gebüwir vil rein t rügin des ouch ubir ein, ia,m& als sl dü vornftmm. daz al dt seiin quAmin zu des himils sAldin und wurdin gar behaldin sundir eine, dl vortarb. io,8i»o Waz sachin ir di not irwarb, daz sl zur helle neme pflicht, daz weiz got, ich weiz sin nicht. An der geschieht sal man vorstAn unde geloubin sundir wAn, 10,855 daz Cristus, unsir herre güt, der Ane sachc nicht intüt selbir Uz gewerdin an des strilis tage io,8«o des vomogirins pflAge und ouch sumellche im1, dl beide sidir und ouch e ?«» in slnem volke geschAn, unde merkin recht daran, io,8«A daz di, di dA blibin tot, um ir arbeitliche ndt nAmen ins dlnstis lön in dem himilriche vrön, und di uberbiihno schar, io,87o di gesetzit bleib in vAr, baz unde baz sich hefte an des geloubin crefte und ouch mit strite toubelc di dit, dl nicht geloubete; 10,87!» want des geloubin tuginheil vortirbit ofte in sichirheit unde sichir danne «tat, swen sl ist in vAr gesät. Daz solbe ist ouch zu merkin io,88o an andrin gülin werkin. Wi Lenzeburc wart vorbrant und wi Prüzin dariiffe. [Push. m, m.; Di brüdre in den ziten wArn von den Prüzin des in värn, daz si woldin abekerin «lern geloubin und scrin 10,807 kryn K. kw> H. 10 LlHander H. 1 1 bnidr» K. 12 und 8. 17 wy H. 18 brndir K. 20 «tk H. 22 engl* K. 25 ctaaerinne S. cluwnerynne H. 33 andrin S. andryu H. 31 brudir K. 41 woeh fehlt 8. 58 ««flbiT s. «0 pUy» D. «4 merk ir S. 06 bleibin 8. 73 71 tonbte : e^loubte H. laubte : glaubte D. 7« rortribrt »fU ratUkit- h«tH. 77«hirD. 78 »« U. D. — Cap. 88. Lcncxcnbarg H. D. — 83 abekera K. U. 81 und« H. »ern K. H. y Google KRONIKE VON PRUZINLANT. io,68& di crislinheit mit ächte. 10,930 wen dirre was gewesin e" Und dö man sl vordächle unde pflag ir mildecltch 1 . alsus dirre ubittät, Und dö st ubirtrunkin sieb, dö was zu vogile gesät sl begondin abir öt ob Nattangin und Ermelant rünen vaste üf stnen töt. io,8iw brudir Volrat, der genant ia,93s Unde dö er daz irhörte, was der Wundirliche. dl rede in bekorte1. Der narae deswAr gliche 7«« daz er von in glnc hinvur sime sittin ouch gezam, und vorsperrete di tur ; want man wundirs gnuc vornam, darzü leite er vuer an 10,99s daz er übte hi und da. 10,940 und dl geste gar vorbran. In den seibin vristin sA darzü di bürg allintsam. einis Abindis sohle Sus dA dl Wirtschaft ende nam. der vogit, als er wolde, — — 7«e trinkin sinen äbinttranc, [Dusburg III. 89.] io,Heiligin Mtin >vugit sulchir martir schiebt, ii,04# >sint daz wir inturrin nicht >glzin ir gewltiz hlto.« Diz jÄmir ande, horrc gut ! Von dem slrftc zu Poharwin, dä vil cm- tinerluile wurdin geslagin. [Duab. in, 94.) In den jirin unsirs lierio do der tusini vorjjaiigin werin 11,045 zweihundert seebzic darüf ein, [im irschal der unmenschliche mein 75c so hin üz ui dütsche laut, der üf dl erietnin was gewaut zu Pruzin mit vil hittirkeit. n,050 davon ouch wurdin beweit vurstin, grAvin, herrin gnüc. Zu jamirunge sl irwüc und zu mitlldunge, daz di miwe pflanzunge ii,o&& des geloubin solde, » 10,074 brachte 8. Barchin H. 75eynH. - Cap. 90. vil fehlt 8. - 77 houbltluyt K. TS dfl» fehlt K. H. P- bliamjnll. »47 wer 8. 89 al.« D. 92 oneb fehlt K. B. D. 95 auiter D. 9« eUich U. 97 uede K 1 1 001 baiJ D 2 vorbrant H. 7 litham K. 9 di heilicheit 8. 1 1 iu «fer D. 12 michtln D. 13 o«r- wetell. 10 wart fehlt K. H. 20 pri.Ur H. 21 manch H. 27 onlm. 8. 29 U0 tooyfin : U«uy*» h. 31m u B. 43 44 herrin : wnin 8. K. H. 46 ummcruUche K. , 4» in vil ». 54 pUncntngv H. an Heinriche, der Monte btz ; der Bartin dit sich vorllz "wa an einen' der Wz Öiwan, daz der solde sl vorstAn. Daz vil erülinlichis blute wart vorgozziu. IDusb. III, 80.] Dirre houbtlüte icllch besaminte mit den sineit sich und wurdin des in ein, 10,980 daz si woldin al^eiueiii sich samnin üf einen tae, als der von in beseheidin lac, mit gewäpintir hant und ubir al dl lant 10,985 tilgin unde totin mit vreislichin notin, «wer da Cristum nent« und mit geloubin kente ; daz ouch leidlr so gesehach. 10,090 Mit grimme man sl reisen sach daz lant al durch und umroe dl lenge und ouch dl swaz sl ir in den vristin 10,995 büzin den vestin vundin. Etliche sl ouch bundin und brftchtin st gefcaft in ewige eiginsohafl. Man sach sl mein ouch 11,000 an kirchin, an capellin, beide gewlt und ungewlt, Di heiligen sacramente der kirchin, dä dl reute 1 11,005 unsir selikeit an slat, wurdin gar von in ich meine goti und dl olunge alsara. DLse heilikeit so gröz 11,010 betastin si mit hendin blöz 75 fc und tratin si zur erdin mit michilin unwerdin. Llarzü daz inessot;ewete, dl vaz und daz gerete, 4) D. i. Ertrag, Gewion. Digitized by Google 431 als der tüvil wolde, sö jamirlich werdin vornicht, . dl da s6 ptnlich üfgericbt was in lustsame vrüte ii,oeo mit manchis cristuen blute, daz dft was vorgozzip- Des warin si vordrozzin unde woldin rechin daz unrecht und vorbrechin ii,o€6 in cristinlichir ande. Von Reider man nande einen hemn tobesam ; der selbe dö zu Pruzin quam und mit im man ig edil dein 11,070 von dütschin landin manchirwein zu hülfe dLsem lande sü, mit den ouch dl brüdre dö zugin in Nattangirlanl süftinde roub unde brant, 11,075 ouch slügin unde vingin. Dö st des gnüc begingin sl kartin widir an dl stat, da Brandinburc nü ist gesät, unde slügin ir geielt 11,060 alda üf an daz velt. Nü dücht iz beide nutze sin. dl brüdre und dl pilger'm, daz von deme hero ein teil dl vvidirkero 1758* n*m 'n **** ^ant vorgeseit zu Natlangia und andirweit iz hemde durchrentin, tilgtin «ode brentin, swaz da 4 was blibin heil, 11,090 und des heria andre teil beite alda sidir, unz st quemin widir. Dl wtte sl diz schüfin, dö hattin sich berüfin n, o»s dl Nattangin zueamin vil mechtig unde quamin zu Polcarwiu, als ich Ina, da daz eine teil ouch was des cristniuheris blibin, 11,100 und mit strile tribin üf sl vlentlichin. Dawidir ouch menllchin sich satztin in den vristin dl brüdre unde andre er ist in 11,105 um ein rittir gut, ein reinir, her Schcnkil von Bintheim und von Westvalerlant was der hdrre kumin. 11,110 Er haUe dort in dl er zu dem volke tat, daz der erätnin setin al, dl zu Pruzin tddis val 11,115 von den zu himelriche an alle vegevüer. Diz wüc der helt vil tüer nllim solde gar bevorn. 11,120 Er nam sin ros l und brach sich üz sin sper slüg er undir 76 • näch rittirilchir man heil unde crefticlich durchreit 11,175 der vlende spitze und ir her. Deswär vil ma was daz salbe ritin, want er zu beidin sitin in sA scharfin grüz da bot, 11,130 daz ir vU geMgin tot. fe er st durchrante und d6 sich ouch gewante der gotis kempfe lobesam und dem her inmtttin quam, it.m dü wart der helt irsiagin. Ouch wart da angetragin von den Bartin beidtrsU ein so vientlicbir strlt, daz ir vil totllahin wunt 11,140 und ouch tüt in der stunt vtlin alda beidinthaJb. Daz stritin sich 80 lange walb ', unz doch zu jungist leidir der birre von Reidir u,H5 selbe ouch irsiagin wart und mit im ein michil part des heris und dl brüdre gar. dl dä warn in der schar. Ouch wurdin gnüc der cristin 11,000 D. 69 manch H. 80 tu « S. 97 ai 7 »ebenkl H. D. B*nth»ym D. & unde 71 Ein D. 30 nnmeWm K. 33 11,104 brudir K. brudr II. K. 17 veftvaftr K. H. K. 18 tu 5 i K. ffoDK. 4»doK. 4) D.i. spannte, dehnte Digitized by Google 432 NICOLAUS VON JEROSCHIX ti,i5o gevangin in den vristin ; di ajidrüi griffin au di vlucht. Nu quam ouch widir gene trucht, di in Natiangin was gesant, di wlle diz dinc sus was U.1&5 Und dö sl wurdin nahin der walstat unde sahin, daz der cristnin he hatte und den sie vorkorn, und in keinir hülfe pflicht n,i«o geleistin mochtin in der schient, 7«» want der viende was zu viJ, si müstin dannen in dem zil vorbolne wege wichin betrübit biitirllchin. U,i65 Dö irgän was dirre mort dl Nattangin woldin dort den gotin tun ein opfir gröz und llzin ire löz undir dl cristnin sA, 11,170 dl sl gevangin hattin da. Daz löz üf einen burger quam von Meideburg, als ich vornan», edil und rieh irkant ; Hirzhals was er genant. u,i75 Und dö üf in der angist trat, Heinrich Honten er sa bat, daz er bedechte dl woltat, d) er im ofte in der stat zu Meideburc da vor irböt, 11,1 so und hülfe im uz der nöt, di in nü bekorte. Und dö Heinrich diz hörte, zweiis er in löste von des opfirs röste, n,iw want daz löz 1 öf in wöc. üf in daz löz alsam ö. Dö begert er ouch nicht mö lengir diswär vristin sich ; n,m sundir er gab wiliielich sich selbir üz der rote Cristö dem warin gote zu opfire gewisse in wärir bekentnisse it,i»5 des geloubin alsö wert. Dö bundin si in üf sin pfert und branlin in däniittc 1 1,154 dMdlnfH. 67 «in fehlt 8. 70 tollte 8. 80 mala D. 11,305 6 flien : fethrn K. H. 6 d* 8. 7 22 tuvlta K. U. 26 lt« K. H. 30 wollte K. 3 4) - Qual. nach ires opfirs Sitte. 7«c Nu merkil hl besundir 11,200 von gote ein schöne wundir, daz an dem burger geschach, als der selbe Heinrich sprach und andirre Prüzin vil, dl da warin in dem zil. ti,205 Mit eidin hörte man dl jenen, daz sl offinllch gesehen hdltin eine tube e\ di were wlzir den ein sne1, v ligin in der stunde 11,210 üz des burgeris munde, dö er in des vtieris vreist1 solde üfgebin slncn geist. — Van der vorzeichenunge des stritis. (Duab. III, 9t ] In dütschin landin was ein wlb, dl da hatte iren IIb n,2i5 gote sö irgebin, daz sl ein heilic lebin vürte in einir clüsin. DI hörte ein michil prüsin und ein gröz geschelie 11,220 obin irre zelle, want eine gröze schar dl vür von tüvelin, dl si da beswür, daz sl ir sundir dagin di wärheit soldin sagin, 11,225 wahin ir reise wer gewant. Dö sprachin si : >Kegn Prüzinlant ; >da wirl morne ein s winde strit, >in dem volkis vil gellt •töt von beidin partin ; u,mo »da wolle wir hin wartin, >waz uns teilis da gebur.« Dö sprach si sö: >Wen ir hl vur »widir varit sö her dan, »sö sagit mir, w] iz irgan ii,235 »dort in deine strit e si.« 764 Und dö sl widir quamen bi der vrouwin zelle vorgeseit, sl sprachin, daz di cristinheit wäre wurdin sigis lam n,240 und ir sölin allintsam, der lichame legin töt, vorwundin höttin alle not half K. 82 werdin mit des todis slac >dl Samin, swenne nü der tac »sente Vincencien instät; 11,540 >und ob daz nicht sus irgäl,t jach er, >mln houbt mir abeslät ! < Welchir hande geist im tat vorbescheidin dl geschieht sd gewls, des welz Ich niem" ; * 11,545 Sdoch do der geste sehar schH Ton Kungisbere sd gar sundir allis strlt is wan üf den tac, den der man hatte vorbescheklin ii,550 den ungetouftln heidin, den Samin, zu valle, do wart <*r mit schalle geluginstrMit offinlich. Doch so hllt er vestincilch 11,555 sine 4 gesprochenin wort unde sprach : >Noch hüte irmort •deswar dt Samin werdin, »odir man dl erdin mfsperrin iren munt geslt it,5flo »und vorslindin gar dl dlt »sam Dathan und Abtron.« Wai sol ich mA sprechin davon ? Vil gar iz üf den tac geschacb. als der Prüze d rorjach. — -»» Von dm gelruwin Samin, di sich do zu den britdrin tätin. [Dusb. in, too] ii,5«5 Dirre plage ungewin gab deswar dikeinen sin den Samin noch sulche voniumft, daz sl icht dl widirkumft dennoch woldin grifin an u,57o und mit geloubiu gan in der cristinheite schöz, sundir in vorcble gröz wurdin si beweit noch me1 kegn gotis strafunge den e1, 11,575 urloigindc hczllchir vil kegn den brüdrin noch dem zil ; sundir sumeltche man der edilstin, dl Uzin sAn hüs und erbe ligin ii,58o und zu den brüdrin krigin1 mit wibin unde kindin und allin irn gesindin. Dl selbin ouch bewistin sich den brüdrin sint-gctrüwellch. 11,503 kenK. 5 vUnd* B. 8 etrite H. 8 unde 8. 10 und« du K — C»p. 9». vgl. tu Cap. III, 70. — 42ynB. 40 de* toq S. 50 •tintich H. S.r) (pcfpriKhnyu K. ^euprrxrhin U. W hujrt K. H. 5y mut S. eulch Tcnninlt H. OS widdirkunfl K. 70 unde K. 72 •ilichir H. 70 k«n K. H. 7S di fehlt H. 81 t0 mjrt H. 17 MdreH. 18 uf fehlt 8. 8. K. H. retenften D. 54 Te- il Tortlmdin 8. 07 Tornuntt X. K. 74 keo K. H. 76 hee- t) Krtgen, niederdeutsch, s. v. a. tendera, streben. Pf. Digitized by Google KR0N1KE VON PRIZINLANT. 437 Von dem strite der brüdir uridir di Samin und zu ärstin ken dem gebite Qttedcnow. [Dusb. III, 4 01 .] 11.5M Von Quedenow, als ich las, Sclödin sun Nalube was, ein man vreisllch und turstic gnüc davon er vor schände wüc, ob er sold« sd snelllch H,5» undirtün den brüdrin sich, unde wolde in der geschieht slnen vründin v olgin nicht, dl zu den brudrin kartin dü. Htvon dt brüdre onch alsü ii,5M wurdin widir in bewoit, dar ein reise üzgeleit ouch vil snelle wart üf in. Und dü si zlhin soldin hin, 7»k Wargullin, slnen brüdir, wart 11,600 nach natürüchir art jamerin der reise, in der durch tumme vreise sin brüdir solde sus vorgan. Illvon er loube des gewan ii,S05 an den brudrin, daz er in warnen müste üf gutin sin. Alliz sümin er vorbrach und vil hezlich zu im sprach : »Balde üf, Nalube, balde ii.sio >unde vlüch kegn walde >inwlchende des tüdis ptn ! »Sich, nü müst dü ein vlihir sin, >sint dü nicht dem rate min >noch der andrin vründe dln u,ei5 >wlslich woldLs volgin! »Üf dich ist irbolgin »sü hezlich der brüdre zorn, >daz dln lebin ist vorlorn >sundir widirst rebin. u,630 »Vlüch, wilt dü lengir lebin, >want st jagin al da her!« Und hüb sich dü vil balde er und vluebtie dannen schit zu Schükin in daz gebit u,635 und intquam alleine. Daz andre algemeine gesinde unde habe tribin si her abe und zubuitin 1 dl vil gar. n,«30 Darnach so manic harmschar üf den Nalubin ouch sich wab, daz er den brüdrin sich trgab und irwarb mit prlse näch cristinllcbir wlse 11,635 ein vil lobelichiz wort in dem lande*! und dort. Wi swerlich Kungisberc — 7»c — zu spüene. [Dusb. in, \ os.) Nu warn in ir büsheit dl Priizin kegn der cristinheit vil gar vorsteint und vorhart ; n,64o davon gedächt von in wart, wl si mochtin Kungisberc dl burc, daz gots irwelte werp, zustörn und vorterbin, üf daz dä nicht geerbin* u,64s gotis lob mochte an der stat. Abir der gotliche rat vornichtte gar zu alHr vrist v ir argin vunde und ir list, swi sl dl irtrachtin u,650 dem hüsc zu Achtin. St hattin wol dl merke, daz si mit koinre sterke dl burc kundin gewinnen. Des wurdin si sinnen, n,655 wt st mit listin herbin st mochtin vorterbin und vortilgin in dem zfl. Schif llzin st büwin vil, damit si woldin schadin u,66o den schiffin, dl geladm mit sptse wurdin gesant zu Kungisberc von Colmerlant und von dem Elbinge, üf daz sus abginge u,665 den brüdrin da des tibts nar und vorturbin hungirs gar. Yon discui schricke alsd sür wart betrübt der commedür was 11,585 Quedcsouw« H. 91 wold K. M Vargullin 8. 1 1 ,600 Mtuerlichlr H . 6 matt K. 9 bald H. 10 ken K. H. II fehlt S. H. in K. ent am JUnde Mehgetnfen. 13 »ller K. »ligir II. 13 nach K. 15 wolfin 8. 33 *il fehlt H. 35 Imjuam 8. g6 km K. dl 8. 45 mocM K. 47 gar fehlt 8. 48 arg« II. 67 «8 *uwr : ' K. «wer : comiter D. I 1) D. i. vertheilten. 2) D. i. sich ansässig machen. Digitized by Google I NICOLAUS VON JEROSCHIN lind dl brüdere gemein. it,67o Zu jungist wurdin st in ein, daz si touge einin man santin, der di schif ouch «An bornde durchrenkt« 7»< und sl also vorsenkte. 11,075 Daz treib er 96 dicke in zu widirschricke, daz si der mü und arbeit gn\z und der kost zuleUH vordrdz und müstin abelan ji,r»0 der brtidre schif zu vechtin an, der si itzunt gnüge bat t in mit unvügo beroubit und vorterbit und daz luit gesterbit, 11,696 daz st 1 zu slundin in den schiffin vundin. — Von der vorterbunge der bruckin, di di Prüzin hallin gebüwil üf den Pregor. [Dusb. Iii, loa.] Do dl Prüzin in der schiebt dl burc kondin vorterbin nicht, durch argin rat si quamin ii,6»o abir al zu.samin unde wurdin denkin, manchin rat üzlenkin, Kst in liste vlechtin, wt sl dt vollinbröchtin u,69s ir begunnc bösheit, dl si hattin uz geleit. Und dd siz wol gewügin, her und dar vorslügin, zu jungist doch ir allir rat 11,700 bleib üf sulchin sin gesal, daz st eine brücke der burc zu ungelucko büwttin alda inpor üf daz wazzir den Pregor 11,70» und ein berevrit veste vort iquedir üf der bruckin ort, damit den scbiffin dl züvart also gar vorsperrit wart bo* kegn Kungisberc dem büse 6t, 11,710 daz di brüdre vil na töt daruffe bungirs warin. Und 66 st in den varin sich merktin ungenesin, si dächte bezzir wesin, » 11.715 daz si in strite sturbin, weh hungirs sö vorturbin. Des leitin st ir wapin an und machtin sich zu schiffe san. Und dd st quamin in di neh u,m der bruckin, in vil snellir geh wurfin sl ir ankir ; doch quam ein wint sö swankir, den man sl sach druckin unz hin an di bruckin. . 11,736 Diz vügte gotis vorbesicht. Nu tocht ouch lengir sümin nicht : der brüdir rote üf den grat der bruckin da zusamin trat, da sl ouch in den stundin 11,730 vil der Prüzin vundin, di zu strite warn gereit mit wapenen wol angeleit, mit den sl da zusamin slügin in gotis namin n,7a& üf der bruckin nidin. So wären üf den berevridin1 ob im houbtin Prüzin me, dl in tatin harte we. Do wart mang in so hart ein slrlt, 11,740 als I vor odir nach der ztt solde üf der erdin von deinem volke werdin ; und dö der strtt gewerte gnüc, got den slnen hülfe wüc 11.716 von himele vil zeichinllch, want iz was unmugeüch 80 i» deswar meuschlichir craft, daz sl soldin sigehaft werdin an der raenie gröz. u,7so Got in öt dl craft Inge*, daz si dl vlende slügin dan und vortilgetin ouch san berevrid unde brücke, so daz nindirt ein stucke n,766 ir da bleib an der stat, da sl waren e" gesät. In dem strite ouch geschach*, daz vluchtigin Prüzin nach 11,669 brudrt 8. — Cap» 103 P. 4ai «mir D. — 94 vol bnchtin H. »7 tU «tatt wol H. D. 11,70« iltrrdn D. 0 ken K. H. 19 20 *h« : fbt 8. K. 31 wapora 6. 36 dm Matt m 8. warn K. H. 38 uufer D. 40 j da tot H. 46 cteehUiUeh H. 49 mmjf H. mcaif* D. 60 ot yn Ii. 62 TOrtÜfÜn 6. H. 66 warn X. t) Vgl. oben S. 353 Anm. %) V. H, 757— H, 776 bei Pfeiffer Nro. i4, 8. SS f. Digitized by Google KQONIKE VON PRUZINLANT. 439 gähtc briidir Gebchart, i 1,700 der ein Sachse was von art ; und in des seibin loufis vart einem Prüzin voinra wart ein slac sö scharf durch den gil, daz im daz houbt da intpfll. n,765 Daz houbit liz er ligin da und lif den andrin nä vastc mit dem strumpfe. Zu jungist im der dumpfe bestünt mit alsulchir not, 11,770 daz er vll dänidir tdt. Gemeine unde sundirlich dücht si alle wundirllch dirre louf sö gemellch ; abir er was gremclich ii,77S dem lo ufere nemelich und den Prüzin schemellch. Wi Kungisberc wart angevochtin. [Dusb. III, 104.J Darnach kürzlich als ich las Heinrieb Monte, der da was der Nattangm boubitman, u,78o saminte im sundir wftn ein her michil unde starc in sulchim vorsatze arc, daz er wolde sturmic werc so« stiftin widir Kungisberc ii,7»5 und dl burc anstrltin. Und dö er hin quam ritin vor Kungisberg üf daz velt, dl brudir im ein kegingelt begondin aldä wegin. ii,7to Si zugin im inkegin üf daz velt mit irre schar. Nü sach Heinrich Monte dar und wart vil snel gewar, daz ein brüdir schütte sich 11,7*5 zu spanne, der hlz Heinrich Ülinpusch, ^alsus las ich, want er etn armbrost vürte da. Üf den brüdir was im ga ; und dd er im quam in dl ndh, ii.&oo er sprach zu im mit wortin smc* : »Ich wil dich hütg^sendin 11,759 Gerhirt 8. 04 koubt II. 60 unde K. 78 do K. 79 Boubtmann 8. II. 86 ar fehlt 8 •7 tnnbont K. 11,801 hymla K. 11 not« H. lieh H. 35 annbomt K. 87 »zu himele an irwendin.< Mit den wortin er daz sper durch in stach näch slnre ger ii,80& und macht in swerlich wunt. idoch wart er sint gesunt der sd verchin wundin. Nü was in den stundin ein knecht bi im, der diz sach li.sio und ouch sinen herrin räch. Ein wurfsper .vürt er vil scharf; in Heinrich Monlen er daz warf. Dl wunde im misserit1, daz er vil snelie dannen schit 11,815 widir in sin gebit, darzü alle sine dit. Wi abir di Pnizin Kungisberg anvdchiin und von einre wundirUckin geschieht eins armbrostis. [Dusb. in, 1 05.] 80 * Nlmant gar vol sprechin mac, wl dl Samin nacht und tac und ouch andir Pnizin !i,8M daruf pflagin lüzin und ofBnberllch werbin, daz si dt vorterfoin moebtin Kungisberc dl burc, davon ouch des tödis turc li,835 nam vil manch man beidir sit. Des geschach zu einre zlt, daz dar quam der Samin her unde warin sd gever vechtinde dl burc da an, ii,83o daz di brudre nicht bestan mochtin kegn in vor dem tor, sl müstin vor in vlin üf hör*. Di vlucht sd nötllch was ouch i, daz ein brudir ligin 11 ii,835 sin armbrost da gespannen unde vloch von dannen, Daz armbrost hüb ein Same üf unde hing in lummir güf iz an den hals durch wundir. 11,840 Icllchin da besundir wundirte des sere, warzü iz nutze were, 67«toinpfeD. 66 Pf. will ,lul Uvea. 70 dar K. 71 und 8. K. H. D. 88 tio fehlt S. 83 ende K. »6 FUcnptueh D. 17 nymn K. H. 25 manchin U. 31 km K. H. 33 nut- i) D. i. war dem Heinrich Monte verderblich. \) S. v. a. zurück. Digitized by Google 4-10 NICOLAU8 VON J EROSCH IN und begondin iz döswar betastin beide her und dar. 11,845 Zu jungist doch ir einir vant daz gemcrke ; mit der haut druckte er den sluzzil und snalt im ab den druzzil, 1 daz er tot alda belac. it,9&o Der Samin schar des sör creclirac unde vorchtin möre dl armbrost vil söre. Wi daz stetil Kungisberg uf scnte Melaus berge wart vorierbil. (Duab. in, loe.j ai» Di brüdre hattin in der zlt, da noch di Capelle llt tt,S55 sente Nicolai Kungfeberc dem huse bl, ein cleiniz stetil gesät, und want ir vestenunge mat was, hlvon di Samin 11,880 vorholn darin quamin, slügin, vingin, waz da was, än ob vluchtig ich! genas. Durch dl sache wart di stat darnach in den tal gesät n,sw zwischin dl bürg und den Prcgor ; da llt st vcst'v denne vor, dö st üf dem berge lac. ^ Got pfleg ir vort, der ir 1 pflac! Wi Dramenow daz dorf wart vorhert und vil Samin wurdin g es lagin. [Dusb. III, 407.] Nlmant gar geschrlbin kan 11,870 und ob iz wer geschribin dan, sö wör iz küme geloublich, wl stdte und wl vllzicllch sich zu allin zltin di brüdre in hartin stritin u,875 arbeittin kegn den Samin, üf daz si st dem na min machtin cristinllchir ö widir undirtan als ö. Hlvon dö st vordrungin, ii,880 geswechtin und betwungin dl ubir dt gebite zu Wargin und zu Quedenow, zu Schökin und zu Waldow l i,88s und andre, di in lagin nA, dö reistin st mit here sa üf daz gebit Pobötin, und sl ouch dö hötin •i t> Dramenow daz dorf vorhert ii,8»o gebrant, gevangin und vorzert mit dem s werte volkis vil. Si kartin dannen in dem zil mit eimc roube, der was gröz. Der dil sich dö zusamne schöz n, s«* uz der gegenöte eine michil rote und volgtin den brüdrin nach. Vorwar in was zu strlte gach ; des sprengtin si sö hertlicb an ii,ooo dl brudre, daz sl voriän hattin itzunt iren roub und warn an wer sö toub, daz si griffin an di vtucht. Doch was ein man höhir tucht, u,»05 brüdir Heinrich, den man hlz Clinpusch, der zwar nicht ilz abe von menlichir wer. - Er mute eine al daz her der Prüzin alsö stire, li,»io daz dl widirkere sine hergevertin und zu manheit und bestrittin andirweit dl vlende dö mit vreidikeit u,oi5 und slügin da vorwar der Samin eine gröze schar, di tot üf dem velde blibm. Darnach sl vröüch dannen gemört iren e'rstin roub ii,92o an der Samin urloub. Wi di brudre gesigetin anhien Samin dem gebite zu Beim. [Dusb. jir, Ein gegenöt in Samelant llt, dl Bötin ist genant; 11,845 *jbt* K, H. UutaH. 80 Smmyr 8. 51 worchün 8. 52 »rmbortt K. — Cmp. 106. IfjcolMi H. — 59 den 8. MdijnH. 61 leb K. — C»p. 107. Diumdiw H. — 80 Nyaan K. H. 70 wäre H. 7t Inn K. ktnm geUubelich D. 74 bradr K. H. 81 fe*e**ene H. |e*ei>ene D. 84 Wildiw H. 88 L dA tt ooeh T 81 di Mundlrt H. 87 rolgiüa K. TolfJUn H. 98 in nMhtrtyllch elnpftft K. 1 1,903 and* K. wtrn H. 4 ho« 5 hoir H. 15 und« K. — Csp. 108. dem« H. — 4) D. i. Digitized by Google KftONIKE VON PRUZINLANT. 441 darinne wontin in der ztt gar vreisliche lüte strlt 1 eK unde hattin roacnl » üz eime dorfe warn geacht, daz man zu atrlle mochte hftn vumfhundirt tüchtige man. Des torstin si mit nichte hernde vbirrhin, noch ouch kegn in stritin mit irre macht alleine. Hlvoo si des in »,835 wurdin, daz bot in kegn Liflande, dl den meistir vhHin, daz er üf di von B&in in hülfe benente 11,940 und in ouch dl sente an eine stat, uf einen tac, der von in bescheidin lac. Nü machtin sich di brüdre üz von Kungisberg üf strits gestrüz u,o» mit alle ires heris macht und quämin, als iz was gemacht, an dem tage an dl stat, als ir vor vornumin hat, und begondin Vreislich öt ii,«so dl vorgenante gegenöt mit roube und mit brande bern, dennoch di Lidender wem nindirt da irscheinit. Des wurdin ouch voreinit n,055 in zorne vil grimmecllch dl Samin und besamtin sich in strlt kegn der brudir her. Und als sl itzunt allir wer woldiii hau vorzigiu u, wo und zu der vlucht gesigin, als sl twanc der vlende kraft, dö quam ouch aldA zügestaft ai d daz her der Liflandöre mit rossin vil gewere ii.aes den vlendin gevere gar nach der brudir gere, dl irre kumft ouch wurdin vro, — ö wi vro, wl herzinvrü ! — unde slügin mit in d6 11,970 dl vlende nldir als ein strd, sd daz ir keinre nt genas, der da zu velde kumin was. Sl vingin wib unde barn, waz der lndirt aldä warn 11,975 und alle daz gebüwe, alt unde nüwe, wart zu aschin gar vorbrant, swaz man des 6t indirt vant beide da und andirswa n,9«o alum in den gebitin na. Wi di Samin den brüdrin sich abir irgäbin. [Duab. III, 40».] Dö dt Samin alsus warn, mit raanchirhande harmscham geplagit hertllch und gooiant von gote mit der brüdir haut n,9M und ouch andirre cristin, sb daz sl in den vristin nicht lengir raochtin sich gewern, dA sach man si betwungin kern an den geloubin widir u,090 und daz sl ouch sidir in stdte woldin habin, glsele si des gabin. IV/ K. 22 »echinUch 8. 26 Uyr* K. * fehlt 8. D. - tldil. 43 be«ratii, S. l*»»mtyn H. Lack« In K. Mit Cap. 112 beginnt In K. der Cuatodc XI. — Loiwtete K. D. W nach H. 07 Baidali« B. tribin sl her abe. Alsus gesaz d6 abir nü Samelant in vridis rb. — W{ Tapiow vndLousteie gebuwit (Ousb. III, HS.J 12,055 Binnen disen zlten, vornoiglrit hattin, als üch ist di brüdre sa büwetin 12,060 zwü bürge, dan si trüwetin dempfin und gesweigin bas irre valscheite haz und ire vlentltche drow. Dl eine burc hlz Tapiow t2,o«s üf dem Pregore gelein, dl dl Pruzin nennin pflein in irre spräche Surgurbi. n • Darnach man dl andre sl sach büwin sö hin abe 12,070 üf dem vrischin habe na bi der gesalznin sd ; Witlandisort hlz sl e\ nü heizit sl Louchstete. Ein Same, Laustiete 12,075 genennit, wonte an der stat, näch dem di burc den namin hat. Wi Girdauwin vonrmtit [Dusb. Iii, 44t ] Bt den seibin zlten was in Bartinlande, als ich las, woninde ein Prdze gut, 12,090 der hatte cristinliehm mut. Girdauwe sd was er genant ; achtber unde rieh irkant was er in den tagin an gute und an mlgin. i2,os5 81ns geslechtis lebit vil noch, dl man in disem zil Rendalicn zu nennin pfllt. Eine bürg er in der zlt besaz, dl man Oirdawin hlz 12,000 nach im ; unde want er Uz allis ungeloubin spot unde leiste gots gebot, minnende dt cristinheit, 34 «d 8. — Cap. III. C«btnek(tt SO da fehlt H. — KMkM24I«üa 71 fc»*lcUn H. 7J bellt 3. 47 de« H. Digitized by Google KRONIKE VON PRÜZINLANX. 443 hivon er gröze premde lett 13,om unde vientttche nüt, di im a.it urioige bot di dö von dem geloubm schit und in ungeloubin trat, 13,100 sam & nach des tüvils rat, der allir gute ist gehaz. Und dö er kummirs vil besaz aldA von ftritis ubirlast, zu jungin im sö gar gebrast 1 a«5 8P*se» *'az er '«ngir nicht bebertin mochte von der schiebt, er di barg vorbrante und sich von dannen warnte mit wtbc Unde kindin, 13,110 mit habe vnd gesindin kegn Kungisberc, dahin er quam und sich zu den brüdrin nam. — Wi sechs brüdre und vil crislin wurden geslain und Waistotenpil dt burc wart vorbrant. [Dusb. ni, tu, m.) Zu Bartin in dem lande man eine bürg irkande 13,115 da gebüwit üf ein vliz, daz dl G obere dö hfc. Dl vestin hlz Waistotenpil und was der brüdre in dem zil, als mir dl schrift Urkunde git. 13,130 Nu geschach in einre zlt, daz dl Prüzin quamiu und mit roube üfnamin zwei doriir bi dem hüse na. Den brudrin und den iren gä 13,13» wart üf dl viande. Utin sl dem here nach. Üz ir läge man da sach sprengin zu dl Prüzin, 13,130 da sl e pflagin lüzin und slügin in den vrtetüi sechs brüdre und vil cristin, der zal ich nicht geschribin vant. Mildir got, dir ist irkant, 13,136 wl vil unde wer sl sin ; intpfach sl zu den vroudin dln durch din heilige martirat! — IV ü warn di Prüzin noch nicht sat der arbeit, dl sl tribin zü *** brudrin ■* Pinllcblr mü, want sl in warn 1 geve>. Sl besamintin ein her gar creftic von volkis vil und zugin vor Waistotenpil i3,t« dl bürg und st belagin und hertis Sturmis pflagin alda mit alle irro macht von dem morgin unz an di nacht einen ganzin langin tac. 13,150 tdoch der brüdre wer sich wac widir sl «ö crefttctlch, daz si dannen hübin sich widir heim kegn hüse ; und nach dem geprüse ia,i55 sö verUchir burdin dl brüdre merkin wuniin dl burc sin sö unveste, daz sl di sulcbir geste vlentllcbin anestöz u,i «o nicht mochtin ftne schadin gröz vurDaz UDirnenin , * darum si dannen kertin, daz Idoch geschach vorholn. Dl burc brantin «I zu koln. Fon Wisenburg und wi zwenzic brüdir geslain wurdin und al ir her. (Dusb. III, 44«.] 13,165 Wisenburg ein hüs genant di brüdre ouch in Bartiniant hattin üf dem übere des wazzirs, daz man Gubere noch zu nennin ist gewon. 13,170 Dl selbe burc dö Walewon di Prüzin nennin pflagin. Nu quam dar in den tagin der Sudouwm her mit craft, dl an sich ouch hattin geschalt «£» vil der uinmeseznin dit, mit den st alle daz gebit um dl burc her und dar brantin und vorhertin gar in vreisllchir s winde. i3,iso Nü hattin zu gesinde di brüdre einen valschin man, 13,09? Undlidit IT. Und«« dkl D. 9S da 8. 12,100 geherUn H. 0 10 Und» : fatjnde H. — Cap. Hl. 116. g**lan H. — 15 tyn H. 32 bradlr H. 31 bakrat B. 37 imtirat 8. 41 warayit H. g«w«r K. 41 Way»tut**pl S. 46 plugin II 53 ktn K. and *o pwöhnileh. MwtrtlehlrH. OOBoebinS. —Cap. 110, Wiweabaff H.— 05 Wiaaenbwf H. 80708. 444 NICOLAIS VON JEROSCHIN der, dö dl vlende kartin dan, in mit allim vllze rlt, daz si volgetin der dit 12,185 sundir alle vorchte. An den brüdrin worchle der heidenische rät aldä, daz si den vlendin jailin na mit irme her in gire. 12,190 Ahir dö si schlre der Prüzin nicht inkondin irvolgin, si begondin kegn hüse kenn widir, daz der vorrötöre sidir 12,195 irwante und sprach zu in, daz si allis zwivih? sin lizin unde zugin vort; si vundin dl Sudowin dort blöz und allir wer vorzigin 12,200 an der Wangrapien ligiu (alsus genennt ist ein vliz). Der brüdre truchl sich uf in liz unde tätin sineu rat. Und du si nchetin der slat, 12,205 dl vlende wärin da geroit, als iz vor was üzgeleit und sprengtin sl gelichin an. Dö dl brüdre sich ge&än vorrätin sö velscbllcbin, 12,210 üf einen berc sl wichin nä da bl gelein vorwar, dannen sich dl gotis schar u« ellintltchin werte. Da wart ein strit sö herte, 12,215 daz ir vil von beidir sit töt gelägin in der zit. Und dö daz slän sich lange gnüc vreislich zwischin in gewuc, zuletst doch, als daz got vorhinc, 12,220 dl cristinheit dö undirglnc. Di Prüzin namin ubirhant und der sie wart in benant. Zwenzic brüdre in der nöt sach man aldä blibin töt 12,225 und al ir her, daz dar öt quam. Alsus der strit ein ende nam. Wi Wisenburc vorumtit wart. [Dusb. III, 117.] Wisenburc, dl ir mich e h.'ii .'«•holt oueli ueiuiin mö. belegin von den Pruzin was 12,230 vil nä drl jär, als ich las, . in vientlichin schichtin. Man sach sl da üfrichtin vor der burc drl bildin, von den dl brudre Udta 12,235 mustiu ofto würfe gröz unde nianchin anestöz von sturmin, des si legellch pflägin. Nu geviigt iz ich den bruderin uf einen tac, 12,240 daz des hcris, daz da lac, abgerittin was ein teil, ilÄ 1t davon in geschach daz heil, daz si der blidin ein irslriliu und sl uf dl v est in mit in 12,245 brächlin mit gewaldis craft. Von der blidin wart gesebaft 12,250 S3 d «1 12,255 12,260 12,265 12,270 •> 12,275 in vil hcllliche WjBT, want sl däniit der n iende her brächt in ofle in gröze mü und hattin ouch dl wile ru. L'bir etliche zit darnach den brüdrita sö gar gebrach \ und den iren der libnar, daz sl nicht lengir mochtin zwär gevristin dä ir lebin. Des müstin si begebin dl burc und touge dannin varn. Diz was in unsirs hdrrin järn tüsint drithalhhundirt drizen darüf gesundirt, [i263 daz si dannen glngin. Di sträze si gevingin kojin M isow dem lande. Und dö diz irkande dä der Bartin houbitman, den man nante Diwan, daz di brüdir intrunnin wern mit allin iren wjjpencrn. er jait in näch üf der vlucht mit einre stritlichin trucht in vil snellir He; ' und dö er gute wilo in sö näch gejagetc, sin volc >il gar vorzagete, want dl pfert irlägiu in. Dö gevll im in den sin, 12,184 Tolftin H. 66 fehlt H. 87 heidnische H. M « D. 12,204 neeUn H. Udo tu II. 19 de» K. 20 m*lrieh II. — uf viende II. 55 getcklk.it II. 73 fuyera K. vugere H. 91 »tarme so 8. 92 heide II. »6 Llttow II. K. 12 irrende H. — C»p. 123. * 1) D. i. schlechtes Volk. 2) D. i. feindselig. S) S. v. a. Stück Holz, Klotz, Zapfen, nuch hölzerne Stfule oder Walze. Pf. *) D. i. Gefahr bringenden, erschreckenden Aerger/ Script, r. r. I. 29 Digitized by Google 450 NICOLAUS VON JEROSCH1X als irkant dl wArheit ist, der Nattangin houbilman, Heinrich Monte, nam sich an, daz er besaminte ein her 12,720 michil unde stark von wer unde zöch in Colmerlant, du er mort unde brant mit vreisin stifte alsö gröz, daz al daz lant gebtidis blöz 12,725 wart von den leidin geslin ; sundir dt dl vestin blibin sten mit grdzir not. Allirwein di erde rot \ erbte der ungute 12,730 mit crislinlichim blute, des er göz unrnAzin vil. Roubis er ouch ine zil 87 « von wibin unde kindin, jpferdin unde rindin, 12,735 und andre habe dannen treib. Aftir im öt nicht inbleib ; alliz er iz mit im nam. Und dö dise not vornam so jAmirbör, so clegelicfi 12,7*0 der meistir, brudir Helmert eh, er besamint o zuhant al di craft, di im benant was, und zöch den viendin nAch An undirlAz. Alsus geschach. 12,745 daz er uf der Lubbouwe zu sichtigir anschouwe st irvolgete und irreit. DA wart ouch lengir nicht gebeit ; der meistir snel mit witze t2,7W schikte sine spitze* wol ordinllch zu strlte und mante in der zite di slnen zwAr vil minneclich, daz si strittin ellintllch 12,755 um den himelischin hört, den sinen soldenlrin dort got wil gebin sundir wAn. Sus slögin dö dl viende an di striter unsir vrouwin. 12,700 Nu hattin sich behouwin di Pruzin und vorheinit, des wart von in begeinit den cristenin mit hertir wer. Zuletst s) nAmen doch di ke> 12,765 üz dem haine an di vlucht. Dö volgete nAch der brödre truchl ir vil manchin slAhinde. In der vreise gAhinde wart zustroit der cristnen schar 12,770 üf dem velde her und dar, »7 b als sl zuzöch der viende twanc, daz der vane bleib vil kranc. Dö diz di Pruzin sAhin, sl begundin gAhin 12,775 kobirnde3 sich so hin widir in dem hagin, dö si sidir hubin einen nüwen strit, der vil lange werte sit in morllichir schichte. 12,7*0 Zuletst got, des gerichte ist umbegriflich, des vorhl, daz iz ubir dl sinen gi, alsö daz meistir ilehncrich unde brudir Diterich 12,78* der marschalc vorturbin ; ouch mit in dA sturbin virzic brüdre, als ich las, und al ir her, daz aldA was. An dem leidin tage 12,7*0 gelac sö swinde plage mit jAmirbcrndir clage von des slritis vlÄge* üf der armin cristinheit zu Pruzin, daz si wart gereit 12,7»5 und geachtit swerre unde schadeWrre, wen in Kürlande genre schrie, dö di brudre ouch den sie vorlorn, als ich uch saite ö ; i2,*oo want alleine volkis mö bleib in gerne strite tot, • doch wAs grözir dise nöt, wanl vil gar di wlsin, di menlichin, di grisin, 12,ho5 di mit höhim rAte und ellinthaftir lAte Prüzinlant üfhildin * [l2W 12,717 lioubtnun H. 29 rerbete H. 31 ummailn K. H. 32 er fehlt 8. ui g. el statt til H. 37 it fehlt H. O. 40 Hetmelrich H. 46 »netchouwe II. 47 irrolgte H. 61 vorrinlt 8. vrrhegeot D. «2 begegent I>. Hain- nen 8. crUtnyn H. 66 voljrte K. 69 luttorit 8. ituttpuwit H. 71 wank K. D. 75 hyn »irh d» widdir H. 76h»ynH. Sl umbnfrUKch S. bi ubr K. 87 brudir K. 9« 97 twere : whadebew 8. «) Vgl. Vers 488«. Ä) D. i. sich sammelnd. 8) D. I. Digitized by Google K ROXI KB VON PRL'ZINLANT. 451 und sin mit schirme wildin, 87 r alhi vorgingin alle 12,810 mit des tödis valle. Eiä, daz läz lülirlieh, vii suzir Crist, irbarmin dich, und daz gröze jämir rieh, . des in Prüziiilaiide sich I2.HI5 dö di arme cristinheit übite mil billirkeil ! Darnach an der walslat ein einsidil was gesät, der des nachtis dicke 12,s2o sach mit clArim blicke vil lieht ir kerziu brinnin dem ummecreise binnin, da di cristnüi lägin mit nötin ö irslagin. I2,s25 Daran irschein wol oflinMr, daz di cristinliche schar, di da vorgozzin hat ir bh'it, von Cristö dem kunge gut inlpfangin hatte schöne 11,830 der martirätc cröne, di in höhir wunne lichtir den di suune dort zustrouwit iren schin. Des roüzc Crist gelobit sin, i2,*3s der dl machit dort sö vln, di durch in bl lidin pin ! Von brudir Ltidetpige, dem sibintin lanl- meistir zu Prüzin. Dusb. rn, m.) Nu wart nAch des stritis steim brudir Lüdcwic von fialdinsheim meistir ubir Pruzinlant, 12,mo und was der sibindc benant in unsirs herrin jare zal, dö der warin ubir al zwelf hundirt sechzic vumf irgAn, fiaos und pflac sechs jär daran 1 tl* ra'1 D'sor8m umn s'cb. Marschalc was brudir Friderlch, der von Holdinstete den btnamin bete. Von der kumfl vil pilgetime in Pruzin- lanl und wi Brandinburc gebüw'Uwari. [Dusb. III, tiö.j Do diße herbe swere i i.v>o alsö jnmirbere und di leidin mere, wi iz zu Prüzin were um di vestin al gewant, di den cristnin wärn intwant, ri,s5i als ich tel dA vor irkant, irschullin hin in du Ische lant, wi herl iz lae der cristinheit. iz wurdin herrin vil beweit von kungin uude vurstin, 12,^60 di nAch gote durstin pflÄg in wArir minne ger. In was daz zu hörne swer, doch swerir vil zu lldin, daz durch des tüvils nidin t2,W5 der cristinegeloube solde weVdin loube zu Prözin und vorschranzit, der dA her gepflanzit was sö s wer lieh von begunst I2,*70 mit vil manebir v reisin runst cristinllchis blütis. Di herrin sulcbis mütis wurdin gar voreinit daruf, daz st di hezlicbe guf H,87S der Prüzin woldin druck in und mit craft üfzuckin den geioubin gotis widir, der gevellit was dänidir in dem lande manchirsit. ' 88» SUS 013,1 S'Cn ,leDU1 m l,er z,t sach in gülir ande hin kegn Pruzinlande uf den pilgerimschin stio den herzogin von Brunswic i2,&$5 und den lantgrevin von Doriugin. Man sach dise herrin bringin mit in ouch in deme zil volkis und geretis vil, des zu urloige was gevüc. i2,sm Idoch lutzil nutzis Irüc dt reise irre belevart, want sö weich der wintir wart, daz si den viendin keine mil mochtin dö getribiu zü. i2,so5 Des wArn si leitlich beswerl und vu.ru hin kegn lande wert. Diz w as in unsirs herrin jArn, 12,M2 Irbanae U. IS rieh »talt rieh 8. 16 vbbete K. 17 w»le*Ut K. 2» inpfangin 8. K. hattyn H. hat- t*n D. 34 to »in 8. 35 36 34 6. »7 «teyn II. O. 38 Baldcriicynt H. 44 und« K. 48 bienamyn K. 6i und 8. 54erwantD. irwantH. UV 5« 5t 8. 5.» .'.6 fehlen 11. in Ü. vorhanden. «2 iu fchlt 8. tti crittne *el..ub* II . H. TU vre,« H. 82 M 8. vi d' S. S7 dem H. v» Trlojgia 8. K. r«nuc s. 29* Digitized by Google 452 MCOLAUS VON JEROSCHIN dö der tüsint vorgangin warn zweihundirt darzü vuiufzehen. [i. 12«5 11, wo Des tiöhatin jaris wart gesehen damäch ouch kuinin starke von Brandinburc der marke [i2«a lnarcgröve Otle; mit im zouch dö sin sun, sin brüdir ouch. (Dusb. I», 12 7.] 12,905 Dl herrin dri intsamin durch unsirs hörrin namin sö her zu Prüzin quämin der cristinheil zu tröste. Idoch sl nicht irlöste 12,910 von ires jämirs röste dennoch dirre hörrin kumf ; want der wintir wart sö slumf, daz man alliz reisin gar vorbern müsle und vorbar ; 12,915 davon in leide gnüc geschach. Idoch dö der maregröve sach, vorhindirt sinis willin tat, »8 b er büwete mit der brüdre rät eine bürg alsö hinab 12, wo bl den Vrisching an daz hab (Yrischinc meine ich daz vllz) . Daz hüs man Brandinburc dö hiz, näch des maregröven houbitstat. Den namin an der bürg er bat 12,925 habin im gewisse zu öwigir hugnisse1, und vür alsö zu lande widir. — [Dusb. III, t*5 (contin.)J Näch dem andrin järe sidir der Behemin kunig Oltackir, 12,930 ein hell zu strlle wackir, quam zu Prözin ouch gevara. Diz was in unsirs herrin järn dö man mit zal der achte zwelfhundirt sechzig achte, [ms 12,935 daz sine kumll wart irkant. Dirre vurste vorgenant was mit vrechir rittirschafl mid mit grözis heris cralt ouch in den zitin kumin 12,940 den cristntn zu vrumin, want er si hofte hän getröst und uz allir nöt irlöst. Daz ouch dö gar vorschaiün wart von des wintirs slAOin, 12,945 want noch dl zit was kumen nicht, in der sich mit helflichir pflicht wolde got irbarmin ubir sine armin, di dä lidin jämirs wö. 12.950 Er wolde si kastigin mö mit sorgfn unde plnc swer. Des müste di begerte ger des kuuigis sin hingeleit. In vil trübir bitlirkeil, 12.951 als man an im irkande, 8# c zouch er hin zu lande und Hz di armin er ist in blibiu in den vristin in vörllchir miltewisl. 12.9M Daz läz dich irbarmin, CrUt ! Von brüdir Ulriche, wi der vumfzic Prü- zin vorterbete. [Dusb. in, In den zlten, als ich las, zu Kungisberg ein brüdir was, Ulrich von Meideburc genant, menlich und sö stark irkant, i2,K5*daz er alleine ubirtrat vil löte mit crenigir tät ; daz wol merclich was daran : zwdne gewäpinte man an zwöne vingere er nam 12,970 unde hüb si beidintsam än iren danc hö öf ünpor, wen er si öt gevazzit vor zunicke hatte in den gurt. Dirre wart geschickit durt 12,975 mit brüdrin unde knabin, daz si soldin habin mit beschirmis ummegrif in irre hüte dä di schif, di in daz laut von ubir sö 12,»80 kumin wärin, der dä ö dl Prüzin gnüc vorterbetin und di löte sterbet in, dl man darinne wesüi sach. 12,699 etwekundirt H. .danuk alle Handschriften ttatt ,»unfiie'. 3 markfref K. 1 1 kamf H. 12 want ouch der H. itunf U. der ul lue achte 8. 35 kumpft H. 41 ofte U. 43 da 8. cig K. — 09 Tinger H. 71 lnj>or S. S2 und« H. «9 12,900 Tumfcen : feaeo K. H. 12,901 aeeetyn U. 23 houbttlat H. 29 Bejnyn kung K. H. 31 mm 53 konrl« U. 58 ia den K. - Cap. 126. Tu»f- 4) D. i. Gedächtniss, Andenken. Digitized by Google KRÖN IKK VON PRUZINLANT. 453 Hivon in cinre zlt geschach, 12,985 dö brüdir Ulrich eine mit gehulfin deine was an der warte blibin, daz so her gctribin vumf schif quäniin, in den vil 12,990 Pruzin warin in dem zil, dl der cristnin schif üzslftn «8 ii woldin, als sl e getan ouch vil ofte hetin. Und dö si im gcnetin 12,995 wol in vollis rämis sweif1, .üz slme schiffe er begreif den mastboum in di hande, damit er siege wände üf dl schif so ungchuir, 13,00« daz beide rirain* unde sluir dl Pruzin valfin llzin. In dl schif sich gizin wart dö wazzirs alsö gnuc. di wll er vaste üf sl slüc, 13,005 unz si zu gründe sunkin, und aldä vortrunkin in den schiflin vumfzic man. Dö di anderin gesän daz sö un behende slän, 13,010 balde vluhin sl von dan. — Von Swantepolkis töde des Herzogin von Pomerenin und wi sin sun Mestiwin sich ken di brudre salzCe. [Dusb m, m.*) In den geziten ouch geschach, daz man Swantopolc sach, den Poincrdnschin herzogin, von dirre werlde zogin 13,015 des gemeinen vleischis pfal ; und dö im vaste kegintrat mit stözin hart des tödis pin, er rif vor sich di sune sin und den sin leiste selgcret 13,020 mit alsulchir lere tot : >Kindir< sprach er, »hört mich [i2«e »und behaldit vesticllch »in gehugde dise wort ! »Kegn di dutschin brudre dort i3^r. »hab ich urloige gröz getrain 89« »leidir mir bl minen tain, v »indem ich vleiz mich alle vrist »mit craft und ouch mit argir list »sl anvech'tin und vorladin* 13,030 »raanchirwis mit manchin schadin, »als ir gehört habt und gesehen. »Sö wil ich des dl warheit gehen, »want mir nahit nü der töt : »sinl ich mich darzii irböt 13,03 s »und widirsatz kegn in begreif, »daz an herschaft mir intsleif, »darzu an drin und an habe »ist mir gar gegangin abe ; >sö merte 1 sich ir gewin, 13,040 »want got werltchin ist mit in »und in strite sl vorstät. »Davon sö ist nü min rat, »daz ir zu dikeinir zit »diwedir urloige ndch strit l3,oi?> »noch widirsatz ken in gevät, »sundir si zu vrundin hät »und erit sl mit truwin. »Daz mag üch nicht gerüwin.r Dirre lere snel vorgaz 13,050 Mestewln, dö er besaz nach des vatir töt daz lant [+ me. ii.Jm. zu Pomerenin und genant darubir wart ein vurste. In vorovils tursle 13,055 tretlinde di linkin pfat, dl eltiswen sin vatir Irat, brächt er an der Pruzin dlt, mit den er sich ouch des berit, * daz sl durch irre vreide riim n,060 Colmirlant und daz bischtuni zu Pomezönin, daz inkegin der Nüwenburg isl gelegin, di im eigin was irkanl — e»b dise vorgesprochnin lant 12,98« gehußn 8. 13,000 rym« D. 4 wil H. 7 runfiif K. runfetig II. 1> umbibende K. H. — Cap. 129. M.ttwln K. *Me.tewin H. Meatowin D. - 12 8wantopolke K. II. D. 13 pom I3.U5 und vorbrant in sulchir schiebt. Ein prüzisch wib, ein eigin wicht, des tüvils tochtir, dl int ran von der bürg und melte sän 65 hertin und* machtin ande »i mit ronb« unde brande S. *6 65 K. II. 69 brudr H. Tunfren K. 73 DO*r- bure K. nuwebnrj H. 70 «i fehlt D. 13,101 nod« Pauli K. r5 P»uU H. 5 dirsaw H. 1» an drin «riwJtti r. udfmK. au dryn H. an drin D. Ii S. 24 *> frh» 8. 26 btudir H. 27 frid K. H. 2» conmetuir S. K. comentuyr II. 31 bnidr H. 33 34 habyn : wapinknabyn H. 3« loldow II. 41 raia« D. 43 **- ■ n. 46 prowich S. pruischU H. prsuiiiichri D. 4) D. i. s. v. a. Spannen, Beschwerung, Belästigung Pf. Digitized by Google KRONIKE VON PffozINLANT. 455 Glappin der Ermin houbitmanne, 13,150 daz di brudre wärin danne gereisit und di burc vil ler stunde lüte undc wer. Zuhant dö Glappe diz inlsüb, mit volkis vü er sich irhüb 13,155 vor dl bürg und di irstrelt. Dö der böte vollinseit hatte dise botschaft, der commetuir wart bchafl mit leide und di sinen al. £ 13,160 Vil gar gelag ir vröhir schal um daz schedeliche werc. Si kartin hin kegn Kungisberc ; dannen, dä zu schiffe vür * kegn Brandinburc der commetür 13,165 und vürte zu der st mit mit im dannen wol gesunl dl brudre unde gesinde, di sich dä der vlnde üf eime berevrid irwert 13,170 hattiu und den üb irnert. Wi Brandinburc wart teidirgebihvit und von einis brüdir 8 streng im leben. [Dusb. III, 131. J Dö der maregreve von Brandinburc vornam der bürge ummeturc,1 so» di er in Prüzin.büwte 6, iz müwetc in und tet im wi, 13,175 des er ein her ouch lud in sam und andirweit zu Prüzin quam [mi und büwtc mit der brudre rat abir an di selbe stat ein andir burc, di er ouch Üz 13,190 nennen als er di erste hiz. Uf disem huse, als ich las, nach der zit ein brüdir was Herman von Llchtinburc genant, edil an geburt irkant, 13,185 noch edilre an mute. Dirre reine gute mit vi) kastigunge pflac den Hb twingin nacht und tac. Darzü hatte der gotis trüt n,ioo ein panzir stöle nöst der hüt, daz er vor ein hemde trüc. Nu gevil im sus der viic, daz er solde in einre ztt reisin und büwin üf strit, la.ios so daz üf daz panzir der man ouch andre wapin legte an, in den er an der reite unstügirlich arbeite als daz eischit denne di not. n,2oo Daz regin sulchin smerz im bot. daz al sin lib vorserit wart als er mit dornin wer zuzart. Der strafte den hell so gewe"r brüdir Pötir sin bichteger 13,205 und im dl manunge gab, er solde daz panzir legin ab in arbeitlichin zltin und nemelich in strltin durch der wj'ipene sweYde.2 13,210 »Nein zwar«, sprach der werde, »ob >iz sol von mir dikeine not »brengin unz an minin tot ! »Dos hab ich sus voreinit mich.« — Nü secht ein zeichin vvundirlich ! 13,215 Des sclbin nachtis im irschein Maria di magit rein und mit irre zartiu hant ■ si den edlin wigant an vil senfteclichin greif. i3,22o Von dem grif im sän intsleif allis smerzin ungemach, so, dö des morgins in gesach brüdir Pötir vorgeseit, er vant von allir sdrekeit 13,225 geheilit sinen lib sö gar. Reine, lütir unde clär irschein sinis vleischis huit : des sl gelobt dl gotisbruit ! Von brüdir DUertch dem achtin meistir zu Prüzin. (Dusbiii, isa.] In unsirs hörrin järin 13,140 bot»btmIne 8. 51 gttti.it 8. 53 d»i D. M er fehlt H. 5* eooroeuduyr K. eomenduyr H. 60 »royr H. •1 Tmnie H. 63 «chlBiQ 8. 61 coomentar K. comentur H 66 ir 8. — C»p. 131. wedir gebuit H. ftrengin 8. K. •treogU H. — 73 buyte H. 74 «nuwet 8. K. muhete H. 77 buyto H. S5 edelre H. edeler D. 87 cs- »tungeH. 8S lib qucln nacht H. 94 biwan 8. by w»u K. H. bawö D. 00 den K. H. 13,200 «Denen im 8. H. 2 dorne K. 3 etmte 8. 8 und meolieh rtriten 8. 10 Nyn II. 1 4 «eth K. 4) D. i. Umsturz, Umfallen. S] In den D.U. regeln (ed. Sehönhuth. S. 17) §. XV. heisät es . »Sunderliche abstinencie, die da mercliche von der gemeinde scheident, die mane >vir, daz man die mide.« Digitized by Google 456 Nicolais Von jeroschin 13,23« dö der zwelfhundirt warin ein unde sibinzig ouch volanl, [in dö wart gesatzt in Pruzinlant zu meistir brodir Dllerich von Gatirsleve ; sus las ich, 13,135 er sl gewest der achte. Daz ammit er bewachte sechs jar mit bisorgin vil. Sö was marscbalc in dem zil von Tlrberc brudir Conral 13.240 der aide mit stritlichir tat. — Wi maregreve Dilerich von Misnin vor- herle Nattangirlant. (Dusb. m, 1 33.] Do von gots geburt vorwar vorloufin warin tüsint jar zweihundirt sibinzig und zwei, [1272 dö irhörte daz geschrci »vMJ slns betrubtin volkis Crist in Prüzinlande, want di vrist ircs jamirs was volgan und (Ii übe zit intstan, in der er sich irbannin 13,250 wolde ubir sine armin und di nach clage machin vrö. Davon vugete er iz sö, daz maregrövo Diterich von Missin, ein hell lobelich, 13,255 zu strite quam in Pruzinlant, der zu sunc was irkant maregreven Heinriche dem vurstin tugintliche, der arbeit und tirloigis gnuc 13,260 ouch in Prüzinlande triic kegn der pomezeiischin dit, als ich uch da vor beschit. Dirre hörre lobesam gar tröstlich dö dem lande quam, 13,265 want er mit im gröze craft von herllchir rittirschaft und von volkc brachte der heidinschaft zu Achte und zu hulfe der cristinheit. 13,270 Im was gäch, or w as gereit urloigis an dl viende varn ; des nam er an sich sundir sparn den meistir und der brudir truchl und nam mit in dl zucht 13,27s kegn Natlangin in daz lant, an des inwege er sa vant gebuwit eine v est in, di dä allin gestin dl invart pflac vorbltin, i3,2w> want sl von den dllin gemannit was zu grözir wer. Idoch dl briidre Gunther •od und sin brudir von Reginstein nämin an sich da gemein ii,2S5 mit bnidrin volkis alsö \il, daz sl di vestin in dem zil abstriltin den Natlangin. Geslagin und gevangin wart dä al der viende schar ■ 13,290 und vorbrant dl vestin gar. Ouch wurdin in den vristin geslagin gnuc der cristin ; doch geste üzgesundirt vumfzig unde hundirt 13,205 blibin von den Prüzin tot. Den bis genedic, mildir got ! Dö diz was alsus irgan, der vurste gut, der gotis man, volgindc des vatir pfat 13,300 sam ein lewe vur sich trat, dein keinis widirloufis blic brengit wedir var noch schrie, und volvur in Natlangin dö achtinde nimandis drö 13,305 unz uf den markt zu Gerkin. Dö mochte man wol merkin, wi gröz were sine macht. Wol dri tage und drl nacht mit sime here er da bleib 13,310 und alsus di zit vortreib. Des tagis er üzrante, morte, rouble, brante al daz lant alumme di lenge und di crumme 13,315 ftne strilis widirsat unde tet sl dö sö mat, daz si des nöhistin järis sidir dem geloubin wurdin widir und den brudren undirtän. 13,320 Ouch vorlöz er vumfzic man, 91 » di im an dem jagin wurdin abeslagin. — Cap. 13 ». raarkfref K. — 13,242 warn II. 50 »yn K. II. 52 rügte lt. 57 marcgriTe 8. 76 xuhant rt»U T»nt 8. er da »ant D. 77 grtuyt H. SS» alda der 8. 13,305 mark 8. * dri* K. drie K. drye II. drj« n. 15 widlr»lat 9. 22 abjcilafin II. Digitized by Google KRONIKE VON PRIZ1XLANT. 457 Dö der vurste wol geborn, der gotis degin üzirkorn, 13,325 sin reise hatte sus Volant und sö lobelich bewanl, an andir woltät, der er gntic dem ordenc zu sture wtk, Hz er cleidin sundir wAn 13,330 vir und zwdnzic sinre man edil und menlichir tAt in des dutschin ordins wAt und den ubirvlugzic schuf alliz, des in was behüf 13,335 zu ordin und zu rittirschaft. Und dd diz ouch was vollinschaft, er liz si in dem lande und sich kegin hiisc wände. Von bnidir Conräde von Tirberc dem nündin lanfmeistre. {Dusb.in.tat.: Brudir Conrät den aldin 13,340 von Tirberc sach man waldin in Prüzinlant der meistirschaft. Sechs jar was er damit behalt und gezalt der nündc dran, dd unsirs hemn jAr volgAn 13,315 tüsint zweihundirt wÄrin nii sibinzic sibin ouch darzu. [1277 «uu 1273 DarnAch zu rapide tut der hömeislir den dcgiu gut . hin kegn dutschin landen wart. 13,350 Dö starb er an des wegis vart. Wi Heinrich Monte starb der Nattangin houbitman. [Ousb. in, las.] NAch des marcgrövin abevarl, als üch dA vor bescheidin wart, begonde den Nattangin grüwin unde bangin 13,355 von vorchte gröz, di üf si trat, also daz nindirt was ein stat sö touge, dA sl triiwtin wesin des libis sichir und genesin vor den brüdrin. Des geschach, 13,360 daz man Heinrich Monten sach intwichin, iren houbitman, mit sinre companle dan durch schirm in dl wiltnisse, dA er vil gewisse 13,365 vor allin vlendin hofte sin. Nii wArin di gesellin sin cinus tagis algemein an der jait ; 6t er allein saz in slm gezelde. 1 3,370 Dö quAmin sundir melde unwizzins gar und von geschieht gesturzit öf den argin wicht , der i den cristin was gevöre, brudir Heinrich von Schönenberc, 13,375 von Cristburc der commeluir, ein helt deswAr an manheit tuir, und brudir Helwic von Goltbach. Mit in man ouch wesin sach von wApin — ein teil knabin. 13,3^0 Und dö si dA intsabin Heinrlchis Monten hAtin, vil vrö sl uf in gfttin und in alda vingin, ouch zuhant in hingin an einin boum (des was er wert), stechinde durch in ein swert. Alsus der tüvils kempfc starb unde vür, als er gewarb. Wi Glappe starb der Ermin houbitman und wi di Ermin und Nattangin sich abir satztin. |Dusb. m, ise.) Glappo der Ermin houbitman 13,390 hatte einen man im undertön, •i c Stenow sö was er genant und im s£re wert irkant von sundirüchir übe craft, iu der er was zu im gehaft. 13,395 Den seibin hatte dr dicke irlöst von tödis schricke, als in di llbe darzu twanc. Des sait er im zu jungist danc sam I di bösin pflegin, 13,400 dl arc kegn gute wegin und kegn übe tragin haz. Sus Stenow Glappin widirmaz leit vur übe, arc vur gut, und wante daruf sinen mut, 13,405 wl er in vorrite und im des tödis mite gulde nAch untrüwe rechte ; und uf daz er daz volbrechte, 13,3« ordne H. » her Ii* H. 09 wm in «in S. 73 critünn K. 89 h 8. H. 90 h.t 3. 7» in fehlt U. Digitized by Google 458 NICOLAUS TON JEROSCHIN sö lut er üf nutzis bcjae 13,410 in vur eine burc, di lac dä in Samelande üf des habis strande kegn Brandinburc vil na, und beschit im ebin sä i3t4is einen tag, üf den er dar kumin soldc mit siner schar und di burc gewinnin. Disem tage binnin quam Stenow der süre 13,420 zu dem commetüre von Kungisberg in vridis pflicht meldinde im di geschieht von Glappin unde siurc dit und im daz mit eide ril, 13,42s daz er an sich ne*me sin volk und mit im quenic ; iz solde wesin sin gewin. Des volgt er im und zöch da hiu mit brüdrin und mit volkis gnüc ; 1 9i d nn^ a's 'ID Steuow e" gewüc, Glappin er dä ligin vant vor der vestin vorgenant, als er sl wolde irstritin. Do sprengte sundir bitin, 13,43» der commetur di Ermin an und slüc si alle sän ; sundir öt den houbitman Glappin vürt er von dan kegn Kungisberc gevangin 13,440 unde liz in hatigin uf einem berge, der da lit. den man noch huitc nennin pftlt im zu gehugde Glappinberc. Susi irsturbin sine werc. 43,445 Dd di houbitlüte warn und di andrin, dl urbarn daz urloige pflägin, als ich 6 sprach, irslagin, di Ermin und Nattangin !3,4&o Uzin gar ir prangin und ir vreidekeit bestan und wurdin abir undirtan an dem geloubin gote unde der brüdre geböte. Diz ist von den sunderltchin sttiten al der bürge und der stete in Pruzinhnde, di da geschahin in der andrin vtmoigi- runge, und zu erstin von der Balge. jDusb. III, 137.] u,i55 Da bevor ist üch geseit mit der järe undirscheit von den houbitstritin, dl binnin den zltin des urloigis geschän, 13,160 dö man sich sach di Prüzin liän vornöglrit andirweil. Nu wil ich mit inlscbeidinheit iijR üch ouch di stritc kundin, di in den seibin stundin I3,ie5 geschahin sundirlichin sä in Prüzinlande hl und da von iclichim gebite und vestin kegin der dlte ; ich meine, wl gestrittin hat 13,170 icllche bürg, idiche stat kegn den Priizin sundirlich, dä si zum andrin mäle sich hattin vornögirit. idoch ungeordenirit 13,175 müz ich setzin di geschieht, wanl ich irvorschin künde nicht, in welchim jar, in welchir zit geschehin were iclich slrit, . welchir vor, welchir nach. 13,180 Ich schribe dt, waz dä geschach. Des mane ich, »wer lese diz buch, daz der nicht wese mit strafunge mir gever, ob ich dl ordenunge vorkör 13,485 der strite, wen sl sin geschön ; want nlmant lebit, der nü gdn des muge di gewisheit. Idoch ist daz di wärheit, daz in den vumfzen järin, [iiMff. i3,i»o di dl Prözin wärin dem geloubin abgestan zum andrin male, als ich hän gemachit üch da vor bekant, wurdin dl stritc volant, U und einer S. 2t> mit frhll S. K. H. 13,400 er fehlt 8. K. 12 des bi« 8. tO cömendure K. comendure H. 39 volkis mit brwdri vertauscht S. unde volkis K. tB volkis II. 31 sprengte er S. 35 eomrtur K. coomentar H. 37 houbtm»n S. H. 40 und lilin in 8. lyiln, wohinter norh ein auspunktirte. yn K. 15 houbtlute 8. boubtloyte H. 40 und andrin 8. vrbrn 9. 52 vmlc 8. 58 fteeiten H. geeieiten D. 61 Tornoijirit K. vornojirt H. 63 uod ouch 8. 65 getebayn H. 68 ke« K. 73 vorn-lglrit K. 71 unjordenirit K. 76 konde K. 78 gesehen H. 80 do K. 81 iwiichen »wer und le»c nachtraglieh da eingeschoben K. wer is lese H. es lew D. 83 mit »Utt mir 6. hl ardenug« II. 85 »int H. »« nyman K. 8* wprheit K. »9 vutt/ten K. vanfesen U. »1 abeftMin H. Digitized by Google KRONIKE VON PRUZINLANT. 459 I3,ifl5 von den ich üch nü sagin wil. Himitto hab di rede ein zil. — Dö nÄch unsirs hörrin jarin der tüsint und zwöhundirt warin und sechzic vorgangin, [1200 t3,500 di Erniin und Nattangin 9ib von dem geloubin kartin, und d\icb darzü di Bartin unde von der cristinheit sich vornöglrtin andirweit. 1.V03 Si durchvurin al ir lant mit gewapintir hant und, waz si in den stundin cristenir dA \undin, den nftmin si vü gar den Hb ; i3,5to sundir kindir unde wib vurtin si gev angin hin. Darnach si ouch üf gewin vor di Balge quamin und den brüdrin nämin 13,515 da ir hengste und daz vi ; und daz geschach nicht eiuis hi, sundir in vil manchim zil .tAtin si in schadin vil. Wi dri btiidre und virzic man wurdin geslain. iDusb. in, m.] Darnftch dö diz was irgan, 13,520 zwön edle und mechtige man Skurame unde Stutze den cristnen zu unnutze besamintin ein michil her unde nAnu'n ire kör 13,525 vor di Balge üf den plan, dA in ouch di brüdre san mit irre trucht begeint in und sich kegn in leinlin mit menlichir wer döswar. 13,530 DA vilin von der Prüzin schar zwen edlinge vorebil. Nü was so gröz ein nebil des tagis, als ich hörte gehen, daz nimant den andrin sehen 13,535 mochte in di virre. ' Di vinstre was ein irre Mc den brüdrin grdz, dl dö üfwalb, want di Prüzin hattin halb ir her in läge geschieht. 13,540 Des mochtln si besehin nicht und iltin nach üf stritis such genin, dt da durch daz brach vur in vluchtic wichin. Zu jungist üf si strichin 13,545 gene üz der läge und slügin in der vlÄge virzic man und brudre dri. Got in allin genödic si! Wi ein teil Prüzin slurbin. [Dusb. in, t89.; Vpn anbegin als man be\l 13,550 di burc zur Balge, sö sint i gewest darüffe beide gut, sö ellinthaft, sö staregemüt und zu strite sö swinde von brüdrin und gesinde, 13,555 daz vil seidin 1 ein her mochte sin sö starkir wer, daz öt vor dl Balge quam, elslichin schadin iz dö nam, ö iz sich von dan intprach. 13,500 Davon in einre zit geschach, daz ein Prüze Pobraw genant besaminte zu slnre hant vil Nattangin und Ermin, mit den er woldc hermin 13,5*5 di brudre und vorermin mit roube unde slachte nftch vientlichir Achte. Des sante er bl nachte vüzvolkis vil, daz ungemelt 13,570 solde kuroin üf dnz velt zur Balge, und des morgins vrü quam er mit den ritin zü und siüc dri hirtin, »2d dl daz vi bewirtin, 13,575 vazzinde vur sich di hert, di si vaste dannen wert tribin mit snellir vart. Idoch brüdir Görhart, genennit von dem Rine, i3,5(>o und andre brudre shie, darzü ir wöpenöre volgetin dem here llindein snellir gA 13,496 hy myt H. 97 Jans K. »t> zweihundirt warn K. 13,501 jloobU S. 2 ouch fohlt K. 2 « 8. K. 11. n. 12 dar »y H. 15 gar ir henpte H. — Cap. 13*. g™Un — 19 Donach H. da 8. K. 21 Kun« H. Saune D. 33 31 fen : aen K. gen : tern n. 40 beteen H. 49 ymeddig K. 52 «tarkyn mut H. 59 inprach S. ym- prach K. yntbrach II. «I Tobrow H. D. «3 m S. fit her 8. K. «S aamtate 8. 70 rel 8. 7« er »tatt «i U. D. 77 tribin »i yi K. («i er»l nachträglich einschoben), trib.vn Ii« H. M Tohjtyn H. Digitized by Google 460 NICOLAUS VON JEROSCH1N und quämin in sö nä, i.i,ms daz sl sich mit in wugin * und von dem roube slügin menlich al der Prüzin schar behaltende ir vie vil gar, daz nl abquam ein clawe. 13,590 Ouch bleib da t6t Pobrawe, darzü sechse sinrc man ; di andrin vluchtic quämin dan. Wt Brünsberc bürg unde stat wttrdin vorbrant. (Dub. 111,140.) IleY Anshehnus, als ich las, « der von dem dütschin hüse was I3,5»s des ordins brüdir irkant und bischof zu Ermelant, gebüwit halte und besät eine burc, daran ein slat genannt Brunsberg in der ztt 13,600 üf einin werder, der dä Hl ein teil mit hoc irdozzin mit der Serge bevlozzin küme zwöne steinwurfe dan, dä beide bürg und stat nti stän. i3,«05 Dirre Brünsberc vorgenant von der Prüzin dit berant mit eüno grözin here wart in des crstin järis vart, dä si zum andrin mäle wärn [il«o 93» ^era 8e'PUDm abgevani. Daz her mit crcflin sturrain pllac di vestin einin ganzin tac ; Idoch di inwonere der stat und di hurgöre I3,6is wol näch menlichin sittin in dä widirstrittin und mit wer kegn in stüntin. Mit weginin si vornintin und mit holze ai di pfat, 13,620 di zu der burc und zu der stat gebip mochlin den zuganc, und stündin werllch äne wanc sö, daz von beidin sltin vil volkis wunt wart in dem zil, 13,605 ouch sumelich irslagin. Und dö di Prüzin sägin ir sturmin dä sö umbewant, si zugin dan mit lerir haut. Näch dirre vreisin drouwe 13,630 näch holze und näch houwe soldin varn virzic man des hüsis und der stat hin dan, als dl nötdurft in geböt : dl wurdin al irslagin tot 13,635 von der vlende handin dort. Dirre schedeliche mort den burgenn worchte sö griiwesame vorchte, daz sl in zw Ivel büwetin 13,610 und keine wls gctrüwetin den Prüzin mugin widirstän, ob si sl abir vechtin an. Des gevlngin si den rät, daz sl bürg unde stat 15,645 beidintsamin vorbrantin und sich von dannin wantin mit wlbin unde kindin und allin irn gesindin, swaz der iclich hdte ; 13,«50 abir von hüsgerete und andirre habe in nicht md herabo volgete, wen also ginic, als iclich üf dem rucke trüc ; 13,655 des. was zwär cleine mäze. Nu quämin 11 f der sträze in inkegin, dö sl dan schidin, sechzic cristineman, di di brüdre hätin 13,660 zu hclUichin statin von dem Elbinge in gesant. Und dö den wart von in bekant, daz der Brünsberc was vorbrant, sl kartin limine s&n zuhant 13,665 mit den gestin sidir kegin dem Elbinge widir. — Darnach in unsirs herrin järn dö der tüsint vorloufin wärn sibinzig und zweihundirt, [uw 13,670 darzü nüne gesundirt, bischof Heinrich von Ermelant bürg und stat Brünsberc genant andirweit vornüwete und si nüwis büwcle 13,588 fehlt K. H. (in Ii. Lücke |-ebu*en). und retten du tiecb »ogar P. &9 90 clauwe : Pobraimre K. II. — Cap. 14». yerbnuit wart I). — 9s dnrynne H. 99 genenoit K. jenennjt H. vor der K. 1). 13,606 pnaehin n. 7 fro- lim 8. IS weignen 8. wepien U. 21 nabln K. haben D. 27 unbewant H. 29 noch 8. vrr>t« H. 31 >»- rinK. H. 35 hande 8. 43 gerinn 8. 51 andere n. 5S criatne K. H. eri*t*n D, 62 do fehlt S. 61» K. H, 69 twelOmndlrt». 71 Henrich K. Digitized by Google KR0N1KE VON PRUZINLANT. I . 461 13,C75 Bi der Serge an di stat, da si noch hüte sin gesal. Von dem bischove ich vornam, 1 dd der von erst gewiet quam in sinis bUchlümis lant, 13,690 daz er dä nimmd rente vant, wen eine marc Pfenninge, dl im zu ziusgedinge eine raul jerlichin galt. Ddswär der schätz was snel gezalt 13,685 und ouch vorzerit balde. «3 c Got nü der kirchin walde t Wem dl prdbendin so magir, als sl wärin dd, ich wene, kein juriste, 13,om legiste noch artiste impetrirte darin ; des wolde ich wol ein bürge sin ! Von eime strile der brtidre von Crislburg und wi von wundre vil Priizin wurdin geslain. [Dusb. m, 4 44.] Brüdir Dlterlch, der da was geheizin Rodde, als ich las, I3,m ein helt ddswär zu strile tuir und zu Cristburc commentuir, bin der andrin abekdr der Prüzin nam an sich mit wer von den brüdrin slnin 13,700 und von pilgerlnin eine trucht geacht mit zal von hundirt mannin ubir al, und reiste mit den hin kegin Pogez^nin üf gewin, 13,70» übinde in dem lande roub unde mort mit brande. Und dd er da geherte unde dannen körte, im volgte menige alsd grdz is,7io von Priizin, daz in vordröz und alle, di dA mit im warn, want sl mochtin nicht intvarn wedir vor sich noch bestt den Pogezcnin äue strlt, 23,715 dl st dä drungin vlentlich. Do daz sach brüdir Diterlch, gote wol getruwinde und üf sine hülfe büwinde er sich ummewante 13,-20 und an di viende rante 93 i mit den slnin unvorzeit. Dä wart ouch lengir nicht gebeit ; di Prüzüi sundir alle wer nämin an dl vlucht dl kdr I3,m vorzagit in den vristin. Dö voigtin ouch di cristin und irslügin ir sd vil, daz üf einis tagis zil nl von wdninc lütin d 13,730 wart geslagin volkis me\ Ouch sl ir gnüc dä vingin und iz dt wol begingin wol näch wünsche mit in. Und dd sl dannen rittin, 13,7W man hdrto dl gevangnin gdn, sl hdttin in der lufl gesön mit ofGnllchir schouwe dl allirschdnstc junevrouwe, dl 1 üf erdin wdr irkant ; 13,740 di vürt in irre zeswin hant vil crefticlich der brüdre van. »Dd wir sl woldin strilin an, »der junevrouwin aneblic >gab uns», jän si, »sulchin schrie, 13,745 >dävon intweich al unse craft >und wurdin alsd zagehaft, >daz wir dt nicht intochtin >noch uns gewerin mochtin.' Wi ein vlihüs wart gewannen. [Dusb. in, Ui.) Dl Pomezdnin abir sich 13,750 besamintin crefticlich und quämin hin gerittin näch urloigis sittin zu Cristburc, dä si westin bl ligin eine vestin, 13,755 darinne wonin pflägin in urloigis tagin dl cristnin Pomezdnin. 94 » Daz hüs di Pogezdnin alsd lange vächtin an, 13,«S2 du im 8. 63 ein mal D. 91 fehlt, ttrit« tU toir S. 13,707 all da D. buw«U 8. 21 dl fehlt 8. K. U. D. 25 8. 53 der ei K. H. D. M burgel D. 03 Dlthrieh K. 94 B. U meyngr 8. 17 foU « w 8. 28 fehlt II. dAi einU uf Ugi« 8. 33 8. 95 deewar 8. 18 lyu II. 8. II. 37 of- 4) V. 4 3,677-48,691 bei Pf. Nro. »5. S. 6*. Digitized by Google 462 . NICOLAIS VON JEROSCHLN I3,7M unz iz zulest ir craft gewan. DA slüg ouch unde ving ir hant, swaz man lüttes drinne vant beide wlb unde man ; sundir waz ir mochte daii t3,-65 üf Cristburg intrinniu. Ouch sach man vurbrinniu und vortilgin in den grünt daz selbe hus zu der slunt. Wi zwelf brudre und vumßundirt man wurdin geslain und xci Cristburc di stat und daz vurburge und der Pomezanin vlihüs wart vorlerbit und vil crislinre- luilc darinne irslagin. [Oiub. in, i«s.i Diwan, der Bartin houbitman, 19,770 dem ein züname clebte an, daz man in hiez Clekine i näch dem vatir sine, und Linke ein Pogezen, dl hcrgcsellin, hört ich jen, 13,775 reisetln in Colmerlant mit eimc bere gröz irkant ; und dö di von Cristburc warn dahin gejait mit irin scharn und andirwegen di brüdere, isjso zu des geschreiis lüdere, dl Pogezeriin, als Diwan daz hatte vor gelegit an, quämin mit al irre craft, dl in mochte sin geschalt is,7W zu vüze und gerittin nach vientlichin sittin zu Cristburg in daz gebll, und als ir wille in gertt, eine burc Traupeien genant l34*h wart von m M* berant hl Cristburc gelegin, Mergenburg inkegin. Vor der burc sl llzin daz vüzvolc unde hlzin 13,79^ cinin, der was Kolle genennit, daz er solle, wesin da ir houbitman und mit rate si vorstAn. So waz dA was von ritin, u,s«o dl sach man in den zltin vurbaz di reise nemin in daz gebll Algemin, daz ist, di Merginburc nu stat. Dannen machtin si ir pfat 13,skö brinninde unde stände, roubinde unde vändo, swaz an der vart begeinte in unz zu Merginwerdir hin. Dö dise mere irvrlschin sA 13, mo di brudre üf den burgin da Posilie unde Vischow, wl mit vlentiichir drow vor Traupein di Pruzin wam, si brAchtin hülfe sundir gparrt i3,Mi mit iren wepeuerin den brüdrin und burgerin zu Cristburc, di si vundin ouch alle in den stundin mit wApnin ilzunt angeleit i3,*2o und zu slrite sin gereit. Darzü man si sach gäbin ; und dö sl wurdin nahin der vorgenantiu burc Traupein, di, als ich e sprach, was beiein, t3,ws di viendc vluchtic wiebin von dannen ; den ouch strichin di brudre nach in dem zil und slügin ir da vil. s« e Ouch Kolte da sin endo uam. 13,mo Und waz der dil zu vüz inquaiu, di begeintin an der Wucht genre gerilteniu trucht, dl daz laut hatte gehert, dl ouch sere wart vorvert 1 is.kss dirre schumpfinture3, di si ungehure an in offinlich irschein. Des kobirtiii» sich dorn ein beide gerittin und gogAn 13,840 di Pruzin unde zugin sAn üf dl Sirgüne daz vliz, dA sich daz her ouch nidirüz, dl herberge bevAude 13,760 luleUt K. ctuleUt II. 62 lott« 8. lojrte H. — C»p. 143. Tunfhuodirt K. II. PomctCD« II. irvkfio fehlt H. D. — 77 irweltin H. 23 24 («lein : inkein K. geleyn : inkeyn II. 24 kefin 8. 25 da tod in 8. 26 Manch ^ 28 crUtnyn U. 29 bemeniet K. bemeynit II. 30 tpreaxte K. U. ouch iu S. 32 Si 8. tnenie K. meyne H. rienwnrdlr H. 55 eaio II. 50 eolmlachtr S. colmitebe K. n. colnlach Ii. 62 Einn D. Potnexeyneo tt. 64 «wi'> , II. D. 06 funnit II. 72 ftiu* H. 83 rtlich« H. «ich oueb K. H. «ich Mtcb D. &»> daa K. 4) D. i. verbargen Pf. 4) D. i. zur Nachstellung, Verlockung. 3) Vgl. zu Vers *3tf Digitized by Google KKOMKE VON PMJZIXLANT. 467 H,i«o der slat mit snödir abekusl wart von den argin rotin smAbeit gröz irbotin in manchir wlse zu unörn den bildin gotis unsirs hörn, u,i»5 Marien und der heilgin. Ouch sach man si bcmeilgin in manebir unvlctigin tat altirpallin 1 und ornAt und andir kirchgerdte, u,2oo daz man gote bete gesegint und gewihit und in sin dinst gevlibit2. Darzü di beiligin sacrament »7» wurdin jemirlich zuspent* 14,205 unde bracht in schände. Ö slarkir got, daz ande ! Wi Slarkinberc wart gebüwit. • [Dusb. III, H9.] Brudir Anno, als ich las, der in der zit hömeistir was, dem lantmeistre sandc i4,2io brive kegn Prüzinlande und in in den brlven biz bi namen4, daz er uf daz vliz di Ozze, da sl undirscheit beginnil tragin undo treit I4,ii5 zwisebin den b i seht ü min zwön, Colmcn unde Pomez^n, solde eine vestin stiftin, di wolde er begiftin mit voUir nötdorft unde neni 14,220 alle, di darüffe wem bescheidin ir zu hüte. Nu was in snellim müte gehörsam der lantmeistir gut und zubant zusarane lüt 14,225 zu der büwunge volkis vil. Und dö an einis tagis zil si stündin und arbeittin und vaste zübereittin der hi diz, genre dort daz, i4,2ao aJs sin amt iclichim maz und da zu tüne satzte, mit creftin üf si platzte uugewarnet der Prüzin her und slüg An alle wer u,2.i:, \il gar di samenunge. Also wort di büwunge dö zustörit und gelac sint miz ubir manrhin tac. Dö las der meistir vorgeseil 14.240 ein volc zusamin andirweit 87 b und dö mit gotis pflichte vnlbüwte und berichte der vorgenantin bürge werc unde nant sl Starkinberc, 14,245 mannende si s winde mit brüdrin und gesinde. Wi Starkinberc wart vorlorn. [Dusb. III, 130.] Dö dl Pnizin vornumin hattin, daz volkumin di burc was an gebüwe, 14,250 sich inzunt ein nüwo zorn an in mit vienlschaft, alsö daz si mit grözir crafl vil schire sich bereitin und davor sich leitin. 14,255 Abir brüdir ConrAt von Blindinburg in keginlrat in slrlte zu den 'stundin und inpfinc vumf wundin des libis an vumf endin, i4,2fio an vüzin und an hendin> dl vumfte an der sltin. Nach Cristö sach man litin in di wundin ebene ; ouch wart er von dem lebene 14,265 von den Prüzin dö getan, darumme er vil manchin trau mit innigis herzin vlö an got gegozzin hatte d, als oft gehört was und gesen. 14,270 Und darnAch, da daz was gesehen, di burc si ummevingin und zü mit stürme glngin nftch vientliehin sittin. Ouch wart in widirstrittin u,275 döswAr mit wer vil harte 14,100 and« II. 14,202 und« K. 3 heUfin K. — C»p. 1 49. f ehalt H. — 0 lantmeutirc 8. 13 do 8. 25 buvng« K. buuof« H. 2» dort« U. 30 aUsu« II. 33 uugewamt K. H. 36 buvnje K. buunje H. 37 »u- stort 8. c»u»torrt D. 8S um »int H. K. II. 12 wol buwt« 8. vol buwetc II. 50 Blindinbu« 8. 58 jntfyng H. 5S 50 Tun! K. 61 rualU K. H. 4) D. i. (von pallia) Altartücher. 2j D. i. in Ordnung aufgelegt, angeordnet, eingerichtet; jetzt «gefleit. oder auch .Lfllcicn« . 3) Zuspencn = zerstreuen Pf. zerreissen. 4) D. i. vornehmlich. 30* Digitized by Google 468 NICOLAUS VON JEROSCHIN , von der brüdre parte obin lif der veste ; 97 c st grüztin di geste in des Sturmis wlle 14,280 mit manchim scharfln pflle, den sl in inrottin. Sl wuntin unde töttin sö manchin Prüzin in den scharn, daz si vil na vorzagit warn. 14,285 Zuletzt doch ir gemüte in grimme sü irglüte, dnz si e alle slerbin da woldin und vorlerbin, 4 si dl vestin Itzin slAn. u,wo Sus gingin sl do abir an unde stunnitin in der zlt s6 vreislich, daz üf beidir sIl ir anc mäze vilin töt. So lange treib sich dise not, 14,3«5 unz ubirhant doch namin dl Prüzin unde quamin in di burc mit gewalt, da ouch mein wart gestalt. want si di brüdre mit unzucht 14,300 und alle der burcluite trucht zuhlwin und zustucktin gar strowinde sl her und dar. Oueh si dl burc'vorbrantin und gar in uslin* w antin. 14,305 Darnach ubir manic jar Slarkinberc dl vestin dar gelegit mit gcbüwe wart üf di Ozze nidirwart in daz Colmische gebit, t4,sio da man sl noch ligin sit. — Wi Spiltinberc wart vorwtut. Dasb. III, 151 .] In Poiuezeuen wlldiu di brüdre unde htldin gebüwit einre bürge werc. di was gebeuin Spiltinberc. »Mi* Abir do di Prüzin sich gezogin uziu dem geJoubin andirweit batün, als e ist geseit, sl tribin mit urloige zu ii.aao den brüdrin alsd groze mü in manchirhande wlse, darzü mangil der splse drukte also swinde sl und ir gesinde, 14,325 daz si zu den zltin nicht lengir widirstrltin mochtin den vlandin ; sundir sl vorbrandin dl vestin und zugin dan. i4,3.io Sint ist wüste oueh best An daz wal unz an dise zit, daz iz nlmant büwin pfllt. Von dem urloige Colmerlonde ken den Pruzin binnen der andrin vornoigirunge und zu erslin von dem bischove von Colmeme. Lüusb. m, isi. j Brudir Heidinrich gew^re des ordinis der predigere H.335 was bischof in Cohnirlant, dö sich zum andrin mal int want von dein geloubin h4tin di Prüzin und den smetin mit allir macht, als ich 4 sprach. 14,34« Von dem bischove man vorjach, daz Maria di zarte sch innerlich offinbarte sich eime armin manne unde den sante danne 14,345 mit einim brive so bin ab, den er ouch brachte unde gab dem bischove vorgeseit, »8» darinne mit intscheidiobeit der bischof al sin lebin 14,350 vant beschribin ebin, dö er den brif ubirlas. Ouch darzü geschribin was, daz in Prüziniande dl cristnin manchirhande u,s55 jAmir unde biltirkeit unde martirlichiz leit soldin noch irlitin in kunftigin zitin von der prüzsebin dite u,3«o um des himils mite. 14,2$3drr8. s7<- fehlt U. 14,UOI luhibia K. rioftibta H. torrtoktui K. nutacki» U. 2 «tratüadt B 4 »ha II. i«a»tk H. 6 uadr H. 52 baefcritia 8. 4> Wohl - Asche Digitized by Google KRONIKE VON PRUZINLANT. 469 W Colmeme wart (Dusb. III, 4 53.] Darnach in kurz In tagin dl Pruzin dort belägin di stat zu Colmensö sö hart, davon betrubit söre wart 14,365 der colmiscbe bischof und besant üf sinin bor rittir uude knechte, di von dem gebrechte 1 gevlohin warin in di stat, 14,370 und di vlizicUchin bat in joch setzinde daz vor der sundin abläz, daz si sich üzmachtin, irspöhtin unde achtin 14,375 des heris zal unde macht, wi grdz di mochto sin geacht. Und dö si sich* uznamin, Pruzin an st qua min in einir rolin da besil, u,™> kegn den st hubin sich in slrit unde wuntin dä inmanc einin Pruzin, der sö lanc was vor al den anderin, daz man in sach Wanderin Uät rait den acllse,n 0D '»> und den sleptin ouch hin in di stat gewisse. Von des gevengnisse wart der Pruzin houbitmari M,3*o sö gar betrübi», daz er «an geiobete mit eidin, er wolde dannen scheidin noch dikeinen cristin betrübin in den vristin. 14^»5 ob si den Pruzin also wunt im widirgebin in der stunt ; daz ouch geschach ; er wart hin vur gegebin üf di willekur. Sus bleib da unvorladin 14,400 Colmense von sebadin. Darnach in des oustis zlt legete sich sö hin bestt ein michil her von Pruzin unde blibin liizin 14,405 in vorholnir läge vil nä drlzön tage einim walde da inmanc, den man nante Vogilsanc. Doch inhanl2 eine deine schar M,4io uf dem velde her und dar irsehein, daz was ir sitte vloginde von dem snilte dl inwonerc vou Cobnensö. Zu jungist, dö daz koni nicht mö 14,115 äne schadin mochte stän und di burger hattin wän, daz di Pruzin wdrin dan, sich hubin uz wlb unde man algemeine in den snit ; 14,420 und dö di Pruzin sahin dit, si sprengtin zu mit allim her und irslügin äne wer Med! vrouwin zu den mannen ; di kindir si von dannen 14,425 vurtin in di hafte ewigir eiginsebafte. — Von dem urloige der briidere zu Reddine. (Dusb. in, m.j Nimant kan uzgerichtin, vol scbrlbin noch vol tichtin, waz jämirs unde plne 14,430 daz zu dem Heddlne dl brüdre und andre cristin irlidin in den vristin durch des geloubin schirm in, dö di ungebirmin 14,435 Pruzin hattin vientlich iutrant und vornöglrit sich von dem geloubin andirweit, want allir oftist was geleit ir invart und üzvart da vur, 14,440 swenne si nAch willekur in Colmerlant bin soldin odir dannen woldin. Iz wart vorwär gosagit mir, daz dl stat der Reddin zwir 14,445 dö gewunnen wurde * 4,3*9 warn K. 72 von dtr «unde 8, der tanden abclu D. 85 »ch»lin K. ober H. aber D. 89 houbtman H. 91 loubitt H. 1)1 dl frlilt D. dy keine H. 14,100 yor D. 4 und B. luiin luiin 8. luiln luiin, dai iweit« laiin i strichen K. *> Doch y« enhtnt D. 12 »loijinde K. 1 3 inwoner K. H. 14 dd Ers»niuD(. körn fehlt K. H. 27Nym»nK. U. :)0 1. di? dort K. U. D. 31 brudr K. 36 ▼ornoifirit K. 38 oftla H. 40 noch 8. geändert in nuh K. 1) Geschrei Pf. Larm. 8) D. i. = zuweilen, hie und da. Digitized by Google 470 NICOLAIS VON JEROSCHIN und in janiirs bürde gevangin und mit tode blas geroachit, waz darinne was. daz menschlichin namin Irüc, 14,450 von der Prüzin ungevüe. Von Mcrtine von Golm. [Dusb. m, 1 56.] Ein brüdir von der burc Reddin unde Merlin von Golln soldin zu einin zitin üf dl wiltnisse ritin 14,455 durch bcs^n, ob in da icht widirlife von geschieht, unde wurden irre ein teil in dl virre von der wege künde ; l4j4fto j0 sj lange stunde geriltin also gleifiu und in der wüste streifin einiz her, daz andre dar, zu jungist wurdin si gewar 14,4«5 drier Prüzin kegn in gan, der si zwene aldä san von dem lebene spildin ; den drittin si behildin lebinde üf sulchin wan, 1 i,17ü daz er si geleilit hau solde üf deu rechtin wcc. Abir der vorwäzene gec sl vürte in der vleude lant. Und do sin tucko in wart irkant, 11,475 si slügin in und iltin dan. tdoch vumf gerittene man der Prüzin di geschieht irsän und vientlich si an in sncllir vart gewundin2, H, iso ouch vingin unde bundin si beidintsam vil harte und gabin si in warte zwen, di in do blibin bi ; sd rantin di andrin dri 14,4M in gentzis gerde näch des brüdirs pferde, daz in was intloutin. Nu woldin hi intknoufin diso zwöne Mertinc H,49o des houbetis mit ptne, di wile Rene dort daz pfert sucht in, und dü si daz swert itzunt hlldin ob im bar : >Ir slt nicht wise«, sprach er, »zwar, 14,405 »daz ir üf dise cleidir gut >wollit gizin bi min blüt »und di also vorterbin. 99 k »Ir mugt si baz bederbin3, >ob ir rechte witze hat. i4,soo >Di varwe in vil gar intgat, »ob man si widir waschin sol.< — Der rat gevil den Prüzin wol und intpundin im di baut, als si woldin daz gewaut i 4.505 im ruckin ab ; und do er kds. daz di arm im wariu los, er slüc den einen an den gil, mit der vuist, daz im inlpfil daz swert, daz er ouch dü begreif, i4.5io und sü manchin ummesweif mit scharfin slegin üf si Irüc, unz er si beide tot irslüc. Darnach er ouch tröste und üz den bandin loste 14,515 den brüdir, siuen cumpan. Nu quämin üf si jagin sän gene dri gevertin, kegn den sl sich ouch wertin und alsü lange kempftin, 14.5W unz si si doch bedeuipflin, daz sl des lebins blibin toub, und lüdin dü den roub üf iu gotis namin und vil schire quamin H/,25 An allir irre ummeswoim kegn dem Reddinc sö hin heim. — Abir von Merline von Golin. [Dusi». III, 157.; Ouch in den seibin zitin wol zwenzic Prüzin ritin sach man in Polenerlant, 14.53« da beide roub unde brant Äne widirsatz urbarn , und di v.ile sl dA warn, 11,45S verre D. fil gclvifjn II. gi-Utflin D. 72 roi-waine K. 74 tuk K. tug II. 70 vunf II. grritD* K. geriten II. O. 91 «ftint n. S2 und* S. 83 in fehlt II. D. *iS fenine« D. SS entknuffen D. Vi di S. !»o hmiblis II. S)3 obir H. "J8 mvgit H. H,5n0 varbe II. 3 iinpumlin K. yntbundin II. hant D. 5 *> fehlt K. II. 6 blof, b ausradiert II. 10 kejjrinswuf K. keginaweif II. gegcn»vraiff I>. Ii Ii» 20 komptin : bedrmptin S. 21 lebinis S. 1) S. v. a. sich umgehen. t; Anwindcn = ausreifen. 3) D. i. dauerhaft machen. Digitized by Google KRONIKE VON PRl'ZINLANT. 471 dd santin von Reddinc dl brüdre Merline 'Iwfc von ^olln, genanl dft vor, so hin üf der strAzin spor mit sibinzen gcvcrtin, swen sl danneu kertin, daz er sieb vorsticht an in, 14,540 ob im lichte dä gewin wurde beschert von gote. Nu quam dl selbe rote der Prüzin unde trAfin dl warllüle slAtin, 14,545 dl Mertin hat üzgesant, der sl einin dA zuhant slügin unde t6ttin, den andrin sl nöttin mit drouwe unde bandin, i i,s50 unz daz er bekand in wi man in da lAgcte. Darzü er in sagetc der läge stat, der lüte zal. Und dü sl diz irvorschtin al, i 1,555 zu ebne boume bundin sl in unde hegundin dl läge hczlich stritin an. Ouch so wart in widirstän s6 menlich von den cristin, 14,560 daz ir in den vristin gnüc dä vilin beidirsit. NO irsach ouch disen strlt Mertinis gescllin ein, der d.\bl von der gemein t4,565 nakt was geswummin über ein vliz, als er durch splse geniz krebze wolde vAhin, und begonde gAhin wundirlichin liminende* u,&70 und widir ubirswimmende zu hülfe sinor rotin, dä er cinis tötin 99« swert unde schilt irwischtc und in den strit sich mischte 14,575 kegn den v lendin also nakt, von den er v reislich wart zuhakt, zuschrötin und zuhouwin, daz man mochte sebouwin im hengin von dem übe blöz ii,sso munchin vleischis laschin gröz. Sü lange und so harte stritin dise parte, unz in so groze müde zu trat, daz si wol dries zu 11,5*0 an beidin sitin nAmin und darnach i zusamin in slrlte widir glngin, swen si icht craft gevingin. Sö lange si daz tribin, h,:m unz zu jungist blibin töt dA ligin beide schar, Prüzin unde Dütschin gar. Und dö daz also was irgAn, dü quam ouch genre wartman, n,595 den an den boum dl dlt 6 bant, los üf dl walstat unde vant vrünt unde vlende alle töt sundir eüie, Merlin öt, der lebete und doch küme, 14,000 den er ouch Ane süme semftllch üf einen slittin lüt, darzü gar der Prüzin güt, wApin, clcidir unde pferl, und waz dA mochte roubis wert 14,005 gcsln, er alliz mit im nam und heim zu dem Reddin quam. Wi cristinreluite vil wurdin geslagin. [Üusb. III, 158.*] Ein hüs Wartinbcrc genant was gelegen in Colmirlant »0 4 üf einim berge, den bevlöz ti,6io ein lieh mit vestenunge gröz. Der burc dl brüdro wildin und volc darüffe hildin, daz si bewarn mit hüte pflac. Nü gevll ein viertac, 14,615 an dem daz volc geschefdis vrl von den dorferin dÄbi gesamint was in vroidin durch tanzin undo goidin und andir kurzunge der zll, 14,515 hat für hatte 9. K. n. 51 irrorehtju H. 85 ubr K. H. 7liarS. 73 74 irwiachete : mieehete H. 76 «Irr H. 80 Tlriuh rtatt vleieehi* II. 90 iungtt da D. 93 all«-» n. 00 wal»t S. »8 ejur* 6. 90 lebte K. II. 14,600 der oueb 8. 1 aenfticlich U. 1 roobia mochte H. raube» motbte D. 6 Beddine I). 8 g-e- lein K. ffeleyn II. in Ccilinenlant K. H. 10 vetteinung» K. 12 dal Tola H. 15 gwhefU« II. gearhefle« D. lOdorfernS. 17 vreudyn : geudin II. JO kumunde 8. 4; D. i. rufend, schreiend. Dies Capitel bei Pfeiffer Xro. 26, S. 65 f. Digitized by Google 472 NICOLAIS VON JEROSCHIN n,«tt der man an heiligin tagen pfllt. Cnd di wlle si s6 warn vrölich vri von allin varn, dd platzt üf sl mit grözir craft ungewarnt di heidinschaft 14,655 al dort her von Sudouwin. Do wart gar vorhouwin ir vroide, der sl pflAgin ; in jAmirberndiz clagin wante sich ir singin ; 14,630 ir tanzin, reigin, springin und ir wunnenberndiz spil sach man nemin da ein zil mit alzu hittirlichir nöl, want dl heidin slügin töt, I4,63ä *swaz dA hatte mannis Hb. Meide, kindir unde wtb wurdin dan getribin und ewig eigin blibin. Wi Wartinberc wart zustort. [Dusb III, 459 ] Wi one und wl vil di dh 14,640 der cristnin von dem lebne schil, doch düchtc siz zu deine ; sl woldin 1 gemeine von gründe den geloobin vortilgin unde loubin 14,64» in allin prtizschin landin ; MO • dAvon di vorgenandin Sudouwin abir volkis nid zusamin brAchtin denne e\ zoginde vor Wartinberc, H,6&o daz mit manchis slurmis werc ir menige vtentlich anvacht. Di brüdre dA nArh irre macht widirslundin in mit wer. Zu jungist doch daz ganze her 14,645 alumme glnc mit \tiere an und also di burc gewan, vorbrinnende sl in den grünt. Zwdnc brüdre in der stunt und al daz buregesinde 14,660 si mit notin swindo slügin töt durch irin nit. Alsus daz wal noch wüste 11t. — Wt Birgelotv wart gewunnin. [Dusb. III, 460.] Des kunigis von Littouwin sun Trjnöte, ein heidin kün, 14,664 lüt zusamne und gewan von heidin drlzicttisinl man, mit den er wolte reisin und di cristnin neisin. Lud dö er iulhin Prüzinlant N,67o begonde, daz her vorgenant schichte er in drie, und eine partie er kegin Masow sante, di andre sich wante ll,«75 in Pomezenin daz gebil. Dise beide laut di dit braute und vorherle ; daz dritte teil hin kerte zum Colmin in di gegenöt, t4,6»o dA sundir andir not, der dA gütig ir vreise brow gewunnen daz litis Birgelow. 100 k dA si habe unde vi der brüdre und der luite, di 14.0S5 üf di burc gewichin wArn. züzin strichin und iz dannen tribin. Doch umorsörit blibin di brüdre und ir hiilo iMöo want si menlich di huite wertin üf eiine türme kegin der heidin stürme. Wi cristnin gnuc geslagin wurdm. (Dusb. III, 4«4 .] NAch dirrc schichte kurzelieh sohle brtidir Heidinrieh, u,695 der bischof von Colmensd, den ich hab genant ouch e\ zu Thortin wihen vor der stat eine Capelle, als er tat, des spittiles, daz dA lit. n,700 Und dö dl kirchc was gewit und daz volk kogn htisc zouch, dA wArn in di Prtizin ouch in den w ec dA kumin ; 14,620 heilgin K. 22 Tri« K. 25 6udowio 8. K. H. 40 erUtyn H. 45 pnischin H 4S »0 mit fehlt 8. 51 menye K. meyne «. 56 r»rn K. 11. 63 kuntf. K. 11. «4 beide H. 61 70itmtth««6. H. cr,T*rbc..ertin:herK. 71 .chilo« 1!. |>. er fehlt S. 74 andere K «, 86 j*,tricl,in 8. .triehinU.D. 97 Torun K. II. we,„ U. H,7Ö| houic loch S. «och H. i) D. i. > braute bewirkte. m s. D. nötS. Digitized by Google KR0MK8 VON PRIZINLANT. 473 want st hattin vomumin kundin von der wihe amt und daz da wurde volc gesamt, und irslügin gar di man ; wlb unde kinl v Ort in si da». Wi daz »pittäl zu Torün wart vorbrant und di stat Colmin gesturmit und di Lubow bürg und stat vorbrant. [Dusb. III, Ouch in den seibin zitin u,7io di dit der Sudouwitin besamintin ein her sö gröz, daz da vor ui des genöz zu Prüzin in dein lande irscheiu an menige. Dise lül gemein t4,7is zöch üf di Ltibouwe ioo c und dö in leidir schouwe übtin \il \reisliehir tat. Zu jungist si bürg tunle stat vorterbtin ouch Lubow genant, 14,720 dannen si in Colmirlant maclitin vor StrAzberg ir vart und dö teiltin ungespart ir menie gröz in manche schar, und dl santen her und dar 14,725 vor di vestin üf di list, swen di cristnin durch genist darzü mit vlucht sich neigitin. daz sl si flenne veigitin m6rtlich damidir slAhindc u,7M odir zu eigin vAhinde. DarnAch si zugin vor Thorün und waz büzin der murin zun si begrUIiii, daz wart al vornichlit, darzü daz spiltAl U,735 si zu aschin branlin und darnAch sich wanlin zum Colmin vor di \estin und di Ane restin ' sturmetin mit allir macht 14,740 einin tag und eine nacht, daz idoch was lere, want sich di bürgere menlich ir dirwertin. Und dö si sus gehertin 14,745 Colmerlant vir tage mit schedelichir pläge, dö irhüben si sich hin kegn lande tribindc mit in luite, pferdc. vihis vil 14,750 und dt roubis Ane zil. Üf dirre seibin reise' solde durch sine vreise ein vil starc Sudouwe iood eine cristenevrouwe u,755 vluchtic jagin in ein brich, want in bazze was sin rüch sö grimmig üf si wordin, daz er si i dirmordin wolde ; und dö er sl begreif. 14,78« von gotis hülfe ir intsleif ir wibliche bröde» und angeborae blöde und begonde sich zu wem, im vaste um dl backin bern * 14,765 mit den vuistin beidirsit. Sö lange treib si disen strlt, unz er stürzte in daz mol. Dö gab ir zu herzin got, daz si obin üf in vil, i4,774 in II. uod 8. K. »chuete Pf. 83 beide II. K. 15Lobouwetf. 17 ubilin H. 1 8 ri di bürg 8. in U. 29 daniddir U. 31 Torun K. H. 32 wai frblt S. 33 wai «1 8. 34 vornieht II. der ipittal 8. 3« »i 8. vaate umb die die D. SO *i fehlt II. 76 warf U. 78 and 1} Ohne Verzug. 3) D. i. Schwache. 8, V. 44,751-14,78« bei Pfeiffer Xro. i7, S. 66 f. 4) D. i. streben. 3j D. i. erstickte. Digitized by Google 474 MCOLAUS VON JEROSCHIN Wi Prilzin vil wurdin geslagin. [Du»b. III, 16».] 14,7*5 Nicht ubir lange zlt darnach der Prüzin her man abir saeh varn zu Colroin in daz lant rouh da .stiftin unde branl. Ouch slAhindc vil der crislin ii,7»o unde vahinde in den vristin 101» geworchtin sl dem lande we\ Zu jungist si zu Colminse^ quAiuin vor di sl.it geront, dA in mit werlichir h.int H,7W di burger keginquämin, mit in dA ztisamin slähinde vor der vestin. AldA wart den gestin ir houbitman irslagin, 14,800 mit dem ouch tot gelAgin der andrin Prüzin ein gröz teil. • Diz was der annin cristnin heil, der sl gevangin wildin und dA in hafte hildin : u,*05 want dl wurdin wol getrost und üz bandin al irldst. — Wi Skumant herle Colmerlanl unde sltig eisliche britdre und andre crislin. [Dusb. III, 461] DarnAch di Sudouwcn Skomant vürte abir in Colmerlanl teilinde in zwei daz her. 14,^10 Daz eine teil gevlnc di keY kegn Torun ; so daz andre pari sich neigte kegn dem Colmin wart und swaz in Ja widirvür, *daz uberginc v reisliche schür2, H,815. want sl nicht andirs hanlin, wen morttüi, vingin, brantin. Idoch kegn vespir quAmin di her widir zusamin vor dem hüse Birgelovv l4,S2u und du sichir allir drow di herberge vingin und ir gezelt üfliingin sich triginde üf ire macht. Idoch in der seibin nacht vi.svo dl brüdre von dem hüse 101 k in eime stilUn süse, do di viende intslifin, in in dl büdin lifin, si vorstünide der rü ; 14,mo und ouch in der seibin mü wunttin si und slügin tot der Prüzin vil, und von der nüt sich ein gröz geschrei hüb, des ouch gene trucht intsüb, dl daz her bewachtin und hinzü sich inachtin, want sl wArin angcleit mit wapin und in strit gereit, und irslügin in dem lüdir u, «40 zwen und einen halbbrüdir unde wepenere gnüc. Suü sich dA mort kegn morde wüc. Wi Schönense daz hus wart gestürmt! und Diwan der ßarlin houblman wart geslagin. Dmb. in, 1 65.1 Nach diser reise nam Diwan an sich, der Bartin houbitman, u,M5 achlhundirt Prüzin odir mö und mit den vor Schdnense1 di burc zu bcligne vür und ouch den burclütin swür bi sincr gote hostin macht, . H3ü0 wern si sö unbedAcht, daz si nicht ge*bin üf zuhant im di vestin vorgenant, er wolde in nütin swindc brüdre und gesinde 14,^ hengin vor daz burgetor an einen galgin hü inipor. Doch uhirsäzin si di drö, swi üf dem hüse wern dö nicht m6 brüdre wenne dri u,860 und den lutzil knabin bl, ioi c den si mentlc legtin an und andir brüdirzeichin s&n den viendin zu anblicke und zu schinlichim schricke. 14,79ß aber man II. «7 tum S. Rti und S. *!* tlahnde K SW »ahnde K. 93 rar K. 9« dt V. 97 ilahnde K. IM houbtmau 8. 1 1 ,%00 tot fehlt 8. — fap. 161. ertliche II. — 7 Schotnant H. 13 m ■• Rrt« H. 16 wan K. II. 27 viend K. H. Iiudifln S. 2S bude H. 3.1 p-whrele K. H. g*»chrair D- 37 irarn K. U. 30 ludr K. II. 10 «>n 9. halbbrudr K. U. 12 da fehlt S. 13 weUr D. 44 Barthin K. houbtman 8. 40 ho«te II. 50 umbedacht K. 53 wold K. .*>| unde S. U. 56 *o ho D. 61 mentil H. lettin S. 4) So statt Culm , s. o. S. 4 27. 2) D. i. Angriff, Ansturm. Digitized by Google KRONIKE VON PRI'ZINLANT. 475 14,865 Und dö Diwanis drouweruf an den brüdrin nicht inschüf, er richte zu mit drouwe al sin slurmgezouwe1, des er gnuc bracht hatte dar, 1 4,870 und ginc du an mit siner schar stürmende gar vientlich. Dainkcgin satztin sich gene werlich unde balt, want iz in di helse galt, 14,875 (di mein ich üf dem hiise . Si wurfin manche löse den Bartin durch di schedele. Ouch uz irme sedele scliuzzin da di schulzin, 14,8 di man vil wol benutzin sach da ire pfile, want in kurzir wile lagin vil der viendc tot, Sö lidin sumeliche nöl l»,*.H5 von tötlichin wundin; ouch sü schuz in den stuudin brudir Arnolt Kropf nach w.'me und traf ebin Diwane den houbttuan al durch den gil, u,sw daz er töt dänidir vil. Der schuz gab höhe duite, want er di burcluile alle löste >on der wit3; want dö di Bartin sähin dit, n,ste si lizin ligin, der da lac, und iltin danneu nacht und tue, unz si quämin in ir laut. Sus wart ir höchvarl da geschant. ioi4 Wi zwü bürge wurdin vorlom. Dusb. III, 466.] Zu jungist aber Skomant, 14,900 den ich hab ouch ö genant, der Sudouwiu houbitman, ein unzellich her gewan von Ruzin, Sudouwitin, und mit den in den zilin 14,905 reit kegn Colminlande mit roube unde brande di cristinheit dä herminde und gar vorerminde, want er wol nun tage i4,!»io übinde di plage in dem lande uminezoueh. Cnd dö er an der reite ouch begonde nehin Colmcnsö ein polensch rittir hatte e, 14,915 der was Nyverik genant, im gelobt an sine hant, er wolde di stat gewisse im mit vorrtUnisse antwortin zu gewinne. 14,920 In dem valschin sinne reit der rittir in di stat und, dö si vientlich betrat 8 der heidiu Skomant und sin her und di burger zu der wer 14,935 lifin üf di müre, der vorreter süre trat ouch an dl zinnin, da er wolde beginnin des er willin bäte. 14,9» Und dö er sach di State*, er irschelte zwir sin horn, want daz zeichin hall er vorn bescheidin Skomande dort. Und dö di burger diz irhört I2,M5 hattin, si irschrakin hart los h unde vingin ungesparl den rittir ; und dö in irkant wart sin valscheit, alzuhanl hingen si in hö inpor i 4,'j4u an einen galgin vor daz tor, ouch slnen sun und einen knecht hinc man bi in ; daz was recht. Und dö Skomant der wilde • gesach an disim bilde, 14,94> daz sin hoffenunge wan wurdin was, er zocte dan vor eine burc genant Hcimsöt und stürmte di sö lange öt, daz er si ubirhoubt gewan 14,950 und slüc daruffe virzic man, di ir zu wer bescheidin warn. Danncn sach man in da Varn vor ein andir hus, daz was 14,869 bracht» dar H. 72 Do S. 77 u>r> brachiti g. 80hnubitmanK.il. 1 4,!J00 habe H. 1 houbtman S. 12i*tl*II. U. 14 poli.jni»rh II. 15 Njnerik 8. K. Xyuerif II. 16 gelout.it H. 20 valwhirn S. K. 21 hexde H. Vi wold K. .12 hat 8. K. hatte II. »aUhcit K. 46 eiojrete H. I'J rberhoubit II. t) D. i. SlurniRcrtith. 2) Eigentlich aus Zweigen podrchler Strick, vgl. Pf. 3) D i. zu belagern begann. 4) D. i. die passende Gelegenheit. Digitized by Google NICOLAUS VON JEROSCHIN 476 einis rittirs, als ich las, I4,9&s der was genant her Zipfil. Di bürg er von dem wipfil nidir brach unz üf den sant und alliz, daz er dnifle vant, daz wart gevangin und geslain. ii,5»o Di habe Uz er abetrain und brant di bürge beidirslt zu aschin gar durch sinen nit. Von der nakheit der Pruzin, di (Witsch kondin. [üash. in, <67 ] Heinrich Monte, den ich c genant üch ofte habe me\ h,m& der Nattangin houbitman und andre Pruzin sundir wan. di da von kintllchin jArn irzogin bi den brudrin warn, den cristnin tatin ublis vil 14,970 bin der vornögirunge zil ; want sd zu manchin vristin 102I1 zugin di uncristin hemde durch der briidrc lant, sö was iz ofte sd gewant, H,»75 daz di vluclit vorsperrit wart den cristin kegn den vestin wart und mustin sich hehaldin in brächen, puschin, waldin; und sö diss Heinrich wart gewar 14,990 er nam der sinen eine schar und begondc sö hin k<*rn, da in diichtc, daz si W(lrn, rüfinde zü in aidort in dütschir spräche dise wort : 14,9*5 »Ist imant hi vorborgin, »der mac lan sin sorgin »und äne var zu hüse gan, »want di viendc sint hin dan.« Und sö di wort vornämin 14,990 dl armin unde quamin hervor gegän in sichirheit, sö warn di Prüzin da gcreit ; si slugin odir vingin. Der nöt si vil begingin. — Von dem urlouge der hurger von dem Elbinge. [Du»b. m, ««8 ] ii,9M Do zum andrin male sich vornögirtin ubülich di Pruzin von der cristinheit, als uch ist da vor geseit, sumelichc edle man i5,ooo von Pogczdniu blibin stön in dem geloubin reine. Idoch was ir deine. Di seibin man bederbe lizin mag und erbe I5,oo5 und mit im gesindin, wihin unde kindin und andirmc dinge los c quamin zum Elbinge und blibin sint den brudrin bi 15,010 mit trüwin allis valschis vrl. — Wi di burc Wentliz wart gestört. [Dusb. III, 169 ] In dem anheginue der andrin abetrinne Pogezonin, Sudouwitin mit den andrin priizschin dltin 15,015 besamintin ein michil her und durchvurin manebir kör das lant zu Pogezonin und oueb zu Pomezönin irslande in den stundin, 15,020 swaz si da cristin vundin, daz da trüc menlicbin üb ; meide, kindir unde wlb müstin blibin cigin. Darnach man si neigin 15,025 zu dem Elbinge sach ir vart und di burc beligin hart, di ouch sö lang anvachtin, unz si iE darzü brächtin mit raanchis Sturmis schurge, 15,030 daz si daz vorburge gewunnin bettin sundir \*än, inhette daz nicht undirstan ein Pruze, der hlz Wirtü, 14,955 «r S. er, wovor nachträglich ein h geschrieben K. er H. 61 buTf B. «S braderin K. 69 vbU« K. *b- belii II. 70 Torncgirtunge 8. Tornojgirunge K. vornögirunge H. 76 rrulain K. T««tnln U. 78 brache 8. K. H. puicbe II. 79 dli 8. K. dien D. fco cyn II. S'S ruflnde iut in II. 68 iint to hin II. D. — C»p. 164. Tr- ioige K. Klwinge II. — i)6 vornoygirtin K. — tap.ll/». Wetlitz D. die Angabe o. S. 129 Jeroackin Um Wenclii und WecliU, itt tu berichtigen ; auch K. bat t in beidrn Formen. — 15,01:1 Pogownin 8. 14 pruwbia H. 16 mr in manebir S. K. manebir Mr, adTerbMI iu fawen. 17 Pogotemn S. 20 cri.tnin ü. 29 (b) herü". (.) maacbi* ■tnrmUK. manchU hertj ttunnU Ii. 30 Turburgc K. Digitized by Google KR0N1KE VON PRUZINl.ANT. 477 der was der vestin hirtilj 15,035 in der zlt mit wer gevAch, wanl durch den houbtman er stach ein sper, daz er zuhant irstarb. Alsus ir sturmin tlö vorlarb, daz st vreislich ö übitia. U.040 Sl sere sich betrübitin der schiebt an dem houbtmanne unde zugin danne vor ein ozzck 1 dort gesät, da daz vliz di Weiske gAt JJJ« in den se den Drusin, daz mit Sturmis prüsin wart snel von in gcwunnin, zubrochin und vorbrunnin, daz luit geslagin, daz dA was, u,050 sundir ob ir icht genas, di dl vlucht begriifiu üf den sd in schiflin. Und dö iz in sö ebin ginc, ir reisin vurbaz sich gevinc 15,055 vor ein hüs, daz "Wetlitz Wz und was gebüwit üf ein vliz genennit di Kogouwe, und mit Sturmis gezouwe iz vientlich anstrittin. 15,060 Ouch nAch mcnllchin sillin sich wertin, di dAwArn belegn. Sö lange doch sach man st pflegn des Sturmis in den vristin, unz üf der burc di cristin 15,005 zu jungist undirgingin und si di burc gevingin. DA vhig unde slüg ir hant swaz man al darüfle vant Iuite, vrouwen unde mau, 15,070 und dl burc zu aschin bran. — Wt üf Libhardismul vil burger vom El- binge wurdin geslagin. [Dasb. in, 470.] Dö unsirs herrin jAr vorvarn tüsint und zweihundirt wArn, sibinzig und dri darzü [l273 und itzunt von urloigi* mü 15,075 begertin der grizstangin* Samin und Nattangin, Ermin unde Bartin unde sich bekartin zu dem geloubin widir, 15,080 dö blibin dennoch sidir los» di Pogezeiün umbekart in irme ungeloubin hart, und in der zite loufe brAchtin si zu lioufe i5,0S5 ein her von irre dite ball, daz leginde in einin wall von Elbinge nicht verre, und santin hin üf werre vor di stat ein lutzil schar. 15,000 Und dö di burger der gewar wurdin, si anlegtin ir wApin und irwegtin sich zu velde kegn der trucht, dl vor in weicli in senifiir vlucht 15,095 sich vasle mit in zockinde und in di virre lockinde. Ouch sich di bürgere in vientlichir gere vaste nAch in wügin 15,100 unde sumellche sh'igin töt da von der vlende slt. Daz werte unz iz d lichte zlt gene, di der walt da bare ; di sprcnclin üz der lAge slarc 15,105 und vorrantin in di vart widir kegn der \cstin wart. Diz don burgerin worchle angist unde vorchte, want di menige was sö gröz, i&,uo daz sl üf dem velde blöz in nicht mochtin widirslAn. Wichinde si nAmiu sAn üf Libhardismul di kt)r, want si gevestint was zu wer. 15,115 Dö diz di viende s&hin, si begondiu gAhin 15,035 wer rll «ehart, wohinter grTach aiuradirt K, wer vil tcharf U. wer vil acharff V. 36 (b) warf (a) er; und tot* radirt: «Uch K. houbitmao K. er warf U. D. 37 mhant, Wold ir daz .ebin vrislin, >sö gebt üch uns gevangin all >Tüt ir daz nicht, des tödis val »müzit ir hl kisin >und gar den IIb verlisin. 15,im »Daz wizzit genzlich sundir wän ! < Nu wftm di burger began *, noch westin waz mö grifin an, want sl hattin gar vortan dt wer, dl sl dä vundin, 15,140 und alsö begundin sich äne werllch krigin in teidinge bigin, in den iz wart alsö bericht mit vil sichirheite pflicht, 15,145 daz sl vumf und zwenzic man der bestin soldin gebin dan gevangin in der Prüzin haut, damitle soldin sin volant da di vedc zwischin in, 15,150 und di andrin soldin hin wandrin vrle in ir gemach. Und dö diz alsö geschach und si di man intpfangin hattin zu gevangin, 15,155 sl brächin des gelubdis eit und des vridis sichirheit, loa c den sl voreidit hatin und andirweit zutrat in mit stürme ungehuire 15,160 inzundinde mit vuire dl mul an allin endin, daz geue nicht ir mochtin, want in wer gebrast . Und dö des vueres ubirlast 15,105 si begonde twingin, ein j.lmirlichiz dringin mochte man da von in sin. Swer der hitze Wolde intvlln, den zustuktc und zuschrlt i5,no daz swert der vormeintin dit in vreislichir abegunst. Ouch ctslicbe öz der brunst sach man springin nidir her in manch hundirt scharfe sper, 15,175 di dl Pn'izin durch ir guf kegin in da raktin üf mortlich vorgizinde ir blut. Di andrin in des vueres glüt allintsam vort urbin 15,1 so mul bittirltdi irst urbin in gote reinis mutis. Cristinlichis blütis wart vorgozzin alsö vil an der stal und in dem zil, I5,iss daz aldä der mulin vliz sine wazzirvarwe liz imd irschein den tac vil gar in slncm vluzfe blütgevar. , Ouch wart vornumen und gehört i5,i»o von erberre luite wort, di zu dem Elbingo dort stundin üf der zinnin ort, di wilc hl geschach der mori, (und ist geloublich sundir wan), und dl engele kumin dan der cristnin selin ai inpfan und dl zu himele vurin san, dä si nach der martir wö 15,200 vroide habin immer me\ — Wi dirre morl gerochin und di Pogezenin gar geslag'm und andirweit betwungin. [Dusb. III, 17t.j Nu was der meistir und dl brüdr umme diz sö valsche ludr 15,12? Hnereifi D. inpfloftn K. 25 Pomewnin 8. 26 du n*«h 8. 2» Taleohheit K. SO wtlt D. 31 geb 8. lebUH. 30 bürgere H. D. 37 Tertin 8. 40 umU U. 43 in de« H. 46 Tuaf K. H. 4S •oldyn .y rt>- UotH. 52 dö fehlt 8. K. U. D. «0 ynetunde H. 04 Tuyr» K. tujtU H. 68 wer dm wolt der hiti enphüo D. 74 Mharf S. 78 in fehlt 8. ragin K. II. Hl und fehlt S. H. SO war U. 93 hl fehlt 8. 05 byael H. «haa k. 08 cnglo K. II. 15,200 Troidl 9. — C»p. 171. gerachin H. 12 bradir : ladir H. <) Wohl so viel als : zu Ende, fertig, es war aus mit ihnen. Digitized by Google KR0N1KB VON PRUZINLANT. 479 und um dl jamirbernde Schicht, di in sö truwelösir pnicht is,205 an den cristnin was geubit, gemühjt sere und betrübit und woldin ubir ein mit räche andin dise mein und dl clegellche nöt, 15,210 odir alle bllbin töt, unde samintin bedacht darüf alle ire macht, dl sl mochlin geleistin, und alsö hin reistin 15,215 in der I'ogezenin lant, daz sl ouch mit herndir hant. durcbrittin äne wende von ende unz zu ende, brantin unde roubetin i5,no und alliz daz betoubetin, daz da halte mannis Üb, pferde, vi, kint unde wib vürende her abe mit ungehebir1 habe. 16,225 Ouch Heilsberg an der selbm vart dl burc von in gewunnin wart, der dennoch in den tagin dl Pogezenin pflagin, und alliz, daz da mannis wert li£Z daniffe was, irslüg ir swort ; daz andre man von dannen treib. Nach dem male vurbaz bleib Prüzinland in vridis zu intladin von urloigis mü. — [Dusb. III, 178.] 15,235 Waz vir, waz angist und waz ndt sich mit ungemache bot in smachtigin gebristin den brudrin und den cristin, in stetin und üf burgin sa is,240 und in dem lande andirswa bin den vumfzen jarin, dl vornögirit warin der Prüzin dlt gemeine, daz weiz got alleine 15,245 und nlmant, der nu lebit, zwar mocht iz uzgerichtin gar. Vil seidin in dl stunde und müze werdin künde, daz sl des brötis ezin sal, 15,250 st inmüstin von der stat einis odir ine üfslan zu wer und zu strlte gän von der vlende drangin, sö daz man in zülangin 15,255 dl Schrift wol mocht in glichir pfliclil, di sus von den Judin spricht, dö sl soldin büwin m und andirweit vornüwin Jerusalem di heilige stat, 15,260 daz si grözin widirsat hattin von den heidin, sö daz st müstin scheidin sich und teilin in zwü schar. Dl eine nam der arbeit war : 15,265 dl andre stünt gereit mit wer zu pflege kegn der viende her, von daz der morginröt üfdranc, IM b unz daz man sach di Sterne blanc. Eine hant des werkis will 15,270 und daz swert di andre bill2. In semeltchir bittirkeil daz gotis volc zu Prüzin leil unsprechliche swere und doch wuudirbere 15,2:5 gedult da binnen übele. Kein järair si betrübeto, daz si doch quelte alle stunt. Sl warin sich und doch gesunt, in brunst und unvorbrunnin, 15,280 gemühit und in wunnin; vallinde si swebetin sterbinde si lebetin, in getwange ane drö, trurig und doch stete vre, t5,2S5 in vär und ane vorchte3. Diz wundir an in worchte dl milde gotis gute, daz si so süz gemüto in sö bittirlichim wesiu 15,200 hattin und joch ungenesin 15,2012 US. 21 du dw 8. tln B. 42 Torooyfirit K. 45 njrmi tln S. 61 eiiMten oder mrr I>. 55 cfcar D. 73 74 und doch wwdirber» im 6t rtrebind» 8. 6« die 8. K. H. 37 »»Mhiixlm 8. K. II. Übt 8. 47 «audio H. »tunden D. 8. 50 neU(e K. H. 84 *rw«it H. » 8. 70 keu U. 78 warn 8. 41 46 künden Ii. K. H. 71 81 62 »unfe- 49 ri- ll. 4) D. I. schwer zu regiereu, gross. «) Nebeaiia *, 46 ff. 3) * Cor. 6, 4 ff. Digitized by Google NICOLAIS VON JEROSCH1N 480 sturbin an dem ltbe. Zu herzin ich daz clibe. daz in in des jamirs röst di hoffen unge was ein tröst, 15,2*5 daz got di sinen nicht vorl&t, di er hi üf erdin hat *. Ouch er zu himele finit, swen er üf erdin plnil, und swem er hi di siege spart, 15,300 der wirl mit jamir dort beswftrt. Wi Bartiwtein abir wart vorlerbit. [Dusb. III, 4 78.) D(') den Sudouwin quämin di mer und si vomamin, daz Bartin, Ermin sich gewant 104 c und ouch di andrin prüschin lant 15,305 hatlin zu dem geloubin und ane widirstroubin den brudrin wann undirtan, ein michil zorn an in impran und besamintin mit wer 15,310 heimelich ein kreftic her und Bartinstein belägin, (des noch di Bartin pflagin, als si hattin c getan, sint di brüdre zugin dan) ts,3t5 und daz hüs vorterbetin, ouch vingin unde sterbelin, waz 6*i zu den stundin darüffe luite vundin. — W( zweitusint Sudouwin wurdin geslagin. Dusb. III, 474.] Nach dirre schicht vorwaro 15,320 in dem andrin j&re Sudouwin und Nadrouwin und darzü Schalouwin besamnit gar mit craftin quamin und behaftin 15,325 ein hüs genant Beseleda bi Bartinstein gelegin na, und daz vachtin vreislich an. Däkegin wärin di bureman an der wer ein teil zu iaz : 15,330 und dö ein wib Namede daz. Posdauprotis mütir, sach, zu irn sunin si sö sprach ; >Iz sol mich immir rüwin zwar, >daz ich zur weride üch t gebar, 15,335 >sinl ir s6 gar vorzagit »sit, daz üch betrAgit* >zu wesiu üch und uns ein schirm »vor der viende ungehirm, >von den wir sin alsö bekort.« 1»4 4 ^nt* ^ C*'Se sm*nm wort di burclüte vornamin, der rede sl sich schamin wurdin ser und imprant in zornc so, daz si zuhant 15,345 wurfin üf daz burgetor und llfln al hin vor zu den vlendin üf den plan. Da wart ein stechin und ein slan in vientlichim grimme, 15,350 daz man des ercischis stimme mochte hörin verre. Diz limmen und di werrc si sö lange tribbin, unz der viende blibbin 15,355 dä ligin von des todis wd wol zweitüsint unde me\ Darnach ouch widir büwitin und andirweit vornüwilin Bartinstein dl brüdere i5,:Mto und iz vor allim lüdere mit gotis hülfe habin sit besezziu unz an diso zlt. — Eine undirrede. LDusb. iv, 37 — 56.> ■ Nü sol ich abir brengin In ein teil der schichte, di dä sin 15,305 in andrin landin gesehen, als ich di warheit höre gen. — [Dusb. IV, 37 ] Dö von unsirs herrin geburt warn zwelfhundirt jär volvürt dri und vumfzig ouch unz her, [i*m 15,2»3 dai >n des H. 15,300 bewart H. — Cap. 173. Barthinetein K. — 1 da 8. abir quamin 8. 3 Bar- thin 8. K. 4 pruechin 8. K. Praxin laut H. II Barlhinetoin K. 12 Barlhin K. H. — Cap. 174. twut, vU tooflll.— 25 BmcIo da 8. K. U. 26 Barthinatein K. 28 warn K. H. 31 Poadaoprotu 8. Peaoanpro- ti* H. D. 32 Irin U. »ooin 8. »jr «o II. 40 iinehc U. D. 43 aar« U. D. inprant H. . 58 c*we H. 5* Bat- ttalnrtein K. — Cap. 37. eynn annder B«de (Hand des XVII. Jahrhundert«) anstatt der am Rande riebtif rorg»whnr- benen Uebenehrtft K. »uUir rwte U. ander red« D. 4) * Maec. «, 46 (4 5). ij D. i. leid ist, iu sebwer ist. Digitized by Google KRONIKB VON PRUZINLANT. 4SI i&,S7o pabist Allexander der virde dö den. stül besät, . der dÄ vor was ein legät sö hin in polensche lant und ouch zu Prüzin gesant ; 15,375 Wilhelm was er genant unde bischof irkant ■Ort* der kirchin dort zu Mülinä. Binniu disen zlten sä lac daz riche vröne i5,s&o vorweisit und di cröne. Dirre selbe päbist gut, gen&lic, milde, in deuiul Ilz sich alle armin mit woltät ir bar min, u,3w di er zu in wände. Oucb sundirlich dem lande zu Prüzin hat er gutis vil getan bt sinis lebbins zil, want er selbe wol besach 15,390 den jamir und daz ungemacb, daz dä dl brudre litlin und andre cristne mit in. — Von brudir Poppin dem sechstin hö- meistre. [Dusb. iv, 38.] In den vristin, als ich las, des dütschin hüsis ordins was [^'^j 15,395 der sechste hömeistir sä brudir Poppe von Ostirnä. Dirre belt bl slnre zit manchin lobelichin strit zu Prüzin und zu Liflant 15,400 deswär mit ellinthaftir hant kegn den ungetouftin hlJt, e dewie er des amtis will der meistirscliaft und ouch darnach. Zu jungist, d6 er sich so swach 15,405 vülte und ummuginde, noch md zu strlte tuginde, als daz aldir im geböt und manche arbeitliche not, des amtis z6ch er sich dö ab i5,4to und iz demüticlieh ufgab ; daran dö brudir Anne1 quam nach dem reinin manne. [woi»i um [Dusb. IV, 39.J i*s » Dö unsirs hemn jär volvarn zwelfhundirt vumfzic sechse wäro, [mo 15,415 dl vurstin dütschir lande, den man di kur benande. sach man zwitrcchticllche an daz römische riebe dise zwene hörrin wein : 15,420 Alfonse, den kunic von Casteln, unde greven Richarte von Cornubiu. Mit arte was der zu brudre irkant dem kunige von Engillanl . 15,425 Di zwitracht sach man wem §it zwischin in vil manche zlt. [Dusb. IV, 40. J Dö in irmc loufe gar tüsint und zweihundirt jär ouch vumfzic, darzü sibin [1257 15,430 battin sich vortribin von Gristis geburt biz her, pabist Allexander wol lobeüchin zirte und canonizirte 15,435 dl reine magit sente Garn, dl clöstirvrouwin, di dä wäm* sente Damiänis ordin, und siut Francisclnc wordin. [Dusb. IV, 41.] Ouch lebte in der seibin zit 15,440 mit namin irkant vil wlt Albertus der meist ir gröz, deme nimanl dö genöz was an kunstrichir vornunst noch ouch in pfefllchir kunst. 15,445 Dutsch sö was er an geburt und mit ordene begurt der brudir p redigere. Der gotis helt gewere achte nicht der werlde rum ; 15,4M> zu Regginsburc daz bisclitum 105 c gab er williiitlichin uf 1 5,372 vor fehlt II. 76 und 8. SO vorweiit II. 81 geneddig K. — l-ap. 3h. die Ueberachrift am Bande yod der alten Hmnd, im Teste aus dem XVII. Jahrh. K. — 96 Oftirma, geändert in Ottiroa K. Orterna II. 99 lihn- lantK. 15,405 prufU O. UaoaUttdoH. 13 rorrarn U. T*rarn D. 14 ranfxig K. TSfcilg H. 17 iweä- trechticliehe 8. 19 hern H. 20 kuog K. U. 21 und S. gwe H. 23 b rudere K. 24 kunge 8. Engelaot K. H. 29 Tunfiig K. Tiufciig H. 31 Criati H. 35 «Inte 8. 37 38 ordn : wwdn K. 3» lebete H. 42 nynian K. und io i H. 43 v'nuaflt K. »'nonft H. 41 »fefliehlr H. kunft H. 50 Reiginaburg 11. 51 «rüliclichin K. H. 4) Auno war sebon am 10. Junuor ti57 Hochmeister; Codex des Staatsarchivs zu Berlin fol. C. 4 a S. 4 64 ; uach französischer Zahlung zu »256. i) Ebenso schlecht construirt wie im Lateinischen. Script, r. p. i. 3 1 Digitized by Google - 482 XICOLAUS VON JEROSCniN iotwlchinde der werlde guf und mit wonunge trat hin zu Coln in di stat, 15,455 da er ächzen jar sö was, daz er pflegellchin tas und offinbftr der kunste buch den pfaffin durch lere gesuch. Und dd er achzic jare alt ts^eo was, des vleischis schult er galt des llbis hl irsterbinde ■ und dort dem geist irwerbinde ein ewic lebin sundir ach. Dl wandelunge an im geschach i5,4w in unsirs herrin jarin, dö der zwelfbundirt warin und darzü achzic vorgan. Sin grab slt man zu Coiue stan. In der zlt ouch blüele 14,470 an kunslllchir bhiete von Aquinö brudir Thomas, der des seibin ordins was und ein jungir irkant Alberti da vor genant. 15,475 Den seibin gotis irweHin man canonizlrte pabtst Jöhan, der des namin, als ich las, nach zwenzigin der andre was. — [Dusb. IV, 4*.] D6 unsirs herrin jar vorvarn 15,480 zwelfhundirt vumfzic nüne warn, Constantinöpolis dl stat, dl 6 gewunnin und besät was von der Lattnin eraft, dl vrlete nü und tet inthafl 15,485 ein krlchisch keisir, de genennit Paleötogus. [Dusb. IV, 43.] Bin des seibin järis dt sach man efnm hertin atrlt las * dl von Florenz und vo i5,4»o widir dl von Sene hau, in dem geslagin und gevan wurdin wol sechstusint man. [Dusb. IV, 44.] Do unsirs herrin jar vorvarn zwelfhundirt unde sechzic warn, isam der kunc von üngerm anreit den kunic von Bemin und bestreit in ouch in den zitin. [liso von manchirleige dite I5,soo er üf soldts mite vurte dA, als ich vorn am. Da inkegin im ouch quam der Benrin kunic mit hundirttüsint man mil 15,505 hatte er gerittin wol zu striUtchin sittin und sibintü.sint ros vordakt. DA wart wer kegn i vreisllch in den stundin ; 15,510 und dö dl her begundin mit craft zusamin sprengin und sich in strlte mengin, ein stoub üfdranc, der ubir al velt und volc so gar bewal 15,515 mit also dickim melme, daz noch banlr, noch hehne. noch an dir strltgeschirre und schuf ouch sulche irre, 15,520 ob jenre odir dirre da vtent were odir vrflnt, daz was manchim gar unkunt. Der strit sich treib vil lange stimt ; zu jungist wart der kunic wunt 15,525 von Ungerin und nam di vluchft und mit im slnis beris trucht, want so vorzagit was ir tuut, loe • daz ir in einis wagis vlüt 15,590 irtrunkin unde sturbin, sundir di da lagin üf dem velde irslagin. [Dusb. IV, 45.] . Dö von unsirs hen warn tüsint jar volvurt, 15,53a ouch sechzig und swi und einz darüf gesundirt, der vlrde pabist Urban salzte daz vest zu began und mit der vire im des Uchamis unsirs hörn, daz ouch darnach vor» are 1 5,452 tntwlchene 8. eotweichne D. 58 leg« 8. 62 feist fehlt 8. 64 wamfelung K. H. 65 atttli 8. < Un K. H. 70 kuncüiehir 8. 75 gott K. 76 p*b«t K. 78 andir H. 80 Tunftlf K. runfctlg H. 81 C«o- ■UntipoU* 8. K. ComUraopolti H. 84 vrihatc H. 87 bey Inn D. 94 and 8. U6 kung K. Vi tnkjirhirW X. 15,502 oueb ym H. »ach Im D. 8 knng H. 12 »ich fehlt 8. 14 w«H H. unde K. 23 uu JUndt n»*b;rtr« genK. SOüvtarMnH. 33 bera K. 94 wwn H. 85 unde hundlrt 8. K. vi bondlrt H. 36 abu fehlt K. Digitized by Google! KROMKE VON PRCZINLANT. 4S3 in dem vumfzigistin jftre pabist Clemens der vumfte [tsio in immirwernde kumfle 15,545 hlz behaldin steie. Diz was dö er böte concilium, den höhin rat, zu Vienne in der stat. [Dusb. IV, 46 ] In unsirs herrin jarin 15,550 dö der mit loufe warin irvullit töslnt, ouch dabt zweihundirt sechzig unde drl, pabist Urbanas vorgenant Cecilien des ricbis lant 15,555 gab in greVen Karlis hant von Provincien trkant, der des kungis brudir was von Frankrlche, als ich las, daz er da konic blibe, 15,560 ob er davon vortribe Manfridde, der gewaldicllch iz gezogin hatt an sich. — Von brüdir Annen dem sibinckn hö- rn eis tir. [Dusb. IV, 47.] Brudir Anno, als ich las, loe b der sibbinde hömeistir was r"fc"?T0,me L1 ü. Januar 15,5*5 unz an dl zlt gewesm und hatte ouch vorwesin daz ammecht wol mit prise. Br was der sinne wlse und in gotis min inprant. 15,570 Den ordin und daz heilige lant er vil hö mit nutze hob, als man dö wol intsub. Nü starb er ouch und ande daz lebin in dem houm&nde, 15,575 sö man daz nunde idus pfllt Ti¥?# V. lesin ; so ist sin jargezlt. [Dusb. IV, 48.] Comötes ist ein Sterne1 dem namin im geberne von >comai, daz bar lütit, i»,&»o so man iz dütsch bedütit; want s6 sin schln intspruzit, ein flamme von im düzit licht sam dl h&r zustrouwit. , Sin schln ouch sterbin drouwit is,5W odir hungir odir strit. Sd ist sinis loufis zlt nach seilte kidoris sage daz miustc sibin tage und achzic tage daz meiste. 15,590 Der comeies reiste in unsirs bemn järin dö der vorgangin warin tüsint drithalbhundirt virzen daruf gesundirt, [1264 1 5,595 und in dem loufe dö irschein alsö clar und also rein, daz nlmant, der dö lebete und sin sichtlich intsebete, des mit warheit mochte gehen, i5,6M daz er 1 hette vor gesehen im an clarheit glicbin. lo« c Von östin pflag er strichin hin kegn westin in der zlt zustrowinde von im vil wit 15,005 mit glaste slnis flammin här. Und allein er dö vorwar in der werlde manchirwein vil zeichenunge mochte pflein, doch einiz man werllch irvant, 15,610 daz offinüch ouch wart irkant mit vorzeichenunge sus : der vlrde pabst Urbanus alzuhant slchin began, dö der comöt was intstän, 15,615 unde steh alsö belac di wlle, daz er schlncn pflac, daz bl drin mändin alsö warb. Darnach ouch der pabist starb ; und in der nacht, dö er vorschlt, 15,620 sach man mö des stemin nit. [Dusb. IV, 49.] Dö unsirs herrin jar vorvam zwelfhundirt sechzic vumfe warn, [ii65 pabist Clemens der vlrde 15,51*2 TunMptin K. vunfciigUU-n II. 43 TunfU K. II. 44 kunfta K. H. und io meist «Ums AtsüniUtion rermledan in K. IL 48 Wienn« 8. 51 Irvult 8. und tUtt onch K. H. D. 52 cjw« H. 53 ptbst K. 57 brudr II. 50 kang H. 62 hat 8. K. H. — Cap. 47. Annan 8. — 67 uaecht H. 60 ympnnt K. intprant U. TO haiige K. 74 hemmande S. H. 77 Cometi* H. D. 81 tchim 8. 87 Ytodonu 8. YaodarU H. »0 ooruelli H. D. 97 nl- m»uK. nymm H. 15,005 giantte H. D. 8 ciechenOga H. MüutuB. H. 15 plag H. D. 16 er I pfUg B. 22 ranfa K. H. 23 pabat K. I) V. 15,577-45,619 bei Pfeiffer Nro. «8, S. 67. 31 Digitized by Google 484 NICOLAUS VON JEROSCHIN 15,610 lOtid in kunicllchir ztrde t5,n?5 (Tönte Karle schöne im^ebinde di cröne Cecilien üf des richis lant, daz im hatte vor benant ' sin vorvar päbist Urban, 1 5,0:10 als ich ö gesprochin hän. Dirre Karl, als ich vornan), lebin undc riebe nam Manfridde da vor genant, [i der ein sun was irkant des andrin keisirs Friderichs, der so lange pflne des richs. — [Dusb. IV, 50.] Dö unsirs herrin jär vorvarn zwelfhundirt sechzic seclise wärn, [itee di Sarracincn quämin sä mit menge gröz von AffricA bekummirnde vreisllche Hispänien daz rlche, den ouch da in den stundin dl cristnin widirstündin 15,645 behaldinde an in den sie, und doch schedcllchin schrie in dem seibin strite kurn, want si luite vil vorlurn. [Dusb. IV, 51.] Dö von gots geburt vorwar 16,650 zwelfliundirt unde sechzic jär darzü sibene wärn irgän, [\w von Babilönien der soldän vorterbete Armenien mit slnis beris menien 15,655 und ouch dö gewunnin nam mit creftin Anthiochiam, der vorraertstin stete ein, di in der werlde dö irschein. Dö slüg er unde vinc gemein 15,660 alt unde junc, gröz unde klein, beide vrouwin unde man, unde Hz si wüste stän. [Dusb. IV, 52.] Dö von gots geburt vorwar* tusint und zweihundirt jär [lies 15,665 darzü sechzig und achte man vorloufin achte, Karl, der kunic vorge&eit von Cecilien, bestreit Conradine, der dö was 15,670 irkant zu nevm, als ich las. keisir Pride riebe, dem andrin an dem riebe. In des seibin st litis dram er in ouch gevangio nam 15,675 und hiz daz houbt im abesl&n, darzü manchim ediln man geborn von Alimaniä, i#7» dl Conradlne pflichtin dä. [Dusb. IV, 53.] Dö unsirs herrin jär vorvarn 16,660 zwelfhundirt und sibinzic wärn, in der aebtin kalendin des erstin herbislinendin irhüb sich kunic Lüdewlc von Frankrlche in den süc 16,686 andächtllchir betevart kegn dem heiligin lande wart unde zwöne slnre sune. Ouch voigtin im zu stune vil andirre vurstin, i6,6«o dl darüf pflägin durstin, wl sl dl beiligin lant bröchtin üz der beidin hant in der cristinin pflege. Abir üf dem wege 15,695 starb der edle kunic rein, [mo 16. darzü sinre sune ein und vil volkis von den scharn, di mit im kumin wärn. Und dö der gots gewlete 15,700 sime töde biete* und mit innekeit getet hin zu gote manch gebet, zu jungist an des lebins ort sprach er zuletst dise wort : 15,706 >In dln hüs sol ich tretin, >herre, unde betin •an den heiligin tempil diu »und lob saginde sin >dime süzin namin.«4 15,025 Karlen K. 27 du H. 35 keieir K. 40 mengen H. 44 criatinln 8. 52 Babtolien H. 63 »arterbte 8. 60 aide S. 63 vawar K. 70 nenln H. 73 aelbii H. 75 boublt H. 76 edlin U. 77 Alaania H. SS der S. K. II. SO beüjin K. »9 andere B. 00 pflaff K. 91 heilfin H. 93 crietnin K. ertetnyo H. 15,700 gebekbte D. 4 etnleet H. 6 und 8. 7 heüftn K. H. 1) S. zu Vers 18,883. *) V. 15,663-45,678 bei Pfeiffer Nro. t9, S. 68 f. 3) D. i. nahekam , vgl. Vers 317. 4) Psalm 137 (138), 1 lAdorabo ad templum sanetum tuum et confltebor oomini tuo.t — Digitized by Google KR0N1KE VON PRÜZINLANT. 485 «5,7io Und dö ein ende nÄmin dise wort uz herzin tif, der gotis helt in got intslif. Daz andre teil des beris unz hin gensit mens 15,715 vurbaz dö dl reise nam, 107 b da ouch schire zu in quam kunic Karl vil slarke von Cecilien der marke, des kumft alte crislnin dö 15,720 wurdin vröhir denne vrö und griffin crefticlichin an mit urloige den soldan und in sö sere drungin, daz er mit in betwungin 15,715 trat in vridis sichirheit, doch mit sulchir undirscheit, daz er al di crislin, dl indirt in den vristin im gevangin warin bl, 15,730 lös solde lazin unde vri und solde des vorhengin Ane widirtwengin, daz man an iclichir »tat in sime lande, dA gesät 15,7» wenn gotis k irkin, solde übin unde wirkin gotis dinst mit reinir tat und oflinbar mit predigat des geloubin samin i&,740 in unsirs hörrin namin sewin cristinliche ubir al sin riebe ; und wer sich toufin wolde lan und cristinliche ö intpfan, 15,745 daz solde nimant widirstAn. Darzü solde der soldan den cristnin von den stundin zinsis sin gebundin. Dö diz sust beteidingit wart, 15,750 dana quam kunig Eddewart von Engelant und alsö vil bracht er mit im in dem zil Vrisin unde pilgerin, io7e daz man da besamnit sin 15,7»5 zalte ubir al daz her zweihundirttüsint man mit wer und hattin in den vristin gehoffit gar di r ristin. daz si gemachit soldin hän 15,760 daz heilige lant in undirtAn, und daz nicht alleine, sundir ouch gemeine al der Sarracinin lant. Daz wart leidir dA irwant ; 15,765 want al dl menge vorgenant wart zustrouwit sAn zuhaut, daz s! öt nicht schuf nutzis nid, wan als ir hAt vomumin ö ; daz dö der crislnin sunde isch ; 15,770 want mit clage man dö vrlsch, als dl gotis craft geböt, daz dise Mrrin lagin töt, der pAbst, der patriarke, ein legAt unde der starke 15,775 kunic von Navcrre. Diz schiif sulrh gewerre. daz der hdrrin iclich schit kegn lande hin mit slnre dil. — [Dusb. IV, 51] In den jArin unsirs Mm 15,780 dö der tüsint vorgangin we>n sibinzig und zweihundirt und dariif zwei gesundirt, den stül besaz ein pAbist sus genant niindc Gregörius, 15,785 der canonizlrte und mit lobe wirte ein herzoginne, dl irkorn was den Polönin und gebom von höhir adils zwlge, 15,790 di milde sente Hedwige. [Dusb. IV, 55.] Dö Cristis jar zwclfhundirl wArn 1074 sibinzig und dri vorvarn. Rudolphus von Astburc geborn wart zu römischim kunig irkorn. [1272 [127* Von dem achten hömcislre. [Dusb. iv, 56 ] 15,795 Brudir Hartman, als ich las, genant von Heiderunge, was achte hömeistir in der zit und starb, als di wArheit vorgit, [1274 15,710 Code 8. 19 kanft dl criftnin alle K. kunft dy crirtoyo (dl* H. die cri»t*n alle D. 35 3« kirehen : wirfhirn D. 16 rald K. 41 hewin H. haben tUU tewin D. 44 inphan n. 45 oiman K. nymun II. tindirtlan K. 47 cri- «tUün 8. erletyn II. 49 int K. D. betediogit II. 50 darnach D. 54 beaamint H. **0 hellge K. r.ü »a H. 68 wen H. 71 «1 dy H. al die D. 73 pabirt H. 75 knnf H. 77 kern K. »2 iwei fehlt K. 90 .ent K. 94 kunf K. H. — Cap. 56. homeiater H. — Digitized by Google 486 NICOLAUS VON JEROSCHIN an sente Bernhardte abint, l$,8O0 den ir im ouste habint. — Damit dl rede hi beste* und sagin von der crönkin me\ — Von dem urloige der Nadrouwin. [Dusb. HI, 475 ] In unsirs herrin jarin dö der zwelfhundirt warin 15,805 vir und sibinzig ouch gcacht, [1274 und itzunt warin widirbracht zu des geloubin reinckeit in di schöz der cristinheit mit vil urloigis hermin 15,810 Pogezenin, Erroin, Nattangin, Barthin, Samin, und ouch allintsarain des sichirbeit getälin und gtsele gcsatin, 15,815 daz si durch des tüvils rat nimmer sö vormcinle tät woldin me grifin an, sundir blibin undirtän dem geloubin unde gote 15,820 und der brüdre geböte ; dö wurdin abir denkin dl brüdre unde lenkin darüf ire sinne, als di gotis minno 15,825 si wlste, schuntte 1 unde twanc, wl si breit, wll unde lanc gemachtin dt den crLstintüm 108» und gotis lobelichin rüm gehötin und gemertin, 15,830 und in des namin kertin dö ouch mit urloigis stritin kegn der dit der Nadrowilin, der doch etstiche dö gevarn itzunt zu den brüdrin warn ; 15,835 want dö Dirske, der dä was Mandils vatir, als ich las, und buregreve zu Wilow, mit den sin in sich gezow zu den brüdrin, als ich hin 15,810 ö mit rede kunt getan, dö irhüb sich nach im dan manch gewaldig edilman mit wibin unde kiodin, mit habe unde gesindin 15,845 zu den brüdrin und ouch sieb lizin toufln cristinllch, dl abgote vortrettinde und mit geloubin betlinde Cristum an, den warin got, is,85o leistinde me aln gebot. Wi zwei huisir dt crittin gewunnin tu iV«- drowin in dem lande und in dem gebik Relhow. [Dusb. in, t76.; Von Tlrberc brüdir Conrat, der dö hill des meist irs »tat zu Prüzin in dem Lande. merkte unde irkande 15,855 wisheit undo trüwe an disin cristnin nüwc, di von Nadrouwin warin komin, unde halle wol vornumin, daz d von irre abevart i5,8«o daz selbe lant geswechit wart und noch vil söre was an wer ; des (reib er zubouf ein her ltsb und daz genendecliche brüdir Diteriche u,»65 beschit, der Samin vogete, der ouch dämitte zöget« zu Nadrouwin in daz lant in ein gebit Rethow genant ; dä roubtin unde brantin !:>,s7o und darnach sich wantin vorbaz vor zwü v est in, di si ligin westin in der seibin gegenöt, und da lang in stritis nöt 15,875 sich kegn den vtendin wügin und zuletst ouch trügin mit gotis hülfe ubirhant unde di huisir vorgenant beidintsam gewunnin, is,860 di ouch von in vorbrunnin wurdin und gewant in sloub, und namin da sö grözin roub >D. 6 unde K. lnml.K. 16 nymrnir K. 17 gvgTiflo K. H. yeymffen D. 35 de wm 8. 37 burgrere K. 50 lettind« K. — Ctp. 176. Rechow 6. Bcckow H. D. — 51 Thirberg B. 12.de der 8. 57 warn H. 61 ril »er« noch 8. 68 Bechow S. Krckow D. 69 L di it? und S. "I Turbu S. iwo D. 71 ti, hinter d» nMhtrtgüch eiugeMbaltet K. d» »y lang D. 76 doch »tttt oudt K. H. 7» und K. 1) D. i. antrieb, veranlasste. Digitized by Google KRONIKE VON PRIZINLANT. 487 von pferdin, vihe, habe, daz si den küme her abe 15,885 zu hüse wart getribin. Ouch üf den burgin blibin vil der uncristnin löt, dö man sl irsturmete und gewan. Wi d( bürg OthoUe wart gewunnin. [Du*b. III, 477.3 Damach abir nam an sich 15,890 der vogit brüdir Diterlch von des mcistirs geböte von bruderin eine rote und darzü gesundirt rltin andirhalbbundirt 15,805 und zu schiffe volkis vil, mit den er reiste in dem zil in daz geblt Kattouwin gelegin in Nadrouwin — los« von einre bürg also las ich, 15,900 dl was gebeizin Otholich, — und waz er schutzin böte, dl schikle er an stete, da er nutze si besan, und mit den anderin began 15,906 vaste allumme tretin an dl burc mit Sturme unde släu leitirn an dl zinnen. Nu hattin geno binnen wol vornumin und gehört, 15,910 wl di brüdre hattin dort gene bürge vorgeseit ouch irsturmit und geleit darnidtr mit menlichir craft, unde wurdin zwivilhaft 15,915 vorzaginde gar an der wer. Ouch ging in zu der brudre her mit schuzzin, sjegin, stichin daz sumeliche int w ichin, • sumetlche wurdin wunt, 15,925 sd daz sl dt in kurzir stunt allir wer vorzigin und In allumme stigin nach willekur di cristin und slugin in den \Tistin, 15,955 waz da hatte mannis üb. Di kint sl vingin unde wib IS,SS3 ry« II. MkvnK. 88 intnrmte K. 02 97 KaUtowya H. 15,900 Ottolich H. 4 aadryti U. 13 dirnlddlr K. H. 14 und S. IT tchntiin D. GO rufthujere K. 70 and 8. und dl burc vorbrantin, darnach sich dannen wantin. W( di burc Kamenmike wart gewunnin. [Dusb. III, 178.] Dö diz was alsö volant, 15,930 dö zöch mit creftigir hant der meistir selbe in daz lant, daz Nadrouwin ist genau I, und durchvur daz unirwant stiftinde roub unde brant, iob! unz er vor eme vestmo quam, Kameinswikin was der nam und lac vil werlich üf ein vliz gebuwit, daz dl Arse hiz. Di burc sl umraevingin 15,910 und mit stürme gingin crefticllchin manchirsit. Ouch sö wart in in der zit mit wer menlichin widirstftn, want üf der burc zweihundirt man 15,945 wärn wapin vormuginde und wol zu slrite tuginde. Dl wurfin obin von der burc sö swinde, daz den widirturc müste von dem wale 15,950 nemin hin zu tale manic cristinlichir helt. Ouch inwart ir nicht gevölt von manchim gütin schutzin, di man sach vornutzin 15,955 an in manchin scharfin pfll. Daz wechsil werte lange wil zwischin in vil harte, unz got zu jungist karte den slnen zü mit stüre, 15,960 daz sl dl ungehüre dtt doch ubirkrigin und züzin Instigin in di vestin mit gewalt. Da wart michil raort gestalt : 15,965 si slügin dl zweihundirt man, von den ich ö gesprochin hän ; und waz dä mö wart vundin werlichis in den stundin, irin handin nicht intgtne ; 15,970 kindir unde wib man vinc, ein K. brvdryn tjm H. 93 unde H. 94 anderthiib D. 6 vaH K. H. 7 lettirn 8. loitrin K. H. 9 und« 8 18 »tun«llcli, u»ptünrlich lumeUehe K. 35 vntin K. H. S. ISmenlkhH. »2ottehwtrt8. 58 «tuyere K. Digitized by Google 4S8 NICOLAl'S VON JEROSCHIN und nämin roubis alsö vil. daz des zu achlin was kein zil ; loa* ouch man daz hus zu aschin bran, und zugin dö mit vroidin dan. Wi Nadrouwerlant wart vorwnslit. . [Dusb. III, 179.] 15,975 Vil urloigis, manic strit von den brüdrin in der zlt kegn Nadrouwin wart getribin, der ich hl nicht hän gcschribin, want iz vordrözlich wcre, 15,9*0 der cnzclin dl mt^re solde gar intrichtin, beschribin und betichtin. Des wil ich ir gedagin und 6t daz eine sagin, 1 5,985 wl daz urloige nain ein zil. Alleine di Nadrouwin \il dennoch heltin vrechir dit und ouch ubir manch gebit gnüc werhaflir vestin gut, 15,W0 doch sl irin vreisin inüt und ungclonbin leitin ab, als got daz an in wab. und zu den hriidrin quämin, dä in got is namin 15,095 di toufe an sich namin vil näch allintsamin ; nicht wen eine deine trucht sich abe zöch und nam dl vlucht hin zu den Litlouwin. i«,ooo Alsus daz laut Nadrouwin darnach immir me belac wüste unz an disen tac Von dem urloige kegin den Schaloumn. [Dusb. III, I80.J Dö mit gotis hülfe wart der Nadrouwin dit bekart, l6,oos als ir hät dä vor gehört, dö begondin strichin vort io» b dl brüdre mit urloige sin und dl Schalouwjn grißn an, want si achtin gar vor nicht 16,010 alle ir getane schiebt dl wile, daz si sahin ich«, daz von in noch was unbericht. Nu sl üch erst hl kunt getan, daz ich hernach willin hän i8,oi5 dirre materiell zwischin ein teil geschichtc mischin mit rede, dl doch e1 gesehen sin nach der wärlieite jdn bin des urloigis zltin i«,o2ö kegn den Nadrouwttin, want iz was dä sö gewant, als noch den kundin ist bekant. daz man mit ummeswiffe mochte wol zu schiffe 16,025 reisin kegn Schalouwin, daz von den Nadrouwin iz bleib ungeirrit, want von in ge\ irrit daz waz/.ir dl Memle lac, ir,,nao daruffc man dar kumin pflac. Von einre bürg in Schalowrin. [Dusb. III, 181.1 Iz hallin bi Ragnitin ein hus dt Schalouwitin, daz Ine gebüwil veste lif einis bergis reste 16,035 irhabin nach werlichir kur ; da lägin di Rüzin vur undc halt in iz behalt wol nun jar mit heris craft, daz si iz nicht gewinnin, i«,040 vorhungirn noch vorbrinuin moebtin mit keiuiu listin. Diz waz vor den vristin, als ich habe voniumin, 199 c & dl brüdere kumin H.,045 wärn in daz laut zu Priizin. Zu jungist dö dl Rüzin der arbeit und der kost sö gröz und des leggirs dä vordröz, si begondin vrägin 16,050 gene, dt dä lägin bin der bürge kränge, wes sl alsö lange sich darüffe nertin, daz si vor splse zertin. 16,055 Dö sprächin gene : >Vische< ; 16,072 keo K. U. — Cap. 170. vorwnst H. — 76 manch H. fc2 und« 8. 84 of S. »U grnng wrarhaftcr H. 06 nahen D. Cap. IftO. urlouge II. keiffin 8. keif K. gehalunen II. — 16,003 helfe 6. 6 rtreilen D. 7 »rloig. K. h ftitrya H. 12 vrobericht K. H. 19 xrloifi« H. 20 kegg-in K. • 22 naeb 8. K. H. 27 «ici- i ^leib' und ,uofeirrit4: »trn yn H. »on in D. •bettioi ton yn K. aber auraitirt. 31 Rangnltin K. H. 43 hab K. 47 cm groi H. 51 den 6. Digitized by Google ■ KRONIKE VON* PRUZ1NLANT. 489 want sl hattin vrische lif dem hüsc mittin wol von zwenzic schrittin lang unde breit einin lieh, 16,06« der von vischin was so rieh, daz er den burcluitin gar tegelich gab di libnar. D6 diz di Ruizin hOrtin. vil schire sl zustörtin 16,065 ir leggir nnde zugin dan. Sus bleib dft dl vestin st An. Nu sei ein wundirliehiz dinc : der lieh in des hiisis rinc zu pflege gütir visehe gnuc 16,070 zu der Srhalouwin nutze triic, di doch du heidin wftrin, und ml zu disen jarin sin da di cristninrotin, nu hegil er öt erotin. 16,075 Wavon daz sl, des weiz ich nicht; gol der weiz iz ; des gericht unbegriflich alle vrist mir und allin sinnin ist1. Wi Rangnite di burc wart (Dusb. III, 4 81.] Brüdir Dlterich, genant Yob4 ^ vor' ('er v0'" von Samelant, von des nieistirs geböte nam von brudrin ein rote, darzü tusint rischc man, di dä wäpin hat tili an 16,085 und wol zu stürme kundin geratln in den stundin, want sl daran geübit wftrn, unde quam mit den gevarn zu schiffe in Schalouwerlant, 16,om daz der Memelin den strant an beidin sltin bevät, und ungewarnit Ha betrat eine burc, di zu der ztt lac, dä nü Ragnitin lit, 16,085 di er ouch sturmin dd began. Und d6 man vaste leitirn slän begondo in di zinnin, di Schalouwin dd binnin bettin gerne sich gewert. 16,100 Sö wurdin st so oft irvdrt mit manchim scharfln pflle, di bin des Sturmis wile üf sl vlugin sö gevach, daz al ir wer davon vorbrach, i«,i05 als dfl olTinllch irschein, want sich nindirt Jorst ir ein üz den zinnin bitin. Sus stigin zu den dltin dl eristnin obin In impor; i6,iio ouch undin durch daz burgetor sunieliche brÄchin, da hlbin, shlgin, stftebin sö lange, unz dt nicht genas, swaz dariiffe manne was, 16,115 der doch mö was an der zal wen des heris ubir al, daz di eristnin hattin da ; no » wib unde kindir vlnc man sa und nam von habe richin roub. 16,120 Hüs unde hakilwere in stoub sl zumale want in und vil gar vorbrantin. swaz dorfir in der n6hde lac. dl daz luit bewonin pflac. Wi Rangnite di burc wart vorkrbit. [Dusb. III, 488.] 16,125 Swinde ding«md alzu swint, di joch roenschinnature sint vil nä unmugltch und zu swar, der mensche angrlfin tar, der gote wol getrüwit 16,130 und genzltch uf in büwit und an gewissin zeichin vülit gote reichin im hülfe gen£declich. Alsus ouch briidir Dlterich, 16,135 der da vor genennit ist, an des selbin tagis vrist, dd diz dinc was volant, mit sime here vur zuhaut dl Memelin uf andir slt 16,140 und trat ouch da in strit kegn einre burc mit vrechir hant, dl Ramige was genant ; und alleine wurdin wunt 16,073 nu da di 8. 74 heiggit H. haigit D. 76 «n wei» H. — Cap. 182. RagnlW H. D. — 81 fehlt 6. !Kl Menden H. »4 Rangnll« K. H. Ragnitc P. »6 leltrin K. 11. 16,100 rft« H. 20 hackilwerg K. 23 nedde K. H. — C»p. 183. Rangnite S. K. H. alio wohl Fehler von Jero»chin, afcer im Teate telb.t «teht du Richtige. — " 32 enphindet D. 33 ge- nedieUch II. 30 Menden U. 40 und« K. 42 Ramige S. Rangnite au* Ramlge umgeändert K. Rangnite II. D. 4) Bp. ad Rom. 41, 88. Digitized by Google NICOLAIS VON JEROSCHIN und töt gewurfin in der stunt 16,145 der slnen an dem stürm ein teil, doch sö gab im got daz heil, daz er ouch di burc gewan mit gcwalt den viendin an, sl gar darüffo sterbinde 16,150 und di burc vorterbinde. Alsus dl bürge beidintsam, daz döswar von gote quam, wurdin dä gewunnin, zustörit und vorhrunnin no b und irs,aKin heidin vil binnin einis tagis zil. — Wi Labiow wart zustörl. [Dusb. w, \u.] D6 dirre zweir bürge val in der Schalouwin örn irhal, si wurdin der geschichte 16,160 in IciUichir pflichte betrubit und gemühit und in zorn irglühit ; davon sich ouch zusamin dl bestin alle nämin 16,165 unde bildin spräche darüf, wt si mit räche mochtin widirtün daz leit, daz irre dtt was üfgeleit, und in dem räte tichtin, i6,no daz st zu schif üzri«htin virhundirt üzirwelte man zu strite und dl vürin sän kegn Labegow und quämüi dar, daz ir nlman wart gewar. 16,175 Und des morgins, dö der tac begond üfgön und dennoch Iac daz burcvolc alliz unde slif, der Schalouwin her zülif unde quämin uf di burc i6,iso sundir allin wklirturc, want in da nlraant werte ; darin ir swert vorzerte unde machte lebins blas alliz, daz darinne was 16.1&5 traginde menlichin üb ; vürtin sl hin abe mit vil grözir habe, dl si namin da vor roub. 16,190 Ouch wart daz hüs gewant in stoub. Wi Schalouwinlant wart vorherl. [Dusb. III, 185.] hoc Dise vrevellche tat der Schalouwin nabin trat wirkinde müliche ptn dem meist re und den brüdrin sin, i6,i»5 des si ouch woldin andin di schiebt an den vlandin, und besamintin ein her michil unde starc von wer unde zugin unirwant 16,500 zu Schalouwin in daz lant, daz kegn Pruzinlande lit, und iz vorherlin in der zlt von dem begin unz an daz ort übinde vreislichin mort 16,205 an den ungetouflin, der sl da vil besouftin in iris selbis blute. Gevangin in ir hüte namin sl wib unde kint 16,310 und di zu lande brachtin sint. Doch dl wlle st da wäm unde dannen soldin varn, ich meine der brüdre rote, dö hatte Stenegote, 16,215 der Schalouwin houbttman, von der dtt im undirtän ein michil her zusamin brächt und mit der seibin macht sich nach der brüdre here hüb. 16,220 Und dö der meistir des intsüb, er schikte eine läge starc bisit, dl sich sö lange bar*;, unz daz wol in rechtin räm daz her der Schalouwin quam. 16,225 Dö sprengUn ouch di brüdere üz der läge ludere unde slügin ir dä gnüc ; dl andrin dl vlucht inttrüo. uo«i Von eitne vorrötnitse widdir di brüdere. [Dusb. m, 48«.} Sarecke was ein man genant 16,145 «in H. — C»p. 164. Uby>w H. Ix)b»w D. - 57 «w»yw D. xwetr fehlt 8. 61 62 | 64 be*te 8. 69 richtin 8. 73 Lobaw D. 70 bcjuude H. 79 in *t»tt uf K. H. D. 81 niman K. njroian H. 83 bloi O. 02 nahe H. 99 oud 8. 16,203 t om dam K. 14 da 8. 8Ug«aot« 8. 15 houbtman 8. 23 rechtim 8. U. 25—28 fehlen H. 25 brüdre 8. 27 and 8. 2b smderin K Digitized by Google KRONIKE VON PRUZINLANT. 491 16,2M gesezzin in Scbalouwüiant einre wol der bastin, der hatte oine veslin, dl nach im ouch Sarecke hlz, üf der sltin, dl da stlz 16,235 an daz lant Littouwin. Den seibin Schalouwin sach man wesin bü geacht, doch hatt er nicht sd grdz< uiidir slm gebite 16,240 von stritllchir dile, damile er scbedeliche mü gezlhio den brüdrin mochte zu. Des irtrachle er ein list und wolde in valschir mitlewisl , 16,245 dl brudre han vorrotin. Alsus er sante bolin zu Memelburc dem cometuir und Uz den manin tuir bitlinde dämüticlich, * 16,250 daz er gerüchle mühin sich, sine lüte mit im nöme und zu hülfe queme im balde durch geleite, want er were gereite 16,255 mit alle slm gesiechte unde wolde rechte lazin dl abgote und in gotis geböte um des himilrlchis kouf i6,2r.o intpfähin crislinllcbin touf und in der wlse züzim varn, daz er öt queme sundir sparn, want er nicht mit vrumin mochte dannin kumin 'Jjj* noch intvlln der heidin hant, im wurde hülfe den gesaut. D6 der comenlüwir dl redde so gehüwir irhörte von des botin munt, 16,270 grüze vroude im intstünt, und alleine wöre zu geloubin sweYe dem heidin an der geschieht, doch wolde er des lazin nicht ; 16,275 er wolde 1 sin lebin in dl wage gebin •und durch got kumin dahin um sö vil seMin gewin, daz Idoch in zwivel was ; 16,280 und üf den sin er an sich las etsllche brudre unde knabin, dl er darzü wolde habin, und irbüb sich an dl vart. Und dd er vaste ndhin wart 16,265 der stat im vorbesebeidin, im widüilf ein heidin, . der ö was sin wamere, im saginde sus märe in warnunge gewisse : 16,290 >Iz ist ein vorrttoisse, >daz Sarecke tribiw jach er, »davon blibil »und inzlt mit nichtig vort, iwant er Ut besamint dort 16,295 »vil starke an der straze »darüf, sd ir zu mäze »im hin kumit in di na, »daz er üoh allintsam irsla.« Dö diz der comotür vornam, i6,3oo sin gemüte sere irgläm in zorne üf Sareckin, daz er in wolde necktn m b mit sö bosir trugene und wolde im sin lugenc, 16,305 sin erge, sin untrüwe und sin valsch gebrüwe, ob er mocht, tncrenkin, und begonde lenkin sine vart allumme, 16,310 unz er in der crunune quam bindin üf dl hüte, dl im der ungute üf mordis val da satzte, und mit den slnen platzte 16,315 ungewarnit üf dl schar der vlende. Sl irschrakin gar und griffin an dl vlucht. Doch sd vlng er von der trucht Sareckin, darzü achte, 16,320 di man dl wdgistin achte undir einen mannin, und dl vürte dannin gevangin und gebundin hart U. 38 hat 8. K. 41 da mit K. 42 g»»ln K. 47 eomentuyr K. MS. 54 wer K. bereite H. D. 55 ijnne H. 58 gota K. 60 impfahin 8. ynt- 65 hedin ö. 70 inatunt S. 74 dise nöt und dise pin, >damit wir nu bevalüu sin ! 16,4«5 »Er ist ein sach und ein urbab »des grözin meinis, daz wir ab >getretin sin der cristinheit. >Des geschö im alliz leit !« 16,416 «in fehlt K. H. D. 18 unde K. 10 tl fehlt S. K. II. Ut Torhanden in D. 23 pnuche, und m oft H. 26 tot- noigirn K. 30 Intonte U. ichicht H. 31 o>m*o K. H. 32 kefglu K. kefin II. 35 bruderin K. 37 be- nannt K. beMinyut U. 40 comenture K. B. 47 Powede II. D. 48 quede l). 5.1 kiieeht fehlt 9. 58brudrH. Wthrtch K. 62 do fehlt H. 83 brinnendc K. brynnendc H. 87 du 1). 00 (rot U 8. Digitized by Google 494 NICOLAIS VON JEROSCHIN Dirre Bonse, als ich las, iu,&oo in Samelaot geseczln was Zwei wib wolde habin er offuilich durch sine lust ; und dö dl brüdre der unkust 16.5^6 nicht woldin im vorhengtn, ein zorn in im intpfengin sich sö gar hexllch began, daz er mit den Prdzin an heimelichin lcggcte u,5io und st darzu beweggete, daz si gemeinUch woldin hftn sich vornögirit stnadir wan ubir alliz lant vil nach, als ich üch da vor vorjach. i«,5is Und dö an Bonsfn sus irschein dirre tüvelische mein und man dl warheH des irvriseh, mit töde, als ein erge fach « und daz urteil im beschlt, 16,610 man daz lebrn im vorschrtt. [Dusb. in, 491 .] In des seibin jaris vart, 1194 dö dl herbistzit gewart, di brüdir abir in vreise 10,525 zu Pogezönin in da und daz mit creftigir bant hernde durchtreibitin und öt da nicht leibitm 1 noch habe noch gebuide ; I6.&30 ouch al des landis Imde, jung und alt, wib unde man sach man st vil gar irslan unde van gemeine ; doch genas ir deine, 16^35 dl vluchtig intwichin und kegn LHtouwin strichin in daz gebit zu Gartin, dä si sich bewartin mit irm gesinde vor der nöt. 16,540 Sus wart vorwüst dl gegenöt. 16,501 PubeUn D. 2 her 8. U. 6 Impfenfin 8. 12 vornotfiiit K. 13 switeben allii and 26 und tiK.UH.mD. 46 kein K. kea H, riendin K. 48 kund H. 49 inode U. 60 den K. H. »6 nnd X. 60 dy H. die D. 77 bewUtn me 8. by wün H. 79 TÜrtlteh 8. 4) S. v. a. schonten Pf. t) Vers 46,544 — 46,556 bei Pfeiffer S. 69, Nr. 80. 8) D.i. wohl soviel als Hetzhund, Jagdhund; kommt aber auch als Mannesname vor. Der Sinn ist: der Fuchs ubersieht bei dem Kratzen in der Erde nach Putter oft (ihm drohenden) grossen Schaden, in- dem u. a. w. Vgl. Liliencron Glossar zu Rothe 7#4. * Versehene niederdeutsch m Ubersehen, versau- inen ; vgl. Glossar zu Thomas Kartzow Chronik von Pommern ed. W. Böhmer. Stettin 4885. S. 849. W( Colmerlant wart vorhert und di gebit Grüdenz, Merietwerdir, Zantir, Crvtt- burg und Clement dt burc wart vorterbil. [Dusb. III, 4M ] In den geztten, als ich las*, [1274 — in zu Co] min in dem lande was ein lantcomentüweT, üf den pfenninc süwer, 16,545 den undirtanin swinde und kegn den vtndin linde, genennit Bertolt von Northösin ; mit dem vuehse kond er musin, der durch snödir weide pflicht 16,550 ofte sebadin gröz vorsieht, dl wil er schirrit in dem molt und in irsllchit hetzebolt*. Alsus ouch dirre Bertolt öt üf silbir unde goH 16,555 unde üf irdischin gewin wante slnis herzin sin Iis« und was zu strlte ein zage, daz vil manche clage gebar in Colmerlande ; i«,5oo want er der vlande anvechtin nicht mit vrechir tat, als er solde, widirtrat ; davon man muste schouwin vil ofte dl Sudouwin 16,565 kegn Colmerlande kumin üf michilin unvrumin und üf jamirberndiz leit der annin gotis cristinheit, dl si danidir mortin, 16,570 und an allin ortin daz lant öt machtin toube mit brande und mit roube sundir aflra widirtrit. Alsö lange werte dit, 16,575 daz in nicht wart widirstan, unz zu jungist drlzic man, bl wilin minr, blwllin mö, Colmirlant genennit ö vlntllcbin ubirrittin D. 19 »IS. H. 51 n Digitized by Google KRONIKE VON PRCZINLANT. 495 16,580 und doch blibin unbestritten. Diz alz vorl;izte Bertolt1 und wie geringe doch dl scholl, want er troc sieb üf den solt, der dl herrin machit holt, 16,585 dt nicht rechtir witse han. Doch w art sin hoffenunge wan ; daz veige lantreistir (ich meine noch Bertolde) iü,5«ti int.satzte, als er solde, und machte zu lantcoraentuir deswar einen brüdir tuir [ti7i(«)— 1299 genant Hcrman von der dä üf orloigis lu 595 was em degin üzirwelt. Der beschirmte als ein heit menlich mit werltchir hant im daz bevolne Cohnirlant, want zu allin zltin, 16,600 so dt Sudouwltin quamin menllchin dem lande zügestrichin und icht mezlich was »r truebt, sd nam er kegln in dl zocht 16,605 mit den slnen unvorzeit und st vorjaite oder streit und 1 den sig an in hebtlt mit gotis hülfe, dt stn wttt. Diz treib er also dicke, t6,oio unz er mit todis schricke ir geletzte alsö vil, daz sl zuletst in keime zil daz lant torstin tün behaft äne grözis heriscraft. 16,615 Der widirsatz sd harte, den in keginkarte der Iantcomentnir ball, und der schade manirvalt, den st an den irin kurn, 16,620 der sl vil von im vorlurn, dl er in strtte vellete, mit hazze sd irgellete und in zom irglüte der Sudouwin gemüte, 16,625 daz Scomant ir houbitman nam an sich vtrtäsint man Littouwin unde sture dtt, unde zöch, als im gerit sin vreise, mit gewaldis hant tG,6 )o hin zu Cobnin in daz lant an der eilftüsiut meide tage fii. Octbr. den cristnin zu leidir plage, usc an den er räch der slnen tdt mit vil manicvaldir not, 18,635 dl er mertirltch in bot ; want üf sl hezlich bran stn sin. Und an der tnverte begin vor dt bare st quamin hin zu Plowis, der ein Ifaman pftac ; 16,*40 üf der Ozzin st dä lac. Dt burc sl hertllch vachttn an und ouch hettin sundir wan sl mit craft irstritin, bette man nicht mit in 16,64& gehatdin suloh gedinge : zwene pfatleilinge man in von dem hüse gab, dt da soldin sl hin ab leitin näch irre ger i6,uo daz lant dt lenge und dt twer, wä sl in den vestin dl cristnin wonin westin. Alsus daz hüs gevrlit wart und daz her gevlnc dl vart 16,655 vor dise bürge : den Reddln, dt Llpe, dt st beide sin lizin in vridis säze. Darnach zu Welsaze nam daz her dl schurge, 16,660 da sl daz vurburge in den grünt vorbrantin. Dannen sl sich wanjin zu dem Clement vor daz hüs und mit hertis Sturmis prüs 16,665 allumme daran stünttin. Zu jungist sl inzunttin unde legetin vüer an, davon dl burc vil gar vorbran und alliz, daz darüffe was. 16,591 Dü il*o H. Dies alao rtrUxte Berehtolt D. 86 weot H. 88 T*ge 8. O. 00 yntMtsc K. 08 1. dai im ? 16,001 mendlichea D. 13 fetontin K. 16 Den 8. K. U. D. 17 Untcometuyr K. Untmeiitir H. 18 m»- nichvaU H. 36 Bchotnut 8. hoabtman 8. 27 und K. 34 manchraldtr H. 30 lemtn 8. plourii K. 48 hin fehlt U. D. 4» Iritis «i S. ii fehlt D. iy in K. »umdirt. 52 crittin H. 63 dem fehlt U. 64 mjt »turuiii hniiH. rtunne* here* D. 67 leitin K. leitjrn H. »ugir H. i) Vew 46,584—46,503 bai Pfeiffer Nro. M, S. 69. Digitized by Google 496 NICOLAUS VON JEROSCHIN 16,670 DA v ort urbin, als ich las, ii3 4 menschen ine1 wen hundirt äne wib gesundirt unde kindir, der sl vil danneu tribin in dem zil, 16,675 unde quämen an der vart kegn der Tuigirnitze wart. Eine burc was sus genant zu erbe, der ir ouch da pöac. i6,6M Di selbe burc daz her belac und dl crefticlich anvacht, däwidir der burcluite macht strebite mit swindir wer ; und allein der viende her 16,6« des erstin tagis schüfe nicht an der burc mit Sturmis pflichl ; doch blibin sl dä ligin üf kumftic gesigin dl nacht unde hattin rü. 16,690 Abir dö des morgins vrü si vültin und irvrischin, daz dl burc was gemannit baz, den sl e des were, si vordrdz der mere i6,ons und irhübin sich hin dan zoginde des wegis sän kegn Grüdenz, kegn Mergenwert, kegn ZanÜr, Cristburc, da vorher! wart gar von den hundin 16,700 swaz sl indirt vundin buzin den vestin vorgenant. Vil wlte wart von in gerant in dem lande her und dar neminde der cristnin war, 16,705 da sl warn beerbit1. Gevangin und vorterbit wart dö mit mortlichir schür alliz, daz- in widirvür, im« iz wenn vrouwin odir man. 16,710 Und dö diz jämir was irg&n, kegn lande tribin si hin abe ummezlichin roub von hübe und von cristninluitin, dl man sl sach buitin 16,716 zu öwigir eiginschaft. Diz irbarm dl gotis craft*! Waz jamirs sich dä scheint«, da vrunt kegn vründe weinte, Hb von übe scheidin ib,72o müst in grözin leidin, dl mütir von dem kinde, daz sl dennoch linde zöch mit der spune vütir ! Di tochtir von der mütir 16,735 man da zarrete biltirtlch, dö si di heidin undir sieb an der buitunge teiltin Ö wl 16,730 der sö schemellche blic vründe da an vründe böt! Nimant di herzenleide nöt mag ebin, als ich wene, betrachtin ane Irene. Von dem letztin urloige kegn den Sudouwin. [Dusb. m, 493.] 16,735 Dö mit gotis hülfe warn betwungin allir Prüzin scharn ubir alle prüzschc laut, dennoch was ein dit irkant mechtic vor den andrin gar, 10,740 di der cristinheit impar mide joch mit allir macht widir den geloubin vacht in trotzllchim drouwin ; diz warn di Sudouwin. 16,745 Den tralin dä di brüdre zü 114 h menlich mit urloigis mü, nicht irre macht getrü winde, sundir üf gole büwinde, der di slneu nicht vorlal, 16,750 sundir in helflich gestat, als in i twanc sin güte. In lag ouch in gemüte, daz daz opfir ist unwert, dem vordrumit wirt der slert 8, 16,755 daz sin di were der tugint gevrumin lutzil mugint, 16,672 weibe D. 76 tuyrnicie H. Tewmiöe D. 78 •tenK. dive*tynH. 97 Mericnwert K. 16,725 31 mint da S. vrttDde diu II. 32 nyman K. II. 51 twan« dy gute H. 55 »ynt H. H. D. 88 kunipfthj II. 69 und 8. 92 di rr- 29 Jamirberndir 8. K. H. 30 «cheraeUcben D. 43 trotxüchin 8. 46 vrloujij H. 50 heflich K. <) D. i. angesessen. 3) 3 Mose 22, 29 : » tciu ex bis solvi non potest 2) V. 46,746— 18,784 bei Pfeiffer Nro 32, S. 70. et ovem aure et cauda amputatis voluntarie offerr Vgl. 2 Mos. 29, 22. 8 Mos. 8, 9 und 7, 8. potefl; votum au- Digitized by Google KRONIKE VON PRUZINLANT. 497 ob st daz ende nicht inzirt ; nlmant ouch gecrönit wirt, den er inkerapf unz an daz ort — 16,760 des woldin ouch di brüdre vort um den solt der selikeit dem opfir irre arbeit Ane widirwende gebin ein gut ende 16,765 und sich mit alJin ereftin an di Sudouwin heflin in strite zu den slundin. und des also begundin. [Dusb. III, 194.] Brüdir Conrät von Tirberc ' 16,770 der meistir, der i üf daz werc des urlougis vlizic was, ane dröz zusamne las andirthalbtiisiut ritin, di da mochlin stritin, 10,775 und vür in den zitin üf dl Sudouwitin in ein gebit, hlz Kimenow, daz er hemde durchzow und an di luite, der dd gnüc io,780 daz her üf der reite slüc von werilchin mannen, sö tribin st von dannen kindir unde wibe IM« me wen tüsint Übe i«,785 unde roubis also vil, daz des nlmant weste zil, von andirro habe. Und dö st sus herabe eine tagevart genamin i«,79o und des andrin (agis quamin mit des roubis zinse . in einen wall, der Winse von den Prüzin ist genant, dd wart den brüdrin irkant, io,7»* daz nach in quamin houwin wo! dritüsint Sudouwin uzirwell zu strite gar. Und als sl wurdin ir gewar, zuhant si ummewanlin i6,soo und gescharit ranlin vtentllch dl vlende an, di ouch zegellchin san sich der vi u cht irwügin. Alsus dl brüdre slügin 16,805 von dem her ein michil pari und widir zunicke wart unz an ir laut st tribin. In der reite blibin ouch sechs man der cristnin töt ; 16,810 daz andre her gar Ane nöt mit dem roube allintsam vrdllch heim zu lando quam. Wi Polenerlant wart vor her l. (Duab. III, 4 85.} In den gezitin ouch geschach, daz man vonLiltouwin sach io,«ii5 kumin mit creftigir wer in Polenerlant ein her, daz vil gar vorhertc, vorbrande und beswerte dl drl lant mit jamirs pin : 16,820 Luntschitz, Brist, darzü Dobrln, 11« 4 wirkindc sö grözin val an den cristnin, daz di zal nlmant recht betrachtin mochte noch volachtin, t«,825 di irmort da blibin und dl sl dannen tribin. Wi daz achthttndirt Litioumn mtrdin geslagin. [Dusb. m, m.] Nicht ubir lanc nach dirre schiebt achthundirt man wol üzgericht rittin von Littouwin 16,830 und quamin zu Kersouwin in ein gebit alsö genant, gelegin in Polenerlant, da sl mit unvügin wol zen dorfir üzslügin 16,835 tötinde vil gar di man ; wib unde kinl si tribin dan und von habe roubis vil. Binnen dirre reite zil der gotis man, der vurste güt, i«,mo der I trüc vil reinen müt und ein unbewollin lebin wandirnde zu gote ebin, herzöge Leske von Krakow, 16,758 nytoan H. 69 «Vnkemph an daz ort n. 62 arebrit K. 71 urloifi« K. 73 aadlrhalb K. 86 nytnan K*. H. 69 jenamen 8. K. 94 broderin K. 16,807 rriac n. — Cap. 195. g*bert II. — 13 eitin K. citen H. 16 Po- lemerlant H. 18 vorbrwt« K. 1» dri« K. 20 Lutacblet H. 23 njnnan K. niman H. 26 tribin fehlt B. 28 ac&tobnndirt K. 30 Kinouwlo H. Kiraawen O. 33 da» H. 38 raiw D. 41 urabewollin H. 43 Uatke K. Leacaa H. Script, t.r.l. oa Digitized by Google 498 MCüLAÜS VON JF.ROSCHIN hatte kegn der vionde drow, 16,845 von den ich nü gesprochin liAn, besanünt manic tüsint man, als er woldc sl bestan ; und want er vü der sinin sach, dl dA warin mütis swach i«,sso zu stritene, davon sich brach uz in der herrc mütis vri und trat uf einen berc däbl unde sprach mit wortin luit : »Swcr nu hl ist gotis truit io,R.r»5 >und des herzin unvorzeit, >der trete zu mir her gemeit H5 • >und heif mir huite andin »an des erüzis v tandin >daz unrecht, daz si mit unern i6,8«o »irbitin Cristö unsim heni »an den slnen gelidirn ! >Ö heifit alle widirn >diz jämir unde nidirn »der heidin guft, di uns bekort, i«,sc5 >durch den himelischen hört, »den got hat behaldin dort »allin den gerechtiu, »di durch in hl vechtin »und den geloubin sterkin.« ic,s7o Hl mögt ir jämir merkin, daz üz al der raenige grdz ni sich volkis me geseböz wen drihundirt man allein, dt tratin zu dem vurstin rein ; io,s»7o daz andre alliz dannen weich und vorzait kegn huse streich. Sus bleib der herrc höhir zucht haldin da mit cleinre trucht, mit den er doch intsamin i6,sso in unsirs Mrrin namin, dem er ouch wol getruwinde und uf sin hülfe büwinde menltch an dl heidin slüc und zum £rstin daruf wiie, Iß,s85 daz er der cristnin rote von der bände knote intbunde, dt govangin warn. Darnach streit er an di schäm der vorgenantin heidin 16,946 manlch B. 60 umU» H. unter niderin H. 64 gift II. 70 mogit II. 7ffc H. f*~ K. 11 und von D. 14 ritindln S. 20 oblr H. ubir D. 2« «rieten» K. als Strassenrlluber. s. Glossar dazu S. 717. Strüt ist = Ge- Digitized by Google KRÖN IRE VON PRUZINLANT. 499 'liaf« a's *c'' vou Nx*r*° ro£rin vornuniin habe, widirvur binnen des urloigis vur. Der was cinre Merlin, den man nante von Golin, ic,«i3s von dem ich onch e 17,240 sö gram und sö gevdre, sö sprach er: «Ich inröchte nicht, >in welchir wls, in welchir schient »ich mich an sl hinge, »daz ich öt intpfinge 17,245 ivumf wundin in etllchir vrist »als min Jibir herre Crist »durch mich hat irlittin.« Diz hörte man ouch bittin in gote zu vil manchir zlt, 17,250 als iz ouch vil ebin sit nach sinem willin im irginc : von den Sudouwin er intpfmc in strlte nach den stundin in enizis wis vnmf wundin, 17,255 darnach er sich 1 senen pflac, und damit tc tot gelac. — UV ein Sudouwe wundirlkh sich bi liar le. (Dusb. III, 207.] JMti quam ouch in der seibin zit ein edil man, ein Sudowit, der was Russigen genant, 17,200 mit alle sime hüse intsamt von Sudouwin wiehinde und zu der Balge strichinde, H7«i da in di brudre inlpfingin und iz mit im begingin 17,265 wol vrüntlich, alsc daz gezam. Nu woldc er mit in it in di kirchc wandrin und da als di andrin in gotisdlnst sich mengin. 17,270 Di stat wart man im engin und iu dA wisen vor di tur nAch crislinlichis rech Iis kur, want er noch was ein heidin. Und dö im wart intscheidin 17,273 der üzirunge sachc, nicht wtig er si swachc, sundir stiel den tonf intpfi ; ouch sich mit im touliu Ii alle sin gesitule. t7,2so Nu trat ein suche swinde des libis uf in an der stunt, 17,195 cometayr K. 17,200 Anderthalb D. 7 tochtim H. 10 ruenirr I). 17 irwriu K. irwryn U. K pflein K. pflcyn II. 34 k«ggiu K. 37 Dtwiliii S. 11 Do tprach 8. machte U. 4!) maalgir K. 54 »unf K. — C»|>. 207. bck»rt K. — 60 gwunfll. I). 65 »U 8. Mio U. »Uo D. 6fi jnlpfaa II. entpban Ü. CS u5 Jo dai di H. D. 71 da fehlt K. H. D. 4) S. v. a. Geisselung, Züchtigung. Pf. Digitized by Google KRONIKE VON PRUZIXLANT. 503 dö di selc im gcsunt der touf gemachet helle, sö daz er in ein bette legin müste sich zuhaut. Darnach wart von im gesaut nach einem brüdir pfaffin, von dem ouch im geschaifin des toufis sacrament was e, 17,290 den er mit innigir vle im den geloubin kundin bat, daz ouch der pristir gerne tat. Und als er vor in gesaz und im di gotisiere maz, i7,2«5 sd sit er dort zun vuzin stan ein crüze, daz im hatte lan von holze machin der Sudow. Von des cruzis anescbow wuchs dem pristir wundirs vil, 17,300 daz in also kurzim zil na» in sulche andacbt was geslouft der heidin, der alröst getoufl was an dem seibin tage, unde begonde vrage 17,305 an in tun von der geschieht. »Hasdü«, sprach er, »giitis icht >bi diroe iebene 1 getan, >ö man dich sach den touf intpfan?« •Ich habe manchin cristin 17,310 »bt minis lebins vristin ürslagin, des ich ! mich vleiz. >Gütir werc ich nicht inweiz »an mir,< sus der siehe sprach, isimdir einiz, daz geschacb, 17,315 dö wir mit creftigir hant >hcrtin in Polener lan t, »da ouch einre der Sudouwin >nam ein bilde unsir vrouwin, >daz er vürtc mit im dan, 17,320 >und daz bilde sach man han »gesnitzit ein kindil üf der schöz. »Darnach in des nicht vordröz »und andre heidin wilde, >sl schuzzin zu dem bilde 17,325 »in uppelichir vreidekeit. >Dö ich daz sach, iz was mir leit, »und lif hin in zorne ball, >nam daz bilde mit gewalt •und iz eime er is tu in gab. 17,330 »Nim, trac,« sprach ich, »ball hin ab »diz bilde des gotis diu ; »brenge iz, da im muge sin »nach crislinlichir ö bereit »ere, lob mit wirdekeit.« 1 7,335 »Darnach in slafe mir irschein »geformit nach dem bilde rein »U^wunnencllchir schouwe »di allirschönsle vrouwe, na b »der gliche ni mö wart gesehen ; 17,340 »di hört ich also zu mir jehen : »Don dinst, den du irbotin »kegn der tummin rotin »hast an minem bilde mir, »sol gegoldin werdin dir 17,345 »mit löne ubirriche »in minis kindis riche !« — Und dö der reine westirbar 1 dise wort volante gar vor dem prlstre vorgenant, 17,350 di spräche legte er zuhant unde selicllch intsllf in gote, ö der tac vorlif. — Wi sente Merienbtirc gebüwit wart. # [Dusb. III, 808.) Dö unsirs herrin jar vorvarn zweinmndirt darzü achzic warn, [i2so 17,355 dö wart dl burc Zantlr genant mit namin und mit stat vorwant, want Mergenburc hlz man sl sil, und buwit sl dar, da sl nu lit, wol IobeUch Marlen n,3eo der reinen wandils vrien. Wi ein gebit vorhert wart in Sudowin, daz hiz Crasim. [Dusb. in, ao».] Nu sach man meistir Manegoldo daz urloige, als er solde, mit craft anhertin und vorn uns! , des sine vorderin begunst 17,2*7 bradr II. 89 der toafen K. der toufyn n. der tauffen D. 91 glonbin 8. M a]*e K. IT. 95 mm wu- tin 8. cm Tuttn II. 17,302 alrertt D. wu geteuft 8. 3wu fehlt 8. 5 an im K. D. ym II. C hastu II. n. joU.II. 7 i fehlt K. 16 dax wir 8. K. U. D. 16 Polemer H. 17 cyuer II. IS unsrer D. 21gr»oiUtl>. 25 uppelichir 8. 29 erUteuin K. 30 bilde aprsch ich H. polde sprach Ich D. 32 breiig K. 31 wirdichait P. 37 wuuneclichir II. 38 juucbfruwo D. 39 40 gescha : gen K. H. 49 prUter II. 51 sclich 8. — Cap. 20». gebuit II. marlenburg K. H. - 57 marletiburg K. 5S bu«t K. .j dar sl II. 03 YOrnunft II. «) D. i. TttuilirigPf. Digitized by Google 504 NICOLAUS VON JEROSCH1X 17,370 118 e 17,375 17,305 hattin mit slrltindir hant widir der Sudouwin lant. Zusamin bracht er in ein her alle sine macht mit wer, dl er geleistin mochte dö, und in daz lant Sudouwin zö an unsir vrouwin tac Marien, sö man pfligit licht zu wien, [2. und 'der reise da gerlt zu Crasim in daz gebit, daz er gar vorhcrto und vienlllch bes werte # mit roubc unde brande. Ouch traf er dö Scomande, der gegendte houbitman, 17,3&o und zu aschin im vorbran alle sin gebuide. Ouch ving er da luide unde slüc gesundirt wol vumfzig unde hundirt i7,sss von wiben unde mannen. Darzü vürt er dannen grözin roub ken lande von habe raanchirhande. Dö diz vorgenante her 17,390 solde ncmen dl inker zu Crasim in di gegenöt, dö wart iz, als daz vügle got, insprenginde vorirrit und ein (eil gevirril 17,395 von cinandir her und dar. Hl disc schar, dort jene schar zustrouwit rant alumme ; uud in der solbin crumme daz her daz lant so gar durchtreib, 17,400 daz unvorhert dä nicht inbleib, swaz ir dt irbeite ; x und in derselbin reite irslagin wart der degin tuir von Tapiow der cometuir, 17,405 der Beigir brüdir Ulrich, und als er e pflac senin sich, daz er nach Cristö wurde wunt, sus irging iz in der stunt ; want wundin an vir endin, 17,410 an vüzin und an hendin, nsrf dl vumfle zu dem herzin im zu tödis sraerzin gäbin di Sudouwin. Ouch »ach man vorbouwin 17,415 vir andorin daz lebin, dl im dä bi nebin wärin hergesellin. Sö wart von Libenzeilen 1 gevangin brüdir Lüdewic 17,420 üf derselbin reiso stic. [Dusb. III, 210 ] Dirre brüdir Lüdewic von Libinzelie was eiu zwic intsprozzin von edilre art und von jugint üf gelart 17,425 übinde strltliche tat, davon er vil begangin hat wundirs in menllchir schiebt, als hernach diz buch vorgicht. Und dö in sus der viende craft 17,430 geving, er wart in bände haA geantwortil Scomande. Und want in der irkande einen degin wesiu zu strite üzüiesin 17,435 unde im wol an manheit glich, des minte er in sundirllch unde in gerne bi im sach. Davon ouch darnä geschach, daz Scomant oinis solde varn 17,440 zu eime tränke, dä ouch wärn gesamnit in den zitin dl bestin Sudouwitin näch des landis sitte, unde nam in mitte 17,445 in vrüntlichir gere, swi er gevangin were. Und in dem getrenke wuchs ein sulch gezenke, Ii* m daz ein mechtig edelinc, 17,450 ein Sudouwlt, an witzin linc, Liidewige dä betrübete mit Worten, di er übete in smehir wise und in drd. Dö sprach er zu Scomande sö : n,465 >Hästü durch den willin her 17,373 dA 8. 78 Behonnode H. «3 and S. 84 vunfiig K. Tunfciic H. 92 »ujete II. 95 von in andrr H. 07 wlt, itatt rmnt 8. rmit 0. 17,403 deifin H. 4 comrdujr K. 5 bejr K. b«ir II. 0 want wurdio P. jm wurdin an K. im wurdin II. O. 11 runfto K. H. nnd $o mei*t. 23 «dir« 8. eddilrv K. 31 «cumand« S. 32 der yi> K. H. 51 Ludwige K. 52 d» 8. 4J Ein Geschlecht des Nauens blühte inStrasshurg. V. 17, 418—17,479 bei Pfeiffer Nro. 34, t . S. 7i ff. Digitized by Google KRONIKB VON PRUZINLANT. 50.r> >mich.mit dir gevürt, daz der »an mir wittre böse wort, »damitte er smelich mich bekort >unde droowe üf mich treit?«] i7,ifio Do sprach Scomant »In sichirheit >salt du wizzin, daz mir leit >ist, waz er dir mühe tüt ; >und hastü sö künen raut, »daz du dtn leit tarst andin, 17,465 >dir wirt blgestandin >von mir mit helfe sundir wan.« Und dö er diz irhörte, sAn zukte er in zorne ein swcrt urtde slüc gar unvorvert 17,470 den Sudouwin vor in al, daz er nam des tödis val. Unde nach den stundin wart er sint intbundin von der gevencnisse baut 17,475 von eime knabin, den Scomant zu gesinde hatte dd, der ouch mit im dannen zö und brachte in sidir zu den brüdrin widir. H7 Scomant der Sudouwin houbitman sich bekarte. [Dush. tu, an.] n,m Der vorgenanlo Scomant mechtig unde rieh irkant was dort in Sudouwinlant zu Crasira in der gegenöt, da im ouch so gröze not «7i«Sk der brüdre anvechtin bot in des urloigis zilin, daz er da nicht beritin mochte, sundir danneu v'löch, mit vrundin und gesinde zöch 17,480 unde mit allir habe ken Rüzin sö hin abe, da er ouch dächte wonen und vridelich bedonen ; doch werte daz nicht lange ; 17,4W want des ellcndis bange den müt im sö beswarlc, daz er widirkarte in daz lant sinre gebort. Und dö di brüdre diz irhört 17,500 hattin, gar An alle rü strichin sl im abir zu 1 mit urloige al.sam e" und gcworchlin im sö wd mit stritin und mit reisin 17,505 und manchirhande neisin, unz er zu jungist sich irgab den brüdrin und zu in her ab mit alle sime huse vür und cristeningeloubin swür, 17,510 in dem er ouch den touf intpflnc und alliz, daz im anehlnc. Wi daz gebü Silien in Sudouwin wart vorherl und brudir Lüdewig andirweit wart gevangin. [Dusb. in, tu.] IMü geburt, als ich 6 sprach, daz man zu capitle sach Manegolde I7,st5 zogin, als er solde, durch einis hömeistirs kur, als ir vornumin hat da vur, (i2S2 dö er ouch bleib des lebins mat ; und dö er an dl reise trat,? Vio? der von TirDerc» der do was marschalc, ein her zusamne las von brüdrin unde luite vil. Des heris menige in dem zil zöch an sluir reite 17,525 manchir milin breite und sö hin sich wände kegn Sudouwinlande in daz geblt zu Silien. Dö sach man sl vortilien 17,530 alle daz gebüwe beide alt unde nüwe, dazjlä indirt was, mit brunst. Ouch wistin si ir abegunst an der ungetouflin dit, 17,535 der ir swert da vil vorschrit, daz si des lebins blibin än, und darzü den houbitman irslügin si, der hlz Wadol ; und al ir hende roubis vol 17,.mo namin si von habe und zugin sö her abe. An dirre seibin reise' 17,459 damit K. 63 want hartu 8. 68 lorn K. 69 und K. H. 79 bracht K. 7» brudim H. 83 cr»»»im H. SO »roudin H. 00 und S. 91 »0 D. 93 nndc S. 95 «Hindu 8. 17,503 criilnin S. crUlnyn H. D. jlaub«i D. -Cap.212. wart fehlt K. K. — 12 gehütet 8. 13 eapittele S. eapittle H. 15 al* man »oldc 8. 16] > 8. 22 leuten D. 23 mraie K. H. 31 beid K. 32 da fehlt D. I) Vers 47.54S~17.573 bei Pfeiffer Nro. 8«, 2. S. 73 ff. Digitized by Google 506 NICOLAUS VON JEROSCHIN von der Sudouwin vreise wart der von Libinzelle 17,5« in des gerennis snelle sö verlichir wundin wunt, daz si in lizin in der stunl in dem snö da ligin des lebins gar vorzigin. 17,550 Darnach doch üf in quaroin Sudouwin, di in nämin alsö kranc, als er da lac, und bingin in sani einiu sac ubir ein pfert di twere 17,550 und in mit drabe swere vürtin also dannin. Daz schuttin und daz wannin 1 119 4 daz blüt im üz dem übe twanc, daz iz uz den wundin dranc i7,5«o bl stuckin, want iz Uzunt was gelibbrit*, und alsus genas brüdir Lüdewic der nöt r andirs zwar er wäre tot, als er selbe sint vorjach. 17,565 Und dö iz nü alsus geschach, daz er, als ir hat joruunnn, in ir bant was abir kumiu, st antwortin in sö hin eime, der da undir in 17,570 der höste was an wirde, genennit Kantegirde, daz in der soide haldin und sin mit hüte waldin. Von brudir Conräde von Tirberc dem zwelßin lantmeiskre. [Dusb. m, «it.]* Do meist ir Manegolt gestarb 17,575 und des llbis hi vortarb, [i2S2 dö wart brudir Conrät der junge von Tirberc gesät zu meistre ubir Prüzinlant ; der zweifle sö was er bekant 17,5*0 an dem amte und iz trüc sechsthalb jär hcrllch gnüc. [t2«- 1287 Dirrc Conrät, als ich las, dem meistre ConrAdc was, von dorn gesprochin ist da vorn, 17,5« zu bnidre an geburt irkorn, 17,553 eymen K. 51 ubr K. 56 rurtin »on d. S. 70 SO und dem amte benant mit mJ der »weifte u. L t. 8. tu ergiueh D. - 1 7,003 Mcitewin S. 5 audere K. und hlzin beide von Tirberc. Dös war lobelichir were habin sl bi irroe zil begangin mit urloige vil, 17,500 daz si zu pfleg in allir craft hantirtin kegn der heidinsebaft ; want si warin hellede an menlichir ellede iso« und got was mit in sundir wau. 17,.*.»5 Sus alliz, daz si griffin an mit urloige hi und dort, daz ging in wol nach wünsche von. Wi di burc PuUirberc zurging und di Mewe wart gebuwit. (Dusb. in, *«».. Der herzöge von Pomeren, her Swantopolc, von dem vorjen 17,000 sin redde gnüc dÄ vorne, hatte vir geborne sune, dl er nach im liz. Mestowin der erste hlz, der ein gisil was da vor ; 17,605 sd hiz der andir Schambor ; Warcezlaw der dritte ; noch was dö einre mitte, des nam ich nicht gesebribin vanl. Der Warcezlaus vorgenant i7,8io liz gar der werlde lüdir und w art des ordins brudir des Dütschin hüsis durch sin heil, dem er ouoh den erbeteil gab mit willin allin, 17,615 der im angevalün was von des vatir herzoetüm, daz iz üf gotlichin rüm dä öwicllchin wöre ein al müsin gewere. 17,620 Und darnach, dö Schambor gesach sin teil wesin alsö swach, daz er dAvon nicht ebbin noch herlich mochte lebbin, als sinre wirdekeit gezam, 17,625 zu den brüdrin er sich nam von Prüzinlandc. und den gab sin erbeteil, daz si darab im und dem gesinde sin 61 gellffirt K. 65 jro H. 60 do K. 79 nwütif X. M Mchstabalb S. 00 phlrge H. D. — Cap. 2H. 20 danioch K. 21 wirdichalt D. uude S. i) (Lat. vanncre) das Schwingen Pr. ») I). i. nach Pf. m liberatue, befreit Pf., wohl besser = libratus, geschüttelt. 3) Cap. *»3 ist von Jeroschin hinter Cap. 2t 4 gestellt. Digitized by Google < KRONIKK VON PRUZINLANT. 507 17,630 12« Ii 17,0.» 17,640 17,645 17, WO 17,655 17,00» 17,665 HIC 17,070 zu schaffte pflichtic soldin sin nötdurA allirhande, als man du bcnandc nach vüge slnir wirde. Daz seihe (et der virde ; und uf daz dirre drier gift und der intscheidinheitc slifl dwicllchin böte macht und blibe stdte, sö sach man ir iclichin sin teil sundirllchin mit dem erbezeichin dem meistre ufreichin, dem ordine iz llgindc uud sich gar vorzigindc al des rechlis vurbaz rad, daz si daran hattin d und ouch mochtin hän darnach von dikeinir hande ansprach noch dikein nachkumeiinc. Cr dise vorgesprocbiiin dinc sl brive schribin llzin und di vorsiglin hlzin mit irin ingesigilin drin, und sl den brüdrin gabin hin. D" diz Mestewin vornam, der drier teile allintsam des herzoetümis vorgeuant er mit gewalt sich undirwant und di besaz vit manic jär widdir der brtidre wille gar unz darnach der römische hof gesante einen bischof, der Philippus was genant, zu Poldnen in daz laut, daz er da wdre ein legal, vor dem dö brudir Conrut der lantmeisür regete und in clage legete daz unrecht, daz sö Mcslowin den brödrin und dem ordne sin mit gewalt halt ufgeleit an den drin tcilin vorgeseit des vurstintümis, dl in warn redellchin vor den jarn von den bruderin gegebin, 17,675 und ouch daz bewerte ebin mit den briven, di dorn ordin warn darüf von in wordin zu dwigim gemache. Und dö uf dise sacho 17,680 der legat dA gehörte clage und antworte von beidin diseu partin, er begondc wartin und darüf wendin slncn sin, i7,6S5 wi er di zwltrachl zwischin in vridelich berichte und allin kric geslichte. Des wart iz ouch alsö gewant, daz beide pari in sine haut n,6»o ire sache vörtin und daz willckurtin, swi iz sin wlshoit vögele, daz in daran genüget« sundir alle widirwort. 17,605 Und dö alsö der meistir dort der bantvestin sich vorzeich und alle atme rechte intweich, daz er an Pomerdnen hato, dö hörte man von dem legale, 17,700 daz er di sach alsö intschit, daz di bn'idre ein geblt in Pomerönerlande, daz man Wantzke nande, bebaldin soldin dwiclich 17,705 und alsö solde minnenclich 12« 4 alliz krigin zwischin in vurbaz sin gelegit hin. Und dö diz was alsus volant, di brudre griflin an zuhanl 17,710 und brachin abe des hüsis were, daz man hiz den Puttirberc, und vurtin daz gebuide dan und davon ouch büwtin «An hin niddir uf der Wlzlin vhil 17,715 eine andre burc vest unde gut in daz vorgesprochne lanl, daz der legAt vorgenant in beschit zu dwe1, 17,629 schaffen« H. Sl da S. II. 37 blibbin K. 42 43 lyynde : Tortyind« K. lycnd« : roretiende H. 47 band K. H. 4S nach K. II. D. 50 hiiin K. 51 lirin K. 52 inguinJin K. yngeeifliu U. 54 mcitewin K. 55 dy drier H. 68 man ick II. 60 romacbe 6. komUch II. romUch P. 68 mwlrwin B. 71 teilt) H. 74 brudryn H. 78 mach« H. 68 betrat 6. 00 »arhin II. burtiu 8., wober Ff. ein Verbvm burn annimmt. 06 07 vonerb : int- vrrch K. 08 Pomrrcn II. 17,700 ynlpflg II. 3 wanke 8. waacke H. OS— 4 bat H. doppelt. 5 minnenclich K. mynneclicbH. 7 rurba» »y U. 11 hii Fottiriubcrc K. bis Poterberg H. 13 bultyn II. 15 ryn K. H. Te»te H. 4) D. i. in aevum ; so im Kulmischen Reclit V, 34 : »von ewen su ewen.« Digitized by Google NICOLAÜS VON JEROSCHIN 508 und nanlin iz di Mf'wc. n,72o In unsirs herrin jarin, dö der vorgangin warin [n*t achzig und zwclfhundirt und drl darüf gesundirl, wart di burc gt'büwit dar 17,72s und bleib da ligin manic jär; sint legle man si bi di stat, da si ouch uii7. huite s(At. Wi ein teil Samelandis wart geherl. [Dusb. Iii, 14 5.] Dö unsirs hcrrin jar vorvam zwelfhundirt dri und aclizic warn, 17,730 dö sach man bi wintirzilin zln wol achtehundirl ritin von Littouwin durch ir erge ubir di kürische Nerge. In Samelant ir vart gerlt, 17,734 da si vorhertin zwei gebil, di alsus namüi hetin : Pobetin unde Betin, neminde dk grözin roub. Mit brande wanlin si in stoub 17,740 alle daz gebuide ; ouch cristinlichir luide irsiügin si gesundirl wol vumfzig unde hundirl Kl m unde quämin umbeslAii 17,7« und ungemühit gar von dan, daz von sulchir sache quam: dö der meislir $ vornam di Littouwin kumflic1, er halte wol vornumftic 17,750 zusaminbrächt ein michil her haldinde kegn in lantwer ; und d6 er sus di läge gehilt etsiiche tage und di zit wol was volant, 17,755 in der si von Littouwinlant mochtin her sin kumin und, doch nicht vornumin wart mit ganzin merin, wähin gekart si werin ; 17,760 daz her vordröz des legirs da ; des Hz er si zuritin sä iclichin hera in sin gemach ; und darnach also diz geschach, dö sprcngtin si des morgins vrü n,7« unde tribbin grdze mü dem vorgcnanliu lande zu, als ir vornumin habil nü. Wi daz Nüwe hui* wart gebuit üf der kürischin Nerge. [Dusb. in, 246.] Dö dirre schade was irgän, dö besach der meislir san 17,770 di vart des heris vorgenanl, und dl sclbin wege vant sö toug und sö vorborgin, daz er des was in sorgin, daz in kunftigin vristin 17,775 zu Samelant di cristin vorladin abir wurdin mit semeiiehin burdin, unde büte ungespart üf der kürschiu Nerge vart "ilh ci,ire ves,in bur6e cIuis' di wart genant daz Nüwe huis, gelegn üf der gesalzuin st1, üf daz di dit nicht mochte mö urubesen di wege kumin 17,785 Samelande zu unvruinin. Wi Kimetiow daz huis wart gewannen und sechzenhundirt Sudouwin bekart. (Dusb. III, 24 7.] Nü wante meislir Conrät* darüf sinre wilze rat und alle sinre sinne macht (rachtinde tag unde nacht, 17,790 wi er dl vinde gotis, di echtör sins gebotis, di vrechin Sudouwitin, mochte in slnen zitin brengin üz ir irrekeit 17,7»5 zu des geloubin reinekeit. Darnach stelc ranc sin müt ; des er ouch dö zusamne lüt brüdre unde volkis vil, mit den er reiste in dem zil 17,725 minien H. 31 «chUmndirt II. 37 Popetin II. 39 wtnün 5 sö hart, daz er davon gebe mitsamint dem pferde niddir üf di erde, unde bleib doch unvorwunt und unvorsörit in der slunl 17,900 von dem so swindin slage näch aInes selbis sage, als er bekanle nAch dem acil und andirre Sudouwin vil, di mitte hildin e den strlt, dö sl sich bekartin sit. hab vornumin iche, daz er vleiscblicbir arde we> brüdere Marquarde 17,910 von Hevelingin angebom und zu brüdre im irkorn. Wi Sudouwmlanl wart vorumtit. [Dusb. III, 219.] Urioigis unde strite vil ftne zal und Ane zil kegn Sudouwin sin gesehen, 17,915 der mich alür zu vorjen und zu schrtbene bevilt ; des bllb dl rede sus bczilt, di ich darum vorbere ; want alle lange mere 1 7,920 gewör odir ungewire zu hörne sint ummöre vil nAch allin tuitin ; des wil ich nu beduitin in kurzir worte böige1, 17,925 wl daz selbe urloige zuletsl ein ende höte. \ixh Ein edil man, Gedlb K. 28 und 8. 4i ctogete H. 49 yntpfyngin I II. 51 tudouwi*cbe H. 00 imant 8. C1 im fehlt H. D. 62 weiayn II. weyaen D. 63 touwin ay irki»ln H. LitU.wen D. erleyacn D. 68 wy ly II. 4) D. i. Krümmung, Beugung Pf. Dfgitized by Google KR0N1KE VON PRUZINLANT. di brüdre, dl ir waldin ; üueh manch gebiiwir an geburt 17,970 dorn mac sus anlwortin ich, schuf iz kegn den brudrin dd. daz mit in barmherziclich daz sl an adle in sd ho di brüdre werbin alle zit i»,020 und an vriheit hnn irhabin, nach dem, daz ir achte Ht : daz ewiclich sl erbin habin den edlin man vor edil hat, adil und hdrschaft davon. 17,975 swl daz wil an im der grät, Sus nimt iclichir da sin Idn, daruf er mit geborte stat, der arge arc, der gute gut, und in bescheidinlich bclat 18,025 nach dem, als ir iclichir tüt. mit vries erbis also- vil, daz er davon alle zil Line zuredäe. 17,»«) wol lcbin mag als im gezimt ; Iii endit sich Sudouwin ; den unediln man ouch nimt nü sulle wir Littouwin da nach smre wirde mit urlougc ouch bestan ; unde zu genirde doch d wir daz grlfin an, dinstlich erbe im vorteil 18,030 sd sul wir hl inzwischin n,Ö85 näch des landLs gewonheit. ein teil geschichte mischin, Sus holt man eddil und unvri di bin der vorloufnin ztt in Prüzinlande, iz insl, in der werlde manchir slt daz iqueddir siddere von grdzin herrin sin gesehen, im hdgc odir niddere is,035 als wir dl warheit hdrin gdn. 17,990 daz recht mit slnen werkin, [Dusb. IV, 57.] daz ir alsd sult merkin : In unsirs herrin jarin, ob ein gebdwir hat den mill, dd der vorgangin warin daz er den brudrin trdwe tut las« tüsint und zweihundirt und sich in ndt in wisit und darüf gesundirt 17,995 so, daz sin tat in prlsit, is,oio sibbinzig unde vlre, man edilt in und machit vrl. dd sach man dort mit zlre Hl priivit von dem edlin bi : den zdndin pabst Gregdrium ob er untröwllch wirbit, haldin ein concilitun sin adil gar vortirbit zu Lugdune in der stat, 18,000 und alle sin gevrlet recht, 18,045 in dem der pabist helfe bat issd daz er müz sin ein oigin knecht. tun dem heiligen lande, Des nemt ein zeiebinunge daz in der zit leit ando an der vornoigirunge, von den Sarrazlnen grdz ; darin sich manchir handilte, ouch sich da widdir in di schdz 18,005 daz sich sin art vorwandilte, 18,050 der heilgin kirchin vlldin genre ubil, dirre wol, dl Krichin, dl sieh spildin als ich daz bescheidin sol. e davon durch sach ein teil. Manche, di dd edil*wÄrn Sö sach man um der selin heil und ir eldirn vor den jarn, ouch da der Tartrin botin 18,010 vorböslin sieb mit meine 18,055 vorsachin den abgotin kegn dem geloubin reine und intpfän di toufe unde kegn den cristin, nach cristinlichun loofe. — daz sl nach den vristin [Dusb. IV, 68.] und noch huite ire kint Do unsirs herrin jar vorvarn 18,015 gebaldin vor gebuire sinl. zwelfhundirt sibinzic vunfe warn, Sus wart ir adil dd vorsturt. is.oM dd wart ein pabst genennit sus 17,970 ymH. 74 Tor edlin H. UrimrS. SS itweder D. 89 hocke D. 91 rollet H. 98 nntrolieh H. 18,000 eile« D. 2 oetnet H. eseiebenuafe H. 3 vomogirunje U. 4 der »n S. daran I). 10 fleh fehlt H. 12 kein K. ken H. 14 ouch 8. nach D. 15 gebuwir K. 20 21 irhaba : habn K. 21 erbe 8. 3» friffln 8. 30 toi K. hl fehlt 8. 32 Torlounnyn K. die bey Inn der Terleuffen cteit D. 42 pabltt 8. H. 55 roraachUn H. W pabirt 8. H. Digitized by Google 512 NICOLAI» VON JERüSCHlN der vlrdo Innoconcius, und Rudolf gewdre was kunic der Römere, [Dusb. IV, 59.] der in des seibin jfiris vart i*,om an slme eldstin sune wjirt betrubit alzu harte ; want dö der wid irkarte und gesigit hatte an dem grevin von Sabaudian is.070 gar näch al dem willin sin, dö vortranc er in dem Rln. — [Dusb. IV, 60.J Du sibinzic und zwelfhundirt jar und daruf sechse warin gar [iJ7« von Crislis geburt vorgäu, IM» dö wart der vumfte Adrian im li zu Röme höeste bischof ; sö bilt Rudolf des richis bof, [Dusb. IV, 63.] den man ouch in den zltm mit creftin sach beslrltin imw der Remin kung Otlackcre und den ouch iif dem ackere der walstat tot vellcle (12Jh. 26. Auf. und darnach gescllute dt toebter «in durch siine n»,0S5 kunig Oltackeris sune nach ölichim rechte. Ouch gab er dö Albrecble sime sune erbelich daz herzoctüiu zu Östirrich. (in* u. »3 is,090 Den Albrechte man darnach ouch römisch kunic wesin sach. — [Dusb. IV, 61.] In des seibin jaris vart [mo von bischofe Albrechte wart zu Poraezenin üzgesat is,o»5 Risinburc huis unde stat. — [Dusb. IV, 64.] Dö unsirs börrin jar vorvarn zwelfhundirt unde sibinzic warn ouch sibene damitte, dö wart gekorn der dritte i«,ioo pabist Nicolaus ; sö richzete Rudolfus. In dem jare daz geschach, daz man zu Röme wachsin sach Tiberim daz vlbt sö gröz, 18,105 daz iz an böhe ubirdöz den altir bt vir vüzin Marien der vil süzin in der kirchin, dl man da neimin pflit Rotunda. — [Dusb. IV, 65.] 18,ho Dö achzig und zwelfhundirt jar von gotis geburt vorlifin gar, dö wart gemachit oflinbär der licham der vrouwin dar lsa« Marlen von Magdalö. 18,1 is Das geschach von Karulö, der kunic zu Salcrnc dö was und darnach wart vil hö kunig in Cecilia. — [Dusb. IV, 66.] Sö starb ouch in Coloniä 18,120 in des seibin jaris reistir Albertus der gröze meislir. — [Dusb. IV, 67.] Ouch in dem seibin jare begonde oQinbare der heilige hörre sente Jöst I8,H5 den belrubtin gebin tröst mit zeichinilchin wundirn, d) man in besundirn sach genediclichin wirkin in der Pomezenschin kirkin. — [Dusb. IV, 68.] 18,130 Nach unsirs heran jarin dö der vorgangin warin zwelfhundirt achzic darzü ein, [mi dö wart irwelt ein degin rein an pebistlicbe wirde 18,135 genant Mertin der virde ; dennöch Rudolf vorgenant römisch kunic was irkant. In des seibin jaris swanc, dö der hornunc hllt den ganc, [Febmar i8,uo in dem mere wart ein visch gevangin lebind und vrisch nicht verre von dem lande, daz man Cecilien nande. Der visch geformit ewin 18,145 was näch eime lewin ; dar quamin hovelute vil daz wundir schouwin in dem zil, 18,0«5e!di*lin8. 0» Mutbudiaa S. 71 crUuu K. H. 75 vanfto K. H. 76 hotte K. H. 80 kunig 85 kuog ottockln K. M mit, iUtt nach 8. 88 «rbcrlich 8. 8» van OtUnicfc 8. 95 Byscnhurg U. «Utt d* H. D. 73 toobeliche H. 76 mutora 8. 79 kunge K. 81 Tar- ieren 8. 85 wen M. 88 m K. »I Tfcrteran 8. — C«p. 70. Burchwde H. den 8. K. H. — »2 Burchut II. WHIerifH. bmdednK. 18,200 betelfin H. 13 umbvangen D. 17 beyebn K. lOpfeflVitS. 26 drter S. 2ü lobt lichir U. r. P. U 33 Digitized by Google 514 NICOLAUS VON JEROSCIllN in brächtin zwlr mit grdzin udz in daz hüs der dütschin lieVn ; darnach sich daz volk zuli und iclich heim zu hüse gi. — 18,240 Nun weiz ich, welchirleie geist leite mit ratis volleist den meistir, von dem ich sage ; wen darnach an dem drittin tage er da ein capitlil hilt 18,245 mit sinin brüdrin, der er will, und gab üf vor in allintsamt aldA der meistirschafte amt an allin widirhakin. Der Schicht vil scr irschräkin 18,250 dl brüdre unde baten in, daz er lize sulchin sin und des amtis plleg als e1. Nicht karte er sich an ir vle\ des ouch dl rede wlt irschal, 18,255 der di herrin ubir al belrübit wurdin starke, davon der patriarke nam an sich manchin herrin gröz, beide vurstin und ir -genoz, 18,200 und in bälin lütirlich durch got, daz er vorsinnc sich, des amtis nicht gelöste den cristnin zu un tröste. I3«c Und dö dl bete nicht von!, 18,2«5 d6 vilin vur in üf dl kni in trürccllchir leide di hömeistre beide sente Johannis spittcle're 1 und des ordins der TempWro 1 18,270 in bittinde vlölich durch got, daz er di manicvaldc not gerüchle ansen der crislin, dl st in den vristin da lidin von der heidinschaft, . 18,2*5 und daz amt der meislirschaft widir an sich neme ; want im nicht gezeme, swaz er ni\ andirs töte. • Nu sei, der aüir bete 18,280 in sinen orin was sö toub, daz er joch vurbaz nam urloub, ableginde des ordins cleit des dutschin hüsis vorgeseil und vur nüch den zitin is,285 zu den Johannitin, daz er an dem päbsl irwarb, unde bi in ouch irstarb. Doch hdrte ich, 6 er stürbe, daz er widir würbe, l8,2w> um des dutschin ordins wät, daran sin bete wart vorsmAt, want er in e unbillich H. — Sus hab dl rede ein ende hl, und sprechin von der crönkin nu*. I8,2w dA wir si hän gelAzin gnagen< üblich. Digitized by Google KRONIKE VON PRUZINLANT. 517 i8,soo und was den cristenin getan ein vil getruwe leitisman widir di gotis vlande. Des wolde ouch got Scomandc, hl vur diz bröde lebin 18,505 ein immirwerndiz gebin und von hinnin zuckin ; des wart in niddirdruckin ein suche, d] so lange in hilt in ir getwange i8,5io unz der töt im nähete. Vil sdre er dö gähete nach den sacramentin cristinlichir rentin, daz er damitte wurde bedacht, is,5is und dl fntpflDg oueb mit andacht in sö grözir iunekeit, daz sin der prtstir wart gemeit zur Balge brudir Conrat und im Scomandc sagin bat, 18,520 ob er vor der toufe p flicht mit dinste hetto lobis icht gote 1 dirbotin, darum er in berötiu he"t an des geloubin stift rie b roit s0 8ena(lm"cmr alse er nü an im sach und ouch sin lebin vor bejach. >Nein zwar,« sprach er, »ich inhan >üf erdin gütis nicht getan, 18,530 »ö den ich wart ein cristin ; >wen zu einin vristin »wir kegn Polenin reiset in »und da sero vreisetin »an der armin cristinheit ; is,S3S >dü sach ich zwär, daz mir was leit, »ligin üf der erdin »besulwil mit unwerdin »ein vil zartiz bilde, »daz dl heidin wilde is,s40 »inzwei hattin gehouwin. »Marlen, unsir vrouwin, »was daz bild, als ich nü spehe, »wen iz pflag ein kindil wöhe »üf dem arme haldin. i»,M5 »Daz bild alsö zuspaldin »hüb ich üz dem pfochte1 »und, wl ich reinste mochte, »sö wischt ich iz mit minre wat, »unde satzl iz an ein stat, 18,550 »da slnre werdekeit gezara.« Und dö di red ein ende nam Scomant an Marlen rlf und damit er in got intslif. Wi di Barlin widir inipfangin wurden und vil Littouwin genlagin. [Dusb. III, «85.] Nü sach man wonen Bartin is,555 in dem gebite Gartin und der was ein michil schar, dl intwichin warin dar von Pogezeniu mit dor vlucht uäch der vornoigirung unzucht, 18,560 darzü si schuntte ir uuheil. iWe Der seibin Bartin was ein teil gezogit mit Littouwin hin kegn Polöncn durch gewin, ö den dl brüdre reisetin 18,565 kegn Gartin und daz neisetin, als ich da vor gesprochin han. Und dö di brüdir widdir dan kegn lande zugin, dö geschacb, daz man di zwöne Bartin sach, 18,570 Dirskin unde Numin, nach dem here kumin, dl ouch aldft irbatin, daz man si zu genatin und zu huldin widir nam, # 18,575 darzü di Bartin allintgam, dl sich vorbösit hattin ö, als ich gesprochin habe mö, unde gab in widir sint ire wib und ouch ir kint. 18,580 Dö diso dinc vorquamin dem vogite der Samin, im missehagetin di mdr unde dücht in ungewer, daz man sö hchticlich vorslücj 18,585 irin örstin ungevüc, want er angist bäte, daz abir mit untäte di dlt dem lande wurde ein ungehebe bürde, 18,502 goU K. V 3 ichomuide H. 26 »U H. 34 in der II. D. 47 tin 8. 78 and 8. U «erH. llwurdK. IS ... 8. 25 mit D. 50 di K. d) H. »tatt 1 9,02a in des vumflen järis zit den brüdrin bi ein Schalowit was und der hiz Girdeld geachtit von den slnen hd, di wil er zu Schalouwin saz. ih,r25 Dirre selbe sich vormaz gar von grdzin dingin, was er schadin bringin woidc uf dl Littouwin, als man sohle schouwin, 18,630 tele man im hundirt man, di da w&pin hdtin an. Di rede er sö oftc treib, unz sl zu jungist doch becleib nach sinis willin ludere, also daz im dl brüdere zu gevertin gäbln hundirt wäpinknabin, mit den er sich htib an di vart sd hin kegn eime huise wart 18,640 gclegin in Littouwinlant, daz was Otekaim genant. Und dd sl quämin nä hin an, dd warn ouch dl bureman besamnit, als iz vorbericht 18,615 hatte dirre bdsewicht, und platztin uf di cristin, d den sl dos icht wistin, si irslände allintsam, daz ir lutzil dannen quam. Von der vfrden vornoigirunge. [Dusb. III, M7.J 18,650 In unsirs herrin järin dd der zwelfliundirt wftrin sechs und achzig ouch volant, dd mochte wol von Saraclant der vogil, brüdir Diterich, 18,655 jene rede zin an sich, als man Job d horte jdn : ' >Daz ich vorchtc, daz ist geschdn< ; want di mulis hartin ungeboigin Barlin, 1S660 di nuwlich vor den stnndin genAde hallen vundin mit vldlichim wdnin, und di Pogezdnin, darzu der andrin Pruzin md 18,6« ir erge wurdin abir als d uf di brudre welzin, als sl sich kegn in setzin woldin und des hcimeiirh mit sumeluhin Dütschin 8 sich iS«7o besprochin hattin und voreint, der untruwe sd vormeint mb wol iraniit helte zwär, daz ir namin offinbAr den luitin wurdin hi gemacht ; is,n75 doch ir wesin hät gesacht, 18,507 heimlichin 6. 18,602 du 8. 0 gnade 8. 17 »br K. — C»p. 220. ejuer H. 21 bj yn H. 25 Der selbe II. 2s wold K. n. 10 grleigin II. 12 1. nihin »n? 56 Jobe H. D. SO oogeloabin H. 60 n« lieh U. 61 pude 8. 62 weinen 8. »enin K. venen 1>. 65 »br K. 67 »i fehlt H. 71 wurde Ii. 1) Hioh 3, 25. 2) Dusburg sogt: »cum quibusdam de Prussia«. Digitized by Google KRONIKE VON PRÜZINLANT. 519 daz £rb<*r schein in deme zil, daz ich ir nü geswigin wil1, want si von gotc sint geriebt. Nu mögt ir hörn, warüf ir pflichl is,«wo sich tnig in den unlrüwin ;. si woldin den von Küwin hau zu Prüzin in daz laut geiadin mit mechtigir haut und im mit hülfe bigestan, i*»,6S5 daz er di brudre helle dan mit gewall vorlribin und wer ir heVrc blibin ; und daz wör ouch vollingan, Ml iz got nicht undirstän, is,coo der iz also vügete, daz dit dinc sich rügelc, und den rat inldaktc, darüf ir müt sich rakte. An der büvvunge daz geschach, 18,695 dü man di brudre stiftin sach aldort dl burc Kangnite. Des wart ouch rechte mite gegebin um ir schult der dit, di vor di untrüwe rit. Wi sibinzic kungelin wurden geslagin in slrüterie. [Diwb. m, 228.] is,7oo In des sclbin järis zit geschach, daz dort ein Littouwlt von Littouwinlant intweich und kegn Samelande streich zu Kungisberc dem hüse, t$,7to der was genant Pelüsc. Den seibin hatte s«lrc betrübit dort sin höre 137c und der was ein kungelin, als man ir me sach da sin ; 18,710 doch was er vor den andrin wdhst und dem rechtin kunge neiist an gcwaldis achberkeit. Dirre, als ich hab geseit, irzumit hntte disin gast 19,715 mit unrechtir ubirlast, daz im lac zu herzin suir ; des quam er an den comentuir von Kungisberc mit bete, daz er im hülfe tele 18,720 zu andene sin ungemach. Kegn Littouwin daz geschach. Im wart Merlin von Golin und di hergcsellin sin Conrat Tüvil, Sloubemel, 18,725 vreche beide sundir vel, zu hülfe an di vart getan und darzü wol zwenzic man geübit an slrüterie. Mit dirre kumpanle2 i&,7:»o irhiib sich hin Pelüse; und dü si na dem hüse sines hierin quämin, mit wärheit si vornatnin, daz alda gesamint wem 18,735 al des landis bcslin hern durch vroidc cinre brütlouft. Und dü nach ins sittin louft sich di dit sü ubirtranc, daz si allir witze kranc i8,7io lagin undo slifin, dise dü inlifin unde slügin in der zit An allirloigc widirstrit den wirt mit allin gestin, 18,745 snödin unde bestüi. 127« Da namin tüdis pine wol sibinzic kungeline an andir volc, des ouch dä \il was gosamnit in dem zil. 18,750 Und daz slachtin nara ein drum8; dü wakten si den brütegum vil unsanft und ouch dl bruit mit gesebreie ubirluit, in brengindc daz brütilhün ; 18,755 ich swüre wol, sold ich iz tun, si bettin dä geslafin vur, w£r iz gewest an willekur ; des was nicht ; si müstin üf. Do wart allir vroidin güf 18,760 in in ein hcrzeleit gewant ; want man si beide harte bant und darzü manchin edlin lib, 18,676 dem 8. ir ber D. 80 untruin K. 81 rein K. JUweo D. 81 und mit mit 8. 91 dlne fehlt K. H. D. 92 dir S. 94g»r»acriS. 96 rangenite K. reginte H. — Cap. 228. konigrlia H. kunigeleia D. — 18,709 m« Ir 8. 17 cometuwr H. 20 endene H. D. 30 hin fehlt 8. 35 al dai K. 30 vroude If. 43 allirlei« K. 41 al den K. 46 dca t. D. 48 das ouch II. 50 1. Und dd dat ? 55 ichi S. CO ein in fehlt 8. 1) Dusburp: J eoinetn)T K. H. 30 tut 8. H. 35 yüunl S. X. 1) D. i. verkauften ; wie noch jetzt in rheinischem Dialccte. Digitized by Google KRONIKE VON I'HLZINLANT. 521 Nü quam zu einem mäle, i8,sso daz in der tuvil abir zu Iral mit semeilchir mü, davon er seidin hatte rü, und geworchte im so we, daz er mit ganzis herzin vlö 18,955 kegn himele umme hülfe schrd di im dö von gote quam ; want eine stimme er vorn am, 198 c di offinllchin sprach zu im : >Albrecht, Albrecht, nü vornim, 18,660 >wiltü von dir vortribin »den tüvil unde bllbin »von dem vleische unbekort, •sö soltü innic diso wort »gar an undirbrechin 18,865 >alle tage sprechin : »0 allirhöestc minnc, »gib mir rechte siun* »unde lütirs herzin gir, »daz ich sene mich nftch dir ; ir,870 »gib mir ein lebin ane mein »und mache min gewissin reiu •und löse mich mit heile »von des vlcischis meile.« Und dö er mit andftcht getet 18,875 eisliche wile diz gebet, so gar an im di brunst vorlas ch, di vor üf in so swinde drasch in schundinde zu abekusl, daz vorbaz keiner hande lust 18,880 an im mit ubirswenkir glüt bewal diweder üb noch müt. [Dusb. Hl, 131.] Disin brüdir Albrecht, den irweltin gotisknecht, zu einre zlt ein suche traf, 18,885 dl mit irre sörde craf im vortilgete her und dar üf dem houbte al di har, darzü dl brain und den bart, davon er sd vorschaffin wart 18,890 und anzusehene sö eislich schein, daz niman wold im sin gomein an tränke noch an spLse, noch andirleigc wise, swaz man sohle übin. 18,895 Des wart sich betrübin 138 d sö söre der vil gute, daz er in rcinim mute mit vil manchim trftno bat gote, daz er «'ine 18,900 in machte dirre scheme odir hinnin nöme sin lebin von der erdin. Nü söt, wl dem vil wertlin dl gotiscraft bedachte. i*,w>5 In der seibin nachte, dö er nach dem gebete sin rü genumin höle und sich darnach irmundirte, er vülte, des in wundirle, 18,010 sin har, daz im was benumin hatte er sö vollinkumin an brain und an barte und üf des houbtis s warte, daz niman mocht irkennin 18,915 noch keine stat benennin an sime Ilbe ubir al, di i gewesin wdre kal. Ö, wolde sich daz zeichin 1 ouch üf mich armin rcichin! 18,920 Ich wold min crullil2 streichin unde in lösim smeichin di andiren kaiin leichin, " di des windis sin gemüt, der in ofte leide tül, 18,925 sö er in vorsturzit den hüt vor der wordin vrouwin lüt ! Ä hui ! sö wer ich höchgemüt, sö ich ir stirne söhe blöz und min schopfil wöre gröz i8,9M mit cruspelechtin endin ! Hl lÄze wir diz wendin. — [Dusb. III, 132. J Zu einen zitin sint geschach, daz man den Albrechtc sach 129* mit andrin brüdrin reise vam 18,93a kegn den heidenischin scharn, und daz was in sulchin tagin, . 18,855 blmle K. 56 ron himele 8. 60 wild du K. 70 libin H. 71 mine gewlwe S. meyn D. myn* ffewlitla K. H. 77 In fehlt S. 79 mrbai K. vurbw H. 88 brahln II. »0 an tu eben K. tn ciu »eben H. 9:1 aodirleie K. n. 18,907 genomin K. 9 du D. 10 benomia K. 11 ToUeokomio K. 12 brmhiu II. 18 weide K. H. 19 ouch uch aüeh 8. mich kalio r. K. 20 weld K. weide II. 21 und K. Im 8. 22 »ndirrea 8. vidcrin K. andren H. 23 tint H. 25 vontunt K. 28 *ee H. 29 »choppil K. eeuppU H. tchuppil D. 31 lai K. 32 x. dli g. 8. etlnt ü. 1) Vers 4 8,1)17— 18,931 bei Pfeiffer Nrn. 3«, S. 8«. 1) Krauses Haar, Löckchcn Pf. 3) D. i. in losem (leichtsinnigem) Scherze die anderen Kahlen verspolten. I 522 NICOLAUS VON JEROSCHIN der brüdir unde wart ouch vrö und sprach in dem zwivil alsö : is,9*o >Ö Oiste, libir Wrre min, »ist diz der waro licham din, >so laz in mir zu vrumin »in mine söle kumin!« und tet dämitte üf den munt, 19,985 darin ouch gliche zu der sinnt d) oblate selbe ginc, dl er mit vroidin gröz inlpfinc, lobinde den mildin got, des sö mimenclich gebot I8,f«w im sante in der wise di wäre hiraelspise. Von eime andrin brudre. (Dusb. in, *sj.] Ouch in den seibin tagin, als ich horte sagin, was in des conventis cluis 18,995 zu Kungisberg üf dem huis der Sachse brüdir Wolveram, ein dcgn vor gote lobesara ; want reine was sm lebin ; und dö sich der begeh in 18,900 hat in den di'itschin ordin und örst was brüdir wordin und woldo sundir slgin* üf und üf baz stlgin von tugginde zu tuggint, 18,005 als noch di gütin muggint, unz üf den berc der sölikeit*, der tüvil daz vil seVe neit, der allir gute widir ist, 139 c und irsüchete manche list 18,010 üz tüvilischim sinne, wi cr'an dein beginne den gotishelt vorirrete und den müt intvirrete; daran want er alle macht. 18,015 Illvon in der erstin nacht, dö sich brüdir Wolveram 18 937 K. 3*» brudir K. bruder D. leichnam D. 40 im mochte H. 41 •raicbleichc D. 42 eym» K. 43 ia der K. II. D. 44 »ndritn II. 46 do 8. 49 tif II. 54 heile II. 57 gn»diorichir B. 58 «ele e het II. »ele e hat I>. 6t ln]Hr K. 6« also II. weUte S. 67 «ende K. H. h«ilffB H. 08 dem er v6 dit II. 69 »blaU S. K. ablate II. obUte D. 72 n-lcicl. D. 73 dai man xu S. K. H. D. 7S brudr II. und 8. ouch fehlt II. D. 85 ouch fehlt 8. 66 04 eouenti« 8. 96 Volreram K. 07 deyn K. H. 18,005 nach K. Ii. D. iugint H. 16 eitün 6. als nach gewonheit pflagin di brfidre gotis licham intpfan in Jhesü Crlsli nam,1 18,040 des dö nicht inmochte sin. Daz worchte senicliche piu sime reinen herzin, sö daz er in den smerzin sich von den anderin v irret e, 18,945 da in nimaut irrete, und da sin jamir übele, sich weininde betrübete, daz des tröstis im gebrach. Vil tlfe süfzinde er sprach : 18,950 »Ö libir herre Jh&su Crisl, »wer ich daheimc in dirrc vrist, »sö h«H ich mich zu dir bereit »mit vil gebet is innekeit »und hei intpfangin huite 18,955 .als andre selige luite »dinin licham und din blüt, »der mit gnädinrlchir vlüt »min sölo höl irvüchtit »und an vornumft irlüchtit is,%« »zu vil süzim tröste mir, »des ich armir hi impir. »Ö süzir got, IA minc gir »ein opfir huite wesin dir, »sinl ich zu der täte 18,»«5 »nicht habin mac dl state, »als dü, tierre, selbe weist, »und send mir dinen heiligen geist!« Mit dem und er diz gesprach, ein oblätä er dÄ sach 18,970 in den luftin ebin kegn slnem munde swebin 129 b glich dem ophrbrötc, daz zu lobe gote üf dem altare handill 18,075 der pristir unde wandilt in gotis warin licham. Des gesichtis sör irquam k. u. 13 inwirretr H. inwinK D. 4) Die D.O.brüder mussten siebenmal im Jahre das Abendmahl nehmen : am grünen Donnerstage, zu Ostern, zu Ph'npstcn, Marien Himmelfahrt (15. Aupust), Aller Heiligen (1. November), Weibnach- ten, Morien Reinipunsj (i. Februar) ; s. D.O.regcln. ed. Schonhulh. 9. S. 4*. 2) D. i. 8. v. a. sinken; »sundir si^im = ohne Nachlassen Pf. 3) VrI. die in Benccke u. Müller» Mlid. Wörterbuch (I, 4 05) ongeführten Anmerkungen zu Frei- dnnk, Haupt zu Winsbcke 45, 7, üriiuni deutsche Mythologie 645. Digitized by Google KRONIKR VON PRl'ZINLANT. 523 irhub und zu gebcte nam, der tuvil alda vor in quam in einre forme grüwcsam 18,920 im offinlich irschinende und v reislich kegn im grlnende, dämitte er in wolde törn unde von gebele störn. Jdoch er unbewegit bleib. i8,»2s Di trugnisse kegn im treib der tuvil wol ein ganziz jAr, alsö daz er sich oflinbar alle nacht im machte in formin manchir achte, 18,930 in müende in manchir wls. Doch behilt des sigis pris Wolveram der degin ; want in nt bewegin der tuvil mochte noch vorkörn 18,935 von dem dinste unsris hörn. Und dö daz jar sich ante und der vlnt irkante, daz sin valschiz trigin nicht mochte ubircrigin ■ 18,»40 der reinin mannes slölikeit an tugintUchir arebeit, er Hz darabe und vors wein und im darnach nicht md irscheiu. Diz ist von briidir Meinken dem drizen- din lantmeistre. [Dusb. m, 234.] Urüdir Meiner von Querinvort 18,945 was ein Sachse der gebort und wart meistir in Phizinlant des aratis drizdndir genant, unde was cilf jar daran. [12*8 — 1299 Wi achberlich er hat vorstän 19,950 daz amt in sinen tagin, daz suliin üch wol sagin di werc, di er begangin hat, als hernäch geschrihin stat. Er hatt an manheit mulis vil 18,05» und kegn den viendin in dem zil sö engisllichin vreisete, daz manch im davor eiset e, und pflac damitte maclün, daz sine widirsachin 16,960 in allintsam irvorchtin und vride mit im worchtin, kegn weichin im öt daz gezam, daz er si zu sime nam, want noch der bürge veste 18,965 noch der virre reste in gegebin mochte schirm vor sinir räche ungehirm. Wi Ragnite und daz Schaloitsche huis gebuit wurden. [Dusb. in, aas.] Dö unsirs hdrrin jar vorvarn zwellhundirt nun und achtzic w Arn, [i2S9 18,970 der selbe meistir Meiner alle slnes vllzes kör darüf zu pflege wände, wi er in Prüzinlande gestevkete di cristinheit 1 8,975 und den geloubin machte breit unt wi dl laut blibin bewart, dl alreite warn bekart an cristinlichin namiu ; davon er ouch zusamin i«,iwo brachte alle sine macht 130 » unde quam vil wol bedächt mit wer und mit gczouwin in daz lant Schalouwin an senle Gurgin tage [53. April ib,os5 und büwte bi dem wage der Mimlin uf einen bere * got ein lobelichiz werc, eine vestin gute und hiz di Landishülc, 18,990 da si noch sldt in dirre vrLst ; des nam in abir vorgezzin ist, want si von allir dile nü ist genant Ragnite. Von. dem vlizo si sö liäl i»,995 den namin, daz darundir gAl. Und dö di burc volbüwit was, der meistir virzic briidir las wol bederbe uz dem her, di er dem huise Uz zu wer, 19,000 und gab zu comentüro in einin brudir ture, der sl'vorwesin solde, von Östirrich Bertolde, , ■ « n >i r!289 iwiacbrn den man hiz Bruhavm, Lj«nuar und Juni 18,919 form 8. 24 rmboreyit K. H. 32 deigin H. »4 bekern D. 39 nich 8. 40 rein«. S. ttoltokeit K. •tetichiit O. 41 tuyinllchir 8. arbeit 8. H. D. II quernwort H. 49 hab K. 50 ettgfslichin 8. engvUeichea D. 62 ot dm K. tm D. «8 htm H. 71 g»r H. 75 glonbin 8. 85 buwrto II. 80 mameUn K. memlen H. 88 eynre U. einer D. 95 da vndir H. 19,000 cometure K. U. 1 bftidr H. Digitized by Google 524 NICOLAOS VON JEROSCH1N io,M)s und darzü hundirt knavin, di da wapin hatlin an, Hz er da und vur von dan. Doch nicht ubir lanc darnach man den mcislir ahir sach 19,010 mit volke nerain dar di vart und di Memil niddirwart büwin einer veslin clüs, di heizit daz Srhalousche hü*, darufe di Schalouwin m,oi. *• mit kindin unde vrouwin ir wonunge pfldgin habin in den tagin. iso b Vom bn'idir Bertolde Brühavi», dem comentüre von Kungisberc. [rm&h. in, sas.] Do dirre brudir gote holt, der BruhaVe Bertolt. 19,020 gewas etsliche tage, daz er in sinre pfl.lge hilt das hnis Ragnitc, der meistir mit grbite bevül im der bisorgin werc 19,020 des ht'isis zu Kungisberc, [im>, Tor4. Juni des er ouch pflac vil ebene. Von diss mannis lebene und von sinre tuginde, dl er was vormuginde, 19,030 doch von kuscheil besundir vornam ich michil wundir ; want dö im got der gute gesante daz zu mitte, daz er di werlde wolde fön 11,035 unde sin ein geistlich man, er nam vor dem beginne di stucke gar zu sinne. daran ein geistlich lebin stat, und di in simc herzin knat - io,04o hin und her bctrachlinde und vil ebin achlinde, ob er si vormochte und zu Iragene tochle. Und do er lange daz gewue, ia,ois di zwei er lidelich vorslüc, armül und gehörsam ; daz dritte dücht in grüwesam, daz ist des libis küscheit, want di niman ebin (reit, 19,050 got wol ir in beruchin. Dos wold er erst vorsiichin, ob er darzö genüge wer, daz er st trüge ; iso c und ein wnndirlichiz dinc 10,055 mit der vorsüchung angevtoc. Eine mait nam er an sich, junc, zart und stibirlich, also daz in der n#he dFkoine was so w£he io,o«o an libis schöne geacht, und bi der vil nach alle nachl nakt in eime bette lac. Des legirs der Bruhavin pflac mit der magit alvorwftr 19,0*5 volliclich ein ganziz jar alsö idoch, als si darnach mit geswornem eide jach, und mit meitlichim zeichin, di man si sach reichin, 19,070 sich oflinllch berümete, daz er sl nl intblümete, joch ni unkuschlleh an ge want, sundir Hz, als er si vant. Nu muge wir hiundir 19,075 ein wundirberndiz wundir klsin mit gemerke. Sampson was an Sterke, kunc Davit an heilikeit, so Salomon an wisheit 10,080 von gote vollenkumin ; daz kond in nicht gevrumin hl vor bi irin stundin ; sl wurdin ubirwundin von wiblichin lösin, io,oh5 daz sl machte bösin und in jamir vellele ; sö dirre sich gesellete mit willekur zu wibe und sich von irme Übe i9,o»o inthllt doch unbewollin gar. Ilivon, ab ich vor gote tar, iso« sö wil ich wol sprechin dit, daz er was hciligir wen Davit, sterkir vil wen Sampson 19,095 und wlsir vil wen Salomon 19,010 do dy H. do die D. 12 cinre K. 14 daruf H. schalouwUche H. 15 vd myt H. und mit D. — Cap. 23«. Bruhawin S. eonurtur» K. 11. — 20 eMtiche U. 24 bephalch ü. 27 dii 8. K. dit H. 30 kuaebheit K. 34 werlt 8. 43 tragiw H. 47 fn>c*nm H. 45. kuwhhrlt K. 4« »win H. 50 wtll D. 54 vrundirherüi K. wMkrh«- czit II. 62 einem K. «3 bruhawin S. »5 woUinelich 8. 6» mnUichiii K. 74 na; 8. nnemt mich armin menschin In »und irlöst di selo min »üz disen jamirandin »und üz des tüvils bandin, ie,2co »di crisl hat der vil gute »irldsl mit sinim blüle.« Und dö dise clagewort brüdir Ernke hat irhört, sin herze binnin wart beweit io,265 kegn ir in barmeberzikeit, sö daz er Mit daz schif hin an unde wolde si intpfän ; daz im quam ouch zu schadin ; wen, dö er traf den stadin 10,270 und man özgewarf den reif, der trugenör zuhant begreif daz schif und hlld iz vaste. Pö quam ouch mit gepraste di läge zu, di sich dA hal, 10,275 und irslüc dl cristin al. 10,1*7 nach fehh K. U. 8.— iD. 11 35 UttooteMr K. 38 ,UU ui K. H. D. 83 88 eelbe K. H. vaetfl H. 01 ande B. 02 brudre K. B. 03 dy bürg ktjnrt H. 97 comentuir 6. 08 ernke 8, 10,204 Vine ü. 6 meutel K. II. 10 etetwM H. 13 lacrmlnDe H. 26 Torttolt 8. 20 getiere B. gen er« D. 33 In yhen S. in jn D. 8. crutcuem H. D. 44 rofeto B. 53 weynind B. w*ynu»der D. 68 und B. 65 btrahmilkelt B. 68 qaim ouch I. Digitized by Google KHOMKE VON PRUZ1NLANT. 527 Wi vutnfundzwenzic Littouwin geslagin wurden. [Dusb. m, uo.) isaa Von dirrc crlstnin valle di Littouwin alle wurdin scrc gemeit und gewunnen turstikcit !9,2so nAch der geschieht vorre nn! kegn den brüdren dennc ö, dl zu Kagntte wArin üf, als an irro v reise güf alzuhanl darnach irschein ; iu,2W want sich irhubin von Oukein der burc öl sechsunddrtzic mnn und glngin sü her dan' [25. Juni kegn Ragnlle vorchte vrl übin dä ir strüteri. 19,2<>o Doch dö sl quAnün nahin bl, ein teil grüwin üf si schöz ; davon in quam ein widirstüz, so daz si wurfin irc löz nAch irre wlsc, di si hau, 10,295 zu vorsüchene daran, wi in dl reise solde gau. Nil vll des lozis tucke in zu ungeluoke ; des kartin st zu rucke 19,300 mit vil grözir ile. Doch hattin in der wlle di brüdre von Ragnil in di wege kegn den ditin besatzt mit warte her und dar, 19,305 und der einre wart gewar der slrütere vorgenant und kündete zuhaut üf daz huis di mere den brüdrin, di mit swdre 19,310 bevangin warin und mit n6t um iris comentüris tot und um di andrin, di aldort vorturbin, als ir hat gehört ; i3a b und d) seibin smerzin 19,315 lagin in zu herzin mit so strengir bittirkeit, daz sl woldin i daz leit, ob sl mochtin, andin mit räche an den viandin. t»,320 Des irhüb sich snelle der von Libinzelle genennit brüdir Lüdewic nAch in ebbin üf den stic, dA si wArn hin gekart, 19,325 und mit im brüdir Marquart genant von Revelingiij. Ouch nam er zu den dingin noch zwene brüdre gewer und sechsundzwenzic wöpener 19,330 mit den in volginde vil balt beide durch pusch und durcli walt, unz er sl zu jungist an quam üf eines veldis plAn. DÄ sach man der Littouwin I9,:i35 in dirniddir houwin vumf und zwönzio von der trucht ; den andrin dannen half dl vlucht. Wi vunfhundirt Littouwin vorturbin. [Dusb. Hl, 8*1.] Binnin dirre seibin vrist ein Littouwe swindir list 19,340 unde vrech an mute, der was genant Jeisbülo, besaminte vumfhundirt man, ' sd her sl mochte best gehAn zu urloigc und in strit, 19,345 und vürte di besit in Politische geinerke, dA er nAch sinre slerke den cristnin worchte \ve genüc und roubis vil von dannen trüc 19,350 von luitin und von gute. 133 e Und wi dirrc Jcisbütc bi den heidin wontc unde züzin dontc in offinllchir schichte, 19,355 doch er in tQugir pflichte was in der zit der brüdre vrünt unde hatte in vorgekunt von der sclbiu reitin, wl unde wA er leitin 19,3« wolde in vorlust dl schar. 19,289 ubinde da it. S. dar U. 94 in 9. 95 rorroehe K. H. 19,301 do tutt doch 8. 2 lUfnit* II. 3 , diäte D. lü warn H. 17 hj atatt t II. hl« D. 23 nabbin U. neb«a D. 2» hrudera K. 30 baWe 8. mit Tofeiod« hyn bald H. mit folgende hin balt D. 38 Ynnar O. aalba H. 39 nindir U. tandrr 1>. 40 pcUmitch« H. Poleniech D. 47 tintr 8. 49 w* fehlt K. H. tfvug , vertyncrt In grnug K. gnug H. 53 und 8. 57 hat 8. K. 4) Ver» t»,287-4»,800 bei Pfeiffer Nro. 17, S. 83. Digitized by Google 528 NICOLAUS VON JEROSCH1N Nu nam ouch des der meistir war unde sante sö hin wert brüdir Heinriche Zuckeswert mit nünundzweuzic brüdrin san io,3W und darzü zwolfhuodirt man, daz 81 lif der willnissc an einre stat gewisse der dit in widdirsaze vorhtldin dä dl sträze ; 19,370 d) ouch so bin quaniin und ir legir nämin, dl viende zu bcslrickin z wischin der vlüt der Lickin und dem wazzere der Nar. 19,375 Nu wanten si di viende dar kunflic wesin alzuhant, daz doch andirs wart gewant ; want si da wol achte tage müstin harrin der läge i9,3$o lidinde plnlichin dröz und an spise mangil gröz, dl sl hattin gar vorzert. Zu jungist quam doch her gekört wol ebbin üf di hüte 19,3V. mit sinre Irucht Jeisbütc. Und du si nehetin der stat, 1 da di läge was gesät, inweiz waz vogils kegn in vlöc, 1334 odir ob der tüvil tröc i9,3»o den vordirstin Liltouwin, wen daz er wold 1 schouwin, wl im gevlle dä sin Idz, * daz sich im ouch also vorschöz, daz er zuhaut vil lutc schrd: 19,395 >Wö uns, wö uns, hüte we, »wir sin allintsam vorlorn ! < Diz tet dem houbit manne zom unde hlz in swigin ; däwidir wart er crigin 19,400 schrlende di seibin wort abr und abir, unz aldort üz der läge ludere her sprengetin dl brüdere in vlentllchir köre 19,405 und slugin von dem here zuhanl wol vlrdehalbhundirt di andrin kuim inlvluhin dan, der lutzil doch zu hüse quam, als man wol darnach vornam ; i»,4io want ir üf der wiltnisse vor grözir betrübnisse etsliche selbe hlngin ; * sumeliche gingin in der wüste irre i9,4i& unz si von der virre des wegis hungirs sturbin und vil na ai vorturbin. [Dusb. III, S4S.] Nü was meistir Meinere der müt betriibit sere 19,420 um dl brüdre und daz her, daz sich vorzog ir widirkör so lange üz den tagin, als er hatte vorslagin sl gewislich widirkumen, 19,425 und iiihatte ouch vomumen von in dikeinir hande meV. 133 « Diz lag im zu herzin swör, dabi im sundlrliche nöt des comentürs vorlust irbot 19,430 von Ragniten, der aldort von den heidin was irmort. Und dö in disen swörin mit slnin gcbitegeVin der meistir sus betröbit saz, 19,435 di und andir sache maz, di den brüdrin manebirwein hertlich warin bigelein, und sich darum betrübete, daz ouch ir iclich übete 19,440 irsüfzindo zu gote, sö trittit In ein böte ; der begunde sagin wi aldort irslagin dl brüdre von Ragniten 19,445 hattin von den dlten vumfundzwönzic strütdre. 19,388 k«fin vlog K. H. 90 rordUUn 8. »4 IttiU K. 19,400 telbe H. 1 swtimkl: abr 8. H. 3 ipm>(rlntyn H. 21* comiun K. eotntir» H. 38 umme 8. 39 iUlich H. S. 96 «iut K. Cynt H. 6 uad« 8. 6 virdehalb 8. 4) Vers 49,386-19,396 bei Pfeiffer Nro. «8, S. 8*. 5) Vgl. Scr. Rer. Liv. I, 475 s. v. sortes 833 s. v. Lettowen. 8) So berichtet die livlöndische Rcimchronik (Scriptores rerum Livonicarum I, 54(1) von Li- tauern, das» sie sich nach verlorner Schlacht erhängten. Vgl. auch Heinrich den Letten IX, S. R. L. I, 89 ff., nach dem sich 4204 in einem Dorfe fünfzig Weiber in der Schlacht gefallener Litlauer er- hängten, um mit ihnen bald im andern Leben vereint zu leben. Digitized by Google KRONIKE VON PRUZINLANT. 529 Und du sus diso meVe dirre noch was saginde, d6 quam ein andir jaginde, i»,4io in kundinde der brüdir kumft, und wi si di sigenumfl von den vlondin trugin, der si vil irslügin mit strillichir Ächte ; 19,455 und ö der vollinbrachlo mit ganzir rede dittc, sö kumt geg&n der dritte, der von vremdin landin lif, und gab dem meislir eiuin brif, i»,i«o darinne man geschribin vant, daz des lebins was geblaut dort ein mechtic vurste, den i daruf durste, wl er hin vortribe nwk brudre unt'e blibe herre in Pruzinlande. Und dö der meistir irkande und mit im dl gebltt*r dise manicvaldin mir, i»,i7o sö gut. noch bezzir, allir best, si wurdin allir leid inliest und gewunnen vroide gröz, sö gröz, daz joch alda begöz manch ouge manchin bart vil grls ; 1 9,47s want als di hitze töt daz is zusmclzin und zuvlizin, sust müste sich irgizin nach den sö bittrin smerzin uz den irsüfelin herzin i9,iso von gröziu vroidin manic trau an in allin sundir wan, als sl di wandelunge twanc. Ouch wart mit grözim lobe danc gesagit von der rote i9,4S5 dem vil getruwin gole, der in ajlin pinen wiggit i den sinen wunnenbernder helfe tröst und st uz nötin tut irlöst. i»,«o Sus wart der brudre trüren und ir trubic suren gewant in vroide zu der zlt ; des si got gebenedlt ! [1201 W{ Kolaine di burc wart vorbranl und daz gebil Junigeden vorherl. ' iDusb. in, m.] In unsirs hdrrin jarin, 19,495 dö der vorgangin warin zwelfhundirt nunzic darzü ein und unsir vrouwin tag irschein, den man nennit lichlwie, 12. nam der wandils vrlc 19,500 gotis keinpfc vil gehuir issc von Kungisberc der comentuir brudir Bertolt von Brtihavin von brudrin unde wäpinknavin an sich vutnfzenhundirt man 19,505 unde zöch mit den hin dan zu Littouwin in daz lant, da er an dem wege vant le"re slän di burc Kolein. Di vorbrante gar der dein 19,510 und dö vurbaz dl reise nam und in di gegeuöte quam genant zu Junigödin, di er näch swindin vödin vorbrante und beroubelc 19,&I5 und ouch du betoubete der heidin mit des tödis val unde ving in rümir zal von mannen unde wibin bi sibinhundirt libin. Wi di burc Junigcde wart gebüwit und Mederabe di burc gewunnen. [Dusb. in, att.] 19,520 Darnach dö iz östirn wart [22. Aprii in des selbiu jaris vart, [1291 dö buwte dl liltowschc dit eine bürg in daz gebit zu Junigödin vorgeseit, 19,525 der wart der name angcleit, daz mau si näch dem lande ouch Junigtklin naude. Und dö diz der Bnihaf vomam, tüsint man er an sich nam, 19,530 mit den er wolde hau vorstört si von der buwunge dort, des er doch hatte widirstöz, 19,4G»ni*JuchTaldln H. 72 «rondo H. 77 »u» raoteo H. 7S nach jamer und nach ftnercin D. io fehlt S. 7!» imutin K. H. S7 rugit II. fuegut Ii. — Cap. 243. wart D. — 9S lichwl« 8. ia.501 konijubrrg U. 2 brudr II. Utr «utt von K. II. 3 »apinknabin 8. H. 14 15 betoubet* : beroubetr S. 1« 1. dt heidin T - Cap. 211 mte. .Utt bar, I). - 20 o,triu K. 22 liUuuwi.ehe H. littewbche D. 31 bnwr.,« K. H. Script, r. P. I. ^ Digitized by Google 530 NICOLAUS VON JEROSCHIN want ir menie was zu gröz, dl im des pflac widirstftn ; 19,535 alsus wart dA sin wille wan ; is« 4 und doch, uf daz nicht lere so gar di reise wöre, so irhüb er sich her abo vor di burc zu Mederabo, i»,5io davon di cristin vor dem zil inlpfongin haltin schadin vil, uude stürmet© daran sö lange, unz er si gewan mit creftin üz der vtende hant, 19,5« und was er dit daruffe vanl di irslü&or odir vlnc. Und dö er diz also begino, di bürg er braute niddir unde zdch kegn hdse widdir. Wif briidir Gerhart wart bekart. [Dusb. III, i«5.] 19,550 Ouch in dem sclbin jarc, (mi als ich hörte vorwäre, zu Mergenburg er Gerhart des dütschin ordins brudir wart, von dem ich sus vornurain hau : 19,555 e er den ordin an sich nara, daz er gesinde wero des maregröven gewere von Brandinburc genennit, unde was irkennil 19,560 vollenkumcn mit vornunst an zimroirwirkindir kunst, Sturmis hantwerc zu büwin. Und dö er sich gebluwin 1 darundir hatte manche vrist 19,545 unde mit der werke list bürge unde stete vil irsturmit hete und alsö zu nichtc bracht, zulctst geschach in einre nacht, 19,570 dö er uf slncm bette lac und idoch nicht slAfis pflac, daz er in beslozner tur 134 » vir man kuuün sach hervur getretin bi daz bette, 19,575 der lelichir hette 19,533 wint er in eime S. 40 do Tor B. vor D. 70 »chon K. D. 8« bi 8. 91 g.rtllchl« 8. U. 1» et fehlt H. 19 b«Uib D. I) S. v. a. sich abgemüht. eine kerze schöne intprant, di er trug in sinre hant. Di vlre sich dA vügetin alttm in unde rugetin 19,580 uf in mit Urkunde manebirhande sunde,. di er halte widir got begangin durch des luvils spot. Und dö sl daz geantin, 19,5» ein zil si im benantin, bin dem er solde ebin bezzerin sin lebin, und ob er des nicht töte, ir manunge vorsmete, 19,590 sö wolde an im sundir w an des gotiiehin zornis ban Mb unde sölc sterbin und ewicllch vorterbin ; und des zu warin zeiclun 19,595 sach er si dA reichin und langis uf sich streckin ein wlz tuch mit vir ockin in der wise gliche, als uf eine liebe. 19,600 Hlmitte si vorswundin ; idoch in den slundin daz tuch aldA üf im belac. Von der geschichle sör irschrac der vorgenaute Görhart 19,005 und des zuhant vorcinit wart, als in twanc der sölin räch, daz er mit im nam daz tuch und kegn Pruzinlande vur, dA er sich in den ordin swur 19,010 des dutschin hüsis ouch zuhant i;u b zu Merginburc dA vorgenant ; und in dem nüwin lebin, dem er was irgebin, wante er sö ebin 19,615 alle sine sinne in dl gotis minne unde warb darinne, unz er an tugindin becleib, daran er ouch stete bleib, 19,020 und ein heilic lebin treib zu gote vil genende 63brodrB. 67 naryrpren H. 00 »«monft B. 70 ijwi K. 94 waneichin 8. 19,000 hjrmyt B. . UwutU. 1« fchJ; U Digitized by Google KRON'IKE VON PRUZINLANT. 531 Ane missewende unz üf ein sdlig ende. Wi Pastouwe und Geisouwe di gebit wurdin gehart. [Du»b. in, ut.) In des seibin jÄris 1 ker [1292 19,025 der meislir brüdir Meiner, des müt 1 üf urioige glam, hundirt brüdir an sich nam und ein her von volke grüz, dÄmit er reisetc äne dröz 10,630 kegn Littouwin üf dl dit, dA er dise zwei geblt Gcisow unde Pastow allintsamen ubirzow sliflindc da grözin bront. m,ft» Andirs er da lutzil vanl, daz man van odir slAn odir Iribin mochte dan ; sd gar was iz intwichin und besit gcstrichin. io,mo Und dö er sich her abc brach, im zugin di Littouwin nAch mit vil grözin creftin und begondin heftin sich inhant an dl brüdere. 19,«45 Nü was ouch in dem ludere dä mit in Jeisbüte im c in vlentlichim mütc, der ö was der brüdre vrünt und nü hczlich üf sl inzunt. i9,r..so Do der rechtir mAz iulsüb, üz den andrin er sich hüb sprenginde hezllche . an brüdir Heinriche, den man nante Zuckeswert, 19,655 unde wunte im sin pfert, daz ouch den brüdir mühete und in zorn irglühetc, indem er sich ouch nach im brach und ein sper aldurch in stach 1 9,6*0 und im noch baz züstrebete. Und dö Jeisbüt intsebete, daz er hatte des tödis stich, gerochin höt er gerne sich und mochte doch vor sdrin I9,«i5 sich nicht umgekörin. Idoch slüg er zurucke nach wAnis gelucke. Der siege einre s6 gerit, daz er dem Zuckeswerte sebrit 19,670 einin vingir üz der hant. Sus wart der slrll mang in volant. Wi daz gebil Oukaim wart gehert. [Dusb. III, 1*7.] Des seibin jAris, dö gelac [1292 Pötrl unde Pauli tac [29. Juoi der apostelin gote wert, 19,075 der vorgenante Zuckeswert brüdir Heinrich, der sö was comentuir, als ich las, zur Balge in den zitin, vumfzdnhundirt ritin i9,ow und zwenzic brüdre an sich nam, mit den er kegn Littouwin quam heimelich und An gepruis 1344 zu Junigödin bl daz huis, dA er sich in lAge starc i»,o« mit alle slmc volke bare, und Hz sich öt irbitin di banir von Ragnilin vurbaz zu der vestin, darüffe dA von gestin 19.C90 was vil Littowschir rotin von andrin gogenötin. Den tet zorn di turslikeit, daz in diz volk sü nAhin reit, unde voigtin ouch zuhant 19,095 in mit gewApintcr hant, als in ir vreidikeit gerit. DA hettin der Litton wschin dll di brüdre vil irslagin, wan daz si üz den lAgin 19,700 zu bezite praltin. Hlmit si daz vorsnaltin, und dö ir hoftenunge wan wart alsö, sl zugin dan durch rü an eine legirstat 19,705 und dA hildin manchin rAt, — Cap. 246 Ocnoawe H. — 19,626 Urloigi* K. II. orlouf D. 27 bnidr H. 32 Otnw II. 36 van rolde ad- dixH. lotd.D. 49U»UuntK. isemot H. 65 ummekoryn U. ambekrran D. 74apoiUrnK.il. wct 8. 76 brudr H. 77 commetawir K. comotufr II. 60 «rud' 8. brudr H. SS» vurbat K. vurba» H. »9 daruffa 8. littoawtohw II. 93 das 8. K. 99 want 8. 19,700 beciityn II. 1 dai »y H. 4 ein 8. 4) Dusburg hat nur : >Eodem tempore«. 34* Digitized by Google 532 NICOLAUS VON JEKüSCHIN wft si woldin kdrin hin. Zu jungist sich ir allir sin begondc darüf wendiii, daz si mit lirin hendin i9,7io nicht inwoldin kumiii heim, und also dannen kegn Oukoim zugin in daz burcgesuch, * da si der ungetouftin gnikh vingin undc slügin 10,715 uud zusamne trugin grözin roub von habe, und macht in sich her abe. Und wanl di ritin alle » zu des geschreies schalle 19,720 n.'ich der lande willekur IS5* an dem andrin tage vur gojagit kegn JunigeMin w&rn, des voigtin hi den cristnen scharn nicht wen zu vüze di Littouwin 19.72:. unde woldin hän vorhouwin di wege da durch einen wall. Doch warn di brüdre sö balt, daz si hindurch iutquAmin und danach ir nämin 19,730 üf einer rümen heidin war und dä slügin von der schar zwelfe, dl da blihbin ligin. Alsus dl andrin dö vorzigin - zu volgcnc dem here siddir 19,735 kernde kegn hüsc widdir. Wi Polenerlant wart gehert. [Dusb. III, 1*8.] Des selbin järis ouch geschach, daz man von Littouwin sach den kunic Putuwere mit eime grözin here 19,740 sinen sun Winnen sendin k£n Pollinen zu Brist in di gegenöt, da si manchin menschin töl slügin unde vingin 10,745 und jämirs vil begingin mit roube und mit brande und unviäl manchirhandc. Und di wlle sus di schar herte vasle her und dar i9,7.so in dem lande zu Kujaw, her Kasimir und Ylozizlaw, der Loket was zügenamet, di herzogin beidintsamet bclrubit warin sere, to,76s daz si di uncYc und den grözin schadin, damit si sus vorladin 13., h ir lüte sahin und ir laut, nicht mochtin mit wcrlichir i»,760 an der dit geandin, unde botin sandin zu meistir Mcinkin und den bMinT daz er helflich in zu statin mit den sinen queme ; 19,7(15 des der hell gendme sundir sühnen was gereit. Und dö er quam und angereil daz her näch »Iritis vöde, di herzogin blde is,770 griflin an zuhant di vlucht und alle di poldnsche trucht hüb sich vluchtic nach in dan. Und dö dl brüdre daz irsAn, si irschräkin der geschieht, 19,775 want si gestrilin mochtin nicht der menige gröz alleine. Hivon ir schar gemeine sich ouch von den viendin brach, daz äne schadin nicht geschach ; 19,780 want vil brüdre wurdin wunt und andir volk ouch in der stunt. Wi dl brüdre wurdin irlöst von eime vorrttnisse. [Dusb. iu, »«».] In unsirs hörrin jarin dö der vorgangin warin nünzig und zwelfhundirt 19,785 und zwei darüf gesundirt, brüdir Meinke, der 1 gnüc mit allim vüze darüf vv üc und mit slelir arbeit, wl er dt gotis cristinheit 19,790 mit schirme ufgezukte [im 19,707 iungUt yn Ir H. In D. 10 komyn K. II. 12 bürge such H.D. 17 und« 8. 18 unde 8. 19 Ifenchrc)* schalle H. 22 gviftll K. 11. D. 23 Jer H. D. 27 b rudere D. 30 beide K. H. Ii. 3J» putewert H. D. 46 unde braude K. H. und D. 49 her fehlt 8. 50 kuyow H. 51 Vloiixlow H.f 52 ciugeiMnt H. 63 er fehlt ü. 7« inclnje 8. uienle K. nieynre II. »0 brudr U. — C»p. 249. TorrelinUee 8. — S6 menihje 8. SS i 4) D. i. Burggebiet; »gesucht eigentlich 3. v. a. Zins. Digitized by Google KRONIKB VON PRU2INLANT. 533 and wi er gedrukte vorlerbinde des tüvils iül, von brudrin zusamne lüt iuc und von Prüzin ein michil her, »»,795 nemindc mit den dt kdr kegn Liltouwin durch' vrumen. Und dö er sd hin kumen was mit des hcris sterko • an des landis .gemcrke, 19,800 ein Prüze heimelicbin quam und den Zuckeswert bcsiten sprechinde alsus zu im : »Herre, wiltü, sö vornim »und geloube den wortin min, 19,805 »dü und al di brüdre diu >sit vorrätin sundir wän, »want wö ir daz grifit an, >daz ir di reise tribit vort, »sö vindit ir besamnit dort i9,sio >dl Littouwin mit grözir macht. »Wirt uch abir des gedacht, »daz ir widirkdrit, >sö wert ir vorsörit »von den Prüzin in den tot, 19,815 »want si liün üf üwir not »allintsam voreiuit sich.' Dö sprach brüdir Heinrich : »Ei, sint diz dinc dir kundig ist, »sö gib uns rat, mit welchir list 19,82« »wir der nöt genesin !< Dö sprach er : »Läzit wesin »dise reise hi bezilt, »ob üch des rätis nicht bevilt, »unde zlt ken hüse wart, 19,835 »wesinde alsö bewart, >daz ir üf dem wege * »nacht unde tac zu pflege »hat di wäpin angeleit, »unde sit zu wer gereit ! 19,830 »Daz werdin lichte schüwin »an uch di ungetrüwin 19» 4 »und alsö di erge län »der si kegn uch willin han.< Dö di rede was volant, 19,835 brüdir Heinrich ginc zu hant unde saite dise wort dem meistre unz an daz ort, der ouch sante drftte mit der brüdre rate 19,840 speheY vurbaz in daz lant ; und dö er di ding alsö irvant, als der warnör & tot kunt, und daran ouch wol vorslünt hi der Prüzin vornoigirn, 19,815 des Uz er ouch zuhaut cregirn dem herc da di widirvart. Darzü ouch gebotin wart, daz si di wapin vürtin an ; darundir sö besante san 19,650 der meistir heimelichin der eldislin icllchin, besundirn dl den höstin rat hildin an der ubiltat, und st zuteilte her und dar io,855 den brudrin, di ir soldin war mit stetir hüte nemin, daz si nindirl quem in zusamne mi! durch dt geschieht und ouch daz sl intvluhin nicht. 19,860 Alsus si bi in hildin di brüdre und ir wildin mit gütir pflage nacht und lac ; darundir man ouch rainin pflac, daz si i daz leggir schlt. 19,8«5 Und dö sus di gemeine dlt sach ir anewaldin sich zu den brudrin haldin hi und da zu pflege an tische, tränke, wego 136» mU Vr0i(,in SPa,e unf,c vru» in trat raichil angist zü, want si hatten iz dA vur, daz ir valschc willekur von den seibin w er intdekt 19,875 und daz si hetlin si benekt bekornde zu der misselAt ; und hüb sich ein murmclät heimelichin undir in ; idoch bleib ir argir sin 19,880 an der vulbort beloubit, want si dikein houbit hattin, daz in were bi. Alsus di brüdre quämen vrl beim vor allem schadin 19,S85 von unsirs herrin geuädin. 19,793 bruderin K. 19, S01 tuktwert K. 1 gcloub corr. in geloube H. 11 ouch U. 13 doch ror.erit K. H. D. 17brudrH. 18 durch D. 35 Budlr S. 3" meistere K. 41 do er fehlt K. H. D. 42 Ut e K.II, trt co 1). 45 kreigirn K, kreyrn U. 52 besundir n. bonin D. 01 rü u> yn w. H. bey in D. 62 nach 9. Gl dar P. MtnmcheB. 70 »roid« H. 74 intekt H. 76 bekorne U. 79 bclaib ü. 81 uoken II. 85 hern K. Digitized by Google 534 NICOLAI:«! VON JEROSCHIN Wi Polcnerlant wart geherl und vil /ti- sent crislen gcslagin und gevangin wurdin. [Dusb. in, aso.] In den seibin ziten [\m von Littouwin Witon den kungis sun an sich gewan der sinen achtehundirt man i9,soo und abir kegn Polenen reit, der reinin golis cristinheil zu jAmirlichir pfläge, und an dem pßngistage, [s. jui (16 sich zu lobe goto 19,*95 der tümberrin röto und al di andre pfafhoil gezirit halte und angcleit mit pfedichim ornAte in lobelichir viäte 19,900 undc hildin schöne di processiöne in gotlichim riimo zu Lunczicz in dem turne, und daz golis reine isttfe cr's^,,cv0'€ gemeine in andAcht halte sich gesamt zu hörne daz golis amt, dö quam des tüvils böte in gesprengit mit dem herc sin 19,910 sundir vonvarnunge gar unde slüc der crislninschar in der kirchin dä mit not wol vlrhundirt mensche tut; doch pfaflin und prelAtin, 10,91% di daz gelucko hAlin, er gevangin mm ein teil, daz si achtin vor ein heil, wanl in daz Icbin also bleib, und di mit im von dannen treib. 19,920 Kelche, mesgewete und alle daz genMc, daz gote was gevviet und in sin dinst govlict, nam der ungen^me io,925 und in ungezeme übunge si vorspcnlc ; darzü di sacramentc, der wir geistlich hi waldin und uns sint zu sAldin 19,930 in dwic pfanl gewisse, er gote zu sraenisse mit der kirchin vorbrante und gar in asche wanle ; darzö allirwegin 19,935 daz lant dAbl gelcgin vorherlc unde machte toub und nam ouch dft Vil grözin roub von mannin, kindin, vrouwin, daz iclichim Littouwin 19,910 geburle an der buite zwenzic cristeneluitc. Dö her Kasimir gesach 136 c der herzöge diz ungemach und dl jAmirbernde nöt, I9,9is dl sich sinem volkc bot, daz man hin viirte in vorlust ; ein bitlir zorn in sinre brüst mit leide sö irbolgcte, daz er den vlendin volgete, 19,950 dö si zugin dannen, mit achzenhundirt mannen. Und dö er vastc bl si quam und daz Bonislaw vornaro, der herzöge von Masow, 19,955 inweiz welch geist in ummezow und was in leitle lif den sin, wen daz er worchte zwischin in vridde durch eine sune üf eine benante lüne ; i9,9«o und dö dAbinnin sundir vAr dl Poldne her und dar sich von einandir strouwclen, di Littouwin beschouweten unde wftrn Ane wer, 19,905 dö hüb sich Witenis her an si den vriddo brechinde, slAnde unde stechinde in vientlichir girc und d& Kasemire 19,970 den herzogin slugin tot und mit semelichir not sin volke irmortin allintsam, daz ni mensch, als ich vornam, intquam der not sö biltir, is»,9"5 sundir öt ein riltir; — Cup. 250. wul, ttatt vil S. — 19,5S0 S7 litin : wltio 11. 89 whien 8. »cheten H. D. 90 abr 8. 92 plaf» D. OUoubeH. OOpfafleitS. 97 hat K. II. D. 19,905 cri«len D. 8 eyn H. llalugiuH. 1» tä yn «r in vn iv II. 20kdicbD. ein? 4lcrl*t*ne8. 12 do d«r 8. do er K. 45 »inen 8. 53 Boni»low H. P 55 lehn wah weiten D. 6S eyn K. H. D. 59 ein D. 00 ynneu D. 81 Polener D. 64 ond do n w. D C5 WtteM 3. 07 und K. 71 «»meUchlr (« »umwllrt) 8. Digitized by Google KRONIKE VON PRUZINLANT. 535 den hörte man sint wol vorjön, wi den andrin was gescböb. Wi di cristnen wurden irlöst üz der Lit- touwin hant. [Ousb. in, 254.] In des seibin jaris jage i.ie4 bl sente Jacobis tage, [1292 25. Juli 10,980 der nach pflngtslin gellt, der comcnlür von Ragnit brudir Conrät Stange, der zu urloigis prange was ein helt gewöre, 19,9W nam. an sich wöpenöre unde brüdere nicht vil mit den er reiste in dem zil hin kegn Junigöde. Und dö er in di nöde 19,990 was kumin mit der rotin, er santo einin botin, der ebbin dort besöge der burcluite gelöge, wi iz um si wör gestalt. 19,995 Der böte quam erwidir balt und jach, daz al der plan vor dem huise wör bevan mit cime starkin here, und di bürg ouch wöre 20,(100 gcmannit mit vil grözir lüt. Der rede irschrak der brüdre müt und ouch der andrin söre; >Nem wir di widdirköre,< sprachin si, »zunicke ; 20,00.'' >daz wir! uns ungclucke, iwant wir in mugin nicht intvltn ; »ist danne, daz wir üf si zin >und in strite si bestan, »sö blLb wir al des lebins an ; 20,010 >want ir macht ist ungehuir.« D6 sprach zu in der cometuir in gebinde roenlichin trost' : >Got,< jach er, >ofle hat irlöst »genödiclich dl sincn 20,015 >uz nötin und üz pincn ; >di öt im getrüwetin 1S7» »und üf sin hülfe büwctin, »der keinre wart vorlazen ni. »Nu hof ich,« sprach er, »daz wir hi 20,020 »sin alle in sime lobe, »sö ist er i uns obe. »Döswar min hoflenunge stäl*, »daz uns sin helflichir rat »löse üz allir uöte stric ; 20,025 »want alleine uns gebe schrie »grözir menie aneblic, »doch von Iiimeie kumt der sie. »Des läze wir al unsir dinc »zu im äne zwivils winc 20,030 »und slAn mit in zusamen »wol dan in gotis namen U Sus sl dö sundir blcichin des heiligin erü/is zeichin mit andacht vor sich schrenkiin 20,035 und an d) viende sprenktin undo slügin in der zlt an allirhande widirstrit eiu michil part des heris tot ; daz andre teil intvlöch der nöt 20,010 und doch mit manchir wundin röt. Alsus schüf zeichinlirhin got nach slnir trüwe geböte, daz di vil deine rote den sie dem grözin here nam 20,045 und ouch widdir dannen quam gar an allirhande leit. Des si im immir lob geseit t Wi di vorburge des htm» Junigeden wur- din vorhrani. [Du»b. 111, ass.j In unsirs hörrin järin dö der vorloufin wärin 20,050 zwelfhundirl nünzig unde dri, [1293 meister Mcinkc, dem 1 bl was der vllz mit girdc, " 187 b wi er hö an wirde dl cristinheit gesetzte 20,055 und d<1bi geletzte dl vorwaznc heidinschart, besamente alle sine craft 19,976 wt»l jenen 8. — Cap. 251. crUUucn II. ron der II. D. — 81 eometuwir K. cometuwr H. 80 brudre 8. H. 87 rcUeU 8. 90 den H. 91 were 9. 99 wi di 8. 20,001 red K. 5 Anfang de* ersten Berliner Fragments. 6 mugten B. 8 ti fehlt H. 11 eomm.ntuyr B. 13 jach der B. 17 bulf B. 19 noch hof U. 20 loube U. 21 nna y B. i fehlt K. D. 22 mit K. myt 11. 23 helflicbe B. 24 los K. H. 27 himle K. 28 Im 8. B. 30 jm B. 33 heilfen B. heilgin H. 36 und 6. B. 37 Ende de« ersten Berliner Fragment». 40 wüdc II. 41 »eichinliche S. 42 »ynre H. Uuw K. 57 al K. H. 4) Vgl. 4 Maccab. 8, 48 ff. 2) Vers 20,02:1-20,027 bei Pfeiffer Nro. 39, S. 84. Digitized by Google 536 NICOLAUS VON JEROSCHIN unde zöeh sö hin besit kegn Littouwin wintirzlt 20,000 zu Junigöden vor daz huis und daran mit Sturmis pruis vlcntlichin slanlte und daruffe wuntte mit gcschozzc manchin man ; 2o,o«3 idoch di burc er nicht gewan mit des Sturmis gcschurge ; sundir zwei vorburge, di dem hüse lugin vor, einez üf dem berge impor, 2»i,o7o daz andir in dem tale, vorbrante er zumftlo. Wi daz Schalowsclic hüs wart geslurmit. [Dusb. III, i53.j Döselbins von dem her inIran ein Ragnitisch cristinman, der was von art ein Barte, 20,075 und zu den heidin karte, als im dd rit der tuvil daz. Derselbe knabe sich vorraaz, er wolde daz Schalowscho huis Ane widirsatzis gruis 20,oso schickin zu des kuugis hanl und der rede sich vorbaut mit sinis lialsis pfände. Hivon der kunic sande desselbin wintirs mit im hin 2o,os5 ein her üf des gclubdis »in. Und du si quämin nähin bi, si tratin üf der vischeri an der reise stige IS7* brüdir Ludewige, * 2o,ooo der der Ochse was genant, unde slügin den zuhaut, und du vurbaz stricliin, unz si hciuielichin iiAch iris leitniannis spor 2o,o»3 quAmcn an daz burgelor. Des morgins, <* der lag üfbrach, dd wart sö luite ir gebrach und ir trampeln davor, daz iz üf der burc impor 20,loo di brüdere vornamen ; di wärin daz bi namen, ConrAt, als ich horte sain, und brüdir Albrecht von Di zwdne und ir gesinde 20,105 liddin dö vil swinde nöt und anevcchtin groz von der vlende widdirstdz, di hezlich an si kertin ; dAkegn sich gene werttn 2o,iio und daz sö lange hcrtin, unz si di bürg irnertin, daz vil küme doch geschach. Und dö der viende her gesach, daz irre hofTenunge wAn 20,iti an der geschiclit was wurdin daz vorhuis si dö brautin und sich von dannen wantin, idoch nicht Ane schadin ; want ir was gnüc vorladin 20,120 beidirsit mit wundin bin des Sturmis stundin. Wi di vorburge zu PUtin und zu Juni- gt'den untrdin vorhrant. [Dusb. in, %n Darnach an sente Jacobs tac, der in dem sumere gelac, meislir Meinke abir nam [m3 25. *i;j7 d em mec',tlc nerr damit er quam vor di bürge beidint.sam Pisten, Junigödin und sturmetc zu in bddin in vientlictiin vddin. 20,130 DA wart ein teil luite ser. Nicht schuf er ouch dA nutzis mer, wcnne braute zu der zit. di vorburge beidirsit. Wi di gcbil Pastow und Geisow wurdin gehert. [Dusb. in, tss.] In unsirs herrüi järin 20,135 dö der irvullit wärin i nünzig und zvvelfhundirt [um und virc drüf gesundirt, an des wintirs ende der meistir vil genende 20,140 zusamen brAchte sine macht unde halte sd gedacht, 20,019 fehlt , in4 Tor ,wintintt'? 67 vurburge K. 69 eyn« U. berg Tl. perg n. Pntelbe« D. 73 ragnili» K. II. 7* »«•balouwuehe H. M vorbrant K. H. Fragment*. OS trampeln K. 20,100 brudre H. 3 rome K. H. 9 kegyn B. tenD. -Cap. 2M. WI da/ B. — 25 Ende de« iweiten Berliner Fragment!, bürge K. H. 40 lu.aronc K. H. 72 Do k1 bin K. Do telbi» B. 97 Anfang de* i weitet) Bertis«- 12doK. ICdaR. rerbraa- 28 «türmte K. 33 tbt- Digitized by Googl KRONIKE VON PRL'ZINLANT. 537 daz er wolde reisin und di Littouwin neisin in dem gebit Erogiln, 20,145 und daz wart sich vorzogiln, want iz im intratin wart. Doch Wolde er dt herevart nicht läzin gar vorterbin, sundir etswaz erwerbin, 20,1*0 ob im got vügete daz heil. Daz her er schichte in zwei teil und liz di von Kagnilin zln mit den Sanibit in in daz gebit Pastouwe ; 2o,t ss sö hüb sich kegn Goisouwe in daz gebit daz andre pari. Der lanl iqueddir sere wart mit brande dö vorterbit. Darzü wurdin gesterbit 20,160 und getribin dannen 138« von wibin unde mannen, als ich mir horte duiten, wol bi hundirt luiten, und darzü gröze habe 20,165 vürten sl her abe. [Dusb. III, 256.] Nu merket hi ein wundir sunderlichin undir; dö diz her hi herte unde widirkdrle, 20,170 daz was bl der sumirzit, als daz weltir warmen pflil und di kclde wesit Iis, hivon dö der Menden is was murwe unde dünne, 20,i7j want obin daz 1s di sunne hatte vil vorstnelzit, sö undin iz vorschelzit1 hatte gar des wazzirs swauc, daz iz öt was sere krnnc. 30,160 Idoch zöch gew/ipint swer darubir al daz gröze her, daz nl schade si bev lacht. Und als diz waz zu mittirnacht, des morgins, dö irschein der tac, 20,185 dö was da nicht wen lütir wie. Döswar daz wundir wundirlich worchte got do sundirltch. Der selbe got, der starke got, der got, des alraechtir gebot 2o,too davor daz Israhelsche her vürle durch daz röte mer von Egiptcn also, daz si ni vüz gemachtin naz, sundir zu iclichir haut 20,195 slünt in daz wazzir sam ein want*, unz si ubbirquamen, dö trat iz zusamen in sin erste sftze ; 138 b in semelichir mäze 20,200 leitte got wol sine trucht an dirre vlüte ubirzucht. Des si im lob und ere gesagit immer mere ! W( di zu Pisten tnirden geroubit. [Dusb. III, 857 ] Zuhant nach disin zitin 20,205 wurdin zu Ragnilin in eine lantwer gesant dri brüdere alsus genant : von Esebeke Diterich und noch zwene, der iclkh 20,210 hiz Otte, sus vornam ich dilz, von Bergow und von Gedelitz. Dö dise brüdere sö hin dan und mit in drihundirt man zu Ragnitin quämin, 20,215 der brüdre si da nämin und wependr ein teil, mit den sl zugin üf ein heil vor daz huis zu Pistin und dan ir kuchchin spistin 20,220 neminde vil gar di hert. Ouch sö slüg aldA ir swert ein michil teil Littouwin ; sö kindir unde vrouwin sach man si dannen trlbin 20,225 wol bi sibinzic libiu. 20,144 geblU H. D. 47 bervart 8. 49 etwa* H. 51 .chit H. 5« andir S. ander D. 57 ytwedera D. 58 das. 12 Ute K. 77 »orh«l<»it H. Torh.le.atD. 80 yd«eh k> K. H, 87 da 8. »0 i 20,208 earbe K. II. D. 10 ich fohlt 8. 12 brudre K. 25 aibnetg K. 1) iVorschclzeo«, Verstärkung von >vorschc!len« s. v. a. zerschellen, auflösen, vgl. Pfeiffer s Glossar. 2) ■ Mose 4 4, 22. Digitized by Google 538 NICOLAIS VOX JEROSCHIN Wi di Wüten wart gebrochen. [Dusb. III, 858.] In den zitin Bonislaw, der herzöge von Masaw, dem tuvele gehorchte unde golis vorchfe 20,230 warf in argir tucke vorevellch zunicke, so daz er Crislö zu smMieit und der reinen cristinheit zu schedellchir plnde unl des geloubin vinde. di Liltouwin, ofle pflae, swen si quämen, nacht und tac hiiscn unde hegin und iren bruch 1 irlegin 20,210 mit vruntltchun splsen üf sinre burc zur Wisen, in teilnde swaz er halte, darubbir in gestalte , daz si dannen reisetin, 20,2» herten unde neisetin Pruzin und Polcnerlant. Und waz er wart darüf gemant mit drouwe unde bete, da/, er sich abetetc 20,2.0 und vorzigge der geschieht, s6 gab er uf di rede nicht und wolde 6t wesin zugehaft pdichtinde der heidinschaft uf der cristnen un gemach. 2o,2.w Und dd meislir Meinke sach sö gar vorhertit uf ungut des vorgenantin vurstin mut, er uam in sinen sin ein wort, als daz recltt beschribit dort, 2o,2bo daz man da hegit arge tat, swä man ir nicht widirstal, noch den vorbirt di bezieht, ern habe touge mitepflirht, der oflinbäre sunde sieht 2o,2ü:, und den geruchit stuiren nicht. Der bezieht wold er wesen ler unde zoch mit stme her vor dl seibin vestin und di sundir restin 20,270 also lange anevacht, uns er sl gewan mit macht ; darnach er sl vorbrante, wsi vortilgte und vorwante. Von brüdir Ludewige von Libenzelle. [Dusb. III, z59.]» In des selbin jaris vart 2o,27s comentuir zu Ragnlte wart brüdir Lüdewlc von Libenzel. ein degin turstig unde snel beid an mute und an 14t, swa man kegn den vindin trat. 20,280 Der selbe ouch nü mit listin scharf und mit vrechir hant sich warf ane drozzis widirboige in ein unruig urloige kegn der ungetouftin dlt, 20,2*5 mit slnen brudrin von Ragnit lialdinde bi slner zlt manchin lobellchin slrit in reisen manclürhande zu schiffe und zu lande. 20,290 Eins er sich zu schiffe nam mit den sinen unde quam zu Ousleten in daz lant, daz dem kunege ist benant* von Liltouwin und gebaft 2o,2»5 mit dlnste slner herschaft. Da was ein mechtie dorf gelein unde rieh, daz hiz R6raein. Daz dorf al di Ousteten gar vor heilic heten 20,300 nach irre tummen wlse. In daz dorf vil Ilse der comentuir sich vllete und alumme wlete da traginde dl vanen 20,305 mit slnen cappellanen in michlem ungehirme. Da was scharf dl ürme *: swem man si kegn dem houbte bdl, der vil zuhant da nidir tot, 2ri»i w' beilig er joch w*re. Nu laz wir dl schimpfmere : er ving 6t unde machte blas 20,22* bolitlaw 8. VnUlow U. BonitlawD. t7 M«»ow 8. K. D. 30 buch K. «Ott. w broeb. tt tri »de H. 52 wold K. II. wolt D. 00 do 8. 02 nach D. borfehl H. D. 83 bab 8. 75 cowtajr K. 76 lodwig K. brudr Ludewig H. 73 ken dm riend«ti K. H. 00 trlb K . 84 k*n K. II. 80 »ynre K. 03 Lange K. II. 95 »jvrt K. II. 22,302 eometuyr K. II. 3 und K. U. 8 ken K. H. 11 Uie K. II. I) D. i. Mangel. ») Cap. 23* bei Pfeiffer Nro. 34, t. S. 75 ff. 3) S. o. zu V. 1 3,883. ♦) Firmelung. Digitized by Google KRONIKE VON PRCZINLANT. 539 alliz. daz darinne was, Und von dem seibin valle und darnach dannen karte. 20,360 wart Pograudin daz geblt 20,315 Doch an dor solbin varte geswechit sö ritindir dit, einin brüdir er vorlös, daz iz sich des irholin sit der von der winde handin kos inmochte nicht in langir zit. aldä des tödis widirgelt ; Daz selbe er ouch zu Waiken tat. der hiz Conr&t von Tuschinvelt. 20,385 Lage hatte er gesät 20,320 In semelichin reisin unde sante eine rote pflag er ofle neisin sö hin in dl gegenöte, dl Ousteten in dem zil dt daz volc da zockte si mubinde unmazin vii und her abe lockte mit manch im swindin schuire. 20,370 wol in rechte maze. 20,325 Idoch ir nakebuire, Dö sprengte uz der s&ze ich meine di Samaiten, der comentuir unde sluc daz loit nicht sere claiten, der bestin von dem lande gnuc. want des iren was sö gnüc, Mit alsulchim schricke daz er zu pflege uf sl trüc 20,375 beglömte* er sö dicke 20,330 mit urloigis prestin, di Littouwin hl und dort, daz si nicht in westin, daz ich des inweiz kein ort, wl intwendin sich der not. sundir daz ich iz bezil. Nu was da eine gegen At, Er bes werte sl sö vü di man Pograudin nante, 20,380 beid mit creftin und mit list 20,335 dakegin er sich wante binnen der sechs jare vrist, [1294 — 1300 mit den slncn heimelich di er zu Ragnitin rit, unde in eine läge sich daz er dl littousche dit, mit der menie da vorstiz gesezzin bi der Hemil lanc, unde ein deine rote Hz 2o,3&5 allintsamin des betwano 20,340 vorbaz jagin in daz lant, i3flc mit urloigis erge von der alumme wart gerant von dem vlize Nerge stände unde hernde unz an daz lendil Lamotin, und dö dannen körn de. daz si gebundin raüstin sin Des wart di dit irbolgin 20,390 vriddis der cristinheit 20,343 und begonde volgin unde mit bescheidinheit in vaste nach mit al der macht, alle jar zu gebene dl in von ritin was geacht, den brüdrin vil ebene 139 h den herndin 6t zübarrinde eewissis zinsis mite und di läge vorglarrinde 1 20,305 üf daz huis Ragnite. 20,360 unz in recht gevelle. Nu merkit wundir unde sei, Dö hüb sich ein gcschelle : swi vil leidis in getet dise hi zurantin, der vorgenante Ludewic sö gene dort sich wantin, binnen des urloigis kric, unde »lugin öt sö gar 20,4oo sö hattin si in lib idoch, 30,366 alle der Liltouwin schar, alsö daz dl bestin joch daz nl mö rftin dannen quam des landis zu Samaitin sundir sechs, als ich vornam ; reiztin unde jaitin di andrin sturbin alle. di gemeino dit daruf, 20^117 rieode K. 24 mancbin S. «ebayre K. 2t 25 tchnire : nakebufre 8. in K. d«M«lbe corr. dnreh Aumradlren der jr. 25 nogfbore K. H. 20 xu fohlt II. 37 und K. H. 38 meine lieh da 8. K. H. 30 und K. 50 unca wol in K. H. 64 und S. 62 de> »ich K. det rieh H. 6« und II. 72 cometuyr K. n. 84 Memlin H. 88 Lomotyn II. 00 frlildlt k»n der crUtenheit K. H. 03 bruderen K. hrudreu H. 20,404 ufte : gufte H. 0 D. i. nicht recht sehend, übersehend Pf. i) Hinlers Licht führen Pf. Digitized by Google 540 NICOLAUS VON JEROSCHIN 20,105 daz si in vorevler güf sich von dem kunige spildin unde widir in hildin ofle vientlichin strit, so daz biwilen beidirsit 20,410 zweihundirl odir hundirt man tot geiagin sundir wäu. Ouch konde er iz zwischin den landin also luischin mit wundirllchin listin, daz bl sinen vristin der kunic von Liltouwin mit bete noch mit drouwin iz darzü mochte brengin ni, daz di Samaitin woldiu i 20,420 im in urloige bigestän und di brüdre vechtin an. Wt der von Esbek wart gedagin mit drin brudren. (Dusb. in, ieo j 13» a In unsirs h^rrin järin dö der irvullit w&rin nunzig und zwelfliundirt [12% 20. 20.12:» darüf vunfe gesundirt und. der nehestc vritac vor den pfingisten gelac, vunf brüdre an sich n/lmen von Nattangin unde Samen 2o,4.w vunfzig unde hundirt man, undo mit den sö hin dan ritende sich kartin kegn dem lande Gartin. Und dö sl quamen in di neh, 20,435 si santin, als si diichte weh, zurucke widir heim dl pfert unde vürp niddirwert dl Memlc zu schiffe und an dem niddirswiffe 20,4 10 lag an der übirsilen ein dorf der Uttouwlten, daz si zuhaut üzslügin und sich d.-innrn wügin üf der Memil niddir baz. 20,445 Und dö di heidin sAhen daz, vil snel si sich bcrfJin und gewApint lifin ouch zu iren sehiflin unde sich begriflin 20,450 in'slrite mit den eristin. Da wurdin in den vristin geslagin zwenc brüdre vrech, Diterich von Bsebech und der von Veringin ; 20,455 dakegin ouch vorgingin Littouwin wol sibinzic man, di dä wapin baltin an und zu strite wArin geil, der irschozzin wart ein teil ; li'i» ei" ,eil ir ouch vorsunken und in der vlüt vortrunken. Und dö di schicht sus was irgAn, di cristnen vürten mit in dan dl töten brüdre bedc, 20,405 und dö si Junigedc dem hüse quAmen nebin, sl wurdin dA intsebin allirwein der Menden bach sö sichte wesin und sö vlach, 20,470 daz in di schif bestündin. Zu loufin dö begundin di heidin abir mit unvügin und zwene brüdre niddirslügin. di des lebins blibbiu blint ; 20,475 der hiz einre Heinman Kint ; sö was genant der andre List. Mit in blibin ouch in der vrist töt wol vunfundzwenzic man ; di andrin quAmen wol her dan 20,480 und doch, ö sich der strlt geschit, sö wart geletzit vil der dll. Der vorgenante Diterich von Esebek intscheidinlich hatte vor disen nöten 2o,4ft5 brüdir ConrAde Röten geoflenbArit sinin töt ; want dö er sin ros im böt üf der seibin reise wec, »Nein,< sprach der von Esebek, 20,480 »behalt din ros ; ich habe gnüc .an minem pferde üf den gevüc >und des höstin gotis segn »müze dln und ouch min pflegn, »want ich alsö hinnen zi, 20,405 Klaz du mich üf erden hl »gesist bi lebne nimmir me, »di reise ge ouch wi si ge.< 20,405 kung« K. 7 widr K. 16 kung K. H. wotot ipiter ,yel einschoben ist U. 37 verein D. W gnug corr. in gvnug H. 9«g««ytK. pwUH. 25 darunnae Tumfe 8. 3*memel.K. 41 nx 34 35 nrhe : weh« 8. 55 «fc,, i H. 57 h.lte K. 62 «'taa H. Digitized by Google KRONIKE VON PRUZINLANT. 541 i«o i» Von der vorlmt der pferde zu Rag- nite. [Dusb. in, 26«.] Nach disen schichten ubir kurt an dem suntage vor der geburt 20,500 sente Julians bapt istin di Liltouwin mit listin [ms 19. quamen touginllchin mit menie gcslichin vor Ragnlle üf den wert 20,505 und nämen dä der briidre pfert allintsam, darzu daz vi, daz in deswär vil nähin gi ; doch mochtin siz nicht undirstun, dl heidin tribin iz hin dan. 20,510 Sint abir in der herbistzit quam dl dtt durch irin nit und vorterbete beidirsit di vorhüsir zu Ragnit und zum Schalowschen hiisc 20,515 mit michclem geprüsc. Von der vunfien vornoigfrunge. [Dusb. III, 262.] * Des seibin jAris Bonislow, der herzöge von Masow, geinühit was vil sere noch von der vorstörunge joch, 20,520 dl von dem meistre was gesehen, als ir mich e hörtit jen, an der burc zur Wisen und wold nicht vorkisen slnes ungemiitis zorn, 20,535 daz im di vestin was vorlom, und üf dl geschichle der Littouwin pflichte durch hülfe an sich zuwete und sl widir büwetc. 20,5)0 Und dd der meistir daz vornam in grözer leide raü er quam, dl im der angist worchte, i«o e want er sere vorchte, daz di vestin wurde 2o,s35 den cristnen eine bürde und ein schedelich wd, als sl was gewesin 6, und Hz ein hervart schrien vrlen und unvrlen ao^io allen den in Pruzinlant, 20,54: 20,555 20,560 20,570 110 d 20,575 di öt undir slnre hant wärin dä gesezzin, und hatte sich vorraezzin, daz er wolde hän vorstdrt zur Wisen dl buwungo dort, ob iz im hette got gegunt. Nu hatten zu der selben stunl, d daz her zusamno quam, di Nattangin allintsam sich voreinet heimelich und gezogin joch an sich daz meiste teil zusamon, daz sl des tüvils naroen sich abir vornügirten ; Idoch sö hantirten di Nattangin disen mein in oflinbarer schiebt allein und des also begundin : sl hatten in den stundin gekorn einin, genant Sabin, der ir hergreve soldc sin ; 86 warin an der valschin tat dise der obirete rat : Staute, Trinle und Gauwin, und einre noch, der hiz Missin, und darzu sumellche ind, der namen ich hi ubirge und sl dem tuvile bevil. Dise schiktin in dem zü, daz der selbe Slante, den ich ilzunl nante, mit einer grözin geselleschaft, di im darzu was geschalt, zu Barlinslein velschlichin quam und dä bi den helsen nam di brüdre mit vorevler hant, di er üf dem hüse vant. Daz was, als ich vornam d) meY, brüdir Rüdolf der Loderoer und Fridcrlch von Libenzel ; darzu dl sinin lifen snel alumme unde bundin, swaz sl dä knechte vundin. Und di wtle Staute zu Bartinstein diz ante unde schuf daz sine, dd nam an sich Misstne dort daz gebit zu Slunien 20,4U9 (unUg K. 20,500 «Mit D. 0 tfiblM H. 12 Torterbte K. H. IC boli.low 8. 23 »Ode II. 24 uns 6. 41 lyner H. 43 haltin S. hatten H. D. 45 buung« K. II. 46 fuaaman K. 54 rornoifirtan K. 03 obriata Ü. (4 TrunlU D. W tuvle S. 72 gttwfa? K. 79 van I*. 8. } all« HandwhrtfUn : Lodaaer, Dasburg : Bodamar. »0 «nd 8. Digitized by Google 542 NICOLAUS VON JEROSC111N mit wapin unde brunien 30,590 und irhüb sich sö hin wert beroubincje vil gar der pfert zu Kungisberc di brüdere ; und binnen disem ludere sö jagete di andre schar 20,595 in dem lande her und dar dl Dütschin niddirsIMiinde, ir wlb, ir kiudir v Munde ; darzü ir habe und ir vi sach man sl dort unde hl 20,600 in roubis wls zuzarrcn ; sö pfalfin unde pfarren und den sacramenlin gols wart vil tüvelischis spols mit smäheit gröz irbotin 20,605 von der unreinen rolin. Idoch unsir hörre Crist, der da zu dikeinre vrist dl slnin läl betoubin, 141* dl an in geloubin, 20,010 in sumelichir herze gab, dl wile sich diz ubil wab, daz si beait vorholin sich von den andrüi stölin und in rechtir trüwe pflicbt 20,615 den brudrin mcltin dl geschieht ; und der seibin sach man sin ein in Hermanne Totlelin. Dö der dise not gesach, alliz sümen er vorbrach 2o,62o und ranle üf di willnisse, da er vorslüc gewisse den comentuir von Kungisberc treflin an der reise werc, wanl er hatlo sich itzunt 20,625 üzgemachit in der stunt mit den Samen in hervart sö hin kegn der Wise wart, und vant in ouch nach sinir gcr im saginde vil gar di mer, 20,030 wi alle sache was gewant. Dö karte widdjr ouch zuhant der comentuir kegn hüse ; und in dem gepruse wolde dl Samische dit, 20,635 als in dö der tüvil rlt, di brüdre gar irslagin han und wer in were blgestan von iren lantluiten, als ich mir hörte dulten, 20,640 unde hatten üf dl dinc einin vrechin jungelinc zu hergrövin iriesin, der da solde vorwesin mit urloige ir rote, 20,645 und der hiz Naudiote, Joduten sun, der ouch intsaz* zu den zilen irin haz und nicht dl rede widirsprach. Abir ubir kurz darnach, 20,650 dö sl zu hüse quamen, dö meltte er bi namen alle, dl da baten üf dl valschcit geraten, den ouch wart geguldin 20,655 ir mite näch den schuldin, als üch wirt hernach bekamt. Und dö der comtür vorgenant zu Kungisberc was kumen und di mer vornumen 20,600 hatten di Nattangin, in begonde bangin und gewunnen rüwe ein teil der untrüwe, dl sl gegrilTin hallen an, 2o,o«5 und lizin lös di cristnen san, dl si haltin in bandin, und den brudrin sandin zu Kungisberg ir bengistc widir gelobinde mit eidin sidir 20,670 zu sin den brudrin undirtan mit allen trüwin sundir wan. Alsus daz dinc dö liggin bleib, unz sich eine zit vortreib wol bi virzdn nachlin ; 20,675 dö wart der meistir achtln daz brach näch brache sich gebirt, swa man der büze slac vorbirt, unde lüt zusamen Nattangen unde Samen, 2o,eso beide rieh und arm gemein, unde hilt dö um den mein üf s! ein gerichte 2i),j'.»4 ja.it« 8. and?r D. 28 ijrare H. 3G brudir 8. >K. wtdrK. 90 d fehlt 8. 40 and 8. 8. H. 20,610 in fehlt 8. 20 r»nt K. H. 59 Ja 8. K. 51 da 8. K. 53 rilichheit K. 57 conKntuif S. 4) D. i. Digitized by Google KRONIKE VON PRUZINLANT. 543 näch des reculis geliebte, urteilende des tddis pln 2ii6ie 'cHcmm nack den schulden sin. Sus dl untrüwe dö gebe, der dl prüzsohe dit ö pflac. Von der kutnß brudir Conrädis von Vuchtwangen des hömeislin.1 tDusb. III, 164.1 Binnen dirre seibin zit, dö sus durch des tuvils nit 2o,6»o hät, als ir irwlsit slt, dl rote so vormaledtt der Samen und Naltangin des widirsatzis pr angin sö vreislich anevangin, 20,695 dd quam der von Vüchtewangin brüdir Conrat genant und hömeistir irkant da zu Pruzin in daz lant und daz gar betrübil vant 20,700 von der abetrinne des volkis Ane sinne und bleib ein jar darinne, in brudirilchir minne gebinde liblichin tröst 2o,7os den brudren, dftvon voröst wart irre betrübunge röst und daz joch so snel irlöst wart der werrunge knote an der vormeinten role. 20,710 Daz er des zu gote wÄr ein irwirbic bole, davor ich daz habe. Ouch gab er richir habe den brudrin milde gäbe 20,715 und schit darnach her abe von Pruzin hin kegn Präge, da ouch des tödis vlöge vorschrlt sin aldin tage unde im sundir clage 20,72» ein andir bezzir lebin gab, daz dä hat aldir ane stab, wemde sterke ane lab. i«t« Zu Droge witz dä ist sin grab. Von eime brudere. [Dusb. m, «68. ] In der seibin zit geschach, 20,725 daz man einen brüdir sach üf dem hüsc zu Welsaz von suche wesin also laz, daz sich der töt im keginwac ; und dl wlle er sö Iac 20,730 geneigit in unereften gröz in brudir Dlterichis schöz des pristris üf dem hüse, d6 wart in eime süse im der geist intzuckit 20,735 unde bleib intnuckit im üf der schöz ein langiz zil, dabinnen got in wundirs vil 11z schouwen siner touge, als man sundir louge 20,740 in der zit von im vornam. Und dö er zu im sclbin quam, er sprach alsus vil innenclich : >Ö llbir hörre Diterkh, »sprecht mir vor, daz ist min vle, 20,745 »den versc Jesu Oiste, < >den man zu der primin zit »tegelichin singin pflit.c Und darnach, als daz was gesehen, dö hörte man in gar vorje'n 20,750 dl wundir der gesiebte ; >ünd daz ir der geschichtet jach er »desto baz geloubit, »sö wizzit, daz betoubit »wirt üf den tac min lebin 20,755 »und üf dl stundin ebin< ; daz sich ouch gar volanle recht also er benante. Wi Kimel dt tnarc wart vorterbit.* [Dusb. III, «65.] i«9 • In des seibin jaris swanc, dö der vornöglrunge pranc 20,760 gelac, darnach joch snelle der von Ltbinzelle brüdir Lüdewlc durch ein heil an sich brüdre nam ein teil, darzü zweihundirt knabin, 20,683 rieht!* 8. 87 prnach« H. — Ctp. 264. bradr K. brodln H..— 01 vormalndit K. H. 94 u>f<-Y»ngin K.H. 98proy«-K. 20,705 6 fehb» in 8. 7 intie* H. Orormemus. 14 bradren K. II. 10 kan K. H. 18 aiden K. 19 und K. 22 rondir lab H. — Cap. 263. «iaam H. — 34 In 8. 41 im K. T H. 42 mrn- lich 8. 46 w»in 8. 46 prennen D. 62 feloybU K. 53 betoybit K. 50 Tornoifirnnfc U. 02 lud« 1) Cap 264 bei Pfeiffer Nro. «0, S. 84. «) Cop. 965 bei Pfeiffer Nro 64, 5. 8. SO f. Digitized by Google NICOLAUS VON JEROSCH1N 20,70 darülTe trüwctin irre drow. Di schiebt dl brüdre sdre row, daz in der reise werbin solde sö vorterbin. üoei) sl daz huis vorbranlin 2o,7M und sich dannen wantin mit betrübtim mute. Nu wolde gpt der güto doch ir arbeit nicht inlan sö gar nutzis blibin wan, 20,790 sundir joch gewörc irvullin ire gere alsö daz in gcmigcte. Von geschieht er vügetc, daz si dä irsähin 20,705 eine vestin nähin ink gelegin bi der Mimel, di was genamit Kimel, wol gemannit unde vast, von der dl brüdre ubiriast 20,800 hattin genüc gedoigit 1 und ofte geurloigit däkegin mit kosllichir craft und doch lutzil icht geschaft. Zu der burc si sundir grüwe 20,605 nämin einen snellin hüwe und daz tor irrantin, ö denn ir kumft irkantin di heidin üf der vestin. Dä wurdin von den gestin 20,810 wirt unde buisgenözen 20,705 h«rK. 06 hu. H. 70 bnif 8. 80 truwt« »7 feaennit K. H. 20,804-5 gruw : huw K. H. mjrt H. 84 kra R. 28 ludta 8. 31 brudei» 8. 5t rarer D. 54 »o D. vientlich vorstoßen, want si si gar irmorten. Darnach an allin orten wart di burc von in inzunt 2o,si5 und vortilgit in den grünt. Wi Garten wart vorhert. [Dusb. in, hs Dö unsire herrin jar vorvarn tüsent und zweihundirt warn nünzic sechse ouch damit, {;<* von Reberc brüdir SüTrit 2o,Ao dö comentuir zur Balge was und von Nattangin an sich las ein her und darzü brüdre vil, di mit im in des winlirs zil kegn Littouwin kartin. 2o,*25 Und dö si dort zu Gartin der burc nöben begundin, ein vriscbiz spor si vundin von luiten üf der wilde, den ubbir daz gcvUde 20,mo wart in vil snellir köre von brüdre Walthöre dem Guldinen nächgerant, 149» der ouch di selbe rote vant und slüc sl allintsam 20,835 sundir einen, der intqnam und stürzte an dem wiche üf brüdre Heinriche von Weddrin, der im jaitc zu und davon ouch quam in mü, 2o,840 want der Ruize nam di kör ouch kegin im mit sinre wer, als in di nöt dö sebuntte und in sö söre wuntte, daz er ummechlic dä belac. 20,845 Ouch gab dem Ruizin einen slac brüdir Heinrich in der stunt, dävon er wart swörlichin wunt ; doch sö nam er im sin pfert unde hüb sich dannen wert ; 20,850 daz ouch brüdir Walthör voraam und volgete gevör gar in zornigim müte dem Ruizen bi dem blüte, daz von im ran, und in sä trüc, X. II. 84 hu h. 10 htugrootan H. D. 34 uud« K. 89 an H. »1 exu rollen H. 92 uod dai H. 17 tn*uot 8. H. 19 tiOVrit K. 23 4t 42 d» 8. D. 44 Tmechüf H. 47 m»n 4) Eigentlich verdaut (Pf.). Digitized by Googl KKONIKB VON PRUZINLANT. 545 io,sw da er in vant und ouch irslüc. Darnach an dem andren tage in vientlichir vIAge si ubir dl Merail sprengetin, roubetin unde sen gelin, unde slügin vil der dit zu Gartin ubir daz geblt ; darzü daz vurburge ouch wart vortilgit an derselbin vart und ane, waz sl slugin man, 20,805 so brachten si gevangin dan von kindin unde wibin bi zwenhundirt Ubin. — [Dusb. UI, 167.] In des seibin jaris zil kunic Witen mit menie vil 20,870 von Littouwin reisete 144 4 und mit urloige vreisete kegn den brudren zu LI flaut. Und dö der comentuir irkant von Kungisberc hatte di iner, 20,874 er wart vrö, want al sin ger was lange vor darüf gewant, daz der kunic vorgenant sime lande intvirrit wurde und ungeirrit 20,880 di bnldre da nach willen vorterbin unde villen dl slnin mochtin sundir wer ; und besamente ein her vil mcchtig üf den seibin wan, 2o,s<>.i dem er einin houbitman beschil, daz was der Zuckeswert, daz der kegn Littouwin wert solde mit dem bere kern und Witenis Iant vorhern, 20,590 dl wlle er was üzgereist. Nunweiz ich, welchir hande geist in dö umme vurte, wen dö er itzunt nürte der Littouwin gemerke, 2o,s95 daz er mit al der Sterke des heris widirkarte und vor dl burc zu Garte zöch und sturmele daran, da er andirs nicht gewan, 2o,9oo wen daz da manic crLstin wunt wart in den vristin, di man von dem hüse scböz. Zuletst, dö si der mü vordröz, si lizen drab und zugin dan 2o,«w kegn lande altis nutzis wan. Wi vunf dorfir wurdin vorhert. [Dusb. III, 168.] Zuhant nach disen zlten sacb man di Littouwlten i«s • zu Colmen reisen in daz Iant, da sl ouch mit herndir hant 2o,»io bi der burc Golubin wol vunf dorfir ufhübin mit luiten und mit habe und vurtin di hin abe. Von dem urloige der bürgere von Rige vndir di DuUchin brudere zu Lißande. [Dusb. III, 369.] Dö sich Cristt jar vortribin 20,015 zwelfhundirt nönzig unde sibin, [1207 dö wart von des tuvils list in mortllchir mitewist inzunt des hazzis vuer in vÄde ungehuer 2o,»2o unde in swindim krige zwiscbin den von Rige, ich meine den bürgeren, und zwischen den geweYen des Dutschin hüsis brüdrcn. 20,025 Diz tüvelische lüdren baz unde baz intzuntte der tüvil unde schunlte st sö lang in abegunst, unz zwischin in des zornis brunsl 20,030 began sö vreislich brinnen, daz di brudre binnen andirhalbim jare wol nunstunt vorware müstin mit in stritin 20,035 und des nicht vormitin mochtin mit keinin vügin. Und alieine trugin dl bürgere vorgenant des einen strltis ubirhant, 20,S5* an K. H. yj roubten K. ttuUcn D. 09 kunj K. H. nuyne H. menlf D. 7$ eomctuyr K. H. 78 inrirrit 8. cntT«mt D. 70 wurt rnfeirrit 9. und fehlt 8. K. H. D. 84 and fUtt uf 8. K. Ii. 85 houbtmo 8. 87 du er H. Ol Nu eorr. »tu Nun U. Nu enwiis D. 03 d» S. 20,000 minien H. 4 und« 8. 0 do 8. 13 17, •Utt dl H. iy D. — C»p. 289. brudere, lUtt bürgere 8. brudere fehlt 8. K. H. D.Diub. : ,frmtre» donut Theutonice1. — 14 CrUtU K. H. CrirtriD. 18 ytiunt 8. 18 19 fujir : ungehugir K. U. 25 luderen K. D. 32 mderhalbrn K. H. •eriut. r. F. L 35 Digitized by Google 546 NICOLAOS VON JEROSCHIN 20,910 doch si dl andren alle dl gotis craft mit valle tet sigelös geliggen und dl brüdre gesiggen., 143 b Do unsirs herrin jar vorvaan 20,415 nünzig und zwelfhundirt warn und darubir achte, dö wart mit grözir machte zu Liflant kumende gesen der Litlouwin kunic Wlten, 20,«yi als in dar geladin üf der brüdre schadln hatte der bürgere trucht von Rige durch ir tobesucht, und alda mit Sturmis dram 20,955 di biirc Karchuis gewunnen nam, darülTc er vir brüdre vlnc und waz gesindis an in hlne, daz v'uig er alliz odir slüc. Dar2ü tet er scha-din gnüc 20,960 al daz gebit beroubinde und mit brande toubinde. Und dö er näch der achte sich kegn lande machte, der meistir, brüdir Brüne, 20,965 in des brachmandis lüne nam nach im dl köre mit einim cleinin here und sich in strlte kegn im wac [1296 an sente Nicomedis tac 20,870 bl einim wazzirvllze na, daz ist genant dl Trcidera, üf des mens strande. Dä slüg er in dem sande in unsirs herrin namen 20,975 mit den beiden zusamen und velte ir zuhant wol achtehundirl in den sant, di des lebins wurdin geblaut, und loste üz der viendc lant 20,980 vil nach dritüsinl cristen, dl si in den vrislcn itse unz dar gevangen halten bracht. Nu wart der Litlouwin macht zu jungist sich vorsinnen 20,985 und in zorn intprinnen, H. 21,005 21,010 21,015 21,020 143 d 21,025 daz ein sö geringe her si solde Jelzin ane wer, und dö In grimme wanten sich kegn den brudren vientllch und Irstritten gar den sie vollende mit tödis schrie den meistir üf des strandis vlüdr und mit im zwene und zw«*nzic bnnJr. darzü wol vunfzenhundirt man. Gol müz ir alltr sele hÄn ! Dirre clegellchin nöt, di sich sus den brudren bot und der armen cristinheit, warn dl Rlger gemeil, wanl sl wol iren willen mit erclichin villen 1 holten an den brudren haben näch des leidin slrltis snaben *, unde ludin andiiweit zu hülfe, des in was gereit abir zuhant dl heidinschaft, und belagin da mit craft zur Nüwenmul der brüdre vestin, daran st mit Sturmis prestin hlldin michilen gebrach. Und di wile diz geschaeh. dö was des ordins reistir, ich meine den hörne ist ir, zu Prüzen in dem lande, den man bl namen nande brüdir Gotfrit von Ilüonlüch. Und dö der hörte, welch ein joch di Rlger e durch ir güf . tribin dort den brüdrin üf, er sante sö hin den Brühaven, darzü von brudren unde knaven kegn Liflant ein micliil her den brüdrin dar zu schinnis wer und ouch zu helflichir stuir kegn der dit sö ungehuir. Und dö sö hin von Prüzinlanl der Brühave vorgenant kumen was mit sinre schar, er vant ouch besament gar 21,030 dl Liflendcr mit irre wer; des nämen si zuhant dl kör 20,010 kung K. H. chunig D. 20,955 Kai* haut D. 68 de ring H. Ol mit roube betoubinde S. touUndc ti 73 do S. 77 aehietihundirt 8. xchthundirt H. achthundert U. 79 baut K. 85 inprinneo 8. S7 toMn s. «9 rigii 8. 21,000 ir 8. C abr K. H. t> noigen K. H. - 23 da K. H. 30 llflendir II. t) D. i. üeisselungen, Züchligungeo Pf. i) D. i. Ausgang Pf. Digitized by Google KRONIKE VON NUJZINLANT. 547 voreinit in unsirs herrin nam an der aposilcn iobesam Petrl uode Pauli tac [». imi 21,035 kegn der dit, dl da belac dl Nüwemul durch irin nlt, und irhübin in der zlt einin sö vreislichin strtt, der dl Nüwemul gequtt i 1,040 tet von harmig krige und in der stat zu Rlgo gebar vil manche wilwe. Ouch sumeliche Lilwe vorlös dä iren gesellin, •21,0« want man sach da vellin unde schrötin in den sant dt brüdre mit vrechir hant dl weligen slatvarrin1 und der Littowschin narrin •21,050 wol vlrtüsint unde mi, dl alle kuru des tödis wi, äne dl lölllchin wunt küm intrunnen in der stunt. Sulchir schumpGntuire 21,055 so vrech, sö ungehuire der cristenheit üf ungewin sich hanürte zwischin in i«4a binnen der zwltracbt sö vil, daz ich inweiz kein zil. Wi Siräzberc wart vorhert. [Dusb. III, 170.] 31,060 Dö unsirs herren jär vorvarn tüsint und zwelfbundirt warn darzü nünzic mit achtin [120s von Littouwin sich machttn reckin üzgesundirt 21,0» wol vlrzig unde hundirt unde quämen durch bejac an sente Michahelis tac [29. gar ungewarnit tngeptatzt zu Strazberc, daz nüwelich besatzl 21,070 was dä vor zu einre stat, machinde des lebins mat alliz, daz da vant Ir swert, daz mit wer was manncs wort ; darundir ouch ein prtstir 21,075 bleib des lebens bistir2; wib und kint sl vingin und nöt da gnüc begingin und an andren ungelimpf, des vil durch uppeclichin schimpr 21,080 den sacramentin böt ir sin, sö was ein hürnsun undir in, dem sö gar dl zuebt intsleiz, daz er in dl toufe scheiz. Und dö ir vart sich dannen wac, 2i,os5 in volgte brudir Conrfit Sac, der dö was lantcomentuir, mit der Colmenöre stuir und sl üf der wiltnisse vant, da er üz der Littouwin baut 21,000 löste luite unde habe, dl sl hatten bracht hin abe, und irsluc st allintsam, daz nt keinre dannen quam, der dä heime mochte jen, U49fc w* den andren wer geschön. Wif di vorburge zu Pistin und zu Juni- gedin icurdin vorbrant. [Dusb. 111, 87t.] Dl wile noch dl brüdre dort von Prüzin, als ir hat gehört, warin zu LÜlande in des urloigis ande, 21,100 dä si Dattin gnüc zu lüne, dö nam an sich brüdir Küne, von Brandinburc der comcnluir, ein her mit werlichir stuir zlnde kegn den huisirn böden 21,105 Pistin unde Junigöden, und der vorburge hedirslt gar vorbrante in der zlt. Und dö er dan sich hät irhabn, ein brudir mit etllchin knabn 21,110 zu schifte von Kagntte üfquam und sich dä zu lande nam in strlt kegn den buxcluitcnj daz lutzil mochte duiten ; want im der hcidln was zu vil. 48 belegen I). 18. - C»p. 271. 54 iump|>f«i>tiilre S. 59 i D. 80 dar, «Utt Jen 8. K. II. D. - 21,104 huytren K. 21,033 »porteln X. 4t 48 wlttow* t Uttew« D. 44 im K. tracatH. WkatO. MttTlkbB. 76 leb bin 8. 7» n. D. 86 Untcomctuyr K. II, und ao meUt. 04 Inkaiar« 8. 0 t orb arge K. H. 10 rtfait« quam 8. rmgnit II. 4) D. i. die reichen Stadtochsen, ein Schimpfwort von unbekanntem Bezüge. 5) D. i. eigentlich »irre, verirrte, niederdeutsch; so >ins bister gehn< bei Kantzow (cd. Böhmer) < 18. 338: davon >vcrbistern> und iBisterniss« . '60* Digitized by Google 548 NICOLAI» VON JEROSCHIN 21,115 !doch irhub er in dem zil ein geschelle also hart, davon daz her zumale wart bewegit und hin widdir quam gejagit siddir 21,120 abir kegn der dlt in strit. Da wart ein vrechir Littouwit irslagin von den cristen ; ouch wart in den vristen vil wunt von beidin partin ; 2i,m darnach sl danncn kartin. Von brudir Lüdewige von Schipfen dem virzendin lantmeistere. [Dusb. ni, i7i ] Brudir Lüdewlc genant von Schipfen was in Prüzinlant der vlrzende meistir 144 c undc hilt daz reistir 21,130 des amtis unz ein jftr vorginc. [i2W Damftch in der lot bevinc, der nimandis schonen pflit. Zu Colniense sin Ucham'iit in dem tüme begrabin. 21,135 Got mdz di scle habint [Dusb. III, 173.] Bi des seibin meistirs zltin wol sechshundirt Littouwitin kegn Pruzin sich irhübin, als st da betrubin 2i,i40 wolden etiswa daz lant. Nu wart dem comentür irkanl von Brandinburc vorwär dl mör, daz sich kegn Nattangin her neigote daz selbe her, 21,145 unde hilt eine lantwer besament mit der sinen schar. Und dd si sus der vlende war » etsltche zlt genämen und sl dt nicht inquamen, 21,150 des legirs si vordrlzen wart, davon daz volk kegn huse wart der comentür zuritin 11. Und darnach dd daz irgl, des andrin tagis alzuhant 2t,i55 di Littouwin vorgenant in zu Nattangin sprengeten, herten unde sengeten der gegenöt ein michil teil, und an andir misseheil, 11,1m daz von in daz lant intpflnc, so slüg ir haut da unde vinc geachtit in den vristin wol drilhalbhundirt cristin. Von brudir Hellewige von Goltbach dt% vutnfienden kntmeistere. [Dusb. in. m. Dd man unsirs herrin jär 2i,iS5 tüsint und drihundirt gar [i» von der geburt vorlouBn sach, brudir Helwic von Goltbach der ein Durinc was von art, in Prüzinlande meistir wart, 21,170 und als dl zal ist jende, sd was er der vumfzdnde des amtis uud sin wilt ein jar. Darnach Uz er iz üf vorwAr unde vür in Dütsche lant, 21,175 da ouch sin lebin wart volant. [Dusb. m, 175.] Bi des seibin meistirs vrisl in tursligir mitewist vumf unde sibnzic v reche man von Littouwin sd her dan 2i,i»o kegn Prüzinlant sich nätuen und ungewarnit quamen zu Glottow in daz gebit, davor der Ermin bischof rlt, und dä ein dorf uzslügin, 21,185 tribbin unde trugin, • swaz sl da v und in, mit in dan. Nu wart daz gesebreie san hl und da dem lande irkant ; des irhub sich ouch zuhant 21,190 bnidir Walther der Guldine mit der companle sine jagende zu dem geschelle, der des comentüris geselle von Brandinburc was in der zit, 21,105 unde rante hin beslt den Littouwin vor daz pfat, da sl durch ein enge stat zwischin sehen müstin zin, und im mochtin nicht intvlln. 21,200 DA hub der gotis degin d. J»u»< tD. TU - C»p. 272. teUlllii H. — 21,132 n. ». w. H. l»nt and u. t. w. D. f«bH H. 75 H. 7S Trecb' H. 8. tt der telbln Khar 8. — C»p. 274. helwlf« K. D. — 49 inquam«! K. H. 70 Ubmt D. 7t Digitized by Google KROMKE VON PMJZINLANT. 549 den vlendin sich inkegin i«s » imde slüc st allintsamen, daz ir nicht wen dri intquamen, dl dabeime Sailen mere, 21,205 wl disen hl gelungen wöre. Wi Oukaim daz gcbit wart gehert. [Dusb. III, *76.] In des seibin jAris strich von Dobin brüdir Heinrich nam sich etsliche brüdre an und darzü zweihundirt man, 21,210 mit den er reisende gerit zu Oukaim in daz burcgebit, da si sechs dorfir hertin und mit brunst vorzcrtin, waz werlich was irslände, 2i,2t5 wib unde kindir vände. Und dö si dannen karten, di Liltouwin varten in söre üf der abezucht unde stritten an dt trucht 21,220 der brüdre zu sö manchir stunt, daz von beiden silcn wunt wart dä swerlich manic man ; doch brachten st den roub her dan. Wi Dobrin daz lant wart gehert. [Dusb. III, 277.] In des seibin jaris vart 21,225 kunic Wenzlaw von Bemin wart üf Polcnsche lant gecrönt, und dl wile sus gcvrönt wart alda sin eYe, dö nämen hi di köre 7i,vn Littouwin wol sechstüsint in daz herzoctüm zu Dobrin, und daz ubirrittin nach vtentlicbin sittin vahende unde sterbinde 21,235 di cristin und vorterbinde daz lant allumme sundir kern, und swentten, swaz vorzern iuk mochte des vüres glüte, und namen al dl stüle 21,24« mit andirre habe, di also her abe von Polenen warin dar gevlochent vor des kungis vftr von Bömin, den ich bab genant. 21,245 Und dö daz her begab daz. lant und dannen begonde wandren, dö schuzzen uz den andren sich der Littouwin hundirt, di sich üzgesundirt 21,250 duchten gar an vreise, und namen eine reise zu wlsne iren vrechen müt ubir der Driwanzen vlüt in daz Colmische gebit. 21,255 Da slüg uz diselbe dlt zwei dorfir unde ritten dan ; den voigtin nach di brüdre san und ouch si betrötin slähendo von der rotin 21,260 wol sibbinzic Liltouwin lösende junevrouwin, vrouwin unde kindir vil uz iren bandin in dem zil, dl govangin hettin sl 21,265 beide zu Dobrin unde hl unde tribin woldin dan. Und dö dl andren drizic man, di di vlucht dem töde intruc, dö man ir gesellin slüc, 21,270 vluchlic quamen zu dem her unde sagetin di mör, wt in hi gelungin was, daz her zumale wart so blas und sö gar vorzagete, 21,275 daz iclichir jagete 145 c kegn lande, swi er mochte baz ; vrunt dä vrundis gar vorgaz, niman des andrin beite. Da wurdin an der reite 21,280 tlende kegn lande wert beide luite unde pfert vil vorterbit von der schar. Und dö si quamen an di Nar, da wart ein sulch gedrenge, 21,285 daz sich von dem golwenge vil der ungetouflin in der vlüt vorsouftin. Von zwen briidrin ein wundir. [Dusb. III, 878.] In dem seibin jftro [nw zu Merginburc vorwftre 21,290 zwöne brüdre sturbin, — Cap. 276. verliert D. — 21,208 tieh feWt K. H. D. eUllcbc H. brndlr K. H. brnder D. 12 in 9. K. U. 16 4o dy H. 20 tu der n. S. — C«p. 277. rorbert K. H. — 25 kuog K. U. 36 »Itm« II. 38 vugire K. II. i K. «7n H. 67 do •> di 8. 78 i D. 46 dan K. H. Digitized by Google 550 N1COLAÖS VON JEROSCH1N dl alsus gewurbin, dö man si sach daz lebin han, der hiz einre Heineman und der andre Friderlcb. Di zwene in gote sundirllch warn zusamne gehaft in alsö grözir llbe crart, daz ir dikeinre we noch sterbin, noch 21,300 an den andrin gerte. Di übe stete werte zwischen in vil manchin tac. Zu jungist der gotliche slac traf in vetirllchir zucht 21,305 Heinmanne mit der misihracht. Den slag er mit gedulde leit vor sine schulde ; und darnach ouch ubir kurz nam brudir Friderlch den stürz 2t,3io so hart von ebne pferde mit valle üf dl erde, daz er davon bleib tot. 143 d Und dö des morgins dise ndt brüdir Heinmanne wart gekunt, 21,315 er sprach : >Ö berzellbir vrunt, >Friderlch, getruwir man, >wl hastü mich also vorlan ! »Wi bat din trüwe diz gemeint T >Nü hatte wir uns doch voreint 21,320 >mit gelubde in gotis nam, >daz wir soldin beidinlsam >mit einandir gliche >varn zu himelricbe >in dl cndelöse rü ; 21,325 >wi hastü vorgezzin nu, >des sich vorbant dln truwe mir? )Vorwär, vorwar, sich sol nach dir >rain lebin hinnen leiten )und hl nicht lengir beiten.» 21,330 Und allein er weYe än allir suche swere, sundir als ir hat vornumen, sö Uz er im den prlstir kumen und iotpilnc von sinre hant 21,335 dl sacramcnta da zuhant ; und als im wurden dl geleist, dö gab er üf zubaut den geist an dem selben tage sundir alle clage 21,340 varnde in der vroidin lant, da alliz truren ist geblant und alliz leit vors wund in. Da sö hat er vundin aioin vrunt, der im als e* 21,345 nimmir wirt benumen md. Diz ist ein ttiredde. [Dosb. iv, 7t-««.] Nu l&ze wir hl luizen dl crönke von Pruizen abir eine stunde unde machen künde n'w» em ,e" mercncmr dinge, dl in der werldc ringe manchirwegen sin irgän, alse wir vornumin han. — [Dusb. IV, 73.] Dö unsirs herren jar vorvarn 21,355 achzig und zwelfbundirt warn, [ik darnach in des vumflen dür ein prlstir kegn Littouwin vür von Alcmaniä geborn, dem der name was irkom, 21,300 daz man in nante Conrät. Der wolde dA mit predigst an der dit bctoubin iren ungeloubin und mit cristinlicbin leYen 21,305 an cristncngeloubin kdren, der lutzil doch an in becleib. Und dö er wol zwei jär vortreib in dem lande blibinde und dl löre tribinde, 21,370 dt heiden in vorterbetin und des libis sterbetin mit pinllchir martirät, und darnach an der seibin stal, da si in irslugin, 21,375 wurden von ir gnugin nachtis ofte licht gesen, als man si seibin hörte j£n. [Dusb. IV, 74.] In unsirs hörrin jaren dö der Vorgängen waren 2i,3&o achzig und zwelfbundirt unde achte drüf gesundirt, [m 2 t, 21« 19 58 D. K. 21,305 mniUnc ht S. 10 «yana K. H. 14 beinemmn« K. 1» herrt- 8. 27 nur ein ,toiW 8. 3S»«mmrntO. 41ter8. 42 ™r.Omü0 8. W • 65 erittan K. H. 67 re doch begonde sich irbannin der sinen dlt vil armin, 21,520 di in dem getwange .„ hatten alsö lange geliddin erbeilliche pln, und sante den willen In eime einsidele gut, 21,525 des herze, sin unde tnüt in gotis minne was int prant, — Pötir sö was er genant, gesezzin in Frankriche, — daz der tugintriche 2t,5M in andacht sö hin abe zu dem gotis grabe kegn Jerusalem sich hüb, da er mit leidir schow intsub, wl dl dlt unreine 21,535 in manchirhande meine besulwte unde smöte di heiligen stete, di örn soldin sin gewon, und wl der werde Simeon, i«7fc der Pa,riarche von dcr stal» was vorwürfen und vorsmat und in manchin plnen beswcnt mit den sinen. Und dö diz sach der gotisman, 21,545 sin herze leide gröz .gewan, want in j&inirte der nöt, di man den armen cristin bot, joch gote und den heiligen, di er sus sach bemeiligen 21,550 und manchirwise crenkin, und begonde denkin, ob er mit keinin listin den geplnten cristin zu hülfe mochte kumen, 21,555 dl er mit unvrumen sö jamirlich vorladin sach. Di gcdankin manicvach lagen im zu herzin mit trurigen smerzin, 21,560 darinnc er zu pflege vacht. Nu geschach in einre nacht, daz er sich hatte durch andacht in di kirche hin gemacht des grabis, da got inne lac 21,565 unz an der urstende tac, 21,473 and 8. 75 kan« K. H. 84 hclltfn U. 87 mit eju H. 94 heil*« K. H. »9 der fehlt K. H. D. 21,506 vureten 8. 10 1 1 gelvyn : P«*>t» K. H. 12 da K. 14 huoden K. U. 23 «yn H. «ein D. 24 era- »tdle H. 39 tjrmon 8. 42 in fehlt H. D. 43 dein X. H. D. Digitized by Google KRONIKE VON PRÜZ1NLANT. 553 und gar dt nacht darinne bleib, di er mit innekeit vortreib und mit gebete, des er vil opfirte gote in dem zil 31,570 üz lütirs herzin gründe ; zu jungist in begunde twingin sulche müdekeit ▼od des gebetis arbeit, daz er üf dem estrich inllac 2i,&7« und einis kurzen slafis pflac, dabinnin dem einsidle rein Cristus unsir herre irscbein 147 c und im botschaft benante, damitte er in sante 21,580 dem pabiste zu kundin und den gotisvründin ken westirsit den vurstin, daz si darüf durstin soldin lazin Iren müt 21,585 in rechter irbermde glüt, daz sl daz heilige lant irlösten uz der heidin hant, des wolde got in leistin stuir mit zeichinltchir ebintuir. 2i,wo Dö der släf von im vorswant und daz gesichte was volant, sin herze wart vil wol getrost und von leide gar irlost, dl im in mitlidunge böt 21,505 der cristnen und des landis not, dl er nu gote wendin holte und volendin, als er an der botschaft vornam ; und dö zu Simeone quam, 21,600 dem patriarchen vorgenant. Und dö dem wart dl mer irkant und der tröst von gote, als im der gotisbote Petrus redellch intsldz, 21,005 er quam in vroide alsö gröz, daz der gotis werde man vor Ube weinte manch in Iran, als in sin jameric herze twanc, unde saite gote danc 21,610 mit vil grdzir innekeit, daz er volenden wolde ir leit und Pötrö sine brive gab, mit den man in vil snel hin ab sach zu dem pabste wandren 2t,6i5 zu Urbanö dem andren, m* der in wol wirdecllch intpfmc, und iz üblich mit im beginc, want er der mere was vrd, in vurdernde mit vlize dö, 21,620 swl er mochte allirmeist, mit gütir brive volleist zu der botschaft im benant. Sus er Italien daz lant zuhant durchvür mit predigst ; 21,625 darnach der gotis böte trat ubir daz gebirge ouch ' und öt alle lant durchzouch beide in östin und in westin, di er den vurstin und den bestin 21,630 und darnach der gemeinin dit di mervart mit manunge rit in kundinde daz gotis wort, als er intpfangin hatte dort von gote, dö er im irschein, 21,635 der ouch sine zunge rein dö worte nicht vorweiste, sundir in irgeiste mit sö genadinrlchür vlüt, daz er manchin cristenmüt 2i,mo dö neigte sundir eise üf di gotisreise. Nicht ubir lange zlt darnach den vorgenanten pabist man sach nach Petrö zln in Gallias, 21,645 da er ouch zusamne las ein vil gröz concilium, [1005 darinne er den üretüm und dl jamirbernde nöt, dl sich dem heiligen lande böt 2t,650 und da der cristenheite, vil bermelich vorleite, und wl in manchin stundin von den unreinen hundin i«s* daz gotisgrab gewere 2t,655 vil gar intreinet wöre und darzü andre stete, di got selbe böte gewirdit und geheilgit, lesterllch bemeilgit 21,660 und vorsmeM slündin. Di nöt hörte man kundin 21,575 kunl» 8. kurcsU H. karan D 21,600 patriarch« 8. 5 rrolden H. pfuifriB K. inpfangen H. 36 da S. r*n K. H. 50 und fehlt 8. 77 her K. 82 dem K. H. 8 Umrl» K. H. llToUnd« 8. 85 recht« K. H. D. »0 »ymon« 8. wold X. II. 22 In S. 32 In- 43 Pab.t K. H. 4!» h<-i|- Digitized by Google 554 NICOLAUS VON JEROSCHIN den pitbisl da vil clegelich unde bat irbarmin sich al dl crislmheit gemein 2t, ««5 ubir den so leidin mein, der sich widdir göt da wab. Darzü er di gnade gab und abläz in den vristin allen gelouftin cristin, 21,670 di sich lizin guzemen. daz st daz cruzo nemen in gotiiehir ande kegn dem beiligin lande, sö daz si weidin rechin 21,67s des unrecht!» gebrechin, den da des tüvils rote irböt dem warin gote, dl soldin sin intpundin gar von allin sundin, 2i ,«ao want dt reise sold in sin vor allis vegevüeris pln. Diz hiz der pabist in der zlt ubir al dl werlde wlt predigen und oftinbarn 2i,6$5 dl prelaten, dt da warn gesamenl in dem concilid ; daz ouch sint geschach alsö. Nu vtl, als iz wo! gezam, des gotlichin wortis sam 21,600 in vil gülen ackir, den beid an vllze wackir, 148 b der pabist unde Pelms, in golis namen sewtin sas, undo brachte mit genocht 2i,e»5 gote lobellche vrucht an manicvaldin «taten, au bischoven, an preisten, kungen, v urfiten und herzogen, greven, vrten, dt gebogen 21,700 mit andacht wurden öf den möt, und darzö mantc rittir gut, ouch wol geborner helde vil und öt volkis ane zil von gemeinin cristin, 21,705 daz sl in den vristin in unsirs Wrrcn namen daz cruze an sieh namen mit des gelubdis bunde, daz sl vor al jr sunde 3l,7io woldin leishn unirwant dl reise in daz beilige lant. Alsus in unsirs herrin j*rn Cristl, dö der tüsint warn sechs unde nunzig ouch volant, [iaa* 21,715 Peirus, den ich hab genant, mit den gotis gewerin nüwen erüzigerin, darundir gröze roonige was Dütschis volkis, als ich las, 21,720 gevlnc dl reise ubir mer und gewan mit irre wer dl gröze stat zu Hellespont, dl dl Dutschin sint gewont zu nennen Sente Jorgen arm ; 21,725 ouch dä ir hant mit »Iritis harm gewunnen von den heidm nam di stat Antbiocenam. Darnach zu irre hant ouch trat Jerusalem, dl beilige stat, \vim di sl mit CTaft ir8lrHln- (low Alsus sd was got mit in, daz sl dl grözin stete dri gewunnen unde machtin vrl von der beidin vreise 21,735 uf der seibin reise. Darnach mit undirsebeit der zit quämen mö pilgerime slt von manchirhande kunnen, mit den sl dö gewunnen 21,740 in dem lande ubiral veslin vil und nne zal von bürgen unde stetin, der sumellohe Mtin sulch gelege, sulche macht, 21,745 daz nlmande was gedacht, daz immer mochte menschencraft an in werden slggehatt, di brachin sl in undir ; und daz enwas kein wundir; 21,750 want mit in was dl gottshant, der alle sige sint benant ; mit der helfe st sö vil irstritin landts in dem zil uz der gewall der heidln, 2i,75& daz man sach besciieidin dem patriarchin, der gesät was in Jerusalem der stat, 21,673 heflfan K. H. 74 woldin 8. 7« de« des, «UM. dm da dei S. 78 do, lUtt dt 8. K. H. D. iDpwdin H. enpuaoVn D. 83 werld H. werit S. D. Sl 1. da w. K. 21,700 andsek S. 8 de« fehlt 8. 23 usK. «ya H. 29 haUgc K. H. heilig D. 31 »o fehlt K. H. 37 pUgreün D. 81 «in fl. Digitized by Google KRONIKE VON PMJZINLANT vir erzebischove, dl undir slme faove 21,760 pflAgin d6 genesin ; , der stnle sach man wesin zu Tiro, zu Cesarea, zu Nazaretb, zu Petra, und den viren so sach man 21,705 andir bischove vort undirtän. Undir im so hatte vir« der erzebiscbof von Tire ; ltsd sö hatte der andren drl icllch im einin biscbof bl, 21,770 der im was geundirt und an herschaft gesundirt. Ouch sach man schone gezlret und wol geordinlret in dem heiligin lande 21,775 kirchin manch ir bände üf gotis lobeMchin rüm, munstre und vU manchen tum, clöstre, pfarren, capellin, der nlmant mac vol zellin, 21,780 dl alle da in kurzin järn gebüwit und besetzit warn. SA was ouch zu Jerusalem gesatzt ein kunc, der undir em mit herschaft hatte in dem zil 21,785 vursten, graven, herrin vU. Nü secht, wer mac vol trachtin, betrachtinde vol achtin daz v, undir und dl sterko der grüzin gotis werke, 21,790 dl er im so zu lobe schuf1 in der cristinheit behür, dd er alsö vordrukle dl heidin und üfzukte daz cristinüche kunne ; 2i,7«5 deswar got hatte wunne und sach im Hb in höher lust', dö allir sundin abekust und unvlat manchirbande was uz dem beiligin lande 21,800 vorblichin gar und bin geleit und dl reine cristinheit in tugintberndir gute mit vruchtin unde blute darinne stünt in allir wls 21,805 gezlrit sam ein paradls, i«o » daz im ouch sulche süze gebar in senftir müze, davon vtl gar der aide zorn vors-wundin was, den er irkorn 2i,9io hAt üf sin volc durch ir ungut, unde was dt wolgemüt inlnumen allem graze ; daz leider in der saze sich nicht urbarte lange ; 21,815 want der aide slange, der tüvil, der mit listin scharf oucn den orstm uz 'des paradlsi mit slner mortllchin vorgift, 21,820 daz süze lob vorgellete und in sunde vellete dl abir in den vristin sich manchirwls vormeintin, 21,825 daz heilige lant intrelntin mit lestirllchir sunden eis, davon got wart gewant in vreis, in zorn, in gremdo suire, der doch von natuire 21,830 ist semfte, süze, wolgemüt und ob allir güte güt. Den semftin, süzin, guten got irgremzte irre sundin spot mit sö manebir unvlate, 21,835 daz er sin lant vorsmato und sinim volke tet intwant slnir helfe milde hant; dd nam ouch al ir ere zurucke gar dl kere ; 21,84« ir lobellchir rüm wart toub, ir craft vorbleich recht als ein stoub3, und al irre wilze prls vorswein sam von der hitz ein 1s Iis» und ire viende stigin üf 21,845 kegin in in vrechir güf sl mordende dort unde bl mit craft darnidir als daz vi und benamin irre hant nicht eine daz gelobte lant, 21 ,76R Tndr K. H. 21,805 ouie K. H. 43' 74M)fraX. 79 nytn&n K. H. und »o mcltt. 81 gwetxit 8. OS h«ilgMl K. H. 15 Mge mtt «Me K. H. D. 19 »orftf 8. 2« tundi» S. 32 «enftlo K. mftrn H. 4) Psalm 440 (444), 2. 1) I Mos. 4, »4. Sap. 40 (44), «5. 8) Psalm 79 (80), 7. Hiob 80, 84. Daniel 1, 85. Psalm 77 (78), «2. Digitized by Google NICOLAOS VON JEROSCHIN 21,860 sundir ouch damittc dl lant von dem Intritte des richis zu Egipten di heiden gar becliplen gewinnende bürge unde stete, 2i,&55 swaz der dö dt cristinheit heie besezzen unz also her dan zu Mesopolunian, wol zwenzic tagereise lanc. Di lant, dl vestin da inraanc, 21, s«a vorlorn wurdin in dem zil ; und darzu gütir vestin vil gewan mit craft der heidin hant. Und dö di clegcllchin mer 21, s«5 irschultin disslt mens her der cristinheit, di ndt irwüc kunge unde vursten gnüc durch gotis Ion zu der andicht. daz sl mit vil grozir macht 2i,s70 sich irhübin ubir mer und mit crefligir wer daz heilige lant gewunnen widdir und vorlurn iz abir siddir. Diz wechsil treib sich manchin tac, 2i,H7j in den mit plage manen pflac got di sine dite, daz si von sunden schlte. Daz manen lutzil doch vorvlnc, alsus in ab und abe glnc 2i, sso mercllch von gotis ande an dem heiligen lande, I49c unz si nicht mö behildin da vestin, der sl wild in, sundir Akirs, dl eine »tat, 21,885 dl wart, als ir vomumen hat, gewunnen und gemachit mat [im i». und vortilgit in den grünt, in den jarn und in der stont, als ich üch da vor machte kunt. 21,890 Drier sacben abekusl an Akirs sachte dl vorlust : vil herren was dl eine, di Warn ungemeine unde lebeten in zwitracht, 2i,8»5 d6 sl dl heidinschafl anvacht ; 21,859 dm fehlt U. D. 05 erfüllen D. 72 heilr« gen K. H. 91 «ach« 8. K. H. D. 99 dem a. 24 irgremende, eorr. aui irfraaixeiid« H. 27 dt andre was ouch swire; want dt cruzigeYe, dt der pabist sande zu hülfe deme lande, 21,900 di warn houbtis enic ntmande undirtenlc, vorevil an gehorchte, und waz man vridis worchte kegn der dtt, dt st besaz, 2t,905 den brachin sl an undirlaz mit ungostuirem brache1. So was dt dritte sache begebner luite nbirmüt, want der vorterbit alliz gut ; 21,910 ubirmöt was der swengit, der den hdestin engil von dem himele pralte und mit valle.valte in den grundetdsen luf*; 21,915 hömut den menschen ouch vorsenüf an des gtzis rlse und üz dem paradtse- untotllch in tötltch beschreib ; als us ouch ubirmüt vortreib dt crislnen mit schänden üz den irweltin landen, des sl unz huite hftn impom; ubirmüt tüt gote zorn in irgremezende zu vrcisl 2i,»25 und an munchin allirmeist, want dl han alle guft vorsworn und joch eigenin müt vorkorn. Alsus daz gotis ist wurdii 21,930 und sör* alsam ein büste4, allir genadtn wüste ; daz sl dir, suzir got, gecleit ; wandele, want dö macht, dar WH Ein clage zw dem heiligin lande. [Dusb. IV, 19. 80.] ö allir lande vrouwe, * 21,935 ö wunnenbernde ouwe, ö dü keisirtlchir plan, 6 der reckin siggeban, d eddelir boumgarte, K. H. 75 pfltff« mutf H. |>J»Uc» D. 79 4m «• M bEia, hörit, siizin kint, >alle, dinü cristin .sint, iunde nemit zu herzin 22,015 >mlner wüste smerzin! »Bedenkit unde ruchit spen, >waz mir armin si gesehen ; >werfit kegn mir uwern büc >unde secht des j&mirs stric, 22,020 »der mich bevecht sö herbe. >Min wunnenbemdiz erbe >vorwildirt stat und ist gewant >hin in üzirllche hant. »Dl huisir min in greradin 22,025 »besitzin gar dl vremdin. »Bia, ir edlen vurstin, >lat üwir herze durstin mach den suzin brustin min, 21,946 heiigen K. H. «DfUn B. 44 kefinwortikrit H. 60 »jtheüigit K. H. 67 gemeülfet H. 76 lei- dir H. Uder K. lrtdüi 8. 78 ho pfla« II. 87 ficre K. Tier» H. 22,005 trubelichin 8. 10 der her H. 11 km K. H. 14 »rat K. H. 16 und ruchit K. gedtnkit H. 18 ken Twren K. km myr uwren H. 19 •* K. H. 20 boret K. B. 4) Ausgetrocknet worden, verdorrt. S) Unfruchtbares Feld Pf. 5) Wohl was sonst bei Jeroschin und Wigand . reisten , auch in der Bedeutung »Lenker, Verwalter« . Digitized by Google NICOLAliS VON JEROSCHIN 22, 040 22,04i 22,000 22,070 100 d »dl gizen balsim unde Irin, >milch, bonig ine bittere. »Eia, ir werdin rittere, »darzü ir vrechin knecbte, »prüvit alle rechte, >warüf sich uwir adil feilt I »Begrifit NvApin unde schilt »und mir zu helfe uch riehtit uf ! »Dl swert gebundin zu der huf »zuckit kegn den beidin »unde von den leid in »trlösit mich ellendin ! »Intnemit mich den hendin »der menigen sundöre »und vrlel mich von swere. >Daz wol von rechte tut ir, »wen ich bin dwir rautir, »dl uch gebar der cristinheit.t Daroilte st die bin geleH. — [Dusb. 1Y, 81.] Dö unsirs hörren jnr vorvarn nünzig und zwelfhundirt warn und darubir vtre, dö sach man mit zlre den vumAen pabisl Celestin des stüUs geweldic sin und Adolf von Nasaotrwe, der was konig ubir dl Römer. Dirre Celestlnus kuime bleib ein jar alsus an dem päbistüme und darnach deine rinne durch der söiin heil tntweich und widir in sin clöstir streich, des munch er was gewesin ; [Dusb. IV, 81.] dö wart nach im irlesin Bonifacius zu hant, der der achte was genant. [Dusb. IV, 83.] Der pabist im andren jare slnre wirde vor wäre den kunic von Francriebe, sente Ludewiche, irhüb canonizlrnde und glich den heiligin zlrnde. — Zu disem Bonifaciö sprach zu einre zlt alsö der vil reine Cölestln, 3« b«frift s. H. f 13 knüc H. U 22,075 der sin vorvar was gesln an dem amte vor der vrist : »Sam ein vuehs bistö n »kumin in der erin pris »und herschis wol in le 22,080 »hernach dö vortirbis »und als ein hunt irstirbis.« Daz ouch sich alliz ebene irvant an sirne 1 ebene. Dö dirre selbe gute man 22,065 daz pabistum hat öfgelan, dö quam ein wtb vor in gegfln und begonde in rüfln an, daz er ir göbe stein sein. Und dö er hatte des gepflein, n,m ein kint sl uf dem arme tröc, daz der natdren ungevue crum ö geschüf an der gebort ; daz wart bin denie segne durt, den er dabin streich mit der 22,o»5 wol gesunt alda zuhant. [um [Dusb. IV, 8«.] Dö unsirs herren jir vorvarn nünzig und zwelfhundirt warn unde sibene damit, dö wart brudir Gotfrit 22,100 von Hdenlöch hömeistir unde hllt daz reistir des Dulschin ordins drlzen jar und ist doch gescheidin gar von der hömeistre zile, 22,105 want dö er dl wile daz amt getrüg, er gab iz uf und darnach durch sine göf widir daz capittil sich isla sin undlrwant voreveltch. [Dusb. IY, 85.] 22,110 Dö unsirs herrin jar vorvarn tüsint und zweihundirt wäm nünzig und achte darzu geaalt, dö wart kunig Adolf gevalt, den in strtte vientUch 22,115 herzog Albrecht von österrlch ubirmenigte und rrriue (vgl. Dusb. IV, 8«.] . und nach im dl cröne truc. — [Dusb. IV, 87.] Dö von unsirs hörrin geburt warn ebbene volvirt [iw p.u» 22,02« b»l.i K. baUem M. 71 teilfeii K. H. 77 t fehlt ». K. U. D. 3« b«lf K. H. D. Sl 3W den 8. D. 42 igen K. 70 eenoniiim«!' » K 22,111 Digitized by Google KRONIKE VON PRl'ZINLANT. 559 22,130 tusint und drihundirt jar, [1300 dö sach man sich dl Tariren gar mit irre menige vil reze irhebn üz inne geseze kegn den Sarrazinen, 22,125 dl st mit manchin pinen nach vientüchen Sitten hezUch ubbirritten von «rat in Capadociä, darnach in Anthiocbia; 22,130 dannen sl mit menien durclizugin ouch Armenien dt gröze und dl deine ; und darnach gemeine alle daz gelobte laut 22,133 durchvürn sl mit herndir hant und sich dannen wanten dö kegn Gaza und Damascd. Dirre lande gemerke durchzdch der Tartren slerke 22,140 al an einre reise stände durch ir vreise der Sarracinen da mit not mÄ wen zweihundirttüsint tot. — [Dusb. IV, 88.] Daz selbe jar dö was vorwär 22,143 genennit der genäden jar ; dö gab Bonifatius 151b der pabist allen den, dl sus dl mühe sich annämen, daz sl mit andächt quamen 22,iso zu dem munstre her*, daz in der heiligin ere Petri unde Paul) stat dä zu Röme in der stat, vollin ablaz aliir sundin, 22,155 als man da hörte kundin ; wt engistHcfa, wl swere, wl vil der sundin wöre, so wart man ir dö lere. — Nü tan wir dise mere 22,160 und sprechin von der crönkin me", dä wir st hftn geläzin e. Von brüdir Conrät Sah dem meistere in Pruxtnlande. [Dosb. m, m.) Brüdir Conrät Sak genant wart meistir ubir Pruzinlant, dö unsirs hörrin jar vorvarn 22,165 tusint and drihundirt wärn ; (1302—130« den sechzönden zalte man in und was sechs jar Derselbe golis deggen den gotlichin seggen 22,170 hatte wol in allir luite <™s..., want er konde bougin kegn armen unde richin 22,175 sich sö minnenolichin, daz man wol von im daz wort, daz Salomön beschrtbit dort1, ebbin mochte duiten : iGot und ouch den luiten 22,180 »ist er Hb zu allir stunt ; >der dä häl göten lumunt.< Und dö er daz ammecht getrüc lsic sechs jär, als ich 4 gewdc, arbeit hatte er sö vil 22,m getragen von der juginde zil, dävon der IIb im was beswert und von suche sö vorzert, daz der macht im gar gebrach. Durch dt orankeit man in sach 22,190 daz ammet von im schöben, und wonte zur Golöben, daz er geböwit hatte ö, unz in bovine des tödis we \ dö wart er zu Colmensö 22,195 in den tum gehabin, dä wirdecllch begrabin. Got möz sin sele habin l — Wi Oukaim Ji burc zu dem Min vor- herit und vorterbit wart. [Dusb. in, sso.] Bi diss seibin meistirs vrist dö mensche was gewesen Crist 22,200 tusint und drihundirt jär und einez, dö geschach vorwär, [1301 daz ein bureman von Oukain begonde in slme herzen daz er t was sö lange 22,205 gewesen in getwange des tuvils sus be trogin, 22,121 lieh fehlt 8. «y dy H. rieh D. »iner D. 6t beUgeo K. H. 60 fehlt K. H. D. bü betehert D. — 22 momgt fehU K. H. n. 23 erln K. Inn H. 37 rnde IL 40 D. -Op.279. ,84k' und ,1a Proxislaode1 fchh H. D. — • K. H. «7 jar K. H. Torterbrt D. 96 de« 8. H. i) Eccl. (Je«. Sirach) 45, 4. Digitized by Google NICOLAUS VON JEROSCHIN unde wolde intzogin sundir einen, der intquam ; — der irre der abgote der was ein sun Sad argen — und des wären gots geböte und doch mit manchir argen 22,210 mit dtnste sich lnbindin1 unde verchin wundin. und cristinlich gesindin*. 22,255 Wtb unde kint st bundin Draike sd was er genant isi« vortilginde unz in den grünt und ein sun was im irkant, bürg unde vorburge m der stunt, den man Pinne nande. 22,216 Den selben er hin in heirnelichim rate zu brudre Yolräte 151 d dem Ragnitschin comentüre in bittende durch got vil türe, 22,220 daz er gerächte ton bin an im den ungeloubin und in üz der betdin hant brengin in der cristnen hant . DI rede brudir Volrat schreib ein her mit slme rate unde irbüb sich drate - kegn dem hüse zu Oukeim, als er wolde mit im heim 22,230 vurn den vorgenanten man. Nu vügt iz got, als er wol kan alle ding in allem zil nach slme lobe, swt er wü, lenkin deswar wundhilch, 22,235 (der schikt iz ouch dö sundirllcb) dö kegn dem hüse «liehen dl brudre heimelichen, daz in der selben nachte der selbe Draike wachte, 22,240 durch den dl reise was getan ; want in dö trat dl zeche an*. Und dö er sl vornan) da vor, er offent in daz burgetor und Itz sl in daz huis. 22,24» Da lüldin sl vU s wind in suis den- släfindin Littouwin mit stechin unde houwin, daz sl sö lange tribin, unz töt da liggin blibin 22,250 dl mannesnanjen allentsam, 22,207 woldK.H. 9 goti» H. 24 faradr H. 27 and K. 28 oukep» II. 48 da O. 49 du ä. (2 wm «an iudar jen S. »4 Trethin H. frtenln D. 57 Tarbarg« 8. «0 heilem K. U. 73 lehin S. 63 dt K. 4) D. i. sich 8 lisch Ii essen. S) D. i. sich zu Diener geben Pf. 8) D. i. da die Reihe an ihn kam. 4) D. i. Spalte, dann klaffende Wunde; vgl. Pfeiffer. 5) D. i. erschreck. Vgl. Pfeiffer Glossar und Hennig Preussisches Wörterbuch Königsberg I7M, S. ii, der bedudt anführt in der Bedeutung von : betäubt, von Schrecken, ganz < 4) D. i, harrten aus. i) D. i. angriffen. •) Vgl. oben zu Vers 49,419. Script, r. r. i. 36 Digitized by Google 562 NICOLAUS VON JEROSCHIN Und als dl üfgift was gel An, du wari ouch zu hömeislre sAn brüdir Sifrit dA gekorn von Yüchtewangen dort geborn, 22,3*0 der ouch vür An undirlaz und daz houbilhuis besaz, daz dennoch in den ziten was zu Venedien, als ich las. Von brüdir Heinriche von Hunzen. (Dusb. III, 184.] In des* seibin jAris swich [ims 22,385 geschach, daz brüdir Heinrich starb in Prüzinlande, den man von Runzen nande, burtic von Duringin ; der hat an vreisen dingin 22^00 erge vil begangin, dü noch in bcvangin dl werlt hatle mit ir banl , mort, roub, lüden1, dübe, brant und öl vil untugginde 22,395 er von slnre jugginde übete mit vllzis macht, ins« Zuletst geschach üf eine nacht, dü der tag ein ende nam, daz ein compAn züzim quam, 22,400 der hatte nAch reisigen sittin ein gar swarziz pfert beschrittin. Der sprach mit sulchir red in an : >Wol üf, Heinrich, balde dan, >unde volge alleine mir! 22,405 dch breng dich, dA dü nims nAch gir >ricbir habe roubis mÄ, >wen dü 1 gewunnes e. >Wes llstü unde lazzis sö ?« — Heinrich wart der rede vrö, 22,410 want im was nAch gütc gÄcb, unde reit im vaste nAch, swAhin er vor im kdrte, durch manch ungeverte und ubir manch bewornez pfat. 22,415 Zu jungist quam er an ein slat, dA sin pfert üfzukte und zurucko drukte ; swaz er iz vorwart getwanc, l mör iz i zunicke dranc, 22,420 waitl iz sach vil wol daz arc vor im, daz sinen ougen bare dA der vinstern nachte schhn. Nü was jenre hin vor im sam üf gllchir erdin ; 22,425 des wart im unwerdin unde wold im ilen nAch, swaz er gehlb, swaz er gestach daz pfert, iz twinginde hin vor, so snarcht iz unde drang üf höV. 22,430 Zu jungist wundir in bevilt, in dem er lutzil sich intliilt dü gab in und sprach dA mit intsamen : üiiste VOrt m ^0t'8 namen Zuhant, dü er gesprach daz wort, dü rlf üf andir siton dort, der tüvil, sin geselle: >Ö welch ein gevelle 22,440 dielte dich zurbrochin, >wer des nicht gesprochin ! >Der name, den dü hAst genant. »hat dich bewart und mich geschanl.«- DAmit der tüvil ouch vorswein 22,443 und Heinrich dA bleib allein, der sich ouch nindirt regen getorste noch bewegen von der stat noch her noch dar, und lag alsos mit grüzir vAr 22,450 bevlochtin und mit sorgin unz an den lichtin morgin. Dü sach er raichlen grüwen. den 6 daz pfert pflac schüwen : üf einer rutschin er dA saz, 22,455 von der sich ein gevelle maz sd tif, daz er nicht künde geoigen an dem gründe, wl iz were dA gcslalt, darin in woldc hftn gevall 22,4*0 der tüvil mit des tüdes schrik. Und dü er warf dAhin den blik, er segnte sich und saite lob dem gotis namen, der im ob mit schirme was gewesin, 22,465 sü daz er was genesin von dem swüren gevelle 22,370 roehtewftftn S. Tuchtwuflfn K. H 22,405 brmg a. Bio» fehlt K. H. 3» weUch D. «2 ••ynto K. H. und* 8. — 0»p. 284. genennlt too S. — W frm D. Wem j« H. D. SUtictD. 12 •wohin 8. 13 rainig D. 21 oon s. 4) D. i. Pf. Digitized by Google KRONIKE VON PRÜZINLANT. der rutschin in di helle. — Darnach ein undirz ini geschach. In einre demmerunge er sach 22,470 einen richter sitzin in ernst Hchin wilzin und in vreisem geleze 1 issc uf sime richtgesöze ; den iimmestunt dä volkis vil, ■22,475 daz alliz in dem seibin zil clagende gerichtis bat von manchirhande miseetat, di Heinrich der böse man vreislich hat an in began. 22,4*0 Der clage vil üf in da llf. Zu jungist in der richter anrif und wart in hertllch v ragin, waz er kegn den clagin antwortin wolde, der man oh 22,4» in dä treib sö vü, sd grob. Do vorstumt er und wart blas, want er ir allir schuldic was ; des wart ubir sin lebin urteil alda gegebin, 22,41» daz man in solde toten gar mit swindin nöten. Und dö daz urteil was irgan, dö sach er. jemirUchin an den richter sö vormezzin 22,4W und dl im bigesezzin wftrn nach gerichtis sittin, als ob er si wolde bittin und torste doch nicht sprechen. Dö wurdiu undirbrecben 22,54X1 di züsitzer sine nöt, dl sich im von rechte böt um sine werc sö ungewer, und bäten den richter, daz er in llze bi genist, 22,505 want er solde in kurzir vrist sin lebin andirs handiln und in bezzir wandiln. Dö vorbant dä Heinrich mit eidin dem ricbtöre sich, 22,610 daz er wolde sundir sparn iss * in den Dötschin ordin varn ; und dö er daz getet zuhant, daz gesiebte gar vorswant. Und dö er züzim seibin qu;im, 22,515 äne sümen er sieb nam "heim zu slnem wlbe mit bibendim übe, irschrocken, bleich und missevar, unde macht ir oflfmbär 22,520 alle daz gesichle, urteil und geriebte, und wes er sich vorbundin hatte zu den stundin und öt swaz im was geschön, 22,525 und daz si wolde der volge jön an des gelubdis dingin im zu vollinbringin, des bat er si vil innenclich. Nö was dl vrouwe minnencllcb, 22,530 jung, eddil unde schöne ; des hllt siz vor gehöne sich bitende der rede toub, und wolde im gebin kein urloub. Hirum er sich betrübete 22,535 und doch abir öbete vil oft* an ir dl selbe vlö, sö was 1 ir mut als ö kegn der bete gar vorhart. Hlvon er ouch zu jungist wart 22,540 ein teil in den gedanken an dem gelubde wanken, des er hatte sich vorpOicht, ob er iz leiste odir nicht. Und di wile der narre 22,545 sus in des zwlvils harre trug unvoreinel sinen mut, dö wold der tüvil* da* ungut an im mörn üf nuwen mein, 15«» und in troume im irschein 22,550 in einis kungis wise nach kunicUchem prlse mit vil rittirn ummegebin, und pflag im sulche rede gebin : >Heinrlch, du bist ein vrechir man ; 22,555 »di stat und di burc sallü hau« (im nennende dl vestin) »und salt dln herze beslin 3 »hin üf rittirliche gir 22,470 rlttir 8. 70 gcUa II. D. 06 Ttmtunt 8. voratSt Ö. Tentaiul D. 05 bygexien K. H. 22,500 taiiUin- dtn 8. 14 exu ym H. 24 wm fehlt K. U. 2i wold K. H. 20 fehlt H. 33 wold K. H. 35 do 8. Um : dO er? 30 Mlben D. 51 kungUehom 8. 52 rittrvn K. ummrgvbo 8. 53 g»bn 8. 56 aemeoda U. D. 4) D. i. Gebahrcn, äussere Haltung Pf. i) »Qui mille modos nocendi habet« bei Dusburg noch Virgil Aeneis VII, 838. 3 D. i. fest binden, starken Pf. 36* Digitized by Google 564 NICOLAÜS VON JEROSCHIN 22,570 22,575 22,5sri 154 b 22,590 'und dinen in der werlde mir, »sö wil ich dich riehen »und Id den minen glichen >an höen wirden wirdiclich.» Dö. begunde Heinrich in im seibin denken : »Ich soi mich biltlch lenken »in des höen herrin dinst, »des haut sö mildeclichin zinst »und sö rlchlich gebin tar.« Und dlwil er sich bewar in troume mit gedanken sus, dö irschein im Crislus mit vumf ofnen wunden rot und im sulche rede böt ; »Heinrich, sich mich ebin an ; »ich bin, der da gebin kan ! »Mir ist vil richir milde bl, »wen disera valschin kange sl!< Damit er an dl site greif berurnde der wundin gleif, di im ö Longinus stach, unde üblich züzira sprach : »Heinrich, di stat wil ich dir gebn, »ist, daz du mir dinest ebn, >dä vindis dü rlchtümes vi! »unde vroidin ane zil.« Damite er ouch irwachte unde kundic machte abir dem wlbe dt geschieht, sl bittende mit weindir pflicht, daz si sin leit betoubele, den ordin im irloubete. Swaz er gebat uf dl geschieht, si wold dt. von im scheidin nicht ; hivon si michil ungemach lidden beidintsam darnach, - want in allin nachten, si sllfin oddir wachten, sö hörten st mit alumme zu den wendin mit siegin unbehendin, darundir eine stimme sprach mit wortin grimme : »Wol üf, wol üf, Heinrich, 22,605 »mache zu gebete dich ; »wol üf, laz des slafls güf, »want dine brüdre, dt sint üf!< Daz klopfen und der stimmen döz böt irschreknisse so groz 22,610 mid sö dicke dem wlbe und unru irme übe, unz si zu jungist wart sö mat, daz alle wollust von ir trat und an ir wart sö toube, 22,615 daz si im vrle loube gab mit irre holde, daz er sich munchen solde. swA daz in trüge hin di lust. Ouch wolde st sundir abekust 22,620 in gotis dtnst sich wendin und kusch ir tebin endin, daz zwar di gotisvorebte an ir vil wol volworchte. Dö Heinrich orloub sus behllt ^»W5 alliz sehnen er vorvtlt IM c und kegn Pnizinlande vur, dä den Dutschin ordin swür und in intpfinc mit willekwr, und als er in der werlde vur 22,630 allen sinen genözen an erge was gestözen, sus man ouch in dem ordin, des er was brudir wordin, sach nü tugintlich stn lebn 22,635 obin al den andren swebn. Dirre brudir Heinrich in einin ziten wart sö steh, daz er gar ummechlic lac und in der crankheit, dt sin pflac, 22,640 was er eins intnockit ; dö quämen hergeruckit im benebbin zwene man : der eine g)nc zur zeswen stan, der was ein cristen begehart : 22,645 der andre hllt daz linke part, und der was ein judde. Di hubin ein gekudde ( von der geloubin wirdekeit der judden und der cristtnheit 22,650 dem stehen zu bekrudde. Dö gewan der judde unde sprach alsulche wort : 22,06S richtlich S. 77 grtchlcht U. D. 9*> hemmern 8. 23 vorworehte H. verworchte D. kordeB. 51-55 fehlen H. S. 79 rnreode K. H. D. 61 ctu ym lt. §3 eben H. &5 rrood« B. 99 eufUlich 8. temmern 8. 23,609 irichreknU S. 11 uuvro 8. 19 woU k. H. 26 rnd er kefn 8. 27 1. di er? SO alle eine K. 4» wirdlcbalt D. M b*- <) D. I. Disputation, Kampfgesprtch Pf. Digitized by Google KR0N1KE VON PRUZ1NLANT. •Heinrich, hastü nu gehört, >daz dich din geloube nicht 22,655 »geheiligte mag in keinre schicht? >Dps rät ich, daz du vurbaz me" »geloubis an der judden «?, »want di hcilit ewiclich.« Dö sprach züzim Heinrich : 22,f.«o >Ich geloub in einin got »vatir, des vil hö gebot geschaffen bat mit werde im 4 >den himel und di erde, >und in slnen sun einborn, 22,6« >dem zu mutre wart irkorn .Maria di magit dar.« Sus er den geloubin gar sprach redellch unz an den ort, und ö er des geloubin wort 22,670 volante zu den stundin, dö warn si vors wundin. Wi Karsouwcn daz lant wart gehert. [Dusb. III, 285.] Des wintirs in des jaris vrist, daz dä vor genennit ist, [1303 der meistir, brüdir Conrät Sac, M,675 sich mit grözir macht irwac kegn Karsouwin in daz lant, daz doch lutzil was bewanl, want üf des wegis virre di leitsagin irre 22,6»o daz her vürlin her und dar; davon irre kumpft gevvar wurdin di ungotouftin und sich besitcn slouflin an stete, da si sichir warn. 22,6*5 Sus man den meistir sach durchvarn daz lere lant mit starkir haut und schuf doch weninc wenue brant. Ummäzen vil er des dä treib und ubir nacht dariuue bleib, 22,690 und an der widirrise1 zugin si zu ise ubir daz kürischc hab, da sich michil wundir wab, want sö dünne was daz is, 22,895 daz iz boic in wägis wis, den ein ungewittir üftrlbit unde nittir : sus daz her daz is üfsteic und abir deune uidirseic Idoch in den stundin gotis wundir an in warb, daz ni mensche dä vortarb. Wi di Lubow wart gehert. [Dusb. m, 286.] In den seibin zlten 22,705 vumfzic Littouwiten in einre companie sich üf strüterie kegn der Lubouwe hubin ; und dö si des intsübin, 22,710 daz si dem lande n«meten, mit eime si vorspebeten erst des landis künde, der dä polensch künde. Und dö si daz irvundin, 22,715 daz nimant in den stundin weste dennoch dä von in, dö zugin ouch si vurbaz hin und in dem lande slände mortlich unde vände 22,720 dorßr vil vorhertin und dö dannen körtin. tif der seibin abezucht teilte sich dl selbe, trucht uf zwei pfat kegn lande wart, 22,725 der . eine rote troffin wart, di di von Cristburc quämen an und ir abslugeu vumfzen man und lösten in den vrislin vumfzic gevangne cristin 22,730 von kindin t unde vrouwin. Dl andern Littouwin quämen hin genesin, * swaz der was gewesin. Von einre ertbibunge in Pruzinlande. [Dusb. III, 287.] Des seibin jaris ouch geschuch, 15s5 8,8 "laU °"*enl5cl»u S'tCh, [1303 in allem Pruzinlande 22,655 j*heü* wol H. — C«p. 200. gehert w»rt H. — 33 eometnjr K. H. 34 Konigtperk n. 53 du S. 54 geringen 8. 00 du K. 63 unde 8. iwtrtten K. 68 ouch K. 00 Philip D. 70 de* 8. K. II. D. 73 ff. »o ohne CoMlnictioo die Mm. 77 1. TÜrnde. 7» warn K. H. 80 M fehlt 8. 81 weh K. 84 ge- icbreis 8. H. 8U kunge K. H. 22,002 kunig* D. 3 (i fehlt 8. 8 «eigen D. t) D. i. sinken, niederdeutsch. Digitized by Google 568 NICOLAIS VON JEROSCH1N sin herze irwegete dl ndt W,oio in zornes graumckeit sd scharf, daz er den schilt zunicke warf und greif daz swert zu beidir hant und dem morddre da zuhant einen slac sd harte gab, 22,01s daz im spranc daz houbit ab. Dl wer dl brtidre Iribbin, unz ir da vlre blibbin is6e irslagin von der vlcnde hant, dt selben zwdne von Bolant, 22,920 brüdir Bernhart von Hdenstcin und Jdhan, ein bnidir rein, darzu sechs irre knechte. Nii quam ouch mit gebrechte und mit gescheite also hart 22,925 widdir hin zunicke wart dl cristnerote vorgesant kegn der walestat gerant, daz ir wdchz und aneblik dem kunge schüf sd grdzcn schrik, 22,9» daz er und alle sine schar dl wApcn vorwurfin gar unde griffen an dl vlucht. Dd hlb ouch zu der briidre tnicht slande, so man mochte sdri, 22,935 der bestin hdrrin sibhinzen des rlchis zu Littouwin ; darzu sach man si houwin darniddir mortllch in dem zil der gemeinin dlte vil. Wi daz vurburg6 zu Garten gewunncn wart. [Dusb. in, sm.] 22,»40 Dd unsirs hdrrin jär vorvarn tüsint und zweibundirt wärn und daz sechste darnach gelac, [im* der meistir brudir Conrftt Sak vornam des ganze mdrc, 22,945 daz von Littouwin wdre und von Garlin dem gebite uzgereisit vi! der dite kegn Poldnerlande ; davon er üzsande 22,950 brudir Albrecht von dem Hain und mit im, als ich hörte sain, md brüdre im geundirt und Nattangin vlrhundirt, is« 4 daz sl soldin warten 22,955 kegn der burc zu Garten, ob sl der mochtin icht gevarn. dl wll dl wirte üzin warn. Und dd si quämen bi daz huis, dö irhüb sich ein gepruis 22,980 von ungewittere sd gröz, daz üf sl mit vläge döz i graudir und i grandtr *, sd daz si kuim einandir gesen mochtin odir hdrn ; 22,965 doch konde sl daz nicht instdrn. daz si mit sinne trägeten, sundir si voljageten in unsirs hdrren namen und bin der schuire quämen 22,970 dem vorburgo zu Gartin in, daz dennoch in der zit pflac sin grdz und wit alsam ein stat gar durcbbüwit und besät mit uncristinllchir dlt, 22,975 dl dd vil gar ir swert vorschrit unde velte niddir tot, swaz sich werlich in irbdt. Darnach si legten vuir an, unz di vorburc gar vorbran, 22,9*0 und alliz daz darinne was wart alsam ein asche blas. Von dannen si dd karten nemindc von Garton mit in roubis also vil, 22,985 als sl des mochtin in dem zil getragen unde getribin von habe, kindrin, wibin. — [Dusb. III, 293.] Dd diz her zu lande quam und brudir Ebbirhart vornam. 22,990 von Kungisberc der comentuir, waz in dort was ebbintuir 157 • an dem vorburge widdirvarn, er nara an sich sundir sparn hundirt brüdre zu den ziten, 22,995 darzu wol sechstüsent rlten 22,921 alt H. 27 wahtat D. 2* »fi ir H. 3» da »UU dar K. H. D. — Cap. 292. verbürge H. — 44 4u *■ 8» dem »ch»vrre D. 70 Turburge K. H. 73 and durchiat S. 78 »eilet« 8. 79 Turburf II. M ii i. 86 and K. M dl K. I 4) Nach Pfeiffer S. 4 67 Comparativ von gorant, = rascher, ungestümer. Digitized by KRONIKB VON PRUZINLANT. r>69 23,005 23,010 23,015 und ouch kegn Garten zofto 1 , want er nü Ucbtllch bofte nemin da das buis gewannen, sint dl vorburc was vorbrunnen, daz doch andirs wart gewant ; want der kunic hatte zuhant von Littouwin dar gesant volkis vil, dd im irkant wart 6, daz sl was vorbrant. Sus er dl burc gemannet vant vil wol mit vrechin heldin, dl sich zu wer ouch steldin wol menllch in den vristen ; want dA hinzu di cristen stürmende begondin gftn, di burcluite schrickis An würfen üf ir burgetor unde machten sich hin vor kegn den brüdren in strlt, der dd werte lange zit. Zulest der brüdre getwanc sl doch hin zunicke dranc, daz sl wichin in daz huis. Darnach kürzlich einin pruis herüz sl widdir namen mit den cristnen zusamen. Daz tribbin sl so dicke, daz sl inhant zu schricke den sturmindin uzlifin und kegin in mit kifen dä bilden manch gedene. Biwllen dise genc tribin hin zunicke ; bl wllen daz gelucke sich sd den uncristenen gab, daz sl di cristnen tribin ab. Daz wecbsil zwischin in sich wac von morgen unz üf mittentac, daz si mit slurmindir pflicht da geschaffin kondin nicht noch geschadin dem huise ; Idoch in dem gepruiso wurdin gnüc der heidin vom (ebene gescheidin 23,040 und ouch vil tütlichin wunt ; dakegn der brüdrc zu der stunt vorsent zweite wurdin ; 23,020 23,030 157 b ouch semeltche burdin intpflngin da, wol drizic man. 23,oi5 So wart brüdir Hartman von Elslirberc geschozzin durch des halsis drozzin2, daz er sint d&von irstarb; der andren keinre dö vorlarb. Ein wundir. [Dusb. in, 89*.] 23,050 In des seibin jaris zlt von Erogeln ein Littouwit von des Littowschun kungis hant gevangin saz in kerkirs bant, dem dd, vil hö sin sache trat. 23,o&5 Nü gab ein Rüze im sulchin rSl, der ouch dA saz ge van gen, daz er in den bangen gelobte wachses einen stein gote und der magit rein 23,o«o shire mütir Marien, want in ir helfe viien mochte wol von allir not. Zu dem gelubde sich irböl zuhant der heidenische man ; 23,o«5 und als er halte daz gel An und des opfirs sich vorbaut, 1S7 c dö sprungin von im alle bant und der kerker tet sich üf ; darüz sö nara er ouch den slüf 23,070 unde quam hin dan trlöst und von gote wol getröst, dem er ouch das opfir sit leiste sö hin kegn Ragnil. Von brüdir Heinriche von Ploizk dem lantmeislre. [Dusb. in, ass.j In dcsselbin jÄris wich 23,075 von Plotzk brüdir Heinrich, der ein Sachse was von art, in Prüzinlande meistir wart. Den sibinzdndin zalte man in und was zwei jAr daran 23,060 haidende daz rcistir, unz daz der hümeistir zu wesene quam in Prüzinlant ; dö wart er grözcomtür genant. 23,013 Turfcn K. 15d»K. 16 Znltttt K. Ciuletat U. 30 to fehlt 8. 38 genug 8. 30 von S. 55 rw II. 00 »iner 8. 71 und fehlt II. D. — Cap. 2»5. rinuUg K. Ploci H. - SO dar lUtt du S. *3 groicomentuir S. 4) Für zochte =s zog. i) S. v. a. Schlund, Kehle Pf. Digitized by Google 570 NICOLACS VON JEROSCHIN Von pilgetimm. [Dusb. m, tse.] Bi des meist irs zit vorwar, 23,0*5 dö Cristl unsirs hdrrfn jar tüsint und drihundirt gar undc sibbene vorgan [1307 wärn von stnrc burt her dan, dö sach man, daz grdvc Jöhan 23,ow von Spanheim quam in Prüzinlant und mit im nitre sus genant : von Winthubil her Adolt, Diterich und Arnoll und damit hör Rüdiger, 23,o»s di man nante von Einer, von Boumgart Arnoll und Jacob urfd manch oddil man darob, di alle von dem IUne quamen pilgerine 23,100 dö kegn Prüziidando und durch gotis ando 137 d woldin wägin sich mit craft kegn der leidin hcidinschaft. Der gestc wart der meistir vrö 23,105 unde treib zusamne dö ein her von starkir achte, damitte er dö dachte und mit den pilgerinen dl dit vreislichin piiicn, 24,110 daz doch nam den widdirswanc, want daz is dö was sö kranc, daz si nicht mochten ubirkumen. Sus wart di vart in undirnumcu*. Wif Karsowen wart gehert. [Dusb. m, «97.] In den ztten iz sö quam, 23,115 daz brudir Voltach di mör vornam, der comentur von Ragnltcn, wi daz dt Karsowiten mit here kegn der Memil wdrn und woldin dä di brudre hern. 23,120 Hivon er ouch benande brudir Ilildebrande von Röberg ein teil brudre sin und darzü wol achzic man von sinen undirsezzin, 23,125 mit den der holt vonnezzin sö bin kegn Karsouwin vur — Cap. 29«. pilgwimc 8. rUferioen K. — 23,084 In D. 23,109 da fraUleieh D. — Cap. 297. fehlt K. H. O. 12 da B. do H. 15 dy fehlt H. di mer fehlt D. 22 brudir 8. 33 TnrboTfe K. H. . K. n. — 34 lu« 8. 42 do 8. da 8. 45 53 61 vurb«™ K. H. 62 eoadur K. c und aldä mit herndir vitr brante unde roubete vil, vurnde dannen in dem zil 23,130 von kindin unde wlben wol bl sibinzic üben, und vorbranten in den grünt daz vorburge zu der stunt. Wi daz vorburge zu Puteniken wart ror- terbit. [Dusb. III, «98.] Nicht lanc nlch disen ziten 23,135 der comentur von Ragniten brudir Voltsch zusamne las [i3«s— 16» ft sin volc, daz undir im dö was, und mit in üf di Jure zu schiffe nam dl vure 23,uo und dannen heimelichin kegn Pulcnikin striebin, dä sl des morgins, dö der tac ufbrach und dennoch släfis pflac di burgdit allintsameu, 23,145 in daz vorburge quamen und irsliigen alliz daz, daz sich wer kegn in vormaz ; dl kint st vingin und di wib ; doch ir ein teil behilt den lib, 23,150 di von des geschcllis pruis intlifen üf daz rechte huis. [Dusb. III, 199.] In dem selben järc siddir, dö sl daz vorburge widdir hattin itzunt gebuwit 23,155 und vestir wol vornüwit, dö der ouwest was irg&n und dt herbistzit intstän und di dit geleide alliz ir getreide, 23,160 daz in gewachsen was daz jir, ip daz selbe vorburge gar, dö quam der comentur vorgescit mit den slnen andirweit zu Putentken rinnende 23,iw di vorburc dk gewinnende und abir gar vorbrinnende, swaz ouch da was innende ; 8. - Up» -Cap. I* tur 11. der dieses Geschlechtes (auch v. Bongard, lateinisch : de Pornerio), das im Jö- war, von 1273 und 1305 bei L. v. Ledebur, Archiv u. s. w. XV, i86 ; ein Fridf- 4) Andere Mitgl liebschen angescssei ricus de Pouierio 4 305 a. a. 0. XVII, 165. 4 89 in einer magdeburgischen Erkunde. 3) S. v. a. intereepta. Digitized by Google KRONIKE VON PRDZINLANT. 571 beide gebuide unde körn, daz vraz gar des vüris zom, 23,170 und waz da was Littouwin, di wurden gar zuhouwin ; . wib, kindir unde habe vürten st her abe. IM» W( zweneundachzic Littouwin wurdin geslagin. [Dusb. in, 300.) Ein sulch gewonllch silte 23,175 ist den Littouwin mitte, daz si ire vestin pflein, di kegn den cristin sint gelein, haldin mit sulchir warte ; ir kunic daz vil harte 23,1 so bevestent mit geböte, daz inhant ein rote mit irre wer darüfte IH üf eine vorbenante zlt, lichte üf einen mandin ; 23,1 w und wen si den volandin, so vert abe den dl schar und ein andre kumet dar, di vorbaz helt der hüte Schicht. Von sulchir wandelunge pilicht 23,1 M in den ziten iz geschach, daz man dort von Bisen sach zin vol vumfundachzio man. Und dö dl warn kumen dan bis zu Kaisem üf daz veit, 23,195 ir abevart was vorgcmelt den brüdren zu Ragnite gar. De*s hatten ir genuinen war von Libenzelle Fridderich, von Aldinburc brüdir Dltertch 33,200 in einre läge ludere und noch wol zwenzic brüdere, darzü sechzig irre man ; di sprengten si da menlich an und ouch slügin allintsamen, 23,205 daz ir nicht wen dri intqu&men, dl doch, e sl intglngin, da wunden gr6z intpflngin. 23,2ir> 1*8 e 23,215 23,220 2-1,225 23,230 Wf Puimikin wart zusiörl. (Dusb.in.aoi.] Damach, als ich hörte daz, ein man zu Putenikcn saz üf der burc gewaldic gnüc, der zu dem£ geloubin trüc gunst in tougem müde, und den hlz man Spude. Den seibin sach man hin inpiten brüdir Voltsche, zu Ragniten dem comenture, daz er quime mit den sinen unde nlme di burc zu Putenicken, di er im wolde schicken sundir zwlvel zu der bant. Und dö di botschaft wart irkant dem cometür, er wart ir vrö unde nam vil snelle dd di brüdre sin mit al der macht, di zu Ragnit im was geacht, unde quam vorholn hin vor. Dö offente Spude di tor unde half in in di burc. DA wart ein vientlich gewurc gehaldin in den stundin ; sl morttin unde bundin alliz, daz darinne was, daz des nicht vor in genas ; und nach der vreisen schüre vortilgtin si mit vüre dl vesten gar unz in den grünt ; sus lit si noch in dirte slunt. Darnach si mit in lüden mit slnim vatre Spüdcn, darzü sin gesinde gar, daz alliz durch der söhn nar sich üz ungeloubin sloufte und cristenlich dö toufte. [Dusb. IU, 302.] Nü wurden di Karsouwin 23,245 an dem urloige schouwin, daz si mit keinen witzen mochten dä besitzen im 4 noch den brudren widirslan ; des sach man sl dä wüste lan 23,250 zwü bürge, di sus namen bäten Scroneilen unde Bibberwaten, und irhübin sich hin dan. Di vestin von den brüdren san 2:1,23:» 23,210 23,171 turhouwln K. 73 aber 8. 77 eriftntn K. 79 krnf H. 88 rnrbti K. 23,211 den K. II. 12 tonfen 8. 14 ItnpiWn K. 27 »pute K. H. Salvö, kuni ginne, >mütir der barmhcrzekeit !< 23,305 dAbinnen ouch mit innekeit di leienbrudir alle solden mit venienvalle sprechin in vleudir vlle 1 den gruz : »Ave" Marie«, 23,3io zu lobe der vil süzen Marien, daz si büzen des leides in gerucht«, daz man uf si dö suchte, unde wolde in sin ein schirm 23,315 widir allen ungebirm. Wi Samelant undNallangen wart gehert. Pusb. III, 306.1 In unsirs hdrrin Cristi jArn dö der drizenhundirl warn und eilfe dAmit geacht, [1311 189 b dö wart an der vastelnacht [23. 23,320 von Littouwin kunic WiMn mit grözir menie gesen kegn Pruzinlande Lumen den cristnen zu unvrumen, wan er mit michlem prangen 23,325 Samen und Nattangen di zwei lant dö herte unde gar vorzcrto mit brande unde roube. Ouch er dö machte toube 23,330 manchis cristnenmanncs lib ; meide, kindir unde wlb ö! waz er der zusamne treib in nun tagin, di er bleib binnen den zwön gegenöten ! zi,S35 Ö wi gar mit bittirn nöten gemischit wart di vroide 23,281 M»u»te H. D. »5 über D. hü nate H. 94 bewaerte H. 23,305 ynneii D 14 «rold K. D. — Cip. 300. Twliert U. — 20 kung wichen U. 21 ftvUcben H. 24 32 e ttatt er 8. 33 er da D. 36 bittren K. H. 6 1 ei en bmdre K. H. D. 29 da E. H. <) D. i. Ordnung, Art und Weise. Digitized by Google KRONIKE VON PRUZ1NLANT. 573 tind der vastnacht gegoidp, daz mit ubirmAze an reigin, triokin, vrAze 23,340 dl vil armen crislen übtin in den vristen an witzen gar vorirret ! Vorwar got was gevirret von stncm volke durch den zorn, 23,345 den er üf si hat irkorn um iro missewende, dö er si in di hende gab der leidiu heidinschaft/ da sl in hertir eiginschafl 23,350 müstin blibin immir mA. Ach des jämirs und ü wi ! Ja wurdin da gesundirt der cristenin vumfhundirt getribcn so hin abe 23,35* an andirs roubis habe ; des vürten sl mit in sö vil, I59c daz ich des inweiz kein zil. 8us kunic Witön kegn lande wart zöch in vil grözir höchvart. Wi daz lant Pograudin wart gehert. [Dusb. III, 807.] 13,360 Zuhant dö sich gewande kunic Witön kegn lande, dö was gereit der brüdre her neminde nach in di kör üf den seibin wegin. 23,360 Des heris sach man pflegin brüdir Fridericii von VVildenberc, der comentür zu Kungisberc in den ziten was irkant. Und do di lieidin in ir lant 33,370 kuime waren kumen und sich zu rü genumen näch der müde hätcn und iren goten Uten opfir gröz mit lobe, 23,375 dl in gewesin obe waren mit geleite gelukllch an der reite1; und dö si sus begunnen gar in hden wunnon 23,3*0 lebin allir sorgin vri, dö was der gotis slag in bl mit mortllchira rauden2; want in daz lant Pograuden sprengtin dö dl cristen 23,3&5 und sliigen in den vristen dl dlt, als sl gcsezzin was, daz weofc tüchtiges genas ; iz muste gar vorterbin. So hezllch sach man werbin 23,300 di zornige cristinheit rechinde ir sweriz leit an in mit vreisir ande. i59d Ouch wart gewant mit brande daz gebuide gär in stoub ; 23,395 darzü si namen grözin roub an luiten, pferdcn, habe, daz sl gar her abe bräcbtin wol mit gote. Sus dö dl gegenöte 23,400 Pograudin wart vorterbit, vorwustet und interbit und an manheit alsö swach gelegit dö, daz sl darnach sich des bt langir stunde 23,405 nicht üfgerichten künde. Alsus di cristen ir unheil rächen an der dlt ein teil. Wi Garten daz gebit wart vorhert. [Dusb. III, 808.] In der sclbin wile, dö mit sulchir lle 23,410 diz her kegn Pograudin zow, dö sach man den von Bergow vumf brüdre an sich bangiu und vlrhundirt Nattangin, dl mit im sö hin karten 23,415 kegn dem gebitc Garten. Und dö si üf des wegis ruch quamen an daz Bibberbrüch — Bibber ist ein vllz genant — dö wurdin sl sö gar geblanl, 23,420 daz sl zwene tage 23,337 viunacht D. 57 ktn K. H. 58 kung withen K. kung wichen H. — Cap. 307. wart TOrterblt H. — 61 kung witben K. kauf wichen B. 66 fridderich« K. Mderiche H. 67 eomtar K. comlulr II. 70 kuym« 8. 73 taten D. 85 ande 8. 97 dy ty K. U. - C»p. 308. gehertK. i) Vgl. Livl. Reimchronik Vers 6085 ff. (Scr. Rer. Liv. I, «16) von den Littauern : (4 «61) »Die bei- den nAmen roubes vil — mir den ich üch sagen wil, — und gdben schönen teil — Iren goten, daz sie in heil — und helfe hatten brächt.« — 2) Pf. vermuthet, >raude< sei eine Kürzung von irAwede< = Rühheit. Digitized by Google NICOLAUS VON JER0SCH1N 574 irre der leitsage vürte üf der wilde breit ; daz golis vorbesichlikeit dö schuf an der geschieht« ; 23,425 want wörn si gerichte gezogin dem geblte zu, sö wdrin kumen si zu vru und hettin da nicht troffin, daruf sich wüg ir hoflin ; wo« want dennoch dl herluite, von den ich ö üch duite, di mit dem kunge warn gevarn, nicht zu hüse kumen warn . von der ummewege virre. 23,4;t5 ALsus half in dl irre, dö sl sint geritten vort, daz si dl reisinge dort da heim an irm gerüde1, 23,440 unde slugen in dem zil dl seibin und der andren vil. Darzü brachten si her abe luite vil unde gröze habe ; und an der widirwende 23,445 in quAmen in di hende ein teil berluite, di diriein waren blibin undirwein, der st zwöne slugen und dan ir habe trugen. Von dem tode brudir Sifridis von VöcA- tewangen des hömeistira. [Dusb.in, so».] 23,450 In des seibin j&res jage [isu an des merzin vumftem tage, [*. Min daz ist, dö man den mänden las mit zal dt drittin nönas, dd wart von des tödis pruis 23,455 zu Merginburc daz houbithuis stnes erstin wirtes an ; want der reine gotisman, brüdir Sifril von Vüchtewangcn, der hömeistir, wart gevangen 23,400 von Adames stricke, den er mit leidis schrickc allen menschen hat gestault, darin ouch dirre wart gevault, und wart mit grozin werdin 23,465 gemischit zu der erdin, i«o » davon er was bekumen ö, unde lit zu Celroenst5 in dein erberen tüme. Got habe dl sei mit rüme ! Wi di brüdre gesigetin an dem kunge von LiUouwin. [Duab. m, stt.) 23,470 Gelucke machit ublrmüt ; * ubirmüt Ist ein ungut, daz ubirhoubit vichtet und alle dinc vornichtet. Swen ubirmüt öfsteigit, 23,475 vil niddir er den neigit ; daz wol ist zu spene an kunge WiteYie, dem hömütigen heidin, als ich üch sol bescheidin. 23,480 Gelucke was im ö gesehen, als ir hörtet mich vor jön ; daz steigete stnen müt sö hö, daz in dächte, wt stn drö ob allen rlchin swebbete, 23,4K5 als man wol intsebbetc an tumpheit slnre worte. Hömüt in joch bekort e, daz er hllt zu spote sinen schepfer gote, 23,4M als ir hernach gehören sult, und durch dl lestirltche schult got in billtch schentte und al stn öre swenlle, daz in sulchir wls geschach. 23,405 Dö er hat, als ich ö sprach, geherit in Prüzinlande schadin unde schände * alzu gröz da öbinde und manch herze betrubinde 23,500 und im des nicht wart widdirstan, dö wolde er abir vurbaz hau 160« daz lant beswert, als iz ouch quam. Ylrtüsint man er an sich nam, dl er weste beide 23,505 an manheit üzirwelde, kunstig unde starc in strlt, 23,424 fehlt H. 34 umwegf« K. umw.jc U. 37 reiiingC K. reUinpa B. — C»p. 309. brudr K. Vufcvt- gea H. — 52feoS. 58 raehtwien U. «2 «gL »u 23,402 f. 24,700 f. 25,082 f. gctUU H. 63 frr.1» B. 69 mIc B. — C*j>. 310. koaif« B. — 74 l«r«a K. 76 Trifit K. B. 77 kung B. 82 neigte K. W f hert K. 23,501 w»W K. B. 2 if fehlt B. 0 kmftig B. 4) D. i. Ort der Ruhe. i) Vers i«.«7«-t3,87t bei Pfeiffer Nro 43, S. 89 ff. Digitized by Google KRONIKE VON PRÜZINLANT. 575 und zöch kegn Prüzin in der zit sprenginde durch vreisin rüm zu Warmen in daz bischt um 23,510 vrü an dem palmübende (tau. 3. April unde durcbrante tobende in vientllchir neise und in mortlichir vreise mit den sinen her und dar 23,5i& vorterbinde mit craft sö gar unz an den Brunsberg al daz lant, daz man nichtisnicht invant üzwendic den steten und bürgen, si inheten 23,520 iz gevangin odr irslain, vorbranl, mit roube hin getrain in atzu grözir vreise. Ouch üf der seibin reise wart di gotisöre 23,5K und sin dlnst vil söre gecrenkit von den hundin ; want waz st kircbin vuudin, di sach man sl vorbrinnen in tobellchin sinnen. 23,530 Dt altir st intdaktin, di pallen abezwaktin, ornat und di heiligen vaz und 6t blözlich alliz, daz gote was gewlet 23,535 und in sin dlnst gevliet, dl dit böslich zuspente, darzü di sacramente, der llcham gots gebenedit, von der dlt vormaledit i'eo^d war* jöniirlich durcli iren nil behant, besulwit, angespit. Sumeilche in vräzen, etsllche durch ir grazen 1 in wurfin mit un werde 23,545 nidir üf di erde, in traten und zuribin. Der jämirkeit si tribin sö vil, so vil und alsö vil, vü md, wen ich nü sprcchin wil. 23,550 Darzü si sprachin glimphnde unde hönllch schimpfinde : »Nü müzin sin di cristen »vorloro in allen v röten, >want ir tröst ist gar volent ! 23,555 >Iren got han wir vorswent ; >der was alsö vormezzin, >daz er sich uns liz vrezzin >und Iretin mit den vüzin. >Ntmant mac in gebüzin 23,500 »kummirs, sint in dirre vrist •ir got von uns vorlilgit ist.c Und dö si wol drl tage dise engistllche plage geübeten in dem lande, 23,505 der kunic sich dannen wände üf den wec kegn hüsc wart in ummezlichir höchvart vürnde mit im hin abe sö ubirswenke habe, 23,570 daz des nimant volachtin kan, und darubir, ane man, di er in dem lande irmort hatte beide hi und dort in vreisllcbem prangen, 23,575 sö halle er gevangen juncvrouwin, kindir, wibe . wol drizenhundirt Übe, 161 • dt man in den stundin treib dä hin gebundin. 23,5$o 6 waz da jamirs sich irbrach, dö daz kint dl mülir sach in sö harten bandin ! 6 wi leitllch andin der mütir lac zu herzin, 23,585 dö si den seibin smerzin sach an irme kinde ! ö der not sö swinde, dö di mütir müste sön dl tochtir lesürlichin smen, 23,500 dl tochtir ouch di mütir ! Ö starkir got, vil gütir, richä, Hbir berre, rieh di dinen armen und ouch dich! Nü zugin di Lillouwin vorl 23,595 des wegis? unz sl quämin dort zu Barten in di wilde, dä sich üf eime gevildc, daz prüschiu Woplaukin hiz, 23,509 warmes K. werinen U. 14 and« 8. 17 enrant 8. 20 odir K. oddir H. 32 heilgen H. 36 i ipcatUU. 3Sjoü»!I. 42 »umcllch K. II . 43 rtrUlche H. 03 dlt K. H. 04 jerbete 8. 65 kang K. H 00 kto K. II. 70 nyman K. 71 nymin II. 77 vlrwnhundirt K. viretra hundirt II. 93 n«oh Pf. rieh dl din*n i a. o. d. 9. rieh din wroen K. rieh den armen H. 97 cün K. eyn II. 9H preui*I»ch O. — NB. nicht Wap- , wie o. S. 176 ai««ceben Ut. 4) Uebermuth Pf. Digitized by Google 576 NICOLAÜS VON JEROSCHfN di dlt durch rde niddirllz. 23,600 DA glnc der kunic sAldin toub besende hl und dA den roub ; zulctst wart er ouch schouwin juncvrouwin unde vrouwin, der vil vor im dd stundin 23,«oi jAmirllch gebundiu. Zu den sprach der ungute in grözim ubirmüte durch slncn uppecllchin spot : »Sagit, wA ist üwir gol, 23,6io >dem ir tragit holde, »der lieh nü helfln soldc? »Warumine hilfit er uch nicht? »Mich dunkit zwAr, iz st ein wicht »um üwern helfetdsen Crist.« 23,015 DAmitte nam er in der vrist ist b eine buchse, dl im brAcht was dahin also geacht, daz darinne were der llcham gewere 23,620 Cristl unsirs llbin Mm, unde schütte mit unern daz sacrament sd süze nidir vor dl vüze und iz trettinde zureib. 23,624 Dftmil er dise redde treib : >Set, tummen, wt Ich trete, >den ir mit gebete >zu eime gote rufit an ! •Noch er uch, noch im seibin kan 23,630 »gcleisten keinerbande trdst »noch von ndten tön irldst. dz ist gar ein Itel wan, idAmit ir cristen ummegAn. »Unsir gote hAn gewalt ; 23,635 >dl machin iz also gestalt, >daz wir lieh darzü ncigin, »daz ir unsir eigin >müzit wesin in arbeit. »Des sol billich wirdikeit 23,640 »und ere stn irboten »den unsern grdzen gotbn >in ewiclichen vristin !« Und dö dl armen cristin des jAmirs da intsibbetin, 23,645 von gniwen sl irhibbetin, dA sl sd engistllch vorsmen dA mustin iren schepfer sen dA vor in von dem heidin. VorwAr in grözin leidin 23,650 und in jamirberndir nöt ir herze bitttrllch dö söt und doch dfikegn nicht enkrigen1. sundir süfzinde geswigen. 101c Dd dl nacht ende genam, ■ 23,655 des morgins brüdir Heinrich quam von Plotzk, der gröze coraentuir, und mit im manich helt vil tuir. Waz sullen siuidren di genenl ? Iz was der erbere convent, 23,660 der brudre samenunge, hö, nidir, aide, junge. der man dA nantc mit der zal vil n&ch achzig ubiral, darzü manch ellinlhaftir degen 23,665 zu strite tüchtig und irwegen. Dl alle hattüi sich voreint kegn dem kunige vormeint, daz sl mit vrechin handin an im woldin andin 23,070 daz lastir und dt jAmirkeit, di gote und der cristinheil von im und von sinen rotin sd heziieh was irbotin. Und dd st nAhin begundin, 23,67% di beidin sl dA vundin impor üf einem berge di lenge und dl twerge mit hegenen vorzingilt. Dd wart ouch nicht gehingilt 2 : 23,680 dt cristenen sich scharten und kegn den vlenden karten. Und mit dem ersten sprengen an vorlurn dl cristnen vtrzic man, dl tdt der kunic dd stracte ; 23,«S5 doch si daz nicht irschracte, man inse si strewin vor sich sam dl lewin ; und des heris grdste part 23,W)S uplichin ö. 14 uwreo K. 26 seht 8. 99 werdekeit K. 41 untren K* II. 47 «chepper K. mirbernde S. 52 doch nicht da kegftn krign K. und doch nicht d» kefen kriren H. 54 nun D. 56 komtUijr II. 57 manch K. H. 3« «ollen K. den genent K. H. 53 erberet 8. erbere eonrent 59 (niederdeuUch). 64 degn K. M. 65 inregn 8. K. H. 67 kau dem K. H. kuof« S. H. 74 »Mkn H. dort K. U. »0 erUtnen K. H. hl ken K. H. 84 kunf K. H. Ob intüt 8. »8 her* 8. Mii- 8. 4) »Krlgen« s. v. a. anstreben. 3) Gehinkt, d. i. gezaudert; vgl. Pfeiffer Glossar S. 4 74. Digitized by Google KRONIKB XON PRIZ1NLANT. 577 mit dem vanon zu berge wart, dl vorbrunnen ligen 23,g<» dranc vor zu kegn den heidin, 23,735 geswigen dl ouch in swmdin vreidin 16?* des lobis dön. i6i d wurfin kuilen unde sper Rechchit um des himels lön kegn den cnstneii abc her des jämirs stric : rechte als ob iz snile. des lastirs blic 23,695 So drang in uf di sile 23,7« au den reinen vrouwen, brudir Gunther von Arnstein junevrouwen, mit des heris roten ein st üch' ein schrie kegn den rüzschin schutzin, zu der räche widdirbiel dl kegn in benutzin ü ir werdin nttir, 23,700 ouch in den ziten pflögin _ 1 4 4 t>4 4 • 23,745 lat bittir vil vlentlich ir bogin üch sin dl not, und ire scharfen pfile. di sich von den leiden, Idoch in kurzir wlle den beiden, brudir Gunther sl durchdrang den uwern bot ! 23,705 davon ouch sl den widirswanc - t k AI • . 23,7*0 Owe der nöl, namen hin zunicke. • \* 4 4 4 sl Ilgen tdt, Dd volgete mit drucke besulwit in ir blute rot ! brudir Gunther unz hinan. DAwiddir slat Däbinnen ouch der brüdre van mit vrechir tat, 23,710 dort in unsirs hörren nam 23,755 und ir dikeine schöne hat ! •Vil 1 n an .12 A! «fear« «v i n m zu in in ui neigne quam. ich meine dl Litlouwtn. Daz gab den heidin sulchin schrie, Stechin unde houwin daz als in eins ougen blic •**.«_ ■ * 1 m_*A ist uch an in irloubit, wart ein gebrach der luite pur , unz ir sl gar vortoubit. 23,715 damit ouch nam di dit den snur2 23,780 Nu volgit uacb mit schallen, gar zustrouwit an dl vlucht daz spd ist uch gevallen : recht als eine starentrucht, * »4 ■ ■ 1 * "4 • jagit, helde, jagit! 4 % a * I *4 * 4 . so man sl vorschoichit tut. dl heidin sin vorzagit. Nu jagit nach, ö helde gut ! afaV *1 1 4 • 1 * , 1 * __. " .4.1 Do vol^etin ,den viendin nuch 23,'2o LAt üch nicht intwerdin 4 4 4tt • * 4 1 fett 2.1,765 di brudre mit ile gach, di bösen, dl miwcrdin ! »» • 1 4 1« * L * 1 di man nicht andirs ubin sach Andit gemein wenne how, stich mide slach. des lastirs mein*, **, 4 •!_ 1 • 114 AI Daz tribbin sl also gev&ch, 1 A 1_ * * 1 4 den e bot uwirm gote unz dA vor in manic vach 23,725 di rote * 23,770 der heidin lagen libis swach, sö gar unrein. den der brudre swert zubrach dl jAmtrvIut, ^ daz houbit oddir si durchstach, daz reine blüt des ouch vil mange röte bach der üwern vil armen ; dA stunt in vreisir vlüle 23,730 irbarmen 23,775 üf des gevildes grute lAt üwern mül von ungetouXtim blute, dl kirchin vron, daz dä mit vrechchim mute ir zirheit schön, göz der brudre hüte 23,690 ken K. II. 03 ken K. II. 9H keggen K. krgtn II. W kejfen yui K. kegrn ym H. 23,702 und vil •eh. pf. H. 21 boMra und u. II. 24 uwrem K. fehlt H. 2» uireren K. U. 31 uwren K. uw«rcn H. 43 wlddlrbliek U. 40 uwren H. 69 vor K. H. 73 manche K. U. 7» uogetouftin ». i) Wohl as por, d. i. empor, auf; also : es erhob sich ein Gerttusch. S) Das Schnurren, s. Pfeiffer Glossar. S. 3) In K. Bl. 189. sind die hier beginnenden strophischen Gebäude durch rothe Striche vor dem Übrigen Texte kenntlich gemacht Script, r. P. l. 37 Digitized by Google 578 NICOLAUS VON JeROSCHIN an der vejgin löte, slug in grimmer glöte mit slnes zornes röte und sl des lebbins löte 1 mit rechtir räche plage. 23,785 Daz slachtin und dl jage di cristnen tribben da mH macht den tag aluz und ouch d1 nacht, e st mit tödis valle di Litlouwin aile 23,7»o vortügtin und vorlerbetvn. Ouch «ich ir gelbin sterbeUn vortummet in den nöten vil, di sich vortrenetin in dem ail ; etslicbe sich irbmgin 23,79s und öt gar vorgingin. Idoch sö quam von dannen der kuuic mit drin mannen. Warumme got den lasiirbalc ouch mit tdde nicht bewalc 23,800 sam dl andrjn in der .schiebt, daz weiz er wol, ich weia sin nicht. Und dö zu der walrtat nach der s&ldinberndm tat di brüd re uiddir quäinen 23,805 und ir volc zusatnen, sich irhub ein vroide abö gröz, daz von vroidin obirvloa alda vil manig ouge oflinbÄr ujid touge, 23,8io und saiten in der stunde mit gemeinem munde danc unde lob dem güten gote, der nach stnre tröw geböte in irem betrübnisse 23,815 st tröste sö gewisse und si kegn der heidin craft sö zeicbinltch tet siggehaft. i6a e Dö quam ouch di betrübte schar geloutin kegn den brüdrin dar, 23,820 ich meine di gevangnen wrb, den nu genödiclich der Hb von bandin was intbundin, und vilin in den stundin in weinende zu vüze 23,825 mit alsulchim gruze, 23,783 fehlt Pf. »I leibe H. 23,803 taldlnborndtr 8. 10 ken K. H. 26 ken K. H". 27 willekum K. H. ti 8. 5t d> da H. 5» ward, corr. aut ma K. 0« ■taU d«M«n unpat*«nd V. 23,848: di (dy) brodre «prachln: 4) O. i. beraubte; vgl. V iä,393. den man sl hörte kegn in keYn r »Sit willekumen. vil llbin hern. .sit willekumen gote «und al des hiTnets rotö ? 23,830 >Slt ouch uns armen willekamen, >want üw ir kumft hflt tms genuinen .uz jÄmirberndir bittere! »Ö eddeln gotis riftere, >got müz öch immer werdfn 23,835 >in himel unde üf erdin. >want uwir ellenthafte hant »zubrochin hat dt leiden baut, «damit wir armen warn gchail »zu £wigir eigmschait V 23,840 »Wir waren je'mirllch vorlorn : »nu stn wir andirweit geborn •und von töde gar iriöst. >Daz hat gemachit öwir tröst. >[)es muze got öch gebin 23,845 »hl ein s«*iic lebin »und dort in hrmelriche vrön »der ewigen vroidtn Wn !< DI brudre sprachin »Ämen !« Nö was der wtb intsamen 23,850 mit den gevangnen cristen, dl mau in den vristen zaite da gesundirt, tusint und rlrlhundirt. dl dö machte lös der strtt. 23,855 Iz was ein wunnenbernde zlt lea « unde ein sdlicllchir tae, dä al des landis heil anlac dä zu Pruzin sundir wän, an dem di slachte wart getan ; 23,860 want wö vorlurn wör der «Sc, sö nniste gar in jamirs schrie der cristenegeloube sin gelegin toube in allem Pnizinlande, 23,865 daz doch dö got irwande gen^ddeclichin in der zlt, als ir dfi vor bescheidin sh. Des si lob unde drb gesagit immir n.ere 23,870 sime suzin namen ! Nu sprechit : Ämen ! - Damach sach man sl buiten. 4 brudlr 8. « bub K. H. 13 »jmer H. 16 kea K. B. 31 kumpf K. kanft H. 33 edelen H. 35 und K. 41 ■» wa K. da H. 62 critfji« Ii. 71 K. und II. Aman. In K. «rrt am ! Digitized by Google KRONIKK VON PRÜZINLANT. 579 als ich hörte dunen, achlundzwenzic huudirt pferl, 23,875 di inimannet hat ir swert, ane di man sach vorgen mit sam den heidin in den sen und äne roubis habe, der ich kein ende habe. 23,sso Dirre lobellche strit geschach in des Aprilleu zit, dö man pflac lesin sus des mAndin achte idus ; [e. Apni daz was di mittewoche 23,&&s in der martirwochc in unsirs hemn jaxen, dö der irvullit wären lüsint und drihundirt und eilte drüf gesundirt. [isti 23,suo Zu öwigir huggenumfl der sölicllchin siggenurofl und zu höhis lobis örn Crist6 unsim Üben hern 163» di brudre mit miklir tat 23,S95 dort zu Thortin in der stat ein vrouwinclöstir stifttin und daz rlchlich begifttin. WSf Pograuden wart geherl. ;Dusb. in, sh.] Darnach in des swuirs vart [1311 von Mansvelt b rüder Gebbeharl, 23,»oo zu Brandinburc der comenluir, ein degin menlich undo tuir in urloig und in striteu, - vumfzönhundirt riten mit vil brudrin an sich nam 23,905 und sö hin zu Pograudin quam hernde in dem lande mit roube und mit brande, slande unde vände vil volkis in dem seibin zil. 23,010 Und du si danneu soldin lern, von Samaiten dl bestin luirn besamen t hatten al ir macht, dl in mochte sin geachl, want si vor wol vornumcn 23,915 hatten di brudre kumen, und zuggin in hezlichin nach. Und dö der comentuir gesacb; daz ir sin üf strit sich wüc, er nicht vorzaite, sundir slüc 23,920 zuhant danidir al den roub machinde des lebbins toub beide luite unde vi, swaz des geroubit hatlin si, unde wislen sich alsö, 23,925 ob sl slritis wenn vrö. Nii woldin ouch dl argen Magie mit Sudargen und darzu dl andre dit gestrittin hän, Idoch entrlt 23,930 in Mansie daz mit trüwin. i«3b Er jach : »Wir aulün «chüwin, >daz ans kht di brudre >rait einre läge lüdre >hl schedelich beläzen. 23,935 »Sl warn vor unz grazen1, »daz ich mich des wol vorste\ »hl müze wesin volkis mö »wen sioh uns bezeigit ; »darum her abe neigit 23,940 »und lat daz strlten nü bestan !< Alsus di brudre quimen dan sundir alle plage. Darnach taten vrage dl Littouwin der möre, 23,945 wer gewesin were des seibin heris houbitman. Dö wart in gesagit 8Än, iz wör ein vrechir jungir holt genennet Gebhart von Mansvelt, 23,950 von Brandinburc der comonlair. Do sprach ir ein: »Vil ungestuir* »ist gewesin er diz zil. »Doch sagit im, ist, daz er wil »sö swach uns herin dicke 23,955 »und sö zu aneblicke, »als iz nü tagis was gestalt, »sö mag .er nicht wol werdin alt.« Von eime vorretnisse. [Dusb. in, st« ) •Binnen dirre selbin zit gcvangin was ein Littouwit, 23,960 den man zur Balge hill und der was gewesin kemerer des kungis von Liltouwirlanl. Dirre selbe sich vorbaut den brudren bi des houblis pfanl, 23,879 k«n K. cinde S. . 81 AbrulUn D. »5 lorun K. H. 23,913 moehün 8. 49 |*b«hftrt H. 54 hern K. II. 60gnt*oltK. 57 aalt K. 4) D. i. prahlen. i) D. i. ungcstUm, kühn. 37* Digitized by Google 580 NICOLAUS VON JEROSCHIN 23,965 daz er in wolde zu der lianl di burc zu Garlin schicken, ob st in üz den stricken i63e der gevengde lizen; damit man in intslizen 23,970 hörte redde sö gewer, wl daz wotde vügen er in nennende di zil däbl, daz in dl brüdre lizen vri heim kegn lande scheidin, 23,975 da ouch der selbe heidin dem kunge machte offiub&x di vorgenante rede gar, swes er vorbundin hatte sich. Nu maclile brüdir Heinrich 2:i,»so von Ploczk sich üz mit brüdrin vil üf daz vorbescheidene zil von dem kemerere ; darzü nam ere 1 der sinen wol vumflüsint mau. 23,»si Und dö er nAhin dort began der burc zu Gartin vorgenant, einen wartman er d& vant des kungis, einen alden, und üf daz der behalden 23,»90 mochte dö sin lebbin, so saite er in ebbin, swes sl mit vräge in batin, und sprach : >Ir sit vorratin, >ob üch di reise vurbaz treit, 23,995 >wanl der kunic Iii gereit >bt Gartin in vil grözir macht mnd hat iz sö geacht, >wen ir halb üf andir sit >der Hemelen hin kumen sit, 24,ooo >daz er w il sprengen an daz teil ; »und gevellit im daz heil, >daz er dä geslet daz vach*, »sö wil er zin den andren nach. >Di red ist ganz und äne slilz.« 24,005 jach er ; und dö di brüdre dilz iesd gehörten, sl dirquamen und Sailen allintsamen danc unsem herrin unde lob, daz er sl vor der nöt sö grob 24,010 bewarte sö genödecllch, und wanten heim kegn lande sich. Wi Sakenike» wart geherl. (Dusb. m, m Nach dirre widdirkumft zuhant brüdir Heinrich vorgenant nam ein ubirswenkc her ; 24,oJ5 darinne warn mit irre wer brüdre gesundirt vumfzig unde hundirl, darzü riten alsö vil, daz ich ir nicht habe zil, 24,020 unde zweilüsint gande, und mit der menie wände sich kegn Littouwin in ein lanl. daz Salsenikcn was genant. dA vor iü brüdirschilt inquam. 24,025 Und dö daz her sich üzgenam und begonde Gartin nan. sl quamen vir wartluite an, der si dri da slügen, den vlrden si gewügen 24,030 zu lazen bl dem leJbbene. ob er mit wärheit ebbene in sagete, waz mere zu Littouwin wdre. Dö jach er üf den intheiz : 24,035 »Von üch man da nicht enweiz ; »vorwar ich üch daz künde ; »des hat ein sulch Urkunde : »iz kumen t hüte sö her dan »des kunigis wol vumfzic man 24,040 »zu machin einen hagen, »darzü der kunic wil jagen.« Dl quamen ouch, als er gewüc, 164« und darnach, dA man di geslüc, dö satzte sich zu schiffe san 24,045 daz her ubir der Mcmeln stran üf der Littouw in site. DA wurdin in der zite wol zwelf brüdre geIÄn und dt zweilüsint gende man, 24,050 daz si dl schif bewartin ; di andrin vorbaz kartin kegn dem lande vorbejen unde quamen umbcse'n und An alliz schiken 24,055 bin zu Salseniken an sente Processin tage [Um 23,96« jeTende S. 70 kun^ne 8. »5 rwjii II. 24,004 rede H. llw»nUÖ. 16 bindere H. 2t bmim S. menlff 1). 29 bewufen 8. 3» kvngh H. 41 kfnf H. 45 meinlro K. H. 4S bindere H. 62 Yortmrhr» S 53 vmbctvhen 8. * 4) Wie z. B. *3,87t ein nur fünfsilbiger Vers; s o. S. 2*7. J) D. i. Abtheilung Pf. Digitized by Google KRONIKE VON PRUZ1NLANT. 581 ■ i und darin mit swindir vlage ungcwarnit sprcngetin, vorhertin und vorsengelin 24,060 alliz, daz darinnc.was. Ouch wurdin dä dri veslin blas, di si zu aschin brantin, und des lebbins blaut iu alliz, daz si quänicn an, , 2-1,«» jung und all, wib und mau ; so vies wart so vil irslagen, daz al di velt bestrouwit lagen ; und ubbir nacht dä blibbin. Des andrin tages tribbin 24,070 si mit in her abc grözis roubis habe und darzü gcsundirt mensche wol sihbinhundirl äne di si slügcn tut ; 24,075 der zal weiz allcine got. Von brüdir Karle dem homeistir. [Oush. HI, 314 ] In unsirs herrin jären, dö der tüsint w Aren vorgangen und drihiiudirt und /.weife drüf gcsundirt, [i3t2 24,owi (j0 war| ni\\ grözir zire brüdir Karl von Tnre der drizöndc hömeistir unde hilt daz rcislir des ordins vil na driztUt j;\r. 24,0*5 Den seibin meistir lut vorwar sint zu ho\e pabisl Jöhan, daz er sold vor im geslan ; daz ouch geschach ; er quam aldar und grözir sachin vil intwar, 24,090 di siuen ordin vächtin an ; wanl der gotis reine man gröze wishcit häte ; darzü er wol geräte walsche Sprache künde 24,095 und mit sins sclbis munde er sine sachin sundir väln 1 vor päbiste und cardinäln pflac tödingin in der stunt und konde mit gclenkis bunt 24,100 sd wol sin rede machin, daz sine widdirsachin in joch gerne hörten unde swiggen sinen worten. Ein jär er in dem hove bleib ; 24,105 darnach in süchc danneu treib, di sint sö lang ouch an im warb, unz er davon zu jungist starb zu Trlr in slnis ordins huis. Dä ist ouch sines grabis cluis. Wi Cristmemil daz htte wart gcbüwit. IDusb. III, 84 5 ] 24,110 Der selbe hömeistir brüdir Karl nam an sich grözir menicn pari zu Prüzin in dem lande, dö man Crislö nande vorgangin drizenhundirt jär 24,115 und darzü drlzene gar, i6i c und vür alsö hin obe gote büwende zu lobe und üf nutz der cristiuheit rn,L L8— 22. April eine burc, di wart geleit 21,120 obwendic Ragnilen sechs mile kegn den diten üf der vlüt der Memil, . und nante si Cristmemil. Zu der büwungc in dem zil 24,12» was schiffe kumcn alsö vil, daz man zusamne nikte si und darüffe brukte der breiten Memiln vlüt al ubir unz üf dor Litlouwin übir. 24,130 Der brücken grözir wundir nam di Litlouwin allenlsam, wen al der werke und der list, dl si hattin vor der vrist von den cristen gesen, 24,135 als man si dö hörte jen. Dö di burc was vollenkumen, dö wart heilictym genumen und getragin schöne in pröcessiöne 24,ho in der burc Capelle, dä ouch tn süzir helle sanc der reinen pfafDn rote 24,062 «y fehlt«. B5 iu inng ni alt K. exa iung eiu alt U. 83 and 8. K. 87 wlde n. D. 90 v»chln 8. 04 weUche D. W mildern S. 97 und Tor kurdinaln K. rn vor k&rdenaln H. 9$ teidhujin K. 21,110 »elb K. II meinen 8. t9 w»rg 8. 20 owendig H. 21 der 8. 21 barng K. Cxu der bürg H. D. dem« II. 2$ Memlcn H. 28 rbr K. 29 »br K. 34 crUteucn K. crittnen H. 35 horte do 8. do §y horte U. 36 volkumen H. 4) Für »velen«. Digitized by Google 582 NICOLAÜS VON JEROSCHIN ein lobellcho messe gote. IJf der seibin hinreise J4,i« von ungewittirs. vreise vorturbin vil der schiffe, di mit ummeswiffe woldin varn durch di sö zu der bürg, als ich sprach e\ 24,150 geladin mit gerate, dämit man willen hele zu splsen daz selbe huis. In der seibin vläge pruis im d vorgingen in den schiffen sÄn 24,155 vir brüdir und vtrhundirt man. — {Dusb. III, 8« 5 1 Ein Bcier in der seibin zlt was üf dem hüso zu RagnU vor einen schutzin dä geacht ; der legte sich in einre nacht 24,i«o und begonde slafln. Dä quam der tüvil trafin 1 und beiz in in di zd sö sfJre, daz er luile sehr«? : >Sö waz ist daz, daz mich sö clam?« — 24,i«5 Er sprach : »Ich binz, der tüvil sam, »der mich des gevlizzin >hab und dich gcbizzin.« — >Und waz meines dü damit?« — Der tüvil sprach : »Daz ist dtn sit, 24,170 »swcn dü dich legis släfin, >daz dü des crüzis wäfln »zu kurz 1 pfligis streckin »und dich nicht gar bedcckin. »Des vant ich dich geckin 24,175 >öt di zehe blcckin. >H6t ich dich zumälc vundin »blöz, ich bette dich gar vorslundin.« Der Deier des vil scr irschrac und tct sinl beide nacht und tac 24,1*0 vor sich vil lange crüze kegn des tüvils gfehüze*. Wi Bisen di burc wart gesturmit. [Dusb. Hl, 81«.] In des sclbin sumirs swich von Ploczk brüdir Heinrich, marschalc in Prüzinlande, 24,185 sich hin kegn Bisen wände vor dl burc mit grözir macht unde si vicntllch anvacht mit hantwerc gesturme. !doch mit dem gehurme* 24,1 üo schüf er nicht in der slunt, wen daz dä vaste luile wunt wurdin von beidin partcn. Alsus sl dannen karten. Von eime hersckiffe. [Dusb. m, so.; In des seibin järis kör 24, las Hz büwcn brüdir Wernher der comenluir zu Ragnile ein herschif kegn der dite und Hz daz ummczinnen. Darzü sach man gcwiunen 24,200 in gemeiner schiffe genüc und darinne sich irwüc üfwart kegn Junigedin in alsulchin vt*din, daz er woldc di vestin an 24,205 gevochtin mit den sinen hau. Und als si quämen bi daz huis, dö hüb sich eines windis suis mit einre vläge also scharf, dl daz schif mit creflin warf 21,210 üz der tuife an den strant. Dö quam gcloufin ouch zuhaut di burcdit zü mit irre wer und in vientlichir k£r daz schif begondin vechtin an, 24,215 darüz in ouch wart widdirslAn von brüdcrn und von wepcnfirn sö menTlch, (H darinne wörn, daz der Littouwin in der slunt genüc tot gelac und lötltch wunt 2i,22o und dt brüdrc von der grünt sich intbrächin in der. stunt. Wi daz herschif wart vorterbit. [Dusb. III, 948.] Dö von Littouwinlande von dem herschif irkande der kunic diso mere, 24,147 Ywmswiffo 8. 5» legtte H 72 phligwt D, 74 in H. *m »6 cometuyr H. 24,200 jnug II. 61 U»ir cristnehelde nÄmen, di sus hatten namen : Queiram, Spagerole, 24,355 Michil unde Mindote. Und dö dt brüdir in der geschieht der burc geschadin mochtin nicht, vurbaz st dö ran ten, roubtin unde brauten t ■ 24,319 Da bjrnne H. Tnner det O. 23 si fehlt 8. 50 ttobote K. H. D. 52 criatcoe helde II. 55 und K. 07 do von 8. 24,402 3 bewanten : rorbrmnten K. II. 4) Welgon = wälzen Pf. 2) D. i. Umsturz. 24,3oo daz gebit alummc di twer und ouch dl crumme. Wi Krimlzen wart geherl. (Dusb iiu« ] In des seibin järes sweif, dö der herbist sich angreif, brüdir Heinrich der marschalc 24,3*5 al sinem volke daz bevalc, daz si nÄch im quemen unde mit in nemen zu vir wochin spise, und vür in güttr wtee 24,370 ein reise zwfir vll strenge von arbeit und von lenge durch bruchir, über wazzirvlut, bere, tal, sänt, durch puschis slrüt* 16« b und was öt also horte 24,375 von manchim ungeverlc. daz ni swörcr hervart getan uz Prüzinlande wart her dan von erst in tagin, sint di brudre pflagin 2i,3«o daz selbe lant hesilzin. Di vart was kegn Kriwitziii. Nu Hzin si durch guten sin zwei leil der spise hindir in an undirscheidner legge 24,3%s durch di virre der wegge, üf daz si da siddir si vundin, sö si widdlr quemen an der abevart, läzende daz loste part 24,3»o undo dar zu di soumöre, als ich vornam dt möre, vil nach nebbin Gart in, unde vurbaz kartin in daz lant Kriwitzin, 2i,3«5 daz ouch si mit torwitsin dö gc warnet vunden. davon sich in den stunden daz volc hatte behaldin üf vestin und in waldin, 24,4oo sö daz ir lange reise st nach gerndir vreise nicht kegn der dit bewandin, doch si dt stat vorbrandin 34 »irdiken H. D. II u. dai ». D. 46 bnidre H. 5S do fehlt K. H. do u 8. 68 Tochin 8. 89 leUt« K. 8) D. i. Gebüsch; vgl. o. S. *»8, Anm. 4. * Digitized by .Google KR0N1KE VON PRÜZ1NLANT. 585 Nögartcn di. deine 24,405 und duz lant gemeine darumme, daz dä hörte zu, und oämen ubir nacht dl rti vor Kriwitz dem huisc dä mit geschozzis suisc 24,410 sich kegn den viendcn selzende und vast einandir letzende. 166 c Da wart geschozzin Diwan, ein pomezenisch ediltnau, daz er üf dem wegc starb. 24,4is Und dö di reise sus vortarb, daz her sich dannen wunde widir heim kegn lande trurig und an vroidin kranc, daz in da nicht baz gelauc. 24,420 Do si quftraen so hin dan, dä sl hattin c gelan dl soumörc mit der kost, dö wart ires trösles pfost zubrochin gar in schart in, 24,425 want David von Gartin hat in irslagin drlzic mau unde gar genumen dan alliz, daz dä was gewesin, des daz her sohle genesin 24,430 an spise und an gerate. Ouch er genumen böte, dä wol vumfliundirt pforl und gevürt kogn Gartin wert. Dä hüb sich jamir unde not, 24,435 want wenig iraant hatte bröt odir andirre bbuar. Des was daz her betrübit gar unde mülis irre. Durch des wegis virre 24,4io in der wildin wüsten sumeliche m listen di pfert von hungir ezzin. Manch vrechir hell vormezzin wurzlen musle grabin 21,445 und mit cruite labin sin lebbin vor des huugirs not. Gnüg ir ouch gelägin tot, der natüre was so zart, daz sl nicht der uerde hart Y»e* ßet,ouwil1 mochtin »och impfän. Doch grdzir hoffenunge wäu hattin si zu der andren »tat, dä dl spise was gesät. Und dö si dahin quämen, 24,455 nicht st ouch dä vomämen weddir di luite noch di kost, di sl dä hatten abgetröst. Iz was gar kegn lande wart, want des heris widdirvart 24,4«o hatte sich gezoggin vil ubbir daz benante zil. Des hattin dise ganzin wän, si wenn alle dort vorgän, und warn dan ges wundin. 2»,465 Und dö si nicht dä vundin, ö, welch irschreklich smerze vil uf ir allir herze ! want irre hoffonunge tröst was zumäle nu voröst1. 24,470 Si weslin nicht waz anevän, sundir säu einandir an in bermellchi« blicke, dävon ouch sdiric zu schlicke sich eime von dem andrin böt, 24,475 want ir antlitze, di e rot, volhc sebinen imde clär, nü vorvallen und erlvar wärn von grözim mangele. Doch in des hungir* angele 24,4< i i,, und vallen vor Ragniten an all« Vorwarnung«» und mit rturau* awpniAg* |,.,. 24,520 sich kegn der burc voreücbtin. Däwiddir ouoh berücbün di brüdfe sich mit irre unde kegeu in di ke> n&men uz der vestin. wnt ^loch von cIen ses,in wurdin dä gedrungin di brudre und betwungin, daz si müslen widdir öf hör wichin in daz burgetor 24,530 und ouch nicht Ane schadin, want ir da vorladin wurdin genuc mit wundin. Darubir in den stundin brüdir Haunus töt gelac, 24,535 den man Poppe nennen pflac. Und do di Ljttouwin sähin, daz si nicht mochtin genähin und an der burc nicht hotten, v daz korn sl gar vort retten 24,540 uf dem velde alummc sa ^ vor dem Schalowschin huise da und dätnitte widdir kegn lande karten siddir. •i.i- Wi Cristmemil irtfe belegin. [Dusb. in, M«J.) n Darnach dö der herbist quam, 24,545 kunic Witen an sich nam alle dl Littouwsche dlt, di in sincs richs geölt was unde möchte tragin wer, unde nam mit in dl kör 24,550 \or Cristmemil und daz belac bis an den sibtilnzendTn (ac und teggelichen^fiac di bürg uf alle slten \ientlich anstriten 24,555 und siurmen mit zwön bitten und mit schutzin, der et tfl ' - hatte mit im in dem zil. Und dö dl brudre sahen dise ding m nähen 24,5«o und waz sich vir in keggenwab, ir>orburgesibrantlnab 167 c unde rirhtin uf der vestin mit wer sich kegn den gestin üf ein widdirgrullin. 24,5«5 Und dö dl nw*r irscbullin her zu Prözin in daz lant, von Samen wurdin hingesänt zen brudre zu schiffe sin und andirhulbhuiidirt man 24,570 dem huise dort zu stuire. Doch di dlt nngehrrire dä mit sulehin listin hatte zu den vrislin u..ii u'/i iz nlumme >J.'i besatzt 24,575 und mit warte sö bevatzl, daz nimant der burc zu vrumen uf noch abe mochte kumen. Sus in den schiffen blibin di brüdir und ummetribin 24,5S0 \orsuchinde sich oftc gnüc, ob sl mochtin den gevüc treflin, daz sl quömen uf. Däbinnen ouch durch ire guf di Litlouwin pflegelich 24,5*5 kogen in irhubin sich und mit in in schilhn suh stntinde begriflin. Daz übten sl sö d unz mit tödis •fi(-iKrf fd 24,500 mwhit 8. tt inpllng 3. 12 funfezed« U. 16 nlt n. jne diu 8. K, H. 17 ragnit» S. K. H. 22 b dir K. H. 23 und S. 2H vudir »f H. 32 gnog K. H. 37 nahen H. 41 huy» vnd da K. hat »S da H. 50 l y« belag 8. 59 7m H. 60 »or H. D. 71 dit fehlt K. H. Ü. 72 dit mit K. H. D. 7fi biudr K. H. Digitized by Go( KRONIKK VON PRUZINLANT. 587 24,5M> der beidln gnöc vorgingin. Ouch smerzin da intpfingin wol ächzen crislcn in der stunt, dl von den heidin wurdin wunt. Nu wart dein kunige bekant, 24,5»s daz der meistir mit starkir haut que'me unde wöre nä. Des torste er nicht lengir dä vor dem buise beiten, sundir Uz bereiten 2i67 * an dom lcl8tin ta8e in vil snellir jage holz, ris, strö mit houwo zu einem vüergezouwc und llz daz tu den grabin 24,605 tragin, als er wolde habin dl burc vorbrant damiUe, und an der tracht zütritto haltin di brudre kegn der dlt, dl der buregrab dt von in ßchit, 24,«io gröze kurzewile mit vil manchim pfile, den si nach lust bewanten, und ir sp vil dö blauten des lebbins und niachlcu wunt, 21,815 daz mir ist di zal uukunl. Und dö Wileu der kunic sach sin leggir wesin dö sö swach, di blidin er vorbrante und sich danneu wante. Wi JunigeJen dm vurburge wart vor- brant. [Dusb. HI, 3*5.}. 24,«20 Nu hatte sich ouch tizgemacht [i^etbr. meistir Karl mit grözir macht, daz er wold int lest in Cristmcmcl von den gestin, dl si mit craft behaflin. 24,625 Dö wart im mit botschaftin uf dem wege kunt getan, daz si gezoggin wörn dan widdir heim kegn lande. Und als er daz irkandc, 21,630 sin her llz er zurltcn* s/in behaldende sechstüsinl man, mit den er uf zu schiffe vür, unde quam in tougir lux zu Junigldin uf den berc 24,63& bi nachte in daz hachilwerc 24,592 an D. 24,003 fu«ir K. H. 9 burymb H. 30 39 tibnetf K. 40 Ttirburge K. 56 uugewarnirt 8. \) D. i. 168» unde sluc dlt heidin vil. Darubbir vtng er in dem zil kindir, meide, wibe achtnndembinzic übe, 24,64o und daz vorburge brande ebbin glich dem sende. Darnach er zHi CristmemU vur und alliz, daz der dlt unvür halle gevellit niddir, 24,645 daz Uz er ufrichtin widdir andirweit vornöwende unde vestir büwende. Wi Pastow wart gehert. iDusb. 111, aas.] Dö imsirs h«rren jar vorvam tusint und drthundirt warn 24,650 und darzrt sechsz&ie, [iste der roarschalc vorbeje'ne nam gröze maebt von rlten an sieh bl winlirztfen und in Littouwin dort gerit 24,655 zu Pastow in daz gehll, darin er ungewarnit quam, und vorher! iz allenlsam mit brande und mit roube; darzu sö macht er loube 24,660 des lebbins und ouch brachte dan vumfhundirl kint, wlb unde man. Wi Medeniketi tcarl vorherl. [Dusb. III, 347 j Dö di reise ein ende nam und der marschaje widdir quam zu Kungisberg, er aldä vant 24,665 uuwis kumen in daz laut alsö her von dem Klne ein gröz teil jtilgorine kegn der Littouwin erge. Der gröve v on dorn Berge 24,870 was einre von der seibin schar und der grAve von Nuwennar, 168 b damit h<*r Arnolt von Einer und manch eddil hell gewör, di alle zu den riten 24,675 bcgerlen söre striten in des geloubin andc widdir di gotisvlandc und zu volbrengen ire ger. Sö treib zusamne abr ein her er fehlt 8. 35 hukelwcrk K. hkkelwrrg II. 38 meifde 8. 77 goU viandc K. Digitized by Google 588 NICOLAIS VON JEROSCHIN 24,«w> brüdir Heinrich vorgeseit 4 und mit kegn Littouwin reit zu Modeniken in das laut roub unde brant mit herndor hwt da vlonlliobin übinde 2i,fiw und darundir betrübinde wol zweihundert heidiu, der si ein teil mit vreidin marhtin dö des lebbins an und etsliche trihbin dan. 24,6vo Ouch blibbin in den vristin dA wol vumfzic cristin, di in di heidin »lügen ab.' Und di wile sich diz wab, du hilt der brüdre vane dort 2i,«95 vor Medewagiln unbekort. Darundir in dein selbin zil der grdve von dem Berge vi! , knabin edler »lächle zu filteren da machte. Wi achzic Littouwin wurden geslagin. [Dush. III, 3*8.] 24,700 In den ziten, als ich las. [i3ie hüscometür zu Cristmcmil was von Libenzclle Fridcrich, der dö zwdnzic brüdir an sich nam und darzü sechzic man 24,705 unde machte sich hin dan üf der Littouwin sltc und da ein löge vllfe ; 168c und daz was üf einen tac, als sich di warte wandlet! pflac 24,7io üf dem hüse zu Bisen ; des quAmen üf sl risen1 wol achzic Littouwlten, di er zu den zltcn alle sundir vumfe slüc. 24,715 Di vumre dan dl vlueht vorlrüc. Wi Bisen wart vorlüget. [Du«b. tu, 829. j Sint an sente Ambrosius tac, der kurzlich darnach gelac, [nt8 4. A|irü dö machte von Ragnite sich von Aldinburc brüdir Dilcrich, 24,720 mit ein bnldir Frhkich Quiz und noch ein brüdir (wi der bis, des rüch ich nicht) der was in bi und dnrzü wependre dri; di lageten kegn Bisen euch 24,725 dö ein rote danneu zouch varndc kegn hüse wart* di di burc hatte bewart slände sechs man von der schar. Di andren sechse dä gewar 24,730 wurdin der wartmanue und quamen vluchtic dannc. Dö si sus vorblichchin dl brüdre vorbaz strichchin üf daz huis zu Bisen 24,735 und iz gar inlwisen* allir warte v und in und iz in den stundio allintsam vorbrantin und iu asche wantin. 24,740 Alsus sint ungebüwit Ut Bisen unz an dise zit. Wi zwei dorfir wurdin vor brant zu Mc- deniken. iDosb. in, sao.] Darnach in der sumergrüs* 168 41 brüdir Huig von Almeuhüs, der voit von Samelande, 24,745 achthundirt man henande, als der marschalc im geböt, und reiste kegn der gegen öt genant zu Medcniken und in einre waltwiken* 24,750 ein läge schikte kegn der dit . und sante alleine von Ragnit di brüdre und ir rote vort in di gegenöte, di zwei dorlir da hertin 24,755 und mit dem roube kdrlin dannen kegn der läge. Den volgetcn mit jage wol zu cihundirt beiden nach. Nü was genen alzu gäch, 24,700 daz sl daz dinc vorsnaltin 24,6»5 »mbekort II. »ü rfttrvn K. H. 24,701 K. H. 33 32 8. 33 do dy 11. do di« V K. Tonnaulten H. K. 7 Ung« H. D. 40 al«u» i« sint II. II vfdy H. 14. 1 4 fünf erdu* D. K. 5lHBtIi. 4) D. i. stürmen. en dan. 24,76$ Sus wart der brüdre reise wan. \\f got mit wundre bewerte di brudre vor grözem schaden. [Da*b. m, i3i.] In unsirs harren jflrcn dö der vorgangin wAren lüsint und drlhundirt [i3i7 und sibbenzta gesundirt, 21,770 der marschalc brüdir Heinrich di Nattangin nam an sieb, darzü di Sambllin. und viir in wintirzltm mit dem bere kegn Waiken hin. 24,775 Und dö er was uf berndin sin dem lande Lumen alsö nA, daz im des andern morgens sa was zu sprengene geriAcht, 169« dö wart in der selbin nacht 24,790 wol in dem erstin slummere ein aö gfiVwIich gedurumere vornumin obin in der luft, recht als allir winde luft sich zusamen trüge 24,7w und ein dunre sliigc mit grözim ungewittere, daz von des luites gezwittere' quam a! daz her in enggisle und joch al ir henggiste 24,7»o wurdin von der schüre sö gar im gesture, daz si sich intzuktin, di halflrin gar zuruktin und sich vorllfen in den wall, 24,795 daz man mit mähe manicvalt si küme sint widir gevinc. Und dö dise nöt vorginc. daz her von den geschichlen was zumale wurdin alsö blas*, 24,800 daz man* dl vart vorsparte und zu hüse karte. DaruAch wart irvundiu, daz in den selbin stundin di biltouwen gröze macht 2<,905 hattin oach zusamen bracht und zu strlte sich gereit und der brudere gebeit zu Waiken wol drl tage ; und wörn si mit jage 24,9t o in daz lant geritin vort, sl wern allintsam irmort von der cre(tighi läge. Daz undimam dl vläge". Wi daz vurburge tu Gedeminenhus wart vorbrant. fDusb. m, m.\ NAch disem gelummere i«9b 80 ,,in in (,ein Slliniuere (,317 bi sente Julians Baptisten tac [24. Juni der von Plotzk sich irvvac mit den von Samelaude und sich abir wände 24,920 sö hin kegn Liltouwin wart. Und dö er quam der seibin vart vor Pograudiu daz gebit, daz her er in vir rote schit alsö, daz brüdir llartman 24,925 und mit im wol seeuzic man soldin in daz laut sieb, kern und ein (eil da dorlir bern ; . doch vortarb iu di geschieht, want si der wege trAfin nicht. 24,930 Sö den von Libenzelle Friderirhe siiclle hlz er rlten daunen mit andirhalbhundirt maiuien hin kegn Gcdeininnen, 24,935 daz er dA gewinnen sold di bürg in tougir wls. Und wi er dAzü slichche Iis, di vestin* doch gewamit wart und mit wer vor im be wart. 24,940 Doch daz vorburg er in, den grünt brantc zu der .seibin stunt. Ouch der marschalc bederbe hlz uf Sudargcu erbe brüdir Albrecbtc jagen 24,7tfl preultin K. jiraulten II. — Cap. 331. wundere II. — 7:1 wiür, »Utt winlii S. SO ffrlumnien- D. MtUMinneK. ciuwmme U. S7 lu>U K. 00 ichuwrr K. 91 vngrttiiwrc K. 03 halfteren H. 24,S03 den fehlt 8. « ouch lUtt »ich 8. 7 brudre S. H. »wenn. 14 15 grlumerc : «uiucre 11. 17 plotii? K. J lkadrK. ändert I). 44 «Ibrecht II. 4) D. i. zwiefachem Wiedcrhall Pf. ä) S. v. a. furchtsam. 8) O. i. das verhinderte jener Zufall. S. o. zu Ver« 28,443. 4) Sc. er. Digitized by Google 590 NICOLAUS VON JEROSCH1N 24,845 genennil von dem Hagen und mit im sechzic rhen, der ouch in den allen Sudargen bot vorbrante unde gar durchrante 24,J»5« di dorfir, dl im lägin bi, macbinde des lcbbins vri alda manchin LKtouwüi, im c von kindm unde vrouwin vabende vil manchin lib. 24,855 Ouch er da vlnc Sudargen wib, darzü sine kinde mit allem sim gesinde. So zdch ouch sinen wec der van und doch allis nutzis vran, 24,860 want in d! leitsagen irre vüren pflagen. Darnach ouch vil schire di roten alle vlrc zusamen widdir quämen 24,«»5 unde sich kegn lande nAmen. An der seibin reite in wundirltchir leite quam ein der brüdre knabe von Littouwin her abe, 24,8:o um den iz was also gewant : dö brödir Albrecht vorgenant in dem lande rante hin unde sich wanle, dö jaite hn dirre raste nüch. 21,875 An dem rennin iz geschaeh, daz der knecht von dem pferde sö hart vil Af dl erde. daz er davon bcdiiste 1 und ein wlle miiste 24,680 der witze da beligghi ftn. Zu jungist, dö er sich vorsan, dö sach er ummc her und dar unde wart öt nicht gewar dA weddir pferdis noch banir ; 24,8*5 dö wart betröbit und unzlr vil gar sin gemute und rif an gotis gute und dl suzen Marlen, daz si geruchtin vrien 24,880 in uz der verlichin not, . . Im 16» 4 di im daz eilende bot -, darum sö wotd er vorbat mö in immer dinen baz den ö ; and damit vil innencltch 24,895 bevalch er in ire höte sich und tet vor allen ungebirra vor. Bich de« heilige« oruzi« schirm gende kegn Ragalte wart. Nu quam er in ciu dort* der vart 24,900 und vrägele di dite des wegis kega Ragnite, den im sl ouch zeigete. Und dö er von in neigete unde quam ein lutait dan, 24,M5 sl gorow, daz si gelfni in hat t in uz den handin, want sl dö öret irkandin, (sint er hatte wapen an) daz er was der brüdre man, 24,9to und allinlsam mit hundin in suchin dö begundin in zorne gar irbolgcn. Und dö er st im volgen an dem gew ächze* hörte, 24,815 in vorchte gröz bekorte, und trat in einen pusch beslt. Da su cht in sl in in der ztt und in sö nahir crumme in ölte gingen umtue 24,920 und dl hunde mit in. daz si mit drin schrittin in wol mochtin hän gerurt ; doch was in daz gesicht intvürt von gote zu den stundin, 24,925 daz si sin nicht invundin. Zuletst wart si vordrizen der such und abellzen wandirnde kegn huse wart. no a Dö hüb ouch er sich an di vart 21,930 unde quam in snellir stunt zu Ragnite wol gesunt noch sine wäpen traginde und gote danc da saginde, darzö der reinen mütir sin, 24,935 dl im taten hülfe schin, 24,861 tut« H. OOlnü. 81 di weddir K. dy widir H. gerächt« U. 92 vurb»i K. ir eorr. aiu in K. S5 er fehlt K. D. 2I,'M)2 ouch »y yro K. 13 y» •)• H. 17 ein , in' fehlt 8. 93 ir 8. H. 4) D. i. belaubt, schwindlig wurde. Vgl. .duseln« Pf. Bei Heonig, duseu, doscln = schwärmen, immer wie im Taumel leben. i) D. i. Lärm. Wörterbuch S. 15 Digitized by Google KRONIKE VON PRUZINI.ANT. 591 als er offinlich vornam, daz er von den viendin quam. Wi daz vorburge des hüsis Jumgeden wart vor brant. [Du*b. ui, 33*.] In des seibin jAres jage an sente Mathetis läge1' (»an. 21. s*ptbr. 24,940 der marschalc brudir Heinrich quam mit eines gnkbi heris dram üf daz velt genant Kaisim unde sante da von im zu \üze vunüzdnhündirt man, 24,94& dl ir pfort da tizm stAn und glngin durch den walt, der Went blz ; und dö dl nacht volent was und iz begoude vru zu tagen, dö sltohchen sl zu 24,950 unde wolden sich gestoln haben in dl burc vorholn, daz in idoch niisserit, want gewaniet wart di dit daroben unde machten ouch 24,955 zuhant einen gröziu rouch, damit sl pflagin intscheidln den ummeseznen heidin, daz von der brudrc here dl burc bekümmert were. 24,960 Und dö in da sus misselanc, daz her zumalc dö zudranc sturminde mit prange hertllch unde lange. Doch was der heidin wer so hart, ■ und dö si daz irkanteii, daz vorburge si brauten unde hüben sich her dan. Dö quam ouch zugejagit sän 24,970 ein michil her Littouwin, dl von des rouchis schouwin sich besaincnt baten und an di brüdre träten inhant mit stritis schricke. 24,975 Und des w art so dicke von in in der zit bcgorit, unz sl den von Pirremont brudir Dlteriche mit des tödis striche 2i,aso velletin döniddir. Ouch sö wart ir widdtr gnüc geslagin unde wunl. Sus schidin sl sieh in der stunt. Wi di vorburge wurden gebranl zu Juni- gedin und zu Pisten. [Dusb. 111, 335.) Dö unsirs Wrren jar vorvarn 24,9*5 tüscnt und dribundirt warn und dömit aebaene, [lai* . der marscbalc vorbejöne warf an sich ein utecbUc her und nam in herbist zil di kt»r 24,990 kegn den bürgen bedin Pisten, JiuügedU). unde brant iqueddir sit di vorburge in der zit und der dit getreide gar, 24,995 daz gewachsin was daz jar. Wi abir daz imrburge zu Jumgeden wart gebraut, [inisb. in, 336 ] Dö tiisint und drihundirt jar unde Hunzen wären gar (i.m a. April von Cristis geburl vorgän 170 c und dö östern warn intstän, 25,000 der gptisinau nam abir an sich von Plouk brudir Heinrich zu schiffe stritere vü und woldc Pisten in dem zil, darzii Junjg&len hän 25,005 gosturmil ut gewinne^ wän. Und dö er vur kegn Pisten, der ordenunge listen, di er durch nutz hatte gesät, nicht haidende man ubbirtral. 25,010 Daz raut in und liz Pistin stän sendende vumlhundirt man, di dö bcimelicuin kegn Junig^diu slichin der bürg aldä zu vürne. 25,015 Di vundin ouch mit warne bewarit dl burcdit impor und brauten og1 daz hus davor. Wi ein teil Littouwen Wurden geslagm. IDusb. tll. 337.J In dem seibin zilde, 24,942 kMlyin 8. «o yo du K. H. 88 und erhüben D. 74 enbut D. S3 «i fehlt 9. «be- Idoch im nach mit JIc zow der comentur von Tapiow. der Ulrich von Drlnleven htz, und mit im sin compän Quiz, 25,040 darzu lutzil sinre man, und begonde ramen sän, daz er abwarf dl brücken, darubbir si d6 rucken uz dem lande soldin, 25,o« und slüc dd der unholdin wol vumfundvumfzic töt ; dl andrin kuime sich der nöt mit der vlucht intnamen und zu der läge quamen, 25,050 dl sl geschicket hatten dort ; dl wart ouch da vil gar zustört, hin kegn lande vllende und so vil durchztende ungevertis unde var, 25,055 daz wenic der seibin schar quam zu hüse widdir, als man hörte siddir. Wi brüdir Heinrich von Plotzk der mar- schalk wart geslagin mit nümtndzwen- äcx britdren unde n7 volkis. [Dusb. III, 838 ] In unsirs herren jaren* dö der vorloufm w&ren 25,060 tusint und drihundirt und zweuzic druf gesund irt, [iö» brudir Heinrich von Plotzik, der marschalk, der i Irotzik was mit urlougis vreidin 25,065 kegn den vorworchtin heidin, virzic brudir an sich nam und dl riten allintsam von Samen und zur Aleroil dort 171 a unde reiste mit in vort 2i,070 in daz lant zu Medeniken unde wold iz abir priken in vlcntlicbir ubirlast. Und dl wile si hertin vasl in dem lande her und dar, 25,075 dö hatte sich der heidin schar besamint ouch mit creflin und wolde doch nicht heflin sich an st bin dem lande, sundir sich hin wände 25,0*0 uf di wegge, da gerant dl brudre wären in daz lant, lind sl aldä vorwaltin mit boumen und vorslaltin in einis waldis dicke 25,0*5. den cristnen zu sthricke, wen si widdir zugiu dan. Und dö daz hern was getän und si sich dan irwugin, den roub si vur sich s lügin, 25,ow den ein teil volkis vor hin treib. Dl tnenic bi den vanen bleib 25,023 dirhub K. H. 33 eriitcne D. 38 ririnleueo K. dryalenen H. 4 I begonden 8. 53 duirbctjud« H. 55 weninj K. H 62 Ploük 8. 04 urloigi* K. H. 65 kau K. U. 73 wil K. II. 78 bi S. 81 warn K. H. 82 83 »orwwiltcn : vunUultcn K. H. »5 critUnra K. 8H drmn 9. 8» tot H. 4) Dieselbe Zahl (89) giebt das bei Macioj Stryjkowski, KronikaPolska, LHcwska, Zinödika i wszy- stkiejRusi u. s. w. Krolewcu(d. i. Königsberg), OstcrbergcH 582, neuer Abdruck Warszawa 4 8(6, gros;. 8vo, in einer z. Th. sehr ungenauen l'cbersetzung erhallcne Obituariuni (kurze Annalen zur In ländi- schen Geschichte ineist wortlich mitChron. Dunamundense und Canon. Samh. übereinstimmend, 0. S. 274, und die l>etreft"endc Beilagen zu Hermann von Wartberge im Ii. Bande] und dann ein Calenda- rium mit Angabe der Todestage vieler \on den Littaucrn erschlagener Würdenträger und Bruder dY* Ordens] aus derSchlosskirche zu llonueburg in Livlauil, welches derselbe Chodkicwic demStryjkowsli verschallte, der ihm auch die <>. S. 15 erwähnte Handschrift des Dusburg ebendaher besorgte (ed. 4S*< 1, 283j : iBrat Henrik kontor zPleczka z dwudziestq i dziewiacia. braciej pod Menden) odLitwy zabity>, d. i. iFrater Hcnricus commendator (!) de Pleczk cum 29 fralribus apud Menilam a Litwinis occisu*. Im Cunon. Samb. o. S. 282 fehlt die Angabe der Zahl der Gefallenen, des Ortes uod der Littauer. 2) Vera 25,058-25,4 89 bei Pfeiffer Nro. 44, S. «04. Digitized by Google KRONIKE VON PRUZINLANT. 593 volgende dem roube nach. Nu was den heidin nickt sö gaoh, daz si den roah icht vöchtin an, 25>5 sundir beitlin, unz der van quam in ein getwengc in cinis waldis enge. Unde in dem gedrenge hüb sich ein gesprenge 25,1«) von der dit allumme zü den brüdren mit slritLs mü gewirkinde vil bange, und mutin si sö lange mit vreislichem ged ränge 25,105 in dem ungewerde1, unz si von der werde 171 b und der wapin sweYde zu jungist wurdin alsö mat, daz sl nindirt von der stat 25,iio sich mochtin irwegüi noch mö zu wer geregin. Dd lif ouch zu dl gerüte dit und vientllch dd nidir schrit cristinsblütis glzic* 25,1 ti an einen brüdir drlzic und durzü manchin cristin. Dä wart ouch in den vristin von Plotzk der lewe mt'ilis starc, der sich vor vlndin ni gebare. 25,120 gevellit von den dltin arc mortlich in des tödis sarc. ö süzir got, nim in gemere, waz er den v lendin dln gev<*rc hat getan plnlichir were, 25,r25 und breng in lif der wnnnen bere*! Mit dinen kompfin in dä bin* in des himclricliis zirc bi der engele gespirc*, des sin sele t was girc ! 25,im Hab ouch der andrin besorc, want uf dich was ir gebore 5 ! Wisch ab, ob icht an in sl horc, daz nicht der grimme bellestorc st gevaz in sinen slurc ! 25,135 Inthalt sl von der helle turc* und breng sl allin ndtin durc in des paradlsis burc und uns züzin intsamen, Jesu vil süzir ! Amen ! — 25,140 Dd dl dit gemachte blas des lebins alliz, daz da was, gevangin si behildin und in bandin wildin des vogetis von Samelant, der bräfiir G^rhart was genant und mit zünamen Rudde, und den mit vreisir crudde7 machtin sus des lebbius wan : drler manne wapin an 25,150 sl im zumale taten und üf ein ros in salen gebundin an vir pfele näch ires sitten wele und trugin holzes dran 25,155 sö vil, daz sl noch ros noch man gesen darinne kundin, und darnach intzundin in dem holze ein vuer gröz und ungehuer 25,too und v orb ran t in in der glüt den gotis irweltin rittir gut. Damite wart irboten ein opfer iren goten von den heidin um den sie. 25,105 0 Maria, des opflrs pllic, und dü, mildir herre Crist, want der werterer üwir ist, und heifit uns nach dirre vrisl durch sinre bete mitte wist, 25,no daz wir kumeu zu der genist, der er in hiiuel ist gewisl8! Eine zurede. [Dusb. iv, 89—4*5.) Nu laze wir dl crönke rün von Prüzin und kunt hl tun ein teil seltze'ner dinge, 25,U5 dl bin der werkle ringe manchirwegin sin gesellen, als wir dl wftrheit hören je'n -25,067 fehlt H. U8 und K. 25,101 binderen K. \JS fühlt Pf. & m jungtet fehlt II. 14 crutcnii II cük H. l'J riende K. II. 21 iiiortlicht 8. 23 vienden K. II. 30 luderen K. »5 bellen K. H. 54 Ii). 57 inmndea K. Incinndcn H. 5S vugir K. II. 59 vngchuglr K. U. 87 mcKrer K. H. Ott 71J.K. 7» unde K. 75 dl W 8. dl bin K. in D. IS Plo- 4) D. i. Zustand der Wehrlostgkeit Pf. s) Vgl. S. 5ii zu V. 4 8,906. 8) Von >Ktzen<, einer der viel «icsst; wie >bizlei von >btzen< ♦j Geschlossene Schaar, Gesellschaft. 5) Hoffnung auf Wiedervergeltung. 6) Taumel. 7} Rohheit, Grausamkeit? 8) D. I. zugewiesen. Script, r. P. I. jjg Digitized by Google 594 NICOLAUS VON JEROSCHIN [Dusb. IV, 89.] DA tüsint und drihundirt jar [taoi und einez darzu vorwar r.,180 Crist mit aldir hete, dö wart ein comete 1 ni « gesen mit schlne glestin in dem norde westin. Des abindes gab er den schln 2rsi« und biwilen di vesin* sm er kegn dem östen strowen pflac, biwilen üf den mittentac. [Dusb. IV, 90.] Dö selbins wart des lebins blas von Ungern kunig Andreas, 2r.,i9o und um daz selbe riebe kegn dem von östirriche lult der von Bemin langen pari. Zu jungist dö behllt iz Karl» kunig Andreas lochtirkint. [Dusb. IV, 91.] 25,105 Ouch in dem seibin jare «int iz alsö gezechte, daz man sacb Albrechte, der dö hilt daz römische rieb, dem Herzogin von Ustinich 25,200 in strite liegen oben 7 9 9-9 %M 9 9 ■ » ^# • M TjYj *9~99'^*9-9 und den zwön bischoben von Mönze und von Collen, als dl möre wollen. [Dusb. IV, 9i.] Dö unsirs herren jar vorvarn 25,205 tüsint und drihundirt warn unde zwei damitte, nach gerichtis sitte wart zu Perus in der stat in Italien gesät 25,210 durch mortliche missetat ein morder inthoubit ; und dd der Hb betoubit lac, dö rlf daz houbit mit luitir slim in heizir ger : 25,215 'firengit mir den prister her, »want mich dl wandils vrie »gotis mütir Marie, »als ich hab i teggelich >si gebetin inneuclicb, [1302 15,120 ,mii jrre crafl intheldü iiind min mit hülfe weldit, >daz ich nicht mag irsterbin •noch keine wis vorterbin, >ich inbabe e geblcht 25,225 »und allir sundin mich int licht.« Alsus dahin ein prtstir quam und von dem houbte vorn am di bichte gar intscheidin in ruwiggen leidin ; 25,230 und als er iz davon inlbant, dö irstarb iz ouch zuhant*. [Dusb. IV, 93 ] In des seibin jaris stunt ein sulche zwitracht instünt zwischin Bonifaciö 25,235 dem pabistc und Philippö, dem kunge von Francriche : der p abist jach sus gliche,, daz daz rieh der Franzen an alliz undirschranzen 25,2io den pebistlichin stül hört an und wer von recht im undirtan beide an wertlicbir hörschaft und ouch an geistllchir cralt, sendende mit der bullen gilt 25,245 da ruf der hantvestin schrift dem seibin kunge in Fraucia, • und jach dabi i sä, widdirsprt*che er den brlf unde hilde dl redde sebif, 25,250 daz er denne wöre vorbannen ein ketzere. Der kunic dö uf sin palas al di pfatTeit zusamne las, di zu Paris mochte wesn, 25,255 und liz vor in den brif lesn, der ouch wart alda vorbrant. Darzu der kunic vorgenant 17» b vunifzen lastirbörc sachin unde swere 25,2. 7 mitte 8. 15 Ey prin«t D. IV ynneelieh H. 23 chaintr D. 30 davon fehlt 8. 38 de*i H. D. « >H. 16kvDlgH. 4'JhildK. 52 auof K. 53 pfaffceit K. H. 84 moebten 8. 1} Vers 85,181— i5, 187 bei Pfeiffer Nro. 45, S. 103 f. 1} D. i. Haare. 3) Eine ganz ahnliche Geschichte vgl. bei der Legende von der b. Barbara. Digitized by Google KRONIKE VON PRUZIN'LANT 25,2*5 den pabist sich schöne machin in dem conciliö darnach, daz zu Röme dort geschach. [Dusb. IV, 94.] In des seibin jaris strich satztin di Flandrcre sich 25,270 dem kunige von Francrlche widir und slügin im in strite nidir gröven, vrien, eddler man wol dritüsint sundir wan. Do unsirs herren jar vorvarn 2ä,275 tüsint und drihundirt warn, [1303 darnach in des drittln jus, der pabist Bonifatius den kuuic der Homere Albrechte vil gewere 26,2so zu keisere bestelle und im undirsette zu Francriche di herschaft. Doch wart daz andirs sint geschaft, want pabist Clemens der vuinfle 2s,2w bi slnre jare kumfte dl gifl des lenis widcbrrif. [Dusb. IV, 95.] Ouch ö daz selbe jar vorllf, [1303 dö wart in Agnia durt (septbr. an der stat slner geburt »,290 der selbe pabist Bonifaz gevangen und der kirchin sciiatz wart vil gar zuruckil. Doch wart der pabist intzuckit darnach uz slnre vlende macht 25,295 und widdir hin zu Röme bracht, nsc dä er ouch zuhant irstarb ; [Dusb. IV, 96.] und den stül uAch im irwarb [isoa der eilfte pabist Benedict, der 6 dem ordine gestrict 24,3oo was der prcdigöre. Ein jar was og des gewere 1 . [Dusb. IV, 98.] Darnach in unsirs harren jarn dö der gar vorloufin warn vumf und driztnhuiidirt; [i305 2&,305 dö wart mit kur gesundirt päbisl Clemens der vumfte, dennoch hllt mit vornumfte leunig Atbrecht di vröne der Röinöre cröne. [Dusb. IV, 99.] 25,210 In der seibin lüno, dö dort zu Lugdune {1M5 t«. Novbr. pabist Clemens vorgeseit nach pelnstlichir wirdekeit intpfangin hatte schöne 25,315 di wie und dl cröne unde von der kirchin reit, dö geschach ein michil leit : di muire sich zustukte unde vallende dirdrukte 25,320 um den pabist volkis vil und irslüg ouch in dem zil von Britanien den herzogin, der dazu dö was gebogin, daz er leitte des pabist is pfert. 25,325 Sö wart ouch Karl alda beswört des kunigis von Francrlche hrüdr. Darzu der steiue manic vudr des pabstis pfert berunten1 und uf den pabist stunton, 25,330 daz im intpfil dl cröne sin ; darzü ein alzü r}ch robin, der zu obersl in der cr'önon stünt vorlom wart in der seibin stunt. 17«* Diz warn wol vorzoichin, 25,335 dl man ebbin reiclün daz wesin mit Urkunde sach, daz der pabst trüc darnach. [Dusb. IV, 101.] Dö tüsint und drihundirt jar unsirs herren warn gar 25,340 unde sechse vollenant, [isoe zu Kungisberg in Prüzüdant got durch sines lobes rüra und sent Rüprechlis heilictum begonde schöne zeichin 25,345 genddiclichin reichin, als oflinlich wart irvundin beide an luiten und an hundin, und an manchirhande vidi, daz man dahin brachte sich. [Dusb. IV, <««.] 2.s,350 Dö unsirs Mrren jAr vorvarn tüsint und drihundirt warn [i. noe dem fehlt K. H. D. 70 knnge K. 70 71 widr : aldr K. H. 72 edeler H. 77 du S. du H. 69eynrtU. 25,301 nur D. 9 kang K. 13 pebtUUkir K. H. 18 mnwer K. H. K. etnrtuttoH. 20 dorn 8. 23 do »UMrtdirt H. 24 pntwtie K. 26 kaufte K. 31 K. erone H. chrone D. »4 warin U. 39 «raren D. .s. I). 4) D. i. Dauer. >Og« i nur. 1) D. I. beschütteten, darauf stürzten. 38 Digitized by Google NICOLAI» VON JEROSCH1N und ubbir sibene darnAw. von Bemin kunic Wenzeslaw des gemeinen tddis starb 25,355 und nftch im di cröne irwarb sin sun, ouch Wenzeslaw Und ö daz selbe jAr volant was, dö wart der deggen rein irmort von slner ritlir ein, 2:.,3«o der in dirstach durch sinen bös. Alsus wart Bona in erbelös und gcdöch in vrerode haut, want der römesche kunic zuhant Albrccht iz hevatzte •2.%,a65 und sinen sun dar salzte. (Dusb. IV, 103.] In des seibin järis wer [1307 sente Johannis spittelör gewunnen mit stritlichir wer di insle Rodi bin dem mor, 25,370 da wonen pflagen di Turchl, und vumf inslen dAbt. (Dusb. IV, <0i.] 17*» Dd xmsirs hörren jar vorvarn tüsint und dribundirt warn und in des acbteu jage [im» 25,375 an sente Walburgen tage [i. Mit wart der Bömöre kung Albrecht mortlich des lebbins vorgeht 1 von slme nevin,* der genant was herzoc Hamms Änlant, 25,3*0 dem er benam gewaldicllch sin erbeteil an Östirrich. [Dusb. IV, 105.] Des sclbin jftris, dö gelac [ist* sente Catherinen tac, [25. Novbr. von Almanien di kurhörn 25,sw gemeinlich des voreinet wörn, daz si vveltin an daz riebe von Lutziiburc gröven Heinriche, [Üusb. IV, «06.] und wart gecrönel ouch zu Ach in epiphauiä darnach. {i:»09 c. J»nu»r (Dusb. IV, 4 07.] 25,390 Und abir, dö derselbe tac [mi o. juur vort ubr zwei jar gelac, dö wart in der stat Meilan dem sclbin irwellin man 25,:l52 ubr S. C2 unde S. frdich H. «3 kuof K. 7« lobular. K. H. S3 kstcrinen K. 84 II wk-bDC K. H. 10 um fehlt 9. ubbirwuttdoe K üfgesclzit schöne 25,395 di iserine cröne. [Dusb. IV, 4 08.] In des seibin j&ris kör der Tartern und Armenen he voreinet zuggin hin intsam kegn dem soldan in Siriam, 25,4oo der ouch in den rucke gab vluchtic ; sus wurden im ab geslagin in den ziten mö wen zöntösint rlten. [Dusb. IV, 109.] . In unsirs hörren jAren 25,405 dö der tüsint wAren drihundirt und zwclf volent, der vumfte pAbist Clöment vorturnte in conciliö, daz er 1)3 1 1 zu Viennö dö, j .,410 nichl 173» sundir durch sin ungedult, den ordin der Templere, der dA hatte gewöre gestAn von der stiftunge dar 24,415 ebbene zweihundirt jAr. [Dusb. IV, HO.] In des seibin jAres swich der römische kunic Heinrich wart zu Börne sundir wAn in der kiretnn zu Laträn 25,420 zu keiscre gevrönit und keisirllch gecrönit und genennet keisirllch der sibinde leiser Heinrich. Zu disem keiser Heinriche 25,425 von keiser Fridderiche dein andern wArn vorlouHn gar mit zal zweiundsechzic jAr. [Dusb. IV, Hl.] Dö unsirs hörren jar vorvarn tüsint und drihundirt wArn 25,430 und darzü drizöne, [uii «ler pAbist vorbejene [5. m«i zu den heiligen zirte und canonizirte sente Pötrum coutessor, ' 25,435 der ouch was gewesin vor pAbist und genennit sus der vumfte Celestinus. 71 min 8. 75 »*tit K. II. 76 kTniff H. 77 Icbbnie* K. K. 97 Urtren K. amanton S. H. 25,400 twvlta U. wtUot S. 17 romuxah D. kunf K. H. 26 andren K. 32 h«Upa K. H. 1) D. i. verlustig gemacht; eigentlich in die Acht erklart. Digitized by Google KRONIKK VON PMZINLANT. 507 Slncn tag ir habent - au sente Vitis Äbenl •[Dusb. IV, HS.] 2.M40 I" des seibin jftris jage* bi sente Georgen tago ein comete wart intzunt und schlnende zen läge stiiut. Des abindis er clärte 25,445 und di zoten karte so hin widir Italtam. [Dusb. IV, 4 13 ] 173 c Des seibin jaris man vornam, daz keisir Heinrich töt gelac an sente Bartoloraöus tac. [1313 n. Augu»t 25,450 Zen tage lüchte der comete und damit bezeichint böte zen tage, dl der keiser warb in wötagen, e er starb. [Dusb. IV, f 1 4 . j In des seibin jares swanc 25,455 vorglne vil gar der hcrincvanc zu Prüzin in dem lande von der gotis ande, der vor i was da vruchtic gewesin und genuchlic. [Dusb. IV, 115.] 25,46« Do man sach unsirs harren jär tüsint und drlhundirt gar und virzöne sich endin, [1.114 an der lctstin kalendin (1. uin des merzen dort zu Carpentras, 25,4«5 da der römische hof dö was, wol der achten stundin bi, sach man schinen sunnen drl. In dem östen dl eine swanc und unnatürlich was ir ganc 25,470 zwö stundin üf den mittentac. Der zweir eine nicht inpflac wandren nAch der sunnen art ; dl dritte Mit dl rechte vart. Dl sunnen sach man lange sin 25,475 und icliche gab iren schln. Diz was ein vorzeichin, daz si dö pflac reichin üf päbist Clementis töt und daz nach sime tdde böt 25, iso sich ein zwit rächt den cardcnAln, dö sl einen andren waln soldin. Dl zwitracht vorwar stünt vir m&nden und zwei jär, ö si der kur gemeine 25,4S5 quAraen ubbtr eine. 17a« Daz selbe zeichin lange vor, als dA schribit Comcslor, bi keisir Juliö geschach, daz man ouch drl sunnen sach 25,490 in alsemelichir schiebt ; daz wart üf sinen töt gericht, wanl ouch nach sime töde trat in missehelle der senftt. [Dusb. IV, H6.] Dam/ich dö di zlt gelac, 25,495 daz man dem meien lesin pflac [nn di virzendin kalendin, [is. April dö sach man ouch volendin pAbist dementem sin lebbin des seibin tagis ebbiu, 25,500 dö daz jAr was ummegan, als der comet was intstAn. Sint der stül pAbist Aue bleib achtundzwenzic mAne. [Dusb. IV, 1 17.] Des seibin jt\res, dö gelac [1314 25,505 der eilftüsint meide tac, dö wart von Beigern Lüdewic und herzöge Fridderich von Östirrlch dort geborn in zwitracht an daz rieh irkorn, 25,510 dö des pAbistis stül was ler; und dl zwitracht stünt in wer zwisehin in wol achte jär in urlougis v»*do swAr. DaniAch sach man sl habende [1322 25,515 an sente Michels Abende [28. septbr. einen vorbesproebnen slrit, in dem gescheidin wart der nit ; ' . want in dem strit iz sus irginc daz Lüdewic Friddcrlche vinc 25,520 und in zwei jär gevangen Mit, dAmit er zu süne in vllt. [Dusb. IV, 1 1*8.) In unsirs herren jaren 25,442 eomou K. Ii. 40 widr K. H. 40 Bartolmeua K. 50 vnde H. 62 ende H. 03 c Aleode H. 04 m fehlt 8. «5 do 8. K. H. 0« aehewnde II. «8 ein 8. 71 iweler K. «weier H. 89 lonne 8. 94 da K. 95 den S. K. H. 97 do fehlt H. 25,500 patwta D. 0 briem K. U. 9 iweitracht 8. ciweitncht II. D. 14 du K. O. man fehlt S. K. U. D. 15 mlchelii K. U. 16 vorgetprochuen 8. 21 jrn iu K. yn ctu trne rüt H. t) D. i. den 44. Juni. i) Vers 15,440 -1M54 bei Pfeiffer Nro. *6, S. toV Digitized by Google 598 NICOLAUS VON dd der vorgangen waren n« m zwanzig und drizenhundift 25,525 und sechs« druf gesundlrt, p. 1316 dd wart gekorn sundir wan der ancUrundzwenzigste pabist J6han. [Dusb. IV, 119.) Den seibin pabist man darnach [1317 in dem neestin jare sach 15,530 lohellch canonizim und glich den heiligen zirn sente Lüdewlge, der in des ordins stlge der minrebrudre was genesn 25,536 und Robertis brudr gewesn, des kungis von Sieilien, und zu vlre dem blligen der vumfle tac bescheidin wart nach unsir vrouwin himelvart. [Dusb. IV, 110.] 25,540 Dd unsirs harren jar vorvarn tusint und drihundirt warn unde zwdnzic gliche, [1320 dd wurdin zu Francrtchc di tizsetzigin vorbrant, 25,545 want des wart df st bekant, daz si mit vorgift vormeint di wazzer hettin und intreint, davon lüte unde vi in dem lande vil vorgt. [Dusb. IV, i!l.] 25,550 Dd man unsirm hörren gar tüsüit und drihundirt jär und einundzwenzic nande, [1321 dö wurdin in Wentlande von vorgift besprochin 25,555 drl man, daz ouch geroebin wart an in mit gerichte scharf. In eine pfanne man st warf, di mit wazzerc da sot. Der zwenc snel da blibbin tot ; 25,560 der dritte sundir we1 genas, daz der unschult ein zeichin was. [Dusb. IV, *!!.] 171b D6 unsirs herren jär vorvarn tusint und drihundirt warn zwei und zwdnzig ouch darnach, [1322 25,s«5 ein knechtil man dd lebbin sach JEROSCHIN zu Brandinburg in Pruzkilant und daz sd was Thomas genant, Hertwigis von Pokarwin kiut, von dem mdr wtsltch sint, 25,570 daz iz tdt was und genas, da iz wol vtrjeric was, von des heiligen erdzis macht, daz in daz lant d hatte bracht ein brüdir, hlz von Vleckcnstein . 25,575 Ein wunder ouch daran irschein, damit iz d vorsuchit wart. Von Mansvelt brudir Gebbart, zu Brandinburc der comentuir, warf daz erdze in ein vulr, 25,5*0 daniz ßd sprang iz brunste vri ; der schiebt was manch mensche bi. [Dusb. IT, Iis.] Dd unsirs herren jar vorvarn tusint und drihundirt wärn virundzwenzig ouch damit, [i»i 25,5« du geschach zu Cristburc dit uf dem hdse sundir wän, daz Andreas Zimmerman durch stn abintezzin zu tische was gesezzin 25,590 und tunete in daz blr stn brdt ; dd rannen drabe tropfen rdt in allir wise als« blül. Daruf hatte sulchm mdt sine companle, 2&,5»5 dl im da saz ble, iz were dz einre wundin, der st doch nicht mvundin ; waz si gesüchtin her und dar, sd was er heil und ane nar. und in selbe besundir ; want des blütis er intsub, sd dick als or den biz irhub. [Dusb. IV, <15.] Dd man uns im hdrren gar 25,605 tusint und drihundirt jar ouch sechs undzwdnzic nande, [ijä der kunic von Ungirlande drizictusint Tartern skic, di im battin sohadin gnuc 25,6io get&n in slme riebe. — Hlmit di redde wiche 25,526 geborn K. U. n. 27 »ndr vnd K. II. iwatubU 8. iwcnpte K. enrenpte II. 31 heilem H. 34 35 gen«»»: gewesen H. 36 krnlgit H. »idUen S. 42 und 8. 44 uieUrfgio 8. 48 luytit K. H. und g. 50'unurn S. 69 b. «Ol w. K. U. 72 heiigen H. 74 brudr II. 77 gebbeh.rt K. Oebch»rt D. Nl »aiiig D. M keine Huxtecbrift giebt ,ein' oder , der ilmmennww'. 01 troppc H. tt tlt H. WW8. 25,603 bi«en U. 7 kung K. H. S Urtw. U. Digitized by Google KRONJKE VON PRUZ1NLANT. 509 und schribeü von der crönken vort, da wir st h&n geläztn dort. Von brüdir Tammen zur Balge. [Dusb. III, 88».] Dö unsirs harren jAr vorvarn 25,615 lüsint und drlhundirl warn einundzwanzig ouch damit, dä wart näch des vlcischis sit mit des tödis ramme zuquetschit brüdir Tamme 25,620 geborn dort her von MIsen, der sundir valschis gllsen brüdir was gewesin gar wol sechsundvumfzic jar und di zur Balge steMe bleib. 25,625 Der järe drizig er vortreib alsus vor siritem ende gesunt in dem covende, daz er weddir dort noch hi in dikeinir wise ni 25,430 ubir daz urloub getrat, ' daz da den brüdren ist gesät. Innic was er an gebet und des vil zu gote tet ; win unde mete er vorbar, 25,63-s und allir trunkinheite zar 1 ; nest dem Übe hät er um 17« d zu pfleg ein hart cilicium ; an al der heiligen Äbint, dl da vigilien habint, 25,640 nam er vor di hungirnöt, nicht wen wazzir unde bröl unde prempzte alle zil daz vleisch mit abstinenzien vil und mit kastiunge hart. 25,645 Zu jungist, dö er sichin wart, daz im sin ende keggeuglnc und er dl sacrament inlpfinc der heiligen crislinheit mit vil grözir innckeit, 25,650 dö bleib er in der läge nünunddrlzic tage, 6 sin lebbin sich vorsleiz, daz er ezzins nt impeiz ; und alsus ouch töt gelac 25,055 an sente Simeönis tac. (IB. Februar [rni Von pilgerimen und wi dri gebit in Lil- tonwen gekert wurden. (Dusb. in, 840 ] In unsirs harren jnren do der vorgangen wJiren tüsint drihundirt zwenzic zwei, [trn dd sach man kuraen manchirlei 25,Dflo pilgerim in Prüzinlant, di hö und eddil wärn irkant.' Di achbersten waren dilz : herzoc Bernhart von Swidcnitz mit michilcm gelrecke2; 25,665 sö von Geroldisecke ein herre dort von Swävin, darzü zweiie gravin üz dem rinischin gemere, von Jülich und von Wildinberc. 25,670 Ouch quam in rittirlichir pflicht mit dem von Lüchtenburc hör Pflicht und sin brüdir von B&nin. 175» Mit disen harren quemin rittir* unde knechte vil, 25,675 di alle woldin in dem zil kegn den beidin wagen sich. Des nam brüdir Fridderich von Wildinberc, der di stat hilt des meislirs und des landis wilt, 25,680 in der zlt al sine macht, di im mochte sin geacht von volke und gesundirt, brüdre andirhalbhundirt, und mit den gesten reisete 25,685 bin des winlirs vreisele hin zu Waiken in daz Iant, daz sl gar mit herndir hant — C«p. 330. ctu de* D. — 25,610 «tu queeuchit H. 27 eörende K. H. 28 widdir 8. 3t braderen H. 34 und« fehlt 8. 38 heilfon K. II. 39 vigUen H. 42 eile rill« dl K. H. 47 inpflng 8. 52 »owleich. H. 65 eymtonl» H. — Cap. 340. und toi» dri 8. — 62 Mbtberm H. 68 ryneche 8. 69 nnd J. von W. 8. 74 und 8. 83 an- derthalb D. 84 reUto K. rejrttt H. 85 rrei»to K. H. frslfte D. 1) D. i. Zehrung Pf. Sl D. i. Zuge, Hecrzuge; niederdeutsch. 3) Unter diesen dürfte sich Herr Ulrich von Waise, aus einem schwäbischen, dann nach Oestrcich verpflanzten fieschlechle, befunden haben. Peler der Suchenwirt sapt in der Rede auf ihn (cd. Primis- ser Wien 4826) S. i\ (Rede XML v. 88 IT.): »Nach deiner huld erwerben | begund er, mueter umiemagt! | In deinem dinst, ist mir gesagt, rait er genPrcwzzcnlande, | dö er gar sunder schände | den hayden schdf grözzon ungemach. | Darnach man in mit eru sach | inPayerlande an dcrYsen« (d. i. 431», «8. Septbr. in der Schlacht bei MUhldorl) u. s. w. Vgl. Primisser a. a. O. S. S43. Digitized by Google 600 NICOLAUS VON JEROSCHJN vorbrantin und v orterbe tin und sö vil dA slerbetin 25,o«o ungetouftir dlte, daz in dem gebite wcning ichl werlichis bleib. Dl nacbl daz her «Ida. vortreib und eine burc da branle ; 2s,$9» des morgins vort iz rante in daz geblt zu Russigen ; des drittin tagis sl gesen wurdin vorbaz zoglen in daz geblt Eroglen 25,700 und gar vorbrantin in der zit dl gcgenötin beidirsil, und an dem drittin tage, da §1 mit licrndir vIAgc al daz laut gemachten mat 25,705 und iz üf den Abint trat, dö vilen sl vor Pisten und kegn der burc sich wisleii sturminde vil harte. DAwidir sich puch karte 25,7io dl buredit mit vrechir wer ; nsk idoth was der geste her mit harnasche so wol bewart, swaz üf sl gestochin wart, gehouwen und gewurün, 25,715 daz si daz nicht zumurfin1 mochte noch gewundin. Si stiggin in den stundin zuziii iu dl zinnen, unz dl Litlouwin binnen 25,720 bl vuiufen, viren, drien mit spizin und glavieu zumAl üf einen heftin, und drmigen sus mit creflin si von den zinnen widdir, 25,725 daz si dA vilen niddir. Daz sturmin übtin sl mit macht, unz sl darabe treib di nacht, und des andrin tagis vrü, dö sl abir woldin zu 25,730 g£n mit Sturmis gruise, di heidin üf dem huise sicherunge täten und des glsle säten, daz si vorbaz bliben 2&,735 mit kindin unde'wlben den brüdrin woldin undirlAn und nimmirmer in widdirstAn. Abir des gelubdis pflicht dl heidin sint inhildin nicht, 25,7io want si des kungis gelwanc • mit gewalt darabe dranc. VW Darhit daz bischlüm wart vorher t. [Dusb. III, 3*1.] Binnen disen v listen, daz alsö dl eristen vorher! in dise dri gebit, 25,745 dö was vil der Littouscbin dit gercisit kegn Llflande m c unde sich dA wände zu Darbit in daz biachtüm di twer, di lenge und alum 25,750 iz gar vorbrinnende, henide und ubbirrinnende ; und An andren schadin, den si dem lande tAdin, slügiu si und tribbin dan z%,755 vumftüsint cristin sundir wÄn. Von eime harten wintre. [Dusb in, a*s.' Do mit zal man Cristö gar 'tüsint und drihundirt jAr ouch driundzwenzic nande, (1373 dA wArn in Prüzinlande 25,760 dl rittere üf strilliche werc von Zinnenburc, von Egerberc und doch md pilgerine von Bemin, von dem Rine, mit den di brüdre getAn 25,765 woldüi eine reise hAn s6 hin kegn Litlouwin wart ; dö was der wintir alsö hart, daz man mit dem here nam dl widirkere ; 25,770 want dl brüdre hattin vAr, daz dl unbekleilte schar, di vrostis wAren ungewon, vorturbin von der kelde don*. 25,692 wenlf H. OStogelnK. ciogeln II. 90 erojeln H. 25,705 dcT fehlt 8. 0 di widdir K. dy widdir H. 17 8yn itygycn K. 34 vurbat K. 37 mrr fehlt 8. 40 krnlgi« II. 41 dar ab H. — C»p. 341. tarbit. — 45 Til fehlt 8. littonwUcheu 11. 49 Urbil K. 50 51 ii (*r Tbirr>nnrtirf. hernde »ndc brynnende H. et gar nhirren- nei.de bemde und brennende D. 80 ritler K. H. 62 piigrine 8. m«r pilgereine D. 61 brudere K. H. 4) D. i. mürbe machen, zerquetschen. i) D. i. Anspannung, Intensität. Digitized by Google KRONIKE VON PRIZINLANT. 601 Der selbe wintir was sd kalt1, 25,775 daz di vruchtboumo nicht int halt 2 hall in vor dem v roste. Ir gruse sö vorrösle* zu Prüzin und Utlande an sielin manchirhande 2&,780 beide in garten und üf bor4, daz si müstin werdin sör odir vruchte gelde5. Ouch in der seibin kelde 175* was üf der gesalznen sö, 25,785 des dö nimaut gedächte nie, gcvrorn is sd starke, daz man von Denemarke gerichte8 zu kegn Lubek reit dl sö wol vutnfzen mile breit. Wi Revel wart geliert. [Dusb. in, 343.] 25,790 In des sclbin wiutirs zlt von Garten der burcgrdvc Davit mit der Littouwin hero - natu sö hin dt köre kegn Revel in des kungis laut 25,7»5 von Denemarken, da er braut stifte unde jamir gröz hernde vil gar da blöz al des landis gegenöt; und äu alle andre nöl 25,soo sö slüg er der crislnen tot und vinc von edlen üben, . juncvrouwin unde wiben, di man in sach trlben in öwigir hafte wö, 25,*» wol vumftüsint unde mo\ Ouch irslüg er in dem zil pristir unde tuuiiche vil ; Leiche, kirchgewöte und alle daz geröte, 25,810 daz gole was gewlcl und in sin dinsl gcvlict, in lastir er vorspenle ; darzü dl sacramentc . vornicintc der luireine hunt 25,815 jamirlichin in der slunl. W( di stat zur Memil wart vorterbit. [Dusb. III, 344.] Darnach in der vastin den cristnen zu unrastin besament di Samaiten 176« vor di Memil jaiten 25,&2o und dä dl stat gewunnen, di von in gar vorbrunnen wart, darzü vlibüsir dri, dl ir warn geleggen bi ; gebuide, kocken, andre schif, 2.s,M.s und waz der muiren ummeswif in der bürg öt nicht beslöz, daz machtin dt Littouwin blöz und wanten iz in stoub ; und einen prislirbrudir toub 25,t)3o si da des lebbins taten und in der slat betraten wol bi sibinzic crislcn, der si sundir vristen cm teil zu tödc slugen san ; 25,M5 etslich vurton si hin dan. Wi brudir Fridertch Quiz wart yvslagcn. [Dusb. III, 345.] Darnach an seilte Pelirs abint, [^:,,rjllh den ir in inittcn'oustc habinl, sprengte ein her littouschir dll zu Wilow in daz gehit , 25,mo und sechs dorlir uzsltigen tribbin unde trugen, swaz st da vundin, mit in dan. Sechs imd drlzic cristneman wurdin an dem jagen 25,»I5 von den heidin geslagen. Ouch sin lebbin alda Uz der eilenthafte deggen Quiz genennit brüdir Friderich. Undirwint sin, Cristc, dich! Wi Dobrin wart gehört und nüntusenl ernten gevangin unde gcslagin. [Dusb. III, 346.J 25,mo Nu wurdin di Littouwin 25,774 Mibe fehlt H. 74 75 kaalt : Inthatüt K. 84 gwaltunen K. geaalcteneo H. getakien D. »7 Tencroarke D. 91 buifrtf H. 25,800 cri.tenen H. 5 und 8. 9 aU« du D. 11 in diu» dintt S. (tfleichet D. — Cap. 314. ciu dsundir kdrit widdlr dan, 2&,945 >want wir di Dütschin bi uns han »alhl in läge nahen U Dö wart ouch widdir gäben zurück e der Littouwin schar. Nu wurdin doch der vlucht gewar 2&,«5o in der läge di brüdere und sprengoten üz dem ludere ir wol zwelf initende und in den tot vorsnliende. Von pilg crimen. [Dusb. in, 348.J IV;kh Cristi unsirs hdrren järn 25,955 dö der drizdnhundirt wärn virundzwdnzic ouch volant, [im dö waren kumen in Prüziulant Jöhan, PhiUppus von Spanheim di grdven, unde von Boheim 25,wo von Rösenberc her Peltor und lldrman sin vetter. Darzü quÄnien in dem zil rittir unde knechte vil, di manchen enden säzen 2|7- * zu ^mni» ZU Elsäzen und ouch an dem Kuie. Dise pilgerlnc mochtin dö dikeine mü den Littouwin brengin zu, 25,970 want sich der wintir sö vortreib, daz sö weich daz wcUr bleib, daz man mit here keiuewis mochte gereisin ubir 1s. » Wi Däviddis vortterc wart vorbranl. iDasb. III, «49.] Darnach in der vasten 25,075 dl brödre sundir rasten machtin sich kegn Garten hin und sechshundirt mau mit in Nattangischir rlten und brinnende in den zltcn 25,980 D&vldis vorwerc vorkarten, des buregröven von Garten, und äuo waz si slögin man, sö bräebtin sl gevangin dan meide, kindir, wlbe, 25,985 achtunddrizic libc, sö rindir eine gröze hert und darzö wol hundirt pfert. r Von einem brudre. [Dusb. m, «so ] In des seibin jares vart zu Kungisberc begraben wart 25,990 in dem covente brödir Jän ein Sachs, als ich vornumen häm, genant von Gilwerstdte. Und dö den dennoch hdte dl werk in iren bandin, 25,995 dö pflag er in schandin und in sundin sin lebbin urbaren gar unebbin, durch daz dl gotis zucht in warf eins in eine suche scharf, 2,6000 di an im wart sö dichte, 17? k daz er zu jungist bichte und unsirs hdrren licham mit dem heiligen ole nam. Und swt er legge kranc, 26,005 doch sin aide bösheit dranc in zu sulchir virne, daz er eine dirne, di bin der söch im dinen pflac, unköschlich mit gewalt belac. 26,010 Und alzuhant dö dnz irginc got den tuvelen vorhinc, daz si mit sam dem bet in üf höge vürtin in dl luf und sus im sprächm zö : 2e,oi5 >Ö durftigir, wi turstls dö »in sö grözir heilikeit, »di alrest was an dich geleit, »den mein sö lastlrbdre »tun kegn dlme schepfdre?« — 2c,o2o Di enggistllche vorchte an dem sunddre worchte, daz er begonde schrien nach hülfe an Marlen und ir sulch gelubde böt, 26,025 gehulfe si im öz der nöt, daz er wolde sich begebiii in des dütschin ordin lebin. Und als er den ordin inthlz, zuhaut der tüvil in valiin liz unvorsdril in ein bruch, want sin Marie hatte rüch. 2&,953yraeidettde D. 59 und 8. 63 und 8. 64 BMckea «iunMn 8. 70 «ut «y 8. K. 11. 79 brluneud K. M> Darfta K. - C»p. 350. brudlr H. — 90 eonurate K. H. conrtmU D. W iwM golU 8. 26,003 heil- |en R. H. H »che H. 10 «1 ra do 8. II tu vi« 8. tuveln n. 12 d«D 8. . 15 tor.ti. K. 17 alrervt P. J6 becrim K. H. 27 tob» K. H. 2» ttifl K. Digitized by Google 6Ü4 NICOLAIS VON JEBOSCHIN Daz bruch was von genre stat ein halbe inile wol gesät, da der tüvil in üfnam. 26,035 DarnAch er zu Halle quam in di stat gerichlc1 und alle di geschichle den luitcn oüenberto 177 e unde di rede bewerte as,oio dAmil, want al daz bcltegewant noch dort in dem brüche \ant. \Yi daz vurbttrg an Gcdtminnen bttre worl vorbrani. [Dusb. in, 35«.] Darnach in des meien schüre brüdir Dllberich von Aldüiburc, [Jjaj^ comentuir zu Ragnitcn, 20,015 nam von den gebiten Nallangcn unde Samen virhundirt man zusamen, wol virzic brüdir ouch darzü, unde quam des morgins vrü 2«,o5o mit de« tages anbeginucn in di vorburc Gedemiunen mid di gar vorbrante, darzü des lebbins blaute alliz, daz darinne was, 2knodelor< als volks- thümliche Bezeichnung aogefuhrt im Jahresbericht der Gesellschaft für nützliche Forschungen zu Trier vom Jahre 1857. 4". Trier 1858. S. 15. «) Dies Werk ist verloren gegangen. Digitized by Google KRÖN \ KB VON I'RIZINLANT. oor, 2g,us d6 inhAt ir nindirl einre br6 noch keinirhande libuar. Des wurdin si bctrubit gar, want si westiii keinen tröst, der si mochte tun irlöst 26,120 von des hungirs ungemach. Zu jungist dise redde sprach zu den andern Hucke : >Ir heYren, ungelucke »hat uns hl gar bevangen. 26,m >Wir muggin nicht gelangen »heim in unsir gcgenöt ; »wir beleggtn hungirs nöt. iß wir vorgen den als ein vi, isö dunkit mich da* bezzir i. 26,130 »daz wir drlich sterbin »oddir icht irwerbhi, »damit wir den üb irnern, >unde nach den \ lendin kern. »Wer weiz, waz ebbintuire 26,135 >an der dit ungebuire »uns noch gesehen von gote sol ! « Der rÄt gevll in allen wol unde heimellchin nach den vlendin slrichin, 26,uo so lange, iinz sl dl quamen an, dfi si aller vorchte än lagen unde sllfen ; und ouch uf si llfen »lande sundir alle wer 26,145 al der sainenunge her nemende vil gar di pfert und waz öt da was roubis wert und qu.lmen vröllch heim gevarn, di vil nach ö vorzwlvilt warn. ml» Von brudir Wernhere dem virzen- den hötneislere. [Dusb. in, 354.] 2«,i5o In des sclbin jaris jage [1324 an Pdtirs Pauls achtem tage [0. Juli der aposteln gote zart zu Mergiuburc hömeister Marl brüdir Wernher gekorn UAü dort von Orsele geborn. Den virze'ndin man in hllt an dem amte, des er wllt wol in ellinthaftir tucht und ouch in geistlicher zucht. Wt Cristmemel wart angestritten. [Dusb. III, 855 ] 26,160 In den seibin zllen virhundlrt Littouwlten quämeu heimelichin bi nachte hin geslieliin Crislmeniil dem liüse zu 26,165 und wolden iz des morgens vrü irloutin und gewunnnn hau, daz idoch wart undirstan : want iz hatte vor di mer brächt den brüdren ein vischer, 26,no daz si dl schicht wol weslin und sich kegn den gestin mit irre wer ouch borgen. Und dö intstunt der morgen und si begondin loufin an ; 26,175 dö sach man sl dl brudre inlpfan mit manchem scharfin pfile, der da bi kurzir wlle manebir manchin in sich slant ; ouch wart ein eddeliue zuhant 2c,i so geslagin, daz er töt da bleib ; daruf ir vliz sich sdre treib, wi si den dannen brechtin. Dftwiddir wurdin vechtin di brudre mit geschozze hart ; •iß ins (jos qUam ;n zorn jer beidin pari unde llfen allintsam begrifinde den Hcham bi vuzen unde hendin und an allen endin 26,i&o und mit gewalt in trügen dan. Idoch ö daz wart gelAn, dö wart ir alsö manchir wunl, daz di zal mir ist unkunt. Von des päbstes legäten. [i)u»b. 111, 356. | Nu lagen noch in crige 26,195 di bürgere von Rige und ouch ir erzebischof, den dort hllt des p.'tbislis hof widdir di brudre zu Liflant, unde machtin wil irkant 26,200 in den stetin manchirwegn, di bi der se lanc warn gelegn, mit brlven unde boten und joch in predigöten %,\V> donhat K. ir fehlt H.n. 22 andren H. 27 wirn 11. t>ri>gg1n 8. rfelltjen D. tot S. 0. 1» lang K. 44 «11* f«hlt 8. Slpaurl.ll. — Cap. 355. crUtreemel II. — 63 Iwjiiamcn D. MwolJnS. »' f. I.U • 72 pargw D. 76 bndr K. H. Ä» »»ehin 6. »36 hart fehlt 8. 87 b*frjff«i II. - C.p. 3\6. pabl.t.* II. - 24,100 manchir wrin K. manchir weyn H. 1 pMo K. frteyn H. Digitized by Google NIC0LAD8 VON JKROSCHIN 606 llzen in den stunden 26,205 daz offinberlich künden den brüdren zu abzugge in gemachtir lugge, daz sich ane vdde diso kunge bede M,2io von Ruizon, von Littouwiu woldin gar inthouwin allis ungeloubin mö und nach cristinlichir e sich gerne woldin loufen l&n; 26,215 nu wolde man ir nicht inlpf&u. Di seibin mer si schribbin und mit boten tribbiu bis an den pabist, der hiz Jöhan, und brächt in in daran, 26,220 daz er hin kegn Liflande . zwene legalen sande, 17t« daz dl soldin toußn und mit Idre sloutin üz heidenischir irrekeit 26,225 dl zwdne kunge vorgeseit. Nü quamen dl legalen dar zu Rige in unsirs hörren jär dd der warn gesundirt zwenzic drlzenhundirt ' 26,230 darnach an des virdeu jage [im an dem allirnestin tage, [22. s^tbr. der nach sente Malheus ist, und gebutten in der vrist von pabistis gewaldin 26,235 vridde vort zu haldin cristen unde heidin sundir alliz vreidin ; und swer da wdr sö vreche, daz er den vridde breche 26,240 oddir ir gewerbe machte nnbederbe entwedir mit worden odir mit tat, der »olde san zuhaut gesät sin in pdhistllchin ban 26,215 und des nicht andirs werdin an, wenne von des pabistis hanl, der mocht intlösin im daz bant. Darnach dd daz was getan, dd santen dl legalen san 26,250 boten wol gezdme und darzu bequeme an wilziggen sinnen hin zu Gedeminnen dem kunge der Littotrwin 26,255 zu hörn und zu besdiouwin, ob sin wille were sö gut und sö gewere, daz er mit der dite undir sim gebHe '^iTvm ^ abgote wolde lan unde mit werde betin an Jesum Cr ist um den* waren got unde leisttn sin gebot intpfande crisiinlichin totif 26,265 um des himelrlcbes kouf, als er hete in vTemde lant brlve manchirwegn gesant und ouch an den pAbist dort, als oflenlichin was gehört. 20,270 Zu in am an im den sin zuggen s us di boten bin. W( Masow daz lant wart vorterbit. (Dusb. III, 357.] Dö der vride was geworcht, als ir itzunt hat gehorcht, von den legalen vorgenant, 26,275 al dl umme&ezzenen lant Ltven, Pruzen, Poldnen, sich vroiten üf daz wenen, daz sl sokiin umbekor.t blibin von urloigo vort, 26,280 als sl hattin mer irkant. Doch iz andirs wart gewaul, want der kung unreine in suntlichim meine vorsleinet was sö harte, 2«,2S5 daz er sich lutzil karte an toirf noch an vridde, sundir hiz Davidde, diwll dl boten bl im warn, mit here kegn Masow varn [i«< 2«,2w> an sente Elizabeten tage. [i».<*. aus«*. Daz lant er ouch mit swinder plage. ubbirreit und inachte mal dö Poltus des bisebovea stat unde dorfir gesundirt 26,285 wol drizig unde hundirt ; und damit andirs erbis vil 179b vorlilgte er gar in dem zil, und waz sich im dakegn wüc. 26,227 rif U. 42 eintwedU K. «IntwHir H. o4r mu «Mir eorrtfirt K. 44 pebkUid«» U. 46 pttott. K. «7 m» wrin K. manehinreyn H. 75 Tnuncwinm K. »9 mwouwe H. 32 uodo 8. M«.U. V7 vartilgcte H. Digitized by Google KRüNIKE VON PftL7.lNl.ANT. 607 daz'ving er alliz unde slüo; 2«,3oo darzü wol driaio plärren, den unreinen narren man da sach vorbrinnen und waz da was inbinnen ; onul, kelcbc, sacr-ament 26,ao5 wurdin lestirlloh zuspent ; di pristir er dä tötte, di raunche cr'mortlich nötte, und an andrin schadin gröz dämitte der hundisgenöz 26,3io Masouwen dö vorterbete, sö ving er unde sterbete da vreisltch in den vristin rae wen virtüsint cristin. Und diwlle hl Davit 26,3is zu Masouwen übte dii, dö sante der Jtunc säldin ler kegn Llflant ein andir her in daz gebit Rositen, daz ouch von den dlteu 26,320 mit brande und mit roube wart gar gemachit toube.. Dl her wurdin beide der crislenheit zu leide von Gedeminnen üzgesant, 26,323 diwll dl botin vorgenant dennoch bi im blibbin und ir botschaft tribbin. Nu set, wl rechte innen cllch schickte zu dem toufe sich 26,330 dirre heidenische hunt, als man e machte von im kunt ! [Dusb. III, 359.] Darnach kurzlich, dö gelac [1324 sente Catherinen tac, [23. Novbr. dö quamen sundir lige, n» e widdir heim ko«n Riße di böten der legäten, di si vor des hätten gesant zu Gedeminnen hin, und ein Littouwe quam mit in, 26,34« des kungis allirhöste man, den er sante sö her dan ; und der selbe heidin mit worteu wol bescheidin sprach vor den legäten %2m.Vi und. alle deu preisten, 26,310 Muowen S. 21 unde far 8. 28 w*ht D. die purk O. D. — 7* wllnitM S. 70 den H. pUw 1) Ruhe, Aufenthalt, Vorzug? Pf. S. 189. darzü vor der gemein«) schar sus von dem kunge offinbar, daz ni von sinen röten zu dikeinen steten noch diweddir in kein lant noch ouch zu des päbstis hant gegangen weren brive diweddir recht noch schive ; er hei ouch nicht suichin gedanc, 26,355 daz er immer wolde wanc getün von sinen goten. Di seibin wort di boten jähen ouch, daz si gehört von dem kunge bettin dort. 26,360 Und als ouch dl legalen di antworte häten vornumen und des kungis sin, si schiden zu dem pabste hin. Wi etsliche stete unde bürge wurden gebüwit. [Dusb. in, aeo.j Girdawcen. Dö unsirs herren jar vorvarn 26,365 tüsint und drihundirt wärn, vumfundzWönzig ouch darzü, [1325 dö vollenbrächte mit gebü brüdir Heinrich von Isenberc der comentür von Kungisberc 36,370 von meist ir Wernheris wegn 179« eine burc, dl ist gelegn zu Barten in dem lande und di Girdauwen nande. Wartenberc. In des seibin järis vart 26,375 von Warmen bischof Ebberhart stifte einre \ est in werc und hiz di nennen Wartinberc, gelegn in der wiltnisse üf dem vlize Pisse 26,380 in Galindenlande. Daz selbe werc volande sin vogit mit büunge snel brüdir Fridderith von Libcnzel ; und dö di burc votkumen was, 26,3*3 pristere er zusamne las und 11z dem heiligen geiste mit inniger volleiste singen eine messe schön. 35 iu K. 63 den pabftte H. — Cap. 300. und de« erttrn aus (pittc K. $3 piitre K. XUMuncn K. bO liril^n K. II. Digitized by Google 608 NICOLAUS VON JEHOSCHIN Und do der heiligen messen d6n •ie,390 quam an daz ewangehum. do sweimte 1 in der burc alum ein tübe wls alsam eü) sne, der dä vor ni keine me" in der wüste was gesen, 2G,:wr. als man dl aldin horte jen. Und do di messe was volant zuhaut dl tübe do vorswant. Gülenslal. Ouch in des selbin jaris strich der selbe brüdir r'ridderich 2r.,40o zu Glottow in der gegenot, als im der bischof gebot, stiftte mit gebüwe eine vestin nüwe, di üf dl Alne wart gesät . 2«,o daz si gewlhte pfaffen, swi den was geschauen in gotisdinste ir lebbin begebn und mibegebbin. mit manchirleic toten 26,4« in bittirllchin nöten von dem lebne schurgelen ; sumeliche wurgeten, dise lebende schunden, di zungen den üz wunden, 26,490 genen di houbt abhakten und hö üf pfelc stakten, daz man üt verro ht und dort schouwete den vreisliehin morl ; etsllche in vorebbele 2o;i95 intlostin si di nebbele und boumc niddirbukten, di spildin unde drukten darin der nable zipfle lazende snelo dl wipfle 2«,mo und si alsö intdermeten ; ouch sumeliche hermetenl dl liddir abschrotende und kegn dem vuire brotende ; ctslichc sl üfhingen, 26,505 ir spil mit in beglngin unde züzin schuzzen und manchirwis vorguzzen quelnde daz gewlte blüt ; sö von der andren cristnenlüt 26,510 nicht vorbaz ich gesprechin kau, wen daz si lotten gar dl man, waz sl der unquAmen ; dl wib gevangen namen ' di in zu vürne tochtin 180* Uru^ gcvolgon mochtin. Waz zu junc was, kranc und alt, daz wart vollen töt gevalt. DA wart manig eddil wib und manch meitlichir üb 26,520 leidir bracht zu meüie. Manc den junevrouwen eine was sö schone und sö zart, daz ein miebil kric da wart - um si von den heidin. 26,525 Den krlc wold einre scheidin loufende her üz der dit und inzwei dl magit schrit. »Nu latc, sprach er, »des krlgis nil ; >vor üch si ii u gelcilit Iii, 26,.'>3o >iclichir an ir neme >sln teil, daz im gezdme !< Di schiebt waz jdmirlich gnüc, doch als sich dö di Sache trüc, so was uuclegclich daz we. 30,535 Noch geschach da jamirs mi : dl clöster gar vorbrunnen ; der reinen clösternunuen, dl gote warin kusch gewilt, 26,440 vorbwten H. D. 60 kwelen H. 70 *en 8. feie K. H. 09 wlppfclc K. II. 20,502 nb« nin H. 19 m%mg K. D. 21 Wann der D. 27 72 heilgen K. 77 «ahen D. SS lebndo S. ftS eipp- i. 3 TU)Tt K. 4 eUlich 8. 8 gowiheto H. 14 tu- X H. 30 ichchir 8. 34 vnzclefelidi H. <) D. i. stiessen. Script, r. P. I. 39 Digitized by Google G10 NICOLAI* VON JEROSCiriN dt tili gar in unvlftte wllt. 20,510 Der solbin gotw heiligen wold eine da bemeiligen. ein heidin in unkusehir pflicht. Dö sprach di dirn : »Ei, tu des nicht, »sundir hilf mlnein Übe, M,5j:. >daz ich des reine hübe t )lch habe sö wlsc vornunst, »daz ich dich lere sulche kunst, >daz dich insnldil dikein swerl.« — »Vil höer mite were wort 26,uo >di kunst«, jach der Littouwe. — Dö sprach sl : »Nu beschouwe >di kunst an mir, daz ist min ger ! »Ein scharfiz swerl la brengen her, »dem wil ich sö besprechin 26,555 >sin snidin und sin s techin, »daz iz mir nicht geschaden kan!« Dö 11z der heide brengen san ein swerl, daz was wol sncitic. »Nu bis«, sprach sl, »gebeitie 2«,5«o »eine deine wllc hl !< DAmit dl magit üf dl kn) vll und uf kegn hünete sach und vil innenclichin sprach : >ö minnencllchir Jhösu Crist, 2*,5«5 »wanl du min wftrir vridil bist, »beware mich armen dlne meit >in umbewolncr reinekeit, >daz mir di cröne blibe ganz >und der himelische cranz, 26,570 >di du meitlichim lebbene »gclobit hast zu gebbene, »und nim, herre, minen geist >uz dirre jamirkeile vreist !< Und dö volant was diz gebcl, 20,575 des cruzis strich sl vor sich tet und zu dem heiden sprach r »Ich bin gereit ; willö, sö slacti !« Dö slüg er eines slages swanc, davon ir ab da« houbit spranc. 2«,.',so Sus bleib bewart d! reine vor unköschllchim meine. 1 Alsulehis jamirs in dem zil übten sl me denne vil ; und dö si hatten sus daz lant 26,5*5 gar vorwustit und vorbrant, dö nam daz tövilische her kegn laude widdir heim di ker, und an alle andre nöt sö hatten sl gcslagen töt 2o,5»o und vurten hin abc in b mit ungohebir habe mö wen sechslusint cristen, di immer sint den vristen blibbin in der heidinschaft 26,595 in pinlkhir eigenschafl. Nu hat ein tnasowsch eddillinc wol vornumen dise dinc, wi si hatten dort geböst ; der was genant Andreas Gost. 26,60« Dem gingen na zu herzen di manicvaldin smerzen, di dl reine rristenheit sus \on den unditen leit ; des wart sin müt darüf voreint , 2«,r,o5 daz er den houbitman vornieint Daviddo dort von Garten, an den diz her pflac warten, wolde tun vorterbin oddir selbe sterbin. 26,oio lind dö sich di littouwsche dlt von den Polenen dort geschlt und heimwart uf dl wüste quam, 26,540 heilgca U. 11 U-meiljrn II. ken bymel II. OÜ bowar K. II. Sl S«i 8. 20,605 houbtmw» H. 0 yot S. U. 4% dikeit K. II. 5l«W«wllS. . U. 86 ttmUrbc S. tu>fi4itcbe K «2 kein hymU t D. W «i»- I) Aus einem sehr unerheblichen Schriftenwcchscl über die Bepründethcit dieser Sage (V H Schmidt in Pischon's miirkischen Provinzialblattcrn. 1818, 1. (95 ff. Pischon daselbst 80t ff. , Schmitt Die keusche brandenbur^ische Noune. Eine historisch-kritische Untersuchung' Aus dem Journal für Deutschland. 1. Bd. 3. lieft. Berlin 1818, mit einer Nachschrift von Buchholz ; Pischon, Recciision davon in den Mark. I'rov. 1818. II. Wissenschaftliche Beilage) erwähnen wir nur die Bemerkung Schmidt - dass sich eine ganz entsprechende Erzählung bei Giraldo Hiraldi von Florenz (zu Ende des XV. JahrL Novello .... per la prima vulta ilnte in luce. Amsterdam 1796. Nro. 5 (nach Sardinien verlegt), und ai:> liiraldi bei l.udovico Domenichi (zu Anfang des XVI. Jahrb.), Deila uohilta detle donnc befindet. Auf hatte dem sie bestürmenden Russen angegeben, der Kranz auf ihrem Haupte habe die Eigenschaft ge^en Eisen fest zu machen. Digitizedjsy Google KR0N1KK VON PRÜZINLANT. 611 Andreas sich dö zuzin nam und reit mit in, als ob er vrünt 26,615 weY, unz im der sUle slunl gevil, daz was ein wazzirvliz, darinne Davit trinken liz. Dä sprengt er zuzim in dl runst1 < und nach vil vreisir abegunst 20,620 zwir ein mezzir durch in stach und damit her abo brach machinde sich an dt vlucht. D& wart von der Littouwen trucht nach im ein hezlich jagen, 26,625 want gnüc der beiden sagen, daz er worcht an im. den töt, und doch sd gehalf im got, daz er von in allentsam ist c gar an alle smerze quam. 2c,e3o Sus in der zlt Andreas Gost tet dl cristenheit üiöst von dem argen echtere, der unzelllche swere in hatte durch des tuvils güf 26,636 vil manche zlt getribben üf und manchirwegn gemachit mat, als ir da vor vornumen hät. Wt Lünenbure wart gebüwit unde ztcü stete. {Dusb. in, 36*1 Ouch in des järis ummeswich von Aldcnburc brüdir Dilerich, 26,6W commentür zur Balge, üf der vlize swalge der Sainen und der Guberen, dä sl zusamne überen, buwte dort in Bartenlant 26,645 daz huis Lünenburc genant, daz den namen alsö hat von dem velde, da iz stfit, und eine stat, dl da gelein ist bl dem huiso Bartenstein. 26,660 Dö büwte brüdir Lüder von Brünswic des stammis her, dö comentuir zu Cristburc, eine stat zu Ilgenborc bin des seibin j&res zit. 26,655 Des sl got gebenedil ! — Nu hab ich mit der golis hant, * als ich mich dä vor vorbaut, dl crönke von Pruzenlant, als ich sl zu LaÜne vant, 26,660 zu Dütsche schribende volent, wit tifen worten nicht behent, want sl vomemen mag ein kint; ouch hän di rimen recht gebint : ist daz man andirs icht dä vint, lai d ^ schriber daran schuldic sint und ich sal bllbin unbehönt. Daran häst du mich beschönt, der Ären kunic, des bis gecrönl und immer si dir lob'gedönt 26,670 von allir creatüren munt ! Nu bit ich, herre, sän zustunt : gib allen herzen, den dä kunt wirt diz buch, der sälden vunt, daz sl in dir intbrinnen, 26,675 brinnende dich minnen, minnende gewinnen den hört, der allen sinnen von wunnenberndir mitewist zu bevän ummözlich ist. 26,oso Di wunne du, vil süzir Crist, in himel allen heiligen bist ! Ö mildir got, gehilf uns dar, dä wir in diner clärheit clär mit dir voreinet minnecllcb 26,685 än undirbruch beschouwen dich und dir lob singin immer tue1 ! Amen und benedicitd ! 2C,ßi3 im jnn H. 19 eawsir H. 35m*Dch8. 36 manehirweyn H. — C»p. 362. lunenberg H. g«buit K. H. unde in »tet« fehlt 8. — 42 rnd' g. 8. 57 rirbant K. R. 68 croaeke K. Pnirxenlant K. 59 ile K. ry« H. 62 and »1 K. H. 67 um K. heetu H. 7! bitte H. m K. 74 lnprlnnea K. inprynnen H. 7« unmetlich H. 81 heii- gen K. H. tat 8. 83dinreK. dynre H. 84 miimenclieh K. — In K. »uf der dritten Zeile nach den SeMui« mit rother Schrift: und wer nicht (die* Wort nachträglich in Schwan ubergeschrieben) spreche domlanys | dem wcnl eines der engen tuys | und du beste getrenke | der keiner dartu schenke. — Dieselben Worte ohne das ,aiehtt unten ata Vorschrift für den Bubrieator (rgi. o. 8. 300) ; daneben tot anderer «paterer Hand : want ti dnehte da» di not | die sieh yu mit t reinen bot | gar tolde werden mate [ yoa »inet tröste« rate. — Deo gracUs Amen H. — Hie hat ein end die cro- nike ton Prewsaenlant D. - Auch die oben 8. 15 erwähnte, ehemal» »u Bonnebnrg befindliche Handeehrift des Du.burg schloee hier; ». Stryjkowski, Kronika Potaka etc. Buch VII, Cap. 6, vgl. Buch XI, Cap. 5 am Ende. 1) D. i. Fluth. i) Vers 86,655-46,680 bei Pfeiffer Nro. 49, S. 4 05. 39* Digitized by Google 612 NICOLAIS VON JEROSCIIIN [|327 [Supplcmeotum ad Dusli. chron. terrae Prussine., Wenne Moringen wart geslifl. [Dusb. suppl. 2.] Dö vorgangen wären gAr tüsent drihundirt zwönzic jAr, 56,6W daz Cristum ein mait gebar, darnAch des sibenden vorwar brüdir Hcrman von Oppin, den man in der zit sach sin des houbithüses spitteler 2«,605 und cometür zum Elbinge, der stifte Morungen di slat nAch meister Wernhens rAt, di an Mauriii dem sehe stAt. dAvon sl ouch den namen hAI. Von Jn pHncipiö erat verbum* . [Dusb. suppl. \ .] »» » Nach uns'rs '«drren jAren dö der vorloufen w Aren drfzönhundirt zwenzic dAmit, dAzü sechse, dö geschach dit, daz der hömeistir brüdir Wernher 2«,7» von Orsele geborn sö hör in eim grözen capitulö salzte In prineipiö daz ewangelium vil her, daz di pfaflen vurbaz mer M,700 iz An undirbreehen n&ch der hömesse sprechen solden in den conventen zu höcs lobes renten der menscheit Jhcsu Crist a«,7i5 unsirs herren, und sö ist, daz dise wort der pristcr lest : »Et verbum caro factum est«, sö suln di brüdir alle mit inniggem valle 20,720 ir venien suchen üf dl knl und ouch alsö halden di, 26,716 d.i Zoi»U, fehlt S. 28,69« 6. unz gesprochen ist i sii : »Nos cum prole pia.< ' — Des seibin juris sich ein kric* 2«,T2i irhiib alsus, daz Lödewic von Beieren, der dA bevoni . römisch kunic was gekorn, von dem päbeste wart gevntzl in bau und des richs entsalzt 26,730 von im. tdoch weiz ich nicht, waz des widdirsatzis bizicht üf den kunic were, sundir di Kömerc in lüden du eintrcchteclich. 26,7:(i Oes hüb er ouch vil meehteclich " sich kegen Longobarden sAn nicht achtende des pAbstes ban, 18* b dA er in der selben zit streit manchen prislichen strit 26,740 behaldende die siggenumft. Alsus er in herlicher kiiiufl nam unz in Romc sine vart, dA er gecrönit zu keisre wart. Darnach der keiser, der scnAl 26,7« imd alle der römische rAt xoreint den pAbst ken Röme lüt. Und dö düwidir was sin mül und di ladunge nicht vom, einen minrebnider sl 2«,750 der Franciseinen weiten und den zu pAbste zelten. Hiran sach man eintrechtic sin beide Gelfen undc Gibbclin. [Dusl). suppl. cap. 3.] Dö driz^nhundirt jAr volvurt 2c,755 wAren nAch Cristes gehurt ouch zwenzic, darzü achte, [nis 2i.ni. alsus iz sich dA sachte, daz Slemilburc hüs unde stat an di brüder von Prüzcii trat 26,760 uud quam in irc haut * 21 ,ht' 8. 3* du er 8. 12 vmt 8. [1326 4) In den amtlich aufgezeichneten Zusätzen Werners von Orgeln (Statuten des Deutschen Orden • ed. E. Hennig, Königsberg 1806, S. 120 ff. : Doxa geseteze saezte bruder Werner der homeister \in& besteti^ete si mit deine grozen capitulo) steht (S. Iii] fast wortlich gleichlautend : »Ouch welle v.r. das man ubir alle den orden noch der homesse vor dem pater nostcr, e man sexte anhehit, U-ze di» ewangelium: >In prineipio erat vcrhuin. mit der collccten ; >Omnipotcns senipilerne deus, din; actus nostros«. Unde so man sprichit : 'Et verbum caro factum est«, so sal man venien unde an -I" venie bleibin, bis fd. i. so lange als) man di collecte gesprichit.« 2) Vers »6,723-26,751 hei Pfeiffer Nro. 50, S. 4 06 f. 3) Die bezügliche Urkunde d. d. Elbingi t32S in die S. I rlutni (25. Mai) belindel sich im Oricirn' mit Siegel im Och. Staatsarchive zu Berlin, wonach in dein Abdrucke hei Voigt Cod. dip). Pros iL «6t. nro. CXXIII, abgesehen von graphischen Verschiedenheiten, wie oftmals y für i, t rur c, Pru«u für Prussia, zu verbessern ist: S. 16t. Erkcnberti commendatoris de Wenden dieli >Bok< statt >Lul Z. 4 v. u. >adjungcntes< — üdern«; Z. 3 v. u. icastri ac territorii«; Z. 2 v u. statt »forsan comf Digitized by Google KRONIkE VON PRUZINLANT. 613 daz e" di brudre von Liflant gebuvvit halten und bevvnnl undc in urloigc da gedont widdir di beiden unz aldar 2H,n.:> wol .scch.-iundsibcnzic jar. Und dö sich in den slunden der bürg underwunden di von Prüzen, si Uzen sän Crismemil di burc zurgiin, r,,770 di meisler Karl e* iiallc zwArn gebüwit wol vor vumfzen järn [un den Litlouwin durch gelwanc, di man ouch serc drabe dranc in Iribende vil schaden zu 2ts775 beide späte unde vrü ■82 c in manrhirleie wisc, dAvon di hüsir spisc hatten undc nidzis w6. Diz (et den Littouwen vve ; '2ö,"so des wurden si von herzen vrö, dö iz sich gevügcte sö, daz di burc dirniddir lac. Im oust an sente Pölirs tac [i. Augutt 1328 wart Cristmcniil gar vorstört. 211,7*5 Di^sache der Störunge hört : iz hatten RlgeYe durch nit angetribben in der zit mit listen manchirhandc, daz der pAbist sande 26,7,7a5 daz si gär von gestrüzen urloigis sich inthalden sohlen und vriddis walden dri jär kdn den Littouvvin, bin den der pabist schouwui 26,soo mochte, ob si willcclich zu Cristö wolden kiVcn sich, als em von den Rigören mit offenlichen mären 26,&02 en S. 23 woldr, ursprünglich wolden 8. und mit briwen vor der stunt 2«,sor> ofte wart gemachet kunl. Ouch man den seibin vridde bi des bannis vvidde1 zu haldin bin den vristen kegen allen cristen 2c,sio hörte dö gebiten den littouwschen diten, dl der botschaft wilden. Aber wi dö bilden 183 d di Littouwen daz gebot 2f.,si5 des pabstis. daz irbarme gol ! als man cntsiib wol in dem zil. Swer ganz di rede vvizzen wil, der suche ein teil zunicke wart in der örslen crönken part 2ft,wo nichte verre von dem endo ; da vindit man gonendc, wie iz bin dem vridde gi ; doch sö wolden hüben i di brudre, als in gezam, 2«,*25 dem pftbiste gehörsam baldende, als er si hiz. Dö ging en ouch ab der geniz des roubis und ouch andir nutz, davon si hatten undirschutz 26,s3o der libnar von den heiden üf den bürgen beiden Cristmemil unde Memilburc. Des müst ir eincz abeschurc nemen, want di kost zu gröz 26,^35 den brüdern was, der si vordröz sö ledeclich zu tragen bin den vriddislagen uf den hüsim bedirsit. Sus man Crismemel in der zit 2B,Kio liz vil schedelich zugAu und Memilburc bleib stän. [Dusb. suppl. cap. 4.] Dirro burc Störunge mit vorbezöchenunge was vorbewisit wol ein jar nienti« I. »eotiferenti» ; S. 162. Z. 4 >mancipandis< ; Z. 4 »diligenti de consilio et consensu salubribti8< ; Z. 7 in magistrum ; Z. 9 muiu-eios« statt ■ internuncios« ; Z. 19 v. u. Emmcrbcke; Z. 9 v. u. >strckvus<; Z. 8 v. u. »luccorumt; Z. 7 v. u. »marca«; Z. 3 v. u. •Kossilhuyt. ; >Luderus de Brunswyc trnparius«; Z. 2 v. u. .Cristhurr«; Z. 1 v. u. .Lulerberc«; S. 163. Z. 1 >Kuncgesberci — .comniendator Gol übe ; Z 2 — >dominus Honrieus«. — Einige Verbesserungen gab bereits v. Bunge im Liv. I^rk.-Buch. III. Rrgestcn S. 51 (dcrTcxt stellt daselbst II, 226 f.) aus einem Uriginaltratissutnpt vom 19. November 185* im Staatsarchive zu Stockholm. 1) Eigentlich Baumreis, womit man etwas binden kann, Seil aus frischem Holze; >bi der widei = unter Androhung de* Hungens; vgl. Zicmann Mbd. Wörterbuch S. 6<0. Digitized by Google 614 NICOLAUS VON JEROSCHIN 28,845 in sulchir wls wol offenbär : in eiiirc demcrunge geschach, dä man üfgön di Sternen sach, an einer äbentstunden, daz dri brüdre stünden 26,mo üf dem müshüse 1 zu Crismemil und irsähen an dem himil i88a so hin üf daz norden, daz sines loufcs orden und sinen natürlichen ganc 26,865 ein stern liez und nam den swanc in vil snellir tlc vart zunicke kön dem östen wart wol bl hundirt schricken wit. Dä bestünt er in der zit 26,660 nicht wandimde noch her noch dar. Des Sternen lange wile war die brüdre nämen in der stunt ; Idoch er umbcwegit stüut an der stat, dl er vinc, 28,W5 unz ir iclich dannen ginc vordrozzen der beitunge. — [Dusb. suppl. cap. 5.] Ouch vor ein ertbibunge* des seibin järis dä geschach, dö man Crismemil abbrach, 26,870 der dt entsahen wart aldä und nindirt andirswft. Sö gröz was daz crtbibben dö, welch gebüde da was hö, daz wart also geregit 26,875 und wankinde bewogH, daz alle, dl darüffe warn, sich mochten vallis kuim bewArn. [Dusb. suppl. cap. 6.] In den selben zltcn sach man von Prüzin riten 26,880 sechzic brudre sö hin dan ken Garten imd dritüscnt man ; und dö si quämcn vor daz lant, und in wörllch wart bekanl, daz dl burc gewarnet was, der hergreve dö üzlas vlrhundirt man, als im gerit der brüdre sin, dl daz gebit zu Gartin ubbirrantcn, dä roublen undc branlen. 26,mo j;n(j j6 s\ (|az gChertCn, 1 8iS n vil sncl sl widdirkerten, dä sl daz her hatten gelän. Des andren tagis dä wol wän di Littouwen häten, 26,895 daz dl brüdre gäten widdir heim ken lande, und sich iclich wände an sin arbeit sundir vär ; dö sprengete daz her ouch gar 26,»oo in daz vorgesprochnc laut, des von in wart ubirrant, släude zu der wile undc liernde wol sechs mile. Und dö sl dannen karten, 26,905 der edilsten von Garten ein teil sich züzin namen und mit in danne quämcn mit kinden unde wlben. Bi virundachzic Üben 26,910 was ir, di in volgten dan. di man sint sach den touf entpfän [Dusb. suppl. cap. 7.] • Ouch in den selben ziten dl brüdre zu Kagnlten wol mit achzic mannen 26*915 hüben sich hin dannen durch gelucke üf den stic kdn der burc zu Putenic, darüf des andrrn tages vur warn zu werlichcr kur 26,920 und zu beschirmis vrumen zweihundirt man sö kumen von Littouwen gesten, darabe nicht entwesten di brüdre noch ire schar. 26,925 Des volzugcn sl unz dar und des morgens, dö der lac üfbrach und dl diet dennoclt lac »Sc in vil süzis släfis stis, dö platzten sl ouch in daz hüs . 26,030 zu Putenlken tougcnllich und wacten manrhin bitterlich, der dennoch vil samftc slief ; want waz nicht irre hant int lief, iz werc kint, wib odir man, 82 do fehlt 8. 91 i) D. i. = Refcctorium. i) Ein anderes Erdbeben in Preusscn u. s. w. berichtet dcrCb? nist zu Wolfenbütlcl (s. u. S. 623) zu 1335. Digitized by Google K ROM KB VON PRUZINLANT. 615 26,035 daz sach man si vil gar irslän. Dö si daz volantcn, daz hackilwerc si branlcn und sich dannen wantcn. [Dusb. suppl. cap. 8.] Darnach kürzlich, als irgän 2«,»40 diz was, abir ir man di von Ragnitcn nänien und hin l*en Oukayu quamen, dö ir reise so gerit, daz si bi slafcnder dit 26,945 daz vurburge irstigen unde dennoch vunden Jigcn Littouwen üf den bellen gniic, di ir swert vil gar irslüc; und alliz, daz driuno was, 26,900 vil deine des iclit genas, iz wöre man, wib odir k in t ; swin, schöf, zigen odir rinl, swaz entweich dem swerle, daz vüer daz virzcrle, 2«,05i want si brauten iu den grünt daz \ujburgc zu der sinnt. Vir man sach man den lib öl nern, di üf der rechten burc dö wem. — [Dusb. suppl. cap. 9 ] m Medewagen sich begab, In unsirs herren jaren 2f.,a60 dö der vorgangen Waren tüseut und drihundirt ouch zw^nzic 'drtif gesundirt, unde in dem nunden darnach [1320 in Pruzenlant man kumen sach "is 14 von Lutzc'burc greven Jöhanne . und kunic zu Bemcn ; siuer manne gnuc mit im quamen in dem zil und andre hcYren 1 vil zu übende* da golis were, 26,»7o als der herzöge von Valkenberc und dl gre\eu von Liningen, von Nuwenär und von Olingen, von Höenlöch und von Wilnow, von YVirzcburc und von Hanow, 26,975 von Schowenberc, von Yalkenstcin. a Mit disen herren ouch gemein quam der von Kerpen, von Gern, von Hötenslcin, von Damesca. Ouch sach man damittc sin 2e,9feo den burgrdven von Donin und darzu manchin ediln dein von dülsdien landen manchirwein von ritlern und von knechten, di allo wolden vechten 26,985 widdir dl Littouwen zu lobe unsir vrouwen. Und dö di höiren vorgenant kumen warn in Pruzenlant, dö lüt meister Wcrnhdr 26,9<»o zusamen ouch daz sine her, daz warn achzentusent man an di zu vuze pflagen gan ; damitte warn gesundirt brudre wol drithalbhundirt. 26,995 Mit al dem volke zöch er hin kdn Littouwen uf den sin, daz or si wolde sweeben und Gristum an in rechen, des namen und des cruze 26,953 iwert S. 54 vinert 8. 79 tn&n fehlt 8. 98 I 1) Peters des Suchenwirt Ehrenrede auf den östreichischen Ritter Friedrich von Chrevzpeck {d. i. Krebsbach) ed. Primisser. 45. (XIV) erzählt von diesem, dass er zweimal in Preusscu gewesen sei ; zuerst V. 188 ff. nach italienischen Kämpfen des J. 1326. 'Darnach so für der werde man | von Pehem mit dem kunig Julian | gen Preuzzen in der haiden lant ; | di ersten vest, di man berant, | dö rittert er vil manigeu vor; | er was der erst an daz lor. | Der Christen herlz di manheit lott, | daz man di haiden des erndt | mit Sturmes chraft, mit häufen j daz sich do liezzon taufen | wol fünf tau- senl haiden. | Si wurden auch geschaiden | von sechs vcslen, als ich hah | vernom, di man in stürmet ab. I Man was untz auf den ayluflen tag | in dem lant, als ich ewsag.« — Darauf zieht er nach Tours in Frankreich zu einem Turniere des Königs Johann von Böhmen mit dem Herzog von Bretagne. — - Trolz einiger Abweichungen in den Zahlenangaben (der Canon. Satnb. o. S. 287 lasst 4 Burgen ver- brannt, die fünfte zerstört, Dusburg 6000 Littauer getauft werden) ist die Identillü der Heereszüge nicht zu verkennen]. Arn 40. Januar verliess Johann Königsberg (C. S. o. S. «87) ; am 4. Februar wurde Medc- wagen zu belagern begonnen, am S. Februar war es schon erobert und wurden die Liltauer getauft. 3) Infinitiv in niederdeutscher Form. 3) 4 329 lebten von diesem Geschlechtc nur noch zwei Brüder, Otto, Domherr von Hildesheim und Magdeburg, und der letzte Graf, Burchard (•{• gegen 4 334), der um 13t 9 aus dem geistlichen in den weit! eben Stand zurückgekehrt war; vgl. A. F. H. Scbaumann, Geschichte der Grafen von Val- kenstein am Harze bis zu deren Ausgange »332. Berlin 1847. S. 100 IT. ; L. v. Ledebur, die Grafen von Yalkenstcin am Harze und ihre Stammgenossen. Berlin 1847. Stammtafel I. — Digitized by Google 616 NICOLAUS VON JKROSCHIN 17,000 si haben zu gehuze 1 virvolginde di cristen. Nu quäinen in den vristen ist m di harren mit dem meister *A ken Littouwcn und aldä 27,005 eine burc belügen, dt hiez Medewagen. An unsir vrowen äbint, sö wir dl höehzit h;ibint, ji. Kfbruir di lichtmesse ist genant, 27,010 wart dl selbe burc berant und gesturmet vil hart. Sö lange daz getribben wart, unz darüiTe di buredit sich zu erwern trüwetc nit. 27,oi5 Des rifen sl dö alle * mit eime gemeinen schalle, si wolden gerne toufen sich unde leben cristenlich, ob man sie wolde leben län 27,020 und zu. der cristenheit entpfan. Dl rede wüc der meister dö2 und di bn'idre \il unhö, want sl wol kanten iren uuit, daz si mit nichte blibben gut 27,025 mit getwange so bekart ; want den wulf von siner art man seiden mac gezemen, er cnwo-l ie nemen, blzen unde zucken 27,030 näch sinen alden tucken, ob er sin di statc hät und vri in dem waldc gat. Doch sprach der kunic von Bemin, man sold si nicht vorvemin, 27,03.» sundir des toulis si gewern, alse man si horte gern ; daz düch in billich unde recht. Dö volgetc der meister siecht dem kunge und den andirn hern, man solde si gote koufen, und liez si da toufen, von mannen, kinden, wiben wol bl sechstüsent üben, 27,045 di ouch da gisle satzten und mit eiden bevatzten, si wolden vurbaz ebin cristenllchen lebin. Doch nicht über lanc darnach 27,050 den geloubin man si sach vorwerfon cristenlicher e ; und bliben abir wolf aU 6. — Wi Colmenlanl wart gehert. [Dusb. suppl. cap. 4 0.} Bin der zlt und üf den lac (1329 1. k«vt. als man dirre dinge pftfce 27,055 dort mit den Littouwen, dö liez der kunic schouwen von Polönen, der Loket, sine valscheit, want er let # widdir slnes mundts eit 27,wo und siner br»c Sicherheit, di er e dem meistre wac durch vriddis vest üf einen tac, als den machte zwischen in der kunic von Bömn üf gutin sin. 27,065 Diz alliz wart von im zutraut, want er zog in Colmenlant mit sechstüsent wepeneru und pflac darinne hem vlentlicli näch sinre macht 27,070 wol vumf tage und vumf nacht mit roube und mit brande, imde sich dö dannen wände. Nu merket ebin und »dt, wi leserlichen dö tet 27,075 Loket der valscho vurste in nek lieber turste. Ein siecht herzöge was er vor ; 184 c nü hatte nültch in enpor gcrukt an höer wirdekeit 27,080 des p&bstis vorbesichtekeit und einen kunig in gemacht, daz er näch aller siner macht der kirchen und den cristen sold in kumftigen vristen 27,0*5 und des gelouben sin ein schirm , > widdir allin ungehirm und ein getrü'we vorv echter. Nü was er ir ein echter unde pflac di neisen 27,000 in vienllichen vreUen, di beide Hb unde gut wägen gizende ir blüt, 27,02 1 blibbe 8. Gl bem 8. 71 lctirüchcn nun do S. 1. ,w4nl för m»n ? 78 raulich S. 1) D. i. Spott. 2) Vers 27,010-27,031 bei Pfeiffer Nro. 5t, S. W. Digitized by Google KRONIKE VON PRUZINLANT. 617 üf daz sl den gelouben beschirmen und betouben 27,095 des tüvils heideniscbo her, dl den cristen sin gevdr ; und duz daz ergcstc was daran, dl wilc der meister was hin dan mit dem klinge gevarn 27,100 von Bornen und übende warn in st rite kdn den beiden sich durch gote döswar inneclich, dA volbröcht er dt bösheit, als üch ist dä vor gescit Wi Wischgrod wart vorbrant. [Dush. suppl. cap. 42.] 27,105 Als in deulronomiö2 got unsir herre spreche so : »Min ist dl räche.« er da quit, >und ich in widdirgclt in zit,< doch larle Mathatias 27,uo der ein wArer minner was gotes und der golis «5, dö im züginc des tödis we\ sine suno, dl er sach bederbt mit vinden, undc sprach: Vsi 4 'B^enkit üwerre vetre werc, »dl sl taten sundir geberc >in ires lebins zlten >an tugenthaflcn striten ; »und um der vetre erbe 27,120 >st£t in strlte bederbe ; »so nemit ir grdz achberkeit »und eines namen ewicheit ! »Andit sundir schände »üwirs volkis ande 27,125 »mit stritlichen handen »an üwirn v landen I »Ein widdirgelt in gcldit siecht »und vorvechtit üwir recht »und ouch üwir leben, 27,130 »üf daz ir nicht beneben »von üwirn erbin wert zustörl !< Dirre guten Idre wort 37,103 in 41 und 8. und der noch vil vorgit dl schrift, namen in des herzen grift 27,135 der meister und di brüdre dö und berllen sich also, daz sl woldcn Prüzenlanl, daz 6 was üz der beiden haut mit unzellicher kosl entnumen 2-,uo und an di crislenheit sö kumen, beschirmen meulich unde wem und den gelouben driune nern, der dö in lustiger vrüte mit manchis ediln manuis blute 27,145 gepflanzit wol becliben stünt vruchbernde gote zu der stunt, vor kuuge Lokete, der des begunst dort hele, daz er laut und gelouben 27,150 wolde gar betouben und di brüdre sturen dan, dl den gelouben da vorslan. 183» Des samenle darnach ein her der meister ouch mit starker wer 27,155 und sante daz üf andirsit der Wizlen kthi der somirzit in ein des kuniges gegenöt, dA lag ein hüs, hiz Wischcgrot3. Di burc bewonten in dem zil 27,160 ubiltetiger lüte vil, di mit grözen ungevügen beroubten, v Ingen unde slügen der brüdre lüle, swer si warn, di zu schiffe solden varn 27,iß5 di Wizle niddir odir üf. Diz triben si in stolzir güf manche zil und inanic jär und warn ein ubirlast vil swAr von Prüzenlanl den lüten, 27,170 der si vil pflägin büten sich trigende üf den Loket, sl solden von im wol geret werden üf der vcslen, di nü von den geslen, 27,175 von der brüdre here wart 76 herewt 8. 1) Dusburg Suppl. c. 41 hat Jeroschio ausgelassen. 2} 5. Mose 32, 35. 3) Zu S. 21 7 Aom. vgl. uoch Rzyszczewski und Muezkowski, Codex Poloniac diplomaticus II, 709 sq. nro.DI. (Varsaviac 1852), wo König Wladvslaw Jagello in einer Bcstatigunnsurkundc von der »ecclesia Vissegradiensis alias Fordancnsis< spricht. In der bestätigten Urkunde selbst, von 1349, kommt der letzlere Name noch nicht vor. In der Bestätigung durch Sigismund August von 1366 heisst es a. a. O.: .in oppido nostro Fordan, antiquilus Wissegroth nominato«. — 1*24 freilich schenkt König Wlariysiaw der Stadt Fordon vier Döi-rcr bei (prope et circa) derselben, darunter Wyssegrod o. a. 0. II, 830. nro. DLXIV. Digitized by Google NICOLAIS VON JEROSCHIN 618 belegen und geslurmct hart mil bilden und mit mindern. Diz sach man wol dri tage wern, daz dö itil bleib ir mü ; 27,t*> des v irden tages trat ouch zü der brüdre lier dem hüso mit vrechis Sturmis pnisc vasle den berg üfetigende, däwiddir jene engende 2;,isi würfen unde schuzzen und irre wer genuzzen, sö si beste mochten adir kundin. Zu jungist doch hegundin di brüdre legen vüer an, 27,1 w davon ouch di bürg uiipmn. l»sb Daz vüer wuchs s6 lange, unz in wart sö bange, di in der burc inbinnen warn, daz si alle wer vorbnrn 27,195 und viien üf di planken. Dö wart ir höchvart cranken ; want wer intrinnen wold der bruust, der wart dä büzen mit Ungunst empfangen in vil manic sper, 27,200 di in des lebtns maelitcn 1er. Swen man dä nam gevangen, den was iz wol irgangen, der idoch küm achte was. Der andern dikeinre genas ; 27,205 noch al des hüses habe quam nie nicht her abe, iz vorbranle allentsara, want iz dem vüere gezam, mit der burc unz in den mist. 27,210 Sus Wischegrod zustürit ist. An dem mäntage diz geschach, (2v. Mai? als man di erüzen tragen sach. Ouch bleib al da vor Wischegrod von Bondorf brüder Heinrich toi, 27,215 des grab zun clöstirvrouwcn zu Colinen mac man schouvven. [Dusb. suppl. cap. 13.] Des seibin sumirs wart gesanl [law ein andir her üz Prüzenlant sö hin ken Brist ü» daz gebit ; 27,220 dl des dö vonniden nit, sin machten iz al um di stat mit brande und mit roube mal. Und dö diz was irgangen di, vor eine burc sl vilen da 27,225 und woldcu dl gewinnen. Und dö des dä inhinnen entsühen di burclütc, sl wolden ire hüte 185 c behalden ganz ; hivon sl abe 27,230 dingten Hb und ouch ir habe und ouch zugen alsö dan. Dl burc den brudern bleib dä stAn. Darnach daz selbe her vurbaz vür in dein lande und uromesaz 27,235 dri audir bürge, di man ouch mit stürme snel dänidder zouch und in asche wante. Des lebeus man ouch blantc alliz, daz darülle lac, 27,2»o want iz dübe 1 und roubis pflac und was öt ein volc unrein. Der selbin bürge hiz dö ein Nakel, dl daz her gewan, darüfle sö was houbitman 27,2« ein rittcr, der hiez Heinrich unde hatte ie gevlizzen sieb, daz er sich roubis nerte und ouch daruf körte alle sine macht sö gar, 27,250 daz er niraandis wolde war • mit schönunge nemen. Er liez im gar gezemen pfalTm, leien ebin. begebin und unbegebin ; 27,255 di annen zu den riehen pflag er bitterlichen schinden und betrüben und jämir an in üben. Den seibin dä dl brüdre 27,2<>o vingen in dem lüdre; und dä man vrägin in begnn, warumme er sö vil getan hettc sulchir ubillät, dö sprach er : >Niinan widdirtrut 27,2C5 »mir des mit Sträflinge >noch ouch mit zuchligunge.< 183 d Alsus vil laslirs dä gebirt vriheit, wä man di zucht vorbirt. — 27,179 5 Hb und gut, st.it unde recht und alle ir handvesten siecht, daz dAmittc werhen er mochte gar nach sinre gcr. Und da diz alsus was bericht, 27,370 dennoch wold der meister nicht in dl stat getreten, unz dl burger he'ten an der stat der müre .cranc gebrochen drizic clafter lanc 27,375 von oben niddir üf dl grünt. Damitte man ouch in der slunt ebin vulte dl grabin ; und dö des hatte entsabin in der stat zu (lige ein wlb, 27,:»80 ,q wa 0 wdaz er herin nicht kumen kan >weddir durch pfortc noch durch tor, >als ander leite taten vor, 27,as5 >und man im rnüz in dirrc zit >den inganc machüt also wlt.< In des seibin jares vrist darnach dl sunne leit gebrist in dem heumandc so man list, 27,300 daz der oust kumflig ist unde pflit sich wenden in sibenzen kaienden ; [mo !6. Juli an des tagis sechzender stunt wart dirre gebreche kunt. [Dusb. suppl. cap. 17.] 27,895 Darnach d<\ der herbist quam, kunic Loket an sich natu als sines rlches rlten, dl er in den ziten zusamne mochte bringen. 27,400 Darzü sach man bedingen • in üf soll strilere vil ; so sant im daz selbe zil der Ungarn kunic durch helfe ger [mo wol achttüsent w^pcneV 27,105 siner undersezzen. .Mit dem here vormezzen zög er du gewaldeclich in Colmenlant und legte sich vor di vesten, bürg und stat, 27,410 di beidersit den namen hat, daz man si nennet Schönensö ; doch intet er ir nicht we" mit dikeinis Sturmis schür, sundir dannen vurbaz vür 27, di mit im genant her dan 27,435 warn dem kungo vorgeseit. Dem irschein di edele meil Maria unsir vrouwe in einis troumis schouwe in Cohncnlande, dft er lac 27,140 und üf slmo bette pflac släfende der nachtrü, im sprechende zornlichen zu alsus mit Worten herbe : >\Ves wüstis dü min erbe 27,445 »mit dines volkis lütc, >daz mir mit reinem blüte nnanchis cristen vor der vrist »gekouft und gepflanzil ist ? >I)ü enzlhes hinnen sän, 27.r»o >sö wizze daz sunder wän. 27,305 und S. OS m*h S. 7.1 di mure cranc 8. ; cranc itttt •> H. W und brumm 8. 32 U er, »latt h*r 8. TJmkrci». «.3 widdir 8. 91 und 8. 27,411 Digitized by Googljj KRONlhE VON PRUZiXLANT. 621 >daz kurzlich mit grözir nöl >dln lebcu nimmel Husen tut !< [Dusb. suppl. cap. 19.] Di wile dise Ungern Iii, als ich dA vor wizzen Ii, 27,455 in Colmenlande pdAgen hern, m* du säch man dort den kunic körn von Ungern mit heres oraft üf einen kunic1, der im gehaft solde sin mit dienste zu 27,400 und d&widir strebele nü. Den woldc er betwingen und in gehorsam bringen. Nü mü.sten zln dl Ungerin du ob ein gebirge, daz was hö, # 27,«5 vil enge wegc in daz laut, daz dem kunge was benanl, want da enwas kein ummeslic. Und da dl Ungern sus üf kric in daz rieh waren kumen 27,470 und schufen iren vrumen hernde beide her und dar, da namen ouch des iren war al dA di lantgebüre ; want di wären süre. 27,475 Sl vlün üf daz gebirge mit al irme gespirge* und, waz si zu den stunden grözir boume vuntleu bl den wegen her und dar, 27,490 dl durchsnitten si gar mit^agen al durch den kern. DarnAch dö di Ungcren gern wurden heim kein lande wart und quamen üf der berge vart 27,4w und dö iz di gebüre zit düchte sin, üf beidir sil der wego si dl boume al wegeten ; in vreisllchcm val einre je den andirn slüc 27,4M und üf daz volc mit valle wüc, s6 daz der Ungern her sö grüz slner wer du nicht genöz ; iz wurde meist irslagcn tut. 187 k AI sus räch unser he'rre got 27,49s an dem von Ungeruu di not, ■ dl er unbillich irböt sinre müter lande, da er sin volc hin sande, daz si iz gar vorterbeten 27,5oo und darin enlerbelcn di dülschen brüdre, di den müt hau, daz si üb unde gut wägen in allen vristen durch den beschirm der crislen 27,505 kegen den Litlouwen zu lobe der junevrouvven, di lütir als ein glas gebar Cristura, di wäre sunne cl.'ir. Von meister Wernhcrs lüde. [Dusb. suppl. cap. 20.] Ö w ö, 6 wo ö wc und ach ! 27,5io Des seibin jaris daz geschach au sente Elizabeth Abenl, (1330 ig. den w ir üf den wintcr haben! 8, daz ein brüder, der Julian was genant und sü her dan 27,.M5 üz Sachseu von Eindorf geborn, Hz sich siner erge dorn und ouch den tüvel schunden zu sö vormeinten sunden, daz er, inweiz nicht durch waz, 27,52o slnes heiles gar vorgaz, recht als ein mensche sunder sin vorwerfende zumAle Hin Hb, selekeit und öre, und brüder Wernhäre 27,5X"i von Orsele zu lüde slarh, den man Hömciätcr wesen sach ob dem dütseben orden ; den sach man in morden zwischen slnen knechten al. 27,530 Zu Merginburc geschach der val 187 e in dem erüzegange, dA er »Ach dem gesange der vesper üz der kirchen trat und irstarb ouch an der stal. 27,535 DarnAch man in sö hin hüb 27,504 d'8. 19 s. 27 den 8. 35 dar noch S. 1) Dies bezieht sich auf Karl Robert s ganzlich missglückten Zug gegen die Walachen. 2) D. i. Gesellschaft; vgl. o. V. 25,148. i) >In octava saneta Martini hyemali« ist oben S. 219, Note 4 irrthümlich erklärt. >Hyemnli< be- deutet hier nicht stürmisch, sondern speeißeirt nur den Martinstag im Herbst; der Mnrtinslag im Sommer, >aestivalis,« d. i. die Translatio S. Martini, fallt auf den 4. Juli, vgl. u. a. Weidenbach, Calen- darium historico-christianum medii et novi aevi. Regensburg 4855. S. 200. Digitized by Google 622 NICOLAUS VON JEROSCHIN zu Margen werder und begrub. Got laze des tödis pln stön vor alle di sunde sin ! Ouch man den morder alda vinc 27,540 und ein recht mit im beglnc. Eiä, Jöhan, eiä, Jöhan, sich cbin, waz du hast getan ! Du hast den namen din vorslurzt und an wirdekeit vorkurzt, 27,ms want Johannes qult sö vil, sö man den namen duten wil, als : »in demc guade ist.a Döswär der was an dir gebrist, du der von dinen hcnden starb, 27,.v.n der ie gcnödicllchen warb mit dir in rechtir dömüt und was kön allin lülcn gül. O wö, Jöhan, ö wö, Jöhan, du hast vil ubele getan ! 27,.%» Kain sluc den brudir shi ; noch grözir ist di schulde dtn, want dü irmortis gatir 1 brudir unde vatir, dd du den meistir sluge, 27,&oo mit dem du gliche trüge eines ordenes ablt. Zu brudre gab dich im dit ; darubir er din vatir was, sint man zu meistre in irlas. 27,565 Ach, Jöhan, ach, Jöhan, du häst lastir gröz begän ! Herödes hlz hl slnen jarn töten sines selbis harn ; 187 d böse gnuc was di geschieht 27,570 und doch dirre gliche nicht an ercllcher missetat ; want gewalt der vatir hat zu kastigen den son vil wol ; abir der son den vatir sol 27,575 ereil und vor ougen hän. Jöhan, des hästü nicht getan ; des bistu kumen in den bau, daz ich dich müz gemeinen unde dem unreinen ! 27,580 Nu helüt alle weinen disen reinen vurslen gut, der ane schult aus göz sin blut ! — Wi Pnldnen wart geherl. 187« Dö Cristl jär mit zal irschein2 tusent drlhundirt drizic ein, [im 27,5r. di wisen gobltere und manch bnidir gewere dort von Alcmania 27,630 unde von Liflandc sA in dem houbthüse quAmen zu Mergenburc zusaiueu mit den von Pnizenlande, alse sie besande 27,635 der bnidir, der dö was gesät zu haldene des meistirs stat, und in bescheiden hatte vur, daz si volbrechtcn dl kur üf einen hömeisler, 27,640 der dA wör ein rcistcr * obir dem dütschen orden. Zu räle st da worden, 188% daz st gar eintrcchticlich sundir allen widerswich 27,6*5 weiten an dl erc briidre Ludere, der an gehurt des stammis zvvic was der herzogen von Brunswic. Sus von des ordens anbegin 27,65« den vumfzönden hömeistir in man mit zal du nande und in Pruzenlande der einundzwenzigsle er was, dem man nieistirs nara üz las. 27,«» Di meistirscliaft hilt er in pflage vir jar, sechs woehen und drj tage.1 Dirre hömeistir Luder alle stnes vllzes ger zu gotis dingte k^rte 27,M)o und daz söre mörle, hörte unde zirtc und mit ztriioit wirte an allirhande vlate mit buchen und ornalc — 27,oc5 und wos sa was behüf zu gotis lobe, er daz schuf. Er legte erst den vullemunl zu Mergenburc, dA sint der stunt di Capelle wart iif gesät, 27,670 di nu in schöner ztrde slAt uf der burc dA obe in aller heiligen lobe. Ouch satzte er vil söleclich, daz man solde tegelich 27,675 gote zu lobis reuten in des ordins coventen eine vrumesse halden t unde ouch ordenliche di singen mit den noten 27,6ho einen tac vor dl töten, 188« den andern von Marien der odeln wandils vrlen. Des seibin jaris quam ein visch2 üz der sö strichende risch 27,c>5 durch daz hab in den Pregor, der keiner gesehen dA vor was in Pruzenlande. Der visch sich ufwart wände unz vor di stat zu Kunigsbcrc. p335 LlÜ. April [l33l 27,fi34 al, 6. M Ft. ■M> »plbrwh» 8. 50 vmuf.cn S. 63 tUdU ». W rUch 8. 4) Die preussische Chronik zu Wolfenbültel schreibt dem Hochmeister Luther 4 Jahre 7 Wochen 3 Tage zu. Venator (Historischer Bericht vom Marianisch Teutschcn Rilter-Orden. Nürnberg 4 680.*°.) S. 95 scheint die Stelle jenqs Autors auf irgend eine Weise gekannt zu haben, versteht sie aber falsch, indem er Luther, statt am Dienstag »in der neunten Stunde, wie Christus selbst,« am Freitag sterben Ittsst. Nach der Grabschrift im Königsberger Dom (ein Theil der auf dem Grabmale liegenden Stcin- figur ist abgebildet auf dem Titelkupfer zum Atlas von Gebser und Hagen, Gesch. d. Domkirche zu Königsberg und dauach bei Vossberg, Gesch. der preussischen Münzen und Siege). S. 56) bei Gebser und Hagen 1, 413. II, 255 starb er am 18. April, da 4 335 Ostern auf den 16. iiel, an einem Diens- tage. Die Angahe Jcroschins würde auf den 4. Marz 1331 als Tag der Wahl führen, die des Wolfcn- büttler Annalisten auf den 15. Februar. Die Wahl geschah indess nach Wigand (falsch zu 4 332) am Sonntage Invocavit, d. i. 1331 den 17. Februar (vgl. auch Tüppeu, Historiogr. S. 270) ; was mit Jero- schins »nach dem aschtage«, da Aschermittwoch der Mittwoch vor Invocavit ist, übereinstimmt. Man würde also für Luthers Regicrungszeit 4 Jahre 9 Wochen 3 Tage erhalten. — Die erwuhute preu- ssische Chronik befindet sich im Cod. Guelferbyt. Augustea7. 1 1. fol. und wird in einem der folgenden Bande abgedruckt werden. 2) Vgl. ebenda Cap. 19 zu 1380 : >Anno 1330 in fluvio Prigore circa pontem Königsberg visum fuit cetus habens in longitudine 20 pedes. Aliud postoa oomparuit in fluvio Nogato habens lougitudi- nem 12 pedum, qu,od captum fuit.« — Digitized by Google G24 NICOLAIS VON JEROSCHIN, KRON1KK VON PRUZINLANT. 27,690 Dö sach man in sundir geberc wol zwfinzic vüze wesen lanc. Damach nam er den ummcswanc, dö er der brücken enlsüb, unde sich zunicke hüb 27,695 widder kin lobet dä noch vil manirh . man«; von einer Schlacht etwa 1419 (V. 1 101) >daz ist noch manchem (statt manchen, manne kuntc; von Lenge w in, dem SemgaUenhHuptlinge (um 12 45) V. 2722, dass dessen Namen von Alters hör manchen bekannt sei. V. 1120 f. wünscht er der Seele Herzog Albrechts von Sach- sen Heil von Gott ; der Herzog starb H60. Sehr allgemein sind Andeutungen, wie V. 1 588 den Hussen tbäle dio Schande von Vmmenkulle (1228) noch weh ; oder V. 61 8 noch freuten sich Er- ben darüber, dass Bischof Albrecht Leute mit nach Livland brachte. V. 1728 spricht er von den 1287 heimkehrenden Pilgern und wünscht ihren Seelen Heil, sie seien lebend oder todt ; das liesse genau genommen für die Abfassung dieser Zeilen auf eine Zeit schliessen , innerhalb der Miinner, welche 1227 schon streitbar waren, noch am Leben sein könnten, also etwa höchstens 50 — 60 Jahre nachher. Ganz abweichend aber von den übrigen Andeutungen steht eine in V. 799 enthaltene da, welche noch der Erklärung bedürftig ist. Der Clironist spricht von den Kämpfen der Ehslen I 209 und wie Emme, eine ehstnische Frau, zwei Ordensbrüder zu Velin vom Tode gerettet habe. »Emme und Viliemcs ir man, ir beider s£le ich gutes gan ; sie hat (so; min dicke wol gepflegen. Got hdrre, dlnen süzen segen gib In vor alle ptne durch die gute dineN Eine zu künstliche Vennuthung wäre wohl, an eine Stiftung zum Seelgeräth des Ehepaares zu ge- schriben in «ler kumentur zu Rewel durch den Ditleb von Alnpeke in m"cc"lxxxxvi jär«, welche sich an und für sich schon weit eher auf einen Schreiber, als den Verfasser zu beziehen scheint. Ob sie dem Texte ganz gleichzeitig sei, ist nicht milgetheilt, wie auch über die denselben be- Digitized by Google Lirl« Rclik.] KROXIKE VON PRIZIXLAXT. BEILAGE I. 627 gleitenden Randbemerkungen weder von Bergmann noch Brotze Auskunft gegeben ist. Viel- leicht dürfte sie erst aufgezeichnet sein, als es eine D. 0. comturei in Reval gab, d.i. seit 1 3 i 6 . Die Form »kumentur« für Komturei scheint ein Unicura zu sein. Der Titel auf dem Vorsetzblatte (»Der Ritcrlichcn Meister und Bruder zu Nieflant geschieht, wie sie von wegn des Christen glau- bens, vom tusent hundirt und dri virzig iar an, biss vf tusent zwey hundirt neunzig iar mitt den heiden golt zur ere, inen zur seien Seligkeit gofochlen haben«) ist sicher modern. Kallmcyer glaubte den Schwerpunkt von des Verfassers Aufmerksamkeit in Ehstland zu finden ; wahr- scheinlicher sieht ihn C. Schirren (Der Verfasser der li\ landischon Reimchronik ; in den Mitthei- lungen aus dem Gebiete der Geschichte Liv-, Ehst- und Kurland s. 1835. VIII, 19 — 83; wir verweisen überhaupt auf die dort gegebenen ausführlichen Zusammenstellungen) in Kurland. — Ohne ungerecht zu sein, anders als etwa durch Verschweigen, steht der Reimchronist durchaus auf der Seite des Ordens und ist dessen warmer Anhänger. Aber selbst für die Hel- dentaten der Heiden hat er gerechte Anerkennung. Ein gelinder Spott gegen dio Geistlichkeit (freilich der Gebrauch des Wortes »Pfaffen« ist kein solcher, wie Schirren annimmt) berechtigt noch nicht, ihn entschieden davon auszusehliessen ; Schirren bemerkt übrigens, dass derselbe sich gegen die RegulargeLstlichkcil kehre und will einen Mönch in ihm sehn , sogar mit kühner Vermuthung einen in der Chronik selbst genannten Cistercienser Wicbolt Doscl. Neben mündlicher Ueberlieferung hat der Verfasser Urkunden, aber wohl auch Sterbe- listen nnd andere chronicaHsche Aufzeichnungen des Ordens benutzt. Die trefflichen Erläute- rungen, mit welchen Kallmcyer die Glaubwürdigkeit im Einzelnen beleuchtet hat, sind auch in dem Folgenden vielfach benutzt worden, wie schon in dem Vorhergehenden Einiges aus der seiner Ausgabe vorangeschickten Einleitung. — Eine UDiniUolbaro Beziehung zur preussischen Historiographie hat die livländische Reim- chronik noch dadurch , dass sie mehrfach in Werken derselben als Quelle benutzt erscheint. Besonders durch die nach dem früheren Besitzer eines Exemplares s. g. Zamehlsche Chronik vom Ende des xrv. Jahrhunderts (bei Voigt G. P. oft: »alte preussische Chronik«) wurde sie in die preussische Ueberlieferung hinübergeleitet, dann aber auch am Anfange des xvi. vornehm- lich durch die Hochmeisterchronik. Spater machte der Danziger Historiker Stanislaus Bornbach (geb. 1530 f 1507) einen ausgedehnten Gebrauch von ihr (in seiner Preussischen Chronik, Danziger Archiv bibliothek fol. LI. II). 7.UT Beschützung der neuen christlichen Pflanzung in Livland und zur Ausbreitung des Evangeliums unter den Heiden hatte Bischof Albert von Livland 1802 den Orden der Schwert- brüder (fratres railitiao Christi, gladiferi, swertbrudere) gestiftet. Der zweite Meisler desselben, Volquin, wandte sieh jedoch bereits, wie auch Dusburg III, 28, o. S. 65 angiebt, (wohl 1229) an den Hochmeister des deutschen Ordens, Hermann von Salza, um eine Vereinigung seines Ordens und dieses mit grösseren Kräften auf sichrerer Grundlage bestehenden Institutes zu bewirken. tPf. 1846 ff. —185*.] Da want er alian slaeo müi, Der gute Meister Volkwin vernam nnd andere brudere sin von einem ordon geistlich l, 4850 der were gerecht und erlioh, zu dem dütschen hüse irhaben, daz sie die siechen soldcn Iahen und ouch wären riltere gilt. 1) Bereit« V. 717 ff. war von dem D. O. die Bede. 4 855 daz sin orden queme zu in. Des sante er an den pnbe&t bis sö lange, dai sin wille ergienc, daz sie das dütsebe hils entptiono. Darunder bleib er leider töt, [vim. 1860 als ez got ubir in gebot. Volquin fiel am 42. Septbr. 123 6 mit 48 Brüdern im Kampfe gegen die Littauer. Alsus nam meister Volkewln 4900 daz endo und ouch die brudere sin. Er was meister, hörte ich sagen, nunzen jar bie stnen tageu *. lr hat daz alle wol verston, waz got geoddeo hdt began 4965 bic sincr zit, dos weiz man vil, davon ich nicht me sprachen wil. [Pf. 1U57-Z014.] Von dem grdzen valle die cristen wurden alle da zu Nietlande uuvrö. 4970 Die brüdero ganten über do bolcu ; deu was harte gäch, zu dem wisen manne von Salzaeh, der des dütschen hüses meister was. D6 man die brive vor im las, 1847 roikewyn H. 04 tut geaada U. 13 oueh werde ritt'« U. 74 geU* B. uor »m U< H. &4 «Jle H. 5«. h' »n d*i H. 1043 tUe daj B. dw Ml* H . 40" Digitized by Google 628 NICOLAUS VON ■JEROSCIIIN fl.nl. IVU. 4 97*1 er triste die boten und sprach: (Wir sullon diz ungemacli »durch gol von himclrichc tragen t )lcli sende in kurzollchcn tagen • als«'» vil bnidore dar, 1980 >dii/ wnl irvulU'l wirl die schar.« Capitcl er zuhaut gehet vil 8110110 durch die seihe not. Vil mimieclichcn er dö hat lieplichen au unses herren stat 198ä die kummentüre uhir al, daz sie disen grOzcn val hülfen u/richlcn. i\Vir nutzen mit in pflichten ;• sprach er, »sie smt uns gegeben der hatte tugenthaften sin, zu meister wider in daz lant , hrüder llcrnian Balko* was er genant Man suchte die besten brüdore »lö, 8000 die mich der vertc wären vrö : vier und vumfzic helde wert. Urs, kleider und pfert gab man in vcdlentlichen. Sic \üreri hovelicheii 2005 kegeu Niellande. Dar quamen sie Ane schände. Sie cnlptiengen wirdccl leben beide arme und die riehen ; ir wart gclröstot wol daz lant. 20t 0 Die gotesrittcro alzuhanl, ir zeichen legeten sie darnider; daz swarze erüze entpfingen sie wider von dein dütschen husc dö. Des wart des landus meister vrö 20 »5 und alle, die von dütschen laut mit im wurden in gesaut. 1990 nimmer mo, die wllo wir leben ; xlaz ist recht nach geistlicher kure. • Wir suln uns alle sehen vure, xlaz wir die besten brüdere dar ■ senden!' Daz gesebaeb vil gar. 1995 Sic weiten einen under in, 1) V..l.|uin regierte von 1209—123«, also 57, nicht 19 Jahre; vgl. g. u. L. I, 735. 74-1. 2) Hrrmanu llalke war hl« daliiD Meister in Preussen grweicn; «. Dutburg II, Ii; o. 8. 46. dischm Amte, tagt «11c KiinKhn»tu\(V. 22'M IT.) : ,da» Mch «aget um vorwar, da« U werte lUlke riet.' — Bei einer Zusammenkunft, welche der Meister vonLivland, Andreas von Steierland (1247 — IS.*;:t). mit dem littauisclien Könige Myndow auf dessen Wunsch in Littauen hatte, versprach er dem letzteren im Falle des Uehertrittc.s zum Christenthumc ihm vom Papste (Innoeenz IV. die Königskrone tu verschalTen. Nachdem der günstige Bescheid des Papstes Pf. 35ll-3iS3. der Dauer aeinee Ii v lin- der meister Uz dö machen mit vil riehen sacben 3545 dem kunige Mindouwea 11 ixl Marten siner vrouwen zwd erönen, gar von kunslen ricli. Er hatte nach bischuve Heinrich hin zu Prüzenlanl 3550 sinen boten vor gesant. Der bischuf wart der uiere vrö ; zu Hige an den meister dö ipiam er vrölich geriten. Dö wart lenger nicht gebiten : 3555 sie hüben sich üf die vart kegen Littouwen wart. Pfaffen unde hrüder dar quamen an des meisters schar. Dö sie quamen in daz lant, 35C0 man toufto und wlheto zuhaut* (1253 Juli den riehen kunee Mindouwc und Marten sine vrouwe. Der kunic was der cröne vrö ; 3565 rtchlich in stno hant rlche unde güte lant in slm kuuicrlche s&n. Dö daz ailiz was irgan, der meister pfaffen und hrüder Hz 3570 zu Littouwen unde htz, daz sie daz volc leiten sö, daz ez zu jungest wurde vrö. • Der bischof und der meister sän und aller beide undertan 3575 ritten widor in ir lant. Siis wart dio reiso volant. Nü wil ich aber vurder sagen. Der meister kranete an den tagen , daz was dem höben meister kuut. 8580 Er »ante in vil snoller stunt von Seine hrüder Eberhart * hin zu Nieflando wart. Dö er quam zu Nicflant, (1142 Mite daz amt gab im üf zuhant 3585 meistor Andres, daz ist wAr. dem meister gub er mit brlven dö 1) Wegen der hier berichteten Krönung Mlndowe* rS\. besonder« E. Bonneil, L'eber einige Ereignisie au* der 1 teil Koni« Mlndow's von Littauan. II. Abtheilung; in den Mlttheirungen au« dem Gebiete der Geschichte Uf, Ehst- und Kur- Ishii. IX. 2il— 2'JU; welche Untersuchung besonders auf den «ahlreichcn einschlägigen Bullen Papst Innoceni IV. fvnlIcUndl«; bei Turgcnew, HWtorira Runiar tnonuinrnta Pctropoli. IHK. I, »gl. Ton Bunge, Llvlknd. Urkundmburh) beruht, K* gibt daraus hervor, da»» Minduw* wohl schon vor dem 17. Juli m Anfang de* Jahre« I2S1 getauft vrar, an welchem Tagender I'a|Mt ihm lur Bekehrung GlGck wünscht und du Königreich LiUau«u, «owie alle datu neutueroberodan Laader In Brchl und lUgenthum der römischen Kirche, und ihn nebet seiner Kamille in den apostolischen bchuti aufnimmt. In einer anderen Bull-- von demselben Tage befiehlt Innoceni IV. dem Bischöfe (Heidenreich) von Kulm, Mindowe tum Könige Littaucns und aller d*a Ungläubigen durch ihn entruseueu oder noch tu entrclaeenden Länder iu krönen, jedoci» unter der Hudingung, das« Mindowe und dessen Nachfolger stet« anerkrnnen tollten, da« Königreich Littauen und die erwähnten in das Recht de« h. Petru« aufgenommenen linder vom pabttUcben Stuhle erhalten ia haben. In einer dritten Bulle von gleichem Datum heitst der Pabat den Bischof von Kulm, einen Bischof von Littauen «u weihen, nachdem der König ein Stück Land «am Haue einer Cathcdralkirche nnd genügende Ausstattung für dieselbe angewiesen habe ; femer diesem Bischöfe, welcher immediat sein «olle, noch dem beigelegten Formular den Eid der Treue, abiuix hmen. Schon am 15 Juli I2ul hatte er demselben Hcidenrrieh befohlen, dem neuen Bischöfe «owie den andern G-UUlebcn In Ltttaucn Milde und Naeh«icbt («ei Eintreibung der Zehnten vonuschreiben. — Heidcnreicb von Kulm war, wohl auf der Uinrehe 12S2 in Kurland (Ift. October «u Goldingen ; Livl. Crk. I, 307). Auf den Juli 1263 als Zeit der 1 1978 kumllchin II. S4 vns, t II. 00 wile das wir B. »6 hatte fehlt H. 90 brudlr kl do II. Z003 voUecUcbrn H. 7 wirdecliehe II. H arm vß rlche H. 12 «y do wed' IL 13 wo den duttten H. IC mit in B. Mit en U. •— 354» hia Pf. fehlt II. Gl myndouwenll. C6 Bich B. H. «7synH. 70 «tut H. 7S kranthe B. EL 7» dat wa« de I 81 von synym B. U. ein stnenPf. everhartH. 6o andri« Ii. LM. Rdik.] KRONIKE VON PRUZINLANT. BEILAGE I 629 »riw iwei Orkanen Mindowe»,die eine(I,. ü. 1, 33.1, Nro. CCI.1I.) Ift datirt vom Juli 1253 „in Lettowia in curia nostrn'* in Ge- genwart de» Bitchofc* Heldenreich und de« Meister« Andre»»; die andere, vielleicht nur Entwurf, ein Handehprivileg für die I.it- tauer(S.R.L. 1,752 f.) 1251«, wi« im Teste »teht: „tn die — <|U> per minUterium — H.Cnlmen*i> epitcopi — ol.-o »pernio i« runeti rejjni »ueerpimuj dyadenia". — Verdächtiger Web« nennt ein« Urkunde Mindowe'« au« der Mitte de» Juui TJOilJ. d. l-cttoviae in curia ncwlr*, auch Ileidcnreich und Andrea», lowio noch iwei andere Zeugen au» jener obengenannten von 12.VI alt Z< ugeri. — AI» < Irt der Krönung Mindowc'» vermuthet Bounell auf Woruta. — Wegen der Schenkungen von Landgebiet dureik Mlndowu an den Orden, luleUt l'iüu rveutualitor »eine» ganivn Reiche* Tgl. den III. Alwchiiltt der angeführten Abhandlung vonlKnncll. t.o Ut dort vmurbt worden, naebiuweiaen, da»» au»»er etwa bei einer der Torhandenen acht Urkunden dincr Art ein Verdacht dcrTikUM-hung und Unterschiebung durch den Orden kaum aniunehmen »ei. Zu den vielen Abdrucken der Urkunden k.uuen in neuerer Zeit noch die einiger bei DiialWtiki Lite« I, Pö»naniae 1t>53, 1, b, Sl». 4t. 42. II, 3!> — 13 mit einigen licmerkenxvcrthrn Abweichungen. — 2) Kberhard von Sayn war nicht wirklicher Meiner von Livland, welche Würde Andreas neben ihm beibehielt, Hindern DeuUchmeUter und (auanahroiweise) Stellvertreter de» HochmeUtert in Livland und Kurland ; 8. R. L. I, 7 .VI. — (Andreno) „tem- pore f rater Kverhardus de Seyna preeeptor Alinanie a generali tnagütro tniuu» fuit in Livoniara cum plcnitudinc poteitaU*" nagt richtig Hermann von Wartberge. — Eberhard von Sayn, Grosseomtur (als solcher im Oriente Ihiiliß 1219. 1 157 ; 1250 vor Dainiellc, inzwischen auch Deutschmeister), war von Mitte 1S58 — Ende 1*53 neben «lein liv- Uuidischen Meister Andreas Stellvertreter des Hochmeisters in Livland. Er wird von der Keini- chronik kurzweg Meister von Livland genannt : Pf. 3623-3652. [1252 8640 dü die Mime! und die Dange in ein ander sliezen 3625 Der meister aber mit eim hcre üf dem strande b! dorn merc karte hin gein Kürlant. Die reise im sust gienc enhant : er karte gein der Mimeio wart, 3630 daz her was aller vrö der vart. DO sie üf die Mimcle quämen, ir herberge sie nAmen üf der Mimele kein dem mer; da lederte sich der brüdere hei. 3635 Der meister wider unde vorl reit biz an der Dangen ort, da sich die wazzere sliezen und in ein antler vüezcii. Do arbeitte man s6 lange, und zusamenc vliozen daz daz hüs vollcnquam*. Zuhant er die besten nam, 36*5 die er bi im hote, untle bosatzte drülc die burc mit güten mannen. Sint reit er von dannen. Er halte zu der selben slunl 3C50 über des wilden meres grünt mit koken vil der spfse bnlcht, als er halte vor bedacht. . Dö wart daz hüs gvspUel wol, sö ich die warheit .sprechen so). 1) Wegen de« im XIII. Jahrhunderte hienach dttrehau» von den heutigen abweichenden Verhaltet.»««« der Memel «urI)anÄe und der nordlichaten Thcile de« kurieefce» Haff» «. Voigt O. Pr. III, »7 f. Anm. I ; vgl. Beitrage (ur näheren Kenntnli» de« Me- mclscbeu Hafen». III. Heft der ftaminlung einiger Denkwürdigkeiten von der königlich l'reu»ci»chen ImroedUt - SUdt Memel. Konig»bcrg 17112. h*. I, 157. I«12 f. und J. Schumann N. I*. T. 11. III, 160 f. 2) Kine Altere Memelbitrg, welche auch »chon von Samen und Littaucrn gemeinsam angegriffen worden war (I,. U. I, :1I7), lag am MemelBune gan» nahe der See (Voigt O. P. UI, 6S f.). Am 2'J. Juli 1252 vereinigen »ich Kberhard von 3.i)n und der BUcbof Heinrich von Kurland wegen der Bankosten der neuen, wegen gcwi»«er Itauidatie in der Stadt und gewiwer Landc- reien (Voigt Cod. I, 87, uro. XCi). Andere Urkunden von Bciug auf Meutel a. a. O. uro. XC'II, XCIII, XI VIII und in I.ivl. Urk. CL'XXXVI, CCXXXV1I, « CXLI, CCXLIV, CCXLV; vgl. ferner Toeppen (Jeographic h. 222. Du-burg *upple:iicntiiin c. 3, oben. S. 214. Kalbncycr bemerkt 8. 751, das» der Zug F.berhard« wohl nur den Zweck hatte, die letite Befestigung der Burg tu leiten und aie mit Be*aW untf iu v*?ri»ohpu, da or iinmöglick mit dein Hccrp während d*?4 gniifvQ Baues dort gen Min könn«. wi256 zu Rige komen, als ich & las, LJ 3725 do wart den von Samelant von der Mimele bekant, daz dd lege ein vesten mit vil sworen gesten. Sic sprächen : »DA wol wir hin varn, 3730 »keinen man ddvor sparn!« Zuhant wart ein rischer hell von den Samen üzerwell, der reit wol die richte und halte in slner pflichlc 3735 zweno gesellen harte stolz. Vil risch quAtnen sie in daz holz, daz üf die Mimele stozet. Der eine sprach : »Xü verdrdzet!« (er wolde alleine riteu vort.) 87 »0 Dö er gesprochen hatte «laz wort, er rürtc daz pfert mit den sporn ; einen berc, den er erkorn risch er den üfreit Pf. 3721—4082. und sach über die Mimcle breit 3745 eine burc gebüwel. Er sprach : »fiz berüwet >alle die cristen, die hie sint. »Sie dunken mich der sinne blinl ; »sie sint sunder witzen, 3750 >wencn sie hie besitzen. >Ich vreue mich, daz unser lant, »daz Samelant ist genant, >htU so manchen rischen man, »der mit urlouge kan 3755 »harte wol gebaren. »Diz kruinnest wir zwaren »wollen zu kleinen stucken »in kurzer wilc drucken! »Die lülc, die darülTc sint, 3760 »man, wib unde kint, »die wolle wir mit lt\zen »die kleinen unde grdzen »unsen goleu senden; »tlaz enkan nimant wenden !< 2620 karte H. 30 da« er WM H. 31 mymil II. 33 mpnil II. 35 vn II. 37 wai/e H. 40 do dy in>mil in d) n. 12 cjuaarnmyn H. 51 «pite H. »piUe Pf. 53 ge»piiet n. ge»piUct l*f. — 3741 rurte, faat wie ,ructe' ausruhend U. de »porn U. 45 gebuyt II. 46 beruwit H. 58 rucken U. dtucken Pf. Digitized by Google 630 NICOLAÜS VON J EROSCH IN [LM, H ^ 8765 Dartnite reit er alznhant, dA er stne gesellen vant ; don sagcle er die mAre. Daz was in harte swero. DA sie wider quAmen 3770 zu Samefcnt, sie nAmen die Samen, die sie santen c zu der Mimele. »Ez tut uns wef« Sprüchen die boten alle dri, »uns wonen hAse geste hf. 3775 »Nd sult ir uns vil wol verslAn, >waz die brüdero hAnt Rettin : isie hAnt mit cranken dingen »(darummc in misselingcn »müz) eine burc vollenbrAcht, 3780 »daz sage wir uch wol bedacht ; >dic wolle wir abebrechen, >an irmc llbe uns rechen !< Die wisten, die sie hAtcn, zusauine sie trAten 3785 von den andern zuhaut. Der eldestc linder in vant einen rAt in allen, der was in wol gevallen. Oannile traten sie wider, 3790 zuhaut die besten sAzen nider. DA ir sitzen was bereit, der eine sprach : »LAt Ach sin leit, >daz die brüder uns hAn getfln! »Disen rat solt ir verslAn ; 3795 »ich gebiete fleh bt der hAsten kur, »die lieh dicke ist geleget vur, >daz ist hl dem llbe, idaz nieman bcllbe, xler den schilt getragen mac, 3800 >üf einen bescheidenen tac, >er envare gein der Mimele wart »mit uns ; nieman wirt gespart. c Die Samen alle wurden vro. Ir anlwurte was also, 8805 daz sie sunder widerwort mit vlize wolden alle vort. Ir einer vrAgcn began, wie manchen schilt sie mochten hAn. Die Samen sprAchen alle 3810 in vil grözemc schalle: > Wir bringen über daz gevilde >vierzic tusent Schilde. »So machstü prdven, ob du wilt, »ob immer der Samen schilt 3815 »unrechtes sich muge erwern. »Wir wollen ouch mit schiffen hern, »die wir dA bAnt gebuwet. >UI wAne ez sie bcrüwet.t Nicht lenger von in wart gespart; 3820 die schif, die gein der Mimele wart sohlen, die wurden schiere bereit. Daz was den Samen nicht leit. Die Samen aber bAten die besten, die sie hAtcn, 3825 daz sie nAch in quemeo, wenne sie verhornen, daz sie in der Mimele wem. 8835 38(0 38 t 5 3850 3855 3sg;s 3870 3S7;> 3S80 38H5 3S90 Darmite begunden kern die Samen üf daz wilde mer. Ein teil vür ouch ir her mit schiffen oben um daz lant, dd ist daz Vrische hah* Darmite kerten sie dd zur Mimele unde wdrn vrA. Dd sie mit schiffen quamen von dem mer, und vernAmen die brüdere der Samen mot, der enduchtc sie nicht gut. Sie wären komen zu der zit beide durch stürm und durch strlt. Dd sarh man Samen also vil, daz sie wAren Ane zll. Sie hatten dA mit schiffen die Mimele sA begriffen, daz man darüber mochte gan. Daz enwart nie mer potAn. Die Mimele ist ein wazzer grAz ; dA man schlf za schiffe slör, dA wart ez zu allen stucken bestellet sam sie brücken hetten über die vldt geleit. Daz was den brüderen vil leit ; sie bereiten wol ir wer. AI die wile quam daz her der beiden d,1 von Samelant. Sie träten abe sAn zu lant und tiämcn schilt unde sperr zu stürme stdnt ir aller ger. Sie drungen unde trAten zd der bürge ; sumellch zu vrü hatte des morgens üTgestAn, der in dste dA zu pfände län den Hb, den er dar hatte brAcht. Alleine er es nicht hatte erdAcht, daz geschach doch manchem dA. Sint nntrAten sie nicht »A nd. DA sie hatten verlorn ir lüte, dA wart in zorn, daz ie die reise wart erdacht. In disen dingen wurden brdebt ir liitc, die dA iAgen tAt. SAn ir wisle in gcbAt, daz sie die tAtcn brenten und sie von hinnen seilten mit iren wApen ungespart; sie solden dort* ouch herevart unde reisen rlten. Des geloubeten sie bie den zltea ; der rede volgctcn sie mite, wen ez was der lute Site. L'f hAr zuhant sie trAten ; ir (Aten, die sie hAten, die branten sie mit irme zöge (vorwAr ich nicht enlögc) : spere, Sc hilde brunje, pfert, helme, keyen , unde swert brantc man durch tr willen, darmite sohlen sie stillen den tüvel in jener werldc dort. SA grAze tArheit wart nie gchArt! 37R5 dftrmitte H. 75 ü trt H. tuot Pf. 73 drk II. 75 «nllit II. 15 edeUUs Pf. W hoch«? I?. 97 dem« H U8 Pf. nyinant blibe H. 3*101 numil FI. 2 njmant H. 3 wiume II. C Tlj*«be H. 7 vragrn Pf. bevragvn H. H »S»- tnen'Conjectur; dcrijnyH. 17 wlrergantt. 22 tynjn II. 23 seinen II. sorncist. 31 Tjrl. J«M>4. 32da» UtdaiH. 3 t l>u- mitte II. 3.*» 1. ,mlt den schlfTen'? :»7 >rm» II. 38 enduchten II. 41 *rin? II. 50 mm ein B. Geatcllit »am d\ h. II. :.0 rahmt n. abe alle tu lant H. 67 unde II. 6« «tonne II. G7 da B. da« ry II. »&, 4»W7, 4023. 74 »ic frtlt B. rn >> i ic) uon II. 76 ouch dort hrruart II. 77 und reise B. undo reiten II. 78 gctobillen sy by H. M Of hur II. vi vornar II. Digitized by Google l*Wl. Renk.) KRONIKB VON PRLZ1NLANT. BEILAGE I. 631 :i 9 1 39*0 Die bniderc üf der borge dö wurden algemeine vrö, daz in got helfe hatte gesant. Die hciden, dö sie hatten gebrant :j«95 ir töten, dö ritton sie dan. Dö was trdric manich -man, der gewundet von dannen schiel. Den Samen dö ir beste riet, daz sie nicht verberen, 3900 alle, die da* weren gewurfen «der geschozzen. die soldo man unverdruzzen vören wider zu Samelant in schiffen vaste unimo den strant. 3905 Die schif wurden bereit und die gewunten darin goleit. Sus vüren sie von dannen mit scbifTcn und mit mannen. Dem meistere von Nieflant 3910 wurden brive gesant, wie ez zur Mimelu ergangen was. Do man die brive im gelas, er sprach : »Mich sal nicht trägen* ; >m)n leben wil ich wagen • durch dise suche, die ich Ii An »veruomen !< Er liez hüten sdn mit briven riten in sin laut, den kummenturen lün bekant, daz er die Samen wnldo hern, und wolde in daz bewern, daz sie den hruderen hatten getan, die zur Mimele wareji gelän. Du die brive waren gelesen den kommen türen : »Ez sal wesen !< 3035 sprächen sie mit willen ; »Wir wollen gestillen • die Samen in vil kurzer slunt.c Sie taten iren lüten kunt, daz sie wolden reisen, 3930 wittewen und weisen machen mit der gntescraft. Dö daz volc die botschaft hatte gehört, ez vreute sich mit grözer vreude sicherlich 3935 und wart vil wol gemeit und zu der reise bereit. Dö quam ein hovelicbez her der cristen bic daz wilde mer. Der meister und die brüdere sin 3940 und darzü manich nil^crin waren vrö der herevart hin kein Samelande wart. Der meister und die brudere sin, daz lanlvolc und die pilgeriu 3945 zogeten hovelichen hin kein Samelanl durch gewin allez üf des meres strant ; daz was den Samen unbekaut. Dö daz her zur Mimele quam, 3950 meister Anne zu im natu der brudere von der bürg ein teil, allez durch des bei es heil, wan iu waren bekant die stiege dd zn Samelant. 3955 Daz lant ist ummevlozzen, des hdnt sie dicke genozzen ; an eime ende daz wilde mer, dd enschadet in kein her; an den anderen sllen 3960 mac niemant kein in strtleu : dd vlüzet ein wilder wdc, tief und breit ; er machet tröcB ; die dä mit den schiffen vam des sumers, vil körne sie sich bewarn. 3965 Kein der Mimele dd get zu ein hals'; dd qudmen sie vrö mit irine here hovelich. Des vreuten die cristen sich. Dd wa,s ein vil grözer hagen 3970 von den Samen vorgcslagen7, J der was gröz unde dicke : dd enwdren nicht deine rickc", dd wdren bounie sö gröz, daz sit vil manchen verdröz. 3975 Sie wären sö gevellet, daz ez was gestellet, sain ez werc ein bolcwcrc. Ez was ein ungevuyez werc, daz von den Samen was gemacht. 3980 Vinster was ez sö die nacht und gienc von des meres strant wan in daz Vrisehe hab '. Zuhant träten zö die cristen ; sie enwolden nicht gevristen, 3985 sie hiwen den hag enzwei. Darumme gdben sie ein ei'*; daz tdlen sie gar line wer. Onlenlichen lag ir her. Dö sie hatten geslngen 3990 und gehouwen durch den hagen einen riiiu zmn.'i/en gröz, daz her sich zuhant ontslöz und karte in daz lant. Dö wart den Samen bekant, 3995 daz sie wären verladen" mit gesten, die in wolden schaden. Die cristen slögen Volkes vil unde ndmen dne zil roubes vol die bände. 4000 Sie täten ouch mit brande den Samen grözen schaden. Sic hatten gutes vil geladen in derue laude, daz ist war ; sie triben zusamuc gar 4005 den roub, der dd geuomen was. Under des zusamne las der höeste Same die vrundc sin. Er sprach : >Wir suln liden pin ; >wir engclden daz in kurzer vrist, 4010 >daz uns nü gesehen ist.« Der Samen quam ein michel schar, man wart an in wol gewar, daz sie irzurnet wären. Sie sprächen offenbaren : 4015 »Wir wollen underriten • den hagen zu disen ziton, 3801 brud' II. U2 waren II. »3 bolfe II. 00 diu B. do H. manch H. 99 «einen U. reit II. 3004 vm II. Kl ba- ten II. l'J wnca II. 22 warn II. 23 die fehlt II. 21 kometuirn ii «olde weain II. 3» with«»weii unde II. Ul machtau B. 'SS bio B. 39 vnde brud' II. 10 nanah H. 41 herrart H. 12 beyn kege tamlande II. 4 1 bru- dir «jn II. 44 die fehlt II. 4U iu mimil II. &1 bind' II. ttl »jrn wedirwaf II. 02 macht II. 63 warn II. 64 1. de» »turiDe«? wie B. ril Br. und Pf. wy H. 66 mytnll U. 69 Da« wai U. 70 it*a* H. 74 »int H. 70 tnnl II. SO I>iu»tcr II. Sä tnbiwen B. «y hiwen H. Tnl cawey H. 5S Ordelichln II. 8« Pf. jetrafan B- «• »1 I>« *i«h iu haut cnUloe II. b'J bende II. 40OU brende II. I eemen II. 3 dem H. U II. 4 iu aamynne H. 5 dt r roub H. 7 froude II. 8 leiden H. II fernen II. 13 woren H. 14 ofllnbare H. 15 wolden rndirreythen II. Digitized by Google NICOLAI* VON JEROSCHIN [Li*l- >sA sal man den crislen »an keinen dingen vristen, »man gebe in volleclichez gell!« — 40t0 >Nü ritetvrisch üfdaz vclt, »daz vor dorne hagen lit : »dd sö habe wir den strit ! < sprach der besle under in. Zuhant karten nie hin 4013 unde machten wider den hagen, dd daz her was durchgeslagen , wan sie wosten daz wol, daz sie wolden den zol von den cristen nemen dd 4030 und nirgen anderswd. Die Samen waren bereit zu rechen ir herzeleit, daz in was geschclicn, als üch nü ist verjehen. 4035 Do der meistcr vernani, daz der Samen her züquam, er und alle die hrüdere sin, daz lantvolc und die pilgerin natzten menlich sich zu wer 4040 snelle kein der heiden her; als ich daz büch höre sagen. Die Samen wären vor den hagen komen mit vil mancher schar. Do ir der meister wart gewar, 4045 lenger wart do nicht gehiten ; durch der Samen her geriten von den brüderen wart zuhaut. Man sach da houwcu mauche haut , dA hArte man swcrlc dingen, 4050 daz blüt .sach man dringen durch vil manche brunje gut ; sie guzzon beider wegen blüt. Vil manich cristen halte dd heil : ir hieb sich dA ein teil 4055 aldd selbes durch den hagen ; ein teil wart ir doch gcslagen. Der meister hieb sich durch daz her vasle kein dein wilden iner ; doch liez er in der selben not 4060 ein teil sincr brüdere tot. Waz rbubes vor genuinen was den Samen, als ich itzunt las, der wart in geuzlich wider. Ir wart ouch vil geslagen nider, 4065 e der slrit ein ende nam. Der meister mit ndlen quam durch den hac bie dem mer. Verschroten was im ouch am her in der reis« zu Sumelant, 4070 als üch nü ist bekanl. Die veigen lagen dö dänider. Meister Anne karte wider mit simc here zu kürlant allez bie. des mores strant. DA er quam zur Mitnele, man lohete got vun hiinele, daz er üz dem strlte quam. Sin her er aber zu im nam und quam zu Kigc mit der schar, sus saget uns daz büch vorwdr. Die cristen, die zu Samelant wurden geslagen^nnt werender hant, die bevele ich alle gote ; sie stürben wol näch simc gcbole. 407J •10»0 i ) vgl. u. iu v. 3*w>. 4) 8. t. a. betragen, d. i. 7) Ein Vertan <)uer ober 5) l). I. Veratriekunir. W 2) Dort, «1. I. in jener Welt. 3) Von Yerdri«»aen. 5) Vgl. tragen in V. 3!»I'J. die Nehrung. *ff Wan s bia. Zu bemerken tat, da«* daa kuriaehe Haff hier wir oben V. 3S32 .frlrclie» in einer Urkunde nach I3fif> (Voigt Cod. dipl. III, 123. Nro. 1)3) ,mare Ciironkum, ('urunetue nirum*. — Auel» da* fctetUner Haff erscheint häufig In Urkunden alt ,reeen» marc' ; i. B. 1244 (tt kahlen Nehrang »gl. J. Setaumann, Ein WaJd onu* ,. f». 9. I.V. IT. Haff' genannt wird. So briwt r» und mach ,rtcro» mare fnro- im Cod. dipl. Pomeraniae, < wald IS 13, 1, 7U, Nro. 334 ; 131.1 in v. Ledebur Archiv, für UeachichUkunde dea preuMix brn Staate« XVIII, '199. — IU) D. i. daa kam aie nieht thener iu stehen. II) Wie in V. «WH) und bei Jertmchin = behütet, überladen. Pf. 4312-4407. ln disen ziten 43(0 zu Rdme, als ich üch wil lesen, T dem II. 71 regen H. 73 aine B. «inem Pf. 74 bie B. 75 iu der mymUle II. 76 bymillo II. 77*. her rill. SO suet U. dii B. du Ii. 82 wirud' II. H4 syny H. — 4312 wend Ü. 14 d*i H. 16 mandi- ralden II. 20 »in eapelan her do bat II. 22 konetuirn II. 23 man fehlt H. metat' H. heiaet B. II gem- 2S UntkoiBetuirn II. SOwordell. 30 alle horaen» U. 33 popp* II. 41 bogen H. 43 do wedir U. 43 30 4 33.-. 4340 Die brive wurden gesant den lantkommentüren zuhant. Dd die brive waren gelesen, sie wolden alle gehorsam wesen und quiimen in kurzen stunden, dA sie den moisler vunden meister Poppen von Osteriiü. Kr entpfienc sie lieblichen sd. Von Niellande was mich komen ein geistlich man vil wol vernomen, brüder Anne was er genant ; er was meister zu Nieflant. INS sie zusamne quatnen unde wol verndmen ires höcn meistere müt, cz endüchte sie nicht güt und sprachen vil darwider. Er bewiesete in doch sider, Digitized by Google L.WI. Rcbk ) KROMKE VON PRIZINLANT. BEILAGE I. 633 M256, oder Lvor 10. Ja« 4 34 5 daz er urloub halt« irkrigen. Zuhaut die hrüdere alle swigen und müsten volpen mite. Dö koren sie nnch des ordens von Nieflant brüder Annen 4 350 zu meistere vor vil mannen, die da ständen zu der kur. Dö trat brüder Poppe vur und liez üf die mcisterschnfl. Die entptienc gar tugenthaft 4 355 meister Anne von NieflantV Do gab man im an die hont daz zeichen, daz der nie ister treit ; daz was ein vingerlin vil feit*. Zuhant wo» brüder Poppe lös 4360 der meisterschefte, dö man kös nieister Annen an sine «tat. Zuhant getrflwellchen hat nieister Anne unde sprach : > Ir brüder, wolt ir mir gemach 4365 >lün, als ich getrüwen, • und lösen mich von rüwen, >sö prüvet, daz ir zulmnt i sendet hin zu Nieflant >einen brüder, der meister sio!< 4370 Die brüdere, die im wären bie, die wurden des zu räle, daz man setzte dralc * den kummentür von Kunigesberc ; vor dem tuindcn kein geberc 12S7 4375 die heiden in dem lande ; er weste allerhntido der heiden site und ir tat. Dem höhen meister wol der rat behagte unde sprach zu in : 4380 >Uf den seihen stünt min sin.« Zuhant der meister schriben hiez brlve güt unde liez vüren die kein Prüzen wart. Daz ingesigvl üf die vart 4385 wart ouch gesant mit Nie. Die brive qudmon dr.llc zu Prüzen hin, da man vant brüder Burkarden, der genant was von Hörnhusen. 4390 Er künde gön zu Prüzen wol, mit den heideust heften lorste er sich beheften. Do brüder Burkarden wurden kunt die mere, er sprach zu der slunt : 4395 iWaz an den briven ist Kclesen, >darzü wil ich gehörsam wesen. »Waz mlncr moisterschaft behaget, >daz wil ich tön gar unverzagel. < Zuhant nam er von Nieflant 4400 daz inyesigel zu siner hant*; daz hatte meister Anne vil wol glich einem manne flJM Auf. — 1256 me> dan dri jär Kelragon, lEDd« als ich vorwir hörte sageu. 1) Anno too gangrrthauEcn war schon am 10. Januar 1257 Hochmeister. In dem Deutaehordtnscopiar dm Kfl. Geh. Staats- archive* «o Berlin fol. I. C. 12 Anden »ich meliro in fnuiotUcber Sprache abgefaaste Schenkungen des Herrn Julien von Sa>rte (d. i. 8idon) und Braufort an den Orden ru Hiiolen des Meister Anno von diesem und den folgvnden T»g*n. Man hat nur dalwi 7b); am 20. Man 12öS erhielt er eine Schenkung de« genannten Julien (p. 103 b.) (d. d. 1257 mereredl a XX Jor» del moi« dr Mars; 125S del der 2ft. Min auf einen Mittwoch; 1257 auf einen Dienstag); 1258 den 9. Oetober tu Accon schliesst ,,Anno de 8angerhu»en" mit den Meistern vom Tempel und von S. Johann einen Vertrag (p, 168); 12«! (die Urkunden habrn I2wi) im Man erhielt er iwei Urkunden von Julien von Sayete (p. 162, 163); 1201 Anfang November fuiigirt der Gnwscomtur llsrtniann von Rcldrungen als Statthalter des Meisters in Jenen Gegenden (p. 155 b.). Anno war 1263 am t. Januar in Klbing; Voigt, Cod. dlpl. I, 117. — 2) Vgl. Uber den King o. 8. 32, Anm. 2. Nach dieser Stella jedoch, nach V. 0771 (s. u.), sowie riarh der Bestimmung in den Gewohnheiten des V. O. §. « (ed. Schönhulh 8. 50) wird er dem Hochmeister sofort nach der Wahl angesteckt. 3) Gewohnheiten des I). O. §. 8 (a. a. O. 8. SO) : „Die landeomrocndur von Ermenie unde Bummle, von Sicilie, von Pulle, von Dosehen lande, von Otterriche, von Fruten, von Niflant unde von Hyspanie die sol der meister mit dem« willen des capitels •eUen und entsetien." Vgl. auch $. 14. 8. 63. - 4) Bwrehard erscheint schon am 14. Aprtl 1257 als Meister von Livland; •. Toppen, Historiographie 8. 267, UvL Urk. I. Rotten Nro. 334. 8. S4. Lob Burchards von Hornhauscn. ^ Von Hornhüscn meister Burkart [1257—1260 wol nach tugentl icher art sine vründc i*rte, 4440 daz in sin tugent lertc. Er was den vründen vridelich, den viendeu ein kempfe rieh, slnen näkebüren gliche. Arme unde rlche ' 4445 gunden im heiles vil. Sin lob stünt äne zil*: zu Prüzen und zu Nieflant was sin lob vil wol bekuut. 1) Formelhafte Redensart (s. o. V. 2008 o. 7021» n. s. w.), aber nicht nur in der Belmchronik ; vgl. t. B. Nieobras von Je- rvtehin V. 20,6*11. 22,174; eine Thüringische Urkunde von 1315 bei Hoefer, Auswahl der ) im kgl. Geheimen Staats* und KabineUarchiv tu Berlin. Hamburg 1835. 4*. 8. 10*. 2) Vgl. unten V. 7506. Kampf mit den Samaiten um Mcmel. Pf. 4464—4530. Eines nachtes späte [1257 wolde bie des meres strande wart der meister zu rille, 4465 und wolde beschouwen daz er zu Kürlandc die bnre, die den Lettouwen, 4348 brud* II. 53 vnde H. «4 lasen H. 60 sie B. 70 bie B. 13 dem B. kornetoir, und «o meist II. koiiigstth'g H. 74 Pf. von dem künde U. von den kanden n. 75 heidem H. 76 veste H. 77 und tat B. vnde ir H. unde tat Pf. 7» Behagitte vh H. W burkarde H. 00 geen wol B. 4403 mer wen H. - 4137 hornhansen B. 42 kempe II. Una- kaburn II. 44 Ana H. - 44«1 D (Vorschrift e) yula snaehtis U. 63 knirUnde B. 04 waWs II. bie B. «5 walde H. Digitized by Google NICO! AUS VON JEROSCHIN [LM. W die Sameiten sin genant ', tet vil w*. Er hiez zuhaut des morgens zübercitcn. 4470 Fr sprach : »Uns sol boloiton »hin zu der Mimele »der gröze got von himelc I < Alsus vür er üf die vart vaste kein der Miracle wart. (475 Er reit als ein degen gdt bie des wilden mores vlüt also lange, unz daz er quam zu der Mimele. Dö Vernum der meister, daz die beiden stolz 4400 gelcgert hatten in ein holz, der bürge harte vaato bie. Er sprach : »Wie ez darumme sie, »sie wollen morne vrüe heru ; .mit gotes helfe wolle wirz wen» !< 4485 Dä wären bnldcre über a|, vierzic was ir aller zal ; er hatte ouch wol vumfhundert Küren üzgesundert. Do der morgen anebrach, 4490 der Sameiten her man sach stolz üf deme velde wesen. Der meister sprach : »Wir sin genesen »dicke alsö grözer nöl. < Mit sinen luten er sich bot 4495 wol mit trüwen üf daz velt. Dö gab man gelt limine- widergclt, die heiden mit den cristen striten wol mit listen. Der heiden der was also vil, 4500 daz sie hatten keine zil ; vumfhundert was der oristen her, sie bedurften wol dar wer. Der heiden wart dö vü geslagen wem daz sie leit, dar mac iz 4505 Der meister der wart söre wunt von den heiden zu der stunt. Dar lagen zweif brüdere töt, die Küren liden gröze nüt, Ir kummentüre z waren, 45« o brüder Beruhart von Dänen", gewundet wart vil sere und ouch brüdere in£re. Zuhant müste der criaten her "•mit vil nionlicher wer 4515 houwen wider zur Mimele. Nü bevele ich gote von hiiucle die brüdere, die dä sint geslagen ; ich enwil sie nimmer geclagen : sie haben diz vil cranke leben 4520 um daz himelriche gegeben. Die vreude die müz ewic st An, nimmer Hier mac sie vergan , ir vreude müz da weson groz, sie sint der merlerere genöz ; 4525 daz ist sunder zwievel sö : mit gute suln sie wesen vro I Drt der meister genas der wunden, als ich ilzuut las, dö reit er hin zu R4ge wart. 4580 Er wolde eine herevart üf die Sameiten mit slner macht bereiten, unde wolde in widergelt geben, daz sie üf daz velt 4535 hatten im zur Mimele brächt. Des hatte er endelich gedächt. 1 1 S. u. S. '...'>. Anm. '1) DirMT vnii dein Ri'iiix hronih^u iriederholt gefeierte IJcld (auch Bi-mfo m>i. Ilnrpn, V. 'J I rx • ) , hier Couitlmr der Kuren ri.Mi.it, wahr'i-hi'inlirh oici n<« Ii iil>*r dem Corotur von Ooldiorcn «lebender s>. ilvrrin-ti-r .li-s Meister« (*. besonder* 8. E. L L 7 IT, erw 1k int in dein leider il.in Ii Ktryikowkki nur »o »ebr verderbt in )">Iiii-c!,it l e Urse Uhu g überlieferten Todtenbuek? n-lmrf M^r :>]» Meiner de» Orde»*, wie Ludwig, Conitur in Riga l^i. oder l 25.7. aueh al> lieber (I.. C. 1, 373. n.'JSS. um) v. Toll, K«t- und LivlindWhr Bricrlade. Beval 1>57. I. 2, JST;. Kenn et ist wohl jedenlult» för de., dort «wih». tm, ... der U*lfte d.-« Jal.r.'* mit :iü chrooik gedenkt «einer «uleUt «um Jahr« 125» Mitauer» enclu.i geilen ..Knrrlurdvi» II um 1244)5 *«> »einem Tu.l, benennt aic nicht. Die Um die Milte des Jahres IS 57 schliesst Meister Burchard von llornhauscn einen Frieden auf zwei Jahre mit den Samaiten , nach dessen Ablauf letzlere sofort die Feindseligkeiten vou Neuem beginnen. Pf. 4733—4870. 4#30 Die wlle hatten gehört [1559 Mitu die brüdere zu Kürlant (gotes rittero sint sie genant), daz die Sameiten wolden komen wenic durch ir aller vromen. 4735 Sie santen boten dräte mit einem snellen räte zur Mimele und täten kunt brüdern und Dütschen zu der stunt, iLiiz sie rische quemen 4740 und Küren zu in nemen. Dö der böte zur Mimele quam, die botsebaft, als cz wol gezam, saitc er den brüderen offenbär. Des was vri\ der jungen schar, 4745 die dä zur Mimele wären. Die Dütschen nicht verbdren, sie cnwolden reisen mite. Die Küren ouch näch ir site wären der reise vrö ; 4750 sie bereiten sich dö üf die vart mit vllzen. Man sach dä helme gltzcn, ir brunjen wären silbervar; sie hatten eine stolze schar, 4755 dnrmitc riten sie üf die vart. Der wec wart von in nicht gespart. Sie halten güten willen, daz sie wolden stillen die heiden, die dä quämen. 4760 Under des vernämen die brüdere von Goidingcn dö H. 67 aamayten ,int H. 73 abtust H. 74 mymll K. 77 tu» fehlt H. 7t» mvmillt dor H. 81 horte H. 83 wolden U. vru H. I»4 wol H. 84 brudir H. 8» an brach n. »I dem H. 02 wer «int H. SM vm U. 45(10 kein Pf. 4 mag *y elafe U. 7 dor U. brudir H. 8 kayro B. and m> meiet. 9 er kmuetu- wero B. 12 rode U. brodlr II. 13 der brnder» B. der ehrten U. 17 brud' H. 18 ieh wH U. 20 hyuihich II. 30 beruart«. - 4731 brudir B. 32 ritt' B. 41 bat« tu d< mjml B. 43 brud'n B. 49 reiaca alio tto B. «1 bredir B. Digitized by Google V.M. Rehk.] KRONIKE VON PRAiZINLANT. BEILAGE I. mftre, der sie wurden vrö, daz von der Miniele quemc in helfe unde nöme 4 765 den wec kein Goldingen. »Nu mag uns gelingen !< sprächen die brddere Junge ; »unse herze und unse zungc >sal gotc gerne saeen danc. 4770 »Unser sorge wlrdct krsnc; »wir wollen setzen uns zu wer > wider der Sameiten her!« Die von der Miniele quämen do zu Goldingen recht* vrö. 4775 Brddcr Bernhart von Haren » als ein dogen zwären rische hdb sich df die vart mit sinen brdderen ungespart von Goldingen und der Miniele. 4 7 SO Sie bäten got von himele, daz er geleite in Wolde geben - und daz ewiclichc leben. Die Kuren vdren vaste mite. Wer nicht enhatte, daz er rite, *785 der lief zu vdze alles näeh. Näeh den Sameiten was in gäch. Dö die Sameiten hatten geliert der Kören lant und ouch vcrzcrt allez, daz sie vunden, do quAmcn sie zu den stunden in eine gegenöte gilt. Vil stolz was ir aller mdt, daz sie roubes hatten gennc. Brüder Bernhart, der was cldc und zogete den beiden nllez nich mit sinem here; im was gäch df die heiden an der zit. . Er sprach : »Brddere, hie lit »der heiden her nähen bie. >\Vcr nü mit uns komen sie, «der denke an got, wnn ez ist ztt: >hie hebet sich ein starker slrit ! >\Vir wollen bie unser leben »vor die gevangen geben, 4805 »die diser Sameiten bant »denket vdren in ir lant. »Ir brddcr und ir Ddtseben al, »dwer ieglicher sal »got von himole rufen an 4810 >utidc striten als ein man!« Daz selbe sprach er alzubant den Kdrcn zd : >Xd sit gemmil »und slritct alse degeuc I »Ir wizzet die gelegene 4815 »allenthalben rechte wol. »Ein wenic mer ich biten sol, »daz ir mit trdwen striten >nd zu disen ztten »wider die heiden, die gerant t) Vgl. o. in v. 4410. 2) Dm heutige Schoden, polnisch 4790 »4791 4800 im Will»: 4830 »sinl mit macht In dwer lant »und deb gar beroubet hän. »Ist, daz ir sie riten län »hinnen ungenozzen, »sie ensint nicht so verdrozzen, 4813 »sie enkomen aber wider »unde lesen darnider »dwer lant und dwer gut. »Nu weret üch, helde wol gemdt! »Wir wollen Runder wlderwort 4830 »striten df de« Veldes ort, »daz da Schoten ist genant*. »Bindet die helme df zuhant »und bereitet deb zu der wer: »vor uns ligot hie daz her!t 4833 Die brddere und die Ddtschen al und die Knre« an ir ml bereiten sieh zu strite mite vaste näch des landes Site. Dö sie bereitet wären, 4840 brddcr Bernhnrt von Hären nam die hnnier in die bunt. Zuhaint wurden angernnt die beiden von den cristen : man wolde nicht mer vristen. 4845 Do satzte sich der heiden her vil vaste an die widerwer. Dä hdb sich an beider sit ein vil ungevdger strlt. Dä sach man Kdren vithon 4850 und von dem strite zihen alenzeln also lange, daz in grdzeme twange die brddere hüben stA«. Die Ddtschen enwolden ouch nicht län, 4855 sie entreten in die mit bie die brddere in den töt. Die getrdwen Kdren wolden ouch dä ddren und dulden ungemueh. 4 8G0 Die sper man dä vliegen sach. Brddcr Bernhart und die brddcr sin, die Kdren und die pilgerin die hiwen unde vAchten ; vil manchen man sie brächten 4865 der hoidensehaft in ungemach. Daz röte bldt man dringen sach durch die brunjen in den sant. Dö wurden mit werender bant dri brddere und drizic geslugcn 4870 und Ddtschen oin teil, daz ich clagen. Uf der selben walslat die cristen wurden strites mal. Die Sameiten teilten dö pferde unde wapon vollen vrö 4875 und saiten iren goten danc, daz an deme strite in getane. rercchD«t;S.B.U 1, 7*9. Als die Nachricht kommt, dass die Littauer (Samaiten) von Neuem Kurland verheeren 4763 mymil II. 67 lögen U. 08 m» ; h'cte rode inngen H. 09 «ollin goc gote U. 70 wlrt H. 76 »waren H. 77 Biech* II. 78 brod'n II. 70 goUingt II. 82 unde du ewege II. 00 da B. 01 gegnnete II. II'. loch II. 470S — 1801 fehlen H. 4303 wollin II. 4 gefangenen Pf . dlue R. 7 dai ente ,ir' fehlt II. 8 inlichir II. 13vndetlrititaliH. 15 Allinaalbln II. 10 buten H. 2thanß. 22 Inn B. 23 au jenoiira KaUmcyer. 24 wo nleht B. 32 b. hy hetme of H. 34 Tor lrlt hlr II. 36 brnd' II. 36 kuyrn H. 39 dl bereit waren II. 4 1 banir an d> II. 40 %li|w II. &0 ilgwn n. .'.1 aletrln H. *i brodir H. 54 du«? wold? II. 67 kuyrn II. 64» dnwtrt. II. II. 02 knyrn H. M »n H. U. I'H. B. 74 waren B. 70 de U. Digitized by Google 636 NICOLAUS VON JEROSCHIN [LirL Beet wollen (Sommer <159), besendet Meister Burchard von Hornhausen die Gebietiger in LivUnd Lettland und Ehslland sowie auch die Bischofs vögte zur Hccrcssammlung nach Riga. Man zieht vor Goldingeu und lagert dort. Pf. 4966—4074. Vil schiere oiu böte quam gerant, die mit dem meistere wären komen. 4965 der sprach alsö: iDio beiden komen, 4970 Ouch wurden Kören mitegenomen ; »daz hin ich vorwär vernomen. da wären Semegallen mite, ■ Sie wollen zur Mimele in daz laut.« die westen wol der lande sito. u. s. w. Dö vüren kegen in zubant, Das Ordensheer zieht den Littauern entgegen, die es bei der Burg Wartdach (bei Wartajen im Durbcnscben Kirchspiel; S. R. L. I, 759) tritn. Die Littauer weichen dem Kampfe au> und ziehen sich zurück. Meister Burchard von llomhausen erbaute innerhalb des Landes der Saniaiten zwei Burgen, die eine Dobeu (im Kirchspiel Autz ; S. R. L. I, 760J näher an Kurland, die andere S. Gcorgenbufg oder Karschoweu in dem samaitischen Lande Carsovia an der JMeiuei (j. Jurburg), letztere gemeinschaftlich mit den Brüdeni in Preussen (Dusburg III, 83 ; s. o S. 95 f.) 1259. Ein Sturm im Frühjahr 1?60 auf Doben missglückt den Samailcn, worauf sie sich nach Karschoweu wenden (das mit Inländischem und preussischem Volke bemannt s. Dusburg a. a. 0.). Pf. 6613-5736. Zuhant ein her bereitet wart der Lettowen üf die varl zu Karschowen dritte. Da büwctcn sie mit rat« 5515 eine starke hure da vor. Sie sachten dicke vor daz tor, wie die brüdere iiku-IiU'ii, oh sie zur werc ichl tochteu. Daz wart in wid'-i^oldwi 55x0 alsö gar unholden : daz täten wol mit rechte die brüdere und ir knechte. Sperwechsels vil man da vant; man soch dd manche rischo banl 5525 von ir beider siten. Sie wüchzeten und schriten unde sehuzzen vastc ir sper. Ez was vil wol ir aller ger, daz ir ein dem anderen tele not 5530 unde brechtc im den tot. Daz triben sie endcllcbe vrü unde spate gliche zwischen diseft bürgen zwein. AI die wtlc wart in ein 5535 der meistcr, daz er woJdc varn, sine brüdere bewarn, die zu Karschowcn wdren hüben. Brive wurden dö gesebriben vaste bin zu Eistlant ; ' 5540 ir helfe quam im alzuhant. Under disen dingen, daz nicht misselingen dorfte der reinen cristenheit, von Hörnhusen meistcr Burkart reit 5545 hin kein Prüzcu drdtc. Vrü unde spAte halte er arbeit ane zil ; der arbeit düchtc in nicht vil. Dd er quam in daz lant, 5550 von brüderen wart er zuhant lieblich und wol entpfangon. Der marschalc* quam gegangen zu dem meistere von Nieflant , der tet im sine Sache bekant, 5555 warumme er was komen dar. Er bat die brüdere, daz ist wdr, daz sie wolden eine vbtI varen kein Karschowen wart Der bete waren sie vil vrö. 5560 Sic sprächen algemeine so : ■Sünder wanc wir sin bereit idurcb üch lieb und« leit ■dulden zu allen ziten ■ in reisen und in striten.« 5565 AI die wilc quanm geriten mit erüzen ndch des ordens siten drizec brüdere in einer rote von dütschen landen ; 8io wolden gote endeltchen dienstes pflegen, 5570 wen sie hatten sich erwegen vründe, mdge und eigenschaft. Sie cnwflreu dannoch nie wonhafl in keinen conventen gewesen. Von dem marschalke wart gelesen 5575 von Prüzcn brüdere üf die varl. Sus vüren sie ungespart vastc kein der Mimele zü. Ez was wol zunidzcn vrü. Under des von Nicflande 5580 bie des meres strande quam ein wunneclichez her vil wol bereitet zu der wer. Die Lettouwen sahen wol, daz sie ungevügen zol 5585 geben vor der vesten* mit ireu tüten besten, wen sie zu stürme Sölden gan. Sint liezon sie den stürm bestfln und bereiten sieb zu strite 559«) zu der selben zlte 4070 mit H. 71 mmrgaüen mitte H. — 5514 biiwnt* II. 15 brücke U. 17 brusö wolle wir sunder herren wesen ; »der Dütschen sal ouch nicht genesen, »die mit uns sin zu Kürlant t« Ddmite wichen sie zuhant. 561 5 Do daz die Eisten sahen, sie begunden gäben vaste mit ia von dannen. Die brüdere mit iren inannen bestünden unde Winten dö, 5620 daz ir her w6re alaö, als sie ez hatten dar gebracht. Zu vllhene was in ungeddeht. Dö sie dö helfe wdnten hdn, dö hatte ir helfe sie verldn. 56i5 Sie wurden ummeringet gar von der heidenschefto schar. Dö sie zur were griffen, dö was in entsliffen endellchen gar ir wer. 5630 Die Küren alle mit ir her hatten dö die vlucht gegeben ; ouch wolden sumcllche ir tebon vriden vor den Eisten. Die künden vlihen leisten, 5635 als sie dicke han getan. Da wurden in der not geldn die brüdere und die Semen * güt ; sie onhatten alle keinen mut, daz iemant solde vlthen dan. 56 »0 Dö was harte manich man, der dö nicht enweste daz, daz die Küren durch einen haz hatten gewichen in der nöt ; daz gab vil manchem manne den töt, 5645 der durch der cristenheite vromen was zu strite dar bekomen. Des wart ummcslozzen manich helt unverdrozzen, daz er die bitter martir leit 5650 zu Dorben üf dem velde breit, [UM ia. Juli e dan er quam zu der wer. Die heiden vaste mit ir her hiwen die cristen al darnider ; vil deine was die were wider, 5655 die da tet die cristonhoit. Der meister dd die martir leit mit anderhalbhundert brüderen sin ' . Dd was ouch manich pilgerin, der dd leit die aelbe nöt 5660 durch got trade starken töt. Dö der strlt ergangen was, waz der criaton genas an brüderen und an knechten, die nicht mär mochten vechten, 5665 an Semen und an pilgerin, die'müsten durch des tödea pin wichen, wie sie mochten. Da nam gar unbevochten die heidenschafl vil grözon roub. 5670 Dannocb stünt vil sebönez loub in dorn walde her unde dar : des nam die cristenheil güt war. Die sich wolden dö genern und vor dem töde sich bewern, 5675 dio ndtnen in den walt den wich. Vil mancher lernte dö don slich. dö in was missclungea. Sus was daz her betwungen. Meister Burkart, daz ist wdr, 5680 hatte viordehalbcz jdr [1257-1260 in Nieflande meister gewesen, als ich vor wdr hdn gelcscu, und mflzen vil m*re. Mau clagete in vil s<*rc : 5685 er was ein degen üzerkorn ; von Hornhüsen was er geborn. Dö der strlt ergangen was, als ich üch hie vor las, die lüte, die dannen qudmen, 5690 den wec sie wider ndmen durch gröz ungevilde, alsö sie weren wilde, ie der man zu lande wart. Der wec wart nicht gespart. 5695 Sie wdren alle vreuden blöz, ir gemüte in zomn vlöz. Dö die Semen qndmen zu lande, sie verndmen, daz sie manchen vromen helt 5700 hatten verlorn gar üzlrwelt. Die clageten sie vil manche tage mit vil bitterlicher clage. Ouch was der Natangcn müt und der Pruzcn mdzen güt 5705 und der Ermen alsö wol ; sie hatten gegeben alle zol zu Dorben in deine strite. Si verndmen in der zlte, daz der marschalc ouch was hüben, 5710 der dicke hatte getriben urlouge mit der heidenschafl mit siner wisen brüdere crafl. Zuhant wurden diso lant, die üch hie vor sint genant, 5715 wagenhaft algcuicine gröz unde deine und vornoierten sich gar von den cristen offenbar. 5595 vB II. 5000 rnd« baidan H. « uil rort? H. 7 vtgegebin H. » Ii H. bmd' U. 1 1 heren B. 13 aint II. 18 brud< H. 10 rod B. H. «Ute H. 21 at febll II. 23 madn H. 30 kujrrn U. wer II. 32 auraalich B. von H. 37 braiNr rn tenan H. 40 «Im «u H. 41 da B. 42 ey H. 44 manchen B. mache min« II. 47 da* II. vwattoaen H. 49 manch H. 51 Er dai h' queme H. 57 bmd' U. 00 unde dan «taxken PI. vn H. 01 »trit vergoawa wu B. itret v'gouen waa H. wrangen Pf. 63 brud'n H. 04 weehten U. 08 da mi H. 70 denoch H. 72 erietenbeite B. 7-j Su.t H . S4 cUge B. claget* Br. H. 02 all H. 04 wart do nicht H. 570« gegebin an« toi H. maraalk H. 7 dam H. IlbrudirH. 14birH. 15 wagenhaft B. wahenhaft H. wagehaft Pf. 10 md H. Digitized by Google 638 NICOLAUS VON* JEÜOSC1HN (LM. Sehet, das werte manchen tac, 5740 daz man nietllcben pflac urlouges von in allen. Ez was in sö gevnilen. Sint sahnte got der rlche stnen tröst genMeciiche 5745 den brüdereo in Präsentant, daz sie mit menlioher hnal und mit ganzem rate vrü unde späte die Semen und die anderen lant, 5730 die sich hatten gewant von der emtenhett dnreh baz, betwungen hai unde baz und brächten nie zu den crisien mit urlouge und mit listen. »hoic Karl'» ^ t>ri Schw.nl. n, welrber aark n Snwiwmm, Upwrtlae MI«, fot. 1, b. * I ) Alto an den Hauptmann de« Kflntg* von Dänemark tu Kwai. 2) Heinrich Botel. '.\) Unter dar Feete ist Karaehowen zu Terrtehen. 4) N&mlieh drin prrtmHuchen i 5) Auafnhrlieherea ttbar daa Verhalte» dar Kuren giebt Diu bürg III, M. o. 8. 97. n) D. *. die im nreuesAacben Orden«heerr imiircht. nden Barnen ; vgl. V. 5«87 ff. 7) Die polniaclir UcbtncUuag den Aunncburgtr Todtenbuchea bei Strjjaowaki (riebt für die mit McUtcr Barchard Gefal- i die gant veTderbtr Zahl 32 an. Wegen der oben 8. '.17, Anm. 2 erwähnten Tbuilna" in der Schlacht flel, ». die grotac fehwediaehe Reimehroulk bei Fant, Beriptorea leium t;ap. C. Di« bttrrftende Stellt i»t auch narl, einer altrreri Au.gsibe abgedruckt bei Schuren a. a. O. in , VIII, M> ff. Die Kuren rufen nun die Lütauer herbei, den durch die Niederlage bei Darben ge- schwächten Orden aus ihrem Lande zu vertreiben. Sie zichn zusammen vor Sintelis 'nach Kallmeyer S. R. L. I, 76i wohl Sintere im Kirchspiel Pillens -Uuscupoth • bei II. v. Bieneo- slamm Neue geographisch - st atislische Beschreibung dos kaiserlich - russischen Gouvememcftts Kurland , oder der ehemaligen Herzoglhtimer Kurkmd und Semgallen mit dem Stifte Peilen. Durchgesehen von K. A. Pfingsten. Mftou und Leipzig. I 8 i I . S. I II : Dsintern), das sie wohl auch eroberten, indem os nachher in ihren Händen ist. Die burc, die riri ^ehüwat was, zu Karschowcn, als ich vor las \ 5815 dit waren brüdore üffe Iiiiben, die daz urlouge triben mit vlize harte manche tage. Den wart geotTenbiret mit sage harte heimeliche, 5*20 daz sich die lant gel lebe hatten alle ummegeUo, die in zu helfe soiden stin. Des wurden sie vil gar unvrd; doch stunt ir aller müt also, 5845 daz sie nicht woldeu Utzen die burc, üf der sie sazeu, die wile sie mochten haben bröt. Sint twunc sie hungers not, dö nicht spise und helfe quam, 5830 daz ie der man den wich natu 1) S. o. S. 636. 2) Vgl. r*»lm M (37), 39 : ,Salu« Pf. 6S1S-6S6Q. alenzelen, wa sie wisten die brüdere und diecristen. Sus quamen sie zu der Mimele. Sie bchütte got von himete 5835 mit slner grozea majestAt. Sin helfe sunder zwivel stdt allen den gerechten bie*. von welchir bände zuage er sie. Der kummeotur nicht ealiez, 5840 die brüdere er gemeine hiez bringen wider in ir lant. DAmite nam mau alzuhaut und brächte sie alle wider. Die von DobtVoen sider 5845 liezen ire burc ouch stäo unde hüben sich sau wider zu der cristenheit. Daz was den Semegallen nicht leit. a domino' ... 40 :, Et adiumbit eoj domlnu*1 Meister Weruer von Livland (Mitte 126t — Mitte 1263) unternahm Anfang 1263 einen glücklichen Zug nach Kurland , wo er mehre Burgen zerstört , während indess der Litauische Grossfürst Traniate Bhstland heimsucht. Ich wil üch sagen von Kürlant, wie cz den brüderen gienc fnhant. Mit urlouge was ir arbeit grdz, durch got sie deine des verdröz. 6955 Die Küren hatten bürge gnüc, bi wilon man sie darüz slüc, daz in der köpf zubrochen wart. Man vür manlche herevart von der Dune zu Kürlant. 6960 Ez gienc in dicke wol inhant. Der kurzewlle man pflac fn Kürlande manchen tac. Pf. 6059-7O07. Die Mimele was zu verre gelegen, got der müstc ir selbe pflegen, 6965 in quam nicht helfe von Eisllnnt. Spise wart dflhin gesant, brüdere, wäpen unde pfert. Sie kosten mancher marke wert. Mit vienden wären sie verladen, 6970 die brächten in vil dicke schaden • sie guldenz in vil dicke wider. Sus gienc ez üf unde nider, als daz urlouge tüt. Gelucke ist zu allen dingen güt : 6710 8etH. 22 grwaUen B. 25 bnuTn H. 26 arfaeblieh' H. 37 mde H. 29 aodtr H. 30 icmmd B. ieder- raan Br. H. 34 mit ,1111» begiant H. ftlacJtlkh einen n«aeu Abaebaitt. - 581* brod' R. IT vllaehe manche hart« H. 18 geofliabart H. 20 da* §j dy H. 2* waldä H. 27 wtl U. 31 all« H. 32 brod' H. 33 Staat B. S4 behüte H. 3« helfe H. 40 brod1 H. 41 Brwif' H. 44 Dobeteo H. 46 Um ere H. 48 aamafallS H. — (riat* brodln B. 66 kuym H. M wUa H. 67 kop H. 6S aMOche heruart H. AI kuyrUnt H. «2 kujrrlit U. 63 tBvtnil 8. #7 Digitized by Google Livl. RNü ist detu sturken holz 7080 idio wurzele undenc üzgegraben ; >wir inugen unson willen haben 7095 >mit den anderen deslc haz.< Die brudere wul venia meu daz, sie wurden grimmes nmtes j»ar 7085 und machten eine reise dar beide arme undo rieh*. 7030 Durch got sie vüron willeclich. Ir macht was alle üzgoweget. Mit rite ein löge wart gclcgct, 7090 ir jegere schüfen sie hin vor : die quämen vor daz burgetor, die Kretenen was genant. Do daz den vienden was bekant, sie wären der brüdere kumfte vrö. Sie jageten algemoine dö, biz sie in die läge ranten. Die brüdere dö spraneten. Dö sie quämen sö nähen, daz sie die läge sahen, in was kegen der bürge gäch. Die brüdere jogeten in nach zu Kretenen In die veste. Dio ernstbnfton geste, ir wirte slügen sie alle töt; wib und kinder liden nöt, die giengen mit den anderen hin. Sus gülden sie den gewin, den sie betten vor nomen. In wären solche jjesle komen, der sie genuzzen deine. Ir gut algemeine vürto man zur Mimele dö. Die cristen wären alle vrö: sie bette got däbine gesant. Daz hus wart in den grünt gebrnnt. Ein burc lac in nähen bio, die cnwären ouch nicht sorgen vrie, Ampille was sie genant*. Sie vluhen dävon ahrahant hin kegen Lcttouwen. Sint mochte man sie schouwen dicke vor der Mimele hern. Die brüdere müsten vasto wem sich an allen siten ; sperwechscln unde strlten des wart vil von in gotän ; sie sint dea selten noch er! An, sie sitzen vor der heidenschaft ; entete got mit slner craft, sie en mochten nicht bliben. Der ez solde sebriben, waz dä wunders ist gesehen, der mochte sich wol ummesen näch den kalbcshüten. Sold ich ez rechte düten, sö mäste ich gedenken hän. Sie haben wunders vil getän zu Sehalowc in dem lande* mit ronbo unde mit brande ; sie haben den Lcttouwen vil dicke abogehouweu etclichc stolze schar, der man zu hus unsaiufte enbar. Die Mimele ist lauge zit gehert und hat sich dort vrnert mit goles laufe in mancher nöt. Manich hell ist dä gelegen töt* t 1) „Die Uurg Krelrnoii, drei Mcilrn mn Mrm«l, lag ohne Zweifel • (8. R. L. I, 767). 1233 in April verfugt« nach Biaehof Heinrich 2) Die« dem Bciiuchroubten typUche (a. iu V. 4144) bei tk-tn JeUippn Kr«tlii«cn im WUna1! von Kurland Ober sie ; U ü. 1, 3t». paael bekanntlich auf die Ordcturitter aelbat nicht. — f.>rliiiu'i«trrchr<3nik VOO Pf. 8079-8WM. 8080 H085 von 1267 (nach Hermann ras meisler da drittehalbez jar. rMitte 1270 Dö er zu dütschen landen quam lEnd* »272 und der meister in vernam *, des amtes er in erliez ; zu Marcburc er in varen hiez. DA vür er mit willen hin ; in den konvent stünt sin »in. ein ander brüder wart gekorn *. 1) Nim lieh Walter von Nordeek. 2) Nkralich Anno. Anno ernannte 1274 (Tgl. Hermann von Wartberge) den Bruder Emst 10m Mcintrr lande' bei Pfeiller Vera 8156 (8163): Der meiater von Nlflant kein Samelande reit luhant. DA er d* iu HIge ) lande (»yne lande H.) ; lies atme mit Kallmeyer, vgl. V. 3817. — 3) Nämlich Emet. Die Lesart ,8an*- Meister Ernst füllt am 5. März 1279 im Kampfe gegen die Littauer (Canon. Samb. o. S. 281. Dusb. HI, «01. o. S. HO) bei Ascheraden. Der Vicelandmeister Gerhard von Katzenellenbogen Pf. 8534-«627. ouch von des landes nöt, wan ir meister der was töt. — 8550 mit der brüdere rate sante er boten drate kein dütschen landen an der stunt. 8530 Er tet dem höhen meister kunt*, daz meister Ernst was geslagcn mit sibenzic brüdern. In begunde clagen der meister und vil manieb man, wem der schade wart kunt getan. 8535 Die kummentüre waren besant gemeine über alle düteche lant. Die waren zu Marburc komen, rt279 voi- dö sie hatten vernomen L««««"«' von Nicflant die mero, 85*0 wie ez ergangen werc. Von Prüzen was ouch dar komen der marschalc*, als ich han vernomen', 7520 brudlr, und to malet H. 31 do B. hoen H. 33 rode H. 35 willecliebin H. ' 46 iren B. 64 reyt H. 61 gut. fehlt B. Pf. gut tun' man H. 66 gut ane eil H. — 6072 Eyne H. 73 eyme II. liebe B. 74 do uortribe B. 75 lande B. 76 uö vtn (d. 1. s Im) do wart H. 86 eouet II. 87 brüdere B. — 8527 brudlr H. 20 kegln H. 31 ir- »lagen II. 32 bruderen B. 33 manch H. 35 kometure wurde n. 37 marlbnrg H. 43 wen H. 45 helderungea H. 17 Bruder H. 40 ate fehlt B. 5H hablt U. 56 getroUeh B. 56 ei, fehlt II. 57 brud1 H. 85*5 Meister Hartman von Ilclderungen, die alden und die jungen brüdere er zusamne nam, als im von rechte wol gezam. Dö sie zusamne waren komen, als ir wol habt vernomen, der brüder stünt üf zuhant, der von Nieflande was gcsanl*, und kündete sine wort von dem ende biz üf daz ort. 8555 Der von Prüzen tet alsarn gctrüwelfch, als ez im gezam. Sumeliche brüdere begonden sagen, ez solde über ein tragen Digitized by Google 1 KR0N1KE VON PMiZINLANT. BEILAGE I. 611 Prüzen unde Nieflant, 560 die viende solden zuhant sich vurnhten destc serer. Oueh wurde ir helfe merer, sprachen sie algemcine dö. Der meiste r wart des ratos vrö. 1565 Dem meister quam daz in sin dam:, daz b rüder Conrat von Vüchtewanc solde von deme rAte gan*. Sie rtten algemeine »an, daz man beveie in stne hant «57 0 Prüzen unde Nieflant. Dö rief man in wider tn ; wie nöte erz tet, ez müste sin. Do er daz amt an sich nam, vil manich brüder zu im quam 857 5 und böt sich mit im in daz lant. Sin herze vreute sich zuhant, ires guten willon was er vrö. Er bat den höen meister dö umme brüdere mit im in daz lant. 8580 Der höe meister sprach zuhant : >lr dürfet cleioe sorge haben nü, »ich wil üch vügon brüdere zü >und entpfahet selbe, wen ir weit; >ir vindet manchen rischen hell.« 8585 idoch der meister nicht enliez, sumellchcn brüdere er dd hiez zu Prüzen varen in daz lant. Er wiste wol, wö er sie vant, die willeclichcn vüren dar. 8590 lr wart ein hoveliche schar. Sie vüren zu Prüzen in daz lant. Meister Kunrat vur zuhant und cntpfienc manchen man, mit den er reit selbe von dan 8595 zu Prüzen in vil kurzer stunt. Dö in die mere wurden kunt, [1290 sie wären algemeine vrö und entpfiengen in lieblichen dö, die brüdere al in Präsentant, 8600 wan in daz mere wart bekant, daz ir meister quam geriten. Wol nach tugentlichen siten was daz ir gewonheit, daz man schöne kein im reit. 8605 Dö er daz lant vil wol besacb, um ein capitel er dö sprach und hiez die kuinmentüre komen zum Elwinge, als ich hAn vernomen Die vogete wurden ouch besanl 8610 von Natangen und Samclant. Der brüdere was ein michel zal von dem lande über al. Ein brüder was von Nieflant an einer botschaft dar gesant. — 8615 Daz zu Semceallen was geschehen, p27» des wil ich üch ein teil verjehen. L«°«"w«r Dö meister Ernst töt gelac [127» r» Man und manich man von swertes slac, der Semegallen wart nicht gcslagen ; 8680 man sach sie von dem strite jagen u TI279 L»ommer 1 ) Nämlich Hartman von Heldrunyen. 2) Nämlich Conrad von Thlcrberg der jüngere. 3) Zu V. 8541. •I) Vax eine unbefangene Besprechung Ober »ein« Perron möglich iu machen ; rgl. die eines Hochmeirlern in den Gewohnheiten daa D. O. g. 5 ed. Schönhuth. 8. 58. — s. w. Nämlich Conrad von Thierberg der ältere. für die Wahl Im FriUijahr 12 7 U batten die Semgallen unter der Führung des Nameise die Burg Ter- weten , welche in ihrem Lande 127^ vom Orden erobert und wieder aufgebaut worden w ar, eingenommen und für sich neu befestigt, und triben daz urlouge als Cr. Waz sal ich davon sagen mdr? Dö man daz zu Rtge vernam, vil snclle brüder Görhart quam, 8765 der an des meisters stat was, die brüdere er zusamne las. Nach ir aller rate einen brüder dräte sante er hin kein Prüzcnlant. 8770 Zum Elbingc er den meister vant, dd was ein capitel gröz. [Sc Die botschaft warb brüder Clöz, der ich vor ein teil began uud uü mit rede geendet han : 8775 daz zu Semegalleu was gesehen, des hörte man offenbar in Jon. Dö or die rede hatte getan, er hüb ein ander botschaft an und lüt den meister in daz lant. 8780 Mit worteu tet er im bekant : . wolde man daz lant erweren, daz ez die heiden icht verhören, Pf. 8708-8875. man solde brüder senden dar, sie wurden anders wol gewar 8785 andere mere in kurzer stunt. Alsö tel er in allen kunt. Der meister was ein sölic man ; vil wol der rede er sich versan, brüder Cunrat von Vüchtewanc ; 8790 in gote was al sin gedanc. Er sprach : »Ich wil sie trösten sö, >daz sie des alle werden vrö, 127° >die zu Nieflando sint. >Ez lebet doch mancher müter kint, 8795 »die alle varen gerne dar.« Zuhant nam er die bcüdere gar, die von dütschen landen komen waren, als ir habt vernomen ; die sante er hin vil drate 8800 mit der brüdere- rate. Ouch wurden brüdere üzgelesen, die zu Prüzen waren gewesen ; sie wurden kein Nieflant mit jenen brüdern gesaot, 72 not h' ii H. "J om- 8562 worde ir holfe H. 65 gedauk H. 07 dem H. 70 rod B. 71 Im wider B. in H. nieH. 76IraH. 78 hohen H. 78 vm brud' H. 81 D' dorft H. keine B. SJentphet U. 84 rlnd1 H. 8« bind' 11. 88 woste H. wor H. HB wiUeclich H. 00 houelich H. 02 uor H. 94 ir B. 06 eo in B. 98 vntphige H. il'J bru- dir H. 6600 raer H. 3 dai eya gewonheit H. 6 Capelle H. 8 elbinge H. 10 nacagen en H. »nn B. 11 brud' wat in miehil H. 15 »amegallen H. ge>chen B. H. 10 da« wil Ich H. »'leben H. 18 manch H. — 8761 ir H. 62 mir H. . 66 broder H. 70 elbinge H. 74 gehendit H. 75 aamegalie H. 76 da« H. 7» eyne U. 81 walde H. erwereu B. Hduh'JjH. 85 ander rede U. 86 alle H. 87 was ia H. 85 varent H. 86 brudir H. 98 habit 11. 8800 brudir Ii. Script, r. P. I. 4| Digitized by Google 042 NICOLAUS VON JEROSCHIN ILM. »eil 8S05 die mit dem meistere waren komen nüwelich, als ir habt vernomen. .Sil- vi'uen vrölich üf den strant kein Rine liia durch küi laut. |iö sie zn Hige quämen, 8810 dir brüdere daz verminten, di«' cntpiicugen liebliche beide arm unde riebe. Der des meisten» slat dö *ilt', lieblich er die hrddere hilt. 8815 Dö ir müde was gelegen und ir pferde wol gepllegen, 711 haut du er geböt, dt» riten sie, dii ir was not. Meister C.uurat dauiioch was S820 zu l'rüzen. als ich vor Jas, in «lerne laude wol ein )Ar. [127!» Daz ich üeh sage, daz ist wtlr : er solde der zweier lande pllegen und begunde an sinem herzen wegen, ■ S825 er mochte ir beider nicht bewarn, und «lachte kein dütschen landcu varn. Nach den kummentüren wart gesaut von im. Die quämen ulzuhant. F.r sajiele in sines herzen grunl. [Mut« 12S0 883« Do in die mere wurden kunt, sie widerredeten ez genüc. Meister Cunrat was sö clüc, er bot in alsö süze wort, daz sie gaben volbort. 883"» Mit räte er einen brüder natu, der deine lande eben quam, und liez den an siner slat*. AI die kummentüre er bat, daz sie dem brüdere hülfen sd, 8840 daz sie des lüues wurden vrö an deine jun gesteh tage. Er schiel von dau mit grözer ctagc und machte sich ül die vart hin keiu dütsclien landen wart. 8845 Do er zu dem höen meistere quam und er sine wort vernain, meisler Hartman nicht euliez stnen boten er Hon hiez mich den kummentüren über al. 8830 Ir quam zuhaut ein michcl zal. Darnach in vil kurzer slunt meisler Cunrat tet in kunt. daz zu Nietlant was gesehen. Dö in daz allcz was verjen 88.15 und von den Semegallen, dö sprach vor in allen brüder Cunrat von Vüchtewaoc : >l« h bin den landen alzu kraue, »ich enruae ir beider nicht bewarn ; 8860 »läzet einen vor mich varn I« Doch wolde mau in wider sendeo. sie enkunden in nicht wider wenden, er enwolde des amtes werden lös. Mit riite man einen brüder* kös 8865 hin zu l'rüzen alzuhant. [USo tot Er* wart kein Niellaul {rcsant mit brüderen in einer stolzen schar vier und drizec, daz ist wa>. 1) Gerhard »on Katzenellenboiren. 3) KonraJ ron Thirrbrr»;. 3) Mangold too BUrobcrjr. Nach fortgesetzten Kämpfen mit den Semgalien von Terweton unterwirft Meister Konnd von Feuchtwangen dieselben und schliesst einen Frieden auf zwei Jahro mit ihnen. Pf. 9873-ÄW5. * In dem oweste diz geschoch. [AU|fii»t 12M wen er was ein geistlich man ; Des nehesten herbestes darnach [Herbn 1281 im was gerne undertän dü wart ein her kein Prüzenlant 9670 von I.ettouwen eesant. Kunic Thoreide der sante ez dar; Nameise was an der schar'. Kirsbuic ist einiuis genant* und Ii gel noch in Prüzenlant. Man hörte in dd und sach, diimite er den vride brach, den er machte zu Terwetein. Sin gelubdo daz was unrein. Er quam nicht mer in daz lant, daz Semegallen ist genant. Der vride wart gebrochen dö mit den Semegallen sö. Ez was dd vor nicht alzu lanc, daz meister Cunrat von Vüehtewanc. '.»<»s3 ii warb daz mit siner bete1, daz man sinen willen tete i daz Prüzen unde Nieflant quam in eines meisters hant, der hiez brü«ler Manegolt*. (1281 9690 Man was im von rechte holt, 9675 9680 der meister von Nieflant*. Nü wil ich machen üch bekant, 9695 wie wol sie trügen uberoin, als an irre liehe schein : wes ir eiu den amleni bat, daz geschach üf der stat; des wären sie beide vrö. Sinen boten sante dö der meister von Nieflant ; mit briven tet er bekant, daz meister Manegolt solde komen zu im durch des lande« vromen. Dö im daz mere wart geseit, willeclichen wart er bereit ; mit siner brüdere räte hüb er sieh vil drtUe; bi daz mer üf den strant vür er hin durch kür lant. Dö man zu Rigc vornam, da» meister Manegolt quam, dö wart er entpfangen wol. als man einen meister sol. 97 00 970! 9710 ssfti meist' H. 6 ich han H. 8 kegin H. kryn knjrrUnt H. 10 brudir H. llSjeH. 14 brudir 11. IS At> E 24 «inni B. tyni H. 2'.l ajmia U. 31 ganc U. S 1 hat H. 35 brüdere B. 36 dem H. 87 vtlde II. 3» io- metuir H. 3« den bnid'n II. «2 «Unny H. 4.1 roei.t* H. 48 rüde H. 4S eine H. Um wohl .Ine. 4» i- metuyrnH. 6:1 nlfland* H. 54 de. all« B. da« allia H. 55 «arrjejiUlen H. 8t «enden wider B. 62 weoJ-- wlder H. 67 brud1 in »lolcair H. — 9M7 ow«u>B. owitU H. fls neatc H. 73 Birabare B. 74 Vnd lie« E. Daa lit H. 77 terwaün II. SU 82 aameirallen lt. !W dai wu dor uor H. 94 D' mcüt' H. »7 und B. vndt H. H. 97uO «ante h' do H. 7 brudir H. 13 iuphauj.ii H. Digitized by Google •] k KU NIKE VON PRUZJNLANT. BEILAGE I. 643 Ö715 War er in die hüser quam, die vrüntschaft er gerne nani. Dö er daz lant wol besach und mit den brüderen gesprach, die in dorne lande wären, 0 7510. er künde sö wol gebären, daz sie sin wären vrü. Meister Cunrät bat in dö, lieblich er die bete began, er wolde des amtes sin erlän. i»7i5 Waz iemant däwider sprach, von siner bete daz geschach, Nieflandes man in crliez, daz er nicht mer da meister hiez. Er halte gerälen, daz ist wär, 9730 in dente lande drittchalb jär. rSommer 1279 Alsö wart er des amtes lös. L— End* 12*1 Einen brüder man dö kös zu meisler über Nieflant, brüder Willekin was er genant*. (1282 9735 Der selbe tugentharte hell wart zu Velin erwclt. . Dö die welunge geschach, meister Manegolt vür darnach mit sinen brüdern sider 97*0 vrölich zu Prüzen wider. Boten wurden dö gesant von Akers hin zu Prüzenlant, die saiten im des Ordens nöt : [f. der höbe meitter were töt,T 9745 und hlezen in zu Akers komen. Dö er daz hatte vemomen, snel er hrive schriben hiez, zu Nieflant er die vuren liez, des landes meister er enpöt 9750 dise vorgenante nöt und hiez im brüdero senden dar, die wol vügeten an die schar, daz sie zu Akers sohlen komen. Drie brüdere wurden dö genomen 9755 und wurden willecllch gesant mit brlven bin zu Prüzenlant. Dö der meister hatte vernomen, 1282 9. AugUHt daz die von Nieflant wären komen, kurzelich wart er bereit, 9760 alsö der tac was üfgcleit. Mit brüderen, die er mit sich nnm, vrölich er zu Akers quam. [wohl End« livi Von manchem lande wären dar wtse brüdere, daz ist wir, 9765 zu der welunge komen. Dö wart ein vromer helt geuomen und wart zu höemeistere erweit. Der selbe drlirhc helt, brüder Burkart was er genant : 9770 im wart vrölich in die hant ein ingesigel ; und ein vingerlin beval man üf die trdwe sin. Dö die wele was volant, meister Manegolt bat zuhant, 9775 daz man Nieflandes in verliez. Zu Prüzen man in varon hiez. Der dä vor gekoren was zu Velin, als ich hlr vor las, mit brlvea der bestätiget wart. 9780 Damäch hüb sich üf die vart von Akers manich örüch man ; sumellcher nicht zu büse quam. Meister Manegolt lac töt üf dem mere, als got geböt. 9785 Drie brüdere wdren von Nieflant mit im über mer gesant ; der lägen zwdnc töt, der dritto quam von der nöt und brächte die brtve in daz lant, 9790 von danne sie wären üzgesant. Dö man zu Nicflande vernam, daz der boten einer quam, und die brlve man gelas, daz meister Willektn was 9795 bestätiget in daz lant, (1282 des vreute man sich zuhant. Er lebete vridelichen mit armen und mit rtch.cn" in domo lande manchen tac ; 9800 an gotes dienste er arbeit pflac. 1) Nameiae, eine Zelt lang dem Orden verbunden und von Ihm mit ,£ren und« wirdekeit' (V. 8661) beginget, »<• heinl ni»eh aeinem Abfalle (vgl. wogen deaselben Voigt G. Pr. IV, 27. Ann. 2), wie Kallmeyer (S. B. L. 1. 77*>) bemerkt, in einer i-sen Abhängigkeit ron Littauen gestanden iu haben; denn er »endet aeine Gefangenen dorthin (V. 87M5 ff. nnd V. Hit!>.S fT.) uml liebt apater mit einem litiAiilerhcn Heere nach Preuaacn (■. n.). Wegen Tboreiden, sonat Troyden, a. o. 8. 12(1. Ann. 2) Die Heirli lbergei Handschrift lieat deutlich Kirabure ; eine Biraburg i*t in Preuaeen unbekannt; Kiraburg dagegen irt eine gani gewöhnliche Form für Cbriatburg. In preuaalachen Quellen wird ein «olcher Zug nicht erwähnt. i) Nkmlieh beim Hochmeiater. 4) Mangold war in Preuaaon aeit 1280 Meister; a. Duaburg III, 203. o. S. 110. 5) Conrad von Feuchtwangen blieb also nur Vieemeietcr in Livland. «) WiUikin (in der Heid. Hdee.hr. auch WiQcke) ton Endorpe. 7) Namlicb Hartmann »on Ueldrungeu. 8) Vgl. o. iu V. 4444. »812. In der zlt wären gesant 40,330 brüdere hin zu Nieflant; der eine hiez brüder Volmar. In hatte der hömeistcr dar an einer botschaft gesant*. Von Bernhüscu was er genant 4 0,335 und was ein reiner priester gut, der was mit züchten wol bchüt. Der ander brüder Swcrt hiez : in wärbeit er sich vinden liez. Pf. 10,335—10,175. (12*7 Auf. 10,3*0 Mit in waren ouch gesant von Prüzen brüdere iu daz lant. Man entpfienc sie licpltch und wol : als man werde geste sol. Ir botschaft taten sie hekutit, darum sie wiiren üzgesant, 10,345 in deme lande gemeine gar an den brüderen, daz ist w&r. Dö ir botschaf» wart volbrächt, als ir von «Jrsten wart gedacht, 9818 brud'n II. 19 dem H. 22 baten do II. 30 dem H. 34 willekc II. 3* welin B. 42 aekira II. 4 I lme II. 45 Uee in B. hyam in II. 4ß hettc B. 49 Und' H. entbot H. 61 bruder II. 5:1 ackere H. 54 brud" H. .'.7 bette H. 58 dsa ay u3 n. 59 kurexlich II. 01 brud'n H. er, Br. fehlt B. mit voi (= im) nam H. 62 ackere H. Ol brud' II. 67 hoe meial' H. 72 berol IT. 75 nifland' in vorlif II. 7b lcha B. 81 mäch II. 82 hu» B. 81 mer II. 85 brud' H. — 10,130 Brud* H. 32 hettc der hol meiatir H. 37 Der priat» hnid' aw't H. 1. Sirert ? Kallro. 39 mit »m H. 40 brud« H.41 »nn B. UpUehln wol H. 43 teün H. 4 1 darrme II. 45 dem II. fti brud'n H. 41 • Digitized by Google 614 NICOLAUS VON JEROSCHIN fLi»l. Rehk. ein capitel wart genomen. 4 0,350 Sie hiezen hin zu Rfge komen die kummcnturc über al, waz ir was an der za!. Meister Willokin quam «mrh dar, die \hltI«» ü1^ohh:um' giir. It>,355 An lii'rn zwelften tage durnäcli, dö (l«-r s< haiir zu Ki^ ?cm h;u h. als ir Iii»« vor hat venwmcn, «16 wriroii si»' zu RiL'i* kutm-n Bnulcr Vuliiuir quam mu h <];ir 1) Uebci 0J— I0,»01. mit i87 Dö meister Burkart daz er tet, als im wol gezam , er sprach : »Ith wil sie trösten sö, 4 0,800 «iloz sie des alle werden vrö. »Sei ich keine wile leben, lieh wil in sulcbe hülfe gehen, »daz sie die toten wol verclagen.i Sus hörte man den meister 4 0,805 »Irre sorge wirt gut rät: j Dutschelanl vil brüdere hil.i Sine boten wurden üzgesant hin und her in »lutsche lant den kummentüren über al. 4 0,840 Ir quam zu im ein michel zal. Dö sie zusamne qudmen und die mere veniamen, waz zu Nieflant was gesehen, dö in daz allez was verjen, 40,845 der meister des zu rÄte wart, er wolde selbe üf die vart und woldc Nieflant hesön. Dö der rdt was gesehen, »ler höe meister nicht entlicz, 4 0,820 sumolichcn kummentur er hiez, rasche beide entpfdhen, sie golden dämitc gäben sö sie schierste mochten. Welche zu reisen lochten, 4 0,825 die bat er im senden. Im wart von manchen enden junger brüder vil gesant : von Swaben und von Vrankenlant quäinen brüdere zu im dar, 4 0,8.10 daz ir wart ein michel schar wol bereiter heldo güt. Dö vreute sich des meisten* müt. Er karte hin kein Pruzenlant. Sine boten wilren vor gesant, 40,835 daz man sine kuinfl vcfnnm ; mit siner schar er darnAch quam. Dö entptiene man in sö wol, als man von rechte tlon meister sol. In den landen über al, 4 0,840 wd daz m«*re hin erschal, daz meister Burkart quam geriten, dö wart lenger nicht gebilen , man reit kein im unde gienc ; hnvelichen mau in eutpfieuc, 4 0,845 dö er die hüser wol besach, Alzuhaut dö daz gesebach, ein aipilol wart genomen. Er hiez mit briven zu im komen vogetc und kummenlüre gar; 4 0,850 die quäinen willeclichen dar. Er was zum Elwinge inderzit*, — r l die stat in Pruzenlunde lit — L2- drt die brüdere waren komen zu im, als ir habt vernomen. 40,855 Ich müz langer rede dagen und wil üch kurzelichen sagen, wie brüder Küne, ein vrouier helt, mit Täte der brüdere wart irwelt, daz er von des ordeus wegen 4 0,860 solde der meistcrschcftc pflegen, ich meine dä zu Nieflant. Der name ist üch wol bekant. Die meisterscbafl wart im gegel>en. Man sach in sere dd wider streben ; 40,865 waz er ie dawider sprach, des höen meisters wille geschach ; er wart im gehörsam. Dö er daz amt an sich genam, meister Burkart sprach im zü : 40,870 »Lieber vrilnt, irsullet nü »von mir haben, des ir gert ; »des sit ir von mir gewert. »Ir sult zu Nieflande varn, »mit trüwcn wol daz lant bewarn, 4 0,875 »sö wirt üch zu löne »des gehörsames cröne !< Meister Küne sprach alsö : »Die von Nieflant sint unvrö; >ir wlsen brüdere sint geslagen : 4 0,880 »suln sie die mit uns verclagen, >sö sult ir brüdere senden dar »und varet selben an der schar«! — 10,351 cometure H. M wllleke H. 59 woUnv H. 61 &Uc gliche H. 62 In fehlt II. G6 hir uor H. 6S sö ich aller erste mac Ddmitc die rede niderlac. Brüdore wurden dö genotnen, 10,890 die mit dem meistere wären körnen in der zit zu Prüzenlant. Vierzic wurden der gesant meistere Kdne an sine schar, wol geriten, daz ist w4r; 10,895 sie wären der reise alle vrö. Von Prüzenlant sie karten dö bie daz mer an den strant und qudmen hin zu Kürlant. 1 ) Die KrJ&hlung der Rrfmehronik «eheint hier auf dem Berieht des einen, allein entkommenen Ordeniritten >u beruhen : vsl. Ver» 10,607; KaUrnrytr 8. 778. 2) Eine Urkunde Biirebsrd'» für Elbin j, mletit bei Voigt Cod. Dipl. II, 20, n. XVII. und in den Monnm. hiitorU« War- i 1. S. 132, nro 677 b., i*t am 2. rebroar 12b» ,tum Elbitifc do wir lanteapitel hatten4 1 Brüder Küne, den ich hdn genant, der meister was zu Nieflant, 1 1,650 der hatte geraten, daz ist wflr, zu Nieflant zwei jdr. Darnach wart er des amtes lös, [1280 Einen bruder man dö kös zu meister über Nieflant : 4 1,855 brüder Holte was er genant ». [Schon DerwartzuMergentheim erweit. U2i»inKtga Er was des llbes ein helt Pf. 11,054-11,673. und rechter züchte ein stam. Dö man zu Nieflant vernam 11,660 unde die brive gelas, daz er des landes meister was, des wart vil manich hefte vrö. Daz lantvolc und die brüdere dö wären im willic unde holt, 11,665 vurwdr ir des gelouben solt. Er was wise und klüc und hatte tugende genüc. I) Der ron Livland, Halt, Nacbfnltfer Kuno1» von L. U. 1, 0«2. nro. DXXX1I. Er Harb nach Hennann von Wartberg« im i. im. war bereite am 0. Mai 1290 in Big» Beilage II. Aus verschiedenen deutschen Dichtwerken. Die zunächst nachfolgenden Stücke hat mit Ausnahme eines zuerst Emst Hennig in seiner Historisch-kritischen Würdigung einer hochdeutschen Uebersezzung eines ansehnlichen Theils der Bibel aus dem 14 : Jahrhundert . Königsberg. 1812. 8°. S. 1 5 f . und 10 tT. veröffentlicht. — .Auf die Prachthandschrift in Pergament des k. geh. Archivos zu Königsberg (A. 137.folio), welcher I und i entnommen ist (A,*, machte nach Hennig S. 1 schon Pisanski in den Wöchent- lichen Königsbergischen Frag- und Anzeigungsnachrichten vom Jahre 1772. No. 45. 46. 48. durch eine kurze Beschreibung aufmerksam. Sie ist 'Hennig t ff.) wohl aus mehren ursprüng- lich selbständigen Theilen zusammengesetzt und enthält eine prosaische deutsche Ueberselzung der Propheten mit einer noch einmal vor dem Beginne der kleinen wiederholten poetischen Vor- rede, eine poetische Paraphrase des Buches Hiob, endlich die Apostelgeschichte in deutscher Prosa. Bereits sind dabei die Vorreden des Nicolaus von Lyra [j 1 3 40) angeschlossen. Das älteste Stück in dem Codex ist die Paraphrase des Bud es Hiob, von der sich ein anderes Exem- plar (B; in einem Bande zusammen mit zwei anderen poetischen Werken, der Geschichte des Barlaam und einer Ueberselzung des Daniel, in der Pergamcnthandschrifl der k. Bibliothek zu Königsberg 890 b. fol. befindet. Die Nachrede des Hiob ist in B weiter fortgesetzt als in A. — Das Stück aus der Vorrede zum Daniel hat Herr Director Dr. Tocppen abgeschrieben, welcher auch den Abdruck der übrigen Fragmente bei Hennig mit den Handschriften neu verglichen hat; das aus der Nachrede entlehnte gab schon Hennig, und nach ihm, wie auch einzelne von den übrigen hier abgedruckten Versen, Pfeiffer in seiner Einleitung zum Jeroschin XXVI f. ; früher einzelne Verse Pisanski, Prcuss. Liltcrärgesch. S. 81 f. 1 . Aus der Vorrede einer Uebersetzung des Daniel. . Dir gehe ich, liÄrre, ere, wan du ez1 alleine hast gemachet unde ich, dln gast, zu dren den beschribuu *, 5 di da mit strit vertriben haben üz Pnizenlande abgote mariiger Lande mit ritterlichen) sworte. Sö lange iz dö werte, 10 daz der gelouhc blüet in dein lande, pluet ouch gotllchc Caritas, 10,683 da« U. nu U. 84 »tut U. 85 last Ii. 86 mac itt ein ich kotac ouch (d. i. dialectitch b Ach) uarh II. Och fehlt B. &!> Brud' U. 90 meUt' H. !>3 Mci*l' H. »ynir H. — 11, Iii« wa> fehlt H. 50 nette B. H. Wi merg*teym H. C2 manic II. M bruder H. 64 warem U. 05 geloben II. 67 »ndc bette B. U. gnuc II. — Vorrede de* Daniel u. .. w : «tat* Hat : ,er* aUtt ,y' : itatt : ,i* geeeUt worden. Digitized by Google fi-16 NICOLAUS VON JEROSCHIN dt bevor e nicht w«», H4rre got, dü zu in sich von den Rötlichen harren. iO unde »iiH in ewic wesen ; 15 Ir heil »ich immer mrrren vcrtrlb den sundenvesen* sal in der werlde clüse. von in bi üf der erden ! Von dem dütschen hüso Laz sl dort mit deu werden nennet mnn si eigenlich. in himelriche leben! — 1) Nämlich du Buch. 21 D. i. .und da ich, drin Kämpfer, Krieger (rgl. Jrnwehin Ver» 1*,7II und Beneke-MQller, Mittelhochdeutsche* Wortrr- Iiik-Ii. I, IV. b.), e» denjenigen iu hhren geschrieben habe'. — :i) l»rc mir lieb. l'z dem Latin ich ez hieb, als ez an den Worten »idt. — Hl Sulrher üzlcgungc hat • der reine und der wise, des urhnt) ich wol prlse in keiserltcher blüle '. Von sines stummes gute 1 5 entspröz der tugende vaz Elisabeth, dt hl* was zu L'ngern des kuniges kint. 1 ) Wohl mit Beitue; auf Kaiwr Otto IV., der indem d<-* Gr.'K-'ti (| I'-"'-*), dfc*»en 8cli* est et Helcoe, Gi" »»bith. war. 2) U. i. »uf Erden. 2) D. i. Hcilic ist sie worden sint bi goto in ewikeit. SO Diso vreude si bereit im ouch durch iren willen; st sal den vinnl stillen, ob her cn noch vichtet an. Ein vurste ist dirre man 95 geborn von des adils zwic gecrolrct* der von Brünswlc brüder Lüder dem orden r »33» «7. P»Ur. - hömeister hl geworden UM* l*. Apni genant der dillschen harren. SO Min gebet im sich merren iinnier~*nl durch der hl ist lesende zu aller vrist mit den, di di hören zü liein directer Vorfahr Heriog Luther'» war. Dieser war ein Sohn Albert Hermann«, Landgrafen von Thurinrrn (t 1241), Sohne« der h. Eii- 3. Schlu8srcde einer Uebersetzung des Buches Hiob. II. 10. Iii hrit diz büch ein ende, daz i' h zuvorderst sende golc df sine vüzc, der alle arbeit süze . 5 machet mit siner süzekeit. Maria, süzez himelcleit, ti'iscntvaldic lob si dir, daz dü häst geholfen mir, daz ich volcndet hiln diz werc ! 10 liclobt si Crist, der himelbere, von des geburt her tusent zwar drihundert achtunddrizec jiir [1339 vnlhrncht han ich diz hüchelin nach den besten sinnen min, 15 bin der zit der tilgende kurc' herOiterich von Aldenburc regnlrte und hömeister was, riaas Mai 3 — H. IL des ordens ein licht lampenglas. L,3<1 6 Von gerrtden siben feister 20 was er der silicnzende moistcr in dem dütschen orden trüt ; des lob man seit wol uberlüt. — Her was manheit und w isheit vol* und vorstünt den orden wol*. 25 Gar seiden zwar lac her gerät , her hatte eines lewen müt. Ich spreche offenbare, daz her in dem Arsten jare, d4 her zu meister wart irkorn, SO vur Pelcn * blls üf sin hörn. Das hüs mit stürme her gewan. Alda slüc man und verbran' virtüsent Littoweo unde mö ; 35 IL 12. daz tet der andern undil* wü. Im was üf dt Littouwen nach. — In dem andern jar darnach büwete her mit heldcs hant daz hüs Beigersburc genant. Paz hüs die Littowen entsitzen T. 40 Der selbe meister mit witzen den Littowon menlich hat abgezogen daz vlrde rat, . daz si nicht mugen reisen me, als si dicke pflögen d. 45 SI sint gedrungen üf ein ort*; des si geloht daz lebende wort mit der mütcr, dt iz gebar! Maria, reine maget clär, ein ursprinc der barraherzekeit, [13 [13*1 I SmerenB. — 6chlu«»rede de« Daniel. Ä fi düte : allem ti)te Pf. 7 8 IIb : Mb Pf. 12 ich fehlt A. „Hin üt watirtchelnlich da* Wort ,ich4 auiyelaaaen" H. 17 konige« 11. 2« der, fehlt Pf. 2» duutachen H. — Schian- rede de* Hui ht-< Hiob. 2 »ordert B. 12 achunddriiek A. IOctA. 10 aiben A. B. »ibener Pf. 20 her B. •21 Pf. du^chm, wohl beer dutachen tu leaen A. dücaen B. dueeiea H. 23 des fehlt A. .aog B. eber B. s»nA. 24 unde B. 30 bly. h< rf B. 32 und« B. 30 Ljttowii B. 41 Litte wn B. 43 mögen U. 4«.] Digitized by Google KR0N1KE VON PROZINLANT. BEILAGE II. C47 80 dü halsamsraac vor alle* leit, • Sunder aller tmnden slam, der ierarchien lüge Tin, gut, en allen tü dtn rieh t la dir, >touwc, bevolen sin Sprechet alle >Ämen< plich f den homeister genedcelieh, A . . . M . . E . X . . von Aldenruirc her Diterlch, Benedictas »t deus in secuta seeulorurn amen. 55 undc den orden lohesam ! Explicit über Job. I) I). t. lirhtbar, dciillirh. 2) D. i. nierfrrietitwri = er. 3) JJ. i. «land dein Onkm vor. Vielleicht dua/te «Ii« Ucb«r»«'Uui)? grrnd« Uli beendi-t «ciu, worauf dieser Anhang wciit. 4\ Ut'i Wigand miii Marburg (\i|>. U : Pillcucu itn Landr Tropuen. Nach Vnijrt O. T. IV, .VI.S, Aiini. '2, j«-t *-t .,1'ü- )»»iy «wiieh«! Arn Flu«»ou Njewj'.*ch» und Sohuvhwa auf der Stra*»o von Kjeidany nach Hei-fÄgnU in Samaiteti." — 5) Vgl. Uauon. Oimb. : in die Mathtc. ü) D. i. »chliniuie», bötet, huitliiinctie» Volk. ",) D. i. furchten. I). i. auf dit 8i>itf, auf da» Äusserst«1. Ein in der ohcnerwäluitcu poetischen Vorrede enthaltenes Acroslichon (vgl. Pfeiffer S. xxviii) besagt: GOTE CZV LOHE DINER GEEK lUTTEK GVT BRVDEK SIVHIi) VON TAEVELT I1UISTE S1ARSCALC DES DUSCHEN ORDENS ICH MINNER BRVDER CLAVS CRANC CV- STOS ZV Prussen HABE DI GROSSEN VND MINNERN PROPHETEN MIT MARIEN IIVLI'E III ZV DVZCHE BRACHT. Siegfried von Dahenfeld (d. i. Dahenfeld bei Neckarsulm im Königreich Wörenberg ; vgl. v. Stalin in Pfeiffer s Germania, Vierteljalirsschrift für deutsche AMerlhums- kun de Stuttgart I8ö(». I, 237, wo I 3 1 i ein anderer S. v. D. als \eiehliihl erwähnt wird) kommt in Voigts Naiuencode\ von 1317 — 1359 als Oberster Marschall vor 1.112 — IUI als Corntur zu Hagnit) , ein Nicolaus erscheint schon 13*3, 1321 und 1333 [Voigt Cod. Pruss. dipl. II, I 38 und 1 98 ; Livl. Urk. II, I 62 als Cuslos der Minoriten in Preussen, welche Würde, unter dem Provincial der Ordensproviuz Sachsen stehend, in späterer Zeit stets als von einem der Guardian« der Klöster dieses Onlens im Lande bekleidet erscheint, es damals jedoch nicht war, indem neben Nicolaus die Guardiane der vier zur Zeit in Preussen bestehenden I r ui- ciscanerklöster mit Namen genannt werden. — Am oben angeführten Orte handelt Pfeiffer überhaupt von den Zeugnissen des. lebendigen Interesses an deutscher Dichtkunst und Sprache, welches in Preussen unter Luther von Rraun- schwoig und Dietrich von Altenburg gepflegt wurde. Selbstverständlich (rill das religiöse Ele- ment hiebe! in den Vordergrund. Jener erstere Hochmeister parnphrasirto selbst die Lebende der h. Barbara fs. Jcroschiu V. GilO ; über die Geschichte des Hauptes der h. Barbara wird im Verfolge besonders gehandelt werden;, doch ist dieses Werk bisher ebensowenig wie das von Jeroschin V. 2 6,0*7 1 angerührte des Gersienberges über des Mönches Otter Irrfahrt an das Licht gezogen worden. — reber den älteren preussischen Bearbeiter der Offenbarung S. Johannis, Heinrich Hesler, vgl. besouders die oben S. 297 angeführte Abhandlung von Karl Bartsch. — Nach Pfeiffer in der ersten Hälfte des xiv. Jahrhunderts widmete ein Garthauser Philipp mit Namen den Deulsch- ordensbriidern seine Lebensbeschreibung der Jungfrau Maria. Nach Wackernagel Deutsche Literaturgeschichte. Basel. 18 IS. I, 102 war Philipp wohl ein Preusse und hat seine Sprache viel Niederdeutsches. iEr inuss übrigens Mönch in einem ausserpreussischen Kloster .seines Ordens gewesen sein; das erste und einzige desselben In diesem Lande , Marienparadics bei Danzig, wurde erst 1381 gegründet. — üoeeu, Miscellancen zur Geschichte der deutscheu Lite- ratur I. 2te Auflage. 1809. S. 76 führt u. a. (vgl. auch II, 66—98 aus der Vorrede folgende Verse an : »Ein buch habent die- deutschen herreu, | daz wart in gesaut von verren, ] darob ward geschrihen ditz« ; und* vom Ende : «Ouch dilz buchltn ich sende | den brüdern von dem deutschen hüs : | die hfin ich lang erchoreu uz, | wand si gern Marien erent | und den gelouben Christes m<*rcnt«.* — . Ueberdie prächtig ausgestatteten Handschriften deutscher Dichtwerke aus jener Zeit, welche sich auf der k. Bibliothek zu Königsberg belinden, vgl. Pisanski, Entwurf einer preussischen Lilterärgeschichte, Röpke vor seiuer Ausgabe des Barlaani und Josaphat. 2tc Ausgabe. Leipzig 1838. Vorrede, und in seiner Ausgabe des Passionais dritten Theiles. Einc(rj Legendensamm- lung des xm. Jahrhunderts, Quedlinburg und Leipzig 1852. Vorrede VI ; I'. II. v. d. Hagen undJ. Cr. Büsching, Literarischer Grundriss zur Geschichte der deutschen Poesie, Berlin 1812. S. 251 f. ; von Pfeiffer, Jeroschin XXIX augeführt. Vgl. auch die Notizen über die Büeher- samralungen auf den Ordenshäusern zu Marieuburg und Königsberg bei Voigt Gesch. v. Marien- burg 381 und Einleitung zu Johann von Posilge S. 18. — Stellen deutscher Dichter von Bezug auf den Deutschen Orden und Preusson werden im 51 lylgcn B. M ran 0. h' B. lle* ,h*m' ? Digitized by Google 649 NICOLAÜS VON JEROSCHIN KROXfKE VON PRÜZINLANT. [BBILAGE II. weiteren Verlaufe noch mehre herbeizuziehen sein. Ein selbständiges Dichtwerk zur Verherr- lichung der Mission des Ordens ist das indess sagenhafte Gedicht des Martin Scliondoch über die Taufe eines litlauischen Königs zu Thorn, aus der ersten Hälfte des xiv. Jahrhunderts der von dem Herausgeber fälschlich dem Hugo von Langenstein zugeschriebene »Littower«: Ein schoen und anmuetig Gedicht wie ein heidescher Küng , genannt der Littower wunderbar- lich bekert und in Priissenland getoufft ward. Vor mer den fünfhundert Jaren durch Bruder Hilgen von Langenstein , tiitsch Ordens Komturen uf -der Maygenowe im Bodensee also in Heimen gepracht und jezl zum erstenmal , gueten Friinden ze Lust und Lieb ans Licht gestellt, durch Meister Seppen von Eppishusen, einen farenden Schueler [Freiherrn Jos. v. Lassberg]. Con- stanz 1826. 12°. Vgl. W. Wackernagel Gesch. der deutschen Litteratur. Basel 1848. I, 169: Vilmar Geschichte der deutschen Litteratur 185S. I, 379. Die Handschrift, aus welcher Lass- berg das Gedicht herausgab , befindet sich unter den altdeutschen Handschriften der Univer- sitätsbibliothek, über welche Wackernagel in einem besonderen Werke gehandelt hat, als Cod. membr. B. VIII, 27. (vgl. Pertz Archiv VII, 147). — In Wirklichkeit aber hat jener Deutschor- densritter Hugo von Langenstein I 293 die Marter der h. Martina in einem sehr umfangreichen vgl. Wackemagel, Gesch. d. deutsch. Literatur I, 168) Gedichte von fast 33,000 Versen besungen (herausgegeben auf Kosten des literarischen Vereins von Adalbert v. Keller, Stuttgart 1836). — Hugo, aus einem schwäbischen Geschlechte, war der Sohn Arnolds von Langenstein, welcher dem D.O. die Insel Meinau im Bodensce u. a. schenkte; 1298 befand er sich im D.O. hause zu Freiburg im Breisgau. Einen Nachweis der Literatur über ihn giebt Keller zu Anfang der Anmerkungen a. a. O. — Aus dem Anfange des xm. Jahrhunderts (nach W. Wackernagel um 1220; verdient eine Stelle des Rudolf von Ems in seinem guten Gerhard (ed. M. Haupt. Leipzig 1 840) herangezogen zu werden. Der gute Gerhard, ein Kölner Kaufmann, spricht von einer Handelsreise Seite 42. V. 1191 f . : t DO ich näch mlnenr willen wart | wol bereit üf mtne vart, | als mich min herze lerte, | mit mineiu guote ich kerto | hin über mer gen Riuzen, | zc Lillant und zc Pri uzen, | da ich vil mane- gen znbel vant. | Von dannen fuor ich gen Sarnnt*. | zc Damasco und ze Niiiive u. s. w. • Worte, welche auch auf die gewichtige Stellung hindeuten, »die damals die westlichen Binnen- st'atlte (Deutschlands) im Russisch -Deutschen Verkehr noch einnahmen, eine Stellung, die sie bereits im Laufe des xm. Jahrhunderts vollständig den aufblühenden Städten der Ostsee über- lassen mussten«. (N. G. Riesenkampff Der deutsche Hof zu Nowgorod. Dorpat 1854. S. 17,. Nur der Vollständigkeit halber, indem die Stelle ohne originalen Werth ist , führen wir aus der 1378 verfassten Meklenburgischen Reimchronik des Ritters Ernst von Kirchberg Cap. t \v. Westphalcn Monumenta inedita IV, 595 f. ; die Originalhandschrift befindet sich im Gross- herzogl. Archive zu Schwerin; vgl. Lisch in den Jahrbüchern des Vereins für Mecklenburgi- sche Geschichte VI, 171) die Uebersetzung der o. S. 239 angezogenen Worte des Helmold I. I an. Er spricht von der Eintheihmg der Slaven; Danen und Schweden ouch wonent in deme Gortelmer*; | gein Osten wont der Wende her, | der erste lant ist Rus- zin, I darnach Poleoen und Prüszin [ liggent wesleuwart den Rüszin na j — — — [ al dvse laut Ji glouben mit | der rechten cristenheitc | mit gerader scligkeite | sunder Prüszinlant allein | _ _ — I Von Prüszin ist mir ouch bekant, | wl di getouhig weren, | waz si mit. gröszin dren ; ir lebin möchten halden wol. | Da« lant ist gröszir richeit vol | unde" an daz mer gerigelt; | willich schifinan sich vorsigclt, | der in dem Gorlclmere vorgel, | der wint in gerne zu Prdszen wel ; i wer üf dem mere beroubet | wird, ouch des gloubet, | deine kummen si zu helfe doch. | Das lant hat keiner rieheil broeb | nn goldc, an silbero noch an fruchten | anvvilt werk, des si mit genuch- ten | uns vorkoufen, daz ist wiir, | und trngenz seibin nicht eiu hAr. | Vil lolielichir sidde | dem volke wonet midde | in alleine daz si nicht sint | der Christenheit gloiibenkint, | wan sl sint des irbulgin | daz si jd nachfulgin | den, di kundigiu godes wort; | der ist vil von in irmort ; | der edle bischof Adclbrccht | von Beheimen, Jesu Christi knecht, | der cristeniiehe ewartir | leit vuo en da di innrtir. | Des landes legede Iii sö fast | daz si vorchten keinen gast | durch gcwelde noch durch mochte ; | si woullin ouch mit rechte | selbir keinen herren hiin | noch nimanne wesin un- dirtan. | Durch wiltnis, brüche und durch waszir | sint si rlsch, zur wer nicht laszir, | rOt, wolge- var, mit guden hÄrn, | gemüdic starc in iren jarn . . . 1) Haupt rermathet darin SarepU. Dm riuaische SarepU Ut nach BtUehing'i Erdbeschreibung. Hamborg 1787. I, loci erit 1763 angelegt worden. 2) mar« BalÜcum, all ob ron ,b*l W der Gürtel. Digitized by Google V. DIE ALTERE CHRONIK VON OLIVA UJTD DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA HERAUSGEGEBEN VON THEODOR HIRSCH. EINLEITUNG. Die Chronik von Oliva, welche hier zum ersten Male gedruckt erscheint, wird zwar in zahlreichen Bearbeitungen der Preussiscben Geschichte in alter und neuer Zeit häufig als Quelle genannt; aber die meisten haben darunter etwas von dem, was hier dargeboten wird, durchaus Verschiedenes verstanden, und selbst von den wenigen , welche unsere Chronik lasen oder benutzten , ist unsers Erachtens der Werth derselben nur ungenügend erkannt worden. Schon in diesem Ilmstande wird eine eingehende Erörterung der äussern Beschaffen- heit und des Inhaltes unserer Chronik sowie des Verhältnisses derselben zu an- dern gleichzeitigen Geschichtsbuchern ihre Rechtfertigung finden. Wir hoffen durch diese Auseinandersetzung zu erweisen, dass unsere Chronik eine sehr bedeutende Stelle unter den Preussischen Geschichtsbüchern einnehme, indem sie nicht nur die wichtigste , zugleich einheimische und ursprüngliche , Quel- lenschrift ist, auf der unsere Kenntniss der Oslpommerischen Lande im 13. und Ii. Jahrh. beruht, sondern auch den ältesten Bericht Uber die Eroberung Freussens durch den D. 0. enthält, einen Bericht, der schon dem Peter v. Dus- burg zur Quelle diente. Wir handeln im Folgenden I. über die handschriftlichen Chroniken von Oliva überhaupt und deren Bestandtheile , II. Uber die ältere Chronik von Oliva und deren Zusammensetzung, HI. über das Verhallniss des ersten Abschnittes dieser ältern Chronik zu dem Geschichtswerke Dushurg's, IV. über die Resultate, welche aus diesen Erörterungen für die Textesrecension und die Erlauterungen der ältern Chronik von Oliva hervorgehen. X« Eine sauber geschriebene Quarthandschrift auf Papier, die aus dem Archive des aufgehobenen Klosters Oliva in das königl. geheime Archiv in Königsberg gekommen und gegenwärtig dort (unter n. 61 3. b.) aufbewahrt ist, hat zur Auf- schrift: »Annalium primae monasterii B. M. de Oliva fundationis tomus primus. Collectus partim ex antiquissimis ejusdem ecclesiae Olivensis tabulis partim vctuslissimis MSS. codieibus per venerabiles patres monasterii B. M. de Col- baez et fratres Olivenses conscriptis, qui vel ipsimet haec fieri oculis conspexere velabiis, qui illustris ducis Swantopolci contemporanei fuere, sese audissc Digitized by Google 650 DIE ALTERE CHRONIK VON OLIVA UND contestati sunt«. Das Buch endet auf S. 105 mit den Worten: »Haec de his, quae Olivae aut in vicinia illius ab a. Dni 1170 usque ad annum 1 545 actitata , tum eliam de magistris generalibus CrucifeYorum, qui protunc coaevi fuere, necnon aliis notabilibus el scitu dignis, quae circa eadem tempora contigere«. Auf S. 106 folgt dann ein Vorzeichniss der Aebte von Oliva , welche der Schreiber des Bu- ches bis zum Abte David Konarski (Juni 4589 —17. Mai 1616) fortgeführt hat, worauf es von Spiitern bis zum letzton Abt Joseph Wilhelm von liohenzollern forlgesetzt worden ist. Wie schon auf dem Titel angedeutet ist, enthalt das Buch zwei Haupttheile: Schri fit afein und eino Chronik. Dieselben Be- standteile enthalt ein zweiter Papier-Codex des Königsberger Geb. Archives (n. 013. c), eine Quart-Handschrift von S8 Seiten, deren Schreiber gleichfalls im 17. Jahrh. das Ycrzeichniss der Aoble mit David Konarski schloss, worauf das Buch, wie die Fortsetzung dieses Verzeichnisses lehrt, nur bis zu den Zeiten des Abtes Rybinski (1t. April 1740 — 1.5. April 1782), wahrscheinlich also bis zur Preussischen Oceupation 1772 im Kloster gehlieben ist. Gegenwartig ist diese Handschrift lückenhaft, indem eine Anzahl Blatter, auf welcher die letzte Hälfte der zweiten Schrif Itafei und der Anfang der Chronik ( p. 14 — 29 standen, fehlen. Im vorigen Jahrhundert, wo dieser Codex etwas weniger lückenhaft war, wurde nach ihr auf Veranlassung des Geh. Legationsrathes Oelrichs in Berlin eine Abschrift in Folio genommen , welche sich unter den nachgelassenen Papieren dieses Gelehrten in der Bibliothek des Joachimsthali- schen Gymnasiums in Berlin (Fol. n. 98] befindet und hauptsachlich deshalb von Werth ist, weil sie die Lücke der zweiten Konigsberger Handschrift für p. 14—20 ergünzt2. Ferner fand Prof. Leopold Ranke in der fürstlich Chigi- schen Bibliothek in Rom eine Handschrift3 von 8 Blättern in den Schriflzeichen des 15. Jahrh. unter dem Titel: »Cronica, quomodo domini crueiferi exorti sunt et quomodo per Polonos contra Prutenos fuerunt suseepti et qualiter postmo- dum spretis Polonis maxima proelia cum ipsis commiserunl et a Polonis pro- strati sunt , tandem pacem intcr se firmaverunt et qualiter se regi Poloniao et omnibus successoribus obligaverunt«, welche der grosse Historiker mir mitzu- theilen die Gewogenheit halte. Die Handschrift enthalt zwei Abschnitte einer Preussischen Chronik , nämlich die Geschichte des D. O. von 1190—1256 und einen Bericht über die Schlacht von Tonnenberg , welche beide Theile auf eine ziemlich gezwungene Weise mit einander in Verbindung gebracht sind*, deren erster Theil aber wiederum nicht anders als ein in der Mitte durch eine bedeu- tende Lücke unterbrochener Abschnitt der Olivaiscben Chronik (p. 17—25 und p. 35 — 36) ist, der zwar in der Form des Einganges sowie in einigen eigentüm- lichen Lesarten , ?n keiner Stelle jedoch in Betreff des Inhaltes von dem Texte t) Hier, wie bei allen folgenden Citatcn der Olivaischen ücschichtsqucllo ist slets die Seilenzahl der e rs t en K 0 n i g s he rger H a nd sc I» rif t (Cod. B.) gemeint. i'l Eine dritte Handschrift befindet sieh wahrscheinlich in der Thorener Rathsbibliothek« deren Katalog unter MS. Fol. 83 als einen Bcslaiidtheil des unter dem allgemeinen Titel- Varia Prussiam speclanlia bezeichneten Convolute.s eine Schrift; Chronicon coenobii Oli- vensis benennt. Leider war eine um dieser Schrift willen von mir unternommene Retsc nach Thorn ohne Frucht, da die vor Kurzem erst verliehene und von dem Benutzer zu- rückgegebene Handschrift nicht aufzufinden war. 3) Iis ist dieselbe, welche Pertz Archiv IV, 53t unter dem Titel : de bngaris, Polonis, Alemannia, Sclayntiin', Prussin etc. (J. VII, 262;, und wahrscheinlich dieselbe , welche in Alexander Przcdziecki s Polnisch abgelassen bibliographischen Nachrichten {Warschau I85U. 8.) S. 87 IT. als Bestandthoil eines Miscellanbundes der Cbigischen Bibliothek (G. II 51. p. ti3-138) angeführt wird. Digitized by Google DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. der oben genannten drei Olivaischen Handschriften abweicht*. Ferner befindet sich in einer Papierhandschrift Sacc. XV. ex. der Bibliothek in Göttingen (MSS. Theo!. Fol. vol. 5621.) eine meistens aus Polnischen Chronisten vornehmlich Dhigosz geschöpfte Ordenspeschichte , die den Titel führt: »De origine Crucife- rorum ordinis B. M. hospitalis Almanomm, et quoniodo in Poloniam et Prüssiam sünt suseepti et de betlis eorundem « , deren Anfang aber bis zu den Worten : »quartus frater Uermannus de Salcca« mit dem Anfange des Chigischen Frag- mentes Ubereinstimmt. Alle diese genannten Handschriften enthalten ganz oder theilwoise die Olivaer Chronik, die drei ersten zugleich auch die Olivaer Schrifltafeln. Im vorigen Jahrhunderte gelangte überdies aus Oliva nach Berlin eine Hand- schrift von 1 2 Quartblättern , die unter dem Namen Chronicon Olivense zuerst in Simone tti's Sammlung vermischter Beitrüge zum Dienste der Wahrheit, Ver- nunft, Freiheit und Religion B. II. Frankfurt a. O. 1751 abgedruckt und von da in einem höchst nachlassigen Nachdruck mit nicht unerheblichen Auslassungen in Lieberkühn's Hiscellnneen , Erstes Stück , Steltin 1 777 Ubergegangen ist. Ausser diesem Abdrucke ist in den letzten Jahren von dem kaiserl. Oberbiblio- thecare in S. Petersburg, Hofrath Minzloff, im Bumänzowschen Museum da- selbst eine Abschrift jener Handschrift auf acht Folioblättern aufgefunden worden, welche, wiewohJ von »moderner« Hand geschrieben, gleichwohl das Original in hei weitem correctorer Form als Simonettis Dmck und in seiner ursprünglichen Auffassung aufbehalten hat*. Diese Schrift, welche von den neueren Pommeri— sehen Geschichtsschreibern (z.B. Oelrichs, Fabricius, Quandt u. a.) unter dem Namen Chronicon Olivense benutzt und citirt wird , während dieser Namen bei Voigt und Lucas ausschliesslich die Chronik von Oliva bezeichnet, enthalt nur die obengenannten Schrift tafeln. Endlich giebl es im Kgl. geh. Archive in Königsberg eine Papierhandschrift von 92 Seiten in 4. , die gleichfalls aus Oliva stammt , unter dem Titel : Annalium monasterii B. Mariae de Oliva novae col- lectionis Tomus primus , welche in Voigt's Geschichte Preussens öfters unter dem Namen Annales Olivenses als eine Quelle der Preussischen Geschichte genannt wird. Die Olivaer Annalen , die Olivaer Schrif ttafel n und die Olivaer Chro- nik sind aber drei Werke von durchaus verschiedenem Inhalte und Werthe. a) Die Annalen sind eine am Anfange des 17. Jahrhs. abgefasste Ge- schichte von Oliva , welche vom Ursprünge des Klosters bis zum Jahre 1 548 hinabreicht und später in zwei andern handschriftlichen Bänden bis 1656 fort- gesetzt worden ist. Von dieser spätem Abfassung des Buches macht dessen nicht genannter Verfasser kein Hehl. Beim Jahre 1204 erzählt er, dass ein da- mals in Brod verwandelter Stein bei der Verwüstung des Klosters durch die Danziger Ketzer 1577 zerbrochen worden sei : beim Jahre 1330 erwähnt er bei- läufig des 1604 verstorbenen Polnischen Grosskanzlers Johann Zamoyski; beim Jahre 1395 beruft er sich für eine Wundcrcrzählung auf die 1604 gedruckte Chronik des Ermländischen Domherrn Thomas Treter und beim Jahre 1 498 end- 1) Der rweito Abschnitt in der Chigischen Handschrift wird in einem der folgenden Bände berücksichtigt werden. 8) Des Prinzen Carl von Preussen königliche Hoheit verstattete dem Verfasser huldreichst die Benutzung einer von Dr. Minzloff Seiner konigl. Hoheit 18J>5 Übersandten Copio jener Handschrift. - Digitized by Google DI F. ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND lieh citirt er ein Loblied nuf Konig Kasimir, welches nachweislich im November 4613 auf den neuen Fundatorenbildern aufgezeichnet wurde*. Die Hauptquellen des Buches bilden allerdings die Chronik, die Schrifttafeln und die Urkunden des Klosters nebst den Monumenten der Klosterkirche ; aber der Verf. hat diese wich- tigen Führer häufig verlassen, um sich den Berichten der Polnischen Schriftstel- ler des 15. und 16. Jahrhs. , namentlich Dhigosz's und Cromers anzuschliessen. Da nun diese Quellen des Buches noch sämmtlich vorhanden sind , so besteht der Werth desselben gegenwärtig hauptsächlich darin, dass es zur Berichtigung mancher durch die unwissenden Absehreiber der Chronik und der Schrifttafeln verdorbenen Stellen gute Dienste leistet. b) Die Schrifttafeln. Im vordem Theile des. Chores der Klosterkirche von Oliva zu beiden Seiten der jetzigen Gruft der Ostpommerischen Fürsten waren im 16. Jahrh., noch vor 1577, die lebensgrossen Figuren derjenigen Für- sten, welche als des Klosters Gründer oder Wohl thäter galten, und wahrschein- lich auch, wie jetzt, die Bilder einiger merkwürdigen Ereignisse in der Ge- schichte des Klosters, z. B. der Taufe Subislaws, der Verwüstungen des Klo- sters u. a. auf zwei grossen einander gegenüberstehenden Holztafeln dargestellt und mit ausführlichen Inschriften in Lateinischer Sprache ausgestattet. Als man 4613 an die Stelle der alten zwei neue Bildertafeln aufrichtete, aufweichen man nicht nur den alten Wohlthätern zwei neue, nämlich die Könige Stephan Batori und Sigismund HL, hinzufügte, sondern auch an den Inschriften aus Rücksicht auf die Polen und den herrschenden Zeitgeschmack wesentliche Veränderungen vornahm , wurden dennoch , wenigstens in der ersten Zeit , die alten Tafeln, deren man sich, wie wir aus einem Beispiele ersehen1, im 17. Jahrh. als ur- kundlicher Beweismittel bediente , sorgsam aufbewahrt , ihre Inscriptionen aber mit einigen Veränderungen zu zwei Abschnitten, den Tabula e Fundatorum et Benefactorum in besondern Handschriften zusammengefasst. Zwei solcher Handschriften, in welchen man den Tafeln eine Abschrift der alten Klosterchro- nik hinzufügte, erkennen wir in den oben beschriebenen Königsberger Manu- scripten, während die Abschrift der Tafeln die uns jetzt in der Petersbur- ger Handschrift und in Simonettis Abdruck vorliegt, einem Olivaer Bilder- und Wappenbuchc angehörte, in welchem je einem der neuen mit den entsprechen- den Wappen versehenen Bilder der Fürsten auf der gegenüberstehenden Seite die alte dazu gehörige Inschrift beigefügt war, Wobei dann den beiden letz- ten Bildern, die wahrscheinlich Stephan Batori und dessen Gemahlin darstell- ten, jede Erläuterung fehlte8. Während wir unsere Kenntniss von jenen In- 1) Vgl. meine Abhandl.: das Kloster Oliva, ein Beitraf: zur Geschichte der Westpreussi- schen Kunstbauten in den N. Preus*. Pblttttern. Jahrg. t850. H. X. p. 5t, Annales Oliv. IL s. a. t6<3. i) Ebcndas. S. 60 u. 71. S) Die Petersburger Handschrift und gleichlautend Sinionetti I. 1. p. 67: -Das Original betrug i 2 Quartblatter ; auf der einen Seite eines jeden Walles lieset man diese histori- schen Nachrichten. Auf der andern Seite desselben findet man allemahl die Bildnisse und Wappen der Hertzoge, Fürsten und Könige, welche in der brzablung vorkommen, von einer gewiss sehr kunstreichen Hand abgeschildert. Auf der allerletzten Seite trifft man S Bilder an. Eins stellt eine Mannspersohn vor; das andere scheint ein Frauenzimmer zu bedeuten. Den andern Malereien sind immer die Nahmen derer , die dadurch bezeichnet sein sollen, beygefüget. Bey diesen beiden letzten Personen sucht man die Benennungen vergeblich. Sie stehen beide mit den Füssen auf einem rothen Schilde , in dem sich ein weisser Adler sehen lasst. Das Mannesbild bat eine Krone nuf dem Haupte, einen Scepter in der rechten Hand und einen gekrönten Adler im Wappen. Das scheinbare Frauenzimmer tragt einen Kranlz um die Schlaffe. Die Haare sind gekräuselt und lockicht. Vor sich hat es ein Schwordt stehen, welches es in der linken Hand halt. Im Wappen stehet ein ungekrönter Adler. Von Digitized by Google DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. 653 Schriften den drei erwähnten Abschriften der Schrifttafeln verdanken , haben zwei Geschichtsschreiber des 4 6.Jahrbs., Lucas David und Caspar Schutz die Inschriften an ihrem ursprünglichen Orte kennen gelernt und sich Ab- schriften derselben verschafft; die zahlreichen Anführungen aus denselben, die sich in den Werken beider Gnden , lassen keinen Zweifel über die völlige Uebereinstimmung dessen , was wir und sie Schrifttafeln nennen. Doch be- merkte schon Lucas David , dass die Schriftzeichen auf den damals (etwa 4 570) hinter einer seidenen Decke hängenden Tafeln nicht sehr alt wären, woher er eine Erneuerung derselben vermutbet1. Wäre Lucas David, wie wir es sind, im Stande gewesen diese Schrifttafeln mit der Chronik von Oliva zu ver- gleichen, so wäre es ihm schwerlich entgangen, dass nicht nur die Schrift, son- dern auch der Text jener Tafeln damals ganz neuen Ursprungs war, indem er frühestens 4 625 abgefasst sein konnte, wahrscheinlich aber erst nach dem voll- ständigen Abschluss der Chronik von Oliva , also nach 1 545 entstanden war. Die Tafeln enthalten nämlich bis auf wenige Stellen nur Auszüge derjenigen Abschnitte der Chronik , die sich auf die in Bildern dargestellten Fürsten und Ereignisse beziehen, meistens mit Beibehaltung der Worte und Wendungen, namentlich aber den Auszug einer Stelle , in welcher die Chronik bereits der Herzoge von Preussen erwähnt2. Fast alle Abweichungen von der Chronik. . betreffen den Ausdruck und erklaren sich theils aus dem Bestreben die ausführ- liche Erzählung abzukürzen, theils daraus, dass man mit Bezug auf die daneben befindlichen Bilder (z. B. bei den Verwüstungen des Klosters) den Ausdruck etwas drastischer fasste; ja selbst an den 5 — 6 Stellen, wo sie im Inhalte von der Chronik abweicht, ist nur an zwei Stellen (p. 7 und 13) von der Benutzung anderer alter Docuraente eine Spur zu finden, am wenigsten darf man sie' an derjenigen Stelle voraussetzen, wo der Anfertiger, einer im 16. Jahrh. weit ver- breiteten Sage folgend , die Stiftung Oliva's durch einen altern Herzog Subislav im J. H70 im Widerspruche mit der Chronik als eine sichere Thatsache be- zeichnet. • c) Die Chronik von Oliva giebt sich zwar durchweg als eine ursprüng- liche Arbeit zu erkennen, ist jedoch gleichfalls, wie schon der ausführliche Titel der Handschrift andeutet , aus zwei durchaus ungleichartigen Theilen zusam- mengesetzt, aus einem zusammenhängenden Geschichtswerke (p. 17 — 69), das mit dem Jahre 1 350 abschließt und aus einer Anzahl lose aneinander gereiheter vorherrschend die Geschichte Olivas und Danzigs betreffender Notizen , die bis 1545 hinuntergehen und wahrscheinlich erst in dieser Zeit zumeist nach Klo- sterurkunden zusammengestellt sind. Wir unterscheiden diese beiden Theile im Gegensatze zu den ganz spätem Annalen von Oliva als die ältere und mittlere Chronik von Oliva, werden dieser mittleren Chronik ihren Platz in den spätem Bänden dieses Werkes anweisen, während der ä lteren ihrem Alter und ihrer Bedeutung nach eine der ersten Stellen gebührt. beiden Personen findet sich keine Lebensbeschreibung«. Wahrscheinlich sind nach diesem Bilder- und Wappenbuche die Kupferstiche der Herzoge Subislav, Sambor, Mestwin I. und Swanlopolk in Oelrichs Anhang zu Dregers Cod. Diplom. Pomeran. (Berlin «768. Fol.) an- gefertigt. 4) Luc. Dav. III, 15* : »Dies habe von einer tafTel zur Oliva in der Kirchen hinter einem seidenen Denke) hangende abschreiben lassen , doch wie mich bedanket war es nicht eine sehr alte Schrift, sondern vieleicht durchs abeschreiben erneuet worden«. 1) Vgl. meine Abhandl. über das Kloster Oliv a p. 60, 6« ff. 3} Ebenda», p. 65. 654 DIE ALTERE CHRONIK VON OLIVA UND n. Der Verfasser dieser ä 1 te rn C h ron i k giebt sich durchweg als einen ein- fachen , in der Kunst der Darstellung wenig geübten , aber verständigen und besonnenen Mann zu erkennen , der dem Kloster Oliva angehtfrig , von Partei- rucksichten namentlich in Betreff der zwischen dem Orden und den Polen ge- führten Streitfragen sich durchaus fernhält. Mit unbehülflichem , eckigem aber verständlichem und sichtlich dem Urkundenslyl entnommenem Ausdruck beginnt er (p. 1 6) in erster Person sprechend : damit die wachsende Bosheit der Menschen an geschehenen Dingen nicht Wahrheit und Gerechligkeil verdunkele, so will ich, dass man Folgendes wisse. Darauf erzählt er die Geschichte des Klosters unter den Ostpommerischen Herzogen ; man bemerkt zunächst eine grosse Zu- rückhaltung und Vorsicht in der Mittheilung aller Dinge ; kaum eine Notiz Uber Oliva, bei der nicht die Quelle: ein Monument, eine Urkunde oder die schriftliche Aufzeichnung eines gleichzeitigen Mönches genannt oder angedeutet wäre ; einen altern Herzog Subislav trägt er, weil keine sichere Erinnorung an ihn vorhanden ist , Bedenken anzuerkennen ; in chronologischen Angaben ist er durchweg sehr sparsam, wiewohl er sich Uber die Aufeinanderfolge der Begebenheilen sehr ge- nau ausdrückt. Man gewahrt jedoch auch, dass er dem 13. Jahrh. nicht so gar fern steht. Von den Nachkommen des Preussen Malta , welcher um 1 260 lebte, sagt er (p. 21) : er binterliess gläubige Söhne und Töchter, Enkel und Enkelin- nen, Urenkel und Urenkelinnen, welche noch heutiges Tages wahre Verehrer Gottes und Bekenner des christlichen Glaubens sind. Mit dem Anfange des 14. Jahrhs. tritt der Verf. zu dem Kloster in ein nahes Verhältniss. Der Abt Büdiger, dessen fromme Sorgfalt für die bei der Erstürmung Danzigs 4309 ermordeten Pommerischen Bitter er rühmt, ist augenscheinlich der erste Olivaischc Abt, mit dem er in persönlicher Berührung ist. »Büdiger, sagt er (p. 45), und vielleicht auch seine Vorgänger« haben das Brecht des Klosters zum Fischfänge auf dem frischen Haffe gegen den D. 0. geltend gemacht; Uber den Gang der hierüber und wegen anderer Streitpunkte mit dem Orden gepflogenen Unterhandlungen spricht er wie ein persönlich daran enge Belheiligter. Um 1335 muss er dann zu den höhern Würden im Kloslor empörgestiegen sein. Indem er nämlich den Hochmeister Luther von Braunschweig (1331—4335) rühmt, weil er dem Klerus und namentlich den Mönchen sehr gewogen gewesen wäre, fügt er hinzu (p. 53j : »Darüber hat mich oft die Erfahrung belehrt, wenn ich mit ihm über gewisse Angelegenheiten des Klosters verhandelte; ich fand ihn immer geneigt die Sache des Klosters zu unterstützen.* Solche Sprache kann doch wrohl nur der Abt, der Prior, oder ein anderer von den obersten Würdenträgern des Klosters führen. Eino solche höhere Stellung hat er auch noch 1348 eingenommen, wo er seiue Nachrichten über die Türken den Mittheilungen eines Erzbischofes von Armenien und eines Griechischen Bischofes verdankt, die damals Oliva besuch- ten. »Wir sahen, fügt er (p. 65) hinzu , dass eben dieser geistliche Herr in der Feier der Messe vollständig mit uns übereinstimmte*. Auch über die Zeit , in welcher er seine Chronik beendete, Iüsst er uns nicht im Unklaren. Schon bei der Erwithnüng des zwischen dem Orden und den Polen 1343 geschlossenen Friedens bemerkt er (p. 59) , dieser Frieden besteht noch jetzt unverändert und beschränkt uns somit auf die Zeit vor dem Tode Winrichs von Kniprode. Noch näher erklärt er sich kurz vor dem Schluss der Chronik. Er erwähnt Digitized by Googl DIE SCU R I FTT A FK L N VON OLIVA. 655 [p. 67) die Rückkehr des Markgrafen Waldemar, der 29 Jahre für todl gegolten hülle. Wie es möglich gewesen , dass ein anderer für den Fürsten habe in Cho- rin begraben werden können , darüber, äussert der Verf. , sei ihm noch keine sichere Kunde geworden ; das aber sei gewiss, dass bis auf den »heutigen« Tag die Macht dieses Waldemar wachse, während die seines Gegners abnehme. Das kann spätestens im Jahre 4 3 4 9 geschrieben sein. Wahrscheinlich waren neue Berichte über jenes Ereigniss in Oliva noch nicht eingetroffen, als der Verf. seine Chronik mit der Schilderung der Feuersbrunst, die im Frühjahr 4350 Oliva verwüstete und mit der Aufforderung zum Danke gegen die damaligen Wohl- thhler des Klosters schloss1. Wenn somit der Chronist im Allgemeinen das Bestreben kund giebt nur das zu berichten, was er erforscht oder selbst erlebt hat , so hat er doch in einem Falle sich eine Ausnahme gestattet. Da ihn niimlich die Geschichte seines Her- zogs Swantopolk nöthigt der Eroberung Preussens durch den D. 0. Erwähnung zu thun, so hat er sich hier der Mühe des selbständigen Erzählens dadurch über- hoben , dass er eine fremde Arbeit in dic«seinige , wie es scheint mit einigen wenigen Voränderungen, einschaltete und zwar mit einer so wunderlichen Unbe- holfenheit, dass die Fugen zwischen der eigenen und fremden Arbeit nach beiden Seiten hin offen zu Tage liegen. Nachdem er die Geschichte der Pommcriscben Herzoge bis Swantopolk fortgeführt und letztern als einen lapfern und siegrei- chen Fürsten geschildert hat, leitet er (p. 4 7) mit den Worten : »Zur Zeit des vor- hergenannten ersten Herzogs (also Subislavs oder Sanibors) nahm der Orden der Kreuzlräger folgenden Anfang« eine Geschichte des Ordens ein, welche, mit den frühem und spätem Abschnitten der Chronik nur in äusserst lockerm Zu- sammenhange, bis zur Unterwerfung Preussens im Jahre 4256 fortgeführt wird und mit dem Ausdrucke der Freude des Verfassers darüber (p. 3fi) schliesst, »dass seitdem ganz Preussen standhaft am Christenglauben festhalte und in löblicher Weise darin zunehme«. Daran schliessen sich zwei kurze Notizen, wie sie oft nachträglich dem Schlüsse einer Chronik hinzugefügt werden, deren eine den Tod des Königs Oltokar im Jahre 1278 erwähnt, die andere aber die Be- merkung enthält, dass während der früher erwähnten Ereignisse und noch dar- über hinaus verschiedene Landmeisler Preussen vorgestanden hätten »bis zu denZciteudesHorzogsMcstwin«. Keinem verständigen Menschen konnte es entgehen, dass unter diesem Mestwin nur der Sohn und Nachfolger des nach des Chronisten eigener Angabe 4 266 (p. 32) verstorbenen Herzogs Swantopolk gemeint sei. Wenn der Chronist trotzdem , aller Wahrheit in* Gesicht schla- gend, diesen Mestwin als den Vater Swanlopolks bezeichnet und die am Anfange der Chronik von diesem ältcm Mestwin und seinen Söhnen niitgetheilte Stelle bis dahin, wo er in die Ordensgeschichte eingelenkt hat, mit einer allerdings auffallenden Abweichung8 wörtlich wiederholt, so erkennt man deutlich i) Midlich, dass der Prior von Oliva, Gerhard v. Braunswald«, von dein die Chronik im Jahre 4 337 (p. 83| hervorhobt, dass er damals Prior gewesen oder geworden, und der iu der Chronik und iu einer Urkunde jene* Jahres (Cod. Oliv. p. 8t 9 — als Be- vollmächtigter des Klosters in einem Streite mit Hochmeister Dietrich v. Altenburg> erscheint, »856- aber (wie eine Urkunde in Reaycz. u. Muczkowski's Cod. Dipl. Polon. II. 3. p. 74 8. n. DVI. beweist) nicht mehr unter deii Würdenträgern des Klosters sich befindet, Verfasser dieser Chronik ist. %) Er siebt dem Mestwin an der ersten Stolle 3, an der spiilern 4 Sohne, Die selt- same Differenz lasst allerdings der Vermuthung Raum, dass in dem Chronicon drei Verfas- ser zu unterscheiden seien, der des einleitenden Abschnittes, der der OrdensKeschichte und der Mönch von Oliva, welcher jene beiden Abschnitte mit einander vorband und Digitized by Google 656 DIE ALTERE CHRONIK VON OLIVA UND in diesem gezwungenen Uebergange ein ungeschickt gewähltes Mittel des verf- logenen Mannes, der nur so von dem fremden Wege, aufweichen er abge- wichen war, in das Geleise seiner alten Arbeit einzulenken vermochte1. Diese üusserliche Andeutung der fremden Arbeit gewährt nun ein fruchtbares Resul- tat, sobald wir auch den Inhalt dieses Abschnittes näher in Betracht ziehen. Da zeigt sich zunächst das Auffallige, dass die Olivaer Chronik, während sie in ihren übrigen Theilen, auch da, wo sie dieselben Ereignisse z. B. in den Littauerkrie— gen erzählt, den Ordenschroniken Dusburg's und Jeroschin's durchaus selbstän- dig entgegentritt, gerade in dem erwähnten Abschnitte eine nahe Verwandt- schaft mit denselben offenbart , die nur in einer der drei Annahmen , dass die Olivaer Chronik den Dusburg, oder dass Dusburg die Chronik , oder dass beide eine gemeinsame ältere Quelle benutzt haben, ihre Erklärung finden kann. ni. Welche unter diesen drei Annahmen die wahrscheinlichere sei, wird sich, wie wir hoffen , dem Leser aus der nachfolgenden Anajyse jenes Abschnittes in beiden Chroniken von selbst ergeben. Es werden in der Olivaer Chronik Uber den Zeitraum von H90— 1256 31 historische Notizen mitgetheilt, die auch bei Dilsburg in derselben Aufeinanderfolge erzählt werden und ebenso viele Ver- gleichungspunkte darbieten. i. Die Gründung des Deutschen Ordens (Chr. p. 47. Dusb. I. I). — Beim ersten Blicke dürfte man sich geneigt fühlen , den kurzen Bericht un- sere Chronisten als eine freie Umbildung der Erzählung Dusburg's anzusehen ; eine nähere Beachtung des scheinbar Uebereinslinimenden zeigt jedoch, dass eine solche Annahme im höchsten Maasse unwahrscheinlich sei. Zunächst liegen uns die Quellen vor, aus denen Dilsburg seinen Bericht zusammensetzte; er hat den geschichtlichen Inhalt dieses Kapitels, den Gang der Darstellung sammt allen an das Geschichtliche sich anknüpfenden theologischen Betrachlungen aus der Einleitung des alten Deutsch ahgefassten Ordens Statutes* entnommen, hat aber zugleich auch die Quelle , aus welcher das Statut grossentheils seine Nachrichten schöpfte, nämlich den oben S. 220 mitgetheilten Bericht de pri- mordiis ordinis Theutoniei , vor Augen gehabt und , ohne die wesentliche Diffe- renz, die zwischen beiden Quellen stattfindet, zu beachten, sich von demselben sichtlieh nicht nur in der Wahl des Lateinischen Ausdruckes leiten lassen, son- dern hat auch aus demselben das Verzeichniss der Fürsten , welche über die Umformung des Hospitales in eine ritterliche Stiftung beriethen, vervollstän- digt. Bei dieser fast mechanischen Zusammensetzung seiner Arbeit entfernt er sich nur in zwei Punkten von jenen Quellen ; einmal darin , dass er dem Ver- zeichnisse der berathenden Fürsten in dem alten Berichte den Herzog Friedrich von Schwaben hinzufügt, und zweitens in der Notiz, dass dem neuen geistlichen and diese Veriuuthung würde auch in der eigenthtimlichen Ueberschrifl des Chroni- cons : de prima fundatione monasterii Olivae eine Stütze finden. Doch scheint es kaum der Mühe werth, sie weiter zu verfolgen, da der Verfasser der Einleitung, der von den Ostpom- inerischen 'Herzogen nichts anderes weiss, als was ihn die Urkunden von Oliva lehrten, keinenfalls als ein Zeilgenosse derselben angesehen werden und somit nicht viel früher als der fortsetzende Mönch von Oliva gelebt haben kann. 1) Wie fremd ihm jene Arbeil war, zeigt er auch in seiner Aeusserung über die Gefangenschaft Mcstwin's bei dem D. O. (p. S7) , die mit den Mittheilungen der eingeschalteten Chronik (p. 28 u. 29) im Widerspruche steht. 2) Vgl. Schönau th, das Ordensbuch der Brüder vom deutschen Hause — in der iiitesten Abfassung nach e. Pergamenturkunde des **. Jahrb. Heilbronn 4847. Digitized by Google DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. 657 Ritterorden, welcher nach der ältesten Quelle nur den weissen Mantel der Templer empfing, bereits damals auch das schwarze Kreuz ertheilt worden sei. Auch diese Notiz und jene Abweichung konnte Dusburg nur auf Grund einer alten Quelle aufnehmen ; sollte er diese Quelle nicht in unserer Chronik ge- funden haben? — Jeder Schein der Abhängigkeit unserer Chronik von Dusburg verschwindet nämlich , wenn man sich zunächst vergegenwärtigt, dass der Irr- thum, den sie beide theilen und welcher den eigentümlichen Kern ihres ganzen Berichtes bildet, indem sie die Stiftung des Hospitals von S. Marien und die Stiftung des an dieses Hospital sich anknüpfenden geistlichen Ritterordens von S. Marien, zu welcher letztern, wie wir jetzt wissen, erst ein spaterer Kreuz- zug im Jahre H97 Veranlassung gab, für gleichzeitige Begebenheiten halten und beide Ereignisse ins Jahr i i 90 setzen , — keinesweges dem Dusburg allein an- gehört, sondern bereits in der letzten Hälfte des 13. Jahrhs. schon vermittelst der damals abgefassten Deutschen und Lateinischen 1 Ordensstatuten weit ver- breitet sein musste. Und ebenso verliert- eine zweite Spur der Abhängigkeit unsere Chronisten von Dusburg, die man in der Aufzählung der Deutschen Für- sten finden könnte, ihre Bedeutung, da die eigentümliche Form Volberus, in welcher die Chronik den von Dusburg und allen andern Deutschen Chronisten Volker oder Volger genannten Bischof von Passau bezeichnet, darauf hinweist, dass der Chronist jene Namen nicht aus Dusburg , sondern aus dem Buche de primordiis, in welchem erWoIpherus genannt wird , oder aus einer von ihm unmittelbar hergeleiteten Quelle hergenommen hat. Findet somit zur Annahme einer Abhängigkeit der Chronik von Dusburg in keiner Beziehung eine Nölhi- gung statt, so empfiehlt sich andererseits die Annahme, dass Dusburg auf Grund der Chronik , welche er als eine ältere Quelle kannte, von seinen andern Quel- len in den erwähnten zwei Punkten abzuweichen sich veranlasst fand. Mehr freilich als den Nachweis der Wahrscheinlichkeit eines solchen Verhältnisses vermögen wir allerdings hier nicht zu bieten. 2. Die vier ersten Hochmeister (Chron. p. 18. Dusb. I. c. 2 — 5). — Der äussere Rahmen der Darstellung ist in beiden Schriften derselbe, deren dürftigen Kern die Chronik enthält , , während Dusburg denselben sichtlich zu vergrössern und auszuschmücken sich bemühte. Ausser dem Todestage , den er aus dem Ordenskalender bei jedem Hochmeister notirt , hat Dusburg dem nackten Namen Herman Walpot's eine Thatsache aus dem Berichte de primor- diis beigefügt, welche dieser ausdrücklich einem »Clericus« also nicht jenem zuschreibt; die »vielen Jahre«, welche er die drei Hochmeister regieren lässt, sind eine leere Phrase. Im Leben Hermann's v. Salza giebt Dusburg zwar einigo neue Thatsachen; die beiden aber, welche die Chronik hervor- hebt , nämlich die Gunst , welche er bei Papst und Kirche genoss, und die dem Haupte des Ordens erworbene fürstliche Würde , werden von Dusburg durch eine künstliche anekdotenhafte Zuspitzung mit einander vereinigt , von der der Chronist, wenn er nach Dusburg gearbeitet haben sollte, sich unmöglich hätte freihalten können. 3. Die Berufung des D. 0. nach Preussen (Chron. p. 18. Dusb. n. c. 1 — 5.). — Hier fallt zunächst in der Chronik auf, dass sie die Verdienste des 4) Aach die Lateinischen Ordensstatuten (MS. Bibl. Reg. Regiomont. J. 1504) enthalten in der Einleitung die Steile: Hunc ordinem — summi pontiflces— ad peticionem Friderici ducis Sueuio ceterorumque prineipum terre sanete et Almanie tempore , quo a Cbristianis Accon est obsessa, confirwatuin plurimis priuilegiis . . . lllustrarunt. Script, r. r. I. 42 Digitized by Google 658 DIE ALTKRE CHRONIK VON OLIVA UND berühmtesten Olivaiscben Mönches, Christians, gar nicht erwähnt : ja selbst an der einen Stelle, wo sie seiner als Bischofs von Preusscn gedenkt (p. 19), weist die Verschiedenheit der Lesarten darauf hin , dass die beistehende Bemerkung : de Oliva oder Professus Olivensis erst später von Olivaer Mönchen am Rande hinzugefügt worden fst. Auch die Notiz von der Ermordung des Olivaer Kon— vontes im Jahre 1 224 kann nicht ursprünglich im Texte der Chronik gestanden haben, da die darauf folgenden Worte: »dux Conradus ea rundem terrarum do- minus« zwar auf die früher genannten Länder Culm, Lübau, Masovien und Cujavien, keinesweges aber auf Oliva und Danzig passen. Im Uebrigen ist der Gang der Erzählung bei beiden Chronisten im Wesent- lichen derselbe , so jedoch , dass die des Chronisten überall den Charakter der Ursprünglichkeil an sich trägt, während Dusburg, auch da, wo er von jenem abweicht, sichtlich auf ihn Bezug nimmt. Das tritt am Deutlichsten in Folgen- dem hervor. Im Zeitalter Dusburg's wurde zwischen dem Orden und den Polen in häufigen Verhandlungen, namentlich in den Jahren 1320 und 1339 Uber die Frage gestritten, ob das Cuimer Land ehemals zu Polen gehört habe, und ob den Polen ein Anrecht auf dieses Land zustehe , wobei die Polen darauf Nachdruck legten , dass von Alters her die Ossa Grenze des Polnischen Reiches gewesen, und das Culmcr Land, von Polen bewohnt und besessen, dem Orden nur zeitweise verlieben worden sei. Die in den letzten Jahren veröffentlichten Pro- locolle jener Verhandlungen zeigen, welche spitzfindigen Diplomalenknifle dabei von beiden Theilen zur Anwendung kamen. Der alte Chronist weiss von diesen Streitigkeiten noch nichts und kennt die Polen Uberall nur als Freunde des Or- dens. Man boachte dagegen, wie Dusburg die unbefangenen Aeusserungon des- selben mit Bezug auf jenen Streitpunkt corrigirt. Wo der alto Chronist (p. 48) den Herzog Conrad als Horrn von -Culm, Lübau, Masovien und Cujavien bezeich- net, nennt ihn Dusburg (IL 4.) Horm »in Masovia, Cujavia et Polonia«. Wenn nach dem Chronisten der Bischof von Culm (p. 19) zu den Prälaten des von Conrad beherrschten Herzogthumes gehört, markirt ihn Dusburg (II. 4.) als Episcopus de Pruschia. Ausdrücklich hebt er es hervor , dass die im Cuimer Lande wohnenden Christen mitten unter P/eusscn gelebt hätten, welche von Culm aus einen Einfall (II. 1.) »in Poloniam« gemacht hätten. Als ferner Herzog Conrad den D. 0. um Hülfe bittet, so erscheint nach der alten Chronik auf diesen Ruf Conrad von Landsberg, dem sofort (statim) und zwar im Jahre 4 226 vom Herzoge das Cuimer und Lübauer Land »jure hereditario perpetuo possidenda« Ubertragen wird. Auf das Jahr 1226 hat den Chronisten augen- scheinlich die im März 1 226 ausgestellte Urkunde Kaiser Friedrichs U. 1 geführt, in welcher der Kaiser erwähnt vom Hochmeister Hermann v. Salza erfahren zu haben , dass Herzog Conrad demselben das Land Culm und eine andere zwi- schen Masovien und Preusscn gelegene Mark (worunter unser Chronist Lübau* verstanden bat) geschenkt habe. Nach Dusburg (U. ö.) dagegen entsendet der Hochmeister zwar gleichfalls den Conrad von Landsberg nach Masovien , wo- selbst er, jedoch erst nachdem er an einem Kriegszuge der Polen nach Preussen 4) Watterieb, Gründung des D. Ordensstaates p. i36. 9) Diese, wie mir scheint, irrtliümlicho Auffassung darf auch bei einem Chronisten des 4 3. Jahrb. nicht auffallen, der die Vorhandlungen, welche 4*39 und 4140 vor dem Legaten Wilhelm v. Mbdenn über den Besitz der Lübau stattfanden, und die einige Decenuion darauf 4157 erfolgte Verzichtleistung der Polen auf jeue Landschaft (vgl. Toppen, Geogr. S. 78) ab durch den Traktat von 1 2*6 hervorgerufene Ereignisse betrachtet«. Digitized by CjO DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. 659 theilgenommen bat , einen Vertrag mit Herzog Conrad abschließt , in welchem dieser die Lande Culm und Lübau, zugleich aber auch allo Eroberungen, die der Orden im Kampfe mit den Ungläubigen machen werde , dem Hochmeister uberträgt. Durch Anführung sämmtlicher Zeugen lässt Dusburg deutlich genug merken , dass er nicht , wie der Chronist , die Urkunde des Kaisers vom Jahre 1226, sondern die Schenkungsurkunde Herzog Conrad's vom Juni 4230 1 im Auge hat, welche allerdings mit Ausnahme der nicht ausdrücklich gethanen Erwähnung des Landes Löbau diese ausgedehntere Vergabung enthalt. Aber durch die Jahreszahl 1 226 in der alten Chronik veranlasst verlegt auch Dusburg diese Schenkung in das Jahr 1226 zurück und kommt seinem historischen Ge- wissen durch den Zusatz: »circa 1226« zu Hülfe. Nun datirt die alte Chronik die Eröffnung des Kampfes gegen die Prcussen in fester Konsequenz vom Jahre 1 226 , wobei Fehlgriffe nicht ausbleiben können. Dusburg , der gleichfalls von jenem Jahre ausgeht, hilft sich da, wo er den Irrthum erkennt, damit,, dass er die Zahlen der alten Chronik auslUsst oder verändert. 4. Der Bau von Vogelsang und Nessau (Chron. p. 19. 20. Dusb. U. 8. 9.). — Nachdem Dusburg die Bestätigung des Ordenslandes durch den Papst dem Berichte der Chronik hinzugefügt und oino allgemeine Einleitung in den Krieg des Ordens gegen Prcussen mit geographischen und theologischen Ausein- andersetzungen vorausgeschickt hat, giebt er da, wo er an die Chronik wieder anknüpft , eine blosse Paraphrase des kurzen Berichtes derselben über den Bau der beiden ersten Burgen; nur wo die alte Chronik den Balk mit fünf andern Brüdern ankommen lüsst, nennt Dusburg diese Begleiter bei Namen auf, kennt aber nur vier; beiläufig ein evidenter Beweis , dass die Chronik kein Auszug aus Dusburg ist. Nicht ohne tendenziöse Absicht übergeht Dusburg sodann mit Schweigen die Notiz der Chronik, dass der Bau von Nessau »de consilio predicti ducis [Polonie] et militum ejusa erfolgt wäre. Ebenso schweigt er in Erkennt- niss der chronologischen Schwierigkeit davon , dass die Brüder von Nessau aus 5 Jahre lang mit den Preusscn gekämpft haben. 5. Bau von Thorn (Chron. p. 20. Dusb. Hl. 1.). — Dusburg paraphrasirt hier die einfache Sage von der »munitio« auf einer Eiche, aus der er eine voll- ständige Festung construirt. In der Chronologie weichen beide Berichte we- sentlich von einander ab. Nach dem Chronisten wird 1231 »inbrevi« Schloss und Stadt Alt-Thorn abgebrochen und nach Neu-Thorn verlegt ; nach Dusburg dagegen wird, nachdem 1231 die Burg Alt-Thorn errichtet ist, »in successu temporis« eine Stadt um das Schloss gebaut, worauf noch später (poslea) eine Verlegung nach Neu-Thorn erfolgt , so jedoch , dass nur die Stadt verlegt wird, das Schloss aber bleibt. 6. Kampf um die Burgen Pippins fChron. p. 2t. Dusb. III. 7.) — Hier ist der Bericht der Chronik ebenso ausführlich als bei Dilsburg. Dieser be- zeichnet ihn jedoch durch sein : reforunt quidam als eine Sago und ändert an der Erzählung nur durch den Zusatz, dass das dritte Kastell, »während eines Trinkgelages, welches die Besatzung desselben hielt«, genommen worden sei, und durch die Milderung der Todesqualen des Pippin, bei deren Schilderung die alte Chronik mit einer gewissen Behaglichkeit verweilt. Dage- gen wird die Bemerkung derselben über die Lebensverhältnisse der Enkel und 4) Watterich ebend. p. «46. 42- Digitized by Google »60 DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND Urenkel Pippin's, die Dusburg nicht kennt, am Natürlichsten als ein von den Olivaer Mönchen am Rand gemachter Zusatz zu betrachten sein. 7. Bau von Culm (Chron. p. 21. Dusb. III. 8.). — Dusburg giebi eine Paraphrase der Chronik, der er eine kurze Notiz Uber Gründungszeit und Lage von Culm hinzufügt. 8. Bau von Marienwerder und Schlacht an derSirgune (Chron. p. 22. Dusb. HI. 9 — 4 4.). — Auch hier hat Dusburg seiner Paraphrase nur be- stimmtere geographische Bezeichnungen hinzugefügt. Die Polnischen Fürsten, welche die Chronik nur als die von Masovien, Kujavien, Krakau und Breslau bezeichnet, bestimmt Dusburg genauer durch Angabe ihrer Vornamen, fügt den dux Gnesnensis hinzu und nennt den Bruder Swantopolks, dessen Namen die alte Chronik nicht zu kennen scheint (vgl. unten Chr. p.22 u. 30), Sambor. Auch in Botreff der Schlacht kennt die Chronik weder den Namen des Flusses noch der Landschaft; Dusburg ergänzt diese Lücke. Es fallen nach der Chronik 5000 M., nach Dusburg : »ultra 5000 primus fundator Olivae a. 1170« (Chron. p. 1; Bug. S. 139) 4) S. 29. «Quorum (fremder Fürsten , 'die Uber Pommern hcrrscmVn) litcras invenimu* in monasteriis Poraeraniac in Poloniam vergenlis«. S. 35. »Cujus roi si tosles minime re- futaodos requiris, ipso» consule Olivensos, qui ab usquo monasterii sui fundationo Uli« litoris ad posteros transraiserunt«. I Digitized by Google DIB SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. 667 versehen war. Zugleich erhalten wir aus Bugenhagen's Mitteilungen Gewissheit darüber, dass dio Olivaer Schrifttafeln noch nicht vorhanden waren ; er würde anderenfalls nicht unterlassen haben , die historisohe Existenz des Subislaw, den er so gerne (8. U9) zum Verwandten seines Westpommerischen Herzogs Wartislaws I. machen möchte, aus den Schrifttafeln zu erweisen. 4. Auch Simon Grünau hat neben Dusburg, Wigand und Dhigosz die Olivaer Chronik gekannt, und ausschliesslich aus den spatern Theilcn derselben einzelne Notizen (die bereits Toppen Historiogr. S. t50 zusammengestellt hat) in seine Chronik aufgenommen und in seiner gewohnten Weise durch einge- streute Lügen verunstaltet; jedenfalls gewinnt man aus seinem Berichte keine Belehrung für das Chronicon. Nach Grünau haben Caspar Schütz und Lucas David, welche beide die Chronik nicht kannten, für die Ostpommerische Geschichte ausser den Gru- na tischen Lügen die Olivaer Schrifttafeln zur Geltung gebracht, durchweiche letzteren, zumal seitdem sie durch den Druck sich verbreiteten, die Chronik bis in die neueste Zeit in Vergessenheit gerieth. IV. Es war anfangs unsere Absicht den ältesten Thcil der Chronik von den spillern Zusätzen getrennt in seinem ursprünglichen Wortlaute und in der alten Orthographie der Chigischen Handschrift als das älteste Geschichtswerk Preus- sens an den Anfang dieses Bandes zu stellen. Aber die grosse Lücke in der er- wähnten Handschrift, welche der Vermuthung ein zu weites Feld Hess, nolhigtc davon abzustehen, und wir haben uns daher nur auf eine Andeutung des altern Theiles durch besondere Schriftzeichen beschränkt. Wir bequemten uns zu dieser Beschränkung um so mehr, da die Herstellung eines befriedigenden Textes für die Chronik auch in der überlieferten Form grosse Schwierigkeiten darbot. Wahrend nämlich nur die Bruchstücke der Handschrift Chigi und des Göltinger Codex die ursprüngliche Form beibehalten haben, sind die zwei vollständigen Königsberger Handschriften im \~. Jahrh. von Schreibern angefertigt worden , welche nicht nur die Orthographie des ursprünglichen Textes in die Weise ihrer Zeil umw an- delten, sondern auch in ihrer Unwissenheit den Text selbst auf das Sinnloseste entstellten *. Wir haben unter diesen Verhaltnissen jene 2 Königsberger Hand- schriften, für welche an gewissen Stellen die Berliner Abschrift des 18. Jahrhs. einige Aushülfe gewahrte, dieser Ausgabe zum Grunde gelegt und ihre Ortho- graphie, als einen unwesentlichen Mangel, beibehalten, die Fehler und Verderb- nisse des Textes aber theils aus den beiden alten Bruchstücken , theils aus den spätem Annalenvon Oliva, deren Verfasser die ursprüngliche Handschrift, die er vor Augen hatte, mit richtigerein Verslandnisse las und benutzte, sowie aus Bugenhagen's Pomerania, theils aus den von dem Chronisten häufig benutz- ten Urkunden des Klosters Oliva* zu verbessern gesucht: doch sahen wir uns an zahlreichen Stellen genölhigt durch Konjekturen in die sonst unverständ- lichen Worte Zusammenhang zu bringen. In Betreff der Chigischen Handschrift 4) Beispiele dieser Entstellungen hei Toppen Historiogr. S. 20. 5) Bei Erwähnung dieser Urkunden werden wir uns im Verlnufe dieser Arbeil der Kürze wegen in der Regel auf den im Kgl.Heh. Staatsarchiv in Berlin befindlichen Codex OlivensiK, welcher vidimirtc Abschriften sammtlichcr um 1645 im Kloster vorhandenen Urkunden ent- halt, berufen. Doch haben wir namentlich bei wichtigen Lesarten auch die im Konigsb. Geh. Archive befindlichen Originale zu Ruthe gezogen. Digitized by Google 668 DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND DIB SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. haben wir zu bemerken , dass, wiewohl wir ihr an vielen Orten die sc hält bar- sten Aufschlüsse verdanken, wir ihr doch nicht immer unbedingt folgen konnten, da ihr Schreiber, wie es scheint ein Auslander, sichtlich zwei Barbarismen des Originales, einmal die Verwandlung des lateinischen s in Eigennamen in das polonisirende z (z. B. Kazimirus) und die Verbindung des Perfectum Passivi mit fui und fueram statt mit sum und eram an einzelnen Stellen, aber nicht an allen, in die richtige Form umzuändern sich bemühte, und ebenso deutlich an dem ursprünglichen Ausdrucke Veränderungen vornahm , um ihn eleganter zu ma- chen, wie er denn z. B. Histula statt Wisla, ministrarunt statt praebuerunl (p. 47), agitarc statt currere (p. 24) u. a. braucht. Daran, dass diese Abwei- chungen dem ursprünglichen Texte des alten Berichtes angehören , ist deshaih nicht zu denken, da hin und wieder auch die andere Form (z. B. Wisla) beibe- halten wird. Dieser bis 1350 herabgehenden altern Chronik von Oliva haben wir, ob- gleich sie im 16. Jahrh. abgefasst sind, sogleich hier die beiden Schrifttafeln von Oliva in kleinerer Schrift deshalb beigefügt, weil sie einmal bis jetzt von vielen mit der altern Chronik für gleichbedeutend gehalten worden sind , und ihr Unterschied sowohl wie ihre Abhängigkeit von derselben durch diese Zu- sammenstellung am leichtesten zu erkennen ist. Unserm Texte dieser Tafeln liegt die Petersburger Handschrift zu Grunde, nebep welcher jedoch' nicht nur die drei andern Handschriften und die Ausgaben von Simonetti und Lieberkühn, sondern auch die Anfuhrungen aus den Tafeln in den Geschichtsbüchern von Lucas David und Schütz zu Raine gezogen worden sind. Auch den Randbemer- kungen der Chronik, welche ersichtlich spateren Ursprungs als die Chronik sind, haben wir die Schriftzeichen der Schrifttafeln gegeben. Was endlich die dem Texte beigegebenen Erklärungen betrifft, so haben wir zur Vermeidung von Wiederholungen alle diejenigen Nachrichten , welche sich auf die Geschichte des Deutschen Ordens und das östlich von der Weichsel gelegene Preussen heziehen , unerörtert gelassen , da dieselben , von Dusburg oder Wigand aufgenommen und weiter ausgeführt, am Passendsten im Kom- mentare dieser beiden Chronisten ihre Berücksichtigung und Erklärung ßnden. Dagegen hielten wir es für angemessen an diese Schrift, welche schon an sich die Hauptquelle für die altere Geschichte Ostpommerns im Allgemeinen und des Klosters Oliva im Besondern ist, alle in ausserpreussischen Chroniken und in Urkunden des 13. und der ersten Hälfte des Ii. Jahrhs. über diese Landschaft zerstreut vorkommende Nachrichten entweder in vollständigem Wortlaut oder in Auszügen anzuknüpfen. Sowohl die Anmerkungen zum Texte als auch die Beilagen werden vorherrschend diesem Zwecke dienen. Ich sclilicsse diese Vor- bemerkungen mit dem freundlichsten Danke an alle diejenigen, welche mich für diese Arbeit mit ihren Beitragen unterstützten. Insbesondere gilt derselbe dem Königl. Provinzial-Archivar zu Stettin, Herrn Dr. Klempin, der sich der grossen Mühe unterzog, mich mit 55 Urkunden der noch ungedruckten Dreger-Oelrichs- schen Sammlung Pommerischer Urkunden in selbst angefertigten ausführlichen Exccrpten bekannt zu machen, und Herrn Dr. E. Strehlke, der mir unter Andern) die im Ober-Präsidial-Archive zu Posen vorhandenen Ostpommerischen Urkunden in Auszügen mittheilte. Digitized by Googl DE PRIMA FTJNDATIONE MONASTER1I QLIVAE." Ut hominum malitiis, quae ubique pullulant et faciunt continuum incre-p. 16. mentum, prüden Ii consilio occurraturb, operac prelium fore credo, ut praeteri- torum memoria, quorum ratio (teste poeta1) scire futura facit, firmiter scriptu- rae commendeture. Quia saepius conlingit proptcr lubricam hominum memoriam hoc quod transactum dudum fuerat et quod in rem transeatd judicatam in veri- lalis et justitiae obnubilationem fallaciter refricari3. Volo ergo nolum esse, quod«,,,^ ^ primus monasterii Olivensis* fundator creditur fuisse Subislaus dux*, cujus {Jgj? A. Hudaehrift Chifi. B. Ente K8nlf»b«rjw Hjbchr. (Könlgtb. geh. Archiv N. 613 b.). C. Zweit« Kft- Diftb. HtuUchr. (Ktaiftb. f«h. Archiv. K. 613 c). D. Umd»chr. der Biblioth. OelriebaUn» (j«trt des Je*chiiD«Uuaer Ovmnu. in Berlin). E. Annale« Oliven*««. Buf . BufenhtgU 4) Die Worte scheinen einem Distichon anzugehören, dessen Pentameter etwa: praete- riti ratio scire futura facit lautete. Welchem Schriftwerke sie entnommen sind, habe ich Dicht ermitteln können. f) Du Cange rofricare = iterare, unde Gallicum vetus refrechir pro dictitare vulgo repeter. 8) Wenn in der ältesten das Kloster Oliva betreffenden Urkunde vom 18. März 44 78 (Cod. Pom. n. 46) Fürst Sambor Cisterzienser-Mönchcn, welche «die Liebe Gottes« bewog, sich auf seinem vaterlichen Erbe niederzulassen, den Ort Oliva nehst 6 andern Dörfern ver- leibt, so kann diese Niederlassung nur eine vorläufige gewesen sein, die der klosterlichen Einrichtung und Ordnung noch entbehrte. Die Annalcn des Schleswigschen Cisterzienser- k loste rs Rye, welche «288 beendet wurden, und über die Schicksale der (Zisterzienser, zumal derjenigen, welche aus Dänischen Mutterklöstern auSgingeu, genau unterrichtet erscheinen, melden ausdrücklich (unten Beil. II.), 1 1 88 sei ein Konvent nach Oliva gesendet worden, und tilgen hiezu unter dem J. 1195 die Notiz: Ein Konvent kam nach Oliva. Diese Besetzung Olivas im J. 1186 findet auch eine urkundliche Bestätigung in einer Erklärung Herzog Mest- wins II. vom 88. Juni 1277 (Cod. Oliv. n. 117), in der er eine von seinem Vater dem Kloster entzogene Wieso als eine solche bezeichnet, »cum quo prefatum monastcrium a meis pro- genitoribus in anno gracie 1186. VI. nonas Julii (2. Juli) fundatum est.« Somit hat eine klösterliche Gemeinschaft in Oliva erst 2. Juli 4 4 86 begonnen. In ganz entsprechender Weise erhielt das 1258 gestiftete Kloster Samboria (später Pölplin), obgleich schon bei der Gründung 5 Prieserbrüder und 4 Conversi aus dem Mutterkloster angekommen waren, erst 4267 einen Konvent (vgl. Annal. Pölplin. s. a. 1267). Die neue Sendung eines Konventes im J. 4495 deutet auf äussere Unfälle hin, welche eine zeitweilige Auflösung und Zerstreuung, und demnächst eine neue Besetzung zur Folge hatten. Solches Schicksal hat gerade in je- nen Jahren mehrere Klöster in Pommern und Meklenburg betroffen ; so wird z. B. das 4 4 70 gestiftete Kloster Alt-Doberan, nachdem es 4 1 79 von den Wenden zerstört worden, vom Mutterklostor Amelungsborn 4179 neu besetzt (Lisch Jahrb. des Vereins für Mekleob. Gesch. 2, 20 ff.); das gleichfalls 1170 einigen aus Dänemark flüchtigen tfsterzienser-Mön- chen zum Anbau übertragene und mit 10 Dörfern ausgestattete Kloster Belbuck wird, da die Fremdlinge das kaum erbaute Haus bald verliessen, 4208 mit friesischen Mönchen neu be- setzt und hergestellt (Cod. Pom. n. 86). Aehnliches geschah mit dem Kloster Grobe auf Use- dom (Cod. Pom. n. 43), dem Kloster Dargun (Cod. Pom. n. 110) u. a. (vgl. Cod. Pom. S. 106). Kolba tz, dessen Abt Eberhard bei der Schenkung vom 48. März 1178 zugegen ist, und dessen erste Mönche aus Dänemark, wahrscheinlich aus dem Kloster Esserum auf Seeland, kamen (Barthold Gesch. von Pommern II, 221), galt als das Mutterklostcr Oliva's. 4) Urkundlich ist sein Name nicht nachzuweisen und den gleichzeitigen Polnischen Schriftstellern, die die Erhebung Sambor's zum Polnischen »Markgrafen von Danxig« von Digitized by Google 670 DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA DND memoria non bene polest haben6. Hic post se reliquit duos filios scilicet MUtwi- gium* et Sarnborium , quorum corpora in monasterio Oliven si requiescunt, qui ambo monasterium luaguifice libertatibus el possessionibus dotaverunt7. Nam ») B. bat die Corrretur : Ittotwinuin. dem zeitweiligen Ansehn seines Oheimes Syro, der Vormund des Herzogs Lcstko von Maso- vien geworden war, herleiten (Beil. Iii), ist er augenscheinlich unbekannt gewesen. Die in vieler Beziehung verdienstvolle und auch für diese Arbeit dankbar benutzte Abhandlung Quandts (..Ostpommcrn, seine Fürsten, fürstliche Landestheilungon nnd Distrikte« im 4 6. Jahrgange der Baltischen Studien) giebt sich die undankbare Müho, vermittelst dieses halb- mythischen Subislaw einen verwandtschaftlichen Zusammenhang zwischen den Ostpomme- rischen Dynastenfamilicn Sambors und Grimislavs am Ende des 12. Jahrhunderts, und zwei von dem Zeitgenossen Boleslav's III., beiliiulig als Beamte Boleslavs in Pommern erwähnten Mannern, Swatobor und Suatopole, welche Quandt aus durchweg haltlosen Gründen zu Fürsten von Danzig erhebt, nachzuweisen. Wer ohne vorgcfasüles Urtheil die unten Bei- lage III zusammengestellten Mittheilungen der gleichzeitigen Polnischen Schriftsteller über Ostpommern — und andere giebt es nicht — übersieht, wird, hoffe ich, unsere Ueberzeu- gung (heilen, das» schon wegen unserer dermalen vollständigen Unwissenheit in Betreff der zwischen 4 420— 1 170 dort vorgegangenen Ereignisse jeder Hypothese ihre natürliche Grund- lage entzogen ist. Zu bedauern ist es, dass der gelehrte Verfasser seinem Werke eine Ge- nealogie der Ostpointucriscben Herzoge beigegeben hat, welche durch das Durcheinander- werfen historischer und hypothetischer Angaben, wie die Erfahrung lehrt, den in diesen Dingen nicht tiefer Eingewcihetcn leicht über don Werth dieser Hypothesen irre leitet. Ich habe es daher für nöthig angesehen, in Umlage VI eine Lebersicht der historisch sichern Mitglieder und urkundlich beglaubigten Herrscherakte des Samborscbcn Fürslengeschlech- tes unserer Chronik hinzuzufügen. 5) Bugenhagen (Pomer. 439) las schon 1547 diese Randbemerkung; doch lehrt der Zu- sammenhang, dass sie keincnfalls von dem Chronisten, der das Vorhandensein einer histo- rischen Notiz ÜberSubislav direct leugnet, herrühren kann ; offenbar bat ihr spaterer Verfas- ser steh aus der im Text stehenden Zahl 4178 die Zahl 4470 ausgeklügelt. Dass mau schon im 4 5. Jahrhunderle solcherlei Hypothesen mächte, um die bekannt gewordenen Pommerischen Namen in chronologischen und verwandtschaftlichen Zusammenhang zu bringen, sieht man aus der von Dlugosz f. 585 im Widerspruch mit »eineu f. 537 gegebenen urkundlichen Nach- richten mitgetheilten Notiz: 4174 Boteslaus dux Pomeraniae moritur et in monasterio Oliva, quod fundaverat, sepelitur, duos relinquens filios Mszczugium et Sobeslaum. 6; So starken Zweifel an dem Dasein Subislafs konnte unmöglich ein Mönch von Oliva im J. 1348 äussern, wenn die Morlilogien seines Klosters wirklich, wie die im 1 7. Jahrh. ver- fassten Annalen von Oliva und die Anualen des Pater Werner behaupten, den 13. Januar als den Todestag Subislafs bezeichneten, oder wenn, wie Pater Werner in seinen c. 1660 geschrie- benen Annalcs Ahbatiae . . . de Oliva p. 176 vorgiebt, andere »uicht weniger alte Donkmaler« 4174 sein Todesjahr nannten uud von seiner Gemahlin Anna, Tochter des Polenfürsten Mic- cislaw, wussten, dass sie im Presbylerium der Klosterkirche die Stelle bezeichnete, wo ihr Gemahl begraben werden sollte. Man wird sonach vorläufig, d. h. bis zu ihrer Bestäti- gung durch bewahrte Zeugnisse auch alle die andern chronologischen Notizen, welche aus denselben verdachtigen Quellen über diese altere Zeit mitgcthcilt werden, namentlich das Todesjahr Sambors 4807, und seines Sohnes Subislav 28. Dec. 4217 als Fiktionen späterer Jahrhunderto zu betrachten haben. Ganz andere Bewandtniss hat es dagegen mit den Mittheilungen der bereits oben genannten und noch öfters zu nennenden Annalen von Pölp- lin iMsc. des Königsb. Geh. Archivs B. 288). Obgleich nämlich der Verfasser derselben dem 17. Jahrhundert angehörte, so ball er doch strenge an dem Grundsatze fest, bei je- der wichtigem Notiz, die er anführt, die Quelle, aus der er sie geschöpft hat, )am Rande zu vermerken. Die Sorgfalt und Genauigkeit, welche er in der Benutzung derjenigen al- len Denkmaler, die wir noch gegenwärtig besitzen, an den Tag legt, berechtigt uns, sei- nen Angaben aus alten seit seiner Zeit verloren gegangenen Urkunden volles Vertrauen zu schenken. Zu don letztern gehört namentlich ein »Uber fralrum familiarium, fundato- ruui et benefactorum defunetorum domus,« welches ihm in einer 1402 angefertigten Ab- schrift vorlag. 7) Zur L'ebersicht der im Verlauf dieser Chronik über das Klostcrgebiet von Oliva ge- gebenen Mittheilongen sei Folgendes bemerkt. Gemäss dem vom Hochmeister Ludolf König v. Waitzau auf Grund vorhergegangener. Vermessungen am St.Oct. 1342 ausgestellten soge- nannten grossen Privilegium (Cod. Oliv. 342—57, gedruckt in v. Ledeb. N. Archiv II. 298—319) besass das Kloster damals folgende 7 Gebiete. 4) Das Gebiet von Oliva. Seine Grenze begann an der Danziger Weichsel, beim Einfluss des Striessbach.es, folgte der Weichsel bis ins Meer und dem westlichen Mecresstrandc bis an den Einfluss des jetzigen «Grenzflie- Kscs« (Bach Swilena) an der Grenze von Koliepkeu, zog sich sodann landeinwärts an den Grenzen von Koliepken und Grosskatz nach dem Warznausee, wandte sich von da vorüber an den Dorfmarken von Klein- und Gross-Mischau, Perapau, Ramkau und Bysowo nach den Quellen des Striessbaches und folgte im Allgemeinen dem Laufe dieses Baches bis zur Weich- DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. 671 dux Samborius8 conlulit baorodilatem, quae prius Oliva dicebatur et nunc dici- (Donation« tur. Item* Zaicowilz*, Clambowi*, Starcowltfe, Stanowed, Oransow, Zintamis', r^ueauno* a) B. and Urk. Saleowiü. f) B. u. D. Ciarubin, B. u. Urk. Clambowi, Bur. CUiubni. e) E. n. Urk. BUreow. d) MSS.u. Bug. Stanne, E. u. Urk. SUnow«. e) E. u. Urk. Sintimit«, Bug. Zinaami«. sei, so jedoch, dass er an zweien Stellen nach Stielen hin, einmal Uber das Dorfgebiet von Picskersdorf (»Byssekir«) and weiter hinunter nach der Dorfgrenze von Langefuhr (»Vriesl«) hin überschritten ward. Zu diesem Gebiet« gehörten noch auf der andern Seite der Weich- sel, zwischen der Weichsel und dem Nebrungischen Fichtcnwalde, zu beiden Seiten der jetzigen Bootsmannslaken (den »Warsiwuds») ausgedehnte Wiesen, 2) Das Gebiet von Most (Brück). Nach dem mit dem Klostar Sückau darüber abgeschlossenen Theilungsvcrlragc vom SS. Nov. 4289 umfasste es die nordwestliche Hälfte der Oxhüfter Kampe, so dass Suchydwor, Kossakau und Pierw oschin auf dem Olivaischen Autheil lagen, überdies aber auch die diesem Gebiete im W. und N. anliegenden Brüche um den Ruwkenbacb bis gegen Sagorsz hin, so dass auch das Dorf Rahmel zum Kloster gehörte. 3) Das Gebiet von Starzin, umgrenzt von den Feldmarken der Nachbardörfer Pulkowken, Lissau, Klanin, Reddischau und »Lobsz,« von wo die Grenze die Plutnilz entlang bis zum Einfluss der Musturca, sodann diese auf- wärts an den Nachbardörfern Polsin und Brusdau vorbei und westlieh durch Sumpf und Waldung hindurch bis zu den Grenzen der Feldmarken von Klein- und Gross-Piasnitz und Schwetzin ging. Innerhalb dieses Gebietes Ingen namentlich die Orte Starzin, Darszluh, Do- matow und Mechau ; zu Domatow gehörten überdies die ausserhalb seiner Feldmark gelege- nen Wiesen eines von der Rada durchflossenen Landsees Retzk und eines Sees Rogosnaf?). 4) Das Gebiet von Tluczewo (an der obern Lcba) im südlichen Theilc des jetzigen Neu- stadter- und an der Nordgrenze des Karthauserkrcises, eingeschlossen von den Nacbbardor- fern Tempsk, Strzepcz, Miloszowo, Linde und Ossek. 5) Das Gebiet von Jamcn (Jamnow) und das Gut Pomeisk, in den jetzigen Kreisen von Karthaus und Bütow gelegen ; zu Po- meisk gehörte namentlich der ganze Lupowken- und der halbe Wobrowsec. 6) Rathstube (»Radostow«) und Raykow umfasste im jetzigen Stsrgardcr Kreise, von den Feldmarken von Subkau, Gremblin, Spengawkcn (»Pangow«), Zduny, Waczmir und Felgennu (»Velglowe«) eingeschlossen, ein Gebiet, innerhalb dessen neben den beiden Hauptorten 4 342 die Dörfer Starrcnczin, Brzesno, Brust und die jetzt nicht mehr vorhandenen Orte Stoehow und Sarow lagen. Dem Kloster gehörte auch di© in der Nähe, nördlich von Spengawken in der Gegend von Liniewko gelegene Mühle Irsognin mit einem daneben befindlichen Dorfe. 7) Der HofSukzin, von wo aus die Dörfer Schönwarling , Langenau, Sukzin und Klein- oder Mo neb en-G rebin im Danziger Werder verwaltet wurden. Alle im Verlaufe dieser Chronik genannten Dotationen werden, insofern sie nicht bis 4 342 nachweislich in fremden Besitz gekommen waren, innerhalb dieser sieben Landstriche zu suchen sein. 8) Seine darüber im Kastrum von Danzig, 48. Mürz H78 ausgestellte Urkunde (Cod. Pomer. n. 46) und die ihm, dem Neffen des Grafen Syro, vom Herzoge Leslko von Masovicn übertragene Verwaltung Ostpommerns, worüber die gleichzeitigen Polnischen Schriftsteller berichten, sind die bis jetzt allein von ihm bekannten Lebensakte gewesen. Jetzt erfahren wir vom Pölplincr Annalisten, dass 1258 eine von ihm ausgestellte Urkunde vorgezeigt wurde, in welcher er dem Kloster Doberan in Mcklenburg ein Stück Landes in Ostpommern in der Nahe von Pogutken an der Fitze schenkte. Vgl. untren Fundatio monasterii Pöl- plinensis. 9) Die Dörfer Zaicowilz, Clambowi und Stanowe oder Slanne werden in den spatern BeslUtigungs-Urkunden meistens gar nicht mehr genannt ; nur in einer Urkunde des Papstes Innocenz IV. vom 16. Sept. 4345 (Cod. Oliv. f. 8) scheint Eslimnnho unser Stanne anzudeu- " len ; statt jener Dörfer nennt die Urk. vom 9. Aug. 4 235 (Cod. Pom. n. 225) : Oliva cum Om- nibus attinentiis suis, die vom 7. Marz 4 283 (Cod. Oliv. f. 4 4 4 ) und von 4194 s.d. (Cod. Oliv. 305) Oliva cum grangia adjacente, endlich in deutlichster Erläuterung des Verhältnisses die vom 16. Aug. (Cod. Oliv. 174) und 49. Aug. (Rczycz. II. a. n. 4 41) 4179: Allodium circa claustrum, quod continet quntuor cortes : Olivam, Salicow, Clambowi, Cziminow (letzteres wie das oben genannte Eslimnoho ist somit unserm Stanne gleichbedeutend). Man hat somit alle jene drei Orte in der unmittelbaren Umgebung des Klosters, im Gebiete dos Glettkau- baches, das zu allen Zeiten Klostereigenthum war, zu suchen. Die hier in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts von deutscheu Kolonisten angelegton Mühlen, Eisen- und Stahlhämmer und andere Fabrikanlagen haben alle Slaviscben Ortsnamen, bis auf den des Fischerdorfes Glettkau (das ich unter diesem Namen zuerst 1604 in den Annal. Oliv. s. a. genannt finde), durch deutsche Namen verdrangt. 10) Den Dörfern Starcow, Gransow und Zintzimis werden in den Bestäligungsurkunden von 1279, 4283 und 1291, ohne dass ihrer in eiuem Schenkungsbriefe besonders gedacht ist, die Dörfer Golusdoho, Polane, Primore, Baruto und Presentino beigefügt. Man darf daher wohl annehmen, dass die letzten 4 Dörfer auf dem Grundgebicte der drei altern neu ange- legt sind. Da nun Gransow auch in spatern Zeiten deutlich als das jetzige Dorf Grenzlau, im 47. und 48. Jahrhunderte ein Vergnügungsort des Konventes von Oliva, hervortritt, und die Namen Golusdoho auf Gluckau, Presentino auf Brentau und Polane auf Polonken, drei bis lu die letzten Zeiten dem Kloster Oliva zugehörige Ortschaften hindeuten, so werden die Dominiim.) 672 DIB ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND Lusckow 11 \ Item decimatn telonei ,,k, decimam deRedrk1**, decimam de fclau- sura in] Merezina1**, decimum piscem de Barczicza 1,1 decimam de omnibus pecoribus suis. Item filius ejus Subislaus1", contulit monasterio Romnam ,T •) 9o B. D. u. E., Bog. Inskor, dl* VA. TJtcow. b) B. Ulonil, D. tFlanel, Urk. thdoraL «) K. Bert, Urk. Reick, Bog. Bctake. dj MSS. roetnur», Bug. decimim mnuunmm, B. u. Urk. daömutt pi*ealionii de claaaur» la Mereilotv. c) 1188. HartfieM, Bog. Harrictciia, Urk. Barziik«, E. B*mtke. f) MSS. obengenannten Dorfschaften insgesammt auf der Danzlger Höhe um das Quellgebiet de» Glettkau- und Striessbaches, da, wo jetzt die ehemaligen Olivaischen Dörfer Wittstock, Ren- neberg, Mattern, Goldkrug und Baronwinkel liegen, zu suchen sein. 11) Die beiden Dörfer Lusckow und Putzig waren Geschenke der Ostpommerischen Her- zoge an Oliva, welche nach kurzer Zeit von denselben gegen andere Dörfer eingetauscht wurden. Unsere Chronik weicht in Betreff des Verleihers und desjenigen, der den Tausch vollzog, von den urkundlichen Angaben ab. Herzog Swantopolk sagt in einer 1280 (Cod. Pom. n. 132. Cod. Oliv. f. 203 hat ausdrücklich am Schlüsse die Worte: datuin anno Domini MCC. vicesimo) ausgestellten Erklärung, sein Oheim Sambor habe dem Kloster Putzig ge- schenkt, dasselbe aber, da er dort einen Markt anlegen wollte, spater gegen Starzin zurück- genommen ; das Dorf Uscow aber sei durch eine von seinem Vater Mestwin auf dem Tod- bette gemachte Schenkung an Oliva gekommen, welches er, Swantopolk, von dem Kloster für Barnewitz eingetauscht habe. Der Chronist dagegen kehrt nicht nur die Namen der Ge- ber um, sondern lassl unten p. 37 den Tausch beider Dörfer durch Swantopolk vollziehen. Für die geographische Post Stellung von Lusckow oder Uscow fehlt es, da der Ort nur an obi- gen zwei Stellen vorkommt, an jedem sichern Anhalte: im 14. Jahrhundert (schon 12»*) heisst das jetzige Dorf Gischkau bei Praust Juskow. 12) Decimam telonei: Dass dieser Zehnten des Zolles sich allein auf die Hebestelle In Danzig bezieht, beweist eine Erklärung Herzogs Swantopolk vom 9. Aug. 1235 (Pomer. n. 225): pro deeima vero tuhernarum et thelonei prefatc civitatis Gdanensis, quam sibi iidem fratres ex primltivo dono domini Samborii patrui nostri , iusto titulo vemlicabant, unam navem in salso mari et unam in reconti mari et unam sagenam liberam in omni nostro dominio in quacumque stationc ipsis complacuerit ad capiendum allec rumbos et alios cuius- cumque generis pisces tarn hietnis tempore quam estatis fratribus cisdem perpetua confe- rimus übertäte. Dass Oliva auf den Zehnten an andern Zollstatten Anspruch gemacht habo, wird nirgends erwähnt. 13) Decimam de Redzk. Da die nachfolgenden Gerechtigkeiten des Klosters von den spatern Herrschern nicht erneuert und deshalb später weder genannt noch ausgeübt wur- den, so ist es ebensowenig möglich eine klare Vorstellung von ihrem Umfange zu gewinnen, als die Bedeutung des ihnen beigelegten Eigennamens zu ermitteln. Die Redzk fasst Bart- hold (Gesch. Pomm. II. 293. n.) als Strandgüter und leitet sie von dem polnischen Worte rzeka s das Ufer ab. Die Herausgeber des Cod. Pomer. n. 46 halten diese Erklärung aus sprach- lichen Gründen für falsch und wollen unter Redzk (von rzcz = die Schlachtung) die landes- herrliche Schlachtstcuer, weiche sonst Naraz heisst, verstanden wissen. Aber für Bartholds Meinung spricht der Umstaud, dass dieser Antheil an einer Schlachtsteuer dem Kloster we- der jemals bestätigt noch entzogen worden ist, wahrend der Anspruch des Klosters auf die innerhalb des Klostcrgebictes ausgeworfenen Strandgüter 1235 (Cod. Pom. 225.), wenn gleich in etwas veränderter Form anerkannt, und 1337 vom Kloster selbst aufgegeben wurde (Cod. Oliv. 219— 221). 14) Merezina ist ohne Zweifel das jetzt an dem grossen SaülinerSee im Lauenburgischeo Gebiete gelegene Dorf Mersin, dessen unter dem Namen Gross-Mirzinko in der Handfeste von Saulin 1879 (Danzig. Archiv. Schbl. XXXIX. n. 1183, abgedr. bei Cramer Gesch. der Lande Lauenb. und Bülow II. 235) gedacht wird. 45) Die Barczicza ist ein in das frische Haff Messender Ann der Elbingischcn Weich- sel (nachgewiesen von Quandt: Ostpommern S. 128 ff.). 1266 halle das Kloster am Haff zwi- schen der Mündung der Barczicza und Ganska einen Fischzug eingerichtet (»quem el ipsi fratres suis laboribus fecerant;« »laboribus et expensis« Urk. 1263, 7. Marz Cod. Oliv. f. 111), den ihnen Herzog Wartislaf von Danzig 1266 (s. d. Königsb. Gross. Privilegienbuch) bestä- tigte, den das Kloster jedoch später an den Hochmeister Carl v. Trier zurückgeben musste (vgl. unten p. 43). ^ 16) Die von ihm, 7. Sept. 4215, ausgestellte Urkunde' (Cod. Pom. n. 103) schenkt an Oliva die Dörfer Plavano, Ostricz, Scowarnik, Siresen und Wasinow ; dagegen bezeichnet Herzog Swantopolk 4220 (Cod. Pom. 132) als Schenkungen seines Vetters: Starin, Rumna, Sarno- viez, Wadino und Wostritza. Von diesen Dörfern lösst unser Chronist Starin, offenbar mit Absicht, unerwähnt, um es später (unten p. 87) auf Grund derselben Urkunde von 1220 als ein durch Austausch gegen Putzig erworbenes Besitzthum anzuführen; Plavano und Siresen scheint er als Gebietsteile von Wadino betrachtet zu haben (vgl. unten n. 49). 17} Ronina oder Rumna bezeichnet nach der im grossen Olivaer Privilegium von 4342 gegebenen Grenzbeschreibung das jetzige Dorf Rahmein nebst dem zwischen dem Plateau von Oxhöft und dem Rhedabache gelegenen Bruchland, wo noch jetzt der durch diesen Digitized by Google DIE SCIIRIFTTAFELN VON OLIVA. 673 /arnowitz ,8* Wad/-if7-anitÄfc, Hostircam*0' et Soowernik*1 J. Post horum mortem <*u*t***?rw suceessit" in ducatu Pomemniac dux Mistwigius frater Samborii , qui contulitd™£™ r«**- •) Ürkk. Saraooiei, E. Sarnowitx, Boy. Saraowitieho. b) Urk. 1215: Wwinow, Urk. c. 1210: Wadlna, E. Waiino u. WuUnim, Buf. WvUlcie. e) Urk. 1215, 1283, 1201 : Hoctrki«, Urk. 1230: Wottrieaa, Urk. 12U2 u. 1307: Ostricta, Bug. llostiexe, E. Ho*trU»m. d) Codd. Scowerniu, Urk. 1215: Seowar- nikow, K. Schowcroikow, Bug.JScowerinck. Vgl. p. 45. Turfmoor fliessende Bach Biala auch Rumkenfluss genannt wird. Erläuternd wird in der Ur- kunde von 4 220 hinzugefügt, dass der eigentliche Donator dieses Ortes Sulis, schon in der Urkunde von H 78 als Zeuge genanntor Ritter, gewesen sei. 18) Bei diesem Dorfe, am gleichnamigen See, gründete der Cisteriienser-Convent in Oliva ein Nonnenkloster seines Ordens, das ich urkundlich zuerst 4 257 (d. Belgart s. d. bei Rzycz. II. 3. ii. 447) als einen Conventus monialium in Sarnowicz Gisterc. ordinis genannt und dem Kloster Oliva aniieklirt, vom Abte von Oliva verwaltet linde. Das Grundgebiet des Klosters umfasstc 1283 (Cod. Oliv. f. Hl — 114) die Dorfer Zarnowilz, Wierchoczin, Lubkau, Karle. scliin, Odorgau, Karlckau und Schwctzin, den Piasnitzer (j. Zarnowilzer) See und Fluss uiiil Wiesen am Meere um den Bach Sbichesnicza. Die Verbindung mit Oliva hat, obgleich die Nonnen schon bald nach 1466. sich unter den Schutz der Stadt Danzig begaben, wenig- stens der Form nach bis zum August 1 590 bestanden, in welchem letztern Monat das bishe- rige Cisterzienscrkloster in ein selbständiges Kloster der Benediktinerinnen umge- wandelt wurde (Aunales Oliv. II. s. a.). Eine genaue Bestimmung der Grenzen des Zarno- witzer Klostergebietes wurde im Privilegium des Klosters (d. Marienburg, 81. Oct. 1342. Grosses I'rivilegienb. f. 35.) aufgenommen. 19} Wadzicza oder, wie es in den Schenkungsurkunden von 1215 und 4220 heisst, Wasi- now oder Wadina, wird schon 4 24 5 und in den meisten spatern Privilegien von Oliva in Ver- bindung mit Siresna gesetzt, auch 4 34 6 zugleich mit Plavanow und Sircsna von Oliva an das Kl«)ller Zuckau abgetreten. Dass es nahe bei dem jetzigen Dorfe Seresen auf der Strasse zwischen Zuckau und Carthaus gelegen, schon 4 566 als Dorf nicht mehr vorhanden, wohl aber noch als ein Theil der Feldmark der Dörfer Mesau und Seresen bekannt gewesen sei, habe ich an einem andern Orte (Pommerellische Studien I, p. 27. n. 8.) nachgewiesen. 20) Wostricza, tlostriczu oderOstricza wird in allen Verzeichnissen der Besitzungen Oliva's bis 1307 vor oder hinter Scowarnikow gesetzt. Bei einer Ausgleichung der Grenzen zwi- schen Schonwarliug und Oslricz uuf der einen und einem Dorfe Psolcicz (? es grenzt an jeuo' beiden OrUi und an Uhlknu) auf der andern Seite 1307 (Cod. Oliv. 4 42) wird Scowarnikow allein als auf der Hohe gelegen bezeichnet, wenn gleich die Grenzen desselben laut andern Crkunden, z. B. der von 1283, auch bis an die Mottlau hinuntergingen. Da nun 1337 Oliva einem Sumpfe an den Grenzen von Scowarnikow, welcher sich bis zur Mottlau hinzieht (eni- dani paludi a termiuis ville nostre Scorwnick usque ad fluvium dictum Motlava protense), zu Gunsten des Deutschen Ordens entsagt, im grossen Olivaischen Privilegium von 1342 Seowarnicow nicht mehr bis zur Mottlau, sondern bis zu seinen jetzigen Grenzen hinab- reicht, Ostritza aber gar nicht mehr vorkommt, 1379 endlich in jenen MotUau-SUmpfeu vom Deutseben Orden das jetzige, 1345 zuerst genannte, Dorf Osterwick an deutsche Ansiedler ausgegeben wird, so scheint dieses Dorf Osterwick (wie bereits Quandl »iu den Ball. Stud. XVI. 1. S. 145 vermuthetc), das schon durch seinen Namen daran erinnert, ausser den ehe- maligen Niederungen von Seowarnicow das frühere Dorf Hoslricza zu umfassen. 21) Scowcrnik ist das jetzige Dorf Schonwarliug. 22} Dass Mcstwin I. erst nach dem Tode Subislavs die Regierung von Oslponiraern er- hallen habe, ist ein falscher Schluss des Chronisten, der augenscheinlich von der Herr- schaft, die diese Herzoge übten, keine klare Vorstellung hatte, ausser dass er sie als eine den Polnischen Fürsten unterthünige kannte. Im Widerspruche mit ihm erklart Herzog Swnntopolk selbst 4 220 (Cod. Pom. n. 132) : Mortuo Samborio frater pro fratre, pater meus scilicet Mistwi, cepit regnare. Und diese Erklilrung findet ihre Bestätigung darin, dass noch vor 1215, wo Subislav sich noch: »von Gottes Gnaden, Herzog von Pommern« nennt (Cod. Pom. n. 108), zwei Regentenhandlungen Herzog Mestwin's vollzogen worden sind, einmal nämlich seine zeitweilige Unterwerfung unter die Herrschaft der Dänen, welche nach dem Zeugnisse gleichzeitiger Dänischer Annalen (uutcu Beil. II) 1209 oder 1210 erfolgte, und so- dann die Stiftung des Pramonstratenser-Nounon-Klosters Zuckau, das uuf die Aufforderung Mestwin's, zwischen den Jahren 1210—1214, durch den Abt Alardus des Breslauer Klosters von S. Vincentius einen Konvent aus dem Nonnenkloster Strzclno zugeführt erhielt (vgl. Pommereil. Studien I. S. 13. Wenn in einer nach dem Erscheinen dieser Schrift im Bres- lauer Archiv aufgefundenen Urkunde des Papstes Innoconz III., vom 12. Aug. 1202, unter den dem Kloster von S. Vincenz zugehörigen Kirchen und Gütern auch eine ecclesia saneti Jacobi in Sucov aufgezählt wird, so scheint es mir sehr fraglich, ob dabei überhaupt an das Ponimerellische Zuckau zu denken sei, da der Name Sucov in Polen, z. B. 1286 iu der Caslel- lanei von Wissegrod, und auch sonst noch häufig vorkommt, dagegen von den in derselben Urkunde genannten Gütern keines jemals doin Pommerellischen Zuckau zugehört hat; ferner hat es zwar in dem Kloster dorfc Zuckau eine S. Jacobskirche gegeben, Kloster und Klo- sterkirche in Zuckau (Stolpe) dagegen waren der Jungfrau Maria geweiht. Auch im Falle das Scii,.t. r. F. i. 43 s ■ Digitized by Google 674 DIB ALTERE CHRONIK VON OLIVA UND . 17 roonasterio Puycak2*, Schmel'nam**' etTriatitiam3". Hic reliquit post se tres* filios Swantopolcum, Samborium et Ratiborium. Inier hos magis illustris Swan- topolcus fuit. Erat enim vir bellicosus et ad versus omnes infestos sibi victorio- sus, qui se victrici manu eicussit a jugo principumPoloniae'7 se et sua viriliter ») Bog. Schnell»«, b) D. Trittitiui, Bug. Tri lüden. Pommerellische Zuckau gemeint wir«, würde in jener Erklärung des Papstes zunächst nur ein Zeugnis* dafür vorliegen, das* ein Pommerischer Fürst, etwa Samhor I., das entfernte S. Vincenzkloster mit dem Dorfe Zuckau beschenkt hatte, wie derselbe ja in ahnlich freigebi- ger Weise das Klostor Doberan, obon n. 9, bedacht«). Die Olivaer Scbhfttofeln machen, of- fenbar nur um die Schwierigkeit dadurch zu beseitigen, den Subislav zum Mitregenteu sei- nes Vaters San» bor und lassen letztere n dem Bruder Mestwin folgen. Mestwin scheint wegen Kraukheit, auf welche sein Sohn Swanlopolk in der Urkunde des Jahres 4990 (Cod. Pom. c. 4 32) hindeutet, sohon bei seinem Leben die Herrschaft diesem seinem Sohne Ubertragen zu haben, der jedenfalls schon um 4*4* im Kampfe mit den Dünen die Landschaft Stolp ge- wann (vgl. Beilage IV). Di« Herrschaft Subislav», derjenigen gleichzustellen, welche umHM urkundlich vom Fürsten Grimislav, neben dem Palatino von Schwctz, im Schweizer Gebiete und von Boguslav von Slawana um 4990 (Cod. Pom. n. 80) im Gebiete von Schlawe geübt wurde, ist als die eines mit reichem ererbten Grundbesitze ausgestatteten Pommerischen Dynasten aufzufassen, der für sein Grundgebiet im Besitze thatsächlich oder rechtlich er- worbener ausgedehnter Immunitätsrecbte , gleich den Bischöfen und Aebten des Landes, über sein Eigenthum in Ausdrücken unumschränkter Souveränität als »Herr von Gottes Gnaden« schaltot, ohne dass jedoch die Ausübung eines landesherrlichen Regierungsaktes bei ihm nachzuweisen wäre. Als den Todestag Mestwins bezeichnete das alte Mortilo^um von Polplln den 4. Mai; auch das Todesjahr 4 290, welches die Annalen von POlpiin auf- behalten haben, scheint auf glaubwürdiger Tradition zu beruhen, wie auch Bugcnh. (Pomer. 4 39) in den Annaleu des Klostors Bukow dieses Jahr verzeichnet fand. 23) Vgl. oben n. 44. 94) Schiuelna, wofür in der Urkunde von 4920 (Cod. Pom. n. 4 82) Ciroelo steht, kommt unter den Ostpommerischen Fürsten nicht weiter vor. Da aber Herzog Swantopolk 4935 (Cod. Pom. n. 225) ausser dem von Subislav an der obern Radaunc verliehenen Orte Plavano (cuiuB termini ex altera parte Radune sunt ad Inpideum pontem), als Besitzthum Olivas, das aber aus einer andern Schenkung hergeflossen sei, einen Platz zu einer Mühle an der Ra- daune, eine gegen Chmelno hin gelegene Wiese und Aerker nebst dem Rechte des Fisch- fanges in deu anliegenden Seen bezeichnet (locum molendini in Raduna cum prato et agris versus Chmelnain eidem molendino contiguis ac liberam clausuram et piscationem in stagnis ibidem adiacentibus) , so scheint unter unserm Schmelna die um die herzogliche Burg Chmelno herumliegende noch unbesetzte und daher noch nicht fest begrenzte Feldmark ver- standen worden zu sein, auf welcher daher auch dem Kloster Zuckau Länderelen angewiesen werden konnton, und wo erst im Verlaufe des 4 3: und 4t. Jahrhunderts bestimmte Dorfna- men hervortreten. In den spätem Urkunden Olivas Sind diese Chmclnocr Besitzungen des Klostors untor der Feldmark der Dörfer Plavano und Seresen mitverstandco, und werden (4 0. Sept. 4 848) nehst den Dorfern selbst («villns Plavanow et Zcrisnow — cum molendino in Plavanow et clausuni cum lacubus ad ambas villas pertinentibus et tractibus in eisdem«) von Oliva an das Klostor Zuckau gegen anderweitige Entschädigung abgetreten. 25) Tristitza wird in den Urkunden von 4235r 42*5 und 4279 in Verbindung mit Starin und Rumna genannt und wird, da später des Namens nicht weiter gedacht wird, in die Feld- mark eines dieser Dörfer übergegangen sein. Da der Ort in den Urkunden von 4279 Grisca (Rzycz. II. u. n. 4 49 und Cod. Oiiv. 97t) heisst, so vermuthet Quandt (Ball. St. XVI. 4. 13«) auf Krislkowo zwischen Kölln und Rahmein ; doch fehlt der Nachweis, dass dieses Dorf je- mals im Besitze Olivas gewesen und von demselben abgetreten worden sei. 26) Vgl. Einleitung S. 657. n. 2. 97) Unsere Chronik seblicsst sich der Auffassung der ältern Polnischen Geschichtsschrei- ber darin an, dass sie Ostpommern als ein dem Polnischen Reiche seit längerer Zeit her un- torthäniges Land anerkennt, dessen Verwaltung jedenfalls seit Herzog Sambor I., also seit verhältnissmässig kurzer Zeit, in den Händen eines in Ostpommern einheimischen und ansäs- sigen Dynastongeschlcchtes sich befindet, und das durch Sambors Neffen Swantopolk ge- waltsam von der Oberherrschaft der Polen frei gemacht worden ist. Diese Ansicht spricht auch der Palatin Albert von Brzesc im Zeugenverhör von 4 339 aus (vgl. Beil. V. B. 3, 78). Da uun auch das urkundliche Material nirgends dieser Ansicht widerspricht, eine neugefun- dene Urkunde von 4 94 9 (vgl. Beil. IV) dieselbe sopar direkt bestätigt, auch die gleichzeitigen Dänischen Quellen, indem sie Herzog Mestwin I. (vgl. Beil. II) als einen dux Polonle be- zeichnen, sich dieser Ansiebt anschließen, so wird man die entgegenstehenden Behauptun- gen der spätem Pommerischen Chronisten, von einer seit einem Jahrhunderte Uber ganz Pommern unabhängig herrschenden einheimischen Dynastie, deren beiden Hauptzweige sich in die Herrschaften von Ost- und Westpommern theilton, als vorläufig jeder Beglaubigung DIE SCHRHTTAFELN VON OLIVA. 675 Praedicli prinii*8 ducis tempore ordo Cruciferorum lale sumpsit exordiuin. (Exordiumor- Üe' partibus Almamac Conradw arcJiiepiscopus Moguntinensish , Conradus™ '£°Än episcopus Herbipolctisisr , Volbenu* episcopus Patavicnsis' , Gardolphus^Jn^ episcopus [Ualverstadensis et episcopus*] Szicensis*, et cum his principe* iiobUes, Fredericus '' de Swevia 1 , dm Ilenricus de Brunswick* , dux Frede- ricus1 deAustria cum aliis sex prineipibus de Almaniam etmultis nobilibus, comitibus et mititibus ac aliis ßdelibus civilatem Accon " , quam quondam Cfiristiani eeperant et possederant, sed propter Paganorum frequentes insul- tus perdideranU vallaverunt ° , et atrocitcr oppuguaverunt * et tandem Omni- potcnlis H cooperantc manu ceperunt et in possessionem Chrislianorum redu- xerunt. Eo tempore muUx Christiani visi fuermt r miserabiliter in campo sub ditto ' absque viclu et omni humana consolatione ac cura ' infirmari. Quod advertentes quidam honesti eines de Lübeck " et de Brema misericordia moti fecerunl- hospitale sub velo navis suae et collegerwU quoscunque infir- mos Christianos peregrinos et ipsis de rebus suis necessaria praebuerunt * pro possibilitate sua larga manu. Quod cernentes praedicli prineipes et alii nobiles exempb praediciorum civium excitati petiverunt idem ho*spitale tffp.it. honorem w bealac virginis Mariae per dominum Apostolicum conßrmari. Quod factum fuit immediate x , et datus fuil fralribus ejusdem hospitalis per domi- num papam ordo7 fralrum hospitalis s. Johannis* et mililia fratrum mili- [Jjjj JS'm tum lempli; Habitus autem album pallium cum nigra cruce". n^TJ^) Primus magister ordinis diclus fuit frater Ilenricus Walbole, secundus fraler Otto, tertius frater Hermannus Bart,,b, quarlus frater Hermannus de a) Hier beginnt Cod. A. b) A. Moguntinu*. e) A. Erbipol. d) B. u. D. Volboru*. r) Ii. u. D. Paehom«Mif. f) Du Eingeklammerte fehlt in allen Codd., l*t «bor nothwendige Erganmng. f ) A. Zisenüs. b) D. Frldrricut. i) U. u. D. Sweou. k) A. Brunivig. 1) U. Kridcr. m) A. prin- eipibus Alemanle. n) A. Accaron. o) p) B. u. D. ralUrunt, oppugnarunt. oj B. u. Ii. OronipoU-iUe. r) A. »unt. ») I). dio. t) A. coaMihuionii eara. u) A. Luybie, D. Labck. ») A. uiiniMrarunt. w) A. honort. *) A. immafitc, E. u mir Ii rieben: quod et obtiouorunt, B. u. 1). noa immerite, tiotiinger MS. ItnmediaU. y) A. habitui ordo. t) B. u. D. ■. Jacobi. aa) A. cum eruc* nigra. bb) 11. Uh- • ler> die Worte : Bart-d«, D. BarL entbehrend, iu das Reich der Fiktionen versetzen müssen. Die Differenzen zwischen unsern Chroniken und den Polnischen Annalisten erscheinen dagegen untergeordneter Art. Sie be- stehen einmal darin, dass die Polen jene Ostpomruerischeii Fürsten als Beamte ihrer Her- zoge, unter dem Namen von Prüfekteu, Markgrafen oder Statthaltern, darstellen, wahrend die Chronik ein unbestimmtes Lehnsverhitltuiss voraussetzt. Die Verschiedenheit liegt jedoeb mehr in dem Namen als in der Sache, da auch die Polen keinen andern Beweiß der Ab- hängigkeit jener Beamten anzurühren wissen, als dass sie einen Tribut an den tierzog von Polen bezahlten (vgl. Boguphal. p. 80 in Boll. III). Eiuo zweite Differenz, die Nichterwähnung der Herrschaft Mestwins I. bei den Polen, mag wohl damit zusammenhangen, dass die Pol- nischen Annalisten aus nationaler Eitelkeit die nicht abzuleugnende Oberherrschaft, welche der Dänische Ktinig Waldemar II. über Ostpommern gewann, und ebendeshalb den uur im Zusammenhang mit dieser Thatsachc zu nennenden Mestwin mit Stillschweigen übergehen ; eine dritte Differenz, die dadurch entsteht, dass die Polgn schon 4 805 dem Swantopolk durch Herzog l.eslko die Statthalterschaft über Ostpommern orthoilen lassen, was chronologisch mit den Angaben unsere Chronisten und der Urkunden nicht vereinbar ist, erledigt sieh darin, dass offenbar (man vergleiche die Notiz bei Boguphalus p. 56 und die der kleinen Annalen 8. a. 1305 in Beilage III) die Polnischen Annalen dieses Jahr nur auf die Thronbesteigung Herzog Lestkos beziehen, die Huldigung der Ostpommerischen Dynasten aber und die Einsetzung SwantopolkS zum Statthalter als Thatsachen bezeichnen, die sich daran, wenn gleich keines- weges iu unmittelbarer Folge, anschliesscn. Jedenfalls erscheint Swantopolk als oin Fürst, der zuerst 1214 im Gebiete von Stolpe von den Eingeborenen nach Vertreibung der Danen zum Herrscher erhoben wird ; erst seit 1220 lernt man ihn in urkundlicher Beglaubigung als Herzog von Danzig kennen; 1223 tritt er in Verbindung mit seinem Schwager Wladyslaw Odonicz den übrigen Polnischen Herzogen feindlich entgegen und erwirbt sich zwischen 1227 und 1229 durch den glücklich vollführten Überfall bei Nakel (vgl. die Poln. Annalen in Beil. III sub anno) vollständige Unabhängigkeit von dem Polnischen Reiche. 28) Sambor I. ist gemeint. 43» 'Antun h tot um m/iottttorum i n'l |// fr..::.'<»n j ttillilum humfrum^% ijtiilt't um ihm per '/Wittum mafim f/filior/i, ijiiod ujrud omni* erat fM ithun lemyotW et ajitid dominum rotdanlen »Ha jftwh nlifi od mitrim fiiijiU 01 ihm will tu* ijratuiM ront i/ro , ijuml in >ti tllllt it UMmt t t.ujtirutMM l i i rmilbutltur , I in hrll'lll 11111*1 vru * mit >««»•<. in |IM >l» "Ii»« Ina i h\hUi< tion • p i» Hiio ' reyiml ijnomlum ri'M cuulrum I t"l> im raa* (UdmenM* iurfvcerunl . nee t% jirillirjiH hu In In' muh OWwiVm***1 , /" nun duratu suo , nttitttu j'umu [mir ein lltrinnnittim de Zalcui1 priemt, ut de online suo nlit/uos hulennnttn savvitiutn refreimiulum /in, dini vi [rutribus, tptos deeernerei" ml M <ü^l in,,,,« i. Httbita ertjo dclihenilione et »tut uro com rtidiis dt' Landsberg lh cum aliti [nitre versus (.uja ,i i ii#ni<* III, « \> Muhl Im IShmIam ) i/t.j statitn de consilio milittim suorutn et ejtiscopM cissae |«( /i Horn in suonunu Uoleslai , t.asimiri" et imot'dini eomm anno Domini MCIW.mi terram (Mime HS, a) \. »aliia. l>) A, IVllrltnfult, I>. iWtlrtoat. e) A. ad milllum ordid nun. Vgl, l>u»li. I, ä. dl A. |M>rTrnrninl. r) ■Miutruui fchll In A. lltfUit t»la MMlUa |M>»«cl Uli. Ii) A. »idrllcrt. U V. MaaOTiana. Uiolir«, Iii) II. II. U. Iii. Ii) (rhll lu U. II. II. •) B. eomgirt PofuaMa |>) V. 11,1««,-», A. BMllillMtlM, Di »MtyntlM. r) A. Tidit. •) Ii u) WMl Iii A. \) A. lMu)n, w) IV u. 1). Im*. ») A. Jundictu*. Ulli», Okl A hat, i>-l, u t.i-i Ii. u. I». | a*(rr*n hat l>, ukttl »bor A und B., nach (»••• Oll i • H tl. aal frhll In A. l>l>i So hirr und dun-hgoheud A., Mvhmtiw>iM> ««.'hirll. cvl A, tali-ia. dd) A. runim. •») A. fllllHi H»l IVlil« lu A, hh> Laudiibrrg W. Ii) »Uli luoruai habaa B. u. D. Ii. IV MWMMl«1| Kt VtiunDlol. »., narh OB itrr at baä^H •i" K» ftvttaHttt Ittiilru li oino /^ntoruni; »los Klosters stattgeftaa»! •»»n JmiuIvi' \>«ii | uliM-lmu tottettkl %om^>loas 9 Vucuit Iti4 d«o »Uiloilnw VH.-Ul»%luh«> um) lUxkow »»»l s I r u c I u r a n» monastcrii v liii«l«iii< ^Cükti IViii. u, I j by Google IMF SCHRtl TTAFEI.N VON 01 IVA t.77 o edilario perpetuo libere possidendam . ui ne ' nun um oppouerent pro de- \iotic Ckristianilalis contra Pagano* memoretos. Praedictus ergo fraltr kradus au.vilii) dmis in littore )\ islac*' er oppositn, vbi nunc cht tax Thoru pst, in quodam monte praesidium fecit, ginnt appellatue Vogelsaug, de exercere coepW inimicitius contra Prutenos, Postguam autem1 peae%- mmjisiro fratri ilcrmaimo de Zalcza* factum inuotuit, misii eis fra- Uvmuinnum dictum Italckc cum ftliis guiugue fratribu* elarmiqerix ||; qui cum pariter eoitcenisseut in Vogelxang de. couxilia praedivti nilitum ejus catttrum ISessoeiaM couxtruwcniut, et ab hm custro feee (jur annos bella cum Prntenh quasi quotidie" rommiserunt, nnno Dnmini M< < x.\.\t. cum praedicto duce Courado et atiiit rtgrinU frater Uermauuu* llulcke" proeiucialis magister et xui sicrunt M islam 1 ml parlCM Cutmensem d juria ripam Wixlae 1 frondösam querettm aetlifieaeerunl propugnacuta et circnmfode- inlem munitinnem Thoru ' appellaulex et oppidum ejusdem tio- fecerunt. Scd pusten in luvet* ah cn töco Castrum cum appida nunc stat Thon ' transtulerunt, lindem tempore l'rutcni rou- truin quoddam Rogow" nomine juxta Wintern' ultra Thoru* Timm, übt nunc est antiaunm i.iilmcir. Tertium Castrum nohilis* Vrutcnus sed Chrisliauis muttum infestus Pipiuun law, m cun en " vi praeveperunt , quousque peuitux ulins (Jn isiiano* impie necaveral irudctitei fuil WlUe" Pipinus reliauil nimm filtum /mst se , ijui Jnistiiinus appvUatus fuil llermunnus. II" 8 in /ide , <|iii reliqtiil j ■< <>. < s»i« fiilnlrx onepotes et proiicjilr.s 11 , ijui lioditM'iia die proffssorcs. dueti vemu ihwmiam et adu* astrum et ewitatem anno Ihmiiui paritvr cum peregrinu ei con- to*, Castrum, aimd afipella- xxiti. Poslea venil versux Magdeburg " diclus »mm p. 20. i iiatriini \rHnw roii- iruitur.) h i 'nttrtim rii-.rn riim •ppiiln rjiw- I- in nmnliil» •»»•truttur.) p.21. fipiniii mi- • mhilitrr nti-riiuliur.) • imtniin ' •ilnirii ran- Irmtur.) M«n castra sua in litlore Wislae sita firmavit et desceiulentes ' navigio homines fratrum frequenter impedivil. * Hoc tempore crealionis domini Innoccnlii 'p.as. papae IV factum fuit sub anno Domini Mvcxuil., qui misil ad partes Prm- im siae dominum Wilhelmum Mutinensem episcopum, qui postea factus papa diclus fuit Alexander IV. Hie divisil terram in quatuor episcopatus. Tarn gravis erat adversm fratres de Prussia praedicti du eis cordis adversilas, quod nec praedicti domini legali aulhoritas et admonitio poluit ipsum miligare. Quod cernentes Pruteni novelli in fide pene omues duci adhacserunt el simul cum eo adunali inferiorem partem Prmsiae devastaverunt el omnes muni- tiones ceperunl et destruxerunt, exccplo Elbingo et Balga , et similiter supe- riores partes Prussiae videlicel Pomezaniam J et Culmensem terram spoliis et incendiis vastaverunt et omnes muniliones destruxerunt , exceplo Thorn, Culmen et Radeno 31 . Iiis mulli c fratres rcsistei'e non poterajit illa vice , sed unus fraler dictm Theodoricus de Bernheim assumptis ad se aliis quatuor fralribm el XXlll{ armigeris in vigiliaR beatae Barbarae virginis Castrum duds Swan- »■ Dwbr- topolei dictum Sertowitz nocturno tempore eepit et mullos in eodnn vaslro occidil el captivavit ibidem quinguaginla b nobiles mulieres exceplis parvulis. El inier alia spolia et res invenerunt thesaurum incomparabilem, capul vide-^l^*^ licet beatae Barbarae virginis, quod cum solennilale magna el gaudio.inv^**^™- a) 14. per I.ithwlnoa mitral and darüber von nrurr Hand eorrigirt: in Lilhuanlatn misaut. Vgl. I)u*b. III, 2S. b) B. von »palwer fland eorrigirt: cujn* in locittn. c) B. u. Bug. dmrrndcn». Vgl. jednch Pnsb. III, 'M. d) B. Funmaniam, Bug. Pometaniam. *) Bug. mal». I) B. Duib. III, 36: XXIV, B. hat arablaebn Xiffcro, Bog. TiginU tribu«. g) B. fcrta, E. u. Bug. yigilia, »gl. lhi.b. III, 36. I.) Du»b, ibid. CL. 3Sj Zu der oben S. 89, n. 4 am Ende gegebenen Notiz, üher einen gleichzeitigen Ein- fall der Preussen in Polen, bemerke ich, «los» zwar das dufür als Quelle angeführte Chron. Pnlon. in Miclosicz's Beitrügen zur Slav. Philul. 8, 150, sich nach der seither erfolgten Auf - findunK der Chronik des Laurentius Blumenau als eine Arbeit vom Ausgange des 15. Jahr- hunderts erwiesen hat, die Thatsachc selbst jedoch in den Kenauer in die binzelnbeiten ein- cehendcu altern kleinen Polnischen Annalisten (vgl. Boil. III. s. a. 1344 und Miß] eine noch festere Begründung Qndet. Digitized by Google 682 DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND f*M» /fii/M) d&iti I / 11 /m /i /% /~/t 4>f*+t fi fit /> roi/itix)/ ä}i tu tä ///i ßtfittfi *m /• # 1} 0/1 f stA* iw fr ww W fr fr »• \/ fr e V * ofr • • fr 9 Cfr fr * fr U **fr fr tr # • fr** Ifr »V1 • * w\s fr ^ V' fr^ ■ * fr w% ww%M? O ■ efr^Jr Ff • Ks* w w fr^fr • ^ Wr^mw i&ufem /acta et* adÄwc /im quotidie dignoscuntur. Hoc Castrum dux Steantonolctis licet auxilio Pnitetiörum mulUtm ins tarnt inmuanando. tarnen non potuit expugnare; sed cum exercitu suo ierram Cuhnensem vastavit non sine gravi ruma worum. * p- *9. Postea venit cum fratribus * dux Cujaviae et dux Calisiensis, qw pari- ter cum fratribus vallaverunt Castrum ejus1 NakiU, quod eis traditum fuit salvis rebus et vita ilhrum , qui Castrum tenuerttnt ; et postea per totam Po- mermiam disctirrenles hostiüter omnia vastaverunt. His ita peractis factae* fuerunt trewgae inter praedicium ducem et fra- tres de Prussia mediante domino legalo praedicto , ita quod idem dux filium sitttm Mistwigium' dedit obsidem fratribus, et quod deineeps deberet firma concordia permanere. Sed forte mutatis conditionibus concordia post annum Hier binnen wiedn Codd. C. u. D. e) B. Mbtwhram. d) B. üudommi«, Fta*. nieu. •) OwU. cnm qaadriftgvnti. »in» primo*, qui primo eU. t) Codd. pettarbstl. () «Christ ver- ■ebrtebea Ahr kU die, vgl. Dwb. III, 40.. b) ftblt m den Codd., vgl. Dnab. III, 40. I) E. trotanUx, »r1- Jedoch Daab. III, 45, Bug. triginta. k) Bug- 'mot, E. Z*utir. I) Codd. Saccta, E. 6«ec*, Bug. n>) B. riium, C. ». D. «Jiod. Digitized by Google DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. 683 Demde non post hngum tempus magisier praediclus cum auxiUo eaJer"(™e^l^) citus , quem dux Austritte miserat l, et aiiorum peregrinorum , Pomeraniam* cremavit et per omnia devastavii, quod factum fuit anno Domini ■ccu.ni**. Et 1J<5? ,2,ft? tunc similiter Oliva monasterium cum omnibos grangiis suis penitua fuit devo- '^{J'^^ stata. Item anno Domini mccxltii. omnia horrea et grangiae Abbat is in equis et normet pcooribiis fuemnt nrnitus concremnta per fratres de Prussia etexercitum oorum, cremanturet i ... ^ roi'ti»iil«-riuin et mono Stenum Obvense ad extremam fuit deductum paupenem. Praeterea depaupcra- anno Domini mcclii. in oonvergione beaU Pauli a praedictis fratribus et eorum^. 25. Jan. hominibus multitudo Pomeranorum non pauca fuit inlerfecta et Oliva iterum .(Hlc 'Jf?' ' imnicruo de- rebus omnibus fuit spoliata. Tunc tierinn inter*posita fuit pax tnter ducem'g^* et fratres pro tempore. • p. 31. Po8tea (actus fuit magisier in Prussia frater Henricus de Wida. hte (c»tmm cum peregrinis secum adduetis et advocato ' de Wida et aUis caslrum Pru- !K?)C°n" tenorum sittm in loco, qui dteitur antiquum Kirsberg in nocte Christi cepit b «• d«. et omnes, quos ibi reperit, occidit et Castrum in honorem Christi Kirsberg appellavü. Eodem etiam tempore venit in Prussiam marchio dictus Atlant, et trans-(u?*hiol **- . lant TMiH in posita fuit civitas Culmensis ad locum , in quo nunc est sita. Castrum etiam ptumi»«.) praedictum Kirsberg Pruteni destruxerant , sed fratres iterum auxiUo prae- dictorum nobtlhtm reaedißcaverunt, ubi nunc stat, et melius ftrmaventnt anno Domini MCCXLViir. «« Postea congregato exercitu fratres de Kirsberg descenderunt versus ter- ram Nalangorum et illam spoliis et incendiis vastaverunt; quibus Natangi cum exercitu occurrerunt et betlo eos invaserunt et invaluerunt contra cos. Fratres vero cesserunt ad villam, quae dicilur Cruke d , et ibi de auxiiio de' sperantes se hostibus subdiderunt absque defensione , qui una die ibi occide- rtmt UV. fratres et alias multos Chrislianos; et hoc factum fuit anno Do- mini MCCXLvm. im« Anno vero mccl. marchio de Brandeburg venit in Prussiam, et seqitenti^^^J^, anno episcopus deMersburg et comes de Schwartzburg* venerunt et adduxe~e™?j£bnr9 runt multos bene expeditos, qui una cum fratribus cremavenmt et occiderttnt*te£™v™ per totam praedictarum gentium terram multos utriusque sexus et tarn cre~ yv™'™^ "J1 bro eas vasla*tionibu$ fatigabant, quod nullum haberent diverticulum nec>v. 32. locum, ad quem possent fugere ; et ideo de necessitate qui remanserant resi- dui errores mos et ritus dimiserunt et veraciter ac irrefragabiliter jugo fidei se totos subdiderunt. •) Codd. AdTocatum. b) Codd. caepit. c) Die Zahl der Codd. 12(8 ergiebt «ich durch den nachfolgenden mit pottea eingeleiteten und der Jahrrsiahl 1248 beecblouenen 8«U *1« erident fahcli ; doch mag der Fehler schon «hr alt »ein, da Grünau Tr. VIII, 12, §. 1, die Zahl 1258 »lchüich an« dicer Stelle entnahm. d) E. Crock». e) So C D. ; B. Bchwartiburgfc. * 33) Dass die Zahl 4843 (vgl. Einleit.) nicht statt 1246 verschrieben , sondern in den allern Handschriften schon vorgefunden worden ist, ersieht man aus den Schrifltafeln, welche durch eine künstliche Wendung und durch die unbestimmte Bezeichnung : in illa tempes- tate die vorangehende Zahl 4343 festhalten. Einer ähnlichen unbestimmten Formel bedient sich Dlugosz (ed. Doli rem. I. 704), wo er an den Bericht Dushurgs den unsers Chronisten anschlicsst. Die Annal. Oliv. p. it. a. setzen die Verwüstung Olivas gleichzeitig mit der Eroberung von Nakel, also ins Jahr 1t4 3, dagegen den Zug nach Pommercllen mit der Hülfe der Oeslerrcicher ins Jahr 1247. Wenn Bugcnh. S. 143 als das Jahr des Oesterreichischen Hülfszugns und der Verwüstung Olivas ftCCXLVl bezeichnet, so kann das auch eine von ihm gemachte Konjektur sein, wie er schon S. 144 aus eigener Konjektur 4844 statt 1843 für das Jahr hält, wo der Krieg zwischen Swantopolk und dem Orden ausbricht. 684 DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND (Hicfefe Mt Tunc Deus altissimus, qui, cum iratus fuerit, misericordiae reeordatur, volens, ut de caetera bella et otnncs controverriae tnter praedictum ducem et 'ft^i") fratres sopirentur, per revcrendum vmttn Leodiensem Arckidiaconum , Jaco- bum nomine, leg a tum sedis apostolicae, qui postea facttu papa Urbanus tv. est vocatits , concordiam et compositionem inter ipsos fecit efßcacem , quae postea usque ad finem vitae praedieti prinajns non fuit immimUa. Et licet praofatus princeps (alia, ut scriptum est, contra fratres et ordinem fecerit, aestimo tarnen ipsum sine ralionalis motionis causa talia non fecissc, praeeipue cum fratres antiqui monnchi Olivenses ipsius contemporanei , qui vitam ipsius (virtntoiopttme noverunt, de virlutibus suis talia reliquerunl in scriptis, quod fuit inise- ricors et amator Dei et servorum ejus et maxiine religiosorum , fuit etiam juslus judex primo viduarum et orphanomm deinde aliorum ; fuit insuper strenuus defensor terrarum suarum et hominum, Clemens judex nec Severus ultor injuria- runi in personam suam illatarum. Hin erat cum praedictis fratribus in discordia fere per undeeim annos , et post ultimam concordiam vixit pluribus annis in praedictis virlutibus ; serviens Deo et plenus bonis operibus quievil in Domino tw« anno Domini äcclxvi. et sepultus est in sepulchro patnim suorum in Oliva. • p. ss. Postea terrae praedictorum Prtttenorum subjectae fratribtts perman*se- runt usque in praesentem diem , et fides catholica exemplo Christianorum et metu fratrum m Pnttenis coepit de die in diem magis ac magis crescere ac florer e. iHiczam- PosÜiaec converterunt se fratres ad pugnandum et expugnanthtm Zorn- rujDMtl™) bißnses ; et [roter Henricus dictus Stange, commetidator de Kirsberg, assump- t'is secum fratribtts et exercitu copioso processit ante Castrum, quod erat «»u*aaedificatum, ubi nunc Lochstcle' situm est, et totttm in cireuitu territorium ^SSSK vastavit et cremavit usque ad villam, quae dicitur Germo. Qttibtts Zambien- ses congregati occurrerunt et tarn valide eis restiterunt , quod exercitus fra- trum terga vertit fugiendo. Sed solus commendator praedictm post terga fugientium manens hostes viriUter relardavit, quousque exercitus suus fuit ab hostibus per longum spalium elongatus et jam de effugio erat bene securus. Tuno solus commendator a Prutenis circumseptus se defendit viriUter ei multos prostravit, ati frater suus uterinus sticcessit; et ambo post longam defensionem a gladiis Prutenorum ceciderutU. Postquam autem Castrum Balga bene esset ßrmatum, Zambienses scire volebant, qualem vitam ducerent fratres, et ad hoc investigandum virtm de potentioribus ex sua gente misertmt versus Balgam , qui petita securitate et aeeepta Castrum fuit intrare permissus. Et cum fratres audirent causam ip- sius adventus, omnem modum vivendi ordinis ipsorum in choro, in dormitorio et refectorio ei ostenderunt , de quo multum admiralus fuit Prtttenus ille et aliquantulum aedifteatus. Et postqtuwi vidisset et inter caetera considerasset * **• fratres in refectorio o*lits comedere, quod apud eos non erat in usu, reverms ad sttos coepit vitam fratrum commendare, ex hoc quod Deo suo rcverctittT et devote servirent et disciplinqnter pariter viverent, et ideirco Dens eorum eos vinci non permitteret, et subjunxit, quod victus eis deficere non passet, quod gr amini bus siettt irrationabilia animalia pro eibis uterentur. Iiis non obstantibus, quae circa annos praeteritos gesta fuerant, et quae praedictus Prtttenus de vita fratrum commendabilia retttlerat, Zambien- Digitized by Google, DIB SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. 6S5 ses in suo errore pertinaciter remanebant. Verum Dens, qui eos voluit verae fidei lumen agnoscere, transmisit in Prmsiam nobilem regem Bohemiae Otho- decentiam regalis magnificentiae et honoris et valcdicens fratribtts cum suis ad proprio remeavit. Post cujus discessum fratres collecto exercitu praqm- ratis omnibus necessariis ad novi castri aedificationem ad montem et locttm, ut rex disposuerat, peirexerunt et Castrum ibidem construxerunt, quod ad memoriam ei gloriam regis praedicti Königsberg appellaverunt. Et haec aedi- ficatio fuit fäsia anno Domini MCCLV1.; postea in brevi castrttm fuit trans-\n& positum, übt nunc est situm. Eodemm vero" anno inferiores Pruteni, qui dicuntur Schalbini," Na- drowini r et Sudowini H conversionem Zambiensittm ad fidem graviter ferentes congregato exercitu copioso potenter terram Zambiensittm ' vastare coeperunt incendiis et spoliis. Et de communi consilio in loco, qtti Wilow* dicitur, g^jjj™- aedificaverunt firnmm Castrum et commiserunt id 1 servandum vni Pruteno ua.) Kirsko " dicto et filio suo et pluribus aliis et abiertmt unusquisque in domum suam. Postea, inspirante Deo Kirskoni et filio suo gratiam, diinissis omnibus suis erroribus ambo ad fratres . ut Christiani fierent , cum * Castro confuge- • p. se. runt. v Ei ita Castrum, quod eralw fratribus factum in obstaculum, versum fuit eis in praesidmm, mira Bei bonitate taliter disponenlc. Postea commen- dator de Königsberg x , duce Pruteno Kirsko, cum exercitu intravit territorium, a) Codd. OUhoont. b) Bu» . aexaginU milia. c) Codd. Ucdiomcnee, E. Medonienee. d) B. u. K. Boidomenae, C. u. D. Kodiomente. •) Codd. quod. I) Codd. genta«, E. ffvntii. g) B. fermlter. b) B. quantoeyue. i) C. bapliaari. k) Codd. Waldow capto, cf. Duib. III, 70. 1) B. MCCCLV. m) Dk Stelle von hier ab bil MUtwifil f. 17 Ut auch in A. aufgenommen. n) fehlt in A. o) A. Scbar- dyn, S. flUelnl. p) A . «Wa/irowienee». q) A. Sudan». r) fehlt in B. C. D. ■) A. Wylab. t) A. lUud. u) A. Kyrako, B. C. D. Klrak«. e) B. C. 6. coafufiunt. w) A. factum ert. x) A. Koni- getbery. Digitized by Google DIE ALTERE CHRONIK VON OLIVA UND quod Wansdorf* didtur, et vaslaoit Mud;* et castntm, quad Capostete' dicibir, cepit et cremavit et ibidem mukös occidit. Sequenti omo iienm* /'f}tti9)jj*nil/iti}i* ti,n%i //im/m t/lj*m th/\f/*tttfw tn/f/iDf/ fit ttltitQ flu u tu/t fin.f>fi f* tim4/im>i — vit et cremavit et per cansequcns' auxilio Dei omnes reliquos iYutenos fidei 1 subjugavit. Et sie Deo oratnante et cooperanie, qui vuk * omnes sahos fieri et neminem perire, infro* XXX annos, qui fUtxerunt a die, quo fratres mir rmtrtit suscej)crunt ' terram Culmensem a duce Courado, ut praediclum est, uxque coiiTmi.) ad cotwersionem jam dictorum Prutenorum tota Prussia fidem mseepit, in qua manet conslanler et laudabile de die in diem suseipit incremenüim. Hoc notak: postquam rex Othocarus1 Bohemiae recessit de Königsberg, supervixit xxil. anno* et occisus fuitm in hello a rege llomanorttm Rudol- 1278 pho in Austritt anno Domini MCCLXXVIll*. Et infra" iüos annos et alüjuot* plures divers* promnciales magixtri praefuerunt terrae Prussiae usque ad tempora ducis Mislwiyii* , qui post se quatuor reliquit filios, scilicet Swanlopolcum, Zamborium, WartisJauin ei Ratzi- !>orum ,a\ Inter hos magis illustris fuit Swanlopolcus ; eral enim vir bellicosus et • p. ST. advorsus omnes sibi infestos victoriosus, qui se victrici manu * exeossit a jugo . prineipum Poloniae se el sua viriliter defendendo. Isle pro tempore doniinis ter- rae Prussiae plurimum infestus fuisse narratur, ut praediotum est, sed tarnen ante finem suum in concordiam com ipsis rediit et filium suum Mistwigium ' in obsidem eis posuit ad majoris concordiae fulcimenlum. llic monaslerio Olivensi multa impendil opera pictatis ipsum libertatibus et possessiontbus Hberaliter extol- lendo , ut cultus divinus nön soluturus sed permansurus perpetuo ioibi conse- queretur augmentum. Hic commutavit a monasterio Puitric, pro quo reddidit** Starin*, et Lusckow', loco cujus dedit Bargnovvioz" in restaurum. Pratervero ipsius dux Samborius dedit monasterio Gmewaro**' cum quindeeim villi« et in- a) A. Watdorf. b) A. Mad rrntttviL. c) A. Capoctole. d) A. Eden. e) B. O. n. perfCD*. f) B. C. D. albi. f) A. voJalt. h) A. iotra. i) A. cuMwpereot. k) A. hic noUudum. 1) A. Oufcu-vu. re) fehlt in A. n) A. MCCLXXVI.' o) A. intn. |>) B. C. D. aliqao*. q) A. Myrtvnifil. Hier mdel der MUm* Tl.cll von A. r) C. u. D. Mhtvigium. •) Codd. Sterin, Buy. Stcmln, W*. SUrm. * t) Codi, lutknw, Bug. Intkow, cf. p. t6, u) Codd. a. Bug. ZaihowIU, Urk. BwfncwiU. v) B. Oucmm. 31*) Dem Alter nach folgten, wie aus den Urkundeu von 1310/14 (Cod. Pom. n. 90), 1330 {ibid. n. 133), 1333 (Luc. Dav. II. 37) und 1350/58 (Cod. Pom. n. 450) deutlich her- vorgeht, Swantopolk, Wartislaf (I.), Sambor (II.) und Ratibor. Wart isla f igt 37. Dec. 1*33 (Cod." Pom. n. 4 88) schon todt; zu seinem Erblheil gehörte die Landschaft von Mewe (u. 35). Ratibor nennt sich 1339 (Cod. Pom. n. 183) Herzog von Belgard und erscheint auch später (Cod. Pom. n. 895) im Besitz der gleichnamigen Burg an der Leba, welche sein Bruder Swan- topolk niederbrannte, als Ratibor von da aus die Landschaft Stolpe plünderte. Auch Zam- blewo {im jetzigen Neustüdlcr Kreise), das er 1338 au Zutkau schenkte, gehörte zu seinen Erbgütern (Cod. Pom. n. 403). Im Novemb. 1388 ist Swantopolk im Besitze seiner Güter (Cod. Pom. u. 368) ; 4 343 hat Ratibor dieselben wieder erlangt, macht aber auf einen grössern Anthcil des väterlichen Erbes Anspruch (Rzycz. II. b. n. 39) ; 1343 ist er nebst Sambor im Bunde mit dem Orden und dem Herzoge von Kujawlon gegen Swantopolk (vgl. oben S. (7. n. 1), gerütb aber in die Gefangenschaft des letztem, aus weleher ihn, wie es scheint, erst der Frieden von 1348 befreit. In den Jahren 1358 fDrcg. n. 330), 1357 (Rzycz. U. 3. n. 447) und 1359 (Pommer. St. Urk. 3. b.) erscheiut er in der Umgebung seines Bruders in Stolpe, Bel- pard und im Kloster Zuckau. Er starb als Ritter des Deutschen Ordens, dem er bei seinem Eintritt in denselben, seine Erbgüter vermachte (Doiüel IV. n. 89}. Ueber Sambor vgl. n. 47. 85) Der Chronist hat die Urkunde Swatitopolks vom J. 1330 (Cod. Pom. n. 133) im Auge, in weleher dieser unter Andern Barnewitz gegen Luskow von Oliva eintauscht und den von Sambor I. getrotTonen Tausch von Starin gegen Putzig bestätigt (vgl. n. 14). 36) Sambor II., Herzog von Lübschau und Swantopolk, Herzog von Danz*# waren der äussern Form der Schenkungsurkunde nach diejenigen, welche 37. Decemb. 1339 (d. h. 4 42(1) das Land Gymev (Mewe) an der Ferse an Oliva zum Heile der Seele ihres Bruders Wartislaf ubertrugen (Cod. Pom. n. 188). Das wird jedoch in einer Bulle Papst Urban IV. Digitized by Google DIK SCHRIFTTAKELN VON OLIVA. 687 sulis** in Wisla, prout in antiquis privileglis monasterii est cxpressum; item [^"^f*"*0" Radestow*7 * et antiquum Raykow 38 . Practcrea dux Swantopolcus dedil dimidium <<» »<>mm t*r- Oxjvarum39 cum vüJis ad ipsam pertinentibus, et curia m Host cum insulisi,mon..trrio (d. ViU-rb'ii 13. Juli 4 269. Cod. Oliv. f. 4 5) dahin näher erklart, dass Herzog Wartislaf I. selbst io Mioem letzten Willen jene ihm zugehörige Landschaft an Oliva schenkte und jene seine beiden Brüder zu Executoren seines Testamentes einsetzte. 36) In den Urkunden Papst Innocenz IV. (Lyon 26. Sept. 1245. Cod. Ol. f. 8) und Herzog Mestwin s II. (Stolp. 84. Dec. 4284, Cod. Oliv. f. 279. and Danzig 5. Man 4288 in zwei Aus- fertigungen Cod. Oliv. f. 4 89—02 und 4 97—498), welche die Namen der einzelnen Ortschaf- ten enthalten, werden nur 14 Dörfer und 4 Wcichsclinseln genannt, nämlich die Dörfer 4) Gymev [Mewe], 2) Sympno oder Sziempnoho [Czieplcn?], 3) Glowiz, Uloviz oder Ilois, 4) Mesvezydol, 5) Lelicow oder Zeliko, 6) Wissokc, 7J Piroviz, 8} Clessowe auch Cliestoho, 9) Brod [Brodden], 4 0} Janisso [Janiscbau], 4 4) Danisowe, 42) Sosnika, 4 3) Sprudov, [Sprau- den}, 4 4) Wolsznitz [so hiess auch ein bei Mewe gelegener Arm der Weichsel;. Die Inseln heissen : Klein Berwi, Gimev, Talnitz und Wolsznitz. 37) Jetzt Radostowo oder Rathsluhc westlich von Subkau und nördlich von Raykow im Stargarder Kreise, von Herzog Sambor II. von Luhschou, nebst dem alten Raykow 9. Aug. 4224 an OHva verliehen (d. in Thyinava. Cod. Pom. n. 449). Nach einem 4249 in Danzig zwischen Bischof Michael von Cujuwicn und Abt Albert von Oliva (Köoigsb. Arch. Schbl. LV. 44) abgeschlossenen Vergleiche, den Herzog Mestwin II. 40. Febr. 4279 bestätigte, sollten Radostow nebst Serisno von Oliva an den Bischof abgetreten werden, welcher dafür die üb- rigen Klosterdörfer von der Zahlung des Zehnten entband ; ein zweiter Vertrag, zwischen Bischof Oerward und dem Abt Rudiger 16. Aug. 4 304 in Alt -Leslau abgeschlossen (Cod. Oliv. f. 280), der des früheren gar nicht erwähnt, sprach dem Bischof aufs Neue das Dorf Radostow, nebst dem Zehnten desselben, und überdies das Dorf Fascvuo im Danzigcr Ge- biete zu ; doch scheinen beide Verträge gar nicht zur Ausführung gekommen zu sein, da in deu spätem Bestätigungen des Klostergebietes von 4 283, 4294 und 4295, und zuletzt im grossen Olivaer Privilegium von 4 342 der Hof (grangiaj Radostow als Besitzthum Oliva's auf- gezählt wird; es sei denn, dass Hof und Dorf Radostow zwei von eiuander verschiedene Ortschaften gewesen, von welchen das letztere im Laufe der Zeit mit dem bischöflichen Nachbardorfo Subkau verbunden worden wur. ( 38) 1224 schenkte Herzog Sambor II. dem Kloster nur in seinem Dorfe Raykow : [Land] zu 4 0 Deutschen Pflügen (»ad X aratra Theutonicalia«), was In den Urkunden von 4 245 (Cod. Oliv. f. 8) und 1298 (Danzig 46. April. Cod. Oliv. f. 4 28) als Ackerland, für welches 4 0 Deut- sche Pflüge erforderlich sind («Raykow cum terra attinente ad X aratra Theutonicalia« — ■ad X aratra Theutonicalia do terra arabili«), näher erläutert wird. Mestwin II. erweiterte 1 292 dies Besitzthum über die gesamiute Dorfgrenze und das benachbarte wüste Dorf Brzcsno aus (d. Schwez. 18. Nov. Cod. Oliv. f. 425—4 27). Seitdem scheint mau das ältere Besitzthum Alt-Raykow genannt zu haben, wie denn der Kirchhof von Alt-Raykiw im grossen Privilegium von 4 342 als eine Grenze von Raykow angeführt wird. Obgleich Herzog Swan- topolk diese Schenkung seines Bruders noch besonders bestätigt halte (die Bestätigung wurde 46. April 4298 den Ralhmanncn von Danzig vorgelegt. Cod. Ol. f. 128), scheint Raykow unter ihm nur kurze Zeit im Besitze von Oliva geblieben zu sein. Mestwin II. erklärt ausdrück- lich 1292, »om Vater und er hätten es viele Jahre besessen. Auch nachdem er es 4 292 an Oliva zurückgab, hatte das Kloster viele Kämpfe für das von vielen Seiten angefochtene Gut zu bestehen (S. unten). 89) Die Abtretung der nördlichen Hälfte der Halbinsel Oxhöft erfolgte 23. April 4224 mit Zustimmung des Bischofs Michael von Leslau (Cod. Pom. u. 4 46) , das Geschenk umfasste die jetzt noch vorhandenen Dörfer Mosl(j. Brück), Pierwoczino, Kossakovicz (j. Kossakau) und Dambogora (j. Dambogorsz) und die seither untergegangenen Orte: Ko- chova (lag an der Meeresküste südl. von McchlinkeiO, Kedrino, Sbichowo, Nasenczino (auch Senchino) und Nimichow. Da aber Swantopolks Mutter, Swinislava, bereits bei der Stiftung des Klosters Zuckau (4240/4 4) letzter in Kloster die ganze Halbinsel Oxhöft als ihr ererbtes Besitzthum geschenkt hatte, so Hess sich Swantopolk einige Jahre nachher in einer schwe- ren Krankheit durch die Predigermönche, denen er 4 227 ein Kloster in Danzig erbaut hatte, bewegen, das begangene Unrecht den Nonnen in Zuckau durch Zurückgabe der gesauimlen Halbinsel wieder gut zu machen. Aber auch Oliva wollte »ein auf jenes Land erworbene Anrecht nicht wieder aufgeben und fand Hülfe bei Papst Innocenz IV., welcher, nachdem er sebou 5. Oct. 4247 die Besitzungen Olivas auf Oxhöft bestätigt hatte (Cod. Pom. n. 375), an demselben Tage (Lyon 28. Juli 4 250) sowohl deu Herzog zur Herausgabe der vorenthalteneu Güter an Oliva (Cod. Oliv. f. 4 74) als auch den im Lande anwesenden Erzbischof Albert von Preussen und Liefland zu nachdrücklicher Unterstützung dieser Forderung (Cod. Oliv. f. 4 73)" ermahnte. In Verbindung mit dem Herzoge und dem Bischöfe vom Ermeland brachte jener dann auch zwischen beiden Klöstern noch vor seiner Abreise aus Preussen, welche am 27. Sept. 4250 erfolgte (vgl. Cod. Warin. n. 55), einen Vergleich zu Stande, der wahrscheinlich für Zuckau sehr ungünstig ausfiel, indem dieses Kloster 4 260 thatsäeblich auf Oxhöft nur GS8 DIB ALTERE CHRONIK VON OLIVA UND cjusdein nominis et** Übeltätern piscandi monasterio et monasterii hominibus a Kocliova* usquo ad Radani", et mulla aJia bona" contulit, quae in originalibus monasterii privilegiis sunt expressa. Postquam autem venit ad senectutem bo- nnm, plenus bonis operibus migravit ad Dominum et sepultus est in seputchro progenitorum suorum in Oliva, swnntopui- |sjt. Sl> duos rcliquil filios, Mistw iaiuw seniorem et WäYtisIautn ** junio- riu K'liqiut ' I I D i du« fliio. |-eiu quem Ponieraüi primo in dominum habere voluerunt, et ideo auxilio eorum a) Codd. u. Boy. Kwhui, Vtkk. Koehorm* Vischcreigerechtigkeit auf der See von Kochowa bis zur Mündung der Kielau und das Dorf Sbichovo Ih'shss (Cod. Pom. n. 4 75) . Unter Mestwin II. wurde der Streit wieder erneuert, aber selbst der von diesem Fürsten 23. April 128y vermittelte Vergleich, in welchem er die Schenkung von t224 bestätigte, und zu dessen Befestigung die Grenzen des fiesitzthums bei- der Kloster auf der Halbinsel vermessen und (23. Nov. 1289) schriftlich aufzeichnen liess (vgl. meine Pommcrctlisch. Studien I. 32 IT.), wurde unter den folgenden Herrschern noch mehrfach angefochten, und erst mit den von dem Hochmeister Carl v. Trier 10. Sept. 131« (Khcnd. I. 70) vermittelten Veränderungen von beiden Seiten anerkannt. S. unten u. 101. 40) Nicht in der Verleihungsurkundc von 1224 wohl aber in der Bestätigung vom 9. Aug. 1235 (Cod. Pom. n. 225) unterscheidet Swantopolk den Ort Most (jetzt Mostowo oder Bruck) von dem auf einer Insel (Kampe) gelegenen und mit einem Hafen versehenen Most. Aus je- nen ersten entstand der Hof Brück (Curia Most), von wo aus ein Verwalter des Klosters das umliegende Besitzthum bewirtschaftete. Auch jetzt noch bilden Dorf und Gut Brück zwei vou einander getrennte Ortschaften. 4t j Für den Fischfang auf der See gab es an der Küste bestimmte Standplatze fstationes), welche sowohl den Fahrzeugen einen günstigen Ankerplatz, als auch den Fischern und ihren Netzen ein sicheres Unterkommen darboten. Diese Fischerstnlionen gehörten, wofern nicht ausdrücklich anders verfügt war, dem Landesherrn, der durch seine dort aufgestellten Be- amten (seit der Ordenszeit dem Vierdner) an den Fischern, die von denselben Gebrauch machten, einen bestimmten Anthcil des Fanges, in der Kegel den vierten Fisch als Abgabe erhoben. In der Schenkung von 1285 gestattet Swantopolk dem Kloster von dem Hafen der Bruckschen Kampe aus im »kleinen« Meere, d. h. in dem westlichen Winkel des Putziger Wiekes jede Art vou Fischen zu fangen, Heringe ausgenommen, welche er seinem Tische xorbehalle ; er gestattet ihm ferner auf jeder andern Station seines Gebietes ohne Abgabe eiu Netz zum Fischfänge jeder Art aufzustellen, gewährt auch den Loiheigcnen des Klosters das Hecht des Fungcs an der dem Kloster zugehörigen Küste und gestattet Oliva endlich in Kochowa, an derjenigen Stelle, der Oxhöftcr Küste, wo die Gebiete beider Kloster sich schei- den, eine Heringsstation anzulegen, welcher Gerechtigkeit er spater 1245 die Erlaubnis« hinzufügt durch Anlage einer zweiten Station an der Mündung des Saspersces auch hier Fischereizölle zu erhebeu (Cod. Oliv. f. 8— 10). Diese Zusagen scheinen jedoch namentlich in Betreff der Oxhoftcr Küste nur unvollständig in Erfüllung gegangen zu sein. Mestwin II. sieht sich nämlich veranlasst (Putzig Sl. Dec. t2S9 d. i. 1288. Cod. Oliv. f. 461) dem Kloster die Station Kochowa unter der Bedingung zu übergeben, dass es hinlängliche Arbeitskräfte zur Instandsetzung derselben besässc (si eam suis lahoribus poterunt instaurare) und über- dies zu besserem Gedeihen der Kloslerhofe von Most und Starin, jedem den abgabenfreien Heringsfang mit einem Schiffe und zwar jenem auf der Station Mechina (Mechalinken auf üxhöft), diesem auf der Station Trensina it) oder Neuwasser (nova aqua) zu gestatten. Erst im grossen Privilegium von 1342, in welchem die Ordcnsregierung diese Fischerei-Gerech- tigkeiten des Klosters theilweise in bedeutendem Mansse beschrankte, werden sie in Betreff der Olivaischen Hälfte an Oxhöft im Wesentlichen in der vom Chronisten bezeichneten Weise festgestellt (»stneionem Cochow liberam, et ab hat* stacionc usque ad Radam ipsis et eorum hominibus in mari liberam piscaturam et unam liberam navetn ad promocionem curie Most in stacionc nostro, quo Mechina nominalur«!. 42) Eine Uebersicht seiner Schenkungen au die Klöster Oliva, Zaruowitz, Zuckau, S. Al- brecht, Neu-Doheran, die Dominikaner in Danzig und das von ihm 1248 2. Dec. gestiftete Kloster Bukow bei Rügenwalde, sowie an das Erzstin Gncscn und das Bisthum Camin findet man Beilage VI B. 43) Die kurze Notiz unsers Chronisten über Herzog Wartislaf II. steht ndt den Nach- richten eines gleichzeitigen Polnischen Annalisten (Beil. III. B. s.a. 1271 und 1272), aus wel- chem der Fortsetzer des Boguphalus (Beil. III. A. s. a. 1271) nur einen kurzen Auszug mit Hinzufügung eines falschen Schlusssatzes giebt, sowie mit dem urkundlichen Materia le in .der besten Übereinstimmung, wogegen allerdings die Annalcn von Oliva p. 28 aus dem 17. Jahrhundert, welche Voigt, Gesch. Preussens III. 310. n. fälschlich als Chronic. Oliv, bezeichnet, die FiVtionen Dlugosz s und noch späterer Geschichtsschreiber enthalten. War- tislaf II., der Sohn Swantopolks und noch den» Tode desselben 1266 Herzog von Danzig . (Üreg. n. 886) lebte mit seinem Bruder Mestwin noch 9. Oct. 1268 und 8. Mai 1269 Dreg. DIE SCHRIFTTAFELN YON OLIVA. 689 Wartislaus fratrem cepit* et in Redzkb*4 eum tenuit vinculalum. Postea poten- tiores milites Mistwigiuro liberarunt et fidclem ipsi tunc et deinceps astantiam ») B. etepit. b) Bog. Brink. n. 427 u. 4*4), wo sie bei der Bestätigung der Güter und Freiheiten des von ihrem Valer ge- stifteten Klosters Bulcow sich gegenseitig als Zeugen zur Seite stehen, in Eintracht, und hatte selbst an dein Kampfe desselben gegen den deutschen Orden (Dusb. III, 4 29), bis er 1. Aug. 1267 mit dem Landmeister Ludwig von Baldersheim (Voigt, Cod. D. I.n. 4 53) Frieden schioss, theilgenommen. Der darauf folgende Streit Mestwin's mit seinem Bruder und die sich daran knüpfenden Kampfe mit den Brandenburgern fallen in die Zeit zwischen dem 3. Mai 1269 und dem Januar 4 27«, in welchem letztern Mestwin in zwei Urkunden die augen- scheinlich mit Absicht gewählten Titel, einmal am 2. Januar Pomeranorum duz et dominus (Kgsb. Geh. Arrh. LIX. 6), und am 13. Januar dux modernus totius Pomeranie (Cod. Oliv, f. 234) gebraucht. Nachdem Mestwin, eifersüchtig auf das in Pommern wachsende Ansehn seines Bruders, durch Besitznahme der Stadt und Burg Danzig denselben zum Kampfe auf- gereizt hatte, wurde er von diesem überwältigt, gefangen nach Reetz (not. 44) gebracht und erlangte erst gegen die Zurückgabe von Danzig seine Freiheit wieder. Um sich für diese Schmach zu rächen verschaffte er sich die Hülfe der Brandenburgischen Markgrafen Johann, Otto und Conrad, welche, wie man im Kloster Bukow (Beil. III. C.) erzählte, ihm bei einer Hungersnoth namhafte Unterstützung geleistet, nachdem er sie, ohne Zweifel mit Rücksicht auf diesen damals bevorstehenden Kampf, bei einer Zusammenkunft in Arnswalde 4. April 1269 (Riedel Cod. D. II. 4. n. 136) als »eine Lehnsherren anerkannt hatte, indem er ihnen jetzt für den zu leistenden Beistand Schioss und Stadt Danzig anbot (Riedel, Cod. D. II. 1. n. 144. »in proprietatem offerimus«, was der Polnische Annalist in ein »tradidil« um- wandelte}. Mit Hülfe eines vom Markgrafen Conrad geführten Brandenburgischen Heeres wurde darauf Wartislaf aus Ostpommern vertrieben; er floh ins Ordensland nach Elbing, wo er eine Zeit lang blieb, versuchte dann mit seinen Pommerischen Anhängern von Kujawien her einen Einfall in das Land seines Bruders, um seine Schlösser wiederzugewinnen. Aber schon als er die damals von den Polen besetzte Grenzfestung Wischegrod (bei Fordon) be- trat, erkrankte er, starb und wurde auf Polnischem Boden bei den Franziskanern in Jung- Leslau (Inowraclaw) begraben. Nun erfahren wir aus einer erst kürzlich veröffentlichten Urkunde (Rzycz. II. 3. n. 461), in welcher Mestwin 26. Juli 1283 über die anscheinend vor mehreren Jahren bereits erfolgte Confiscation zweier Güter im Danziger Gebiete, Skrobotow und Witomin, die er damals dem Bischof Albert von Leslau schenkte, Auskunft giebt, die nur an die Jahre 1271—1273 zu knüpfende Begebenheit: »quod cum eives Gedanenses Ar- no I d u s cum cognatis suis et affinibus etJacobus cum fratre et aliis consanguineis et affi- nibus, heredes de Skrobotow et YVitomino crimen lese maiestatis ineurrissent ex eo, quod in mortem noslram machinari cum aliis civibus Gedanensibus, marchionetu Brandeburgensem in excidium terre et privationem dominii nostri ac baronum et terrigenarum expulsioncm unanimiter conspirantes in Castrum et civilalem Gcdancnsem cum eflectu reeeperunt, se nobis cum eodem hostiliter opponentes etc.« Ich linde hierin eine wichtige Ergänzung des Polnischen Berichts über den weitern Verlauf des Kampfes. Wahrend des Krieges gegen Wartislaf hatten Deutsche Bürger von Danzig dem Markgrafen Conrad die Burg und Stadt überliefert, von wo die Brandenburger kraft jenes vom Herzog ihnen gegebenen Versprechens abzuziehen sich weigerten, vielmehr dem Herzoge Mestwin den Eingang verschlossen. Da rief Mestwin seinen von ihm vernachlässigten Vetter, Herzog Boleslav vonGrosspolcn herbei, mit dessen Hülfe er am Anfange des Jahres 1272 Danzig eroberte, die Vcrtheidiger bis auf wenige, welche in einen Thurm geflüchtet sich zur Gefangenschaft ergaben, tödtete und darauf auch au denjenigen Bürgern, die es mit den Brandenburgern gehalten hatten, harte Strafen vollzog. Es entspricht nun aber ganz dem Charakter des ebenso feigen als verschla- genen und hinterlistigen Mestwin's, dass er schon nach einem Jahre die trotz des Steges noch immer gefährlichen Feinde, welche noch den 17. u. 48. Aug. 1272 (Lübeckische Urkunden I. n. 338 u. 334) den Lübeckern Zollfreiheit in i Ii re r Stadt Danzig verliehen, auf Kosten an- derer Widersacher zu begütigen suchte, indem er am 3. September 1273 bei einer Zusam- menkunft mit den Brandenburgern auf der Dragebrücke (Riedel C. D. II. 1. n. 158) die Ge- biete von Schlawe und Stolpe, auf welche Herzog Barnim von Westpommern, als der von Mestwin den 20. Sept. 4264 (Dreg. n. 368} Tür den Fall, dass ihm Vater und Bruder stürben, eingesetzte Universalerbe, Anspruch machte, und deren sich andrerseits thatsachlich Herzog Wizlaf II. von Rügen, Swantopolks Enkel, seit 1270 bemächtigt hatte, von den Markgrafen zu Lehen nahm. 44) Der Ort, in den übrigen Quellen nicht genannt, muss dem Zusammenhange nach in Ostpommern gelegen haben und ein befestifjer Ort gewesen sein. Mit Recht hat Qunndt(Balt. Stud. XVI. 4. S. 178) auf das bei Boguphalus s. a. 4256 (Beil. III. A) genannte Castrum Raczans aufmerksam gemacht, welches, wie der Zusammenhang lehrt, nördlich von der Netze, nicht eben weit von derselben auf dem Gebiete des Herzogs Swantopolk lag. In der- selben Gegend und zwar in der Nahe von Czersk lernen wir 1273 in einer Beschreibung der Grenzen des Dorfes Mochle (j. Mockre nördlich von Czersk) Recinz als einen namhaften Ort kennen, zu welchem eine grosse Strasse hinführt (usque ad magnam viam, que ducit in Recinz, im Kgsb. Priv. Buch). Aus Verleihungsbriefen der Jahre 1820 und 1325 (vgl. Ben- ScripL r. F. I. 44 Digitized by Google 690 DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND facienlos Warti.siaum pcrsequendo de terra Pomeraniae fugaverunt; qui fugiens •p.M. in Elhingmn ad, tempns ibi mansit et rece'dens ilcrum perogre morluus est in Ponieraniain non revcrsus. (Du« aunbo- Dux vcro praedietus Zatnborius secundus, patraus ducis Mistwigii, terrore "^u^" bei postlergato* piclatem verlit in impiclatem , eleemosynam in spinam, quam pri^Tur^i'11" larga manu fecerat monasterio dando Gmexvamb cum haereditatibus prae- d°"nlo narrat's*5 el 'Psum Dominum, ncmpe Jcsum Christum, earundem haereditatum voluntaric fecerat possessorem, nunc alio spirilu ductus primum ausu lemerario (Du« sunh»- nisus est spoliarc. Qui spirituali gladio', excommunicationis'1 videlicet senten- muniatuT.') tia , per dominum Herraannum episcopum , sedis apostolicae lcgatum percussus a temeritate sua compulsus est rcsilirc4*. Tandem percecutione sui patruelis domini Mistwigii, quem sibi Dominus adversarium suscitavit. fugit de terra47, ») Codd. n. Baf. po«t«rg»to. b) B. GmrTuu. t) B. gaudio. d) Codd. cxcommunieitu«, in B. rorri- eirt: . witz die Komthureicn Schlochau u. Tuclit'l. Pr. Prov. Iii. B. III. S. 9.) ergiebt sich aber. da»* auf dem Crundgcbicte dieses Ralzans oder Rezinz das jetzt I Mede nordwestlich von Tucbel entfernte Dorf Reetz oder Radzons gelegen ist. (5| Vgl. oben Ii. 3*,. (6) Urkundlich steht hierüber Folgendes fest Nachdem Oliva seit 4 233 in den Besitz der ihm durch das Vermächtnis* Herzog Wartislaf s I. überwiesenen Landschaft Mewe oder Wanzke gelangt (Zeugnis* des Bischofs und Domkapitels von Leslau d. 29. April 4 279. Cod. Oliv. f. 279) und 26. Sept. 4 2(5 (Cod. Oliv. f. 8.) vom Papste Innucenz IV. in diesem Besitze bestätigt worden war, wurde es um 1257 von dem aus dem Exil zurückgekehrten Herzoge Sainbor IL gewaltsam aus demselben vertriebe». Es suchte und fand jedoch Hülfe beim papstlichen Stuhle. Papst Alexander IV. beauftragte 5. Marz 4 257 (d. Viterbii. Cod. Oliv. f. 2Hj den Abt von Mogilno und den Propst von Culmsee mit einer Untersuchung des Vorfalls, sein Nachfolger l.'rban IV. forderte, wahrend er durch die I'ramonslrateoser-Aebte von Izua (Usedom' und Beibuk (d. Viterb. 13. Juli 1202 Cod. Oliv. f. 29j eine neue gerichtliche Un- tersuchung anordnete, den Herzog Svvankipolk (Cod. Oliv. f. 4 3J, als Exocutor des Testamen- tes seines Bruders, auf dem Kloster Oliva das geraubte Gut zurückzuverschaffen. Obgleich jene Aebte über Sambor den Baun aussprachen, und der päpstliche Legat, Kardinal Guido von S. Laurentius 20. Marz 4 2'16 id. in Spaudo Cod. Oliv. f. (0) denselben erneuerte, so war Sambor doch sowenig zur Nachgiebigkeit zu bewegen, dass er vielmehr noch in demselbeu Jahre durch ausgesandlc Truppen da.» Gebiet von Oliva plündern und verwüsten lies«; worauf dann nicht namentlich benannte vom Papste bevollmächtigte Richter den Bischof Wolirair von Leslau und die beiden oben genannten Pommerischen Aebte beauftragten, über das Gebiet des Herzogs das Interdikt auszusprechen (Cod. pliv. f. 2(3). Wenn unser Chronist nun einem Bischöfe Hermann, ohne Zweifel dein damaligen, auch in den Olivaischen IK>- cumenten 47. Marz 1267 und 42*1 30. Nov. genannten, Bischöfe von Camin das Verdienst zu- schreibt, den Sinn des Herzogs umgewandelt zu haben, so lag seiner Behauptung wahr- scheinlich ein nicht mehr vorhandenes Document zugrunde. Tbntsachlich war jedoch je- denfalls diese Sinnesänderung nicht nachhaltig, indem Sambor spater, 4 476, als er wiede- rum als Verbannter in Elhing lebte, nicht nur jene Landschaft Wanzke dem Deutschen Or- den schenkte, sondern auch den Anspruch Oliva s auf dieselbe als durchaus nichtig (»quod nun poterunt comprohare« bezeichnete, ja selbst die Güter Radostow und Alt-Ray kow, die er in seiner Jugend Oliva geschenkt hatte, nn Polplin Uberwies «vgl. unten du fundatione M- Polplin. und n. (2). Aus ßugeuhageus Umschreibung dieser Stelle (S. 1(5: uude tarnen cx- conuminicatione episcopi Firmani, legali sedis apostolicae cessaro coactus est) konnte man schlicssen, dass in seiner Handschrift statt Ileriuannum, Firmauuin gestanden habe. Aber nach Polnischen und Prcussischen alten Berichten ist Bischof Philipp von Firmo erst nach Sambor' s Tode 4 282 nach Preussen gekommen, und unser Chronist hat den Vergleich, den dieser Italiener über die Landschaft Mevve zwischen Meslwin und dem Deutschen Orden zu Stande brachte, gar wohl gekannt. Wahrscheinlicher wird daher wohl Bugenhagen durch Konjektur den als päpstlichen Legaten ihm unbekannten Hermannus in den ihm geläufigen I irmanus umgewandelt haben. Auch die Annalcn von Oliva haben Hermanoos gelesen. (7) Oer kurze Bericht unsers Chronisten erhalt durch andere gleichzeitige Notizen ei- nige Ergänzungen. Sambor II , der erst 4 3 Jahre nach dem Tode seines Vaters der Vor- mundschaft seines ältesten Bruders Swaulopnlk eutbunden (Cod. Pom. n. 895). seit iiil sein vaterliches Erbgut im Gebiete von Lübschau verwaltete, ward schon 1238 aus demsel- ben vertrieben (Cod. Pom. n. 263, und erlangte, als er spater bei einem Versuche gegen die Burg von Schlaitz von den Rittern seines Bruders gefangen genommen ward, nur durch Abtretung seines gesammteu Besitzthums seine Freiheit wieder (Cod. Pom. n. 395). Darauf hielt er sich abwechselnd im Gebiete des Deutschen Ordens (12(4 in Thorn. Cod. Pom. i»«; Digitized by CjO DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. 601 quem ad tempus Crueiferi in Thoren collegerunt; qui postea sc simulans volle pro spalio4H Wisinm transire ascenso equo, quem sibi filin sua ducissa Cujaviac praeordinnverat, fugit et pereprc apud filiam est dcfunctus. Post haec dux Mistwigius ducatum totius Pomeraniae progenilorum suorum (rmx Mi«ui- paciQce gubernavit. Dux aulem Swantopolcns pater ejus quandam composilio-^",^«™* nein, quam facere «lehebat cum dominis Cruciferis de Prussia, reliquerat imper- ?"ben"vU) fori am, pro49 qua dux Mistwigius per cosdem dominos fuit impetitus', qui pacem i) CoJ«I. iiupcditof , in U. eorrigirt : impetiUi«. uud des Bischof«) von Kujawien (4 243 in Parchanje Cod. Pom. n. 34 7j auf, in drückender Armuth heiuüht, sich durch Abtretung einzelner Guter die Gunst und Geldhülfe seiner Gast- freunde zu erwerben iRzycz. II. 3. n. 442. Cod. Pom. n 422; Luc. Dav. III. n. 12 u. 46.). AI» ihn dann der unter dem vermittelnden Beistände der Herren Cassubiens, Nicolaus und Johannes, der Brüder seiner Gemahlin Mathilde 1249 abgeschlossene Frieden wieder in den Besitz seiner Erbgüter brachte, beeiferte er «ich mit Hülfe der Fremden seine Macht zu he- ben. Von Deutschen Rittern und Beamten umgehen, befestigte er seinen Besitz durch Er- bauung der Burg . u. Bug. Piucck, unten 8. 70«. n. a. : BiMerken, Urkk. Bitaeklr. gerufen zu sein, in welcher der Herzog von einer Forderung des Ordens spricht, nach welcher letzterem von Mestwins Vorfahren die Landschaften Schweiz, Neuenburg und Ty mau ver- liehen sein sollten. Nach dem Vertrage vom 4 8. Mai 1282 (Dogiel IV. n. 39) ist dagegen bei jenen Verhandlungen nur die Rede gewesen von einer Schenkung Mestwin's, welcher jene drei Landschaften dem Orden übertragen hatte, und von einem Theile Pommerns, der durch den Eintritt Herzog Ra tibors in den Orden diesem zugefallen sei ; womit füglich nur die Landschaft Belganl gemeint sein kann. Da nun dieses »Theilcs von Pommern« in den übrigen Verhandlungen gar nicht weiter gedacht wird, und eine andere Veranlassung zur Ab- tretung jener divi Landschaften weder von Seiten Swantopolks noch seines Sohnes vor- liegt, so lntt die Venuuthung Toppens (Iiistor. cotnparat. (ieogr. S. 55. n.) viele Wahrschein- lichkeit für sich, dass Mestwin den Orden für die Landschaft Belgard, das Erbgut Ratibors, in einein Vertrage mit jenen drei Landschaften zufrieden stellte. Da nun der Orden sich schon unterin 29. Marz 1276 von dem Deutscheu Könige Rudolf v. Habsburg [Dogiel IV. n. 38) die Güter iu Pommern, welche die Herzoge Mestwin und Ratihor den Rittern geschenkt hat- ten, bestätigen lies*, so inuss jener Tauschvertrag wegen Belgards schon vor diesem Tage vollzogen worden sein. Freilich müsste bei dieser Annahme unter den Vorfahren Mestwins etwas uneigentlich sein Oheim Ratibor verstanden werden. 50) Üa Mestwin nicht nur die Landschaften Schwctz, Neuenburg und Tymau nicht aus- lieferte, sundern auch entschieden sich weigerte, die Verfügung, welche sein vertriebener Oheim Sa in bor in Elbing über seine Erbgüter getroffen hatte, wobei er namentlich, ohne Rücksicht auf Oliva, die Landschaft Mewo oder Wanzka, wie es scheint in noch ausgedehn- tem Grenzen als früher, dem Orden überliest, zu genehmigen, vielmehr noch 4. Nov. 4284 (Kgsb. Privilegien!). j dein Kloster Oliva den Besitz seiner dort gelegenen Güter bestätigte, so wandte sich der Orden klagend an den päpstlichen Legaten, Bischof Philipp von Firmo, der einen Rechtsstreit darüber einleitete. Mestwin bald überzeugt, dass er »den Orden nicht ohne schweren Verlust an Land werde zufrieden stellen können« (dum predictos fratres sine gravi jactura terre nostre modis aliis non possemus], fugte sich der Vermittelung des Lega- len, welche, in Militzsch in Schlesien 4 8. Mai 4 282 (Dogicl IV. n. 39) zu Stande gebracht, da- hin ausfiel, dass dem Orden für alle seine Anforderungen die Wanzka in der von Sambor ge- gebenen Ausdehnung, doch mit Vorbehalt einiger Oli\a dort zustehenden Rechte und Be- sitzungen (über deren Umfang jedoch keine Erlfiuterung gegeben wurde), überdies aber das nordlich an die Wanzka grenzende Dorf Mesland, nebst mehrern in den Werdern und in der Nehring gelegenen Ortschaften und Fischerstationen Überlassen werden sollte, welche Be- sitzungen Mestwin überdies sowohl vom Bischofszchnten als von den Ansprüchen Dritter zu befreien verpflichtet ward (vgl. Quandt Balt. Stud. XVI. 4. 420—423. Toppen Geogr. S. 56). Die Schwierigkeiten, welche sich der Erfüllung der letztern Bedingung entgegenstellten, ver- zögerten die Ausführung des Vertrages. Gedrangt jedoch durch Papst Martin IV., welcher, nachdem er 4. Nov. 4 282 (Dogiel IV. n. 40) den Vertrag bestätigt hatte, den Bischof Heinrich vom Ermelande 4 8. Nov. (Cod. Warm. n. 63) mit einer richterlichen Untersuchung darüber beauftragte, schritt der Herzog, nachdem auch der Orden sich einige Aenderungen halte ge- fallen lassen, wahrend des Jahres 4 283 zur Erfüllung seiner Versprechungen. Der Bischof von Leslau (Voigt C. D. 1. n. 466}, das Kloster Zuckau (Dogiel IV. n. 39) und Oliva (Königs». Arch. LV. n. 53) entsagten ihren Ansprüchen, letzteres jetzt allen Anrechten auf die Land- schaft Wanzka, wahrend Pölplin seine Enklaven in diesem Gebiet behielt, dagegen aber sich unter die Oberherrschaft des Ordens begab (Voigt Cod. D. I. n. 464). Auf dorn neu gewon- nenen Boden erbaute der Orden schon 4 283 (Dusb. III. 203) die Burg Mewe und verlieh 4 297 Landmeister Meinhardt v. Querfurt (25. Sept. Preuss. Liefer. I. S. 290) dem daneben ange- legten Orte Mewe deutsche Sladlrechte. Die geistlichen Stiftungen, welche bei diesen Ab- tretungen Einbusse erlitten hatten, wurden von Herzog Mestwin anderweitig entschädigt 54) Auf die Klage Olivas, dass es durch die schlechtere Beschaffenheit der neu angewie- senen Dorfer grossen Schaden erleide, erlheilt Mestwin dem Kloster (5. März 4283) über die- selben in Verwaltung und Gericht vollständige Landeshoheit (plenum dominium), beschrankt die Verpflichtungen ihrer Bewohner auf die Beihülfe zum Bau der Burg Danzig, wenn sie niedergebrannt sein sollle, und aur die Landesverteidigung und verspricht bis zum Stanis- laustage (8. Mai) den Bischofszehnten für dieselbon abzulösen (Cod. Oliv. f. 4 91-4 95). 52) Diese 15 Dorfer werden mit Ausnahme von Podole und Wyssoka, welche frühe un- tergegangen sein oder ihren Namen verloren haben müssen, in der Beschreibung der Gren- zen des Klostergubieles im grossen Privilegium Olivas vom J. 4 842 oft genannt ; sie befanden sich satnmtlich in der Nahe des Klosters, theils im Westen, theils im Süden desselben und DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. 693 inter rivulum Strisz et rivulum, qui Bealastruga' diccbatur*3, quae in Bis- seck. * ex antiquo pertinebant , caetcras villas cum toto lacu Warsna 54 b, ox-*p. 89. cepta parte domini episcopi, prout in privilegio super hoc confecto5" plenius est expressum. Mistwigium vero, quod illegitime vixil, et sponsam Christi sanctimonialem (Mi«twitfn. de cocnobio Stolpensi56, Fulcam nomine, suo commercio adoptavit, Deus vit sui seminis legitimo successore" lanquam indignum, licet in aliis esset com- 'i°n'"> pelenter dignus. Et ideo" tempore vitae suaeM designavil sibi successorem dominum Premislium, ducem Poloniae, cui mililes Pomeraniae vivenle Mistwigio (anno a) Codd. l*»la»tltif», Buy. Iklk«ti(i>, VJrk. 12S3 Brlcetrunam, E. Bialcatrumam, doch unten p. 40 BealanMro* gam l. «. album ri»utn , und Vrk. 1201 (Cod. Olir. 125—127 o. 305—307) heiwt ein in die Fern* flie»«rndrf Bach: Brbrovarwtruipun. b) Codd. Wuino, eorrigirt in B. Wanna, Crkk. u. K. Wanna. e) B. u. C. et Mo, Correktur in D. und die SchrifttaWu : et idco. d) fehlt In 0»u. I). lassen sich ihrer Lage nach ziemlich genau feststellen, 4) Byssekir ist das jetzige Pitz- kendorf; es muss in der Ordenszeit an die Ordensregicrung gekommen und von derselben als ein deutsches Lehnsgut ausgegeben sein ; als ein solches wurde es (1 4. Juni 4 445] von den derzeitigen Besitzern Jacob Czan und Matthis von SchOnenfeld an das S. Elisabeths-Hospital in Danzig (Danz. Archiv Schbl. 44, 82), dem es noch gegenwärtig zugehört, verkauft, 4) Choyno und Choyno parvum lagen auf der Feldmark des jetzigen Dorfes Kok oseh- ken bei Byssowo. 3)Zchaplowe ist das jetzige Czapeln. 4) Slomno wird gleichfalls 4 842 in der Nahe von Byssowo erwähnt, wird später nicht unter den Besitzungen Olivas ge- nannt und mag der nachmalige Ordenshof Zulmin sein. 5) Banin hat noch jetzt diesen Namen. 6j7.egnino und 7)Begarewitz grenzten beide 13* 4 an Mischau. 8) Tue hu m- mye ist das jetzige Tuchom. 9) Nywadowo lag 1344 in der Mitte der 4 Dorfer Warsznau, Kölln, Dobrzwin und Bojahn. 4 0) Smolin ist das jetzige Schmolsin. 4 4) Quassinow ist das jetzige Quaschin. 14) Bruduino grenzte 1344 an Katz und Koliepke. 43)Sopoth ist der jetzige Badeort. 53) Vgl. unten not. 138. 54) Der jetzige Tuchomsee. 55) Königsb. Archiv Schbl. LV. n. 53. 56) Es fallt auf, mit welcher Freigebigkeit Herzog Mestwin das Pramonstratenscr-Kloster zu Stolp, das er 1481 mit Religiösen des Klosters Belbuck gegründet hatte, in den nächst- folgenden Jahren bedachte. Nachdem er demselben 1481 diu S. Peterskirche in Stolp mit den Zehnten von fünf herzoglichen Dörfern und denen aller Vasallengütcr jener Parochie, und überdies die S. Marienkapeilc auf der Burg Stolp mit den Zehnten von 4 andern Dorfern ge- schenkt, zum Bau des Klosters aber die S. Nicolaikirche in Stolp und überdies 4 Dorfer nebst ausgedehnten Fischerei-, Jagd- und Muhlengercchtigkeiten angewiesen hatte (Matrikel von Belbuck n. 71), fügt er 1484 das Patronalarecht über die Stariislauskirche in üardna (Ebendas. n. 29), Februar 1485 3 Dorfer in der Knstcllanei von Stolp, 4 in der von Rügen- walde (Ebendos. n. 30), 4286 3 Dorfer des Stolpcr Gebietes (Ebendas. n. 31), 44. Aug. 1488 acht Dürfer derselben Kastellanei mit neuen Fischereien (Ebendas. n. 33) hinzu und bestä- tigte 2. Juli 4 490 (Ebendas. n. 35) die .Schenkung des Pfarrherrn von Gardna an dasselbe Kloster. Andererseits ist es auffallend, dass Mestwin gerade während dieser Jahre sich von seiner ersten Gemahlin Euphrosyne scheidet; es geschah das in Wissegrod im Mai 4 488, wobei er ihr (inter nos et ipsam divortio nunc eclebrato) das Dorf Schulpino in Kujavien, welches er vom Kloster Bissov eintauscht (d. 13. Mai 1488. OPrösid. Archiv in Posen) zum Geschenke macht; doch nennt er 4494 (Danzig. Komthureib. n. 98) Sulislava seine »dilccla coojux.« 57) Seine »pueri,« welche er 4. April4 2G9 im Vertrage zu Arnswaldc Riedel IL 4. n. 4 36) und 3. Sept. 4473 in dem an der Dragebrücke (Ebend. n. 4 58) nennt, müssen frühe gestor- ben sein ; seine Tochter Catharina, welche, bereits 4 469 von den Branden burgischen Mark- grafen verheirathet, noch 4 489 Gemahlin des 4 34 5 verstorbenen Pribislav von Wenden, eines Sohnes des aus Meklenburg vertriebenen Fürsten Pribislav von Parchim (vgl. Beyer in d. Meklenb. Jahrb. 4 4, 83 IT. und Quandt Ostpommorn g. 6 und g. 37) war, galt nicht für erbfähig. Ernst v. Kirchberg (um 4 380j spricht in seiner Reimcbronik c. 447 vom alten und Jüngern Pribislav in sehr wegwerfendem Tone. 58) Nachdem 1273 die Markgrafen von Brandenburg mit der Anwartschaft auf Schlawc und Stolp (oben not. 43) abgefunden, und auch die Herzoge von Westpommern thatsüch- lich von ihren 4464 erworbenen Ansprüchen, wahrscheinlich in Folge einer (43. Nov. 4 487) zwischen Mestwin, seinem Thronfolger Premyslaw und Bogu&laf von Wcslpommern in Stolp gehaltenen Zusammenkunft (dies, quo nos ibidem unionis et pacis concordiam inter nos inivimus perpetuis temporibus inviolabiliter observandam. Matrik. von Bukow n. 27) zurückgetreten waren, erscheint Mestwin in den Urkunden der spatem Jahre und in an- dern gleichzeitigen Berichton durchaus als ein Freund und Begünstiger Polnischer Inte- Digitized by Google DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND 1295(4). homagium prncslitemnt. Tandem defuncto Mistwigio anno Domini »ccxcv. 19 viii* Kai. Januarii et in Oliva sepulto praedictus dux Primislius in Gdantzk^ veniens et ducatum Pomeraniae totius suseipiens civitatem Gdantzk plancis mu- nire procurat. Qui posthaec60 coronam regni Poloniae ab apostolica sede conse- ») E. Quint» Ctlradu J»n- b) Codd. Od.aU. ressen. Er belohnt den Bischof Alberus von Loslau («1. Schweiz 26. Juli 4 983. Dziai. Lil. II. a. p. 91. Rzycz. II. 3. n. 160) für »seine treuen Dienste« unter anderin mit den Gütern der- jenigen Danzigcr Bürger, welche wegen ihrer Verbindung mit den Brandenburgern als Hoch- verrüther behandelt worden waren oben not. *3), bedenkt 4281 (Dregers Abschrift des Gr. Grenzbuches in Königsb. p. 288, und spiiter noch einmal 23. Oct. 4 290 (Ebendas. p. 290 und 39* ^ den Grafen Nicolaus, Richter, spater Palatin \on Kidisch und Gnesen, den Kreund Her- zog Preniyslavs II. mit * Pommercllischcn Gutern. Dem Herzoge Bolesluv von Grosspolen leistet er 1278 (vgl. den Polnischen Annalisten sub a. in Beil. HI B.) im Kampfe gegen Bran- denburg erfolgreichen Beistand, irnd beweist sich auch nach dem Tode desselben im J. 4 279 voll Rücksicht für dessen Wittwe Jolanthe, die sich in das Kloster der h. Clara in Gnesen zurückgezogen halte, indem er um ihretwillen 1283 diesem Kloster das Dorf Bruzeno zum Geschenke macht (Drewers Absehr. des Gr. Grenzbuches in Königs!», p. 238;. Mit ganz be- sonderer Vorliebe behandelt er den Neffen und Nachfolger des oben genannten Herzogs Bo- leslav von Grosspolen, Premyslav II. Am 26. Aug. 1288 in Stolp auf einer »Hochzeit des Her- zogs von Pommerns« anwesend, verleiht er dem Grafen Kalo, Burggrafen zu Czarnkow, »der vns dar czuerst botschafTl l.rochte, das vnser über son Prscinisl, hertzog czu Polen, vs deme gevenknissc des hertzogen von Bretzlaw dirlost werc« ein Erbe in seinem Gehieto (Drewers Abschr. p. 291). Üass dieser Titel eines Sohnes eine Adoption und Ansprüche auf die Nachfolge in sich schliesse, erkennt man Iheils daraus, dass Mestwin seitdem wichtigen Willensakten ent- weder das Siegel Preniyslavs 40. Wladislaum67 cum ducissa68 exiüo relegavit et ducatum Pomeraniae obtinuit et oufs Neue festgestellt und die Brandenburg oder Rügen zufallenden Tbeile von Ostpommern dem Bischof von Camin zehentpflichtig werden. Obgleich der noch vor dem Hintritto Mest- win's erfolgt« Tod des Bischofs Jaromar (er starb zwischen 23. Sept. 1293 und 16. Oct. 1294) dem Fürsten von Rügen diese Hülfe entzog, so trat dieser dennoch vor und nach dem Tode Mestwin's als Kronprätendent auf. Bugenhagen Pomeran. III. p. 147 berichtet, auf Grund von Bukower Klosternachrichten (quod ibidem annotatum erat) : Primatos ergo, quia nole- bant Teutones regnare super se, el ne Wi slaum quidem, prineipem Rivanorum sive Rugia- norum, quamvis erat d. Mislwini avunculus, eadem causa admittebant, Mistwino suascrunt, ut de successore provideret. L'nd Kanzow (Pulbusser lldscbr. p. 279 boi Fabric. Urk. von Rügen, Regesten n. 418) sah im Kopienbuch des Klosters Hilda (Eldena) eine Schenkung Mestwin's an dieses Kloster aus dem J. 1294, bestätigt von Wizlaf »vor sick vnd syne sohns Witzlaff and Sambor nha dode Mestwini alse ein erve a. 1295.« Spater habon sich die Rügi- schen Fürsten zeitweise wenigstens im Besitze von Schlawc behauptet, da Zambor, der Sohn Witzlafs II., 28. Marz 1301 in Schlawe dem Burggrafen des Ortes Matbäus gewisse Gü- ter mit allen Rechten, die ihm sein Onkel Meslwin ertheill habe, bestätigt und ein freies Schiff zum Heringsfang auf der Stolpe hinzufügt (Fabr. Urk. n. 484). Auch noch 9. Juni 1302 nennt sich Wilzlaf II. (Ebend. n. 491) Fürst der Ruyaner und Herzog der Pommern. 1310. 12. April entsagt Witzlaf III. (Fabr. IV. n. 390) in Tribbese allen Ansprüchen auf den Distrikt Pommerns, welchen seine Oheime, die Markgrafen Waldemar und Johann von Brandenburg dem Deutschen Orden abgetreten hatten. Gleichzeitig mit diesen Bestrebungen in Ostpom- mern richteten sich die ehrgeizigen Absichten der Rügischen Fürsten auch auf das Ordens- land. Es ist schon oben (Dusburg III. c. 227, 242 und not. 3 zu S. 148) auf den Zusammen- hang aufmerksam gemacht worden, der zwischen Witzlafs II. Anwesenheil in Liefland 1282 und 1283 und der Meldung, dass eine unzufriedene Partei im Ordenslando um 1286 einen Fürsten von Rügen zum Könige habe erheben wollen, anzunehmen sei. Auf die feindselige Spannung, welche in Folge dessen zwischen dem Orden und dem Fürsten eingetreten sein mag, bezieht sich offenbar eine Erklärung des Königs Hakon von Norwegen, welcher in ei- nem Schreiben an die Wendischen Studie (d. Kongshel 6. Oct. 1302) dieselben schliesslich ersucht: »ut fratres domus Theutonicorum in Prucia per litteras vestras velitis habore com- monitos, ut a molestalione domini Wizelavi, prineipis Ryanorum illustris, cessare vclint et eidem libera dimittere iura sua ; quod si ad requisitioncra vestram facere ncglc&crint, peti- mus a vobis, ut coram vestris publicetis incolis, ne bona dictorum fralrum vel eis altinen- cium in navibus suis ferant; nam diclos fratres et eorum fautores, donce dicto domino Wi- zolavo fecerint, quod de iure tenentur, volumus in quibuscunque possumus inpedire, quia plures eis litteras misimus deprecatorias, ut memoralum prineipem in suis iuribus non Im- pedirent, sed dedignati sunt aliquam nobis mittere responsivam (Sartor. od. Lappenb. I. n. HO). 65) Ausser der not. 64 erwähnten Urkunde Herzog Lcstko's bewahrt das Kloster Oliva keine Erinnerungen dieser beiden Prätendenten, am wenigstens eine Konfirmation derselben über seine Güter und Rechte. Das mag wohl den Schreiber der Handschrift C veranlasst ha- ben, diese Stelle als eine verdächtige auszulassen. 66) Seine erste Gemahlin Gute, die Mutter seines ihm gleichnamigen Sohnes, die Toch- ter des Deutschen Königs Rudolf von Habsburg (vgl. Paluck) Gesch. von Böhm. II. 1. 345) starb 18. Juni 1297. Premyslavs Tochter, welche er darauf 1300 heirathete, hiess Richsa oder Elisabeth und war die Tochter von Premyslavs zweiter Schwedischen Gemahlin Richsa. (Vgl. Beil. III. B.) 67) Wladyslav Lokietek wurde nach den bewahrtesten Zeugen der Jahre 1320 und 1339, namentlich des Bischofs Johann v. Posen (Beil. V. B., Zeuge 2 .) bald nach dem Tode Premyslavs auch von der Ostpommerischen Rittorschaft als Herzog anerkannt. Schon 10. März 1296, wo er, »von den Baronen zum Könige erwählt», den thronbcrechligten nahen Verwandten Pre- myslav's, Herzog Heinrich von Glogau, mit einem Tbeile von Grosspolen und mit der An- wartschaft auf das ganze Reich im Falle seines kinderlosen Todes abfindet, nennt er sich dux Pomoranie (Urk. bei Worbs Neues Archiv für die Gesch. Schlesiens II. 4 24 IT.) ; 2. Mai und zwischen 4. und 11. August verleiht er von Posen aus dem auch von Mcstwin und Pre- myslav begünstigten Grafen Nicolaus (oben n. 52), der jetzt Palatin von Pommern heisst, Güter in Ostpommern (Dzial. Lit. II. p. 61 u. 6,2) ; 27. Oct. bestätigt er von Kaiisch aus demselben, den er hier Palatin von Kaiisch nennt, die Geschenke seiner beiden Vorgan- ger in jenem Lande (Dreger, Abschr. p. 292) und 21. Nov. giebt er, vom Daoziger Palatin Swenza und andern Pommerischen Beamten umgebey, zur Erbauung einer Mühle im Stolpi- schen Gebiete die landesherrliche Erlaubniss (Cod. Oliv. f. 215); 1297 scheint sein Neffe Premyslav von Kujawien für ihn Pommern verwallet zu haben, da derselbe 9. Oct. in Danzig DIE ALTERE CHRONIK VON OLIVA UND possedtt extunc toto tempore vitae suae*", sub cujus umbra regnum Poloniae in omnibus parlibus suis gavisum fuit pacis concordia et tranquillitate. Isle g!o- riosus rex clcrum niullum «lilexit et honoravit, monasteria fundavil et defensio- fumrihMrtw n'8 c'yPeo a^ «ncursionibus malorum defendit et prolexit. llujus regis tempore .ut. .u«r..,t Horcslaus prior licremi inSwarnogatz70' cum fratribus suis in Olivain se translu- oniif>i Ci»Vr- ^ citifiuro tu lemnl et habituni Cistcrciensis ordinis assumpserunt. Dictus rex omnes pos— Oliva ) sessiones, bona et omnia alia , quae defuncti principes ad eandem haereditatem a) Codd. Swirnnyat», K. u. Urk.W. Sw..riiiogat«. im Beisein der alten Palatine von Danzlg un er 30. April in Danzig (Cod. Oliv. f. 122; und I Mai in Oliva (Cod. Oliv. f. 315—20) Angele- genheiten dieses Klosters entscheidet und t . Juni wiederum in Danzig (Jahresber. der Gesellsch. für Pommer. Gesch. 1N59. S. 17} den Resitzstand des Klosters Bukow anerkennt Seitdem er dann 24. Juni in Gncscn seinen Günstling Nicolaus aufs Neue mit Pommeri- schen Gütern beschenkte, 'Dzinl. I.it. IL p. 60) wird bis zum 17. Decemb. 1306 in Pommeri- schen Urkunden seiner nicht gedacht. Die Ursachen , um welcher willen Wladyslav 1300 aus Pommern vertrieben wurde, triebt Bischof Johann von Posen im Zeugenverhör von 4*39 (Beil. V. B. Zeufce 2.) so wie der Poln. Annalist a. t300 (Beil. III B ) naher an. 68) Sie wird in zahlreichen Zeugenaussagen von 4 339 (vgl. Beil. V. B. Z. 25. n.) eine nahe Verwnndte , Tochter, Schwester, Nichte oder Cousine König Premyslav's IL genannt und lebte als Wittwc noch 4 339 in Kujawien. • 69) König Wenzel ist persönlich nie nnch Ostpommern gekommen; in seinein Namen wallen in Pommern 1300 GrnfMadocn, in dessen Gegenwart und mit dessen Zustimmung der Palatin Swenza v«n Danzig, der Richter Bogussa und Kastellan Albert von Putzig 19. Ort. 1300 in Danzig Cod. Oliv. 462) einen Kauf Oliva'* bestätigen. In einer Brzecz 25. Jan. 1303 ausgestellten, Polnische Verhältnisse berührenden Urkunde (Rzycz. II. a. n. 4801 nennt sich Tassa de Wissenburch (Wiesenbnrg in Böhmen Pnlacky II. 4. S. 350 Seinen Tod im J. 1304 erzählt Chron. aulne regiae c. 70, capitaneus Cujaviae et Pomoraniae. as. Her. 4 30.1 (d. i. 1302) entscheidet in Schlawo im Namen Wenzel s Krisen de Scassowe , der sieh Kammerer des Reiches Polen und Hauptmann der Herzogtümer Cujavieu und Pomeranien nennt [Drc- gcr Absehr. der Matrikel von Bukow n. 66. Unter den Zeugen ist sein Bruder Wicho de Scas- sowe. Sie wnren Schlesier, Palncky II. 1. S. 350) ; ebenderselbe auch 1304 in Schweiz, wo er Gubernntor regni Polonie et ducatnum Cujavie et l'oniornnie beisst (s. iL OPrasid. Archiv in Posen; auch Dzial. I.it. IL p. 9.V, ; dazwischen fungirt bei einem gleichen Regierungsnkle in Danzig 29. Sept. 4303 (Cod. Oliv. f. 463) llricusde Boscowilz, Capitaneus Polonie auctoritale prineipis nostri Weneeslai. Urkunden, welche der König selbst in Ostpommerischen Ange- legenheiten ausstellte, sind nur drei vorhanden, eine vom 28. Juni 4301 Schenkungen an Peter von Ncuenburu enthaltend (d. Brünn. Voigt. Cod. I). IL n. 39) und Bestätigungen der Privilegien von Oliva (d. in Grecz. Cod. Oliv. f. 324 —326) und Polplin (Königsb. Arch. LIX. 21), beide am 19. Januar »303 ahgefasst. 70) Das Augustiner-Kloster von Sworinagatz (j. Swnrnkntz am Nordufer des Karchinsees nördlich von Könitz) in der Gnesner Diöcese, dessen Vorsteher Prior eremi S. Johannis Bapt. existenlis in Sw. beisst, w ird zuerst 4 272 genannt, wo Papst Gregor X. das Kloster (d. Laterani 5. April. Cod. Oliv. f. 30) als ein schon bestehendes und unmittelbar der römischen Kirche unterworfenes in seinen Schutz nimmt, wie denn derselbe Papst am 15. Juli desselben Jahres dem Bischof von Culm (d. apud urbem veterem. Cod. Oliv. f. 29) die Beschützung desselben gegen gcwaltlhatige Feinde ubertragt. Ilcizog Mestwin IL macht dieses, wie es scheint, bis dahin noch mit keinen liegenden Gründen ausgestattete und in einer Wildniss befindliche Kloster zum Gegenstände seiner frommen Sorge, indem er zuerst 4 275 (in drei dariilver er- theilton urkundlichen Ausfertigungen v. I. et d. Königsb. Archiv Schhl. LV. n. 38, 40 und 41. Unter den Zeugen befindet sich auch der Prior der Danziger Dominikaner Woian) dem Prior Borislav und seinen Brüdern die FiscUwchic Nechor, den Ort Zwerinez (Sworinagatz) und Louissowa-Dubrawa oder Dambowa schenkte, deren schwer zu verfolgende Grenzbeschrei- bung in der Umgegend des Klosters fast nirgends ein Dorf, sondern fast nur Berge, Flüsse, Digitized by Google DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. 699 perpetuo dederant, Olivensi monasterio ex certa scientia confirmavit, et haerc- ditatem Jaminow* cum omnibus per circuilum terminis suis monasterio contulit et confirmavit71, et emptionem fundi molcndini in Irsei:ninb ralifieavit72 et con- firmavit, et multa olia bona contulit monasterio Olivensi, propter quod merito ab omnibus personis monasterii pro animae ipsius salute est Deus iugitcr exo- randus. Ipse etiam hacreditales Langnow et Gransin 71 r, quas Swenca palatinus et filii sui dominus Petrus dePolnow7* et Joannes et Laurentius monasterio con- a) Urk. tob 1303 n. E. Junoo. b) Codd. Incgrin, E. Jeijnln», Drkk. Ingnino, einmal (1306) Erikgniiio. c) Codd. Ori»in, ürkk. u. E. Gramino. Seen (darunter die Melmtza und don Lanksce) und Sümpfe kennt, und darauf 1891, wo sich der tierzog selbst in Sworinagatz aufhielt, (Urk. in v. Lcdoh. Archiv I. S. 228) die nach der Beschreibung rings um das Kloster gelegenen Orte Carsnino, Dinge, Vitosno und Zelono (am Chotzcnflusse) hinzugab, welche letztere Schenkung Bischof Wyslaus von I.eslnu 7. Sept. 1293 'Königs». Arch. d. in Wladisl. Schbl. LV. 67; bestätigt«. Konig Wenzel gostattet 19. Jan. 1 303 (d. Köriiggrätz. Cod. Oliv. f. 321—386) in der hauptsächlich die Hechte Olivas bestäti- genden Urkunde : • fratribus de Swnrinngntz, ul cum hereditntihus, lacubus, sylvis , villis, piscationibus et parte borre seu merke ac utilitalihu.« universis .suis ad predictam cellam Sworinagacz pertinenlibus nd pref. nionnslerium Olivense transire \nleant et predicto Cistcr- ciensi ordini se unire. 71) Diese Schenkung, sowie die von Langenau und Gronsino sind mit der Bestätigung von Swori nagatz in einerund derselben Urkunde vom 19. Jan. 1303 (Cod. Oliv. f. Sil — 326) enthalten. Jaminow, jetzt Jamen im Bülower Kreise (oben nol. 7). 7i) Der Chronist irrt, da nicht Wenzel IL, sondern sein Sohn Wenzel III. in S Urkunden des Jahres 1305 19. Juli (d. Präge. Cod. Oliv. f. ilO) und 20. Nov. fd. Brunn. Dreg. Abschr. p. 19*5) die hierüber geschlossenen Verträge bestätigt. Mühle und ein dazu gehöriges Dorf Irsegnin lagen nach der Beschreibung desselben im grossen Olivaer Privilegium von 1312 in der Nähe oder an der Stelle des jetzigen Dorfes Goschin oberhalb des Lübschauer Sees nn dem Wasser Spnngau (der obern .Mottlau!, glänzten im Westen an diesen Kluss und breitoten sich im Osten bis an die Grenzen der Dorfer Schliewen , Waczmir und Schwarosin aus. Der Pommeresche Ritter Jacob v. Irsegnin verkaufte hier 1305 an Oliva einen Platz zu einer Mühle und einen Theil des" anstossenden Waldes (Cod. Oliv. f. 816); derselbe nebst den Brüdern Heinrich und Johann Swadaiewicz , Herren von Schwarosin, am 10. Aug. 1303 ihr Anrecht an das Wasser Spangnu (Peter v. Neuenburg, als Hauptmann von Pommern, Kastellan Peter und Unterkämmcrer Ramola von Hirschau bezeugen dies in 2 Urkunden d. Dlrschau 10. Aug. 1305 Dreg. Abschr. p. 194 u. 196). Der Zins, welchen Oliva hierfür an die Herron von Schwarosin jährlich zu zahlen hatte , wurde von Abt Rüdiger 15. Sept. 1309 in Dirschau für eine Summe Geldes vor dem Komthur Sicgfrid v. Mewe abgelöst (Königsh. Gross. Privilegien!). A. 18), wobei Heinrich v. Schwarosin dem Kloster zum Besten seines im letzten Kriege umgekommenen Bruders (»pro anima fratris sui, «jui ante tres annos ante Dersoviam tempore disturbii baliste iaculo fuit intcremptus«) noch ein Stück Waldes bei Irsegnin zum Geschenke macht. Zwar hatten 83. Aug. 130» die noch im Kampfe «eaen Polen begriffenen Markgrafen Otto und Waldemar von Brandenburg der Johanniter-Komthurei zu Lühsehau zur Vergiitigung des in diesem Kriege durch die Brandenburger erlittenen Scha- dens gleichfalls ein Dorf «Krikgnino«r verliehen (d. in merica apud stagnum Cholop. Oreger Abschr. p. 863) ; doch scheinen sie darunter eine andere an demselben Müsse Spangau näher an Lobsehau gelegene Muhle verstanden zu haben, welche spater 9. Jan. 133* der Johanniter Komthur von Schöneck, Johann von Borthveld an den Deutschen Orden gesjen andere Güter ühcrlioss (Voigt. Cod. D. IL n. 143). Jedenfalls machten die Johanniter nicht wegen dieser Verleihung, sondern wegen einer von ihren Zinslentcn (Feodales) erfolgten I'ebertragung auf Vt Mk. jährlichen Zins und auf das Recht , ein Jahr um das andere auf jener Mühle frei zu malen Anspruch, gestatteten jedoch, dass Oliv« auch diese Rechte 18. Mürz 1381 mit 17 Mk. ablöste (d. in Radostow. Königsh. Privileg!).). 1348 gehören Mühle und Dorf dem Kloster. 73) Aus dem grossen Olivaer Privilegium von 1342 ergiebt sich die Identität l.angennw's mit dem jetzigen Dorfe Langenau auf der Strasse von Danzig nach Dirschau. Gransin gränzto an dasselbe, zugleich aber (vgl. die Vermessung der Grenzen zwischen Kleschka», Langenau und Gransin 3. Kehr. 1383. Cod. Oliv. f. 145) auch an (Gross?) Kleschkau und an das dem Kloster Linde zugehörige Dorf Klndau (Urk. vom 85. April 1326 act. in Clodowa. Cod. Oliv. f. 147). Schon 1348 scheint Gransin mit Langenau oder Sukzin verbunden gewe- sen zu sein. 74) Diese Bezeichnung des gewöhnlich Peter v. Neuenbürg oder Kanzler Peter genann- ten Magnaten, von welchem not. 85. ausführlich hanrlell , scheint der Chronist von der zu seiner Zeit, um 1350, in der Familie Peters üblichen Weise hergenommen zu haben. Peter v. Neuenbürg führt in den zahlreichen von ihm handelnden Urkunden nie diesen Namen ; ja in einem von ihm 85. März 1315 ausgestellten Kaufbrief kommt als Zeuge ein dominus Con- radus de Polnow vor, der dem Zusammenhange nach nur sein Vasall gewesen sein kann 700 DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND tulerunt, ratificavit et liberc possidendas confirmavit. Item absolvit nionaste— rium ab impclitione civium GedaneDsium75 pro prato, quod situm fuit interStrisz et Bealanstrugam, id est album rivum, quod pertinebat ad villnm Bisserken ipsis silentium perpetuo imponendo. Item istius regis nobilis tempore Albertus Monog1enusb [Monoculus?] rex • p. 41. Romanorutil cum valido cxprcilu Bohemiam inlravit et ad tempora" in ea stetit , sed nihil proficicns, protegente Dco pium regem, confusus' recessit non sine mullo exercitus sui damno. Dcfluxo ergo hujus regis pii et boni vitac circulo ac utroque regno lam Bolicmiac quam Poloniae laudabiliter gubernato quievit in 130&.31. joni Domino anno Domini m. oeev. xi.'1 Kai. Julii relinquens post se cum benedictione praeconium magnao laudis. Cui successit in regno filius ejus Wenceslaus tertius, qui uno solo anno post mortem patris regnavit et in Olmulz, cum esset iturus cum exercitu suo versus Cracoviam, a quodam infidel i milile suo fuit miserabiliter interemptus anno Do- n<*6. i.Ang. mini acccvi. pridic nonas Augusti. Iste ferventcr patris vestigia sequi volens omnes haeredilates jura et libertates, quas pater suus et alii prineipes niona- slerio dederant, confirmavit". (wuui.uu. Tunc Pomerani expulsis Bohemis vocavemnl unanimiter ducem Wladislaum •lifitur.) praedictum , qui reeepto homagio et fidelitatis juramento a militibus videlicet Petro de Polnow, .leskone' de Slavaf et Laurentio de Buginwalde'8« et aliis mi- ni Vgl. 6.CU2. n. e. b) B. Monorleru», C. u. D. Monodcriu. c) B. confotau*. d) fehlt in B. und dm SehriftUfrin. t) Hdwhr. Ltvkonr, in t'rkk. heiut er tteU Johann oder Jnco. f) B. »tan«, Bug. 8l»T»r. f) B. HuimukJde, C. u. D. Kuymw-ld«. (Gramer Lauenb. II. p. 17). Aus dem Geschlecht« Peters »her finde ich zuerst in einer Ur- kunde von 4 853 (g. Schlochau 18. Juni Voigt Cod.D. III. n. 76) den Sohn »des Herrn Peter K a n t z I e r s« , Peter von Polnow genannt. Vgl. unten not. 79.] 75) Die hierauf bezügliche Urkunde scheint nicht mehr vorhanden zu sein, wohl aber bezieht sich hierauf eine- Bulle Papst Bonifaz VIII. vom 43. Mai 1299 (d. Anagnie. Cod. Oliv, f. 31), welche den Bischof von Pomesanien beauftragt die Klagen Oliva s über Beschädigun- gen, welche Rath und Gemeine von Danzig an den Besitzungen des Klosters verübten , zu untersuchen. Vgl. unten n. 147. 76) d. i. Pitzkendorf, vgl. oben not. 58. 77) Diese Bestätigung der Privilegien Oliva s erfolgte Prag 19. Juli 1305. (Cod. Oliv, f. 346-334.) 78) Auch diese beiden jüngern Söhne des Grafen Swenza (not. 85) werden in keiner der zur Zeit über sie vorhandenen Urkunden vor 1307 mit dem besondern Titel, den unser Chro- nist ihnen giebt, bezeichnet ; ja selbst für die spätere Zeit ergicht sich aus dem urkundlichen Material das sichere Resultat, dass, nachdem die Markgrafen von Brandenburg 17. Juli 1307 (not. 85} dem Peter von Neuenbürg nebst seinem Vater und seinen Brüdern die Schlösser Rügenwalde, Schlawe, Polnow, Tuche! und Neuenburg als Lehne zusicherten, und der Orden sie, so weit es ihn anging , in ihrem Besitze bestätigte (vgl. die Erklärung des Hochmeisters vom 7. Juni 1313 bei Voigt Cod. D. II. n. 70) , die drei Brüder jedenfalls die Schlossgebiete von Rügenwalde, Schlawe und Neuenburg gemeinschaftlich besessen, und die einzel- nen Bruder sich hier nachweislich bis etwa 1330 nach dem gesammten Gebiete oder nach einzelnen Gebietstheiien benannten, ohne dass sie ausschliessliche Besitzer desselben gewe- sen wären. Schon 7. Juni 1304 (Barthold III. 75) verleihen sie mit ihrem Vater, einfach als Sohne Swenzas bezeichnet, ein Erbrichteramt in Neuenburg ; unter gleicher Bezeichnung 13(3 4 Dürfer an das Kloster Oliva (Cod. Oliv. f. 345), gleicher Weise verbürgt sich 17. Dec. 1305 Laurentius als »Sohn Swenzas« (Rzycz. II. a. n. 4 95) für seinen Bruder Peter. Wenn dann nach 1307 Swenza unter Zustimmung von Johann und Laurentius das Dorf Glovebanz an die Stadt Cosslin verkauft, verpflichtet er sich nachträglich auch die Bestätigung des damals gefange- nen Sohnes Peter einzuholen. Am 41. Mai 1312 fd. in Slavina bei Buchholtz Gesch. der Kur- mark Brandenburg T. V. Urk. n. 154) vollziehen die 3 Brüder gemeinschaftlich die Handfeste der neuen Stadt Rügenwalde, und in dieser nennen sie sich: Petrus dei gracia coines de Nuwenburg et dominus Joannes et Laurentius, felicis memoriae domini Suensonis filii, totius terrae Pomcraniae palatini , domini terrae Sl av i na e videlicet et Rügen waldiae. Im folgenden Jahre nennen sich die drei Brüder, nachdem sie gemeinschaftlich : als »die Sohne Swenzas« am 85. März 1313 die Dörfer Crampe und Lnbuhn, südlich von Stolp, an DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. 701 lilibus universis (lux tolius Pomeraniae proclamatur7*. Uic raonasterio Olivensi coepit esse protector et dominus gratiosus, qui omnes possessiones, jura et liber- tates monasterii non solum confirmavit8* sed et liberaliter augmentavit et ab impetitione et impugnatione , quam fecit Waysilius palatinus81* cum filiis suis *.) Codd. Pnttcnoa. ihre Vasallen Gottfried v. Bülow and Gerhard Kettelhut (Cram. Lauenb. II. 16) und 7. Juni UU (Voigt Cod. D. II. n. 70) in Marienburg die Herrschaft Neuenburg an den Orden verkauft haben, dennoch in zweien andern Urkunden: »Grafen von Neuenbürg« (nämlich am 8. Juni, w» sie dem Orden ihre noch übrigen im Ordenslande gelegenen Güter verpfänden, Voigt Cod. D. II. n. 71, Comites de Newenburg, und 9. Octbr. , ebendaselbst n. 69, als Zeugen in dem Grenzvertrage zwischen Brandenburg und dem Orden : Petrus, Jasco et Laurencius ger- mani, dicti de Nuwcnborch). Im Besondern aber nennt sich Johann auf dem allein von ihm an der Urkunde vom 8. Juni aufbehaltenen Siegel: Johann deRuigenwait (nicht von Slawe, wie unser Chronist will). In gleicher Weise zeichnen 4 317 nach dem Tode des Laurentius in einer für dessen Seelenheil vollzogenen Vergabung des Dorfes Dnmmaslovitz bei RUgenwalde (das sie 15. Juni 1315 von ihrem Vasallen Otto v. Elnitz gegen das Dorf Bangschin bei Danzig eingelauscht hatten Voigt. Cod. I). V. 1) an das Kloster Bukow die beiden andern Brüder: Petrus de Nuwenborch und Jesco , Gebrudere , Herren zu Schiowe und Rügenwalde (v. Oel- richs Verzeichn. sub a.). Der Umstand, das* .1317 ein Jasco von Schlawe allein der Stadt Schlawe Stadtrecht ertheilt (vgl. Barthold III. 157) und 1320 Peter von Neuenburg allein das Dorf Bantow bei RUgenwalde von den Johannitern in Schlawe kauft (v. Oelrichs Ver- zeichn. s. a.) bringt zwar auf die Vermuthung, dass um jene Zeit eine Theilung des Erb- gutes stattgefunden habe ; allein, wenn auch eine theilweise Auseinandersetzung damals er- folgt zusein scheint, zu einer vollständigen Theilung kann es jedenfalls nicht gekommen sein, da die beiden Brüder, welche sich 10. Nov. 1320 in Coszlin als Schiedsrichter in einem Streite des Klosters Pölplin mit einigen Edclleuten (Königsb. Arch. LIX. 32) als : Petrus railes de Nuwenborch und Jaaco miles de Slawe na zeichnen, im Jahre 1821 wieder als »Petrus vonNuenburg und Jasco, Gebrüdere « gemeinschaftlich der Stadl Colberg Zollfreiheit in ihren RUgenw aldischen und Slawischen Distrikten verleihen (v. Oelrichs Verzeichn. sub a.) und wiederum in einer andern Urkunde desselben Jahres bezeugen, dass sie beide die vom. Bi- schof von Camin gekauften Dörfer Sukow und Zerawe an ihren Brudersohn Jasco von Schlawe verkauft haben ; es führen somit Oheim und Neffe (augenscheinlich der Sohn des Laurentius) von demselben Besitzthum den Namen. Ebenderselbe Neffe erscheint nun deut- lich 1324 in einem Vergleiche, den die Stadt Rügenwalde und ihres Herren Jasco's Vor- mund, Peter von Neuenburg mit Bukow absctiliessen (v. Oelrichs Verzeichn. s. o.) als Herr von RUgenwalde, wahrend er ebenso deutlich in den Jahren 1 329 und 1 830 in mehreren Urkunden sich selbst Herrn v. Slawe und seinen Oheim Johann Herrn von Rügenwalde nennt (1329 23. Juli verpfändet in Marienburg «Jescho, Comes de Slava cum patruo Je- schone dotnino et herede in Rugcnwald« die Güter Crampe und Labune an den Orden, Cra- mer Gesch. von Lauenb. u. Bütow. II. p. 17 ; 1330 stellt in Schlawe »Jescho miles de Slawna« in Betreff einer Schenkung seines Oheims an Oliva ein Zeugnissaus. Cod. Oliv. 207. Vgl. ferner die Urkunde vom 19. Nov. 1329 bei Cramer II. p. 14 und vom 23. Febr. 1330 im Cod. Oliv. f. 217). Um 1330 schienen die 8 Linien der Swenzas, die Herren von Polnow, Schlawe und RUgenwalde jede mit ihrem eigenen Besitzlhumc neben einander bestan- den zu haben, was unsern Chronisten zu seinem lrrtbume veranlasst. Einen Peter v. Polnow habe ich oben n. 75 nachgewiesen; ein Jasco Herr zu »Ruwewalde« verkauft 6. Dec. 1347 (Cramer II. p. 18) Crampo und Labune an den Orden ; endlich übertragen in einer Urkunde des Jahres 1354 (bei Bagmihl Pomm. Wappenbuch. I. p. 7) Peter und Lorenz, Herren von Schlawe, Jasco, Herr von RUgenwalde, Carl v. Massow , Abraham v. Palow, und Hen- ning v. Below der Stadt Schlawe den Besitz des Dorfes Swenlzenhagcn. Die weitere Verfolgung der Schicksale dieses bedeutenden Geschlechtes müssen wir den Pommerischen Geschichtsforschern überlassen. 79) Wenige Monate nach dem Tode Wenzcl's III. finden wir Herzog Wladyslav Lokietck in der Woche nach dem 28. Nov. (Dziat. LiU. II. p. 96) 1306 im Kloster Bissow. Hier »an den Grenzen Pommerns« kam nach dem Zeugnisse seines Begleiters, des Domherrn Petrus von Leslau (Beil. V. A. Zeuge 21 ) die Ostpommerische Ritterschaft zur Huldigung ihm entgegen. Am 17. December 1306 ist Wladyslav in Danzig, wo er die Anklagen des Bischofs Gervard von Leslau gegen Peter von Neuenburg durch Polnische Schiedsrichter untersuchen ließ« und auf Grund der Untersuchung den Angeklagten zu einer Zahlung von 2000 Mk. verur- theilte (Rzycz. 11. n. 195). Dass diese Besetzung Oslpoinmerns keinesweges auf friedlichem Wege vor sich ging, darauf deutet schon diese Behandlung des bisher so mächtigen »Kanz- lers« Peter, noch bestimmter die oben not. 73 erwähnte gelegentliche Mittheilung des Ritter« Heinrich von Schwarosin von dem Kampfe vor Dirschau im September 1306, in welchem sein Bruder durch den Wurf einer Schleudermaschine gotödtet wurde. 80) Diese Bestätigung Wladyslav s war schon 1. Mai 1299 (Cod. Oliv. 315 u. 320) erfolgt. 81) Eine Zusammenstellung der in den bis jetzt bekannt gewordenen Ostpommeri- schen Urkunden vorkommenden Beamten und Magnaten des Landes gewährt das interessante Digitized by Google die Altere chronik von oliva und motiasterio pro Kndeslow"**, visis et auditis privilegiis, monasterium überall. in*, ipsos abjudicando et silentium eis perpeluo imponendo anno Domini «ccncw. l'ostquam autem disposuerat de munitionibus terrae pro suo beneplacito p. 42. voluntatis8*, cum Cracoviam redirc vellet, mo'nucrant eum pro quadaro pecunia* ») CkI.I. lUdetcow. b) Codd. MCCIX ; die erwähnte Entscheidung i«t jedoch I2M In die transUt. Befle- dicti (Cod. OtW. f. 12«) »bjnchloMcn. « Resultat, dass man die wichtigsten Aeruter in den Händen weniger meist eingeborenen Fa- milien, die auch durch ihren ausgedehnten Grundbesitz eine hervorragende Stellung einneh- men, vereinigt tindet. Zu diesen gehurt insbesondere die Familie Waysil. Seit etwa 4 4t* traten aus seiner Familie 3 Mitglieder hervor, die drei Brüder Waysil, Glabuna and Rad i k , in der Dirschauor Gegend ansässig, wo sie 4 474 Pülplin, ihr gemeinschaftliches Be- sitzthum, an Herzog Meslwin für da« hieher zu verlegende Kloster {vgl. unten Chron. Vit; abtreten. Graf Waysil 1267 im Danziger Palatinate im Besitze des Schenkamtes, verwaltet nachweislich vom September 1473 bis October 4276 das Palatinal Schweiz, 117« und 1*77 und Januar 1878 das von Dirschau. und in den Jahren 1479, iO, 81— 85 das von Danzig. Seit- dem scheint er aus der öffentlichen Wirksamkeit getreten zu sein, und wenn er 4 4*8 palaUn von Hirschau (Cod. Oliv. f. 130, genannt wird, so scheint man ihn nur mit Rücksiebt auf seine Vergangenheit so genannt zu haben. Sein Sohn Üy wan fallt bei Herzog Mestwin, der ihm das Dorf Wi tomin bei Danzig verliehen hatte, in tngnade ; des Hochverrathes überführt wird er um 1i»4 durch das Gericht der Barone alles Rechtes über sein Eigenthum be- raubt. Iii der L'rk. d. in Swecze 1194 im Danziger kotuthureibuch n. 98 stehen die schwer verständlichen Worte : et quia idemDywanus erga nos in manifesta traditione repertus fuerat et prohatus, extunc per tolius prineipes Polonie iudiciumque barpnum ab omni iurisdieüooe patronalus ; patrimonii f], quod sub nostro dominio possedit vel habere potuit, in perpetuura e*t privalus. . Dennoch tritt schon nach einigen Jahren der Sohn Dywan's, Ramota, als ein ange- sehener Magnat hervor, der im Aug. 1305 das Untcr-kammererainl in Dirschau verwaltet (Dre- ger Abi»chr. p. 194 und 19* und am 17.Dcc 1306 mit andern Rittern für Peter von Neuenbürg Bürgschaft leistet (Rzycz. U.a. n. 495). Auch Glabuna, Waysil s Bruder, der 4 467 als Ritter am Hofe Warlisluf s II. von Danzig lebt (Voigt Cod. D. I. n. 153), folgt 1471 seinem Bruder im Schenkamte, das er bis 4483, wie es scheint, seinem Todesjahre beibehielt. Jedenfalls be- schenkte Herzog Mestwin seinen Sohn Petrus wegen der Verdienste des VatcnH 484 (Königs». Gross. Privilegienb., mit 6 Dorfern, zweien im Putziger, zweien im Danziger, einem im Dirschauer und einem im Slolpischen Gebiet. Auch er wohnt 1305 im Dirschauer Gebiet, wo er ;act. in Dcrsovia 29. Mai. Cod. Oliv. f. 4 83, vom Kloster Oliva in einem Grenzstreite zum .Schiedsrichter gewühlt wird. Auch der dritte Bruder, Radik, 1471 und 4473 Ritter am Hofe Mestwin 's folgt dem Glabuna 1484 im Schcnkamtc. Herrn Dr. Klempin verdanke ich die in- teressante Notiz, dass Abkömmlinge dieser Familie Jacobus et Waisil, »fratres dicti Dywan« und »Nicolaus et Glabune dcGolcwiz« 1378 als Vasallen des Bischofs von Pomesanien auf diesem Gebiete wohnen. 84) Die Chronik drückt sich hierüber ungenau aus. Der Streit betraf nicht Radostow, sondern das mit demselben enge verbundene Klosterdorf Ray kow (oben not. 37 u. 38', dessen sich in den letzten Jahren Mestwin § D\ wan, der Sohn des Pnlatins Waysil (not. 84) mit Gewalt bemächtigt halte. Obgleich ein vom Könige Prcmyslav II. 45. Aug. 1495 nach Gnesen be- rufenes Gericht der Polnischen Ritterschaft das Recht Oliva's anerknnnt, und der Konig es am 49. Oct. 1495 (d. in civitate Gdanczk. Cod. Oliv. f. 310—44; bestätigt hatte, so behaup- tete sich dennoch noch 1498 Dywan's Sohn Ramota, unterstützt von seinem Grossvater Way- sil, gestutzt auf einen angeblichen Verlcihungsbrier Mestwin 's II. im Besitze des Dorfes Da nahm sich nun Herzog Wladyslav des Klosters an, indem er 48. Juni in der S. Calhannen- kirclie zu Danzig, wohiu er beide Parteien beschied, dem Kloster das Dorf zusprach und eine darauf bezügliche Urkunde ausfertigte (d. Gdanczk. Cod. Oliv. f. 130) ; überdies stellten der Ffarrherr Hermann und die Ruthmannn von Danzig 16. April (Cod. oliv. f. 148; and die kö- niglichen Richter II. Juli 1498 (d. in Swecze. Cod. Oliv. f. 149) Zeugnisse Uber den Verlauf der Sache au». 83) Der Sinn ist : er besetzte die Burgen dos Landes mit Befehlshabern nach seinemGut- dünken ; uud zwar verfugt«? er darüber, wenigstens thcilweise nach dem Berichte des Kel- lermeisters von l.ukno, auf der Rückreise aus Pommern in jenem Kloster (Beil. V. B. Z. 94;. Die wichtigste Veränderung bestand darin, dass (Beil. V. A. Z. 44) Peter von Neuenburg (not. 85) seines Amtes entsetzt ward, au dessen Stelle die Herzoge Kasimir und PremysJav von kujawien Uber die Gebiete vou Dirschau und Schweiz die Verwaltung erhielteu Im Pa- latmale Danzig übte Swenza wenigstens 1. Jan. 1307 noch die oberste Gewalt (Cod. Oliv, f. 1*4), spater halte sie Bogussa als Statthalter ione (Beil. V. B. Z. 9). Als Kriegsbefehlshaher setzten Wladyslav oder seine Statthalter über die Burg Danzig (Beil. V. A. Z. 1, 9 , B. Z 411. den alten Danziger Kastellan Albert, den Kastellan von Putzig Woyslav, und den Pol- nischen Kastellan von Chelm, Stephauus ; über die Burg von Dirschau deu Polen Swentostav, Neffen des Bischofs Gerward von l.esiau, Bruder des Dekans von Leslau, Mathias (ebend. A. Z. 7. B. Z. 413) und des Sbilulh, Kastellans von Nakel im J. 1839 (ebend. B. Z. 64) ; über die Burg von Schweiz die Kastellane Boguroil, Bruder des Bischofs Florian vonPlock (ebend. Digitized by Google DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. 703 summa, quam oxpenderanl dominus Swentza palalinus8' et filii ejus memorati eo tempore, quo Pomerania principe deslitula erat, et ipsi terram gubernaveranl universam, quam cum dux Wladislaus eisk solverc recusaret, ipsi cum aliis a) fehlt in B. A. Z. 2. 4. B. Z. 78. 115) und Michael (ebend. A. Z. 24). Da Herzog Wladyslav am 10. Mai 1307 (Rzyez. II. a. p. 180) eine Urkunde in Krakau unterzeichnet, so kann er sich nur zwi- schen Decomber 1306 und Anfang Mai 1307 in Ostpommern aufgehalten haben. 84) Die Familie der Swenza's macht sich zuerst im Gebiet« von Stolpe bemerk lieh, wo seit 4274 (wenn nicht schon der Svcntza von Schlawe, welcher 1259 Unter -Truchsess von Stolpe genannt wird, hierher zu ziehen ist. Vgl. Pommerell. Stud. S. 54) zwei Brüder Sw enza und Laurentius im Dienste der Oslpommerischen Herzoge hervortreten. Der jüngere Laurentius 44. Mai 4275 am Hofe Mestwiu's in Stolpe, wird seit 4284 Öfters Unterkamme- rer, seit 1386 bis 1290 in der Regel Kastellan von Stolpe genannt und verschwindet seit dem 4. Juni 4 299 in den urkundlichen Berichten. 4 306 47. Dec. erseheint Swenza, der Sohn des Laurentius, als Bürge für seinen Vetter Peter von Neuenbürg"; es wird wohl derselbe Swenza sein, welcher neben deu drei Vetlern von Neuenburg 9. Oct. 4 343 den Grenzvertrag der Brandenburger mit dem Deutschen Orden als Zeuge unterzeichnet (Riedel C. D. II. 4. n. 435); auch der Herr Swenza und dessen Bruder Chozymir, welche Herr Jesco von Schlawe 4 930 (Cod. Oliv. f. 207) als seine palrui bezeichnet, können fuglich nur Söhne jenes Lauren- tius gewesen sein. Ein Sohn des Swenza, Laurentius ist 23. Juni 4 335 Zeuge eines richter- lichen Aktes in Bütow (Cod. Oliv. f. 218). Da dieser Chozymir wiederholentlich in Urkunden von 1 329 und 1 335 Ritter von Tu c h o tu genannt wird, so darf man für sehr wahrscheinlich annehmen, dass jenes Geschlecht der Swentaeu, welchen Markgraf Waldemar 22. Aug. 134 5 (Cod. Oliv. f. 205) als seinen Vasallen die Besitzungen, die sie vor seiuer Besitznahme Ost- poinmerus inne gehabt hatten, und insbesondre die Dorfer von Tuchom bestätigt, die Nach- kommen jenes Laurentius seien. Der altere Bruder des Laurentius, Swenza, ist im Marz 1274 Untorkammercr von Stolpe, 4275—4285 (mit einigen Unterbrechungen, die vielleicht in Unrichtigkeiten unsrer Urkunden ihre Erklärung linden) Kastellan von Stolpe, seit 4 286 aber (und vielleicht schon für kürzere Zeiten in den Jahron 1274, 4284 und 4284; bis Januar 4307 Palati n ; und zwar nennt er sich in der Regel Palaliu von Da n zig, zuweilen (z. R. Aur. 4 288, Octob. 4 290) von Stolpe, zuweilen von Stolpe und Danzig, zuweilen Pabilin schlechthin, und in deu letzten Jahren unter den Böhmischen honigen seil 1301 meistens Palatinus Pomoranie. Seine Guter lagen in dor Gegend von Cos/.lin, aber auch im Gebiete von Danzig, wo er Langenau und Gransin 4103 (oben n. 66) an Oliva verschenkt, und unter andern Bungschin (»Bandyzio« Voigt Cod. D. V. n. 4) besitzt. Von Konig Wenzel III. 1305 nebst seinem Sohn Peter zu Statt- haltern (Capitanei) von Pommern ernannt, verbleibt er auch nach dor Rückkehr Herzogs Wladyslav s, selbst nachdem dieser seinen Sohn Peter 4 7. Decemb. 4 306 seine Ungnade hatte 'fühlen lassen, in seinem Amte als Palalin und vollzieht als solcher 4. Jan. 4307 eine Amts- handlung (Cod. Oliv. 142). Dass ihn Wladyslav habe gefangen nehmen lassen, berichtet kein Zeitgenosse, von denen mehrere vielmehr ausdrücklich nur seinen Sohn Peter als den Unter- händler mit den Markgrafen und als denjenigen nennen, welcher nach Polen abgeführt wurde, was auch durch den Vertrag des Markgrafen mit dem letztem vom 4 8. Juli 4 807 (Bnrtbold, Gesch. Purum. III. 84) bestätigt wird. Auch scheint Swenza bald nach diesen Begebenhei- ten, nachdem er nach der Katastrophe seines Sohnes nach seinen Slolpischcn Besitzungen gellohon war und hier, »vonGoltcsGnadcnGraf-Palntin von Pommern« wahrend der Gefan- genschaft des Sohnes der Stadt Coszlin 24. Febr. 1308 das Dorf Glovcbauz verkauft hatte (Meine Abschrift des im Cüszliticr Stadt-Archive befindlichen Originales giebt das Datum : d. in vigilia cathedre Petri, X. Kai. Julii. Da diose beiden Angaben unvereinbar sind, so habo ich unbedenklich angenommen, dass Julii für Martins verschrieben sei) und darauf 23. Auv*. 4 308 (Barthold III. 86) am See Golub im Braudenburgiscben Lager bei einer Besteigung der Güter von Bukow als Zeuge zugegen gewoson, gestorben zu sein ; wenigstens werden schon 21. Mai 4312 in der Stiftungsurkundo von Rügenwiildc die Aussteller »felicis meinorie domiui Suensonis filii« genannt. Die Zeitgenossen schildern ihn als einen Polen der SiUe und Sprache nach, wie er sich denu auch (in Urkunden) bisweilen Pan nennt und eine seiner Tochter an den Unterkammcrer von Dohr in verheiralhete, deren Sohn, der Kastellan Peter v. Radzin 1830 über den Grossvaler Zeugnis» ablegte (Beil. V . B., Z. 71). Von Swenzas drei Söhnen, Peter, Johann und Laurentius gelangte vor 1309 nur sein äl- tester Sohn Peter zu namhaftem Ansehn. Dieser hat anscheinend seine politische l.aufhahn im Dienste des Herzogs Wladyslav I.okietek, jedenfalls als Geistlicher begonnen. Bei den öffentlichen Akten, welche dieser Herzog im Frühjahre 4 299 wahrend seines Aufenthal- tes in Danzig vollzieht, fuugirt überall ein Geistlicher, »Herr Petrus, Propst von Kaiisch,« mit dem Titel eines »Kanzlers von Pommern« (in den Urkunden vom 30. April nnd 1. Mai 1299, Cod. Oliv. f. 422 und f. 315, heisst er: Dominus Petrus, prepositus Kalisiensi« et cancellarius Pomoranie; iu der vom 4. Juni im Jahrcsber. der Pommerisch. Gesellseh. 4 859. S. 47, dominus Petrus, canceUarius Pomcranie). In einer kurzlich erst bekannt ge- wordenen, in Preuss Dirschaus historischen Denkwürdigkeiten S. 62 abgedruckten, Urkunde Digitized by Google 704 die Altere chronik von oliva und plurimis militibus Marchioncm de Brandeburg' dominum Woldemirum vocare— runt ad suscipiendum ducntum Pomeraniae. Qui missis suis militibus civitatem a) C. u. D. Bnndcobarf . desselben Fürsten vom 29. April 1 S99 wird nun dieser »Herr Petras, Propst von Kaiisch« ausdrucklich als der Sohn des Grafen Swcnza (»presentibus hiis : domino Petro.fi- lio comitt.o Swcnce.prepositoKalisiensi« etc.) bezeichnet. Aber dieser Kanzler Petrus muss kurze Zeil darauf sowohl den geistlichen Stand als auch den Dienst des Polni- schen Herzogs aufgegeben haben. Denn schon im Juni 1304 ist er ein weltlicher Lehnsmann im Dienste Konig Wenzels II. von Böhmen, und wenige Jahre darauf ist auch von seiner Hei- rath mit der Tochter des Theodorich Spaczmann die Rede, zu deren Brautschatz König Wen- zel «00 Mark beizutragen sich verpflichtete. König Wenzel III. erfüllte 19. Juli OOS dieses Versprechen, welchem nachzukommen der Vater durch den Tod verhindert worden war, in- dem er die Dörfer Sroczko, Rossino und Stohno im Schweizer Gebiet an Peter verpfändete (d. Präge. Königs!». Privilegienb.). Dans jener Kanzler aber mit diesem Ritter Peter, bald Grafen von Neuenburg eine und dieselbe Person sei, dafür bürgt der Umstand, dass Peter von Neuenburg auch spater, schon 7. Juni 4302 (Barthold III. 75) »Peter der Kanzler« sich selbst nennt und von andern (Beil. V. B. Z. 8, 50), selbst nach seinem Tode (oben not 74) so genannt wird, die Würde eines Kanzlers aber in dieser Zeit einen Geistlichen als Inhaber voraussetzte, wie denn insbesondere am herzoglichen Hofe in Danzig die Geschäfte eines Kanzlers schon unter Swnntopolk von dem Pfarrherrn von Danzig, der unter Mestwio II. auch den Titel Kanzler führte, spater 1394 — 1298 von einem »Dominus Tomislaus,« der sich Sub- cancellnrius Pomeraniae nennt, verwaltet wurde. Jedenfalls erfreute sich Peter der Kanzler der besondern Gunst der beiden Böhmischen Herrscher, besonders Wenzels III., unter wel- chem er seit 1 305 mit seinem Vater die Statthalterwürde in Ostpommern verwaltet. Schon «8. Juni 430t verleiht ihm Wenzel II. (d. Brünn. Voigt C. D. II. n. 89) zu Lehnsdienst die Dörfer Sbislaw ij. Gross-Bislaw) und Cekctno (j. Cekzyn) in der Schweizer Kastellanei und dazu die Stadt Neuenburg mit dem Dorfe Canechicz mit einem Bezirke von zwei Meilen auf- wärts und zwei Meilen abwärts der Weichsel, insoweit er der Landesherrschaft zugehört, samt dem Vorkaufsrechte für alle Enklaven und andere ausgedehnten Freiheiten. Derselbe König verlieh ihm den Ort Stargard (Voigt C. D. II. n. 49) ; 1307 befand sich seine Familie im Lehnsbesitze der Schlösser RUgenwaldc, Schlawe, Polnow, Tuchel und Neuenburg (Barth. III. 84). Diese Erwerbungen wurden ihm nicht ohne Verletzung einheimischer Magnaten, auf deren Kosten sie erfolgten, zu Theil und erweckten ihm machtige Feinde. Im Palatinate von Schwetz war bisdahin die des Grafen Paulus die angesehenste und, wie es scheint, be- güterteste. Paulus selbst 4 260 und 4*64 Unterkammerer, 4 273-4284 (mit Unterbrechung ei- niger Jahre, in denen er Palatin genannt wird) Kastellan und von 4285 bisOctober4t97 nach- weislich Palatin dieses Gebietes, scheint bald daraufsein Amt verloren zu haben (24. Febr. 4 309 wird seiner als eines Verstorbenen gedacht. OPiüsid. Areh. in Posen). Von seinen drei Söhnen ist der eine Stanislaus (294 — 4295 nachweislich Kastellan von Schweiz; im April 4 305 aber jedenfalls nicht mehr in öffentlichem Amte (Königsb. Archiv Schbl. LIX. 24) lebt er 4308 und 4309 l'rk. d. Byssovia vom 46. Nov. 4308 und 24. Febr. 4309 im OPrasid. Ar- chiv, in Posen) nebst seinem Bruder, dem Grafen Hugo zurückgezogen auf Ganscbe in der Nähe der Klostergüter von Byssow. Ein dritter Bruder, Adam, 4 290 Kastellan voo Neuen- burg und damals der Gunst Herzog Mestwin's sich erfreuend, der ihm 24. April 4290 das Dorf Mylve und die zum Schlosse Neuenburg gehörenden Wiesen schenkte (d. Schweiz. Dreg. Abschr. der 4 0. kleinen Handfestenb. in Königsb. p. 976}, wurde angeblich wegen Un- treue gegen König Wenzel seines Besitzthums Stargard beraubt, damit Peter von Neuenburg es erhalte (Urk. d. Präge 49. Juli 4 305. Voigt. Cod. D. II. n. 49). Den Bezirk um Neuenburg erhalt Peter, nachdem der bisherige Besitzer, Lexic, ein Schwiegersohn (gener) des Bischofs Gerward von Lcslau (Beil. V. B. Z. 4 2) demselben, schwerlich freiwillig, entsagt hatte (Voigt Cod. D. II. n. 39), wie denn auch Rügenwalde sich noch 4. April 1304 in den Händen eines gewissen Paulus befand (Fabric. Lrk. von Rügen II. n. 294). Andererseits lebte Peter mit dem Deutschen Orden in gutem Einvernehmen, dem er mit Wenzels III. Zustimmung zur Bestreitung der Verwaltungskostcn den Ort Stargard 4 305, später, nach dem Tode desselben in neuer Gcldnoth das Gut Nivadowe verkauft (Voigt. Cod. D. II. n. 52). Sobald die Regie- rung sich ändert und Wladislav Ende 4 306 in Ostpommern die Herrschaft wieder erlangt hat, erhebt sich gegen Peter als ein erbitterter Gegner Bischof Gervard von Leslau und klagt in Danzig vor dem Herzoge 4 7. Dcc. den Grafen schwerer Beschädigungen und Belei- digungen an {•innunierabilcm querimoniam — pro dampnis et injuriis sibi illatis«) ; die voo beiden Parteien erwählten Schiedsrichter erklären Peter für schuldig und vcrurtheilcn ihn zur Zahlung von 2000 Mk. Entscbadigun^sgcldern, für deren Entrichtung er selbst sein Gut Sroczk [Syrock im Schweizer Gebiete] zum Pfände setzt, der Herzog selbst und sechs Pom- merische Magnaten, jeder mit einer bestimmten Summe, sich verbürgten (Rzyrx. IL a. n. 496). Die Swcnza's scheinen schon damals ihre Gegenforderung vorbereitet zu haben ; in dem Verkaufsvertragc von Nivadowe an den Deutschen Orden (Voigt C. D. II. n. 52) spre- chen Vater und Sohn von den schweren Opfern, die sie als Verwalter Pommerns unter Kö- nig Wenzel III. und nach dessen Tode zur Bestreitung der Bedürfnisse des Landes aus ihrem Vermögen brachten. Es Iflast sich denken, dass wenn sie diese Forderungen dem Herzoge Digitized by Google DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. 705 Gedanensem tenuit cum auxilio civium et militum praediclorum. El fuiUquoti- dianus conflictus et altercatio inter milites inclusos in Castro videlicet Woycech85, bei seiner Abreise nach Krakau, etwa in Lukno, vorlegten, sie ihn wenig geneigt fanden, Geldsummen, die zum Besten seiner Feinde verwandt waren, zu vergütigen, die Swenza's aber, zumal nachdem ihre Schlösser neuen Polnischen Kastellanen übertragen worden, dazu angetrieben wurden, bei den Markgrafen von Brandenburg, welchen Wenzel III. schon 8. Aug. 4305 (Luc. Dav. VI. 70. unten not. 94) Ostpommern abgetreten hatte, Beistand zu suchen. Doch ist es auch jetzt Peter, nicht sein Vater Swenza, der sich nicht nur weigerte, seine Schlösser herauszugeben (Beil. V. B. Z. 4 07), sondern auch den Akt des Verraths begeht ; mit ihm schliessen die Markgrafen, die schon im Marz 1306 (Barth. III. 81. not. 4) in das Gebiet von Stolp eingedrungen sind, am 17. Juli 1807 einen Vertrag, in welchem sie, von jenem als die gesetzlichen Herrscher Ostpommerns anerkannt, ihn und seine Verwandten im Besitze der Kastellanei von Stolp bestätigten, die ihnen nur gegen [eine jahrliche Geld- entschudigung vom Landesherrn abgenommen werden sollte, und überdies als Lehnsinhaber der Schlösser RUgenwalde, Schlawe, Polnow, Tuchel und Neuenburg anerkannten, so je- doch, dass diejenigen, denen Peter vor dieser Zeit Güter verliehen hatte, den Markgrafen lehnspflichtig werden sollten. (Die diesen Vertrag enthaltende Urkunde ist uns nur im Aus- zuge in Schwartz Versuch einer Pomm. Lehnshistorio S. 268. n. aufbewahrt.) Peter selbst befand sich zur Zeit, wo dieser Vertrag ausgefertigt wurde, noch in Neuenbürg, anscheinend in vollem Besitze der Gewalt, da er von hier aus 81. Juli dem Heinrich von Lomnitz das Dorf Frantz (wohl Fronza?) verlieh (Drcg. Abschr. der kleinen Hdfestenb. in Königsb. p. 977). Khe er jedoch sich mit den Brandenburgern vereinigen konnte, ward sein Plan entdeckt, er selbst gefangen genommen und von dem Palatin [Bronisius?] von Kujawien (Beil. V. B. Z. 41) nach Breese geführt, wo er »lange Zeit« im Gefangniss verblieb (Eb. B. Z. 2). Erst nach dem Abschluss des Friedens, jedenfalls seit 9. Sept. 1810 (Ried. C. D. II. 4. n. 880) ist er wieder frei. Seitdem lebt er im öffentlichen Dienste der Beherrscher des Stolpischen Gebietes, des Markgrafen Waldemar und nachweislich seit 1820 des Herzogs Wartislaf IV. von Wolgast. In des erstem Begleitung befindet er sich, als derselbe 9. Sept. 4 810 in Krempzov der Stadt Stolp Stadtrecht verleiht (Riedel Cod. D. II. 4. n. 380), am 22. Aug. 1315 in Tantow den Vettern Peters aus dem Hause des Laurentius ihren alten Besitz bestätigt und 14. Nov. 1845 bei »Zweiraden« das Land Bernstein an Herzog Otto von Stettin abtritt (Barth. III. 4 53) ; dem neuen Herrscher Wartislaf steht er zur Seite, als derselbe 4. Juli 4 820 am Flusse Leba mit dem Bischof von Kamin und dem Landmeister Friedrich von Wildenberg ein Bündniss gegen Polen abschliesst (Voigt Cod. D. II. n. 98), und verbürgt sich 29. Sept. 4323 in Schwetz nebst andern Vasallen desselben für die Aufrechthaltung des Friedens zwischen Pommern und dem Orden (Ebendas. II. n. 4 45). Auch vermittelt er selbständig 27. Juli 4349 einen Frieden zwischen den Brüdern Lestko und Premyslav von Kujawien (eine Urkunde dieses Inhalts d. in villa Kinsdorf soll stehen bei Stronczynski Wzory pism dawnych n. 27). In sei- nen Privatverhaltnissen leitet er, seitdem Neuenburg 7. Juni 4 313 an den Orden abgetreten ist, die Verwaltung des Slawischen und RUgenwaldischen Gebietes in Verbindung mit seinen Brüdern und deren Nachkommen (oben not. 79) ; das Tucheische Gebiet dagegen, welches er, nachdem es 8. Juni 4843 (Voigt Cod. D. II. n. 71) an den Orden verpfändet worden, bis 4 820 wieder eingelöst haben muss, scheint er sich allein vorbehalten zu haben. Hier finden wir ihn Pfingsten 4 820 und 4. Nov. 4 325, einen Kastellan (»Burggraf«) zur Seite, Landstücke im Dorfe Raczans zum Anbau vertheilend (Benwilz Korathurei Schlochau S. 8). Nach dein 4. Nov. 4 325 vermisse ich jede weitere Spur desselben und seiner Nachkommen, bis 48. Juni 4 352 »hern Peter s Kentczelers son« Peter von Polnow in Schlochau dem Hochmeister sein ganzes »väterliches Erbe des Landes Tuchel« abtritt (Voigt Cod. D. III. n. 75). 85) Woycech d. h. Albert gehört gleichfalls den bedeutenden Magnatenfamilicn Ost- pommerns und zwar des Danziger Palatinates an. Graf oder Pan Albert wird in den Jahren 4261, 4267, 4 268 und 4274 Richter (Judex), seit 4273 in der Regel Kastellan, aber auch Kastellan und Richter, hin und wieder auch deutsch »Burggraf« genannt, und ist in diesem Amte bis zum October 4294, somit bis zum Lebensende Herzog Mestwin's II. zu verfolgen, zu dem er nebst seinem Bruder in sehr naher Beziehung gestanden haben muss, da nicht leicht ein Willensakt des Herzogs vorkommt, zu dem die Brüder nicht als Zeugen hinzuge- zogen wären. Nach Mestwins Tode scheint er aus seinem Amte verdrangt worden zu sein, da andere es inne haben (4297. 2. Jan. sein Bruder Unislav. Cod. Oliv. f. 24 3, 4 302, 28. Dec. Peter Wost), wird aber von dem 4 806 zurückgekehrten Herzog Wladyslav, wie die Zeugen richtig bemerken, wieder eingesetzt; schon am 4. Jan. 4 807 nennt er sich wieder Danziger Kastellan (Cod. Oliv. 4 42), besteht als solcher die Belagerung von Danzig und befindet sich nach derselben 48. Febr. 4 340 nebst Bogussa, demnach wahrscheinlich als Gefangener, in Marienburg, wo er beim Verkauf der Stammgüter seines verstorbenen Bruders als Zeuge anwesend ist (Voigt Cod. D. II. n. 62). Auch unter der Ordensherrschaft behält er den Titel : Kastellan von Danzig bei und überlassl als solcher 4. Mai 4 34 4 in Danzig, mit Zustimmung seiner Söhne und Erben das Gut Wytlen a (j* Borgfeld) nebst den an der Motlau gelegenen Wiesen, das er »de dono et gratia dominorum« besitzt, einem Tideman Sevelt (Danziger Komlhureib. f. 42). — Sein Bruder Unislav oder Wenzel, seit 1268 Unterkammerer im Danziger Palati na te, zwischen ein auch öfters Kümmerer genannt, bleibt in diesem Amte un- unterbrochen mindestens bis zum August 4 296 ; 4 297. 2. Jan. erscheint er dann noch einmal in Script» r. F. I. 45 Digitized by Google 706 DIE ALTERE CHRONIK VON OLIVA UND (w!rVtn p^^oyslav88 et Boguzam87', qui tenebanl Castrum ad wanuui ducis WladisJai ex menniun ro- una parte, et tuulta spolia et mala fiebanl in terra propter principuni discordiam """"'et unicamb milituin terrae scissionem. Tandem inclusi in caslro videntes se non •\ Codd. Bofuxin. b) 1 viril, m Inen : unhrerwni. einem öffentlichen Akte als Kastellan von Danzig und schein l bald darauf gestorten zu sein. Seine tieiden Sühne, Jacob und Jubann, erlangen darauf Aemter im Dirschauer Gebiete , Ja- cob, welcher 17. Dec. 006 unter den Bürgen Peters von Neuenburg geaaant wird, tat um jene Zeit Kastellan, sein Bruder Johann 4108 Unterkämmerer iu Dirschau, letzterer, wie e» scheint, ein Anhänger dar Polen und Begleiter Rugussa's, als dieser wäbreud der Belrtgeruu,: Danzig's die Reise nach Krakau unternahm (Rzyez. 11. a. n. *04). Auch sie befinde* «ich 4 810 in Marienburg, wo sie 48. Kohr. 0 Dürfer im Danziger Werder, Osyze (Wneeitz), Souewe (Schönau), lithatino (Trutenau), OUslave (Wotzlaf), Wislina (Wesbnkee), Bistra jura, übertates, possessiones, quas ex donatione antiquorum regum et prineipum monasterium fuit consecutum **, et ») C. n. D. Wyte«. b) B d) C. «. D. Lodotleut. •«) f ') Die««- r&nte dort : «t quod aoam iafelicxm U.~i, »nt* r»p*n, «1 M Hc f) Codi. 85) Oer Sinn dieser Worte ist ofToabar dieser: »Ungefähr um dieselbe JahreszeiPerütl da« christliche Ordensland 36 Jahre später ein erstaunliches Unglück durch die' Li Ubauer«. D«r Einfall Witen» in Prcussen erfolgte nach Dusburgill. c. »4 0 um Ostern 434 4 ; die Schlacht, welche ihn zur Flucht nothigte , ward am 7. April geliefert. 36 Jahre später betraten die Lilthauer, wie unser Chronist unten p. 63 und noch umständlicher Wigand erzählen, da* Preussische Gebiet und zwar am 2S. Februar die Rastcnburger Gegend, von wo aus sie ihre Verwüstungen eine lungere Zeil hindurch fortsetzten. Letzleres Ercigniss war dem Chronis- ten, als er sein Werk abfasste, noch in friscjiei Erinnerung. 96) Der eigentümliche Ausdruck : electi in discordia und andere unbedeutendere An- klinge an unsern Bericht, die sich bei Dusbnrg IV: c. 447 bei Erwähnung derselben Bege- benheit finden, lassen vermuthen, dass beide Autoren hier unabhängig von einander dieselbe Quelle vor Augen hatten. » 91) Vgl. oben Dasb. III. c. 845. S. 478. 98) Die Landschaft Scharpau am frischen Haffe, zwischen dem Hauptarme der El- bingischen Weichsel im Norden und der Linau nebst dem untern Laufe der Tiege im Sudes wird meines Wissens zuerst 4309 4. Mai urkundlich genannt (Dziat. Lit. II. 96) ; sie war bis dahin ein Theil des Oslpommerischen Gebietes, und gehörte znletrt Sambor's n. Tochter Sa- lome und deren Söhnen, die sie dem Orden verkaofen. Seitdem bis 4154 bildet sie einen be- sondern Thcil der Marienburger Komthurei, dem der Fischmeister der Scharpau, ei« Ordensritter, vorsteht. 99) Die Bestätigung der Privilegien Oliva's, ausgefertigt 40. Januar 4 348 im Kgsb. Geh. Archiv. Schbl. LVI. 18. Cod. Oliv. f. 333. Digitized by Google DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. 711 graltose permisit, qiiöd hflcredKasSobentsia10* fuitpro clauslroZarnowitc* com- parata et e**nfc suo privilegio confinnavit. Pro übertäte etiam piscandi in ro- {J^f^0rn£ conti roari1**, quam monastorium habuit ex ftmdatonim suorum donatione', ut in ">»*,t mo11* originallbus privilegiis continetur, quam teroporibus ipsornm* nunquatn aliquis »u» prwue- abbas potuit oblinere, licet dominus Rudigerns et forte praedecossores sui ipsos in singulis generalibus capitulis eorom frequentius admonuerint, et pro tractu in Wisla interGantzkatm et Barcziczam"1", de quo modicam habuit utllitatem mc— nasteriom, ipse motus zeto justitiae solenm ordinatione facta in Castro S. Mariae de consensu potentiorum praeceptorum ordinis sui cum domino Alexandra pro- tone abbate et senioribus monasterii dimidiam baereditatem Sydow 191 et dimi- dram Succocjtyn enm Iota palude circa r Clodavam 104 usque ad lerminos Rodenberg in latitudine et usque ad Motlavam in longitndine*, proul fossato est distinetum, ubi nunc locata est curia Grebin, pro commutatione dedit ; de qua comrnutatione perfecit monasterium , quod non solum dictam curiam sed etiam omnia Succoc- zynb et insuper viginti mansos in palude ad villam Langnow pertinentes est adeptus Temporibus etiam ipsius dedit Alexander abbas Henrico Beyerse 108 k •) C. a. D. Ztsntuiti. b) et Mm fehlt in B. e) C. u. D. ex donation« fnodatornm worum. d) B. 1317 : Camkam et Bartniottm. f) B. In. j) Codd. UÜtudine, In B. corrijirt : loogil. h) C. u. D. Bueoe»jni. 1) C. o. O. ademptui. k) Codd. Boy«rse, B. Beygim*, Olk. Befjwe. 400) jotzt Sobicnsic2 in der Nahe des Zarnowitzer Sees. Der Bestätigung der Privilegien des Klosters durch Hochmeister Carl v. Trier, deren Ausfertigung nicht mehr vorhanden zu sein scheint, gedenkt anch das grosse Privilegium von Zarnowitz vom 51. Octobr. 1342 (d. Marieaburg Königsb. Grosses Handfestenb. f. If .) 404) Die dem Kloster schon bei der Stiftung 4478 ertheilte Freiheit, im Meere und im frischen Haffe Fischerei zu treiben, scheint schon 4235 ausser Geltung gekommen zu sein, da in jenem Jahre Herzog Swantopolk ihm zur Entschädigung für andere Rechte (oben not. 49) unter anderm die Erlaubniss erlhcilt mit einem Schiffe an dem Fischfänge im Haffe theil zu nehmen. 403) VgW not. 45. 4 03) In der vom Hochmeister hierüber 25. Januar 434 7 (d. Mnrienburg. CikL Oliv. f. 4 43, abgedr. bei v. Lecleb. N. Archiv II. p. 237) ausgestellten Verschreihung tritt der Orden an Oliva ab: median) hereditatem nostrain in Sydow, cum tota ibidem palude, que ab arida usque in Mutlawam in longum et ab auliqua Clodawa usque ad metas, quas Langow et Clescow dirimunt, dimensionatur in latum, insuper et tres inansns terre aratorie in herc- ditate nostra Sachoczin«. Man ersieht hieraus, dass die abgetretene Niederung fpnlns), in deren Mitte der Kloslerhof Grebin (jetzt » München-Grebin. .} angelegt wurde, bis dahin zum grdssten Theil zum Dorfe Sidow gehört hatte, und daraus erklart es sich , warum seit dieser Zeit der Name Sidow verschwindet und nicht einmal im grossen Privilegium von 1342 ge- nannt wird. 40«) DioCIadau, welche aus dem Zusammcnfluss zweier Bäche, die in der Nähe von Meisterswalde entspringen, dem rothen Flusso and dem Bache von Czcrnian, südlich von Czerniau entsteht und die Danziger Hoho durchbrechend über Kladau und Sukczyn nach Russoczyn hinabläuft , Boss in dieser Zeit von hier ab auf einem nordöstlichen Wege durch das Werder, und vereinigte sich mit der Mottlau in der Nahe von Landau (noch in einer Olivaer Urkunde vom 49. März 4597. Cod. Oliv. f. 238 werden die nördlichen Grunzen von Mtinchen- grebin bezeichnet : usque ad locum villae Lundaw, ubi o I i m Clodawa eflluxuni snum habuit in Motlavam); der Graben, welcher, wie der Chronist andeutet, damals zur Begrenzung des Ordenshofes Grebin (j. Herren-Grebin) von München- Grebin angelegt, wurde 4 347 durch einen über das Klosterdorf Langenau geführten Kanal, welcher seitdem Kladau heisst, mit der alten Kladau In Verbindung gebracht. Noch 4842 bilden dieses fossatum und die Kladau die Süd- und Nordgrönze des Klostcrgehictcs, und 4 347 erfolgt (Cod. Oliv. f. 4 48) die Erklä- rung des Hochmeisters , dass der alte Lauf der Cladau, wie er im »grossen Privilegio« be- zeichnet sei, des Klostergebietes richtige Gränze sei. (Vgl. unten p. G3. not.). 405) In der Urkunde vom 44. Aug. 4346 (d. Marienburg. Cod. Oliv. f. 444 ; abgedruckt bei v. Ledebuhr. N. A. IL p. 257) in welcher der Hochmeister den Kauf des halben Dorfes Sidow und den Tausch von halb Suckczyn genehmigt nnd als Besitzer des halben Sidow Heinrich Beyersee, und von Sukczyn den Martinus nennt, wird jenes Kaufpreises nicht ge- dacht; wohl aber enthält sie die Notiz, dass der damalige Abt Alexander von Oliva die Obern des Cisterzienserordens dazu bewogen hatte, den Kaufvertrag, durch welchen der Doutscho Digitized by Google 712 DIB ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND dicto pro alia dimidielate Sydow scultetiam in Scowernik* cum qualuor man&is • p. 46. liberis et taberna; et cuidam hone'sto viro Martino nomine, qui habuit aliam diniidietatem Succoczyn dedit Smollin 1M circa Barnowitz pro sua dimidielate, de consensu fratris David, qui eo tempore fuit comroendator in Gdantzk. Qui qui- dem gravis erat monasterio in pravo , impediondo ipsum in captura sturionum, sed postea fuit mutatus in alium virum monasterio satis gratiosom. Cujus tempore magister praelibatus personalim cum militibus terrae in- travit mare navigio et Signum in Iiitore versus orientem in Neria fieri fecit prae- cipiens, ut non vicinius illo signo ad Wislam monasterii retia locarentur, usque ad adventum domini Colbacensis prominens se firmiter bonam et utilem veile ordinalionem cum ipso facere pro ecclesia pro captione sturionum ; quod tunc utique factum fuisset , si dominus Colbacensis tempore suo in propria persona monasterium visitasset. Ipsc enim erat zelator justitiae nec avaritiam sibi usur- pare votuit, et ideo tempore suo Dominus benedixit ordini, qui crevit in divitiis et honore. Quod cernens inimicus humani generis b, persecutor et apostata veriUtis, diabolus, ordinis invidens incremento quorundam fratrum provoeavir animos, (H^t™^l^e.r virus ipsis dissensionum ab unitatis vineulo propinando4, qui praediclum rna- •««o»^ gistrum pro regimine magisterii ordinis insufficientem affirmantes exegerunt ab eo, ut officium cum sigillo et annulo voluntarie resignaret, quod tarnen plerisque praeeeptoribus non placuit. Attamen vir prudens et maturus, volens sibi et or- •p. 47. dinis honori consulere, insignia magisterii sui con*stanter resignavitf petens, ut eum ad conventum Trcverensem , cui patcr suus domos suas solennes et omnia quae babuit propter Deum tradiderat, redire permitlercnt cum quiete, quod fa- cere annucrunt , et destitutis quibusdam commendatoribus et aliis pro ipsorum voluntate institutis , et Davide " commendatore destituto et pro eo ilio de Igler- bergh instituto, ipsum abire versus Treverim, ut petieral, penniserunt. Quem cum venisset ad partes Rheni , praeeeptorcs ordinis in Alemania cum regibus et prineipibus , qui ejus experti fuerant niorum honestatem , noniinaverunt et ha- bere voluerunt ordinis magislrum generalem, et- dominus papa Joannes xxn. ipsum quasi sibi familiariter notum et dilectum in magistnim ordinis confirmat; ad cujus etiam obedientiam omnes , qui lalia contra ipsum egerant , humiliter redierunt ; quos ipse benigne suseepit et omnia in eum per ipsos commissa cle- menter dimisit et indulsit. Deus (amen, qui etiam malis bene utitur, omnia, quae circa ipsum facta fuerant, convertit ad ordinis ulililatem et honorem. Ordo enim illo tempore niultum infamalus fuit per archiepiscopum Higenscm et ar- chiepiseopum Gnesncnsem et aüos plures, ita quod dominus papa praedictus et* tota Romana curia ordinem exercebant in tantum1, quod de ordinis deletione a) B. Schowemik, C. u. D. Sehowrrnick, rgl. oben 8. 673. not. d. b) Codd. Quod eerneoa nandu* Herrn«) ni, (ravu penecutor. Schon E. hat dl« richtig» Letart. c) d) Codd. tnutoeamt uiiniuto« riro* iptij diwewio- uem »b uniUtis vineulo propinutdo. e) Codd. ttent&tur. f) Codd. reiifnire, E. re»ijn»rit. g) Codd. •t d»to, vfl. 8. 713. h) Codd. LuMherv, rrl. 8. 713. not. 1. i) B. e«. k) Codd. Interim. Orden 1305 DU na münde erwarb (vgl. oben Dnsb. IV. 4 00. n. *.), zu bestätigen ; der Hoch- meister erklart, dass er sich dem Abte dafür zu besondorm Danke verpflichtet fühle. Dieser Vermittelung des Abtes von Oliva wird auch in einer Urkunde des J. «343 gedacht (Ölricbs Verz. S. 48), in welcher Abt Alexander von Oliva dem Kloster Stolp an der Peene (dem Mutterkloster von Dunnmündc) bezeugte, dass das Gcbttude des Klosters Dünamünde für 9733 Mk. an den Livlandischen Orden verkauft worden sei. Vgl. Cod. Pomer. I. S. SOS. 106) Dieses Dorf (j. Schniolsin) hatte das Kloster 1283 erworben (vgl. oben S. 6»3. not.) und gewann es später wieder (unten not. 120). Digitized by Google DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. 713 multum tiraebatur; quod per prudentiam praedicti magislri tot um fuit sopi- tum ; et ordo in gratiam doraini papae et tolius Romanae curiae et in honam fa- mam fuit laudabiliter restitutus. Ipsius etiam tempore, dum adhuc in Prussia regimini praesideret magisterü, JJnJjJ^- orta fuit in*ter dominum Alexandruro abbatem Olivae et convcnlum ex una parte rium et uu» et praepositum et moniales de Sukow altera ex parto gravis contentio ,07 pro M««i*trua terminis inter Schwemirow1 et claustrum et pro quodam prato in Neria k. Quod."^^ cum ad ejus audientiam pervenisset, doscendit in Gdantzk propria in persona, et vocalis ad se utrisque partibus uno fere toto die iaboravit, Ordinationen! facere volens pacis perpetuae inter partes, quod et fecit isto modo ,0M. Conventus Olivensis tenebatur conventui monialium in Sukow singulis annis solvore tres marcas denariorum ex quadam ordinatione facta tempore ducis c Mislwigii pro deeima haereditatum in Oxyvia* sitarum pcrlinentium in Olivam, et solutione harutn trium marcarum conventus Olivensis deberet esse perpetuo absolutus ; et insuper haereditatem Swemirow* cum terminis suis et pratumf, pro quo erat contentio, deberet conventus Olivensis libere possiderc; et sorores de Sukow deberenlPlabanowcum molcndino etSerisino* etWadzinoh, quae perlinebant ad Olivam, e contrario haereditarie ac libere possidere ; et abbas Olivensis deberet addere insuper viginti marcas una tantum vice. Et haec ordinatio fuit per utrani- que partem aeeeptata et literis confirmala praopositi. Propter' haec et similia bona studia , quibus ad commoda sibi subditorum intentus fuit magister prae- fatus, memoria ipsius apud Deum et bomines debet esse merito immortalis. Magister etiam Carolus in suum magisteriutn restitutus omnes commenila- {JJ^J^" tores nraedictos ctk praecentorcs destitutos in officio sua restituit cum honore ; •*"»■ ' 1 1 # tultur.) et tunc post fratrem Ottonem de Luterbergk , qui fuerat in eo tempore commen- dator in Gdantzk, qui monasterio * tempore suo fuit compelenler graliosus, re-*p. 48. diil frater David in Gdantzk et mansit commendalor usque ad finem vitae suae, et mortuus in Gdantzk jacet in Oliva ante capitulum lumulatus. a) Codd. Schwimtrow, Urki. Schwcimitow. b) Codd. MmUjl, Tfl. not. 107. c) B. duck n. Uiftw. d) Codd. Oxuuia. c) B. Smlmerow. f) Codd. et pro prato, pro quo cr»t cont. etc., R. *t praU, de qul- biuetc. f) Codd. 8ewWmo, K. Zeriino, ürk. 1318 : Zeritnow. h) Codd. Wadirao, E. u.'Crk. W*dri- now. I) fehlt in den Codd. k) fehlt In den Codd. 1) B. Lutterberg*, C. D. K. Luterberjk. 107) Der Streit der beiden Klöster betraf nach den ausdrücklichen Worten der Vcr- gleichsurkunde zunächst die Grunzen unmittelbar bei dem Kloster Oliva und die Wiesen neben dem Saspersee. Aus dem Zusammenhange jener Schrift ist aber ersichtlich , das« es sich in Betreff der Grenzen um den Desilz des Nachbardorfes Schmirnu (dass dies unter Schwcmirow gemeint sei, habe ich Pommerell. Stud. I. 17 nachgewiesen) und einer mit demselben verbundenen Wiese auf der Nehring (»cum prato in Neria«) handelte. Da nun von einer Wiese an der »Mottlau« , wie in den Handschriften unsers Chronisten steht , hier gar nicht die Rede sein kann, so kann nur die Kruge sein, ob das Wort Modla in Neria oder Zaspn umzuwandeln sei. Ich habe mich für das erstere entschieden, weil Neria leichter mit Modla zu verwechseln ist, weil bei Zaspa, einem See, die Präposition in ungewöhnlich würe, und weil in der Urkunde bei Neria der Singular pratum, bei Saspc aber prata iusta Zaspam hin- zugesetzt sind. Zugleich betraf der Streit und der Vergleich den über den Besitz von O&hoft 23. April 1289 vom LI erzog Mestwin II. vermittelten Verlrag, mit dessen Bestimmungen Zu- ckau nicht zufrieden war {oben not. 39). < 08) Der Chronist gieht den Inhalt des Vertrages, von welchem zwei Ausfertigungen vorhanden sind (die eine, vom Kloster Oliva 10. Sept. 4 316 vollzogen, ist abgedruckt in meinen Pommerell. Stud. I. S. 70, die andere, mit jener im Inhalte ganz und gar und in der Form im Wesentlichen übereinstimmend, in Zuckau an demselben Tage abgefasst befindet sich im Königsh. Archiv. Schbl. LVI. n. 14) in etwas unbehUlfiichcr Weise im Ganzen richtig an, nur dass er bei pratum sowohl an die Wiesen auf der Nehrung als auch an die Wiesen an dem Saspersee zu denken scheint, lieber die an der obern Raduune gelegenen Dörfer Plava- now, Scrisino und Wadzino vgl. Pommerell. Stud. I. 19. n. und oben not. 2*. Digitized by Google 714 DIB ÄLTERE CHRONIK TON OLIVA UND (MMMtarfuB Medio etiam tempore, quo vixit magister Carolus et frater flenricus 469 de Wfldenberg esset magister m Prassia , mnltas passum est monasterium pres- PTOpUn^tü!) suras praecipue in Swarnogatz* ob antiquas protestationes vicinorum circom- sedentium , votentium quibusdam filiis Belial complacere , qui multas iojurias fecemnt monasterio ibidem in tenninis, in meHifleiis, in clausuris elk lacubus; fratres etiam ibidem exeuntes fuerunt impediti et per qoosdam latrtinculos, qni latrocinia exercebant versus Poloniam, fuerunt snepius restibus et oronibus, quae habebant, denudati; et boc hi, quorum intereral prohibere, non prohibe- bant. Similiter quidam commendator frater Joannes nomine, qui quondam erat magister piscatarae in Königsberg , post mortem fratris David monasterio fuit infestns in multis , primo in captura sturionum , retia ecctesiae atiquoties inei- dendo ; item violenter abstulit quaedam prata in Neria et a)ia quam plura. Eodem tempore quidam infelix frater de online dommorum, nomine Joannes Seifte, correctionis impatien.s, quam sibi pro excessibus suis ordinatus et devo- 18. xot. tns magister injunxerat ordinale, m vigilia sanctae Elizabeth in Castro s. Mariae vesperis solenniter decantatis, cum dominus magister morc consueto anlere— dentibus enm famulis suis exiret ecclesiam , »He miser maiigno pienus sptritu reverendura dominum magistrum in ambitu ante fores ecclesiae eultello af rociler penetravit et eum, ut firmiter credo, efTecit morientem coram'Deo; propter * P- «0- quod totns ille fratrum reverendorura* convenlus in castro s. Mariae et ooroes in tota ten-a tarn religiosi quam saeculares in luctum et lamentum roiserabile sunt conversi. Et ille miser, qui tantum scelus perpetravit, inclusus in earcere per eum, cujus voluntatem implevit, vidclieet iniquum diabolum collo fracto fuit absque poenitentia4 suffocatus. Corpore vero magistri cum lamentis et fletibus a reverendis viris protunc pracccptoribus in Margenwerder" in cathedrali ecclesia deoenter et solenniter ul dccuit tumulato, convocatis de Alemania et Livonia et de alris partibus prae- ceptoribus electus fuit in magistrum Luden» dux de Brunswich, natus de nobili prosapia antiquorum imperatorum, Saxoniae quondam ducum. Qui statim factus magister nuncios ad diversas partes Alemaniae destmavit, larga promittens sti- pondia omnibus, qui se iu Prussiam transfcrre vcllent ipsis in auxilium contra ordinis inimicos. Convenit ergo ad cum magna multitudo cum apparatu bellico virorum nobilium ; et congregato magno exerritu transmisit cum eis fratrem Ot- loneni de Luterbcrg' commendatorem provincialem ducem excrcitus fn terra m Poloniac, quam ionge lateque captis multis munitionibus et crematis devastavit; et Castrum Nakil, de quo multa committebantur latrocinia, captum penittrs de- struxerunt ; et pro voluntate sua vastavil terra m usque in Kalis. El tunc mulla ecclcsiarum inccndia et multa alia facta enormia fuerunt perpetrafa , quae do- mini non poteranl propter mullitudinem exercitus prohibere. Et cum redireut cum cxercitu suo domini et inordinate ac divisim mcederent , rex Poloniae con- gregato exercitu suo , terga eorum sequcbatur captans opportun itatem bellum • p. »I. cum ipsis committendi , et* quia , «bi Providentia ordmati regiminis deest , a paucis bene ordinalis «aepe viocitur multitudo: sie et« contigtt prima vice. a) CoM. ScbwarnefaU, »gl. oben 8. OOS. a. b) Codrt. in. e) C. oorrigirt: in. d) B. fimm. •) C ♦ 09) Hier irrt der Chronist oder sein Abschreiber. Es steht urkundlich fest, das* der Vorname dieses letzten Landnteisters von Preussen nicht Hearicus, sondern Fride- r i c u s war. Digitized by Googl DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. 715 Commendator enim pr ovincialis , qui erat dux exercilus , cum majore parte ex- ercitus feslinavil Brist civitatem vallare, et minor* pars exercitus cum magistri vexillo sequebatur a remotis ; quam partem rex cum exercilu suo tarn equitum quam peditum ordinate irapugnavit circumqoaque. Et per ulrumqne exercitum atrocissiine fuit pugnatum, et ceciderunt ex utroque* multi: ex parte dommo- rum domini reverendi magnus oommendator frater Otto de Bonstorffc, frater Hermannus commendator de Elbingo , frater Albertus commendator in Gdantsk et alii multi de ordine dominorum viri sapientes et honesli , et multi nobiles do partibus alienis, de parte ctiam regis multi nobiles corruerunt ; et iste conflictus duravit, usque dum primi, qui cesserant, lurmatim et interpolate110 redirent. Tunc rex (aligatus cum exercilu suo fugit et filius ejus cum eo ; et in illa fuga multi fuerunt occisi tarn equites quam pedites ; et obtinuerunt domini licet cum magno sui exercitus*1 detrimento victoriam et triumphum. Fugientibus ergo bellaloribus regia exercitus4 dominorum rediit versus Thorn. Dominus vero Ma- thias episcopus Wladislaviensis cornora occisorum in eodem campo conflictus fecit sepeliri et aedificari ibidem capellam procuravit. Sequenti anno magister Luderus transmisit magnum exercitum cum appa- ratu multo et maebinis versus Cujaviam et expugnavit Brist et Wladislaviam f cum tota Gujavia, quae post hacc aliquot annis domino magistro subjecta fuit et ei obedienter deservivit. Rex vero Poloniae congregato exeroitu per terram Ma- zoviensem* * pergens Iransire Driwantzamh et terram Culmensera capere niteba-' P« tur. Quod cernens praedictus magister cum omni , qua polnit , multiludine ex- ercitus sibi occurrere festinavil; et transilo fluvio conclusit exercitum regis intcr duos lacus , sie quod nullum effugium habere potuissent , sed habuissent necesse aut mori aut pugnare. Quod cernenles plerique honesli domini, no Oerel tnulta sanguinis effusio , inter ambos exercitus se interposuerunt pro concordia laborando , et aspirante Deo mentes dominorum tunc in exercilu prineipalium existentium fuerunt ad concordiam subito inclinatae et habito foedere ex utra- que parte1 ambo exercitus illaesi ad propria redierunt. Stelil ergo negotium inter ambas partes sub quadam patientia prok tempore, et Deus, qui est auetor pacis , disponens omnia pro suo bencplacito et voluntate , regem Wladislaum et alios auetores discordiae per mortem transtulit ab hac luce. Et successit filius Casimirus qui arma non movit adversus dominos de Prussia , et fuit requies amplius a beliis versus Poloniam usque ad obitum magistri Luden. Iste magister secundum slemmalis sui generositatem fuit in moribus gene- rosus et praeeipue in hoc, quod se omni rlero et specialiter religiosis se exhibuil graliosum , de quo experientia nie saepius fecit cerluro , cum corom eo aliquot monasterii negotia placitarcm ad partem monasterii defendendatn ipsum sensi proniorem. Quod patuit in hoc: cum in lacu Lubanskom Woyslaus miles de x) Codd. major, E. minor toto pan. p) Codd. ntraqae. e) B. Rotutorff, C. u. D. RoaitGrff, E. Biunt- darff. d) C. a. D. ex «reit a« «vi. •) fehlt in dtn Codd. I) Codd. WUden, E. lnou-VUdUlaMuB. g) C. u. D. Jfaaioulnu. h) C. a. D. DrhiMtMin. i) fehlt in dm Codd. kj C. a. D. «u». I) Codd. patri merjo ? ttO) Nach Du Cange Glossar bedeutet es : interrupte, non continue, alternatlm, was hier nicht passt. Man muss hier wohl auf dio Grundbedeutung von intorpolare «seine ursprüng- liche Gestalt verändern« zurückgehen ; dann heisst interpolatc »in veränderter Gestalt«, also hier »umgewandelt«. plantare Du Gange •» plaidoyor, litigare, Ute contendere. m) Der Besitz des vom Markgrafen Waldemar «.Dec. an Oliva geschenkten Dor- fe» Pomeisk (not. 98) and des dazu gehörigen Sees Lupansko (J. Lupowsker- oder Ja*sensee) Digitized by Google DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND Mikrov'"* niterelur monasterium impedire, ad ejusdero magistri Judicium fuit appellalum. II lo tempore, cum domini haberent terram Stolpensem 1,4 et frater * p. ss. Ulricus de Hugwicz 1 15 esset commendator in Slolpa, ipse totum* lacum adjudicavit monasterio et iterum abjudicavit audito privilegio marchionis ; cum eodem ta- rnen milite et filiis suis propter bonum pacis compromissum b fuit in arbitros videlicct in dominum Nicolaura Et ziboi railitem et dominum Micbaelem de Wol- kown< militem ex parte sua et in dominum Paulum antiquum abbatem,t7c et fra- trem Joannem de caslro sanctae Mariae ex parte monasterii. Qui taliter ordina- verunt, quod lx. marcae Slavicorum denariorum eis darentur una vice, et ipsi de caetera et eorum successores nunquam deberent super isto lacu quacunque actiooe monasterium molestare. Parti4 tarnen lacus, quae Olhvoga dicitur, re— nunciatum fuit ex parte monasterii, ita quod, si idem miles cum filiis suis possit obtinere, per monasterium non deberent iropediri. Idem eliatn magisler , auditis querelis plurimis de injuriis et incommodis monasterio et fratribus allatis in Swarinogats', petiit, ut commutatio pro eadem heremo reeiperelur a convenlu; ad quodf conventus fratrum illius lemporis tunc concessit"8, tum quia longe distabat a monasterio et modica fuit utilitas, k) B. Mikron, C. u. D. Mykron, ein« Urkunde von 1330 (Cod. Oliv. f. 207) anteneichaet ab Zettf» D. Woy- Udi de Micorow. b) Codd. commiunm. e) Codd. Albertom, eine Crk. von 1333 (Cod. Ob», f. 147) traterxeicbntl fr. rmilu«, quottdam »bbea In Ol. d) Codd. partem. e) Codd. 8wormogiU. f) B. qoos. wurde dem Kloster von benachbarten Edclleuten öfters streitig gemacht, nachdem im Stol- per Lande, in welchem es lag, die Herrschaft der Brandenburger an die Herzoge von West- pommern übergegangen war. Schon 1380 endet ein solcher Besitzstreit damit, dass Srtescba ein Lehensmann Jasco's von Schlawe, seinen Ansprüchen entsagt (d. in Slawna Cod. Oliv. 107. .Seltsamer Weise behauptet Jasco, dass sein Oheim, doch wohl Peter von Neuenbürg, Pom ei slt an Oliva verliehen habe), 1 3(3 hatte «ich ein Nachbar Raceslav von Jessona (Jassen) einen Tbeil des .Sees zugeeignet. Beide Tbeile erw ählen zu Schiedsrichtern ihres Streites den Komthur Otto von Stolpe, den Ritter Chotzemir von Tüchern (vgl. Uber ihn oben S. 70S. not. und Cramer Gesch. d. Lande Lauenb. I. 55) und Jesco Pomorzewitz von Stansitz, welche am 13 Juni 1335 in Bütow (Cod. Oliv. f. 118. gedr. Cramer II. p. 91) den Raceslav dazu bestim- men, gegen eine Entschädigung von SO Mk. und gegen die ihm und seinen Leuten zugestan- dene Freiheit, für ihren Tisch unter gewissen Beschränkungen tischen zu dürfen, von seinen Ansprüchen auf den Besitz des Sees abzustehen, lieber den vom Chronisten erwähnten Streit und seine Entscheidung lag demselben eine Urkunde vor , die nicht mehr vorhanden zu sein scheint. 1t») Das Dorf Mikrow oder Micorow, nördlich vom Lupowkensee, im 15. Jahrh. ein Be- sitzthum der Herren von Zitzewitz, wurde nebst andern Pommerischen Gütern vom Herzoge Mestwin II. an Matthias von Slawen» oder Schlawe verliehrn (vgl. die Bestätigung dieser Verleihung durch Sambor von Rügen 4. April 1301, Fabric. Urk. von R. IL n. 294), welcher nachweislich zwischen den Jahren 1281 und 1298 Untcrkämmerer, von 1299 ab, zuletzt im April 1301 Kastelinn oder Burggraf im Schlawischen Gebiete war. Sein Sohn Woyslav schon 8. April 1296 als Zeuge genannt, ist ohne Zweifel als der Dominus Woyslav de Micorow an- zunehmen, der 1330 mit seinem Sohne Jesco, somit als ein schon alterer Mann, In Schlawe an einem Gcrichtsakte Iheilnimmt (Cod. Oliv. f. 207). 414) Das Gebiet von Stolpe seit 1806 im Besitze der Markgrafen von Brandenburg scheint von denselben, die nahern Umstände sind unbekannt, zwischen 1317—1320 an Herzog War- tislaf IV. von Pommern abgetreten worden zu sein (Barthold III. 156). Nach dem Tode War- tislafs (I. Aug. 1326) verpfändeten die Herzoge Otto und Barnim von Stettin für eine Schuld von 6000 Mk. das Land auf 12 Jahre an den Deutschen Orden. Die Einlösung erfolgte 1841 [Barth. III. 361). 115) Ulrich v. Hugwitz, nachweislich im Januar und Februar 1328 (Cod. Oliv. f. 114 und 145) Vogt von Dirschau, war 1829 6. Doc. Komthur von Stolpe (Cramer II. p. 15), war es noch 26. Mai 1334 (Pommercll. Stud. I. S. 48), hatte aber 23. Juni 1335 den Otto von Brein zum Nachfolger. 1 16) Wulkow ist das jetzige L'hlkau in der Nahe von Dirschau. Michael von W. wird im Jahre 1323 (Cod. Oliv. 145) in einem Rechtsstreit Oliva's und am 7. Dec. bei der Verleihung von Rambeltz als Zeuge genannt. 117) Paulus kommt in Urkunden des Jahres 1323 als Abt von Oliva vor (Voigt Cod. D. II. n. 108 und Pummerell. Stud. 1. p. 47}. 118) Der hierüber in Marienburg 9. Juni 1333 abgeschlossene Vergleich im Cod. Oliv. Digitized by Google DIE SCHRIKTTAEELN VON OLIVA. 717 quam babuit conventus ab ea , tum quia vicinus fuit metus Polonorum , durante adhuc discordia intcrPolonos et dominos nostros, et timebantur quotidie insultus furum * Polonorum , et proptcr alia impedimenta superius exarata. Dedil ergo magister praedictus monasterio duas haereditates iu territorio Pucensi sitas, vi- delicet Darselub continentem L. mansos et Domalow* et L. iugera pro pratis11* in palude", ubi Rada effluit de lacu Rodcak.d; et insuper reddidit monasterio dominium ac proprielatem super haercditatem Smollin circa Barnowilz , quae a monasterio ad cos per commutationem , ut praescriptutn est1*0, fuit devolula, prout in privilegio magistri super hoc confecto in monasterio dato lucide con- tinetur. Iste magister fu'it vir beneficus et benignus, diligens et promovens cultura * P« **• Dei; hoc enim sibi quam" naturale fuit a progenitoribus suis, qui multa mona- steria ordinis Gistcrciensis et aliorum ordinum fundaverunt et cultum Dei am- pliare studuerunt et ecclesiam Dei quassatam tribulationum fluclibus saepius strenue defenderunt. Poslquam ergo cursum vilae ad metam sibi dostinatam a Deo perduxit , plenus bonis operibus est defunctus et cum honore in Königs- berg apud canonicos in cathedrali ecclesia est sepultus. Post hunc electus fuit in magistrum frater Theodoricus de Aldenburg r, vir prudens et industrius ; cujus tempore venit dux Bavariae , non ille occupalor imperii sed alter bonus, cum quo magister Theodoricus perrexit adversus Lith- winos et aedifieaverunt Castrum in terra Lithwinorum prope Willun11', quod ob memoriam* ducis Beyrsburg fuit appellatum. Iste eliam magister pontem aedi- fieavit perNogatum. Iste etiam tempore suo Castrum Gdantzk et Castrum Swetzc muniri de latere procuravit ; nee aliquas gwerras habuit cum Polosis tempore suo, quod rex Bohemiae cum aliis nobilibus una vice venit peregrinationis prae- textu in Prussiam, sicut pluries antea fecerat, et reversus a Lithwinish treugas fecit inter regem et magistrum et, utrisque partibus ipso procurante in Wladis- lauia' convenientibus , cum auxilio Dei et nobilium secum exeuntium eos con- cordavit. Et ista concordia* osculo pacis, quod sibi invicem partes dederunt, et juramento fuit solenniter confirmata , ita quod nunquam violari deberet , sed idera rex Ungariae ratifiearet et suis littcris approbaret ; hoc fuit postea per Polonos irritalum. Iste cum factus fuisset magister et monitus esset per abbaten» et seniorcs Olivae de pluribus injuriis monasterio* illatis in captura sturionum, »p, ««. in judieiis et haereditalibus et haereditatum terminis et in lacubus. quas1 mona- sterium pluribus annis" temporibus praedecessorum ipsius passum fuisset et adhuc pateretur, quod dignaretur ad hoc remedium opportunuro adhibere. Re- al B. militam. b) Codd. Duutat, B. n. Ork. Doamtow. c) C. pallude. d) Codd. B*dU, E. n. Ork. Baokow. e) YWlUdeht re U.« quwiT f) fi. Aldenburgk. f) B. memoria*, h) B. Litkwanii. i) Codd. Wlatiataria. k) Codd. dttcordU. k) Codd. q«M, E. quat. m) B. anni. f. 464; eine vom Abt Stanislaus hierüber in Oliva ausgestellte Urkunde desselben Datums kurierer Fassung gedruckt bei v. Ledeb. N. Arch. II. i»J. 449) d. h. 400 Morgen Wiesen ; der See Reczk lag, wie aus einer Urk. vom 95. Nov. 4 512 (Danz. Archiv, n. 42564), wo er auch Gurischer See genannt wird, ersichtlich ist, in der Ge- gend von Putzig. Unter Rada ist daher nicht der jetzt noch Rehda genannte, bei Neustadt und Rehda vorbeifliessende FIuss, sondern der Bach zu verstehen, welcher in der Nahe von Darselub entspringt und bei Brusdau und Ceibau vorüber bei Blanzkau ins Putziger Haff fliesst. Dass auch dieser Bach Roda geheimen habe, Ut aus mehreru Urkunden des 44. Jahr- hunderts erweislich (Danzig. Komthureib. f. 18, 296 u. 137). 410) Vgl. n. 4 0«. 414) Wielun oder Wiuona in Samaiteii. Digitized by Google 718 DIB ALTERE CHRONIK VON OLIVA. UND spondit, quod omni« impedimenla monasterii sibi darooUir in scripto ; ipse omnia vellet pro utilitate eoclesiao socundum Deum et justitiam discindere* bono fine. Fuerunl ergo duodecim impediinenla significaU et sibi in Gdantzk in praesenlia procerum praecoptorum praesentala. Et cum haec agerentur veait insperate magister Joannes de Cölbes, s. theologiae doctor, adhuc monachus Colbacensism, exiens in OHvam, quem ad taJia placita spiritualiter esse vocatum llrmiter ma- gister asserebat. Venit ergo magistor cum praeceptoribus in Olivam et, post- quam pransus fuisset ibi et audivisaet monasterii privilegia\ ivit cum prae- ceptoribus suis et cum Eberhardo abbate de Polplinc et cum domino Jordano quondam abbate ibidem et cum magistro Joanne praedicto et cum abbate de Oliva et multis aliis ad portum Wislae et ascensis navihus similiter ästende runt ad locum, ubi Striae influit in Wislam, et ibidem habitis interlocutoriis compro- misit magister in duos arbitros ex parte sua, in dominum Nicolaum Polliceui, plebanum de Brunsberg et magistrum Jacobum de Lubesdiiti*; ex parte vero monasterii compromissum fuil in dominum Joannem praepositum Wariniensem. conservatorem privilegiorum monasterii Olivensis, et in magistrum NicoJauxn de Sandomiria , cantorem ibidem ; taliter dicente magistro generali , quod non so- lum articulos monasterii , qui erant duodoeim , sed etiam quioquid haberet ipse * p. 56. contra monastorium ipsi deberent discutere et judicare. Assigna'tus ergo fuit terminuB abhat i et senioribus veniendi cum privilegiis in Elbingum , et cum illuc privilegia sub magistro praedicto per seniores et abbalem fuissent addueta et per arbitros visa et periecta, magister scripsit contra monasterium aedeeim impetitiones. Impctivit eoim omnia , quae non erant expresse et nominatim in privilegiis exarata : utpote circa Radestow Stanadcxyn, ßtochovf, Sarowm, Bresnow • et sylvam w adjacentem, dimidium Succotzin, dimidiuroSiikw1*5 ; nau- lum ,Mb circa claustrum ; circa Staryn : sylvam OluU 1,7 ; item sylvam comparatam •) Cedd. deKindere. b) C. tt. D. priuilcfU monuudi. e) B. P01pUn. d) D. Lnbeahitx. •) Codi. Badeteow. 1) B. Stbocbou. j) Codd. Stetnow, fehlt in E. h) nuUn, C u. D. uuUn. 422) Er wird schon in des spätem Urkunden dieses Procosses Abt von Colbaz genannt (Cod. Oliv. f. 24 9 u. 287). 423} Im grossen Privilegium von Oliva werden die Dörfer Stanschyn (j. Starenczyn), Stochow, Sarow und Bresnow (j. Breeeno), Orte genannt, welche auf dem KlosiergetHet* von Raykow und Radestow (oben not. 37, 88 u. S. 70«. not.) neu erbaut seien. In der That wird intden ttltern Privilegien von diesen Dörfern nur Bresnow genannt, welche« Herzog Mestwin II 429t, aber als ein wUstgolegencs, dem Gebiete von Raykow hinzufügte. 4 2«) Den Besitz des bei Bresno gelegenen Landaees und der umliegenden Felder und Waldungen machten dem Kloster die Herren von Waczmir, die drei Gebrüder Woltamo%icz streitig. Ein in Dirschau i». Mai 4M5 zusammentretendes Schiedsgericht (Cod. Oliv. f. 488) sprach Oliva die Hälfte des Sees nebst dem dazu gehörigen Lande zu und bezeichnete die Grenzen des Klostcrgehietes ; 28. Aug. 4 809 verkauften die Herrn von Waczmir (Cod. Oliv. 4 87) auch die andere Hälfte de« Sees an das Kloster, und Hochmeister Carl von Trier bestä- tigte letztern Kaufvertrag in Marienburg 2ft. Juni 4 848 (Cod. Oliv. f. 486). Nun hatte Oliva 4 328 20 Magdehurgische Hufen dieses Brzeanoer Waides dem Bieohof von Leslau, dem Be- sitzer des benachbarten Dorfes Stihkau, Überlassen (Cod. Oliv. f. 284), wahrend der dem Klo- ster Uhrig bleibende Thcil des Waldes nach dem anliegenden See Zolostow, wie es scheint, schon damals der WaM Zolostow hieas. (Noch im Juli 4B2S bestätigt derPrcussiscbe Landtag in Danzig dem Kloster den Besitz des Waldos Zolostow auf Grund des erwähnten Kaufvertra- ges vom 28. Aug. 4819, Cod. Oliv. f. 4SS — 4S9). Es scheint, das« der veränderte Namen des Waldes den Hochmeister veranlag«!« das Recht OMva's in Frage sa stellen. 425) 4S47 (oben not. 408) hatte Hochmeister Carl von Trier mit der Hälfte dieser beiden Dörfer das Kloster für die entzogene Fischerei gereehttgkett auf dem frischen Haffe entschä- digt. Dietrich von AHenbnrg muss angenommen haben, data das Kloeter jener Gerechtipket». sogar in Betreff lies Fischfanges auf der Ostsee durch Verjährung (oben not. 4M) verlustig gegangen sei, und forderte daher auch die abgetretenen Dörfer wieder zurück. 426) naulum heisst in der Regel ein Fährgeld oder Straasenzoll. Davon ist in den Ver- handlungen dieser Zeit gar nicht die Rede, während unter den hier aufgezahlten streitpunk- Digitized by Google DIE SCHWPTTAfELN VON OtfVA. 719 ab haeredibus villae Polchow 1,8 ' ; circa Zarnowilz k sylvam Prosnovy ; et Judicium in via regia m, et GoUcczow,SOc circa Jamnow. Ad istas impetitiones reprobandas fuit alter terminus assignatus in Elbiugo, ad quem abbas cum senioribus domus et cum domino Eberhardo in Poiplin et cum domino Jordano quondam ibidem nbbate iterum cum privilegiis noo sine grandi periculo perrexerunt. Et ibi ma- gister impetitiones addidit plures et inter caetera omne damnum, quod factum fuit in minore Insuls1'1 per Wislam, cum per impetum et inundationem transcen- derat et rupit aggerem in parte illa, quaed ad monasterium pertinebat; et dam- num «ibi illa tum specialiter aeatiroabat super 3500 marcas excepto viltanorum damno ; et ad hör probandum et aüa praeroissa vocaverat de Insula multos et milites Pomeraniae m, qui orones contra ecclesiam et ipsorum conscientias ipsi magistro placentia testimonia protulerunt ; et ludibrio fuerunt abbas cum senio- ribus, et fuit ipais ad complaceniiam magistri a quibusdain Pomeraniae roiliti- bus minus fidelibus* graviter et injuste insul Latum.* Post baue autem tempe-'P«*1*. statem rediit aliqualis sorenitas, et aliqualiter magis sereno animo magister fecit legi privilegia et examinari per omnes sensus; nil tarnen fuit tunc nec contra monasterium nec pro monasterio per praedictos arbitros definitum, sed ipsi fide- liter suaserunt , ut dominus magister rogaretur, quatenus' duobus dominis de ordine suo et duobus fratribus de Oliva committeretur arbitrium, quod vix lan- dein« a magistro fuit obtentum. Commisit ergo magister ex parte aui ordinis religio8is viris fratri Ludolfo Köning, tunc magno thesaurario, et fratri Henrico Ruteno, tunc magno oommendatori ; ex parte vero monasterii commissum fuit fratri Gerhardo de Brunswalde tunc priori h et fratri Joanni de castro s. Mariae. Et isti quatuor habito inter se colloquio diligenti ordinaverunt , quod dominus magister renunciare deberet omnibus impetilionibus supradictis; et similiter abbas et seniores ex parte conventus refuweiare deberent suis impetilionibus ») B. Polkow, C. tt. O. PoUkow, Urfc. Polohow. b) C. u. D. Swnow. cj Codd. SoUctiow, fehlt in E. 4) Codd. qui, K. quar. c) 13. miiiui a fldelibu». 0 Codd. quod, E. quataiu». f) Codd. Um™, K. Undem. fc) Codd, pim^qUori, E. priori. ten der Heimfall schiffbrüchiger Güter am Strande des Klostergebietes, welchen der Orden dem Kloster als ein Hoheitsrecht nicht zugestehen wollte und auch tbatsachlich entzog, nicht gefehlt haben kann (vgl. unten not. 433}. Daher glaube ich, dass statt nauluni naufragia gelesen werden müsse. 437) Seiner wird in den Verhandlungen dieser Zeit sonst nicht gedacht. 4 38) Am 39. Sept. 4 103 hatte Abt Rüdiger vou Oliva die Herren Petrus und Slephanus von Polchow (j. Polchowkeu bei Starzin) zu einer neuen Feststellung der Grenzen ihres Ge- bietes bewogen, welche Ulrich v. Boscowitz im Namen Konig Wenzels bestätigte (Cod. Oliv. 483). 439) Herzog Mestwin II. hatte 5. März 4383 (Cod. Oliv. f. 493), um deu Verlust auszu- gleichen, den Oliva durch die Abtretung der Landschaft Mewc gegen 4 5 DOrfer schlechten! Bodens erlitten hatte, dem Kloster über alle seine Dürfer ein vollständiges Hoheilsrecht (•plemim dominium«) verlieben, wozu er insbesondere die Jurisdiktion auch über die auf den Landstrassen (in viis publicis vel privalis) begangenen Verbrechen rechnete. Der Hoch- meister hatte dennoch dieses Recht, wie Abt Stanislaus 4 337 nach Cistercium berichtet, weil es nicht deutlich genug im Privilegium ausgesprochen sei («cuius non habemus specialem et daran) expressionem in privilegiis nostris, ut asserunt«), dem Kloster streitig gemacht. 4 30) Goliczow ist das jetzige südlich von Jamen gelegene Dorf Gölzau. In einer Ent- scheidung des Hochmeisters Winrich von Kniprodc (93. März 1360. Cod. Oliv. f. 330) erklärt dieser: Insuper reddimus eis (den Mönchen von Oliva] hereditates Golizow cum suis ter- minis, proot quondam in Jamnow pertinebat. Am 38. April 4 384 {Cod. Oliv. f. 389} verkauft Oliva dieses Dorf nebst Jamen und andern umliegenden Ortschaften an den Deutschen Orden. 484) Das iu den Mottlauniederungen gelegene kleine, nachmalige Danzigcr, Werder. Der Hochmeister beschuldigte das Kloster durch Nachlässigkeit den Dammbruch herbeigeführt zu haben (Cod. Oliv. f. 349). <8i) Die Herren vonRussoczin besessen damals insbesondere ausgedehnte Wiesen im kleinen Werder (Danz. Komthureib. f. 4 4 5). Digitized by Google 720 DIE ALTERE CHRONIK VON OLIVA UND supradictis; et contra roi* ipsius Ordinationen a gratia magistri debere depen- dere. In quam Ordinationen! cum amaritudine cordium consensum fuit per ab- batern et convenlum. Timebant enim, si non consentirent , propter magistri auctoritalem monasterium posse incurrere daronum et jacturam irrecuperabilem. Magister ergo pro captura sturionum suh Neda et pro Ubertate piscandi* in Wisla et aliis superius exaratis1** confirmavit omnes haoreditates monasterii no- minatim, quas defuneti reges et prineipes mönasterio libere et liberaliter dona— ». 81. venmt , et om*nos haereditates , quas absque licentia eorum , quorum intereral dare , fratres comparaverant privatim et secrete. Et deputatus fuit per niagi- strum frater Isidorus cum alio fratre Bernardo de Bechim' ad limitandum omnes haereditates monasterii et ad conscribendum metas per cireuitum. Quibus Omni- bus expeditis et conscriptis magister generalis eas nulla ratione confirmare vo- luit, nisid primo praedieta compositio et ordinatio confirraata esset et ratificata a nostro capitulo generali. Oportuil ergo abbaten) adire capitulum generale pro confirraatione compositionis ejusmodi ohtinenda. Sed medio' tempore, quo abbas erat in capitulo generali, venit in Prus- siam marebio Moraviae Carolns, filius Joannis de Lutielburg regis Bohemiae. Qui cum moram traheret in Thomf, magister generalis occurrit et ibidem in- flrmafus est ; et post unam noctem circa medium noctis misit magister magnum commendÄorem cum aliis fratribus pro dictomarchione, et indutis vestibus suis sedendo in lecto commendavit ei supplieiter ordinetn suum et fratres ordinis rogans , ut fratres et ordinem diligeret et foveret ac in quantum posset promo- veret ; et hoc facto valedicens marchioni recollegit se in lecto et prima nocle extremum vitae suae clausit diem. Cujus corpus cum devotione et mu Horum gemitu deduetum fuit in Castrum s. Mariae et in capella s. Annae in eripta, quam ipse sibi ordinaverat, fuit tumulalum. l'ostea congregatis praeeeptoribus a) Codd. et contra ipiitw Ordinationen) a gratia magittri drberet dtpmndtrt, • K. at eonventn« IpaiiM ordinatio a gratia magietri deberet depender«. b) Codd. pi»c»ndi et in W., E. fchlt et. e) B. Betfaim, C. o. D. Bethjrm, E. Boche) m. d) R. nee prima praodicta comporitio eonftrmata ordinatio e«*rt ratiricata niai a noetro capitata generali ; V. u. O. nee primo praedieta eompoaitio et ordinatio eonflnnau rwet et r»tifi<*t» niii a Doitro etc., E. nüi priut praedieta comporitlo et ordin. conftnnaU et raüfleata «aaet a eafitulo grnenli. e) Codd. meo. f) C. u. D. Thoren. 138) Etwas abweichend von diesem Berichte des Chronisten meldet Abt Stanislaus an das General-Kapitel des Cisterzienser-Ordens (Cod. Oliv. S 1 9 — 22t) consensimus tali modo: qu'od dominus magister ab omnihus impelitinnihns, quas nobis fecit super qui husdam sy Ivis et bnnis sine conflnnatione prineipum Pomeranie quondam per nos emptis, ut assere- bat, et a damnis per rupturam aggeris, que per negligentiam nostram sibi et snis asserebat esse facta liberaliter ae totalitär cessit et omnia nobis indulsit animo gratioso et insuper om- nia bona ecelesio nostre tt dietc lerre Pomeranie quondam prineipibus et aliis ßdelibus nobis collata vcl per nostros predoecssores et uns empta a quocunque et in quibuscunqne loe« dicte terre pronunc ipsorum limitari fecit et ex rerta scientia contirmavit. Nos autem vice versa ex toto renunciavimus cutdam paludi n terminis ville noslre dicte Srorwnick usque ad fluvium dictum Motlava protensc (oben not. 20), et libertatl plscandi in Wisla a loco, ubi ri- vulus Striez influit in Witzlam usque in mare et a captura sturionum circa littus maris, quod Neria dieilur, cum stantibus relibus que Store -Lance vocantnr, et his, que de naufragioeiecta fuerint ad nostrun) littus maris intcr portum Wizle et rivulum dictum Swilinam, et a vella (?) que Scheppla nuneupatur; omne jus, quod ad isla nobis competcre videbatur resignantes in munus magistri prelibati. Er bittet dann im Verlaufe seines Berichtes das General-Kapitel um Bestätigung des Vertrages, »cum — durum sit contra stimulum calcitrare, et dicti do- tniui nostri In his non adhuc sitit plene conlenti, sed auri et argenti fossessiones habere velint in bonis. nostris (si tarnen predicta apud nos possint inveniri), preiudicio vie regie intra hereditates abbatie nostre, cuius non habeimis specialem et claram evpressio- nem in privileglis nostris, ut asseiunt.« Die Bestätigung dieses Vertrages durch Abt Johann von Citeaux aus dem J. 4 344. Königsb. Archiv Schbl. L. n. 56. Wie im kleinen Privilegium ausdrücklich bemerkt wird, wurde jener Verlrag des Hochmeisters am 22. August <387 in Oliva abgeschlossen. Digitized by Google DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. 721 de Alemania et Livonia et Prussia celebratuin fuit capilulum in Castro s. Hariae, et clectus fuit concorditer frater Ludolf us cognoininatus Kiining*, qui prius fuit *thesaurarius ordinis, deinde magnus comnieudator in oinuibus se prudenter * p. «9. rexeral et honeste et absque macula in ordine suo custodierat fainam suara. Iste factus magister Ordinationen) cum monastcrio factam per suum praede- cessorem confirmavit ,w, limitaliones factas ratificavit b etomnes libertates mona- sterii in aurifodinis et argentifodinis et aliis metallis expresse cum aliis ecclesiae juribus suoc et ordinis sui privilegio ex certa scientia ratificavit et acceptavit, gratificavit et perpetuo confirmavit. Et insupcr toto tempore raagisterii sui monasterium dilexit, promovit, quantum debuit, et protexit. Et inter caetera quae providenter egit pro commodo terrarum suarum et incolarum eorundem bona opera pacem cum rege Poloniae in Cujavia* prope Wladislaviam in quodam prato praescntibus honorabilibus viris domino archi- episcopo Gnesnensi , domino episcopo Cujaviensi, domino episcopo Posnaniensi, domino episcopo Masowionsi *, domino episcopo Hermanno Warmiensi et abba- tibus ordinis nostri et aliorum ordinum et aliis multis praelatis et ducibus per- petuo duraturam ordinavit, quae per amborum videlicet regis et magistri jura- menla fuit stabilita et tirmata, quae adhuc usque stat et manet immutala, propter quod omnibus pacis auctoribus in amborum dictorum dominorum terris laetitia cum gratificatione Deo omnipotenti non modica fuit orta. Postquam autern aliquot annis magisterium suum magister rexerat gloriose, venerum ad partes Prussiae magni et nobiles principes, videlicet Joannes de Lutzetburg rex Bohemiae, rex Ungariae et marchio Moraviae, comes de Holland r et alii quam plures ad impugnandum terram et gentem Lithwinorum*", quos'P*80- magister gratulanter suscepit et prout decuit honoravit et , congregata magna multitudine bonorum expeditorum vironim de terra sua , una cum praedictis regibus et comitibus intravit terram Lithwinorum. Et praesumens de fortitudine exercitus praemisit literas ad magistrum Livoniae significans sibi, quod insultum Lithwinorum non timeret, cum ipse intraturus esset cum tarn valida manu ter- ram ipsorum , quod firma spes esset sibi de eorum subjectione vel omnimoda delelione ; propter quod magister Livoniae animatus cum tota potentia sua ivit ad impugnandas gentes Daceones1', Eystones' et üsolienses, quae illo tempore a fide apostataverant k et omnes Christianos milites, dominos suos. colonos et alios quoscunque , qui non erant de gente et lingua eorum , promiscui sexus, senes et juvenes, religiosos et saeculares, una die et una hora, sicut pracordi- a) Codd. Krtningk. b) limlUtioucs — raüflcarit fehlt in B. c) Codd. sui, £. iuo. d) Codd. Cuiatriam. e) C. ii. D. Masouiena. 0 Codd. Hollen, Tgl. Wigand von Marburg. g) B. Lilwinorum. h) K. Dacoa. i) Codd. Eyteoo«. k) Codd. aportatareruot. 434) Diese Bestätigung erfolgte in dem sogenannten kleinen und grossen Olivaer Privilegium. Da« kleine am 28. Ocloh. 4342 in Marienburg ausgefertigt (Cod. Oliv. f. 228) enthüll nur die Beschränkungen, welche die Rechte des Klosters durch den Vertrug vom 22. Aug. 4 33? erlitten hatten, namentlich in Betreff des Fischfanges, des Bernstcinsammelns und der schiffbrüchige«!! Güter. Das grosse Privilegium am 3t. üct. 4342 (Cod. Oliv. f. 342—887, in sehr mangelhaftem Abdrucke bei v. Ledeb. N. Arch. II. p. 298—31») enthalt dagegen eine ausführliche Beschreibung der Klostergüter und ihrer Grenzen, sowie eiuo Bestätigung aller dem Kloster verliehenen Rechte. Das Erzregal wird allerdings, wie der Chronist richtig be- merkt, dem Kloster ausdrücklich zuerkannt, das Strasse n g eric Ii l jedoch nur in allge- meinen Ausdrücken, wie denn schon am 25. Marz 1360 (Cod. Ol. f. 222) durch eine Entschei- dung des Hochmeisters Winrichs, dasselbe dem Kloster nur Uber seine eigenen linterthauen, Dicht über die übrigen Ordensunterlhanen zugestanden wurde. Script, r. p. i. 46 Digitized by Google 722 DIB ALTERE CHRONIK VON OLIVA UND naverant , occiderant ' et ibidem in monaslerio ordinis noslri Padis tu octodecim monachos et quam plurea conversos occiderant*. Audientes autem Lithwini ex- ercitum de Prussia tarn validum similifer contra se venire congregaverunt omne robur suum et in eo tempore , quo cörum terra vastaretur, ipsi vastare terra m Zambiensium et alias Christianorum terras disponebant. Quod cum innotnisset magistro et regibus ac principibus praedictis , de communi consilio decreverunt polius defendere Christianos quam vastare Paganos et cum fcstinalione redierunt sperantes se cum Lithwinis esse congressuros. Quod audientes Lithwini con- verterunt se versus Livoniam et invenerunt terram totam immutatam b et vasta- •p. ei. verunt eam* Christianis multis interfectis, secum pluribus utriusque sexus ad terras suas in miserabilem Servituten) deductis. Post nunc inopinatum eventum in Christiani täte Domino permiltente factum et propter regum et principum cas- sum laborem magister in immensam cecidit trislitiam et cordis dolorem: nec mimm , quia imponebatur sibi , quod ex industria ipsius et voluntate frustrati essent spe sua , quam habebant cum Paganis congrediendi ; et detrahebant sibi majestate non solum reges et alii nobiles sed etiam fratres sui. Et propter ni- miam turbationem quasi alicnatus mentc incedebal , et qui erat quondam ele- gantis eloquentiae et tota in affabilitatc' benignus, raro loqucbatur ad interro- gata respondendo. Et hoc perpendentes viri religiosi : magnus commendator, thesaurarius, hospitalarius et trappiarius famulis magistri et camerariis manda- vemnt , ut eum diligenter custodirent , ne in nielancholia taliter aliquid mali inferret sibi ipsi. Quorum unus curiosius eum custodire voleos saepius in mane vel in vespere eum , cum esset in oralionibus suis , impedivit. Quod magister aegrc tulil , et cum cessare nollel , una vice commotus magister ipsum cultello suo graviter vulneravit. Quod cernentes praeceptores praedicti rogaverunt eum, ut maneret in Engelsberg sine omni sollicitudine et cura et alium consenliret regere vices suas, si forte Deus eum visitaret et sibi redderel sanam mentem. Quod ipse annuil fieri, et conslitutus fuit in vice-magistrum frater Henricus •p. 62.Tusimerb, qui se honeste rexe'rat in online multis annis et contra Lithwinos semper fuit pugnator strenuus et virilis. Post elapso anno vel araplius praeceptores de partibus Alemaniae et Livo- niae convenerunt in Castrum s. Mariae, et in capitulo praedictus magister cessil voluntaric et insignia magisterii libens resignavit , et lunc electus fuit praedi- ctus frater Henricus Tusimcrd concordiler in magistrum; praedictus vero anti- quus magister recuperata omni ratione et eloquentialn Engelsberg commcndator permansit usque ad obitum suum et in Insula s. Mariae requiescit tumulatus. Praedictus ergo magister postquam electus fuerat , officium magisterii sui coepit regere laudabilitcr et modeste. In cujus principio magislerii commendator Gedanensisr frater Gerhardus de Stegyn a plebano de Gdantzk domino Henri co de Lapide diclo recepit villam Wrcst,36) Wrest int das jetzige Dorf Langefuhr b«i Danzig. Den deutschen Namen Langen- fort führt es bereit» 6. Febr. 1404, wo der Komthur von Danzig, Albreeht von Schwnrzbur^ dasselbe zu einem in *6 Garten abgetheilten Bauerndorf nach Kulmischem Rechte einrichtet und dem Stegfrtd Stange das Schultzenamt in demselben verleiht (Kgsb. Arch. Schbl. LX. 67) ; noch vor 1 499 war es jedoch zu Magdeburgischem Lehnsrechte an den Burgermeister Gert v. d. Bekc verliehen worden (Danziger Komthureib. f. 10«). Digitized by Google DIE SCHR1KTTAKELN VON OLIVA. 723 parochiam ab antiquo1*7, et de consilio fratrum suorum transtulit curiam peco- rum , quae erat primo sita ante Castrum Gdantzk, et locavit eam ad rivulum Slrisz iu praejudicium et gravamen monasterii nostri , ut auferre posset prata sita ioter Strisz et inter antiquum aiveura ,M ejusdem rivuli usque in Wislam ; et ad hoc defendendum seniores monasterii cum abbat e adierunt raagislruro et alios praeceptores principales, videlicet fratrem Henricum, roagnum commendatorem, fratrem Hermannum Kudorff hospitalarium , fratrem Joaunem thesaurarium et trappiarium* ostendendo et probando, quod eadem prata essent monasterio data in commutationem pro terra* Gmewensib, et nulla ratione esset possibUe, quod'P 6" eadem prata a monasterio juste possent auferri nec violenter. Quo audito ma- gister cum praescriptis praeceptoribus adjudicaverunt non debere turbari mooa- slerium in possessione pratorum praedictorum. El extunc dictus commendator cessavit ab impetitione et ab iniqua inlentione, qua fuerat per alios informatus. ldem etiam magister de consensu etvoluntate conventus aquam Clodavam* per transversum haereditatis nostrae Langenow per fossatum duxit super situm molendinum in magno vado Grebin tw et littera sua patente cum sigillo pendente cavit monasterio, quod hujusmodi ductio aquae non deberet in aliquo metis dictae villae, prout scriptae sunt in majori privilegio generalis magistri, prae- judicare 14°. Istius etiam magistri tempore, anno videlicet incarnationis Domini mcccxlyi. me. Bex Litbwinorum minatus fuit se velle intrare terram Sambiensem ad depopu- landum eam ; quod magister volens prohibere cum exercitu valido jacuit in fini- bus terrae custodiens die noctuque terram ab insultu Lithwinorura. Tandem magister cum exercitu suo affecti taedio redierunt , sperantes Lithwinos retro- cessisse. SedLithwini latitantes ut perceperunt exercitum magistri esse solulum, insultum fecorunl in terram et illatis damnis pluria millia hominum Christiano- rum promiscui sexus captiva in terram suam deduxerunl in miserabilera servi- lutem. Et poslea idem rex Litbwinorum per ducem exercitus sui, fratrem suum a) Cod4. tnwUoajn. b) C«xM. Ooiew.iui. c) B. CloddMiwn. 137} Es ist die Pfarre von S. Catharinen auf der Altstadt Danzig gemeint, nicht nur deshalb, weil die von S. Marien 4 343 neu fundirt, wie die Handfeste des Dorfes Zigan- kenberg zeigt, am 8. Decemb. 4344 einen D. Conradus zum (ersten) Pfarrer hatte (•Plebonus apud S. Maria tu in Dantxk.« Danzig. Archiv. Höhische Sachen n. 11), dagegen ein D. Henricus schon 24. Juni 1327, wo er an einer Verhandlung im Kloster S. Albrecht Theil nimmt, Plebanus ecclesie b. Catharine in Dansco urkundlich genannt wird (meine Han- dels- u. Gewcrbsgesch. Danzigs S. 9. n. 21), sondern auch, weil S. Marien zu keiner Zeit Pfarrrechte und Besitzungen ausserhalb der Stadl besass, wahrend S. Catharinen mit Beiden» ausgestattet war. Seit 1243 nämlich, wo zuerst ein D. Wllhelmus als Plenen von Dan- zig genannt wird (Cod. Pom. n. 34 7), erscheinen in den Urkunden bis 4 808 eine grosse Zahl gleichzeitig an jener Kirche fungirender Priester; ein spaterer Pfarrherr derselben, Luderus, zwischen 4275 und 4 288 häufig erwähnt, nimmt um Hofe Mestwins IL unter dorn Namen eines herzoglichen Kanzlers sichtlich eine hervorragende Stellung ein. Aus dem Zeugnisse des Decans Günther von Sandomir vom Jahre 1320 (Beil. V. A. Z. 4 5) erfahren wir nun. dass an dieser Kirche vor 4808 ein Domhcrrnslift sich befand, dessen Kanonikate von dem Für- sten selbst besetzt wurden. Die Quellen, welche der Kirche zur Erhaltung dieser Priester- schaft zuflössen, lernt man aus unserer Stelle kennen, und haben auch noch in den spätem Jahrhunderten darin bestanden, dass eine grosse Anzahl Dörfer der Danzigcr Höhe dieser Kirche afllliirt und decempflichtig waren (vgl. meine Gesch. von S. Marien I. S. 46, not. 4). 4 88) Man ersieht aus dieser Stelle, dass der oben S. 693. und 700. genannte »weisse Bach« oder Bcalastruga nichts anders als ein alter Mündungsarm des Striszbaches ist. Die Wiesen müssen somit auf deui Grundgebietc des jetzigen Gutes Schcllmühl gelegen haben. 43») Die Mühle itchorte zum Ordenshof Grebin (dem jetzigen Gute Herreu -Grebin). 4 40) Die hierüber üi Marieuburg 4 847 in deutscher Sprache ausgestellte Urkunde Cod. Oliv. f. 4 48. 46' 724 DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND •p. 6*.Kynstot dictum anno Domini mccc^lviii.'*1 circa fcstum beati Michaelis cum exer- e. »Is^pucitu magno intravit lerritorium Wilowenense 141 et civitatem cremavit et toluni id territorium devastavit trahens nioram per aliquot dies et illaesus cum suis ad propria rediit. ^1348. Post haec proximo anno circa epiphaniam Domini magister collecto exercitu 'suorum Dominum et bospitum, qui tunc de Anglia et Francia venerant, xl. tnil- 34. Januar, lium , in vigilia conversionis s. Pauli fecit insultum in terram Lithwinorum et pcrnovem dies continuos eam vastavit et occidit omnes, quos reperit, tarn senes quam juvenes ulriusque sexus : et cum redire cum suis ad propria vellet , rex Lithwinorum cum praediclo exercitus sui duce et cum Ruthenis fuit ipse inse- cutus festinanter et in terris suis commiserat cum exercitu Christiano bellum : et ceciderunt in conflictu primo de parte Christianorum frater Gerhardus de Stegyn , praedictus coramendator Gdauensis, et advocatus episcopi Sambiensis, commcndator Golubensis* et alii fratres sex et quinquaginta viri saeculares no- minati. De parte veno Lithwinorum et Ruthenorum corruerunt octodecim millia, et Christiani triumphatores cum adjulorio Dei gaudenter ad propria redierunt. Et in conflictu beala Maria protexit visibiliter Cbristianos, quia vexillum bospi- tum , in quo erat imago Virginis gloriosae depicta , in oculis et ante oculos erat omnium pugnantium fidelium in omni loco. Et in hoc potissime auxilium beatae Virginis potuit perpendi, quod glacies in quodam fluvio Strawa14* profundo rupta * p. straverint anno Domini mccxxxiv. * Circa idem tempus anno scilicet uccxxxvi.* rom- busta est iterum Oliva a Prutenis Warmiensibus , et sex conversi cum triginla qualuor servis igne et gladio sunt miserabiliter intcremli ipso die circ umcisioni> Do- i. J»o. mini. Postea vero circa annum Domini mccxuii. tempore videlicet coronationis domini Innocentii pape quarti humuni generis pcrsequutor , aposlata veritalis, pacis el con- cordie inimicus, Diabolus gravissimam inier ducem Swanlopolcum et fratres de Pni^« excitavit permittente Domino discordiam. que fere ad undeeim annos stellt, in qtiaqiri- dem discordia dux prediclis fratribus de Prussia intulit dainna multa . sed multo plura ipse viceversa perlulit ab eisdem. In hac igttur lempestate Oliva iterum ac iterum cum omnibus suis grangiis et horreis concremalur ablatisque inde equis el pecoribus universis ad extremam deducitur paupertatem. Hoc etiam tempore domini Cruriteri Castrum ducis, quod Sartowitz dicebatur, in nocte s. Barbare occupantes, omnibus illic repertis occisis, pretiosas reliquias raput videlicel gloriose eiusdem virginis *. Barbare inter cetera spolia invenerunl secumque in Culmen cum solemnitate et ingenli gaudio *P" ••detulerunt. Anno insuper mcclii., ipso die conversionis s. Pauli, * multitudo non paura Pomoranorum fuil per dominos de Prussia et eorum homines interfecta, el Oliva iteruri rebus omnibus spolwta. Tandem miserante Altissimo inier ducem et fratres predig per reverendum virum dominum Jacobum archidiaconum Leodiensem, sedes apostolk« a) A. B. u. C ml rrnlm, K. f. 12. Erat Sw. l>) P. □. D. de tubiujo. E. f. 31 de »nbiufio. c)E.W •liaro plua »uper, P. affult. d) \. B. C tun. e) A. B. u. C MCCXXXIV. t) A. hat folfcndt 8»a4- benerkuog tn - tur, prima anno 1213, aecunda 1247 a crueiferi* facta«. Digitized by Googl DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. legatum, qui postea factus papa dictus est Urbanas quartus, pax el concordia firmata est, que postea inconcussa semper permansit, in qua concordia et pace dux Swanto- polcus pluribus supervixit' annis et servieng Deo in operibus misoricordic servitio grato, decessit fine beato anno Domini mcclx vi. tertiob Idus Jantiarii et sepullus est in u. Ju>- sepulcro patrum suorum in Oliva. Ob cuius merita scribuntur talia metra: Sexaginta sex annis et mille ducentis Virginis a parlu fluxis Christum parienlis Swaulopolcus obit dux inclitus et miseralor In iniscros el ob id justorum sorle frualorc. Hic in Gdanck moritur et in Oliva scpelilur Par s ibi 11 non oritur, simili Gdanck non redimilur", Dum ruit hoc sydus terno Jani fuit Idus. l'rbis in ccclcsiam Gdancnsis fertur honeste Presb it eriq ue canunt misse solcnniii nioesle.l Fertur et ad fralres, qui magnopero vencranlur, Corpus, ubi misse devote coucclcb ra ntur. Hinc ad burgenses perducitur, ac in coruin Ecclcsia missas canit ordo presbiterorum. *Fletus miscetur, quo sexus uterque repletur *p.9. Slavi Theutonici flent, flelus ubique vidctur. Flent ju venes parilcrque senes, cuncli lacrimantur, Qui longe corpus extra portam comilantur, Quod gestavcrunt Slavi qui nobiliores Exstiteranl de mililibus simul el probiorcs, Tandem ponentes corpus flendo rcdieruut. Hinc Olivenses illud venerando tulerunt Pulchra fit ad portam processio; cuncta movenlur; Conveniunt cuncti sicul de jure tenentur, Suscipiunt, pulsant, plorant, cantant, in enrum Ecclesia ponunt, ubi couvenlus monachorum Insistit prcoibus sex noctibus atque diebus Continuis, Domino missas ex macrore cancndo. Abbates bini praeslo sunt, qui celebrarunt lllius exsequias corpusque suum tuuiularunt Cui rogo propitia pia sis cum prole Maria. Amen. Dux Swanlopolcus moriens duos filios reliquit superstites Mistwinum seniorem et Warcislaum juniorem. Hunc Pomorani prirno in dominum habere voluerunt, et ideo auxilio ipsorum Warcislaus fratrem suum cepit et in Redzk eum tenuil vinculatum. Postea vero potentiores " milites Mistwinum liberaverunt ' (idelem sibi extunc* ac deinceps assistentiam facientes, Warcislaum autem persoquentes de terra Pomoranie fugaverunt. Qui fu'giens in Elbingum peregre ibidem morluus est in Pomoraniam non'p. 10. reversus. Sicque dominus Mislwinus hereditatem progenilorum suorum, ducatiun vide- licet totius Pomoranie, pacifice gubernavit, el fuit monaslerio Olivensi beneflcus el mul- tum favorosus, libertales eidem et gratias plurimas conferendo. Hunc du rem Mistwi- num, quia illegitime vixerat et sponsam Christi sanctimonialem de coenobio Stolpensi Fulcam nomine suo matrimonio adoptaverat , Deus privavil sui seminis legitimo suc- ccssore tanquam indignum, quamvis alias esset conq)etenter dignus; et ideo tempore vitc sue jani senex designavit sibi successorem dominum Premislium ducem Polonie, cui milites Pomoranie vivente adhun domino Mistwino homagium prestiterunt . Tandem dux Mislwinus in scneclute bona moritur et in Oliva in sepulchro progenilorum suo- rum, ducum Pomoranie '\ scpelilur anno Domini mccxcv.' vni. Kai. Januarii. Horum itaque illustrium principum fundatorum, fautorum ac pro- ») So D. u. E., dagegen A. B. u. C. uinii »upenrixit. b) A. B. C. Idol III. JMuar. e) 80 P. D. u. E., dAjegtn A. B. C. fniotnr. d) A. B. C. «ed. e) P. potior««. f) A. B. ('. D. et fldelem. g) 80 P. D. u. E. , A. B. u. C. eorriglrten »uf Orund der Altern Chronik : fld«len> ipii luoe »c deineep«. h) A. B. C. fohlt : dueum Pomonmie. i) P. MCCXCVII. 730 DIB ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND tectorum nostrorum celebris in hoc loco memoria sequenti die post dedicatiooem ecelesie* agitur anuuatim.' Et ut pro eorum aqimabus Dominum sedulo deprecemur, perpeluos nos cognoscimus debilores. *p u- * Secunda tabula benefactorum.* Premislius dux regni Polonie in Gdanzk veniens. ut1 ducatum totius Pomoraoie sibi per ducem Mistwinum resignatum suscipcret*, ipsam civHatem Gdanzk plancis muniri procuravit. Qui posl coronam regni Polonie a sede apostolica consequutus uno tanturu anno supervixit captusquc per satellitcs Woldeinari marchionis de Brandenburg occisus est in ultioncm sanclc Lucardis roniugis sue , quam ipse male suspectam ha- bens feeerat iugnlari. Iste mit rnonasterio huic dominus gratiosus; nam omnes posses- siones, quas babuit ex donatione priorum prineipum, ei suis privilegiis conflrmavit. Quo sie de medio sublato Bohemie rex Wenceslaus secundus dominus et priueeps religiosus unicam tiliam Premislii superstilem duxit uxorera et cum ea totum Polonie regnura obtinuit. Wladislaum insuper ducem . qui sibi ducatum Pomoranie post Pre- mislium usurpaverat , una cum sua ducissa cxilio rclcgavil. Sicque Pomoraniam paci- fice possedit extune toto tempore vite sue. Ist« glorinsus rex clerum multum dilexit •p. 12. et bonoravit, monasteria furidavit ac defensionis clipeo a malorum" ineursibus * pro- texil. Qui eliam omnes libcrtales et hereditates per anteeedentes prineipes rnonasterio Olivensi cullatas benigne confmnavit , plura de magniticenlia regia superaddens. Utro- que ergo regno, Bohcmie scilicet et Polonie, aliquot annis laudabiliter gubernato debi- tum so|\it mortis anno Domini mcccv., xif Kalendis Julii relinqucns post se cum bene- dictione preconium magno laudis. Cui sueeessit in regno tilius eius Wenceslaus tertius. Hic autem uno solum anno regnavit post patrem. Nam cum llurus esset Cracoviam cum exercitu, a quodam inlideli milile in Olmutz est miserabilitcr interemptus, anno Domini ucccvi. pridie Nonas Augusti. Tunc Pomornni expuUis Bohcmis concorditer voeaverunt ducem Wladislaum pre- dictum, qui receplo homagio et fldelitatis iurameulo a militibus universis dux totius Pomoranie proclamatur. Hic postea per arehiepiscopum Gnesnensem coronam regni Polonie a sede apostolica petivit et impetravit. Iste coepit monastcrio Olivensi* esse prolector et dominus gratiosus omnesque libertates iura et possessiones elus non solum confinnavit verum eliam liberaliter augmentavith. Quum autem dispositis munitionibus terrae pro suo ' beneplacito voluntatis Cra- coviam rediret, Swentza palalinas cum filiis suis et pluribus aliis militibus marchionem de Brandenburg dominum Woldcmarurn ad suseipiendum ducatum Pomoraniae voca- veruut. Qui missis militibus suis civitatem Gedaneusem tenuit cum auxilio civium et militum predictorum. Alii vero milites Castrum tenuerunt ad manus ducis Wladislai * p. 1«. eratque cotidianus conflictus * inter eos. Tandem hi, qui in eastro conchisik eraot, eernentes se adversus partem alteram praevaiere non posse nec eis aliunde superesse auxilium, miserunt ad dominos terrae Prussiae ipsorum adjutorium poslulantes. Qai cum exercitu valido venientes civitatem Gdanck ohsederunt civiumque incompositis provocali ludibriis eam feroeibus aoimis expugnautes ceperunt. Quam ingressi intcr ceteros occisos iussemnt x vi.145 milites Pomoranie trucidari. Quos dominus Ru- •) I). hat d?o ZuaaU XXUH. dio mco.U OctobrU, P. litt nur die* Worte und nicht den SaU aequeoti-«- deaii-. b) Die Ueberachrift fehlt P. und D. c) A. B. ( . et. d) A. B. C. .«»dpien«. r) malwum, da» P. und D. hat, i*t ohne ZwciM in A. Ii. u. C. durch einen 8ehxeibfehl«r auagrfallrn. fj A. B. C. D. fehlt XI. f) P. monaatrrii Oliieutif. h) In der Pttt-rtlnirgcr llandachrift »owle in der Siraonctti» bitte rinc ipStrnr H»nd hier den Satz biniupvfilgt : Huiua tempore nian-hjonet Brandenburg»!!*«! mulU loca P»- merelliae «uae dlUanl» Wrunt; Oedanun atUm «üb auam poteiUtetn rrdigrra atuduerunt; a quo UnriH Wladialaua m iinpadtTit upar» (,'rutiferoium Prutlmiicorutn, qui uib tpecie defenaiocii eielUlew iibu» tibi re- tinuere. i) A. B. V. »Ufte. k) A. B. V. fehlt couduai. I4S) Dass IS Pommcrische Ritter ermordet seien, bezeugt schon lliO der Ritter Shyra von Crupocin (Beil. V. A. Z. 8). Die genaue Angabe des Tages, an welchem sie begraben wurden, iasst vermutben, das» noch im <6. Jahrhundert eine labchriR ui» das Ereignis erinoerte. , Digitized by Google DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. 731 digerus, abbas Olivensis , pietate motus ad Olivam fecit duci et ibidem sepeliri in coe- miterio s. Jacob» ante claustrum anuo Domini m c c c i x . pridie Nonas Jan uarii. J3^^ Postea domini Cruciferi civium superbiam humiliarc volentes inunitionem civitatis peni- * knu"' tus destruxerunt et a marchione Woldemaro, quem tunc existimabant potius ius habere Pomoraniam ' usque ad terrae Stolpensis terminos emerunt , pecuniam in nova Kalis pro eadem appendentes coram mullis honest is militibus tarn Pomoranis quam Marchio- nicisb anno Domini ncccxr. Et extunc domini Cruciferi terram Pomoranie emtionis titulo multo tempore possederunt succedentibus sibi vicissim quam pluribus magist ris generalibus, viris utique religiosis prudentibus et honestis, per quo- rura prudenliamterrcditionicorumsubiectcnonmodice profecerunt; cultus etiam divinus recepit ibidem non parvum ipsis auctortbus in- crementum. Monasteriod Olivensi benefici semper erant ac benignissimi protectores. Interquospraecipuus exstitit magnificus dominus*, princepsmagis- terWinricusKnipprode, qui licet in omnes sibi subditospius esset et bonus et ad commoda terrarum suarum * semper intentus, speciali ta-«p. 14. men benignitate et favore domum nostram prosequebatur , ob quod ipsius memoria merito debet esse apud Deiira et homines immortalis. Interea predictus rex Polonie' Wladislaus alias Lotek, dolens se iure ac dominio terrae Pomoranie sie privatum, cnm diversimode re- petcre nitebatur, adeo ut iuneta1 cum rege Litwanorum Viten nomine amicitia dominos crueiferos nonnunquam11 procliis impeteret licetin cassum et non sine gra vi detrimentosuor u mexercitu um et terrarum. '[Interim nempe anno gratie mcccl. in annunciatione b. Virginis. in quam tunc incldit parasecue Domini, cum convontus more debito in refectorio pane et aqua reficeret, coci caminum a fuligine purgare volentes magnam straminis copiani suppositam incen- derunt, unde tantus evasil ignis, qui totum monastcrium celeritcr consutnpsit et nil nisi soios ecelesiae, dormitorii et refectorii parietes reliquit. Deus \ero, qui pcrculil et mortiticat, iteruro sanavit et vivifieavit, provocando ad pietatis opera magistrum gene- ralcm , episcopos et abbates aliosque utriusquo sexus nun paueos seculnres, qui lar- gitionibus suis effecerunl, ut monasterium citius ad pristinamk redierit integritatem. Quibus omnibus ut Deus pro impensis benefieiis vitam retribuat scmpilcmam , nos et posleri sedulo orare tenoraur. Porro anno Domini mccccxxxiii. die iv. Decembris monasterium 143:1. 4. nrC. Olivense ab haereticis Hussitis, qui ex * Bohemia venerunt, combu-'p.is. sturo et destruetum est.] Elapsis vero pluribus1 annis inter dominos terre et subditos eo- rum quedam exorte sunt simuitates, quarum occasione sevissima bella™ surrexerunt et multo tempore duraverunt. Post multa ergo mala, post gravissiwas honainum cedes, post agrorum depopulationes flebilemque lotius terrae desolationem tandem pacc reddita et inita concordia Pomorania do- mini Cazimiri regis Polonie subjicitur ditioni. Hie screnissimus rex, cleri fautor et religionis, monusterio Olivensi omnes hereditates, libertates et iura, quas antea iuslo titulo possederat, confirmavit. Necnon dedit nobisornatumglaucum,quoutimurdicbussahbatisad missam beate virginis Marie". a) A. B. C. Pomeranlae. b) P. «. O. Marchionici», A. B. C. a Marchionlbu». c) P. MOCCXII. d) A. B. C. monaaVrio quoqne. e) A. B. C. domlnu* et. f) Polonie fehlt A. B. C. f) A. B. C. cotttracU. h) A. B. C. noananquam etiam. i) Oer in KUmmern eingej>ehloMene Abschnitt fehlt in P. t>. und E. und hat somit »uf den Tafrln , deren Bilder »uf den Inhalt demelben nicht Betug nehmen, nicht ge»Unden, h) Bier tritt in B. die Lücke ein. I) Mit Rurlulcht auf die neu hioiufeftlften SaUe haben \. und C. diu pluribw in deinde paucit umgewandelt, m) A. u. C. beUa intestina, d) Der letite 6aU fehlt bei A. u. C. ■ Beüage I. Wulfstan's Reisebericht über Preussen. In der vom Könige Alfred dem Grossen in seinen spätem Lebensjahren (zwischen 887 und 901) angefertigten Angelsächsischen Uebersetzung der Weltgeschichte des Orosius ist von dem Uebersetzcr in der geographischen Einleitung des Werkes unter andern), namentlich neben einer geographisch-ethnographischen Uebersicht desjenigen Gebietes, welches der Uebersetzcr Germanien nennt, und in der bereits die »Osti« 1 als die Bewohner der östlichen Küste der »Ostsee« bezeichnet werden , auch der Bericht über die Seefahrt eines sonst nicht weiter bekannten Wulfstan von Hydaby (Schleswig) aus in das Land der »Esten« eingeschaltet, in welchem zum ersten Male eine aus per- sönlicher Anschauung gewonnene Kenntnis* des PreussUchcn Landes und Volkes uns entgegentritt. Wir geben im Folgenden den Angelsächsischen Bericht nach der von Joseph Bosworlh London 1859 besorgten kritischen Ausgabe, in dessen von uns bei- gefügter Deutschen Uebersetzung wir uns im Wesentlichen an die ebenso gründlichen wie scharfsinnigen Untersuchungen Neumanns angeschlossen haben, die derselbe in seinem von Bosworlh nicht beachteten Aufsatze : Ueber die Lage von WulfsUns Truso, Wislemund und Witland (in den N. Preuss. Provinz. Blatten» Jahrg. 1854 B. V7. 290 ff.) niedergelegt hat. Orosius I. 1. §. 10. Bosw. p. ti. §. fO. Wulfstan saede paet he gefdre of §. SO. Wulfstan sagte, dass er ausge- HaVrVim , — bael he waere on Truso on fahren sei von Haethum [Hydaby, j. Schles- syfan dagum and nihtum , — haet |>aet wig] — dass er in Truso nach sieben Ta- seip waes ealne weg yrnende under segle. gen und Nächten war, — dass das Schiff Weonodland him waes on steorbord ; and den ganzen Weg unter Segel seine Fahrt on baec-bord him waes Langa land , and machte. Wendenland 3 lag ihm am Steuer- L&land , and Falster, and Scon eg ; \ind bord [zur Rechten] ; und am Backbord [zur bas land call hyraÖ to Dencmearcan. And Linken] lag ihm Langeland und Laaland honne Burgcnda land waes us on baec- und Falster und Sconeg [Schonen] ; und bord, and ha hahbad him sylf cyning. alle diese Lande gehörten zu Dänemark, ponne aefter Burgcnda lande , waeron us Und darauf war uns Burgendaland [Born- has land , pa synd hatene aerezt Blecinga holm] zur Linken , und diese haben ihren 4g , and Meore , and Eowland , and Got- eigenen König. Darauf hinter Burgenda- land, on baec-bord; and Pas land hyraÖ land waren uns die Lande, die geheissen loSwcon. And Weonodland waes us ealne sind zuerst Blekingen , und Meore [Möre] weg, on steor-bord, oÄWislemüdan. Seo und Eowland [Oeland] und Gothland am Wisle is swy6re mycel eft , and hio lolid Backbord ; und diese Länder gehören zu Witland, and Weonodland ; and Öaet Wit- Schweden. Und Wendenland1 war uns den 4) Bosworth Orosius 1. 4. §. 42. »Norü-Dene habbaS him be nordan bone ilcan saes earm, be manOst-sae hact; and be eastan bim sindon Osti Sa leode; and Afdraede be suoan. Osti habbad be noroan him hone ilcan saes earm, and Winedas aotl Burgendas , and be suöao him sindon Haefeldan. . Sweon habbad be suöan him flone s&s earm Osti * (»Die Xord-Diinen haben nordlich von sich denselben Mecrcsarm, welchen man Ostsee nennt, östlich von ihnen ist das Volk der >Ostcn< und dir >.\fderüdr .Obotriten] im Süden. Die 'Osti< haben nördlich von sich denselben Meeresarm ; desgleichen die Winedas (Wenden] und Burgendas [Bewohner von Romholm' und südlich von ihnen sind die Haefeldan [Haveller?]. Oie Schweden haben südlich von »ich den Osti sehen Meeresarm.«) 9) Mit Unrecht bat man angenommen , dass nach Wulfstan's Meinung das Wenden- land [Pommern, Mcklcnburg und Holstein' zu Dänemark gehöre; jrerade durch die Wieder- aufnahme des schon am Anfange genannten Wendenlandes giebt er deutlich zu erkennen, dass seine statistischen Bemerkungen sich nur auf die zu seiner Linken gelegenen Lander beziehen. Digitized by Google DIE ALTE HE CHRONIK VON OLIVA etc. BEILAGE I. 733 land belimpeÖ to Estum : and seo Wisle HÄ üt of Weonodlaude , and lid in Est- mere ; and se Estmere is huru liflono niila brad. Ponne cymed Illing castan in Est- raere of Öaera mere , Öe Truso standefl in Stade ; and cumaÖ üt saiuod in Estniere, Illing eastan of Eastlande, and Wisle süftan of Winodlande ; and honne benimÖ Wisle Illing hire nntnan, and ligeÄ of |»aem mere west and norÖ on sd* ; forÖy hit man hael Wisle-müöa. Paet Easlland is swyöe my- cel, and baer biÖ swyÖe manig hurh, and on aelcere byrig biÄ cyningc ; and baerbiÖ swyÖe inycel hunig , and liscafl ; and se cyning and ba ricostan men drincatf my- ran meolc, and ba unspedigan and Pa beöwan drincaÖ medo. Paer biÖ swyÖe mycel gewinn betweonan bim ; and ne biß daer naenig ealo gebrowen mid Estum, ac baer bifl mddo genöb. ganzen Weg am Steuerbord bis Weicbsel- raünde*. Die Weichsel ist ein sehr grosser Strom und sie lliussl an Witland* und Wendenland ; und das Witland gehört zum Estenlande ; und die Weichsel fliesst vom Wendenlande aus und läuft ins Estenmeer [das frische HafT] ; und das Estenmecr ist zum Weuigslen fünfzehn [Englische] Mei- len breit. Dann kommt die Illing [Elbing] von Osten in das Estenmeer aus dem See, an dessen Gestade Truso 6 liegt ; und es kommen zusammen ins Esten raeer Ilflng von Osten her aus dem Estenlande und die Weichsel von Süden aus dem Wenden- lande ; und daraufnimmt die Weichsel der Illing ihren Namen und streckt sich von dem [Esten-] Meere nach Westen und Nor- den in die See ; daher heisst mau dieses Weichsclihünde. Das Estenland ist sehr gross, und da liegen viele Städte, und in jeder Stadt ist ein König ; und da ist auch sehr viel Honig und Fischfang, und der König und die reichsten Leute trinken Pferdemilch, und die Unvermögenden und die Sklaven Irinken Meth. Da ist sehr viel Krieg unter ihnen ; und es wird kein Bier gebraut unter den Esten ; aber da igt Meth genug. S) Unter Weicbselmündo versteht Wulfslan, wie Neumann in Überzeugender Weise dargetban bat, denselben Ausfluss des nordwestlichen Mündungsarmes der Weichsel , den wir jetzt noch so bezeichnen. Deutlich ist Wulfstans Anschauung Uber die westliche Haffseite, welche er allein kennt, und die in sie einmündenden Flusse folgende : Die Weich- sel kommt aus dem Weodenlnnd und tliessl in nördlichem Laufe, d. i. durch den jetzigen Mündungsarm der Nogat in das frische Hair. Man hat hiebei die Vorstellung festzuhalten, dass die sudlichen ebenso wie die westlichen Haffufcr, schon nach den in historischer Zeit hier vorgegangenen Veränderungen zu urtheileu, damals viel weiter als jetzt nach Süden und Westen dort etwa bis in die Gegend von Zeler, hier bis Fischerbabke ins Land einwärts gingen. Bei der Einmündung dieser »Weichsel« in das Haft* verband sich mit ihr die von Ost eu kommende und aus einem Landsee, an dessen Ufer der Ort Truso lag, d. b. dem jetzigen Drausensee, abmessende Elbing (es muss somit damals Hauptarm der Elbing der- jenige gewesen sein, welcher jetzt unter dem Numen der alten Elbing bei Zeier allerdings mehr von SO. als von 0. in die Nogat fliesst), welche an die Weichsel ihren Namen verlor, indem dieser Fluss unter dem Namen Weichsel vom Haffe aus nach Westen hin sich er- streckt (nicht sich ergiesst) und zuletzt in nördlichem Laufe ins Meer (die Ostsee) geht. Wulfstan hat diese Anschauung sichtlich dadurch gewonnen , dass er von Weichselmünde auf der Dunziger und Elbingischcn Weichsel ins Haft gelangle, und, indem er um nach Truso zu gelangen, in die Mündung der Elbing einfuhr, hier den Namen und den Strom der Weichsel wiederfand. 4) Unter Witland versteht Wulfstan das Land zwischen der Ostsee und den von ihm bis zum Haff durchfahreneu Armen der Danziger» und Elbingischen Weichsel und somit die jetzige westliche Nehrung. Der in historischen Zeiten an der Westspilze des Samelandes nördlich von Lochstält früher (zuerst ti38) unter dem Namen Witlandsorl hervortretende Landstrich gestattet die Vermuthung, dass in den Zeiten, wo das Lochstatter und Pillauer Tief noch nicht vorhanden war, Witland an jenem Grenzstriche sich von dem Ostlichen Samelande geschieden habe. (Vgl. Neumann I. I. 888.) 5) Deutliche Spuren dieses an dem Ufer des Drausensces gelegenen alten Preussischen Handelsortes hat Neumann in dem Namen des jetzigen etwa '/» Meile vom Drausensee ent- fernt liegenden Kirchdorfes Preussischmark gefunden , welches in älterer Zeit durchgängig Prusc hinmarkt oder Preusch en marcht heissl, und dessen noch näher dem See ge- legenes Nachbardorf Neuendorf in einem Zinsbuche des 1 5. Jahrhunderts Dutschen d r u s c n und ein anderes Mal D cu t sc Ii i ndr u se n genaunt wird , — Spuren, welche durch die auf jenem östlichen Ufer des Drausensces, namentlich bei dem Dorfe Grünau öfters aufgefunde- nen alten Schmuck gegenstände und Römischen MUnzen an Bedeutung gewinnen. Digitized by Google 734 DIE ALTERE CHRONIK VON OLIVA DND §.11. And ftter is mid Est um deaw, bonne |>aer bid niaii dead , |>aet be liÖ inne unforbaerned raid bis magum and freondum monad , — gohwilum twegeo : and ba [cyningas] and ba odre heah-d un- Rene men, swa micle iencg swa hi roaran spcda habbad. bwilum healf-gear, baet Iii beod unforbaernod ; and licgad bufan eor- dan on hyra busum : and ealle |>n bwlle, be baet lic bid inne , baer sceal beon ge- dry nc , and plega , od done daeg , be hi hin« (brbaernad. §. 22. Ponne, py ylcan dacge, hl hine lo paem Ade ber:m wyllad , ponne todae- lad hi his feoh , ]>aet j»aer lo lafe bid aef- ter baem gcdrynce, and baem plegan, on fif oddesyx, hwyltim on ma , swa swa baes fcos Andern bid. Alccgad hit donne forhwaga on anre mile bone maestan dad fram baem tune , Ponne oderne , donne baene priddan , obhe hyt call alcd bid on baere anre mile ; and sccall beon se lae.sta dael nyhst baem Itine. de se deada man on onne scoolon beon gpsamnode ealle da nienn , de swyftoste hors habbad on baem lande , forhwaega on tif milum, oddp on syx milum, fram baem feo. Ponne aeniad hy ealle toweard baem feo : donne cymod sc man, se baet swifte hors hafad. lo baem aereslan daele, and to baem mae- stan , and swa aelc acftcr odrum , u]> hit bid eall geuumen ; and sc nimd bone lae- stan dael, sc ny hst baem tnnc, baet feoh gp&rned : and ponne ridcd aelc hy s we- ges inid dan feo , and hyt niotan habban eall : and forfly (>aer beod ba swiftan hors ungefüge dy re. And bonne bys gestreon beod bus eall aspendcd, bonne byrd man hine ut, and forbaerned mid his waepnum and hraegle : and swidosl ealle bys spcda hf forspendad, mid ban langan legere baes deadan mannes innp . and (baes be hy"' be baem wegum alccgad, be da frem- dan lo aernad, and nimad. §.23. And baet is mid Est um fieaw. baet baer sceal aelces gedoodes man beon forbarrned: and. gyf bar man An ban fin- ded unforbaernpd . hi hit sceolan miclum gebetan. — And baer is mid Eastuin än maegd , baet bi magon cyle gewyrcan ; §. « I . Und da ist unter den Esten Sitte, wenn ein Manu lodt ist , dass er drinnen unverbrannt liegt unter seinen Verwand- ten und Freunden eineu Monat — biswei- len zwei ; und die Könige und die andern Leute hohen Ranges , um so viel länger, je mehr Reicbthümer sie haben, bisweUen ein halbes Jahr, dass sie unverbrannt lie- gen , und liegen über der Erde in ihren Häusern ; und alle die Zeit, wo die Leiche drinnen liegt , da soll Trinken und Spiel sein , bis auf den Tag , da er verbrannt wird. §.42. Darauf an demselben Tage, wo sie ihn zudomSchoiterbaufen bringen wol- len, da (heilen sie sem Eigenthum, soviel noch übrig geblieben ist nach dem Trin- ken mid dem Spielen , in fünf oder sechs Theile, bisweilen auch in mehrere, je nachdem der Betrag seüies Eigenlhums sein mag. Sodann legen sie den grössten Antheil innerhalb einer Meile vor der Stadt aus, und darauf einen andern, sodann den dritten , bis es alles auf den Raum einer Meile ausgelegt ist, und es muss der klein- ste Theil am nächsten bei dem Orte lie- gen, wo der todte Mann sich befindet. Sodann sollen versammelt werden alle die Leute, welche die raschesten Rosse im Lande haben, ungefähr in der Entfernung von fünf oder sechs Meilen von den Hab- seligkeiten. Dann sprengen sie alle auf die Habe los; wobei dann der .Mann, der das rascheste Pferd liat , zu dorn ersten und grossesten Theile gelangt , und so einer nach dem andern, bis alles genommen ist, und der nimmt den geringsten Theil , der am nächsten zum Hofe nach der Habe rei- tet ; und sodann reitet jeder seines Weges mit dem Gute und darf Alles behalten , und deshalb sind dort die schnellen Pferde ungewöhnlich theuer. Und wenn sein Nachlass so ganz und gar zerstreut ist, dann tragen sie ihn hinaus und verbren- nen ihn mit seinen Waffen und Kleidern ; und ganz gewöhnlich verschwenden sie sein ganzes Vermögen durch das lange Liegen des todten Mannes in seinem Hause und durch das , was sie auf den Weg le- gen . wonach die Fremden ausroiteu , uro es zu nehmen. §. 23. Es Lst auch eine Sitte unter den Esten , dass die todten Männer jeglichen Stammes verbrannt werden müssen . und wenn Jemand ein einzelnes Gebein un- \ erbrannt findet, so müssen sie eine be- deutende Sühne vornehmen. Es ist auch DIE SCHRIKTTAFELN VON OLIVA. BEILAGE L IL 735 aod py baer licgaß ba deadajt men s«a lange, and ne fuliaO. baet hy wyrcaÖ bone cyle hine on : and , heah man asette (wegen faetels füll ealafl , oÖÖe waeteres, hy gedoÖ bael ober biÖ oferfroren , saut bil sy sumor, sam winter. unUir dou Esten eine Kunst, dass sie ver- geben Kälte hervorzubringen, und des- halb liegen dort die («dien Leute so lange und verweseu nicht, da sie eine solche Kühlung an ihnen bewirken. Und wenn man zwei Gefasse voll Bier oder Wasser hinsetzt, so bewirken sie, dass jede* über- friert, es sei im Sommer oder Winter. Beilage II. Aus Scandinavischen Chroniken. I. Aus Saxo Graramaticus. Saxo Grammaticus, ein Seel»nder, schrieb auf den Wunsch des Bischofs Absalon von Roskild , an dessen Hofe er als Schreiber lebte . die erste einheimische Geschichte der Dänen. Er starb 1 20 i . Seine historia Danicn . zuletzt von Müller und Velschow {Hafniae 1839 — 58) herausgegeben, bewahrt noch in starkem Grade den sagenhaften Charakter der mündlichen Traditionen und historisc hen Lieder, die ihr grossentheils zur Quelle dienten. At Regnerus [der Danenkönig Rcgnar Lodbrok] , caeleris prompta sibi deditione uu. ix. - p' devictos invalida subiectionts fide palam Imperium detrerlantes invenit. Qui quum adventum ejus comperlum haberent , carminibus aggressi coelum . solicitatas nubes ad summam usque nimborum violentiam impulerunt. Quae res Danos aliquamdiu naviga- tionc prohibitos alimcntorum facultate defecit. Eosdcm quoque, subito remissa tem- pestate, aestuosissimi fervoris flagrantia torruit. Nec ea quidem pestis concitati frigoris magnitudine tolcrabilior cxlitil. Ila(|ue aneeps geminae inteinpcrautiae malum vicissim affecta corpora immoderatn utriusque Status accessione corrupit ; caetemm laxi ventris profluvium complurimos exanimavit. IIa Danorum plerique, dubia coeli qunbtate con- clasi, passim oborta corporuiu pestilontia deecsserunt. Cumquc se Regnerus adulterina magis quam vera aeris vi praepeditum animad verlöret , uleuuque navigatione producta in Curorum Scmborumquc regionem accessil ; qui majestatem ejus perinde atque bo- noratissimi victoris amplitudinem impensius venerati sunt. Quo benefleio rex magis adversus Bjarmorura insolentiam offeratus, spretae majestalis suae vindictam inopinato petivit assultu. Quorum ignoli nominis rex subitaiiea boetium irruplione perculsus, simulque consereodae cum ipsis manus tiducia vaeuus, Matullum, Finmarchiae ducem, perfugio petiit. Haraldum [Harald Blauzahn, König der Dänen 9.1 Ii — 985] . . . duos ex Gyritha Jj,lb"4j£j filios sustulissc memoriae prodilum est. Quorum maior llaquinus excelleiilisstmac in- dolis habitti ac fclieissirais naturac incrementis fralris Svenonis fulgorem suppresscrat . Idem Sembos aggressus , cum militum aniinos periculosi belli respectu aliquando in- fracliores animadverteret , quo melius fluctuanlihus fugae spem demeret , ignem sub- duetae classi subjecil eoque necessitatis duramento imbecillitalis ignaviam repulit. Effecit enim, ul natigiorum facultate defceti , reditum victoria struendum animadverterent. Itaque quo aequiore animo seipsum classc spoliavit , eo tutiore hosti spolia detraxit. Miserta est tunc profecto forluna Danici ducis , a navigiorum jaclura naularum prae- sidia muluanlis, cum summam classis inopiam opem victoriae cerueret. Igitur ut pru- denti, ita periculoso consilio salularem ministravit eventum. Potiti enim Sembia Dani, necatis maribus , foeminas sibi nuberc coegerunt, rescissaque domeslicorum matrimo- niorum fide , externis avidius inhaorentes Rtiam cum hoste fortunam commnni nuptia- rum vineulo partiti sunt. Nec immerito Sembi sanguinis sui contextum a Danicae gen- tis familia uumerant. Adeo enim captivartim amor viclorum animus cepit, ut, omissa redeundi cupiditate, barbariein pro patria colerent, alienis quam suis coniugiis pro- piores. Digitized by Google 736 die Altere chronik von oliva und Lib. x. Mortuo Svenone ff?. Febr. 1014] Angli ac Norvagienses , ne rerutn (p. ■>U5->a)ieno imperio subjectam näheren t, reges ex sdis legere quam a finitimis mutuari satius rali , abrogalo Danici Hominis respectu , Eduardum atque Olavam in ruajestatis fastigio locaverunt. Quorum praevalidum robur Canutus, Danoruin solio functus, inter rerum iniiia aggredi veritus , ne tarnen regnandi usum intrn patriae metas clausuni haberet, dissimulata inagis quam omissa paterni imperii recuperatione primum Sclaviae ac Setn- biae . perinde ac debtlioribus regnis ferruni injicere statuit. Quarum alterara Sveno. tamelsi graves injuria» passus, obstante religiouis vinculo, concutere formidabat, altera ab Haquino oppressa , absumpto eo, rebellis Danis manus exercuit. Solcrter igitur a Danici regiininis sucressore provisum est, ut in bac paterni gravaminis, in illa defeclio- nis noxam pmüret. Cujus proposili compos spes suas, duabus splendidi&simis vicloriis alitas, terliam ab Anglis expetere doeuit. Ub. xi. Yeniam nunc ad Kanutuni, Svenonis tiliuin, [Kanut iv., naclimalts der Heilige ge- lp' 5fti') nannt . Sohn Suend Hstritsons, der von 1047 — 1076 über Dänemark herrschte, war von 1080 — 1086 König und wurde 10. Juli »086 in Odense ermordet] qui, propiliae fortunae beneticio summis naturae dolibus cumulatus, magno cum indolis experimento aetatem auimo praecucurril. Quippe, conlracla juventute, tuyoparonum piratica mou- slra perdomuit , Sembiris atque Esthouicis illustrem trophaeis adolescentiam egit , no- visque virium gradibus paterni roboris fundamenta Iranscendit. Quae victoria futurum ejus dominium ominata est. Ub, XI: [Als Kanut nach dem Tode seines Bruders Harald 1080 auf den Thron gelangt] ' Orientale bellum, quod in adolescentia orsus, in exilio auspicatus fuerat, aeeepto solio, potius amplificandae religionis, quam eiplendae cupiditalis gratia totis viribus innovan- dum curabat , cum incrementis fortunae etiam claritatis augmentum apprebendere cu- piens. Nec ante man um ab incoepto relraxit, quam Curorum Semborumque ac Estbo- num funditus regna delesset. t. Aus der genealogia regum Danorum, verfassl von Andreas Sunonis, Kanzler König Kaimt s IV. (H 81— 120*) um M90; gedr. bei Langebek. Sex. rer. Danic. T. II. f. im. Iste Kanutos cognomento magnus [tot 4 — 3 5 König von Danemark], filius Svenonis, Angliam palre defuneto usque quaque perdomuit et sibi subjecil : cujus magtiifirenüa atque virlus tanta fuit , ut trium regnorum monarchiam teneret, Angliae videlicet, Da- ciae et N'orvegiae. Roanos quoque , Pomeranos , Sclavos , Herminos et Samos omnes paganis ritibus deditos sibi fecit tributarios. 3. Aus Sucno Aggonis historia regum Danorum. Der Vf., welcher hierin hauptsächlich das Leben Waldemars i. (H47 — H 82) und Kanut vi. (1182— ttOi) beschreibt, nennt sich selbst einen Hausgenossen (contubernalis) des Saxo Grammaticus; gedr. bei Langeb. I. f. M. e. v. [De Kanuto magno] : Hic regni sui terminos mirae virtutis potentia dilatavit. Nani ab ultima Thylc usque ad Graerorum forme imperium virtutc muliplici circumjacentia lou-1035. regna suo aggregavit imperio. Quippe Hvbemiam, Angliam, Galliam, Italiam. Longo- bardiaiu, Teotouiam, Norwagiam, Sclaviatu cum Sambia sibi subjugavit. r. 6t. c. x. [Kanut VI]: Qui tanta strenuitatc Sclavorum rompeseuit saevitiam , ut . universl« 1181-1202. Sclavorum Pomeranorumque hnibus classe devastalis , ducem eorum Bugezlavum ad tribulum et hominium sibi exhibendum compelleret. 4. Aus desselben historia legum rastrensium regis Canttti magni. Langeb. T. III. «P. i. f. 143. Kanutus -- magno ferme par Alexandru Angliam , Norvagiam , Sclaviam, Fiulaii- diam' omnesque circumjaceules regiones in suam potcslatem redegit patrioque regno subjugavit. i) Langeb. hält da» Wort verschrieben für Samlaudiain , wie auch die Editlo Refijit p. 568 lese. Digitized by Google DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. BEILAGE II. 737 5. Aus dem Chronicon Danicum 1074 — 1219. Langel). T. III. a. H 89. Expedicio ad Slaviam facta est. Jarmarus factus tulor filiorum Bugizlavi. f. ml a. 4 305. Expedicio facta est in Slaviam, ubi dux Lodizlavus1, occurrit domino regi. a. 4 24 0. Expedicio facta est in Pruziam et Samland. Mistwi, dux Polonie, bominium f. W3. fecit regi Danorum, Waidemaro secundo. 6. Aus Incerti auctoris genealogia regura Daniae a Dan et Augul ad Chri- stophorum i. Der Verfasser, ein Geistlicher, lebte um die Mitte des 4 3. Jahr- hunderts. Langebek T. 1. [König Christoph i. IlSt— M59]. Hic, ut predictum est , castitaUs pudore ad-f. ». omatus , nec nobili nec alicui ignobili decus corporis sui tradere voluit polluendum, donec consilio fratrum et amicorum filiara Zambor nobilissimi Slavorum principis et fratris Zvantepolk , regts Pomeranorum , Margaretam nomine , sibi assumeret in matri- monium. Qui, ut predictum est, in regem communi omnium consensu in plaeito Wigbergensi lite elcctus, a nobili Uffone archiepiscopo Lundis in ecclesia metropolitana solenniter in regem consecratur cum eadera, quam diximus, Margareta, nobili conjuge sua , ut , sicut prius unus extilerat thorus et thalamus , sie postmodum potestatis et regni honor esset idem et unus. 7. Aus dem Processus litis inter Christophorum i. et Jacobum Er- landi, der Mittheilung eines Zeitgenossen. Langeb. T. V. fKonig Christoph i. , welcher auf dem Reichstage zu Werdinburg 25. März 4 256 f. M*. gegen den Erzbisehof von Lund , Jacob Erlandson , harte Beschuldigungen wegen Ue- berschreitung der Grenzen seiner geistlichen Gewalt erhebt , ist verhindert an dem dafür eingesetzten Termin die Vertheidigung des Erzbischofes anzuhören.] Rediens autem ab expeditione ad eivitatem Lundensem, ubi tunc temporis moram fecit, domina regina properabat cum socero suo domino Zambyr*, duce Pomeraniae, et cum primum vocarc potuit, causas archiepiscopi supradictas per Lundensem prefectum et dapiferum suuin et fratrem Bo. de ordine predicatorum et socium suutn audiri jussit et tractari. ac medianle domina Margareta regina Dacie et patre ejus domino Zambyr duce Pomeranie, presente toto concilio domini regis Iis ipsa in toto exopi- nato et subito adeo cessit ad vota concordie, quod nullus articulus v idebat ur rcser- vatus postmodum questioni. 8. Aus dem Liber censuum Daniae tempore regura Waidemari n. [1202 — 124t] et Christophori i. [1252—1259] confectus. (In v. Bunge und Baron Toll's Esth- und Livländischer Brieflade. Reval 1856. I. 8. n. ist die Abfas- sungszeit aus sehr triftigen Gründen auf die Zeit von 1 249 — 1 269 beschränkt) . Gedruckt Langeb. MI. 507 ff. Hec sunt nomina terrarum Pruzie : Pomizania , Lanlania , Ermelandia , Notangia, t. M3. Barcia, Peragodia, Nadrauia. Galindo, Syllouis, in Zudua, Liltonia. Hee sunt terrc ex ima parte fluvii, qui vocatur Lipz. Ex altera parte eiusdem: Zambia, Scalewo, Lam- mato, Curlandia, Semigallia. ' 9. Aus den Annales Ryenses. Diese früher fälschlich dem Könige Erich vn. von Dänemark zugeschriebene Chronik ist nach Lappenbergs Untersuchungen ein im Cisterzienserkloster Rye oder Rus regium (Ruhkloster) im Herzogtbum Schleswig vor 1283 abgefassles Zeilbuch, welches unter Anderm auch den Schicksalen der Cisterzienser im östlichen Europa seine Aufmerk- samkeit zuwendet. Es ist zuletzt, von Lappenberg bearbeitet, herausgegeben in Pertz SS. T. XVI. f. 386 ff. 4) Es kann wohl nur Wladyslav Laskonogi gemeint sein , 1203-4206 Senior des Polni- schen Reiches, (vgl. Beil. IV.) 2} Aus dem Zusammenhange ergiebl sieb, das» dieser Vergleich zwischen 25. März und 46. April (Ostern) 1256 abgeschlossen wurde. Am 13. Mai ist Sambor bereits in Dirschau. (Beil. VI.) 6cripl. r. F. I. 47 Digitized by Google 7 38 DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND f. 403. a. Lothffnrtnut , filius Erici Barn [a. 912]. Iste bellicosus erat multum et versutus et regnavit [in Danemark] 1 4 . annis. Hojus tempore quilibel tertius de servls et plu- ralibus1 hominibus exivit de regno ; et vententes, totam Pruciam, Semigaliara et ter- ram Carelorum aliasque quam plures terras subjugaverunl sibi , et delectati terra rurn ubertate noluerunt redire, sed ibi remanent usque in praesentem diero. Iste Lotheme- k mit raortuus est paganus. 4 4 74. Conventus venit in Colbar*, qui dicitur Mera VaIHs, 4 non. Febniarii. f. «04. a. 1 186. Conventus' missus est in Olivam. a. 4195. Conventus venit in Olivam. r. «15. a. 4110. Expeditio facta est in Pruciam et Samland. Mistwin, dux Polonie, factus est horuo regis*. t. m. »■ **59. Obiit Cristoforus Ripensis. Post quem Ericus fiüus ejus regnavit, qui multa mala fecit , ecclesias spoliando , laesis et injuriuin passis justitiam nullam fa- ciendo. Monasteria quoque , quae patres eius per se et suos aedificaverant. per equos et canes miserabiiiter alten uav it. f. 40». a. 4161. Bellum fuit Lohelb* inter regem Ericum, filium Cristofori, et Ericum ducem, filium Abel , in vigilia sancti Olavi , et contrita est pars regis , qui ibidem captus est cum roatre sua, Margareta regina. a. 4 262. Rex Ericus tradilur marchionibus, regina liberata est. 40. Aus den Annales Hamburgenses, den obigen fast gleichzeitig , heraus- gegeb. von Lappenberg bei Portz SS. XVI. f. 380 ff. f. »4. a. 4i59. Christoforus rex Daciae moritur, et filius ejus Ericus septenuis coronatur. Ericus filius Abel regis in duoatum [das Herzogthum Schleswig] reeipitur. i. 385. a. 1261. Regina Daciae Margareta cum filio suo rege venit contra comites Holtsaciae cum magna populi multitudine super Loheide [bei der Stadt Schleswig] , sed comites per Dei gratiam adepta victoria reginain ceperunt , et in Hamburch in honesta custodia deduxerunt. f. 3*5. a. 1261. Regina Hamborg in captivitale delenta, fit tractatus de paec. Dux et marehio- nes, Johannes et Gcrardus comites conveuiunt in Quedelingeborcb et postea in Salt wedele. Regina quoque interfuit , sed (amen postea re versa est Ham- borch ; et rolloquium, redeunte regina, ad placitum sie fiuem aeeepit. quod Holtsati transgressorcs rcconciliati sunt comitibus , bonis suis obtentis , et regina reversa est in Daciam. 14. In den Annales Islandorum regii (verfasst um 4301 und bis 4344 fort- gesetzt) bei Langeb. III. f. 4 01 findet sich die Notiz: 1259. Svikner guds riddarar i Samlandi. Equites Dei in Samlandia proditi (oben p. 97. n. 2). 42. Aus den Annales Esromienses . Der Verf., wahrscheinlich Mönch des Klosters Esrom auf Seeland, der unter Erich Menved [1186—4319] lebte, schloss seine Annalen mit dem Jahre 1307. Langeb. Tl. f. 243. a. 1205. Et expeditio facta est in Sclaviam. a. 1209. Et expeditio facta est in Pruciam et Samlandiam. f. -246. a. 1264. Et eodem anno captus est rex Ericus cum regina Margareta in Lokeetb. a. (282. Margareta quondam regina moritur. 13. Aus den Annales Danici ab a. 434 6 — 4 389 bei Langeb. T. VI. f. 632. a. 4 345. Rex Daciae Waldcmarus quartus praedictus vendidit dominis de Pruscia du- catum et terram Estoniae et cum eaderu [sc. pecunia] ivit ad terra m sanetam et factus est ibi indes in sepulchro domini per ducem Saxoniae Ericum. 4) »1. e. superfluis. L.« »popularibus« Corner, »plcbciis« Stephan. 8) Das Kloster Colbaz bei Stargard an der Ibna, das Muttcrkloster Oliva's ; vgl. oben Cbron. Oliv. n. 2. 3) Dieselbe Notiz kebrt wieder im Breve chronicon Daoicum 1095 — 149* bei Laogeb. III. 630. und in der Chronol. rcrum memorab. 4020—4323. bei Langeb. II. 583. ») Dieselbe Notiz kebrt wieder im Chronic. Danicum 936-4 347. bei Langeb. II. f. 4 71. Digitized by Google DIE SCHR1FTTAFELN VON OLfVA. BBlLAGt III. Beilage Hl. Berichte der ältern Polnischen Chroniken bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts über Ostpommern und Preussen nebst einem Anhange : Nachrichten aus Pommerischeti Klöstern. A. Die grössern Gesekichlswerke. 1 . Chrouicae Polonorum früher f&lschlicb einem Martinas Gallus zugeschrieben , sind nach den Untersuchungen Köpke's und Schlachtowski's in Pertz. Monum. xt. 4 1 8 ff . wahrscheinlich die Arbeil eines Ilalieners , der als Kaplan am Hofe Boles- lavs in. von Polen lebte, und bald nach HI3, wo er die der lobpreisenden Ver- herrlichung seines Herrschers gewidmete Chronik beendete, gestorben ist. 2. Die Chronik des Vincenz, Sohnes des Kadlubek, der 1208— 12(8 Bischof von Krakau war und 8. März 1223 im Cisterzienserkloster Jendrzeiow starb. Sein in die Form eines Gespräches zweier Männer Jobannes und Mathäus eingekleidetes Werk ist in zusammenhängender Darstellung bis 1182 abgefassl und darauf frag- mentarisch bis 1203 fortgesetzt. 3. Die Chronik des Dzirzwa oder Dzierzwa. So nennt sich in der Handschrift, welche der Warschauer Ausgabe des Vincent. Kadlubek von 1824 zu Grunde liegt, der Verfasser einer Chronik, die trotz einiger Zusätze und Erweiterungen im Wesentlichen den Inhalt der Chronik Kudlubek's in einfacher Darstellung und mit Ahstreifung der dialogischen Form wiedergiebt und schon mit dem Jahre 1 198 ab- schliessl. Welche von beiden Arbeiten die frühere sei , wird sich wohl hauptsäch- lich nur durch eine genaue Untersuchung des Alters ihrer Handschriften feststellen lassen 1 . 4. Die Chronik, als deren Verfasser Boguphalus, Bischof von Posen (1255 — 1265) gilt, deren letzter Theil (jedenfalls von 1257 bis zum Schlüsse 1271) von einem Zeitgenossen Glodslav mit dem Beinamen Bastco, Custos der Posener Kirche, fortgesetzt ist. 5. Die von Stenzel (Scriptl. Herum Silesiacar. T. I.) herausgegebene Chronica Po- lonorum, die dem Ende des 13. und Anfang des 14. Jahrhunderts angehört, ge- währt für unsere Zwecke nur geringe Ausbeute. In Betreff ihrer Mittheilungen über Ostpommern und Preussen stehen alle diese Arbeiten in enger Abhängigkeit zu einauder. Vincenz, Dzierzwa und Boguphalus ha- ben über die ältere Zeit nicht viel mehr gewusst, als was die Cbronicae ihnen dar- boten, und in gleicher Weise haben Boguphalus und die Sohlesische Chronik den Vin- cenz und Dzierzwa zum Theil wörtlich aufgenommen oder die Angaben ihrer Quelle nur darin verändert, dass sie die Vorstellungen ihrer Zeit von den Oslpomrtlerischen Verhältnissen auf die frühern Zeiten übertrugen*. Zu deutlicherer Erkennthiss' dieser Abhängigkeit sind im Polgenden die entsprechenden Notizen dieser fünf Quellen unter einander gestellt und das den spUtern Quellen Eigentümliche mit schiefer Schrift hervorgehoben worden. Die zur Zeit vorhandenen Ausgaben der Quellen 2. 3. 4. sind höchst mangelhaft und wimmeln von Druckfehlern und Korruptionen. Frtdem jedoch schon eine Vergleichung des Textes dieser unter sich so nahe verwandten Arbeiten an vielen Stellen die ursprüngliche Lesart deutlich erkennen Hess , gab mir überdies die vortreffliche Handschrift des Boguphalus im Königsberg. Geh. Archive ein willkomni- nes Mittel, den Text der Sommersbergischen Ausgabe des letztem Schiiftatetters \on seinen zahlreichen Fehlem zu reinigen . 4} Prof. Wattenbach theilt mir mit, dass die Wiener Handschrift des Vincenz aus dem 13. Jahrhundert auch schon die dialogische Form habe, und diese daher doch wohl ur- sprünglich sei. 8) Hierauf hat bereits Fabrtcius aufmerksam gemacht (Studien zur Gesch. der Wendi- schen Ostseel. H. %. 1. S. 16 ff ). 47* Digitized by Google 740 DIB ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND Ich citire im Folgenden : Chronicae Polonor. nach der Ausgabe von Pertz Monum. T. X!. Vincenz Kadlubek nach derEdit. Dobromili von 1612 und derEdit. Varsav. 1814. Dzierzwa nach der Danziger Ausgabe (von G. Lengnich) von 47(9 und der War- schauer von 1824. (Die Seitenzahlen der Warschauer Ausgabe bei Dz. und Kadlubek sind in Klammem eingeschlossen.) Boguphalus nach der Ausgabe von Sommersberg Silesiac. Rerura Scriptt. T. II. Lips. 1730. » Chronicae Polon. Prooemium: f. 425. Regio Polonorum ab iüneribus peregrinorum — remola, et nisi transeun- libus in Rusiam pro mereimonio paucis nota — ad mare septemtrionale vel anphitrionale tres habet affines barbarorum gentilium ferocissimas nationes, Selenciam , Pomeranam et Pruziam, contra quas regiones Polonorum dux assidge pugnat, ut eas ad fidem con- vertat ; sed nec gladio predicationis cor eorum a periidia potuit revocari , nec giadio jugulationis eorum penitus vipperalis progenies aboleri , sepe tarnen prineipes eorum a ducc Poloniensi prelio superati ad baptLsmum confugerunt , itemque collectis viribus (klein christianam abnegantes, contra christianos bellum denuo paraverunt. RoKuph. f. 4 9. Est quedam gern Slavonica, que Cassubite dicumtur et Ay a longitudine et latitudine vettium, quas plicare ipsos propter eorum latUudtncm et longitudinem oportebat, sunt apeüati. Nam kuöa m Slawonica pfaca teu ruga vettium dicilur. Und« Casz Hubi* id est ptica rugas interpretatur. Harum magna b ^part] circa mare septemtrionale moratur. L. I. 6. (f. 428.) [Boleslav I., aus der Ehe Herz. Miesco's und der Böhmin Dam- hrowka entsprossen, s. 25. Mai 992 Herzog von Polen.] Selenciam, Pomoraniam et m. 25. m«i. Prusiam usque adeo vel in pertidia resistentes contrivit vel conversas in fide solidavit, i ws. 17. Juni. 'P'od ecclesias ibi multas et episcopos per apostolicum, ynuno apostolicus per eura ordinavit. Ipse etiam beatum Adalbert um in longa peregrinalione et a sua rebelli gente Bohemica multas iniurias perpessum ad se venientem cum magna veneralione suseepit eiusque predicationibus tideliter et inslitutionibus obedivit. Sanctus vero martir igne caritatis et zelo predicationis accensus, ut aliquantulum iam in Polonia fidem pullulasse et sanetam ecclesiam exerevisse conspexit , intrepidus Prusiam intravit ibique martirio suum agonem consummavit. Postea vero corpus ipsius ab ipsis Prusis Bolezlavus auri pondere comparavit et in Gneznensi metropoli condigno honore collocavit. — — (c. 1 1 . f. 432) Gentes vero barbarorum in cireuitu, quas vincebat non ad tributiun pe- cuniae persolvendum, sed ad verae religionis incrementum coercebat. Insuper etiam ecclesias ibi de proprio construebat et episcopos honorifice clericosque canonice cum rebus necessariLs apud incredulos ordinavit. Kadi. II. 13. (99) Dzierzwa. 18. (9*). Huius — universa supellcx aut in omnium virtu- tutn dotibus viguit, aut in annnrum strenuitate splenduit, quibus Selenciam, Pomoraniam, Prussiatu, Moraviam, Bnhemiam sue ditiooi subjiciens posteris suis reliquil vectigales.« Boguph. f. i5. Boleslaus prtmui sex cathedrales ecclesias, videlicel l'osnaniensem, quam pruiw fundaverat, in cuius medio e Celeste tumulaius quiescü, Gnesntnsem, post Masoviensem, . . Cracoviensem, Wratislaviensem, Lubueensem ; Cuyaviensem vero filiut eius post eum Vcsko no- mine, que Wladülaviensis nuneupatur, fundavit. ■ I. 19. [AlsMiesco n., Sohn Boleslav's i., 4034 stirbt, entsteht allgemeine Zer- rüttung, indem der Thronerbe Kasimir i. als Vertriebener in Deutschland verweilt.] 1034. üiterea reges et duces in cireuitu Poloniam quisque de parte sua conculcabat , suoque dominio civitates quisque caslellaque contigua vel applicabat vel vincendo terrae coae- ms.quabat. [Als aber Kasimir a. 1039 zurückkehrt] totam Poloniam a Pomoranis et Bohe- micis aliisque finitivis genlibus occupatam liberavit eamque suo dominio maueipavit. I. 2 1 . [Nachdem Kasimir den Herzog ven Masovien , Aleczzlaus besiegt und ge- tödlet halte] Pomoranorum exercilui in auxilium Meczzlao venienti, Kazimirus cum paucis indubitanter obviam properavit. Nuntiatum namque prius illud ei fuerat, ipsos- lQ46.qucin auxilium inimicis advenire presciebal. Unde prudenler disposuit singulariter a) Kg*b. »ny. b) Somm. maftiter. c) In der Stelle de« Danügrr Diienw* 13: Hie B. Prutheuoiia tenU rtravit eopu donce fliuncn eruori« eoaeretum rat eoagula iit n»ch edit. Van., der »och Kadi. (89) rat- ■triebt, Pru tbenot In Buthenot tu andern und vor flumrn Um« Won: ,Buf' »u tetten. Digitized by Google DIE SCHRIFTTAFBLN VON OLIVA. BEILAGE III. 741 prius cum Mazoviensibus diffinire , postea facilius rum Poraoranis campum certaminis introire. Illa enim vice Pomorani quatuor legioncs militum in arma ducebant, Kazitniri vero nec unam dimidiam adimplebant. Sed quid tarnen? — cum adjutorio Dei prclium introivil magnamque victoriam acquisivit. Kadi. II. 15. (H2) Dzierzw. U. (Hl). [Der geschlagene Mcczzlav] vires instaurat, quatuor maritimorum acies, totidem Geticas, nec non Dacorum ac Ruthcnorum larga adsciscons suffragia, quos tiulla occasio, nulla remoratur difßcultas — , ut — antiquam iovidic sitim cruorc Polonorum expleant. Scd — Casimirus omnes illos — quasi prucella fulguris invol- vit. Ambitionis autem Ute prmeeps ad Getos transfugit, übt ceUiore dignitatis gradu sublimatur. Gete namque non parva worum cede saucii omnes in iltum causam conferunt, — quem post multa demum supplicia eminentissimo afflgunt patibuto, dicenles : alla petisti, alla tene. Bog. 36. [M-] üaeosque, Gothas — ««« Pruthenos et Ruthenos sibi in anxilium contra Kazimirum invoeavit. Devictus ad Pruthenos fugam iniit etc. Stenzel. Chr. 41. Maslaum binis preliis cum multitudinc Danorvm, Maritimorum, Gctarum, Rutcnorum ac Mazoviorum prostravit. Lib, 1. tl. . Postquam — extremum vale Kazimiras mundo fecit, Bolezlavus eins primogenitus , vir largus et bellicosus , Polonorum regnuni rexit. Qui sua satis gesta gestis predecessorum coaequavit , nLsi quod eiun ambitionis vel vanitatis superfluitas agitavit. Naui cum in prineipio sui regiminis ot Polonis et Pomoranis imperaret eorum- que multitudinem ad Castrum Gradec ' obsidendum innumerabilem congregaret sue 100,> y conlumacic negligentia non solum Castrum non habuit , verum etiam Bohemorum insi- dias vix evasil ac Pomoranorum dominium sie evasit. (I. 25.) Contigit, Po- moranos ex subito Poloniam invasisse, regemque Boleziavum ab tili» remotum partibus hoc audisse. Qui cupiens animo ferventi de manu gentilium patriara übe rare, collecto nondura exercitu , debuit antecedens inconsulte nimium properare. Cumquo ventum esset ad fluvium, ultra quem türme gentilium residebant, non ponte requisito vel vado milites et armati sed profundo gurgiti se credebant. Pluribus itaque loricatorura ibi pre- sumptuose submersi-s loricas rcliqui superstites abjecerunt, transmeatoque flumine, quamvis dampnose, victoriam babuerunt. Ex eo tempore loricis Polonia dissuevit. Kadi. II, 19 (189). Dzierzw. 15 (129). Rursus Poraoranis in conßnibus Polonie predatn agentibus, tanquam de reditu cius dubitanttbus, preeeps advolat Boleslans predones spa- tiosi fluminis interiectu jam securos conspicatur et rapidissimn insilicns torronti: amor, in- quit, catulorum feras venabulis impingit. Exclamant singuli : »Occupet extremos Scabies mihi turpe rolinqui.« Multi ergo mole armorum pressi fluclibus involvuntur, perpauci cum rege vix cnatant ot licet Inermes de armat» tarnt« n multitudinc hostium tritiniphant. Bopuph. t7. Tempore autem, quo in terris Bohcmorum et Australiutn rex Boleslaus int rare t eorum terras hostiliter devastando Pruteni et alte naciones paganice de reditu Boleslai dubitantes Pomcraniam hostiliter invadunt. yuod cum ad noticiam Bolcslai pervenisset, Bo- hemorum et Australiutn impugnacione obruissa, ad propria convolat et hosles in Pomerania reperiens invadil; quos fugientes in Sarum* fluvium inserutus, ihiquo non pauci de suis non ab bostibus sed armorum pondere pressi in profunda deinerguntur. Ob hoc Poloni Uli* plenis armis nolobant. Dzierzw. 15. (180). Ob hanc causam Poloni plenis armis uti decreto omisentnt. Lib. II. t. [Nachdem Bolcslav ii. wegen Ermordung des h. Stanislaus 1079 aus Polen vertrieben war, folgte dessen Sohn Wladislav, dessen erste Böhmische Gemahlin Juditha zwei Tage nach der Gehurt ihres Sohnes Bolcslav m. 25. Dec. 1085 stirbt.] Igitur Polonorum dux Wladizla\us Komanorum imperatori maritali connubio counilus do Pomoranis sueeurrentibus suis castmm eorum obsidendo triumphavitb, eorumque contumaciam suis sub pedibus conculcando annulavit , eiusque victoriac gaudium Dei if>. An», genitricis assumptio generavit. Quibus victis cmlales eorum et munieipia infra terrain et circa maritima violcnlcr occupavit. Et quia perfidie paganorum omniuo voluit insur- gendi fiduciam ampulare, suosmet prelatos' iussit nominato die in hora constiluta om- ») 8ommer»b. licet in ante*. In der Kgtb. Hdtchr. heiwt der Sab : Et ob hoc Poloni de cetera et in ante» dicü •ont Polyanye, a campo icilieet Polye, in quo fortiter pafnante* in armla bcllabant, «t propter boe vocati Po- lyaoye id mt Polen nanye. (T) b) Vgl. unten B. Annale« >. a, 1081. e) 8oU wohl prefectot hrUteo. 4) Nach Schlachtowski bei Perlz I. I. : Königgratz in Böhmen. 2) Der Eigenname scheint aus spatiosum entstanden zu sein. Digitized by Google 742 DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA BND i nes in meditullio rcgni munitiones concromare. Qiiod ita factum fuit. Nec sie tarnen gen» rqbejljs edomari potuit. Nam quos Setheus eis prefecerat , qui tuue militie prin- ceps erat, partim pro eorum noxa peremerunt , nobiliores vero disotetius et honestius se habentes vix amicorum assensu fugerunt. Kadi. II, 23 (U9), Dzierzw. 17. (U9). Robust« — manu maritima* occupat provinäas, quibus ut rebollandi amputaret falultotom, tutissima i Horum munieipia roncremari iubet, prefectis ibi propriis constitutis. Sed quta cervix indomita, dorsum petulans iugum detreefat, onus non sustinet, omnes Polonoruro prefectos Pomerani, bos excutiunt, illos interimunt. Boguph. t9. Verum quia maritim« provincie prefectos, quos eisdem piissimus Wladislaus prefecerat. contutneliis appositis iniuriose eiccerant ; ex qua re ipsc animosior etfcctus robusto- rum sunrum manu in unum recollccta maritima* provincias potnns* invadit, fortissime mu- nieipia eorum disrumpit pariter et comburit, colla indomitn Jomat, quosdam ex ipsis capitl- bus privat k, qnoadam captivos ad propria remittit; sieque maritimig provineiis subactis et prefectis propriis con»titutis ad propria revertitur cum honore, in nullo sue sentiens grave- dinem »eoectuUl. Lib. II. i. At Wladizlavus dux illatc suis iniurie reminiscens cum fbrti manu 2 uin *erram eorura 311(0 qnadragesimam introivit ibique ietunii plurimum adiuiplovit. Ex- pleta itaque ibi ieiunii parte quam piurima Stetinc urbem terre populosiorem et opu- lentiorem ex inproviso intravit , indeque predam immensaoi et captivos innuroerabiles congregavit. Cumque iam cum sua preda nihil dubitans rpmearet , iamque securus soi regni ßnibus propinquaret, Pomorani subito subsequentes eum super fluvium Nacla1 ». Apriil invaserunt, bellumque cum eo pridie palmarum cruentum et luctuosum partibus utris- que commiserunt. Ulud enim preliura hora quasi diei tertia est ineeptum, vespertino vero crepusculo est difinitum. Pomorani landem pro munitione noctis ealiginem indue- runt, Poloni vero campum victorie Drzu* vocabulo tenuerunt. In dubio enim pependit, utrum christianorum lues an paganorura ibi extilerit. Quod flagelhim Dens, ut credi- mus, omnipotens in transgressoribus observantie quadragesimalis ad correctionem exereuit, sicut quibusdam poslea de ipso liberal is periculo revelavit. El quia luctuosa n. April. et dampnosa, sicut dictum est, victoria multis erat , diesque dominice resurrertionis imminebat, vicit ratio redeundi consilium dantium prosequendi. Kadi. II, 18 (150). Dzierew. 48 (ISO). Qua ei re animosior Wladislaus severiore dignos animadversione revisit. Quorum populosiores sinus depopulatus cum infinitis captivorum millibus cum prestantissima eorum supellectile revertitur. Cumque iam pene in portu securitatis victorcs sibi blaudiuotur, improvisu Pomeraoorum prosiliunt insidtc, initur prelium luctuoso ulrinque dispendio, codes hora dici terlia initiatur, vix noctis diri- milur caliginc. Poloni tarnen bostium dilapsi* roliquiis campum victorie pretiuin oblinue- runt ; quos illic diutius immorari vetuit Dominice resurrectionis religio, licet quadrageMma- lium tempus feriarum minus religiöse coluerunt. Unde sliquantisper Poloni felicibus ca- ruerc successibus, ut eliain numinad contra ipsos visa sunt dimicare. Lib. II. 3. Ilcmque de Bobemia tribus aciebus in auxtlium evocatis, Pomoraniam invadit Wladizlavus circa saneti solempnia Michaelis ; ibique Castrum Nakyel obsiden- e. 2». Repi. libus inaudita niirabilia coutingebanl , [que singulis eos noctibus armato* et quasi in hostes pugnaluros terroribus agitabant. Cumque talem delusionem diutius patereutur, et quidnam ülud esset vchemeutius niirarenlur, una nocte pavore sotilo ooncilali , Ion- gius a caslru» exeuntes, nocturna» umhras quasi palpitantes, delusi hostiutu vicissitu- dinc, sequebantur ; interim vero oppidani properanter rle propugnaculis descenderunt, eorumque mncliinas parlemque slationis coinbusseruut. Itaque Poloni ciun se niehil profecisse nec se belhun iuvenisse conspicercnl , et cum magna pars exercitus pre- sertimque BohemJ victualia non haberent, incassum labore consumpto redieruut. Sie- que Pomorani contra Polouiam paulatim in superbia sunt creeli per puerum Maitis, quem cbalamo pingimus, extirpandi. Kadi. II. 23. (151). Cum enim urbem Nakiel obsidione cinxi.ssent, quedam delusiones, phanlaslice nocturnc, quedam umbre universos adeo territabanl exercilus, ul bostium agi- lari erederentur assultibus. Ideo a castris armati eminus exeubantes umbra$ hostium in- seetantur, sepc non hostes ictus inanes ventis ineutiunt stridentibus. Sic in cassum labor impensus est et impensa. a) Kpb. BiUchr. petens. b) K^ib. tnucaC c) üiQckUche Cogjeetnr tqo PerU Ar du in da«r U Kgeb. l'ntt cnlm. h) Codd. profug«lo, Knill. Dubr. proflignUi. c) Kgtb. illit. d) Kg«b. illator. K»dl. m. Db. nainuti»*. 718 DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND et porversa, quidam (amen corum ad maiom scelera proruperunt , qui metropolitanum ipsum et sanctam ecelesiam invaserunl. Tgitur Martinas archiepiscopus Gneznensis, scnex fidelis , Spicimir in ecclesia sua confcssionero cum sacerdote missam auditurus faciebat, suamquc viara insellatis iam eqois alias iturus disponebat. Sicquc procul du- bio simnl omnes ibidem aut fuisscnt iugulati aut pariter dominus sicut servus captivi- latis vinculLs mancipati, nisi quidam de miiiislris Joris astantibus , armis eorum recog- nitis ad occlesie ianuam properaret , iamquc presenles adessc Pomoranos exclaniaret. Tum vpro presul, sacerdos, archidiaconus tremefacti , de Tita temporali iam desperare sunt coaoti, quid consilii caperent , vel quid agerent , vel quo fugerent. Arm* nulla, diente« pauci , hostes in ianuis , et quod periculosius v idebat ur , ecclesia lignea ad comburrendum eos paratior habebat ur. Tandem archidiaconus per hostium exicns, per Solarium coopertum ad e. Yoliu. DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. BEILAGE III. 751 vtderetur quam currere , transversa in eum hostibus , Scarbirairus intrandi locum in- veniens, ex adverso non differt in cunoos diutius confertissimos penetrare. Penetralis ilaque barbaris ac vallatis, acriter imprimis resistunt, sed coacti tandcm fugam petunt. De rhristianis ibi quidam probi mililes cadunt, paganorum vero de 40 milibus decem milia vix evadunt ; adrairabantur qui aderanl , quomodo tarn subito a militibus minus mille peracta fuerit tanta strages. Dicuntur enim ipsi Pomorani certo numero computasse de suis ibi 27 milia corruisse, quod in paludibus Interessent, nec it Ii qui- dem sie evadere potuissent. Oppidani vero videntes se totam spem amisissc, nec auxilium aliunde vel a quotibet exspeclare, civilatem vita donala reddiderunt. Audien- tes aulera hec de sex aliis castellis oppidani, consilium itidera inierunt , se ipsos vide- Kcet munitionesque tradiderunt. Kadi. III. 15. (233). Non initule — Boleslai severitas in sacrilegos idololatras incanduit, vix enim iüa tacrUegii ttltrix pettis * quieveroJ, cum nec sacre fldei reverenliam, nec poüicitis ullam tenuere ftdem — non timent impudici apostate satutem fugere nec abhorrtnt canes persordidi ad vomilum reverti. Omne ilaque suorum robur undique contrahit — ; surgunt castra contra Mariti- mam et divinam agi causam non humanam primipitarius antecurrem predoeuit. Bog. 34. Post hoc*, rege Boleslao ad propria redeunte, rcgtiicolc sibi oecurrentes nun- ciant, qualitcr Pomorani rem nephariam prosumentes contra vcncrabilem antistitem attem- ptassent. Quod res preclarissimus intelligent, licet grave suseepisset, tarnen motum animi sui prudenter temperans ultionom ad tempus suspendit. S«d modico tomporis intervallo mo- rose progrediens ad urbem Kruszviciensem cum suis agminibus fortissimis uUerius Pomoraniam procedere cupiens pervenit. Quod Pomorani prescientes urbem Naklensem, quam ex commissione regis Wtadislai ad nutum ipsius tenebant tarn gente armata quam expensis suflicientibus copiose onustarunt hoc intentione, ut non tarn regi rebelUonem demonstrarent , sed ipso in terris Pomo- ranie demorante ipsi terras Cuyavie etPolonie libcrius possint crebris invasionibus perturbantes de- Bog. 34. (im Wesentlichen Ubereinstimmend mit Kadi. III, 45. (234). Dzierzw. 23 und 45 (214)). Rege ilaque de urbe Cruszviciensi ad propositum suum peragendum proficisci volonte ap- paruit in oratorio saneti Vitt, quod in urbe Cruszviciensi consistit, quidam inestimabilis forme ado- lescens, cuius splendor mirabilis non solum ipsam urbem sed eciam ipsius urbis campeslria miro splendore perlustrabat. Hic cunetis cernentibus et stupore nimio coneussis de pinaculo oratorii Sa- ilens exercitum versus Nakel recto tramite ducens preoessil, donec ad urbem Nakel veniens pilum aureum, quod in manu tenebat, quasi vibrans jaciens disparuit. Hac ergo ftducia animatus rex urbem Naklensem obsidione mclusit, machmis impetit et aliorum generum instrumentis veluti ini- micam et sibi temere rebellanlem fervenler impugnat. Quod obsessi ccrnenles, dum virtule re- sidiere tiequeunt dolo vincere proponunt. Treugas itaque humili prece petunt et impetrant, quousque primos Pomoranorum proceres consulant et requirant. Intcrea Pomorani insidias parant, utk incautos Boleslaides occupent et prosternant. Sed cum Boleslaido circa eccle- siam beati Laurencii et in noetc ciirsdem secure quiesecrent, nichii doli de Pomoranis suspi- cantos, subito ad morem locustarum innumera peditum agmina menia urbis Naklensis op- perientes regi Boleslao advenisse nunciantur. Providorant enim Pomorani, ne strepitu seu binnitu equorum insidie proderentur. Unde equis suis sub tuitione rclictis pedestres pre- liari clegerunt. Quod Boleslaus illico advertens ait ad suos: [capreas] Video, inquit, o proceres, notlris invisas leunculis". Et hoc dicto ipse primus hostes aggreditur. Quem prineeps milicie, nomine Scarbimirz, leone animosior animose insequitur, hostes prosternunt et fugant ; sic- que Boleslaus cum suis viriliter pugnat et animose triumphat ; tantaque tunc multitudo Po- moranorum occisa fuit, quod numerum occisnrum nemo scire poterat. Huiut enim stragis usque ad presens nggeres ad instar montium ex [in] kumatis ossibus acervati fldem indubiam ad- struere videntur. Multa eliam milia ex ipsis m caplivitaiem Boleslai sunt dedueti, qui vitam precii beneßcio redimere sunt letali [Kadi, in Potonie colonias transvecla, extunc ergo et Nakiel et alie quam plures vicinc urbes buic regno accessere ] Bog.: Et extunc Nakel et alias 11 urbes, quas Pomorani ex largitate Boleslai regebant, decretum fuerat, nunqvam per ipsos regi et tencri aeoere. (Nach einem glücklich beendigten Kriege mit dem Deutschen Kaiser erneuert B. llov- seine Einlade in Böhmen und wendet sich sodann gegen Pommern. L. HF. 18). . Ter- ram Pomoranorum cum electis de exercitu militibus requisivit. . . lila vice Bolezlavus in Pomorania Iria caslella cepit, quibus combustis et coequatis , solummodo predam et captivos excepit. ») Codd. onuiUrrnt. b) Kg»b. et — occti|uuit rt pro*tern*nl. c) Somm. viUco in. . . vi*o» lericulis, KadL. eapreiw laquiH procere», vid«o noitri« non invitai leoncull». d) Codd. alic. 4) Kadi, und Boj-'uph. knüpfen diese Erzählung an den missglückten Versuch der Pom- mern, in Spiczimir den Erzbiscbof Martin von Gnesen gelangen zu nehmen (oben S. 747). DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND nio. (Nach Verwüstung des Bohraischen Landes im J. HtO. Lib. III. 14.) Item im- piger Bolezlavus vemali tempore non quasi desidiosus in otio requievit, sed Prussiain terram aquiloni contiguam, gelu constriclam introivit. . Uluc — introicns glacie lacuum et paluduin pro ponte utehalur, quia nullus aditus nlius in illara patriara nisi lacubus et paiudibu.s invenitur. Qui cura lacus et paludcs pertransisset et in terram habitabüem pervenisset, non in uno loco resedit, non castella, non civitates , quia ibi nulla, sibi ohscdit , quippc situ loci et naturalis positio regionis per insulas lacubus et paludibus est munita , et per sortes hereditarias ruricolis et babitatoribus dispartita. Igitur bel- liger Bolezlavus per illam barbaram nationem passim discurrens , predam irainensam cepit, viros et midieres, pueros et puellas , servos et ancillas innuraerabiles captivavit, edificia villasque raultas concremavit , cum quibus omnibus in Poloniam sine prelio rcmeavit. . . (Bevor B. aus Gewissensbissen über den durch ihn herbeigeführten Tod des Sbignew eine Wallfahrt unternahm, musste er noch einmal Nakel belagern. L.W. 86.) im. Igitur Castrum Nakel, ubi preliura illud fuisse maxitnum supcrius raeraoralur, et unde dampnura Semper Polonis laborquc continuus generatur, Bolezlavus cuidam Pomorano gencre sibi propinquo, Suatopole vocabulo , concesserat cum aliis castellis pluribus sub tali fidelilatis conditione retinore, quod nunquam deberet ei suum servilium vel castella causa pro qualibet probibere ; sed postea nunquam iuratam sibi fidelitatem rctinuit, neque veniens unquam promissam servitutem exhibuit, nec venientibus portas castellorum aperuit, ymrao, sicut perGdus hostis et traditor, viribus et armis sua sese- que prohibuit. Unde Bolezlavus dux seplentrionalis ad iracundiam concitatus, convo- catis bellatorum choortibus Castrum Nakel fortissimum obsedit , suam vindicare con- mi.tumeliam meu bin trat Summ. d) O. Crie« m Boleslt u m Somm., 0. Itoguilaum Kfib. e) imrcium Kgeb., paceii Hamm. fl Codd. yb»p<|ui»l<-m. j) Kfib. »uprriori» Pom. h) quoJi}ue Somm. I) Codd. duce SIesi« Odoaii. k) Kgtb. deareTiL 1) io fehlt Kfib. tn) Zuwinam Somromb., Kg««. Znenam oder Zreiutm. n) Somm. prrdicti. o) Trenemi» Kfib. p) c. 1. reip. Somm. o.) NiUimi» Somm. r) Maretinkom Somm. %) i. f. p. Kftb. t) beUo Kf»b. u) MCCXVIl Somm. r) >Uu« ei» Kfib. ») Die Worte Uwteonit bb Nam fehlen Somm. «)8»«- thopclcu« Somm. \} Uscz an der Netze. 2) Die eingeklammerten Worte fehlen im Kgsb. Codex, wie in den kleinen Aanalen unten S. 764 ; demnach wäre der T. Dionys» Arcopag. (9. Oct.) gemeint, und so scheint auch Dlugosz f. 680 gelesen zu haben, wenn er den 7. Oct. nennt. 8) j. Gonzawa zwischen Nakel und Trzcmesno. 4) j. Znin nördlich von Gonzawa. 5) Es giebt jetzt mehrere Orte dieses Namens zwischen Inowracluw und Mogilno. 6j In einer l rk. vom 20. Marz 1248 (Voigt Cod. Dipl. I. n. 55) heisst sie Hedwig, und ebenso nennt sie Dnguph. p. 64, der \. Jan. 1250 als ihren Todestag bezeichnet. Dagegen heisst sie in einer Irk. von 12ti [Üanialev. AE. Gnezn. p. 142) Heiinga. Digitized by Google DIE SCHRIFTTAFELN VON OLfVA. BEILAGE III. 757 Odone Gneznensi, cuius causa iunc agebatur, ac duce Heinrico berbato fratreque proprio Cunrado, duce Cuyavie ac Mazovie, in Nakel contra Poraeranos proficiscltur et a Potncrajjis in balneo occiditur, et dux Heinricus in tecto multit vulneribus affecttu, sed obiectu Peregrini de Wysinburch, qui super cum occisvs fuit, liberatur a morte et accursu ramm tandem erutus et ad proprio reducitur; et fatorutn expedicio per Odonis prodicionem twe tradicionem confundUur. Ibid. p. 86. Haitis mditi ducit Hehtrici barbati tempore Odo dux Gnetnensit aspirant mo- narchiam et in omnium prmcipum Polonie mortem dolote cogitatu, omnes m adiutorium suum contra Pomeranos convocat in obsidionem castri Nakel. Ibi dum convenisseut et in dolo de concordia tractaretur, uno maiic Poiucraui subito super incautos irruentes »ive prosilicntes duccm Lezconciu, illium Casmiri, monarchum Cracovie, de balneo procurrentem, intcri- munt et Helnricum, ducem Slesi«, adhuc lecto pausantem, multis vulneribus eoneussum mo- ribundum derelioquunt, occiso super eo obice lldeli, milite Peregrino de Wizinburch, patre Gebhardt et Timonis, qui patrit imUatores non fuerumt. Fugientilms ergo cunctls aliis dux Hein- ricus dunium relalus a suis, Percgrinus in Lubes sepcliendus transvectus est. Bogapb. 58. [Den Sohn Lesco's, Boloslav den keuschen, sucht sein Oheim Conrad von Masovien seines Erbtheiles zu berauben. Da dieser ihn mit Hülfe Herzog Heinrich s des Bärligen aus seinen Erblanden vertreibt :) Conradus igitur dominia nepotis ambiens et eieccionem sibi fore pudorosam estimans Jaczwczanszitas 1 \ Sco- weas2b, Prutbenos, Lilbuanos, Szanmitas*' precio conventos- ad devastandum terras Sandomirienses nepotis sui frequenler educebat. Qui furtiin aliquas terras invadentes, ipsas* rapinis desolabant, Belctam quoque, episcopi opidumr. et viilas plurimas eidera opido adiacentes devastarunt. Cui Cracovile et' Sandomirite fortissime resistebant*. ipsius* gentem Paganicam et Christianam h pluries debcllantes, prout in annalibus by- storiis continetur. Huius Cunradi* tempore gens Paganica ad evoralionem eiusdem, ul premittitur, regnum Polonie primitus cepit devastare. Congregaverat enim Conradus predictus magnum thezaunim ad suggestionem uxoris sue Paganis sibi auxilianlibus largissiroe effundendum k ; sed impunitus non remansit1. Bogupb. 59. (Ohne Zeitangabe.) Conradus . . . Mazovie dux supradictus, qui multas infestaciones a Pruthenis et a Pollexianis in terra Culmensi sustinebat ad con- silium Gunteri" episcopi barbatis* nigra cruce signatis, hospilalariis sanete Marie Jero- solymitane de domo Theutunica, concessit terram Culmensem viginti annis7, ut rcsisle- rent Pruthenis et Pollexianis cum ipsis preliando , eius iuvamine mediante. Infra quos annos cum Prutheni et alie gentes Paganice terris Mazovie ducis Conradi" predicti nimium fuissent infesti predictus Conradus Henricum cum barba, nepotem suum", du- cem Slezie, prefatum in sui adiutorium evoeavit, cuius fretus auxilio et cruce signato- rum predictorum üi Pruthenis et aJüs gentibus Paganicis magnam stragem commisit, ipsos fortiter debellando. Post cuius victorie faroosum triumpbum Henricus dux sepc- dictus Conrad um patruum suum peeiit, ut cruce signatis predictam terram p Culmensem perpetuo ascribere dignaretur. Ad cuius preces idem Conradus terram predictam infra Ossam, Vislam et Drzwanczam fluvios prefatig hospilalariis generöse donando perpetuo ascripsit. Bog. 59. Anno nccxxxrx. Wladislaus Odonis dux Polonie exul existens et in modica parte Polonie prineipatum videlicet Uscze, Nakel, Szim* cum eorum appen- a) D. Eodem igitur anno dux Msozyug*, lilius Swanthopelci , ducis Pomoranie", prodi- 2s' öc|'1* toris nequissimi , in nocte beati Michaelis archangeli per tradicionem cuiusdam bali- starii" Castrum Nakel dnee Przemislio * occupavit. Przemisliusbk vero, collecto exerritu suo et fratris sui Boleslai, una cum Kazimiro duce Cuyavie Castrum predictum imdique vallaverunt. Quibus pudicus Bolcslaus dux Cracovie mille et Seraovitus Conrad) Ma- a) Hwanthoelau* Kgtb. b) durem Pontons Somm., Pom. frlilt Kg»b. c) barbarorum Somm., taitaronin Kg»b. d) facto Kg«b. e) adunaü Ktf»b. f) Swanthoglai Kg»h. g) ZarUvrnjim Öorum. h) Pnemi»l>o Somm. i) Somm. MCCMII. k) fehlt Kg*b. 1) Msnnyonem Soratii. m) Zarthaniam Somm. t>» H fehlt Somm. o) suin fehlt S«mra. p) LeorfurnMi Somm., LwxJnU-n'. Kf?sb. q) riutdem fehlt Kg»b. r) Praudotha Somm. •) G. Kgsb. t) Laudcuf. Somm. u) Cirioelm Somm., Cuillm Kgsb. ») Wt> limirui Snrom. w) riocenai« Kg*b. z) Chelincosis hgsb. y) Mroä*her*. Posen. i) Die Aiinalen II. vgl. untcu 5. 76a, welche diese Stelle fast wörtlich aufgenommen haben, lassen dio Worte ordinis Cistorc. bis zum Schlüsse aus. 3; Kgsb. f. 2«8 : frater Vitus de ordine predicatorum fuit primus opiscopus ordinatus ia Lithuania et ibidem in Coslow una cum domitio Pelm per d. Fulconem nrebiopiscopum ert in episcopum consecratus. — it6t und It63 ist derselbe Vitus, »episcopus quondam Lithuo- niensis« iu geistlichen Amtshandlungen im Bisthum Posen thiitig (Annal. VII. sub «.). 4] Bei Dlugosz 1. f. 737 heisst er de Czirnelin »nobilis genere Polonus de domo Rossiae.« 5) 4 449 hatte dieser Premyslav unter andern Schlossern auch Nakel, Usczo und Czarni- kow seinem Bruder Boleslav übergeben, schon am 4 0. December desselben Jahres aber sie ihm wieder entrissen (Kiisb. Cod. des Boguph. f. US und Sit). Digitized by Google DIE SCIIIUFTTAFELN VON OLIVA. BEILAGE III. 759 zovie dux oclingenlos viros annatos in subsidium sibi destinarunt. Przomisl vero et Cazimirus, cernentes firraitalera castri, et quod non possit de facili expugnari, edjfica- \erunt aliud Castrum ex opposito castri antiqui versus or casum solis, et positis in eo viris forlissimis et audaeibus, qui illud custodirenl* ac ingressum et regressum b facien- libus de nntiquo Castro* pro posse prohiberent'1, ad propria redierunt. Castrenses vero castri ulriusque sepissiine inter se congressum elc conOictum habebant, et in quodam < ongres.su Pacoslaus Strzedrici r et Hermanuus milites robustisgimi de parte ducis Prze- inislonis fueraut occisi; uiulti eciam de Pornoranis protunc et alias sunt* proslratih. Anno itaque Domini mcclvi. dux Przemisl cum fratris sui Boieslai et suis exercilt- 12**. hus el cum duce Kazitniro Cuyavie convenerunt circa Nakel et inito oonsilio iverunt ad expugnacionein castri KaczansV ad quod mulli homines de casteilania eadein con- fluxerant vito el reritiu gracia conservandaruin'. Ad quod venientes duces predicti igne apposito ex omni parte ipsuni impugnare cepenmt. Quibus castrenses* flamma in aituai croscenle resistere non valentes et mortis periculum' vitare volentes ad sta- eiones hostium, qui poterant exire , intraverunt et so ullronee cnpti\itati subdidermit, vite benelicium aüeclantcs. Multi tarnen exire uon valuorunt, et hü cum Castro et rebus in eodem existenlibus per ignem occupali crudeliter sunt exusli. Bog. 67. Eodem quoquo anno in quadragesimaSwantfaopelcus", duxPomoranie", JJ^j- »*!«••>. prodilor predictus cum fratre et «Iiis suis collecto exercitu expensas* doduxil in Nakel. gi April." Quibus deduetis el in Castrum Nakel iilalis , castellum novum ducis Przemislonis ex- pugnare temptavit, mandavitque hominibus sui exercitus Hgna sicca de pino afferre, et in fussatum iactare", volens ipsum castellum ignis incondio expugnare. Sed cum ho- mines sui ligna portassent et in fussalum iactassent et pro aliis plurhnis [f] rediissent, Uli de castello " exeuntos ligna de fossato recoliegcrunl, ipsi ^ ligna succendenles. Qui- bus per ignem consumptis, Pomorani amplius ligna afferre desistentes ipsum castellum clipeis protecti cum cratibusr et aliis instrumenta impugnare ceperunt, fundibularii vero lapides et eciam de parvis machinis intus iacienles'. Sicque ab hora scxla usque1 ad horam completorii continuantes Pomorani'' viri tanquam fortlssimi et propler exuslionem castri Haczans et hominum in eodem peremptorum nimium provocati pre- dictum castellum impugnavcrunl. Quibus castrenses , quos dei clemencia lamquam i us tos et pro patria sua iuste pugnantes miraculoso contra proditoris nequissimi infe- staciones protegebat, viriliter resistebant, el w v\ Ponioranis * occisis et p.x* vulneratis, ipsos a castclli impugnacione desistere et recedere coegerunt. Sic dux Swantbopcl- cus' proditor prefatus cum iactura suorum ad propria rediit confusus4. Bog. [Bastco] 68. Anno quoque eodem in dominica rogacionum Swanlhopel- J*5*^ cus, Pomoranie * dux , faclis insidüs" in latibulis prope castellum novum Nakel caute ' *' ordinalis, iussit suos de antiquo Nakel, ut egredientes de Castro Nakel eos, qui in ca- stellobb novo morabantur, ad corlaraen provocarent. Quod quum egressi fecissent, et de novo castello viri fortissirai cum eis pugnare cepissent", ipsi retrocedentes , quasi ad Castrum suum fugere volentes, adversarios se insequentes a castello novo remocius abducebant. Swan^o^kus*" vero dux considerans", ipsos castellum de facili intrare a) cuttodlerunt Somm. b) egroaum Kg»b. c) faclenUbuj de antiquo caatro Somm., de ». e. maoentibuf MS. d) probibucroat 8oiran. t) rougreuom et Kgab., congrcaai Soram. f) gtnedriei fehlt Kgtb. g) eraut Kgtb. h) Da« etc. bei Somm. hier und bei andern Schliuaafttien fehlt Kgib. i) conaervandi Kg»b. k) CMtrwiii Soinm. I) iocendiuni Somm. m) Semontua Kgab. o) Punjona Somm. ojjacUri Somm. p) ca»t*o Somm. <|) ip» Kgab. r) cum eraUbiu Kgab., ardenübua Somm. »Jjaoentibu» jackiiU-t Somoi., jaccutibus fehlt Kg»U. t) »exta et cltra et uaque Somm., «rxta uaqur Kg»l>. u) eonUnoati- tes fehlt Soinm. *) P. vero Kgnb. w) et fehlt Kgab. x) Pomoria bamm. y) Scmonitu« Kgab. t) Toraorie Summ. aa) iiuidü» et Somm., et fehlt Kgab. bb) ewtro Kgab. ee) Die Worte et de bia ea- jriawnt fehlen Somm. dd) 8cmowittu Kgab. ee) »eucieua Kgab. i) Dass dieses Racznns oder Relzk in der Nahe von Tuche I gelegen habe, ist oben Cliron. Oliv. not. 45. nachgewiesen worden. S) Expensa in dor Bedeutung von Vorratho, Lebensmittel brauchen auch Annai. VII. (unti'n S. 765j : collecto aliquanlulo exercitu pro conduceuda sua ad antiquum Nakel e\- peiii-a. 3) In der entsprechend. Stelle der AnnaLVlI. (Somm. 1. 86) werden quadraginta genannt. 4) Diese ganze Erzaldung ist in etwas vollständiger Ausführung in den Annah VII. unten S. 765 ff. aufgenommen. Digitized by Google 760 DIB ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND non posse, mox de latibulis saliens ducis Przemislonis homines, sue gentis multitudine undique circuroscptos prosternit* et occidit, vulnerat et captivat. Nec tarnen pro tone victoria licet dolose obtenta predictum castellum poterant expugnare 1 . me. Eodera quoque anno in vigilia beati Jacobi apostoli dux Przemisl b cum suis baro- 34. Juli. nibus venit ad Vji|am suam Kzinam* cum Swanthopelcone super recuperacione castri Nakel tractaturus. Aderat eciam quidam frater Poppo crueifer de domo Theutunica, qui duci Przemisloni quarto gradu consanguineitalis per matrem suam attinebat. Hic nota, quod mater ducis Przemislonis, ut ferlur', fuil soror Swantbopeiconis prefati et uxor Wladislai Odonis ; eitunc sequitur, quod Swanthopelcus fratri Popponi prefalo tercio gradu consanguineitalis fuisset coniunetus, unde net esse d videtur, quod, sicut premis- sum est, aut quod Wladislaus Odonis dux Polonie et Swanthopelcus duas sorores Jger- manas in uxores habuissent, quia Msczyug* dux Pomoranie filius Swantbopelci prefati Przemislaum et Boleslaum filios r Wladislai fratres suos amitales appellabat« et Prze- mislio secundo, ducis Polonie fllio Przemislii, ducatum Pomoranie k resignavit. Poterat eciam esse , quod Swanthopelcus prefatus sororem Wladislai duxisset * in uxorem . et ex hoc fratres amitales haberentur. Quid autem certi sit, non invenio*. Poppo autem de quo genere fuit k apud nos non habetur. Interposuit tarnen partes suas , ut ipsos tamquam sibi coniunetos ad concordiam revocaret. Considerabat 1 namque Swantho- pelcus sepedictus , quod Castrum Nakel fraridulenter obtentum commode retincre non posset ex eo, quia de castello novo sibi frequenter molestie et infestaciones ßebant, peeiitque pro expensis factis a Przemislio duce certam pecunie quantitatem pro resti- tucionem caslri eiusdem. Sic uterque eorum compromiserunt " in f ratrein Popponem predictum , promittentes bona tide se firniiter servaturos , quiequid per ipsum tarn su- per restitucione castri , quam super observancia pacis fuisset difflnitum , pronunciavit- que frater prefatus Poppo, quod tinnam pacem et tranquillam inter se servare deberent : Castrum Nakel Swanthopelcus duci Przemislio restituere debet°, cui dux Przemisl pre- nominaluspquingentas marcas argenti vice versa in cerlis terminis solvere deberet ; et demum inter Castrum vetus et novum convenientes inermes oscula sibi invicem pre- 35. juii. buerunt , mane4 autem in die saneti Jacobi dux Przemisl Castrum antiquum Nakel, duce Swanthopelcone ipsum inducente, cum suis intravit. Dux Swanthopelcus benigne suseipiens sibi r Castrum Nakel assignavit*. Dux vero Przemisl sibi pro quingentis uiarcLs argenti predictis novem obsides, donec pecuniam solvcret, tenendos assignavit, et sie pace firmata ad propria redierunt. 135». Boguph. (Bastco) 78. Eodem . . anno (tt!>9) Warcislaus, dux Kasszuborum cum exercitu Polonorum , quom dux Boleslaus Polonie in subsidium sibi 1 destinaverat, et cum episcopo Caminensi 4 contra Swanthopelcum ducem Pomoranie ™ processit et veniens circa Slupxi, qui alio nomine Stolp nominatur", dimisso" episcopo et exercitu oius et quibusdam suis militibus non paucis in stacionibus, ut res suas et Polonorun) :u- ciicntelam ibidem dimissam custodirent x propugnantes , solut cum exercitu magno lerram Swantbopeiconis animoso vastavit'. Sed Swanthopelcus potencie sue resistere non valens in staciones irruit et episcopum cum suo exercitu devictum fugavit1, pluri- mos milites armalos"" et ser\ienlcsbb occidit et quosdam caplivavit et aeeeptis multis spoliis et captivis secessil illesus, nullo sibi resistente id. 1359. Bog. (Bastco) 71. Eodem — anno (t 259) . Kazimirus* dux predictus cum ad- b) prostraTit Kpsb. b) Pnemiil dux Sltaftrii MB. e) »1 fiilt Somm. d) nereBiarit Kpib. e) Ms*-yi>j Somm., Meerag Kgtb. Q^flUo» fehlt Kpb. g) aprlUt Somm. h) Pomorie Somm. I) duxit Kpb. ml Somm. n) 8wantlio|>i'lrone . ... reatituente. Somm. p) memoratut. q) maxime Somm. r) tibi Kg*h., et Somm. •) reaignat Somm. t) tibi fehlt Summ. u) Pomorie Snmm. t) circa . . . nomim- tur Somm., cire» Stnlp Kpb. w) dirlto Kpb. ») cuatodirerunt Somm. y) in Itmm 8w. an. iatrarit t) fupt Somm. u) milite* armaUM Kpb., militum Somm. bb) i dd) n. t. r. fehlt I 1) Auch diese Stelle steht mit einigen Veränderungen in den Annal. VII. (unten S. 7««). «) j. Kcyna oder Bxin s. w. von Bromberg. 3) Vgl. oben S. 756. n. 6. ») Seit 4 «49 Hermann, Graf v. Gleichen, Verwandter der Markgrafen von Brandenburg. Vgl. Barthold Gesch. von Pommern II. 48». n. 1. 5) Herzog von Kujawien, Sohn des 4 247 verstorbenen H. Conrad. In seinem Kampfe Digitized by Google DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. BEILAGE III. 761 iutorio ducis Swanthopelconis proditoris edificavit in Pacoszcz 1 * in dominio ducis Bo- leslai castrumb et in prciudiciura einsdem ducis Boleslai Polonie'. Bog. (Bastco) 73. Anno quo supra (I 259) antefestum sancti Andree apostolid Nov introivprant Tarthari cum Pruthenis, Ruthenis, Comanis et aliis gcntibus terram San- domiriensem. [Sie plündern das Land und verbrennen Stadt und Burg Sandomir1). Bog. (Bastco) 73. Anno — eodem (1260) Prutbeni baptisati cum suo rege uro. Mcndolpho' proptcr multa gravamina, que ipsis per Cruciferos inferebanturr Odern Christianam, quam assumpserant, deserentes, ad Lilhwanos cum aliquibus* fratribus ordinis Cruciferorum abierunt, ipsis fortissime adhercntes*. Item anno eodem Mendolphus h predictus, suorum Prutbenorum, Lithwanorum, et hm. aliarum gencium infidelium ad triginta milia virorum pugnancium multitudine recol- lecta, terram Mazovie intravil, ubi primo Plocensem eivitalem et deinde opida et villas tocius terrc Plocensis crudeliter gladio et incendio f spoliisque et rapinis total iter de- vaslavit. Et deinde Prussiam invadens urbcs snbvertit, villas et fere totam terram Prussie destruxit, magnam stragem in populo Christiano per suos Pruthenos baptisatos committcndo. Anno itaque Domini mcclxi. tercia septimana post diem epyphanie multitudo Chri- stianorum Theutunicorom et Polonorum et aliarum gencium fidelium in unum recol-*' 7 ,*n' lecta terras Lithwanorum et »Horum paganorum intraverunt, ipsas impugnare et delere cupiens1. Et cum Christiani per terram k Paganorum fuissent dispersi, Pagani in unum recollecti reliquum cxercitum. qui ad sarcinolas Christianorum remanserat, repente in- vaserunt , multos ex ipsis gladio pcrimendo, ibique reditum Christianorum exspecta- runt, de1 sua polencia confidcntcs; et tum" Christiani auditis rumoribus de prostra- cione suorum ad sarcinolas festine remearunt , ubi venientes exercitum Paganorum invenerunt copiosum. Cum quibus aniinose congressi viriliter pugnare ceperunl, et quamvis multos ex Paganis oceidisscnt, Pagani tarnen Deo permittente et peccatis Chri- stianorum exigentibus, victoria obtenta Christianos fugam inire coegerunt. Bog. {Bastco) 74. Anno Domini mcclxii. xxii. monsis Junii Rutheni* cum Lithwanis venientes caute in terram Cirnensem Mazovie ipsam totaliter igne et gla-2 ' um dio devastarunt , ubi inopinato quandam villam Jaszden n nomine intrantes invenerunt Semovituro cum suofilioConrado, Mazovie doces, quos capientes inboneste tractaverunt. Swarno ° autem , fdius sororis Danielis regis Russie , Semovitum duccm prefatum sie captum manu propria decollavit et Conradum filium cius secum abduxit captivum. Item eodem anno Mazovite in quodam predio Dlugosedle cum Pruthenis congressi pugnaverunt nono Augustip. Sed Prutbeni victores effecti ad propria hilares redierunt. »■ auj. Transacto igitur anni predicti *• modico tempore circa festum sancti Michaelis Boleslaus c. w. Sept. dux Polonie prenominatus r ad poticionem rclicte Semoviti ducis Mazovie premortui', congregato exercitu, ivit in terram Mazovie et reeditieavit Castrum Plocense , quod fucrat per Paganos exustum, et reedificatum ac bene munilum presenlavit relicte pre- dicte domine ' et filiis eiusdem Boleslao et Conrado, et nisi reedifleasset Castrum pre- dictum, residuum terre Mazovie per Paganos totaliter fuisset deletum. Anno vero Domini mcclxiii. Idus Januarii castellaniam Lowicensem et alias multas J^03;.. villas in cireuitu eiusdem Prutbeni et alic gentes Pagauice gladio et* incendio et alüs armis enormiter vastaverunt. >) io Polanci Kftb., fehlt 80mm. Bei diesem rieht aber in der Uebereehrift : de edificacioiM eaetri 1 b ) oitrum i. d. B. ducii Polonie Somm., i. d. ducit B. Castrum Kg»b. e) ducit B. F. fohlt Soinm. d) Andre«, perieuuj cbri«tianorum intrair. Somm., Comanit fehlt Kftb. e) Mandolpbo Somm. f) per erue. inf. Kgib., inf. per cruc. Somm. g) allii Kfib. h) MendoUiu Somm. I) eupiente» Kp»b. k) terra» Kgtb. 1) sed In Somm., de Kftb. m) cum Somm. n) Jaudeneem Somm. o) I p) nono AngntÜ fehlt Kjeb. q) anni predicti fehlt K*»b. r) preUtulatw Somm. •) i t) dotnine fehlt Kftb. u) et fehlt Kg»b. mit Boleslav von Grosspolen seit 4258 hat der letztere den II. Wartislaf < Kasimir den H. Swantopolk zum Bundesgenossen (Bor. 71. 7«). t) j. Pakose an der ober» Netze. «) Ausführlicher berichten Uber diese Verwüstungen der Tartaren, ohne der Preusseu zu erwähnen Annal. III. b. (vgl. unten) p. 84. 3) Vgl. Sichren Leb. d. Wohnsitze der Jatwügcn p. 58. *) Vgl. Siögrcn I. 1. p. tt6. Digitized by Google DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND i2f,c. Bog. (Baslco) 76. Anno — Domini moclxvi. Daniel rex Russie . . . migravit aii Christum de hoc mundo et codein anno Swantbopelcus prodilor dux Pomoranie, qui nomen durale sibi prodicionaliter et nepharie usurpaverat, eciam de hoc seculo dece«sitb. Eodem quoque anno Pruthcni cum aliis genlibus Paganicis terram Plocen- sem inlrantes residuitutom lerre ciusdera tulaliter devastarunt. u«s. Bog. (Baslco; 17. Anno — eodem qmdam Theodricus Prulhcnus bap- tisatus ßidgostiam Castrum Seiuotui*lii r tradidit Boleslao pio duci Polonie , postea vero recordalus, quod male cgisset eld huiusmodi prodiciunem commisisscl, pecüt famulum suumr, ut ipsuin tanijuam proditorem f decollaret , ut amplius non viveret Qui re- cepto gladio guo staum'1 ipsum dec-ollavit' et sie vitam suam male lennina\it k. Anno deuique predicto primates terre Cuyavie cernentes, quod Seinoinisl' dux eorum, ipsis sprelis, fratrum barbarorum inlerim cousiliis utubatur, eorum in oinnibus sequens favores, adhc.scrunt duci Boleslao Polonie. Semoniisl vero sc tarn confuse derelictum cotuqncicns 1 Boleslao duci Plocensi nobile m Castrum Crusz\ iciense dono assignuvit, ut ipsius indunlrioso favore " milicic Cuyavie reconciliatu* ipsos ad sue obe- diencic gremium rcvocarel. 1271. Bog. (Bastco) 78. Eodem — anno (1271) Warrislaus dux Pomoranie fratrem suum Msczngionem " caplivuvil et in vincula coniecil, et t audem, eo duuisso, cum sibi Gdansk Castrum1' lirmissimum et eivitatem reddidisset , ipse turbatus anioio de fratre ulcisci cupiens nobile Castrum Gdansk predietum'1 Cunrado marebioni, lilio quondam Johaunis marchiouis Brandehurgensis, tradidit, ut sibi contra fratrem suum Warcislatuu auiilia preberet oplata, propoucns Warcislaum de terra l'onieranie profugare peuitus. Warcislaus vero cum Pomeranis sibi adherentibus af fortan « ' Castrum Gdansk et alia caslra polenti* manu Msczugonein invasil et de terra Pomoranie fugavit'. B. Die Atmalen. Die zahlreichen chronologischen Aufzeichnungen, welche man grösstentheils den grössern altem Polnischen Geschichtswerken vor- oder nachgestellt, |oder gar mitten in dieselben eingestreut findet, enthalten für die Geschichte Preussens und Ostpommerns mancherlei beachtenswertes Materiol. Leider ist für die kritische Sichtung desselben, sowie für die Feststellung der Zeit, der sie angehören, bis jetzt so wenig gethait worden, das* die Benutzung desselben schon dadurch ungomein erschwert ist. Zwar ausser Stande diesen Mangeln gründlieh abzuhelfen, hielt ich es doch, zumal da eine Beseitigung derselben auf anderm Wege vorläufig nicht in Aussieht steht , nicht für gerechtfertigt, diese Materialien ganz und gar aus unserer Sammlung auszuschliessen und gebrauchte daher den Mittelweg , nur diejenigen Annahm zu berücksichtigen , welche durch du* Zeit , welche sie behandeln , der allerdings nur unsichern Vermuthung Raum geben, dass sie vor der letzten Hälfte des 4 4 . Jahrhunderts abgefasst sind. Herrn Prof. Bö pell, welcher die Güte hatte , mir seine für einen ähnlichen umfassendem Plan angolegteu Sammlungen zur Verfügung zu stellen , bin ich für diese mir gewährte Unterstützung zu grossem Danke verpflichtet. Ich benutzte demgemass folgende Annahm : I. Aufzeichnungen auf einem Pergamentblatte in der Handschrift des Ii. Jahr- hunderts mit einigen Zusätzen des 13. Jh. {Mittheilung des Dr. JatTe an Prof. Biipcll) . II. Annalen von 955—1284 (mit einer Notiz von 1279) bei Sommersb. Rer. Siles. Scriptt. II. 81— 8i. a) d« b. in. fehlt Kpb. h) Samtn. hat den Zuaati : Nam tranaivit viaw caml« univer««. r) ScraomUUi Kg*b. d) pu*tc« — i-t Kgtb., et rvmcnuiraiu m; Summ, e) luiun wu proprium bonim. f) tan«, prod. fohlt Üomtn. g) ut a. u. vir. fehlt tjwiuii. h) *uo st. fehlt Sonm. i) drcuUaut Ku»b., drooUat St-nwu. k) et . . . trrmiintit frhlt Summ. I) pnwpidrn« tk imii. m) duci Polonie caftrvuu Summ. 11} indiutru farori Somm. o) Maciigiummi Soium. p) cuttrum Od. hjfxb. q.) ttliu inarch. Kgib. r) r»t adaptu» Hamm., «t ilfnUm Kgab. ■) potrnti» bomnu, potonU Kgsb. t) manu — fufavit Kgab., feblt bomm. t) Solia de» ohen (S. 39. d. t) erwaluilen Herzogs Kasimir von Kojawicn. Digitized by Google DIE SCHim-TTAFELN VON OLIVA. BEILAGE III. 763 III. Annaion von 966 — 1171 (mit 1 Zusätzen von I 318 und 1381) aus einem alten Krakauer Calendarium , in welchem jedoch zwei Reihen von Aufzeichnungen, die wir im Folgenden mit a. und b. untersehcideii , durah einander geworfen sind , horausgegeb. von L. Letowski Katalog Biskupow Pralatew i Kauouikdw Krakowskich. T. IV. Krak. «853. IV. Annalen von 1141—1181. bei Sommers b. II. 82— 83. V. - - 1 194 — 1188. angehängt der Chronik Dzierzwa's in der Hell- berger Handschr. , gedruckt in der Danzigor Ausgabe des Kadlub. (von Leng- nich 17 49) f. 30—33. VI. Annalen von 1071 — 13190. (MS. dos Prof. Röpcll). VII. - - - 994— 1309. bei Sommersb. II. »3—91. und mit einigen Zu- sätzen im Künigsberger Cod. des Boguphal. f. 2z3 IT. VIII. Annalen von 899 — 1387. (nebst einer Notiz von 1378; in der HeiUberg. lldschr. des Dziorzwa, gedruckt im Dauziger Kadlub. f. 33—43. IX. Annalen von 899 — 1350. nahe am Schlüsse der Handschrift des Konigsborgcr Archive« B. 18 hinter dor Cronica Pruthenica nova (der lalein. Bearbeitung des Wigand von Marburc), mit einem Zusätze vom J. 1466, welche wohl nur dem sehr nachlässigen und in deu Zahlen äusserst ungenauen Abschreiber zugehört. X. Cracovie brevior Chronica 965 — 1366, scheint mehrere Keinen von Aufzeicli- nungen zu enthalten, bei Sommorsb. II. 78—81. XI. Res geste Polonorum 1091—1376. Sommersb. II. 91—94. XII. Res geste Polonorum 965—1370. Sommersb. II. 94 — 99. Die genannton Annalen enthalten überPreussen und Ostpommern folgende Notizen : ■ 978. Sanctus Adalbertus consoerolur in episcopum Pragensem1; auch 982 2 und 9843. 981 . Zlawnyk pater saneti Adalberli obiit1. 987. Strzezizlawa mater saneti Adalberti obiit5, auch 986 e und 98 9 7. 990. Profetwio saneti Adalberti cum fratro Gaudencio*; auch 99z*. 991 . Coecus Adalbertus factus est monachus Home apud sanclum Alleiium10. 99z. Sanctus Adalbertus Gneznam veniens fidem calbolicam in Polonia roborav it 1 1 . 997. Sonctue Adalbertus passus e*t; sanctus episcopus Gaudentius ordinalu* est12. — Passio saneti Adalberti martyris". 1001. Sanclum Adalberten Otto rufus IU. visilavil11; 4 001. Otto imperator Ro- mam rediens visitat sepulcrum saneti Adalberli in Polonia15; 1003. Otto tercius iiupe~ rator transiil Gneznam ad sauetum AdaJbertum16. 1009. Bruno episcopus martirisatus est17. 1038. Corpus Saneti Adalberti translatumesl IH. 1037. Saneti Adalberli corpus Pragara doducitur19. 1091 . Wladizlaus cognominatus Hermannus dux vicit Potneranos ad Rechen20. 1414. Boleslaus tercius prope Nakil proslernil Pomeranob21. H 13. Bolezlaus in. Nakel et alia castra obtinuit22. 414 9. Bolezlaus duos Pomerapos duces devicit apud Nakel. Isle tercius Boloslau* terras obtinuit. — Item Boleslaus Potneranos duces hello devicit et ulramque possedit terram2*. — Boleslaus Ponieranos seeundo convertit et terram eorum possedit25. 4 117. Invcncio capitis saneti Adalberti26. 4} III. a. p. 11. 2) X. u. Vitt., letzter« mit dem Zusatz: Slawnik fuil paler eins, Slrzcszislawa mater. Hic bealus Adalbertus rcvelantc Doo Pannoniam veniens, primum re- gemUngurorani, sanclum Slcphanuro, cum inultis aliis boptizavit. Deinde per Poloniam tran- siens, et eosdosi in lide canfirotans, in Prussiam veniens, ibidem tld«m predieaus, martirio enronalur. 3) IX- Zus. : cuius pater Stamrik erat. 4) III. b. p. SO. 5) III. b. p. 20. 6) VIII. 7} IX. 8) III. b. p. 20. X. 9) IX. 10) X. 11) X. 12) II. Dage- gen VIII : IIIS Gaudenlius episcopus Cracoviensis ordinatur. IS) III. b. p. 21. mit dein Zus. 999 Ordinacio tiaiidoncii in episcopum; IX. 14) IJI. a. p. 11. VIII. 15) X. 16) IX. 17! III. b. p. 21. 4 8j III. b. p. 24. X. 19) IX. 20j III. b. 28. Scblaehtowski :bei Pertz M. XI. Chronic. Pol. II. 1 ) las Psechen, welches er für das jetzige Dorf Betsche bei Meseritz halt. 21) IX. 22) III. b. 24 ; IX : B. obtinuit Nakil et al. c. 23) III. a. 12. VIII. hat nur Bol. diu» duces Pomeranos devicit. 24) III. b. 24. 25) IX. 26) III. a. p. 43. VIII. Digitized by Google 764 DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND 1 1 67. Du* llenricua cum exercitu suo interficitur in hello In Prusia 17 ; auch 1 1 6 1 ** und II 62 29 1205. Post hoc Lestko albus Pomeraniam intrat, ibique honorifiee ab omnibus ma- rilimornm proceribus tanquam legitimus eorum dominus est sugceptus ; statuto itaque loco sui procuratofe seu capitaneo terre, viro utiqtic potente Swantopctcone, ac Omni- bus rite ordinatis ad sedem regni sui rovertilur, ibique cum suo (ralre iuniore scilicel Conrndo terram dividit in hunc modum. Lestko namque tanquam primus gonitus Cra- roviam, Sandomiriam, Pomeraniam, Lanciciam, Szyradiam possedit. Conradus vern velul iunior totara Mazoviam et Cuiaviam plenissimc sortitus eslw. 1113. Filius Odonis Uszeze iiitr»%it ipso die S. Dionysu". 4 226. Albus Lcslko . . augere cupiens rempublicam, super qua cum suis tractare volcns, omnium terrarum suarum prejKwItos cum proceribus inGansawa ad rolloquium convocat; quo cum et Pomerani venissent, Swanlhopelcus procurator, maritime regio- nis ambiens prineipatum, in dominum sunm subito cum suis tnopinatc irmit et occidit. Sicque dux Lestko de loco in Cracovinm duritur ibique in majori ecclesia a.D. xxvt. se— pelitur*1. Igilur Swantopelcus ex tunc ducatum sibi in Pomerania usurpavit, qui genuit filios tres, Szamborium, Mcstvinum, Wratislaum et omnes sine filiis deces- serunt. — Dux Lestko a Pomeranis sub fraude interfeclus est**; auch 1227**. II 18** und 1229**. 123 4. Tbeulonici cum duce Cunrado in Prusia sino contradictione steterunt ter- ram vastantes*7. Tlieutonici intrant terram Prussie el eam tribus septimanis vastant, sine eontradictiono alieuius*8. 1239. Swanlhopelcus dux Pomoranie Cuyaviam vaslavit, predavit et exussit ec- clesiam in Wladislavia imeni et ipsam civitatem**. 4 243. Dux Polonie Przemisl cum suis Polonis edifieavit Castrum Oswanczim* et anno eodem dux Swanlhopelcus Pruthenos ba pl isatos k sub dicione Theulunicorum con- stitutos ab eorum tidelitale suo consilio subtrahens sibi coadunatos in eosdem fecit in- surgere ; qui ex inopinato irruentes in Theutunicos nulli etati vel sexui parcentes mullos de Theutunicts peremerunt. In cuius facti ulcionem crucc signati de domo Theutunica cum dueibus Polonie adunati castra predicti ducis Swanthopelci videlicet Wyssegrod et Zartawiczam* occuparunl. Hern a. 12 43 cruce signati cum predictis dueibus Polonie Castrum Nakel"' de eius iurisdictiono capientes duci Przemisloni vero heredi resti- tuerunt,4°. 12 44. Pruteni per diversos Insulins Lublin devaslant et ecclesias succendunt*' ; auch 1243". 1246. Pruteni per frequentes insultus Lublin, Seczcchow et Lncov vastanl**; auch 1243 ". 1246. Opizo abbas de Mezano, domini pape vices gerens. anno in Polonia mansit uno45. — Legatus domini pape et vices eius gerens per totam Poloniaro, Pomoraniam et Pruaciam veniens in Polonia ducem Swanthopelcum ab exeommunicatione absolvit et cum omnibua filiis clericorum dispensavit44. 12 48. Jacobus archidiaconus Leodiensis, domini pape capellanus et eiusdero in Pnissia et Pomorania vices gerens, celcbravit sinodum in Wratislavia, cui interfuerunt a) Bdbuaiin Kgib. b) JtathMM «ib. 8omm. c) Zatttrfcamcism öomm. d) KaUcam 8cfnm. •) to- ttitatrool Kfib. 27) So 1. ; III. «. p. 44. D. H. interfectus est cam exercitu in Prusia, in hello. ; III. b. p. 25 : cum exercitu suo, in hello in Prusia. 28) VIII. Dux Sandomiriensis Henricm una cum exercitu occisus est in hello in Pnissia. 89) IX : D. Hinricus de Sandomiri* occiditur a Pruteni« cum copia in hello. 80) V. Vgl. oben S. 755. 81) XI. Vgl. oben S. 756. 82) V. Vgl. oben S. 756. 83) III. a. p. 16. 84) IV. (Lestco dux Cracovie interfectus in colloquio a fllio ducis Odonis stib fraude) u. III. b. : L. d. C. i. est in c. a. fllio Odonis s. f. 85) VIII. (Dux Lestko interfectus est a Pomeranis sub fraude et dux Henricns Zlesie a duce Conrado captivatur Mazovic). 86) II. (Lestco dux Cracovie et Pomoranie in Cansszowa occiditur). IX setzt unter 1257 (1) Listko a Pomeranis interfici- tur. 87) III. b. p. 29. 88) VIII; auch IX hat diese Notiz, aber unter U69. 39) XI. 40) XL Vgl. oben S. 758. 41) III. h. p. 8t. 42) IV. (Prutheni per diverse« [sie] in suburbio Lublin vastant et succendunt). 43) III. a. p. 17. 44) VIII. 45) III. b. p. 84. 46) XL Auch VII. erwähnt unter 1258 Opizo, abbas de M., qui tunc legatus fuerat in Polonia. Digitized by Google DIE SCHRIKTTAFELN VON OLIVA. BEILAGE III. 765 Ffulco archieptscopus Gneznensis, Thomas Wratislaviensis, Michael Wladislaviensis, Prandotha Cracoviensis, Boguphalus Poznaniensis, Petrus Plocensis, Nankerus Lubu- czensis, Culmensis primus, episcopi*4". 185t. Michael episcopus Cuyavie in die beatiCiriaci diem vite clausil extremum46b. 2«. Juni. I S 55. Eodem anno dux Msczuy , (ilius ducis Swanthopoici Pomoranie, in nocte beali 28. Sept. Micliaelis per tradicioneni cuiusdam balistarii Castrum Krmissimum Nakei, quod estclavis tocius Polonie, occupavit, et cum cito pervenisset ruraor huius facti ad dominum Prze- mislonem, cuius Castrum fuerat, diclus dux collecto exercilu suo et exercitu fratris sui ducis Boleslai una cum Kazimiro duce Lanciciensi prefatum Castrum undique circumde- derunt. Dux vero Boleslaus Cracoviensis eidem duci in subsidium milie viros misil et dux Semovitus, filius cuiusdam Conradi, fratris Kazimiri octingentos misil viros; et nun liabentes facilem aditum ad requirenduni, et timenles eciam de perdicione suorum ho- minum , circa ipsam viani contra portam Polonicam ad occasum solis edilicarunt quod- dam castellum pro municione Polonoruui , ul ex hoc possit tueri sicut satis tuita fuit, quia Pomorani ncquaquam poteranl lerram Polonie de antiquo Castro spoliare, ymo cum maxiino labore et timore Pomoraniam poteranl exire , et ligna in reliquis stacionibus Polonorum colligere ; el positis intus cuslodibus recesserunt ad propria. Custodes vero tarn de novo Castro quam de antiquo Nakel scpius se provocabanl et inter se pugna- bant, et auxiliante Deo Poloni Pomoranos multoriens devincebant et eos ocridebant. Contigit autera, quod quadam die, peccatis exigentibus, cum convenissenl laiu de nowo castello el de antiquo Poloni el Pomorani et habuissenl inier se certamen , devicerunt Pomoranos Poloni, et inter eos fuit occisus probus miles Hermannus et robuslus Pakos- laus, qui fuerunt in magna gracia apud ducem Przemislium. Tarnen dicitur, quod mulli Pomorani fuerunt occisi el alii vulnerati**. IS56. Dux PrzemisI cum exercilu suo el cum militibus fratris Boleslai et cum do- mino duce Kazimiro convencrunt in Xakel el habito virorum prudentum consilio iverunt usque ad Castrum Pomoranorum, quodKaczens vocatur, et ex Omnibus parlibüs circum- dantcs idem exercitus undique circumposuit igncm, ut ex hoc custodcs castri terreren- tur, et Castrum in manus principis traderelur. Qui virililer repugnantes nullatenux Castrum tradcre voluerunt sicut viri , qui fidem suo duci teuere promiserunt , donec totum Castrum cum hominibus intus conslitutis ignis vehemens occuparet. Et cum Poloni videbant iam Pomoranos esse desperatos, irruerunt in ignero, el quotquot pote- rant rapere de Igne, viros, muliercs ac parvulos rapuerunt. Inter quos fueraul capli castellanus Sokol, Iribunus, vexillifer et traditi in manus ducis Przemislonis. Res au- tem predictorum hominum qucdam sunt exusto, quedam per Polonos rapte, quas nondum ignis occupaverat. Ibidem mulli homines magni et parvi fuerant exusti et mulla fbä [famulitia?] eorum. Fugcrant aulcm in predictum Castrum mulli Pomorani cum pueris suis et rebus propter limorein Polonorum*7. 1256. Dux Swanthopelcus cum Ii Iiis suis et cum fratre suo, collecto atiquaniulo exercitu pro conducenda sua ad anliquum Nakel expensa ; et cum esset ante castellum novum, attemptavit, si forte potuisset per aliquem modum expugnare. Idem castellanus licet mullos custodcs haberei, tarnen habens inter se consilia fecit exercitum ligna de pynno siccare, inde faces adaptari, ut possei predictum castellum succendere. Et cum ligna parata Pomorani in fossatis ponerenl et videretur, quod ad sufficienciam nou ha- berent, oportebat eos pro lignis redirc, ut de maiori quantitatc replerent fossalas. Poloni aqtcm sicut viri discreli et in multis experli, cum Pomoranos viderunt redire pro lignis, el illa ligna, que iam eranl proiecta sed nondum sucecnsa, armali exiverunt de castello et aliquantulum removentes cum instrumenlis ad hoc paratis eadem ligna succenderunt et per ignem consumpserunt. Vidcntes autem Pomorani tanlam astuciam et discrecionem Polonorum ultcrius desierunt ligna proiieere , sed ut viri fortissimi armali cum elvpcis suis el cum cralibus accesscruut el cum fundis lapidibus imposilis et eciam cum machinis ceperunt diiium castellum expugnare. Sed misericors Dominus et iustus non descrens Polonos , (jui iuste hereditalem defendebaut Polonie , (juam Po- 46u) II. vgl. oben S. 758. III. b. (Kodein anno Jacobus archidiaconns Leodicnsis, sedis aposlolice. le^atus, veniens in Poloniani, indulsit in Polonia ipiibu» placet carnes eomedere postseptuagosiina). 46b) VII. 46c) VII. Kgsb. f. i30. Vgl. oben Boguph. 67. (S. 758.) 47) VII. Kgsb. f. »30. Vgl. oben Boguph. 67. (S. 759). Digitized by Google 766 DIE ALTERE CHRONIK VON OLIVA UND raorani duci Polonie per vim »Hebontur auferre . tibi nulla HrmHas et parva spes de vita , ipso Dominus dignatus est seipsum pro Polonie iuvamine ponere prestando eis auxilium de celo, dans eis vires cl constanciam reptignandi mimicis suis , com lamen satis desperarent de vita; ei per auxilium Dei tone repulerimt inimicos a rastello. Et dicebatur, quod tunc foerunt Pomorani sub raslello xx occlsi osque ad mortem et quadraginln vulnenrti fere qntdam ad mortem. Pugna aulem eorum cepit e«se illo die ante meridiem usque ad horam eomplctorii. Ita dux Swanthopelcus perdltis aliqnan- tuluin homintbus recessit confusus. >a i,2i.M»i. Kern codeni anno post rogneionos contigil , quod Pomorani , qui tenebant anli- qmim castnnn Nakel, exiverunt et provoparnnt Pnlonos de novo castro, quod dux Przemisl construxerat. Pnfoni vero sictit probi bomincs et audaees militcs videntes cos exivisse, contra eos irruerunt et cepernnt contra cos viriliter pugnarc. Dux aulem Swanthopelcus sierrt vir dolosus et fraudulcntn? cum magna catitela fecerat Pomo- ranns. quod provocarent Polonos. et ipso circa montana. que sunt circa Castrum, cum exen 'Hu mnrabatur. Seil cum Poloni contra eos , qui Mos provoeaverunt . vietoriam obtinerent, Swantopolcus improvidus repente de mnntanis exilions prefatos Polonos ex omnibus partibus circumdedtt, ita quod riullam viam effugiendi haberent. Poloni vero, credenles se in mortis pericnlo. cepernnt pro posse mullitudini resistere. Sed cum non possent sc defensare pro nimia paucitate, ipsos Pomorani occideruut, quosdam vulnera- vernnt et rereperunt et in lernt m suam ahduxerunt. Inier quos ceperunt quendam mili- tem Msczislauni et quosdam alios, qxionim norninn propter prolixitatem hienon notamus. — 21. Juli. Anno itaque eodem in \igilia beati Jacobi apostoli convenerunt nobilis vir dux Przemisl cum suis haronihus in viltam suam Kezyne tractaturus de recuperacione ca- stri sui Nakel, ijuod tenebal tunc Swanthopelcus iltix Pomoranie. Ad quem venil vir honestus fraterPoppo, Oucifer de domo Thcutunica, ) Mieiujonem Kpb. c) tenehat. Nomin. d) rt eifit. fehlt Sntnni. e) Wla- ditiauj Soini«. f) taquLrao Borom, g) et Kg*b. h) Mwciuyu* Kgab. i) iam w «ecuriu» weure regiiar*. K^b. W) et fehlt Kg»b. I) »initivo Soinm. tn) homo et paciena ae pjrua fratri auo de taata injuria compaciena, proniisit »ibi auxilium contra Theutunlcoi prelwre, licet Ipauin pluric* offenderit. n) tub fehlt Kgtb. u) nobili bb Odoni* fehlt Kgab. 48) III. I). p. 35. IV. (inJazonsco occupalus). VIII. (in Lascov). vgl. oh. Bogupli. s. a., der die. villa Jaszden nennt. 49} III. b 8."». 50) III. |>. p. 35. 5t) VIII. 5ln) V. 5*) III. I). |». 41. und X. in beiden ohne Anpahc der Zeit, bei III. I». vor 1269, und in X. nach 1«66; in IV. heisst es kurzer: lißs: Rex Bobeiuie Prussiam intrat et Christiano-t non Po>;a- nosduvastat. 58) VUJ. 34; VIII. Digitized by Google DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND acceleravit et circumdedit cum suis Polonis cl Pomoranis, nullis instrumenta adhibitis nisi clipcis et cralibus et aliquibus parvis et parvulis instrumenta ad munimen aptis contra Theutunicos , qui erant in Gdansk , apposito forti igne , ipsos contra omni um hominum opinionem occupavit et Castrum expugnavit et Theutunicos fere omnes, quol- quot erant ibi, occidit preler paucos, qui confugerant in quandam lurrim, qui sibivilam obtinueruut, tarnen in captivitatem redacti sunt et delenli* per dominum Msczuyio- nem. Et sie domino adiuvanle dominus dux Boleslaus cum triumpho et honore sanus, paucis mililibus perditis et vulneratis , ad propria est reversus , et non fuit opus nisi I)ei omnipolentis, qui Semper dignatus est iuvarefc dictum dominum Boleslaum ducem Polonie et Semper iuvitr eum, ubicunque pugnabat pro iuslicia53. 4173. Nobilis Dominicellus Przemisl puerd, filius quondam ducis Przeinislii, intra- vil in terram Slavie" ducis Barnimi ul videret dominicellam, filiam cuiusdam ducis Hen- rici deVislimnczcz, que erat nata de filia ducis r Barnimi. Et ob hoc idem dux ipsam te- nebat pencs se, quia sibi itttinebat. Et cum cam videret, complacuit sibi persona et ibi- dem sibi in terra prefati ducis Barnimi in ci vitale Sczeczin ipsam sibi in uxorem copula- vit; et boc Tadum fuit, cum sibi terminabatur sextus deeimus annus nativitatis sue*. .Item a. D. 1 173 in mense Julio nobilis vir dominus boleslaus cum nobUi domina He- lena uxore sua et reverendo patre domino Nicoiao episcopo et cum baronibus suis et cum eodem dominicellu Przemislone occurrerunt eidem domine Lucarthe usque ad Ordzen , et ibi ipsam cum honore reeeperunt et usque in Poznaniam duxerunt ; et per dictum episcopum et canouicos eiusdem ecclesie secundum consuetudinem ab antiquo observatam cum processione sollempni ipsam in ecclesiam suseeperunt**. 4878. Eodem tempore Boleslaus diu Polonie habens adiutorio Mestvinum ducem Pomeranie iutravit fines Teutonicorum viu. diebus, spolians terram, et ad ultimum glo- riose triumphavit de exercitu eorum67. 4 279. Pugnanlibus Cruciferis de domo Teulonica contra Litbuanos capti sunt duo (ratres Cruciferorum a Lithuanis, quorum unus cum fuisset suspeusus super altissimam arborem, equus quoque sub ipso suspensus est, ut igne supposito utrumque vorax flamma consumeret. Sed mirum in modum, equo per ignem consumplo, celum apertum est super Cruciferum, et lux magna descendit super eum, et ros descendens de celo ignem dispersit in diversas partes. Cumque lux illa asoenderet in celum, simul etCrucifer ille ascendit cum corpore in celum ; itauue post discessum lucis nuJIum vestigium , nulla particula vel signum invenlum est de illo ; videbaturque Lithuanis astantibus et ascen- siunem Ulam mirantibus, quod virgo pulcherrima ascenderet in celum. Sed quia Pagani huiusmodi factum ascribebant incantationibus , non virtuti divine, ostendil eis Deus aliud miraculum, quod in socio suspensi illius Cruciferi experiri voluerunt. Nam viso predicto miraculo superstitem Cruciferum dirupto trunco arboris per medium incluse- runt, circumponentes ignem copiosum, ut vivus igne consumeretur. Sed Dominus militem suum pro Ilde certantem non reliquit sine celesti presidio. Nam subito celum fuit super ipsum apertum , et quedam avis magna alba , qualis nunquam visa fuit ab aliquo vivente , descendit de celo in luce magna et eripuit predictum Cruciferum de inedio igne et tulit secum in celum in corpore. Quod videntes Pagani dixerunt : Vcre magnus est Deus Christianorum, quia talta facit servis suis58. 4 282. Philippus legatus Firmanus intravitPoloniam09. — DuxLestkoCracoviensis et Sendomiriensis et Syradiensis persecutus est Yazmizitas, admouitus in somnio per ar- changelum Micbaelem et comprehendit eos ultra Nareff ; quibus superatis reduxit tolam predam , quam ipsi do Lublin abduxcranl ; in quo conftictu nullus hominum occisus est de ipsius exercitu ; ubi et mirabile accidit , quia canes , quos predicti genliles ad- duxerant, viso Christianorum exercitu eeperunt gaudere, ululare et exultare per signum, quo simul cum Christianis in occisionem gentilium conversi suntraordentesatrocissime,°. a) tenti Somm. b) munire Summ. c) munivit Sorot», d) puer fehlt Somm. c) Perlawie Sorna». C Henrid — due» fehlt Somm. g) Kgab. hat den Zu»»U : Nomen »irjinii erat LueharU, quam •olempniter com procetaione ad ccclniam canonici ■UM-eperunl, et B. doz com Helena uxore «na et baronibol eidem la UrJtcn occurreruuU Dagejfcn fehlt in Kj»b. alle» rollende. 5&) VII. 50) VII. 57) VIII. Unter den Teutonici sind die Markgrafen von Bran- denburg gemeint. 58) VUI. 99) Iii. b. 40. 60) VIII., im Wesentlichen aueb DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. BEILAGE III. 769 I 883. Morlua illustris domina, coniux domini ducis Primislai maioris Polonie , Lu- ltardis nomine, fllia Nicoini, ducis Cassubitarum, mortem vero eius nullus potuit inda- gare, qualiler internt*1. (sed salva reverentia istius historiographi nos temporibus iuven- tutis nostre vidimus in Castro Gnesnensi rapellam quandam ligneam, que vulgariter apel- lalurCruqbta, in qua erant duo grandes lapides in modum molarum molendini, sanguine ut dicebalur ciusdain domine rubrkati , inter quos , ut dicitur, fuit coneussa totaliler et extineta, et in ecclesiam maiorem Gncsnensem fuit tradita sepulture]. 1287. Dux Przcmislaus maioris Polonie duxit uxorem regis Suecie nomine Rieb- it. o«t©b. sam in octavis saneti Francisci ,2. 1195. In festo sauclorum iuart\ nun Johannis et Pauli dominus Jacobus secundus, 20. Juni, archiepiscopus regem Przemisl sacro unxit oleo et coronavit(una cum regina,uxore sua, tu ecclesia Gneznensi metropolitana, et dimidium octavum mensein vixit post hecM. 1*96. Dominus Przemisl in festo Dorothee estoccisusinRogoszno64. — Diecinerume. Ftbr. [d. i. 8. Febr.6**] d. Prz., dux Polonie et dux Pomoranie caplus est in Rogosno et occisus in via**. — Cum idem rex fest um carnisprivii in Rogoszno civilato celebraret, Theutunici zelo invidiedueli, quod regale sceplrum idem rex adeptus fuerat, videlicet marchioOtto lon- gus cum alio Ottone, cum marchione Johanne, nepote dicti regis miserunt annatos non paueos bouiines ipsum ad capiendum furtive. Qui introeuntes eandem civitatem summo rnane in die cincrum' gravissimis vulneribus illatis ipsum ceperunt. Quibus non sufQcuit [sie!] eius tarn gravis captivilas ; ipsuoi cum deducere in terram suam commode non valuerunt gravioribus plagis illatis crudeli morte extinxerunt. Quo sepulto in ecclesia beati Petri Poznaniensis per dominum Jobanncm eiusdem ecclesie episcopum, Wladis- laus dux Cuyavie per milites in terra Polonie est ad regendura prineipatum evocatus juxta versus : Anno milleno tercent" minus uno Deflet Theutunicos Poznania passa secundos**. — I 396. vi. idusFebr. rex maioris Polonie occiditur a suis militibus de clenodio diclo 8. F«br. vulgariter Zaremba prope oppidum Rogoszno ; cumque gravissime misset quasi lela- litcr \ ulncratus , et i 1 Ii quasi iam mortuum retiquissent , supervenit quidam ex inimicis ipsius , requirens ab eo , si adbuc supervivere valuissel ; cui rex voce humili fertur respondisse , se adhuc posse supervivere , si in caloribus servaretur atque mederetur. Fuit enim tempestas her in vigilia s. Apollonie Virginis. Quo audito lictor, qui super- astabat cvaginato pugionc ipsum ad terram confodiens penltus tunc extinxit87. 4 300 — 1305. Item cum tempore YVIadislai ecclesia muitas ruinas pateretur tarn a predicto duce quam a militibus eius scilicet violaciones eimiteriorum et oppressiones pau- perum. viduarum ac orphanorum, Andreas episcopus Poznaniensis in tota diocesi propter Imiusmodi oppressiones generale posuil interdictum. Item sub anno Domini mccc. Poloni videiiles inconstaiuiam ducis Wladislai predieli voeaverunt Wcnccslaum regem Polonie et in dominum sibi reeeperunt, fugato Wladislao de omnibus terris eciam propriis, sub quo rege Wenceslao maxima pax et iusticia viguit in Polonia. Idemque rex aeeepit sibi in uxorem Richczam filiam regis Polonie Przemislonis ; mortuus vero est anno Domini ecev. Cui successit filius Wcnceslaus ; sed modico tempore regnavit , vix anno et V., wo es zur Einleitung! heisst : Huius [Lestconis] tempore Jazvizite terram Lublinensem depredati sunt et maiimam predam abduxerunt ; und am Schlüsse : [canes] gaudere et ulu- lare ceperunt, qui sinml cum Christianis inei Crauton* I. 170. zum J. Ii97 ; »By der tyd wart ghedodel de koning van Polonien to Roxozna van sineu egheneu ridderen.« Script, r. P. l. 49 770 DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND medio et interfectus est a quodam de familia sua in Olomucz rivitate sua et in domo decani infra dormicionem infra meridiem : hic eciam inconstans fuit et proprie vo- luntatis6». 1329 — 32. Dictus rex Wladislaus, volens Patrimonium smim, Thoronense, Micha- loviense et dtiratum Pomoranie de manibus Cruciferorum nrdinte sanote Matte domus isw. Theulunicorum rcctiperare. cum eisdem gucrnirc cepit. Et anno Domini mcccxxix. ter- raia Thorunensem cum exerritu suo ingrediens potenter vastavit . Quo Cracoviam rcdeunte ipsi Cruciferi Castrum Dobrincnsc cum Joanne rege Bohemie cxpugnantes tolam terra ui 1330. N..»i»r. Thorunensem oeeupaverunt. Sed anno sequentc mense Novembri, predictus rex Wla- dislaus iterum cum exercitu valido eandem terram Thorunensem suhintrans ipsam xxix. diebus oonttnuis vastavit**. — Et aereptis treugis sub spe pacis Ordinate ad propria remeavit. Ipsi vero fraudulenter et dolosc ngentes convocatis quam phirimis in auxi- lium sibi de Almania stipendiariis Poloniam , f.uyaviam et Syradiam aliquociens vasta- 13-11. venint. Tandem anno Doinini üccrxxxt. mense Seplembris in die beati Stanislai mar- tiris, cum, iam vastatis et crematLs eisdein, versus Thonin redire voluisset, illustris rex Wladislaus cum suis tantummodo regnicolis in terra Cuyaviensi in villa , que Plowcze nuneupatur cum predictis Cniciferis onngressus prelium magnum commisit ab ortu soUs usque ad horam nonam. In quo quidem prelio vix xn. militibus PolonLs oecisis de exercitu vero Cruciferoram plus quam quadraginta milia certo numero armalorum mi- 1331. April, liluiii ceciderunt , aliis multis captivatis. Et sequenti anno, mense Aprilis Cruciferi Brestensem eivilatem vallantes ipsam et Wladislaviam potenter expugnarunt totam ter- ram Cuyavie cum hominibus, oastris. caslellis et opidis sibimet subiugantes tenuerunt ipsi Cruciferi pluribus annis cum omnibus iuribus et utilitatibus provenientibus in eisdem70. — 23. April. 1.129. Item ix. kalendas Maii crematur ecclesia Wladislaviensis calhedralis simul cum domibus caimnicorum et pretatorum in civitate predieta antiqua per fratrem Ber- sternum et alius fratres de domo Theutunica, qui tunc temporis manu armata exiverant de castro Dobrincusi ad spoliandam et impugnandam terram Cuyavic anno Douiini mcccxxix. tempore doinini Matliie episcopi Wladislaviensis". 37. sepi. i 'AM . Item v. kalendas Octobr. conuuittilur bellum inier hoinines dominorum Wladis- lai regia Polonie elLuderi luagislri generalis ac fratres ipsius de domoTlicutunica, in quo 68) VII. Aus XII. fügen wir folgende nach der Königsberger Handschrift berichtigte Notizen hinzu : Cum [Bole&laus] in Wralislavia langwens diueius ad porlas mortis appropinquasset, du- catum Cracovie quasi in teslamento leguvil Przeiuisliu, duci Poznanie, cuius tiliam iam pri- dem["?] copulaverat sibi inatrimoniahter Woncctdaus secundus, rex Bohemie, qui tandemads« Pragain eotlcm soecro invitato ipsum precio circumveniens et proeibusab eo ducatum Cracovie tainquam dolosus sapiens sibi dari et resignari procuravit, eiusque nanciscens posseäsionera plenam, dum cum exercitu valido et forli Poloniam et Cuyaviam ingressus misset, ducein Wladi&lauin cognomiiic Loclek du Cuyaviensi et Siradicnsi terris potenter expelleos seipsuro in regem Polonic in Gncziin per Jnrobum archiepiscopom Gnezncnscm Corona ri mandavit • — Deniquc eodem rege Wenceslao anno Domini MCCCV. tercio idus Maii natore debitnm persolvente, prefatus dm Wladislaus sequenti anno in die saneti Egidii [4. Sept.] a terrigenis, epiacopo et civibus unanimiter suseeptus Cracovie et Sandomirie du- calus obtinuit ol sueeeasive Siradie, Lnncicie, Cuyavie et Plocenses terms recuperavit. 69) Chronica prineipum Polonie hei Stcnzcl Script, rer. Siles. I. p. 454 (veriaast zwi- schen 1 382 und 1 398) : Uic insuper Wladislaus Locketh postea magno Theothonicorum, Uo- garorum atque I'olonorum exercitu congregato polenter ingressus Prussiam usque ad flu- vium Ossa dictum duabus vieihus vastavit eandem incendiis pariter et rapinis. Et, sicut fer- tur, ultima vice terram expugnasset predictam, si a propriis cousiliariis traditus non misset. Najn a dotuinisCruciferis de Prussia nonnullas habuerunt pecunias, propter quas tradicioues fecerunt in regem. Am Schlüsse von III. b. p. 45 steht folgende Notiz : Sub anno Douiini MCCCXXXI. rex Wladislaus dictus Lokctko, dominus Cracovie et totius Polonie regni, per temerarios fratres et rabidos fratres Tborunonses Cruciferos fest] invasus temere contra Deum et iusticiam, terram suam occuparc volentcs, naciones septem exteras contra eundeoi Wladislaum regem congregata» los?,. Conantos exterminaro ydyoma Poionicum inierunl congressum contra eundem animo pertiuaci, valida manu hrachio extento circa Brcscxe ha- buerunt feria sexta in die saueti Stanislai conflictum, a quibus ceciderunt divina potencia annuente S. Stanislai presidio quadraginta milia certo numero sunt . coraputatt etdevictia paucis hominibus, videlicet a Cracovttis et Poloiiis uec non Sandoroiretis, qui eciam per opi- tulaineu beati Adalbert! sunt adiuti. 70) XII. In der Redaction des Textes habe ich aus- schliesslich der Konigsbcrger Handschrift mich angeschlossen. 7t) X. DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. BEILAGE III. 771 quam plurimi homines cx utraque parte sunt occisi, sed mullo plures fratres ot hoini- nes de domo predicta circa villam Plowcze prope Radzciow anno Domini llcccxxxl,,. Item anno Domini mccc[x]xxii. m. idus Aprilis . valiatur civilas Brestensis per 1332. fratrem Ottonem de Lutheburg et frutres ipsius de domo Theutunica et homines ipso-11' ApTÜ* rum fortes et armatos. Item vii.'3 kalendis Haü expugnatur civitas predicta Brestensis (?) 26. AprU. per dominos suprascriptos anno Dom in i mccc[x]xxii. , et tunc temporis erat Hasche7*. Anbang zu Beil. III. B. s. a. 1283. (Chron. Oliv. not. Gf). Die altern Deutschen Berichte über den Tod der Lucarth is. I . Emst von Kirchberg's Keimchronik cap. CXXXV1. (v. Westphalen monu- menta inedita. Lips. 1745. T. IV. 781). W< di selige Herzogin Lülhgart, hcm Hinrich des lewen von Mekilnborg sweslir, starb. Di seibin zlt, als sündir wanr von Mekilnborg Johan irtranc, dö leit sin swestir grdszin haz, di Herzogin zu Polenen was, di was geheiszin Lüthgart. Vür irs vatir mervart gab her si ungelogin von Polenen eirae herzogin. Siis beriet sin kint fürstenllch von Mekilnborg hdr Hinrich. Di vrouwe was lange wonhaft in Polenen und was nicht herhält ; des nam irs mannes miitir räm und wart ir herzigllchin gram. Si sprach, si inwere nicht vruchtbe're ; irem sonc riet si sere, daz her sine liebe slüge nider und sente si iren brüdern wider oder solde si in ein clostir geben und geben ir narunge dä ir leben und nein ein andir vrowen höre, die im kinder wol gehöre, £ sin herzogliche wirde virstörbe in crbeldser zirdc. Dem herzogin zu der sclbin vart liebte sere vrowe Lüthgart, wan si was küsch, heilig und wls ; den wegen vulgitc si mit vllz di vur ir ging und tet ir mütere sente Elizabet, darum der herzöge spade vulgite siner mütir rade ; her wöre bi slnem wtbe blieben lieber, wan her si hette vertrieben. Dö daz di aide recht virnaru, der junge cz hart zu hasze nam ; di aide trüg ungetrüwen IIb und was ein redehafiiz wlb, in allin sachin süntllch, darum neit si daz grüntüch, daz di herzoginne lebte in göttlichir minnc ; Got halte ir recht gegeben gude wandelunge, selic |el>en ; dariif was hefliclich bedacht die aide und machte zwltraeht züschin irme sone und slnen wibe, waz ein böse wib nu tribe ; iren son zuteisl si übirwanl den herzogin, einen jungen man, daz her zur herzoginnen g!nc, sin rede her süs anevinc ; her sprach : >Swcslir, sündir beiden >wir müszin unsir leben scheiden ; »wir inmugin keine kint gewinnen ; >nü bidde ich dich mit ganzen sinnen, >daz du zu dinen brüdern da 'zibes heim : zuhant darnä »wil ich dir gnüc jerllchin gebin mach vürstensidden alle dln lebin. »Behagit dir nicht di geschieht, »sö kus in dlncs sinnes pflicht >ein vrowincldstir, da wil ich «dich inne balden vfirstenlich 7i) X. 73) Ostern 4 t» fiel auf den 49. April ; die Zahl VII. ist daher ohne Zweifel falsch und in XIII. zu andern. 74} X. In dieses Jahr gehören ohne Zweifel auch die ebendaselbst unter andere Jahre zerstreuten Notizen . Hera III. nonas Julii [5. Juli] expugnatur Rnczaus Castrum cum machinis ruultis et aliis quam plurimis inslrumentis per fratres supradictos, in quo multi thesauri hominum diversorum, arnia et baliste quam pluriwc sunt aeeepta per ipsos et ho- mines plures interfecti et captivati, quos dominus eptscopus reilemit, videlicct pro quadrin- gentis marcis numeri et monete l'olonicalis. Item uonas Julii crematur Castrum Radzeo- viense per cosdem anno supradicto. VI I. idus Julii [9. Juli] crematur Castrum Nakel. 49* Digitized by Google 772 DIE ALTERE CHRONIK VON OLIVA UND »und wil dir alle düi leben •ganze genüge geben. »Gib orlöb, daz ich sündir scheinen •ein andir wlb mir müge nemen, »ob mir di müge kinl gehören. »Darümme müz ich diu inperen.< Die herzogin antworte dä den herzogen züchligllch damä : •Lieber herre und brüder ndn >vür alle brüdere, di min .sin •zu rechtir sippcschaft geborin, •vor di hau ich üch irkorin ; •darum üwir rede lät ! •God uns beide gesamnet hat, •der mag uns ouch wo! scheiden »\on diesen arbeiden. •Sin wir nicht ein Hb und herze? »Ilerre min, läd üwe gescherze! •Wer möchte uns gcschciden doch •von unsir ö? Got mag uns noch »vil soue vil wol gebin •ist es sinen gvnaden ebin ; »wir ensollin in sinre belfe nicht »virzwifelt sin in keinre schicht. •Gode ist nicht unmögellch ; >her ist ouch unbetwingllch ; »wir miiszin slnen genaden ebin •wartin an selc und an dem lebin. »Lieber brüder, merkit mich »queme ich heim so blslurlich, »wan ich zu mlnen brüdern queme, »daz vulk gemeinlich vür sich neinc, »ich hettez virworcht mit bösheiden, »daz ich mich müste von üch scheiden. »Man solde di rede ouch ebin binden »gemeinlich undir den cl Astirk inden ; »ich worde zumale virwäszin. »Der rede soll ir üch maszin ! »Als lange als mir min söle ist »in mime llbe, zu der vrist »mir nlmant daz geleide, »daz ich mich von üch scheide. »Ich virläsze üch nümmer mi, »mir geschehe wol drümme odir we. »Ich müchte sündon in mlnen got »und in sin rechtiz egebot.« Do der herzöge daz irsach, daz sin willc nicht geschach, her wart siiis sinnis bittir ; her sante ir sine rittir und iren bichtiger an si. Si bleib iren alden reden bi. Zuleist der herzöge schuf ir zü, daz man si martirn solde nü mit sinen dhieni Ilse in heimeltchir wise, daz si sin nicht enwiste. God undirslünt di liste, daz si ir zu den stunden nicht argis tun inkunden. Do liez her büwen dräde eine veste kemmenäde, darinne solde zu den ziden di herzoginne Ilden. Nü hatte si einen bichtiger, einen münich, der was ein predigör, der vulgetc ir allewege in heiliglicher phlege, di wile man dannit üntnie gine, darvon si doch den töd entphinc. Ir sünde si dö blchle mit gode si sich berichte und woldc lieber sterbin da durch god, als starb Susann;'« wan daz si w olde breohin mö die alt ges..slin godes ö und daz si brächte zu lümunde ir nehtslen von unschuldir künde. In di kemmenaden si dö quam und daz der herzöge recht viruam, daz si nimatil künde bringen üz iren sinne sündir dingen. her quam vür di kemmenädin gar heslich und doch vürberädin Di junefrowon liefen balde ja, der herzogin si sageten da, daz der herzöge vür der türe wörc und clopphele vast darvüre. Di herzoginne löbelich stünt üf und eulphing in vrüntlich: irren herren si gütlich ümmevlnc, ein küssen im von ir irginc. Wt sclür im da der kus geschach ein meszir zöch her und durchstach die edeln herzoginne mit gröszir unminne. Sin dtner, di im vulgeten na mit einre l wehein si irwurgelen dä ümmc iren hals jo hartir. Si irstarb in gröszir martir. Als ir der töt sö zulief, mit lüder stimme si innic rief : »In manus tuas, Domine! »irbarme dich, hörre, minre wti!« Daz sölige wlb mit ungebabin dä zu Kalis wart begrabin. Di slad ires mannes was. Di biderven trügen des ungelAz. Wl si üf erden lebens phlag, daz künden ir zeichin hüde den tac. etc. Digitized by Google DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA BEILAGE III. IV. 773 i. Chronik Detmars (ed. Grauloff. p. 15S) : 1274. »By der tyd do gbaf Anastasia van Mekelenborch, nach rade eres vaders hertoghen Barrem van Stetyn, ere dochter Lutghart hertoghen Priraslave van Gnesen in Polenen, de wile dat ere here was in der vengnisse des soldanes van Babilonien. Desse bosc hertoghe Primslaf worghede de erliken vrowen Lutgharde in suoteMartinus avende, in der tyd, do he sc neghen iar hadde ghehad in den echte. Men wil, dat zc grote teken dede na ereme dode.« C. Aufzeichnungen Pommerischer Klöster über die Geschichte des 13. Jahr- hunderts von Bugenhagen in seiner Pomerania außehalten. Pomer. p. 145. [In Betreff der Stiftung des Klosters Bukow bei Rügenwalde durch Herzog Swantopolk] . . . ita annotatum invenimus in Bucoviensi monasterio : Inslructo et confinnato monasterio, Pomerani timentes, ne hac occasione Theutonici terrain inlra- rent. monasterii fratres expulerunt. Principiun tarnen adjutu infra duos menses in mouasterii sedes sunt redueti. Ibid.p. 1 47. [Warum Mestwin it. kinderlos geblieben] . . . honestior causa Bucoviae assignata erat : quod srilicet, ut vulgo dicere solent, ruptus fuerit. Primates ergo, quia nolebant (ut ibidem annotatum erat) Teutones regnare super sc et ne Wislaum qui- dem, prineipem Bivanorum seu Rugianorum, quamvis erat domini Mistwini avunculus, eadem causa admiltebant, Mistwino suaserunt. ut de successore provideret , quum nequaquam se reeepturos ajebant marchionem Brandenburgensem, in quem Mistwinus consenserat, quod tempore caristiae auro atque argento pretiosisque pannis et mullo frumento, quae per mare Rugenwaldcm sunt Iransvecta, ab eo donatus fuerat. Ibid. p. 148. Ködern anno, quo Mistwinus obiit , a Teutonibus (ita invenimus] <■• 12«- Pomerani fuerunt occisi,ju\ta Yünckenhagen infra mare et littus. Ubi ita (um demutn prostrati sunt, ut nunquam inde Tcutouum terrara invadere praesumserint. Post haec anno terlio subsequente , a civibus Cussalinensibus tota Bucoviensis abbatia fuil com- busta, Bubalin quoque, Sirave et Sucbov, ubi cessarunt. Nam ftuvium Wipperam propter poutis carentiatn trausire non valebant. Cremabant nihilominus Gorilze, Matchov, Par- parth et ultra ad pagum usque Beverdorp. Unde ab incendio sunt reversi. Propter metum enim Pomeranorum ultra procedere non audebant. Et haec facta in nocte atque die saneti Andreae apostoli. Pomerani autem occidebantur in die Apollinaris martyris. 23! Juli! [Videntur hae combusliones post mortem Primislai factae. Nam eliam] codem anno, id est , anno Domini mccxcviii. (ut alieubi offendimus notatum) dux Poloniae et dux im Bugslaus quarlus terram Arnswoldensem et terram Berstensem tolaliler igne vasta- verunt. Ibid. p. 149. Pomerani — Uli, ut illatam caedem vindicarent, sibi Bohemos so- ciantes, ita monasterii Bucoviensis bona vastare coeperunt, ut omnia pessutn iissent, nisi , provolutis ad eorum pedes monachis, Pomerani cum Bohemis reecssissent. (Si quid aliud tum fecerint , neseimus; hoc solum monachi scripserunt.) Vastalio haec facta est feria quarta post Dionysii areopagitae martyris. is. Oct. I Beilage IV. Die Besitznahme der Kastellanei Stolpe durch die Dänen und deren Vertreibung durch Herzog Swantopolk von Ostpommern. Diese bisher unbekannte Thatsache ist erst vor kurzem in einem interessanten, wenngleich schwer zu deutenden Docuinente ans Tageslicht gefordert worden. Am ♦ 4. August 1412 übergaben nämlich in Gnesen die Procuratorcn des Polnischen Ko- niges Wladyslav Jagello dem päpstlichen Nuntius Antonius Zeno, der im Auftrage Digitized by Google i 774 DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND Papst Marlins v. die Streitigkeiten zwischen Polen und dem Deutschen Orden ent- scheiden sollte, unter andern Original -Urkunden auch folgende, von welcher in den Akten jenes Processes eine beglaubigte Abschrift hinterblieben ist Sie lautet : In nomine domini nostri Jesu Christi Amen. Licet ordinaciones hominum racio- nabiliter diffinile noticie subiaceanl singulorum , processu tarnen teinp«ris , cum testes defuorint, consuevit caJumpnia novercari ; ideirco neecssc est altenciones seu ordina- ciones legittimas , que memoria indigent , per scripti continenciam in noticiam Iraus- milti posterorum. Eaproptcr nos Swentopleus d. g. dux Pomoranie predecessoruin nostrorum inherentes vestigiis eorumque fieri cupientes ydonei ymitatores presertim in hiis , que Ad honorem Dei et ecclesiasticam utilitatem et pacera facta esse noscuntui , universis presentibus et futuris innotescere euravimus : Quod cum castellania Sulpensis dueibus Polonie in teinporalibus et Gnezdnensi archiepiscopo in spiritualibus, in deci- mis videlieet et aliis iuribus, a multis retro annis pleno iure perlinuisset, illustri prin- eipi [c?] seniori Wladislao duci[c?] Polonie in cadeui castellania Sulpensi sicut et in Polonia dominant i [e?], per eiusdem inenram seu negligenciam rex Dacic Waldmarus. asscrens se, sicut verum fnit , per nviam suam de Stirpe prineipum Polonie proecssisse, Sulpensem castellaniam occupavit et pluribus annis tenuil occupatam. Quod videntes barones et alii nobiles Sulpcnscs, ne genti externe lingue ignote ac hcredi non suo subesse deberent, per quod in postcrum in serviliitcin redigi potuissent, nos in domi- num sibi eligentes ad dictam castellaniam voeaverunt, venerabili patre Heiinrico Ketlk Gnezdnensi archiepiscopo tertio anno sue consecrationis cathedre archiepiscopali pre- sidente. Nos autem illuc venientes invenimus ibidem Rudolfum presbiterum senio confectum rectorem ecclesie Sulpensis, a quo in presenlia tocius milicie inquesita dili- gente veritate super spiritualibus, a quo reeepisset, respondit : ab archiepiscopo Gnezdnensi, sicut mei predecessorcs ab antiquo pacilice reeeperunt. El hoc ipsum tola Sulpensis milicia tide data in presentia nostra verum esse fuit protestata. Ne ergo in poslerum inter archiepiscopum Gnezdnensem et aliquos episcopos alios super proven- tibus et aliis iuribus diele castellanie dubilacio vel queslio emergat , bona fide sub Dei testimonio que premisimus vera esse protestamur. In ruius rci testimonium memorato patri nostro Heiinrico Gnezdnensi archiepiscopo presens scriptum contulimus nostro sigillo roboratum. Datum in Slupsk in presencia tocius milicie anno geuiturc mclixxi. indiccione nona in die beati Johannis ewangclistc [27. Dcc.]. [Zusatz des Notars:] Sigillum vero diele liltcre seu privilegii erat rotundc figure de cera communi in cordulis serieeis rubei croeeique coloris dependens. In cuius sigilli medio quedam ymago viri armati equum insidentis lanceam cum banderia erectam in manu teuens. cuius banderio lirabrie ultra caput dicti yroaginis se protendunt ; a tergo vero dicti yrnaginis supra femurequi quasi lilium apparebat. Littere vero circumferenciales inter duos circulos he legebantur : f S. Domini Swentoplei de Danzko. Selbst im Falle, dass man dieser Urkunde wegen der in ihr aufstossenden chro- nologischen Schwierigkeiten die Aechthcit abspräche , würde doch , da sie spätestens 1422 abgefasst sein kann , die in ihr enthaltene gelegentliche Erwähnung jener Däni- schen Herrschaft in Stolpe , die nicht füglich erdichtet sein kann , als eine beachtens- werthe historische Notiz gelten müssen. Aber genau erwogen ist kaum abzusehen, zu welchem Zwecke sie gefälscht sein sollte , da die in ihr klar ausgesprochene Ab- sicht nachzuweisen, dass die Kastellane! Stolpe schon um den Anfang des 13. Jahr- hunderts dem Erzstifle Gnesen zehentpflicblig gewesen, auf eine viel einfachere und ehrlichere Weise zu erreichen war. Freilich wenn man sich an die Worte der Slif- tungsurkunde des JBislhums Camin hüll*, (14. Octob. IÜ0), in welcher Papst Inno- cenz it. ganz Pomcranien bis zur Leba diesem letztern zutheiltc , so stehen dieselben mit den Voraussetzungen unserer Urkunde im Widerspruch. Allein für die thalsachliche Gestallung der kirchlichen Verhältnisse in Ostpommcrn im 13. und 14. Jahrhunderl ist diese Erklärung der entfernten obersten Kirchengewalt keineswe- 4) Abgedruckt in Dzialinski Lites ac res gestac inter Polonos ordinemque Crucifcrorum I/t>. II. p. 60. i) Cod. Dipl. Pomeran. n. t6. Digitized by Google DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. BEILAGE IV. ges maassgebend gewesen'; es sind vielmehr die dort gelegenen Landschaften, sobald sie der Polnischen Oberherrschaft oder der Dynastie der Herzoge von Danzig unter- worfen wurden, auch unter die Gewalt Polnischer DiücesanbischoTe gebracht *• wor- den , sowie andererseits mit dem Vordringen der Westpommerischen Herzoge und der Brandenburger auch die DiÖcesangewalt der Bischöfe von Camin sich nach Osten aus- dehnte. In Betreff der Stolpcr Landschaft liegen dafür die deutlichsten Zeugnisse vor. Um mit den bekanntem Zeiten zu beginnen , so sprechen sich bei dem Zeugenverhöre des Jahres 1 .139 (Beil. V.) zahlreiche Polnische Zeugen ab und unter ihnen der Erzbischof Janislaus von Gnesen übereinstimmend dahin aus , dass erst seit der Occupalion Ost- pommerns durch den Deutschen Orden (1309) die DiÖcesangewalt, welche bis dahin das Erzstift Gnesen über die westlich von der Brahe gelegenen Landschaften geübt, mit Ausnahme von 4 Kirchspielen , die man demselben gelassen , aufgehoben worden sei, dass bis 1309 einer, auch wohl zwei Archidiakoncn von Pommern, deren einer auch Bischof von Stolpe geheissen, jene Gegenden für den Erzbischof ver- waltet hätten ; ja einer dieser ehemaligen Archidiakonen von Pommern , Peter Propst von Lancicz* bezeugt ausdrücklich, dass »Slupska« (Stolpe) zur Gnesener Diöcese ge- hört habe. Was diese Zeugen behaupten , ist für die Zeiten Herzog Mestwins n. auf urkundlichem Wege nach allen Beziehungen hin nachzuweisen. Im Jahre 1299 24. Juni verwaltet in Gnesen ein D. Andreas Kopidlovicz das Amt eines Archidiaconus Stolpen- sis3. Am 3. März 1i9 4 bestätigt Erzbischof Jacob u. von Gnesen6 das von Herzog Mestwin in der Stadt Stolpe gegründete Prämonstratenser- Nonnenkloster , wobei er ausdrücklich die S. Marien- und die S. Peterskirche , jene in der Burg , diese in der Stadt Stolp gelegen , als Kirchen bezeichnet , in welchen ihm das Präsentations- recht zustände (ad suam presentat ionem spectantes) , und in Betreff der Klosterdörfer sich die ihm und seinen Archidiakonen zustehenden Hechte (salvis noslris ot archidia- conorum noslroruin juribus) vorbehält. In gleichem Sinne hält es Herzog Mestwin 29. Juni 1284 für nüthig, dem Erzbischofe von Gnesen von einer jenem Kloster zuge- wiesenen Schenkung Anzeige zu machen7. Da nun für die ganze Periode der Ost- pommerischen Herzoge eine Amtshandlung des Bischofs von Camin in der Stolper Kastellanei nicht aufzuweisen ist7*, auch Güterschenkungen, in welchen «ich in diesen Zeiten die nähere Beziehung der Fürsten zu ihren Landesbischöfen kund giebt , von 3) Ein recht auffallendes Beispiel liegt in der Erscheinung, dass, wahrend zahlreiche päpstliche Bullen dieser Zeit (von 1 4 33, 1 188,4246, 42*7, 1225, 1228 u.ff.) nur über die Frage entschieden, ob das Bisthum Camin dem Erzbischofe von Magdeburg oder unmittelbar dem päpstlichen Stuhle unterworfen sei , thatsächlich 1180 an den Verhandlungen der Synode zu Lancicz , Bischof Conrad von Camin gleich den Polnischen Bischöfen als ein dem Erzstifte Gnesen unterworfener Prälat tbeilnimmt. 8*) In ganz analoger Weise wechselte an der Mecklenburgischen Grenze die Diücesange- walt Uber die Landschaft Circipanien zwischen dem Bischof von Schwerin uud von Camin, jenachdem die Herzoge von Mekicnhurg oder die von Westpommern iui Besitz derselben waren. Vgl. Cod. Pom. n. 233, 282, 305 und 371. 31») Namentlich die Zeugen 7, 48 u. 93 (Erzbischof Janislav). 4) Ebendas. Zeuge 29. 5) Er unterzeichnet dort als Zeuge eine vom Herzog Wladyslav Lokietek ausgestellte Urkunde (Dzial. Lit. II. p. 60). 6} Die Urk. beiludet sich in der Kloster-Matrikel von Belbuck n. 64. 7) Ebend. n. 28. 7*) Gegen diese meine Behauptung konnte der Umstand zu sprechen scheinen , dass bei der von Herzog Mestwin II. in Stolp am 2. Juli 4 290 (Klostermntrikel von Belbuck n. 35) aus- gestellten Bestätigung eines zwischen dem Pfarrer Themo von Garden und den Pramonstra- tenser-Nonnen in Stolp geschlossenen Vergleiches ein «Dominus Wislaus« Cuslos des Dom- kapitels von Camin als erster Zeuge fungirt, und letzterer somit anscheinend als Vertreter seines Bischofs die Handlung beglaubigt. Allein dem ist nicht so. Zunächst finden wir den- selben Custos von Camin als ersten oder zweiten Zeugen in den Jahren 1289 — 4 293 in An- gelegenheiten , die mit seinem Bisthume nicht in der mindesten Beziehung stehen , so am 25. Nov. 1289 (Pommereil. Stud. I. S. 58) bei der Theilung von Oxhöft zwischen Oliva und Zuckau, am 18*. Nov. 1292 in Schweiz bei Feststellung der Grenzen der Olivaischen Güter im Dirschauer Palatinate (Cod. Oliv. f. 125) und 1293 (Cod. Warm. n. 72) sogar bei Erthei- lung von Zoll- und Handelsfreiheiten an Elbing ; sodann aber deutet dieser Domherr sein näheres Verhaltniss zum Herzoge bestimmt genug darin an , dass er sich selbst in der Ur- kunde von 1289 Canonicus Cnminensis, PlebanusinGdancz nennt; die Pfarrhorren von Danzig sind aber, nachweislich seit 4243, die obersten Notaro des Herzogs, wie sich denn der Pfarrer Luderus ausdrucklich in unseren l'rkk. der J. 4273—1283 »Cancollarius ducis« nennt. (Vgl. Chron. Oliv. not. 487.) Auch der feindliche Einfall des Bischofs von Camin in die Stolpcr Landschaft 4 259 (oben S. 760) spricht dafür, dass er hier keine Diücesanrechte besass. Digitized by Google 776 DIE ÄLTERE CH RON lk V ON OLIVA UND Seiten Swantopolks und «eines Sohnes an das Erzslift Gnesen zu mehrern Malen statt- fanden", während Swautnpolk allein nur einmal* und zwar ausdrücklich nur zur Vergütigung eines begangenen Unrechtes dein Bischöfe von Camin .«olche Gnade er- weist, da ferner schon Vincenz Kadlubko und nach ihm Boguphalus", Schriftsteller, die dem Zeitaller Swantopolks angehören oder noch \orausgehen, schon von dem Erz- bischofe Martin von Gnesen, dem Zeilgenossen Boleslavs m. wissen, dass er die Pom- mern seinem Sitze zehenlpflichlig gemacht habe , so konnte es diesen Erzbtschöfen im 14. Jahrhundert an Beweismitteln für ihre Ansprüche nicht fehlen, so wie sie unzwei- felhaft für ihren thalsachlichen Besitz einen Rerhtslitel in dem vom Papste Innocenz n. 4 136 11 ihnen ertheilten Privilegienhriefc gefunden haben werden, indem dieZutbeiluug des unbestimmten Gebietes von Nakcl bis zur Plietnitz nur die Südgränzc eines Ge- bietes andeutete, welches bis zum Meere ausgedehnt auch die Landschaft \on Stolpe mitumfa&sle. Auch findet sich kaum eine Spur'*, dass die Bischöfe von Camin ihre Ansprüche auf jenes Land gegen die Polnischen oder Ost pommerischen Fürsten zur Geltung brachten; erst kurz vor dem Aussterben der letztern, im Jahre Ii9i'3 legt Bischof Jarimar von Camin in einem Bündniss , welches er mit dem Markgrafen von Brandenburg und seinem Vater, dem Herzoge Wizlaf u. von Rügen, abschloss, diesen Fürsten die Verpflichtung auf, dass sie die Laudesthcile, welche ihnen von der Erbschaft Meslwins zufallen würden, seinem Stifte zehenlpflichlig machen sollten1**. Nun mag es dem Erzbischofe von Gnesen in jenen Zeilen Swautopolks . als durch die Dänen eine Störung der allem Verhältnisse stattgefunden hatte , von Werth gewesen sein, sich eine Anerkennung seines Besitzes von jenem Herzoge zu verschaffen; im 14. oder I S.Jahrhunderte, und noch dazu vermittelst einer Fälschung ein solches Be- weismittel in Anwendung zu bringen, lag durchaus kein Grund vor. Es kommt hinzu, dass die in unserer Urkunde gegebene ausführliche Darlegung historischer Verhältnisse lebhaft an die ähnliche Darstellung in der bisher für die älteste geltenden Urkunde Swantopolks vom Jahre I «20 erinnert'1, der Eingang unserer Urkunde an einzelnen Stellen wörtlich mit einer Urkunde Swantopolks vom Jahre 1236 übereinstimmt dass ferner die Urkunden, in Verbindung mit welchen im Jahre UJS unser Document vor- gelegt wurd«, kürzlich zum grossen Theile in ihren Origüialen (im Oberpräsidial - Ar- chive in Posen) aufgefunden worden sind , und endlich Beispiele gefälschter Urkunden in unsern Gegenden aus dem Ii. Jahrhunderle meines Wissens gar nicht vorkommen. Wenn somit kein Grund vorbanden ist , die Unächthcit der Urkunde vorauszusetzen, 8) 44ii werden fünf solcher Schenkungsurkunden aus den Jahren (236 — 1484 vorgelegt. DziaL Lit. II. p. 66—70. 9) Vgl. Cod. Pomer. n. «Ol. «Propter viuleuciam sihi illatam«. 40) Vgl. Beil. III A. S. 748. H) Vgl Cod. Pom. n. 1*. 41) Die erste Erwähnung dor Chroniken von diesem Antagonismus der beiden Prälaten von (J neuen und Camin finde ich in einem Miraculum S. Barbar«, und zwar dem in der El- binger Handschrift, welches spätestens in der ersten Htilfle des <5. Jahrhunderts abgefasst ist. In diesem verspricht der in Pommern nach einem Schiffbruche in einer Muhle Sklavenarbeit verrichtende Kardinal Sedcnsa dem Bischof von Cnmin : si nie ab illa Servitute liberayeritis, ordinabo et ecclesie vestre a metropolitana «ubiectione Gnesnensis ecclesie perpetuam libertatem ; welches Versprechen er denn auch spater erfüllt haben soll. 4 8) Vgl. Fabric. Lrk. von Rügen n. 874. 48«) Bei dieser schon 4294 an den Tag gelegten Gesinnung der Markgrafen und ihrer seitdem immer feindlicher sich gestaltenden Haltung gegen Polen kann es daher nicht im Mindesten auffallen , wenn sie nach Vertreibung der Polen aus dem Stolpischen Gebiete, nachweislich zuerst mi Jahre 4 8H (wo sie, indem sie dem Propste des Nonnenklosters zu Stolp die Propstei im ganzen Stolper Lande zutheilen, hinzufügen: super quam quidem pre- posituram, si episcopus Caminensis aliquant impelicionem in posterum movere de- creverit, talem impeticionem tenebimur omnimode defaicare,) dem Bischöfe von Camin allein in jener Landschalt Diöcesanrechte zuerkennen. 14) Cod. Pom. n. (38. 4 5) Dzial. Lit. IL 66. Er lautet : In nomine domini nostri JesuChristi. Quum hanc sihi legem nobilitas ponit , ut, nisi.in benefieiis creverit, nihil se pregtitissc pntet et magno viro cedet ad dedecus illud promptere seu donare, quod eventum suum habere non debeat, quaudocunque ideirco necesse est, quanto mnior et nobilior est personn , ul es, que libere et liberalster donal, ne proeessu temporis ab humana evanescant memoria, per scripti co n t i n e n c i a tu et sigilli appensionein ad noticiam t r a ti s ni i tta t poste- rorum. Enpropter ego Swanlupk-us d. g. d u x Porno ra n i e , p r ed e ces soru n> meornm inherens vestigiis eorumque fieri cupiens ydoneus ymitator presertim in hiis, que ad honorem Dei c t u Ii I i t a t c m ecc: I c si as t i c'a m facta essenoscunlur, universispresentibusetfuturisno turne s so volo etc. Digitized by Googl DIE SC HR1 UTA FE I.N VON OLIVA. BEII.AOE IV. 777 so wird man berechtigt sein die ihrem Vorständnisse entgegentretenden Schwierigkei- ten als Zufälligkeiten, die die Nachlässigkeit der Schreiber oder Abschreiber verschul- dete, zu betrachten und ibre Beseitigung auf dem Wege der Konjektur zu versuchen. Am 27. Derember 1181 fd. i. nach unserer Weise zu datiren 1 180), wo unsere Urkunde ausgestellt sein soll1*, kann der uns bekannte Herzog Swanlopolk von Dan/ig kaum geboren gewesen sein , geschweige denn regiert haben. Wollte man aber an den in älterer Zeit genannten Pommerischen Dynasten Swantepolk, den Sohn Ratiberns denken, der M75 in einer Urkunde erwähnt wird'7, so widerspricht dem die Bemer- kung, dass zu derselben Zeil Heinrich Külitz, der doch 1 1 99 — 1219 sein Amt ver- waltete, Erzbischor von Gnescn gewesen sein soll. Ebenso ergiebt sich die Unrichtig- keit der Zahl 4 181 aus der beigesetzten Indiction, da diese neunte Indiction in jenem Zeitabschnitte nur auf die Jahre 1191. 1206. 1221 und 1236 trilTl. Nun versetzt uns die Eraählung der Urkunde in die Zeit, wo der altere Wladyslav (d. h. Wladyslav Laskonogi im Gegensatze zu seinem Neffen Wladyslav Odouicz) Herzog von Polen und der Stolper Kastellanei war. .Mag nun in der Urkunde unter einem dux Poloniae der Inhaber des Scniorates des Polnischen Reiches oder der Herr von Grosspolen verstan- den werden, so ist Wladyslav in dem Besitz keiner dieser Würden vor dem Jahre t 202, wo sein Vater Micsco u. starb , gekommen , und ist dann im Besitz des Scniorates bis 1206 und in dem von Grosspolen bis an seinen Tod 1231 geblieben. Ki'mig Wal- demar ir. von Dänemark wiederum , der allerdings durch seine Mutter Richitza , Ge- mahliu Herzogs Wladimir von llalirz, ein Enkel Herzog Boleslavs in. von Polen war, kam 1 1. November 1202 zur Regierung und starb 28. März 1241. Nach dem über- einstimmenden Berichte mehrerer Dänischen Zeitgenossen '* unternahm er 120r> einen Kriegszug nach Pommern (Slavien) und nöthigte 1 209 selbst den Herzog Mestwin, den Vater Swantopolk's, sein Vasall zu werden. Wenn der Dänenkönig nun nach Swan- topolk's Bericht mehrere Jahre [nach 1205] die Stolpische Kastellanei besetzt hielt, so stimmt es wiederum nicht, wenn Swantopolk im dritten Jahre, nachdem Hein- rich Kitlitz Erzhischof geworden , also 1202 die Dänen vertrieben haben soll. Nun ist aber der letztern Schwierigkeit leicht abzuhelfen , wenn man hinter das Wörtchen tercio das Wort deeimo einschiebt , welches letztere um so leichler ausfallen konnte, da tercio und deeimo bei Anwendung von Abbreviaturen sich sehr ähnlich sehen, daher auch öfters verwechselt werden und ein unaufmerksamer Schreiher. der in ihnen die Wiederholung eines und desselben Wortes sah , das eine leicht auslassen konnte. Das d reizehnte J ah r des Erzbischofs Heinrichs führt uns in das Jahr 1212 ein Jahr, mit Beziig auf Welches alle in der Erzählung Swantopolk's erwähnten Um- stäUde aufs Beste mit einander übereinstimmen. Für die offenbar verdorbene Zahl in dem Datum der Urkunde weiss ich keine andere Aushülfe als zunächst in der Annahme , dass mit dem Worte roboratum das ursprünglich dem Erzbischofe Heinrich Külitz crtheille Zeugniss abschliesst, der letzte mit »Datum« beginnende Satz aber die Ausfertigungsforrael einer spätem Erneuerung und Bestätigung jener Urkunde enthält. Unter dieser Annahme ändere ich in der offenkundig verdorbenen Zahl das l. in ein c. und schiebe vor die letzte Ziffer i die Ziffer vc. Dann entsteht die Zahl hccxxxvii. und die Urkunde, am Tage des Evangeli- sten Johannes , d. h. 27. Dec. ausgestellt, gehört dem Jahre 1 236 an. Dieses Jahr halte ich aber für das richtige . weil es erstlich auf die beigesetzte neunte Indiction trifft und zweitens , weil die Urkunde dann nur einon Tag nach der obenerwähnten Schenkung Swantopolk's an das Erzstifl Gnesen und zwar an demselben Orte, in Stolp , ausgestellt ist , in welchem Umstände die Uebereinstimmung beider Urkunden 16) Auch Dlugosz f. 54«, der, wie man jetzt weiss, die Akten der Processc von 1339 und (421 kannte, hat unzweifelhaft nach ihnen die Besetzung von Stolp durch Swantopolk in das Jahr H84 gesetzt, verändert aber den Namen des Dänischen Königs Waldomar in Eduard und nimmt keinen Anstoss dein Heinrich Kitlitz , dessen Amtsjahr er einige Seiten spater (f. 624) richtig angiebt, schon im Jahre 4 4 84 das Gnesencr Erzstifl zuzuthoilen. 17) Cod. Pom. n. 37. 4 8) Vgl. Beilage II. oben S. 737. 49) Schon in der oftcrwUlinten Urkunde Swanlopolks d. in Slupsk VII. Kai Januar 1187 (d. i. 26. Dec. 1236) wir«! dieses Jahr 4 236 mit dem Zusätze eiusdem domini Kalconis srehi- episcopi anno deci mo näher bezeichnet, wahrend im Originale, da Kuko 4 234 Etzhisrhof wurde (Dlug. f. 752) offen bar terti o gestanden haben muss. Digitized by Google 778 die Altere chronik von oliva und in der Form ihre natürlichst« Erklärung findet. Dass aber der Erzbischof von Gnesen gerade um das Jahr 1236 dringende Veranlassung hatte, sich über den Umfang seiner Besitzungen und Diöccs;inrechlc in Poninicrn Zeugnisse ausstellen oder erneuern zu lassen, ersehen *ir aus einer ganz kürzlich (in August. Theiners Yetera monumenta Poloniae et Lithuaniae. Roiuac 1860. II. n. 60. f. tl) aus dem Vaticanischen Archive veröllentlichlen Urkunde Papst Gregors ix., welcher 20. März 1835 den Erzb. Wilhelm von Mutina mit der Untersuchung einer Klage des Bischofs von Camin beauftragt, laut welcher neulich (»nuper«) der Erzb. von Gnesen , der Bischof von Schwerin u. a. Tbeile der Diöeese desselben in Besitz genommen hallen. Beilage V. Zeugenaussagen über die Besitznahme Pommerellens durch den Deutschen Orden. A. Aus einem Zeugenverhurc votn Jahre 4320. Am 11. Sept. 1310 beauftragte Papst Johaun XXII. den Erzbischof Janislav von Gnesen, Bischof Domarat von Posen und Abt Nicolaus von Mogylrio [bei Warschau, zur Untersuchung der Klagen, welche Herzig YYladvslav Lobietck \on Polen wider den D. Orden wegen wider- rechtlicher ßesitznahme Ponniierelleiis erhoben hatte. Aus den Verhandlungen des von diesen Bevollmächtigten im April 1320 eingeleiteten und um 9. Febr. 1««1 mit Vcrurthcilung des 1». O. beendigten Processcs, die ein im Konigsb. Geh. Archiv Schbl. L. n. 2. in zwei Exem- plaren vorhandenes 17. Ellen langes, 9 Zoll breites Notarials-liistrument füllen, theilen wir im Auszüge die zwischen 19. April und 1. Oclob. 1320 \on 25 Zeugen eidlich abgelegten Aus- sagen mit. Ein vollständiger Abdruck der Verhandlungen wird binnen Kurzem, wie wir hö- ren, vom Prof. Ropell in-Hreslau in dem Men Bande der vom Grafen Dziatinski herausgege- benen Lites ac Kcs gestoe intcr l'olonos Ordinemque Cruciferorum veröffentlicht werden. I. Productis igitur testibus \ enerabilis paler dominus Gerwardus Wladislav. Episco- pus primus testis propositis sibi ewangeliis iura\it secundum predictatn fonnam et sie iuratus et inlerrogatus lecta sibi prüua intentione1, que sie ineipit: Nos Pb. Cancella- rius etc. utruni sinl vera que in ipsa intentione continentur dixit quod sit, videlieet quod dominus Wladislaus Hex tunc dux fuit in possessione paeifica et quieta terre Pomoranie locius. Interrogatus quomodo seil dixit quia vidi et presens fui et inlerfui quum idem dominus rex tunc dux in castris burgis opidi» plenam iurisdictionem exercebat per se et suos officiales seu procuratores . . . quod fuit possessor eiusdem dominii castrorom villarnm opidorum vassallorum — eadem terra commorantimn. Vidi eciam quod oinnes vasalli terre illius sibi homagium sessori et heredi prestiterunt et iuramenla fidelilatis et quod continuavit post decessores sui lanto tempore, cuius memoria non existit, et quod in castr et Suetze et in aliis locis pocioribus ipso donüno Rege tunc duce possidente dictam terram Po- moranie secuni extiti tamquam dyocesanus loci personaliler commoratus. Interrogatus au hoc sit notoriuni in Ulis partibus, R\ quod sit. Item dixit quod predecessores ipsios domini regis utpote dominus Premislius quondam rex Polonie et alii prineipes Polonie fuerunt simililer in possessione dicte terre. Int : an hoc sit tiotorium, R' . quod sit et adeo notorium quod nulla potest tergiversacione eclari. Inte, an tempore eieccionis dominus Rex tunc dux terram Pomoranie tenuerit , IV . quod dominus Premislius et Kasimirus duces Cuyavie nomine domini Regis tunc ducis terram Pomoranie eieccionis tempore possidebant. Ad teretam intentionem vtnim dominus rex tunc dux sit spoliatus et 1) Die von den Procuratoren des Königs von Polen aufgestellte Erklärung, die der Be- weisaufnahme zu Grunde lag, lautete: Nos Philippus Cancellarius regni Polonie, Sbyscho Subcancellarius et Johannes Canonic. Rudensis procuratores illustris prineipis domini Wla- dislai regis Polonie intendimus probare, quod ipse dominus rex tunc dux existens posside- bat terram Pomoranie. Hern seeundam intentionem, quod illustres prineipes domini Premis- lius et Kasymirus, duces Cuyavie tenebant et possidebant candem terram Pomor. nomine ipsius domini regis tunc ducis. Item quod maxister et fratres domus S. Marie Theutonico- rum ejecerunt dictum dominum regem de possessione castri et civitatis Gdontzk. Item quod eundem ejecerunt de possessione castri et civitatis in Trschow. Item quod ejecerunt dictos dominos Premislium et Kasymirum de possessione eastri el civitatis in Swetze et pertinen- tiarum corundem. Item quöd de hiis omnibus et singulis in partibus Ulis et alibi est publica vox et fama. Item quod hoc in partibus Ulis et vicinis est notorium. Djoitizqd by (xQqglr DIE sr.HRlFTTAFBLN VON OLIVA. BEILAGE V. 779 eicctus de terra Pomoranie per Cruciferos, R'. quod sit. Int. quomodo sciret , dixit quod cum dominus rcx tunc dux esset in posses9ione ciusdem terre venientes prc- ceptores seu commendalores et alii Crucifcri de domo Theutonica manu armata hoslt- liter invadenles opidum Gdancnse, quod erat munitum, strage magna facta in militibus et populo Christiano, illud per violcnciam occuparunt cl eundcm dominum regem tune ducem cl suos uiilites de castro Gdanczk , vidcliccl dominum Bogusium militem , judi- cem terrc iUius et Albertum castellanum Gdaneusem , Woyslaum castellanum et Ste- phanum castellanum Culmensem,- nomine eiusdem regia Castrum possidenles fraudibus et dolts cxquisitis de castro predicto Gdanczk violcnter et per potenciam ante destruc- cioncm castri opidi Gdanczk eiecerunt dicto domino rege tunc duce in remotis agente et contra scismalieos pugnante. Int'., quis inter eiectores fuerit principalis, R". quod frater Henricus dtctus do Ploczk vicemagister et capitaneus fuerit et plures alii pre- . ceptores seu commendatores lerre Prusie. Int'. , quis cieccrit dominum regem tunc ducem de caslro Trscbow dixit quod predicti Cruciferi de domo Theutonica dominum ducem Kasimiruni, ducem Cuyauie possideotem nomine domint regis tunc ducis Ca- strum et burgum Trscbow simiiiter per violenciam eiecerunt. Int1, quomodo boc sibi constaret, R'. , quod postmodum pluries accessi tamquam ad locum dyocesis mee et vidi, quod idem Castrum et opidum per eos fuerat igne crematum. Int'., an hoc sit notorium R'., quod adeo est notorium quod nuila p. I. ut supra. Int'., quod sibi con- staret de castro Suetzc , R' . , quod sibi conslat quod domini Premislius et Kasimirus, duces Cuyauio, possederuni Castrum Succense nomine domini regis tunc ducis et quod predicti Crucifcri de domo Theutonica venientes manu armata obscderunl Castrum Sueconse prefatum et impugnaverunt cum machinis et variis instrumenta cl pluribus septimanis iacentes circa Castrum predictum dictorum (andern dominorum dueum ho- mines per violenciam eiecerunt et Castrum oecupaverunt et adhuc detincnl occupa- tum, domino rege tunc duce in remotis agente, ut superius est expressum. Int'., vir um eodem anno dominus rex tunc dux spoliatus sit Iota terra Pomoranie. R\, quod Castrum Gdanck et Trschow cuin eorum fructibus uno et eodem anno oecupaverunt, Castrum vero Suetzo post lapsum temporis suecossive. Int'., an hoc sit notorium, R'., quod sit. Int'., an odio favore vel precio faceret testimonium , R*., quod non sed causa [justitie]. II. Venerabiiis in Christo pater dominus Florianus , episcopus Plocensis ecelesie secundus testis ad primam intentionem , que sie ineipit : Nos Ph. etc. lecta sibi per lotum propositis sibi ewangel. iuravit secundum predictam formam et iuralus et inler- rogatus utrum sint vera que in ipsa intentionc continentur dixit , quod sil ; videlicct quod dominus Wladislaus rex tunc dux existens possidebat terram Pomoranie, et dixit quod rex Premislius et ante cum dux Myschyugius et alii duces Polonie terram Pomo- ranie paeifice possederunt , quibus successive dominus Wladislaus rex Polonie tunc dux successit, qui eandem terram Pomoranie possedit etiam paeiflee et quiete. Int'., quomodo sibi hoc constaret, R\ , quod novi omnes predictos dominos prineipes et cum eis pluries conversatus sum inPomorania etalibi, adhuc in minori statu eonstilu- lus et vidi eos possidere ex cerla scientia. Int'., vtrum dominus rex tunc dux in terra Pomoranie temporalem iurisdictionem exercuerit , R'. , quod plcnam iurisdictionem oxereuit et habuit sicut verus dominus et possessor sine qualibet contradictione. Int'., an in totius terre Pomoranie possessione fuerit, R'.( quod sit paeiflea et quicla. Int'., an milites dicte terre domino regi tunc duci homagium prestilcrunl , R' . , quod sit sed uon ioterfui iuramento sed audivi a fidedignis personis et vidi quod sibi obedtebant in omnibus tamquam vero domino et heredi. Int'. , an de hoc sit publica vox et fama, R'. , quod de hoc est publica vox cl fama in omnibus terris regnis Polonie et aliis locis vicinis. Int'. , an hoc sit notorium . R . , quod sit et adeo notorium quod nulla potent tergiversäcione cciari , Int' . de anno R' . , quod non recordor, sed scio , quod statim post mortem regis Primislii successit sibi immediale in dicla terra. Int', de mense R'., quod de mense et die non recordor quando successit. Circa seetmdam intentionem que ineipit. Iterum quod illuslres etc. lecta sibi per totum, Int'. , quid sibi constaret, • R'. , quod domini duces Cujavie , Primislius et Kasimirus possederunt terram Pomo- ranie nomine domini regis lunc ducis. Int'. , qualiter sibi de hoc conslet R'. , quod homines eorum ymo et frater meus germanus Bogumilus miles tenuit Suetzc aliquo 7S0 DIE ALTERE CHRONIK VON OLIVA UND tempore nomine dominorum Premislii et Kasimiri , durum Cuyavie qui nomine preCatj regis tunc ducis dictum Castrum possidcbant. Circa tereiam intentioncm , que incipit Iterum quod cumdem etc. , Iccta sibi per totum, Int'. , quid sibi eonstet, R* . quod dominus rex tunc dux eipctus est de Pomorania. Int'., qualiler sibi hoc ronstet . R"., quod fratres Cruciferi de domo Theutonica congregato valido exercitu vallavcrunt opi- dum Gdanense et oxpugnaverunt ac funditus destruxerunt et in eo aJiquos hemmte* iucolas occiderunl. Inf., an simul et semel de tota terra Pomoranie vel successire dominus rex tunc dux sit eiectus, R'.. quod successive quia primo de Gdantzk deinde de Trscbow et ultimo de Suetze opidis et castris et rorum pertineneiis. Int'. , an do- minus rex tunc dux personaliter fucrit eioctus vel nomine suo tenentes, R*. , quod bomines dictorum dominorum dueum Pomoranie possidentes nomine dicti domini regis tunc ducis fuerunt eiecli. Int*, quo anno quo mense et die eiectus fuerit, R' . , quod noii recordor. Int' . , an de hoc sit publica vox et fama R' . . quod tunc temporis fuit publica vox et fama in partibus nostris et Polonia. Int .. an hoc sit notorium, H'., quod hoc notorium est et publicum per totam Polonicam provinciam et in locis vietnis. Ad quam etiam inlentionem dixit , quod iam dictum sit , quod primo vide licet eiectus fuit dominus rex tunc dux de castris et opidis videlicet de Gdanczk, de Trschow et Suecze et hoc non simul sed per teniporum intervalla. Int', an causa timoris etc. factum lestimonium, R'.. quod non causa islorum sed causa iustitie et veritatis fero hoc testi- tnonium et nichil penitus dixi propter amorem, tiniorem. odium uel favorem. — III. Illustris prineeps dominus Lestko dux Cuyauie et dominus Wladislavie ter- tins testis ad sanetam crucem iuravit sub forma predicta, et sie iuralus et interrogatus.- lecta sibi prima et secunda intentione et vulgariter exposilis . que sie ineipiunt : Nos Ph. etc. , secunda : iterum quod illustres prineipes etc. , utrum sint vera que in ipsis intentionibus conlinentur, dixit, quod vera sunt. Inf., quomodo hoc sciret, R'., quod dominus Wladislatis rc\ tunc dux possedit terram et ducatum Pomoranie per me et fratres meos pacilice et quiete, ita quod primo jier me successive per predictos fratres meos et quod predicti fratres mei germani ipsum ducatum nomine ipsius domini regis tunc ducis tenuerunt et guhernaverunl paeifiet* plnribus aiuiis et omnem Jurisdictionen) in militibus vassallis castris opidis exereuerunl tamquam nomine \eri domini et herc- dis. Inf. de fama |e|] voce publica dixit, quod sit. Int'., an sit hoc notorium. R'., quod notorium est in tola pro\in[cia] ... et aliis circuiniacentibus et vicinis terris. Ad ter- tiam intentionoiu que sie incipit : herum quod fratres etc. lectam sibi et expo- silam ul prius dixit, quod vera sunt, que in ipsa contiiienlur. Int'., quomodo sibi [eon]slarcl , lf. , quod frater Menricus dictus de Ploczk ad dictum ducatum Pomoranie cum exercitu valido hostiliter manu armata accedens primo opidum Gdantzc expugnavit et quinquaginla mililes preter villanos, quorum numerum nescio, quosdam in ecclesiis quosdam vero hincinde immaniter occiderunl non parcenles soxui vel etati. Quo ex- pugnato in Trschow progredientes opidum et Castrum ibidem cum suis pertinentiis oplinucrunt violenter et adhuc detiuent occupata, successive autem Castrum et opidum Suecensc simililer per potenliam occuparunt et detiue[ujt occupata . et sie totum du- catum predictuiu usquemodo detiuent occupatum. Int'. , an de hoc sit publica vox et fama, R'., quod sit. Inf., an sit notorium, R\ , quod sit. Inf . utrum amore etc. ferat lestimonium, R". quod nisi causa iustitie. IV. Illustris prineeps dominus Premislius dux Cuyavie et dominus de Wyschegrod quartus testis iuravit ad sanetam crucem sub forma predicta et sie inratus et interro- rogatus lecla sibi prima intentione et exposita vulgariter, utrum vera essent que in ipsa continentur, dixit quod vera sunt. Inf., quomodo hoc sibi constat, R\, quod rexWla- dislaus tunc dux nobis et fratri nostro Kasymiro Trschoviam et Suecze castra et opida cum eorum districtibus assignaverant suo nomine tenenda et fuimus presentes in Trschovia cum eodem domino rege et ibi omnes Pomorani venerum ad eutn el abi homagium fecerunt et eum in terram duxerunt et omnia castra et munitiones sibi tra- diderunt et nos suo nomine bene per triennium iudieavimus in terra Pomorania et mu- nitiones tenuimus. Inf. , an de hoc sit publica vox et fama, R'., tunc fuit publica vox et fama et adhuc est ; et sie ad seeundam intentionein per ipsum est responsum : dice- bat euim, quod de hoc dixi prius. Circa tertiana intentionem lectam etc. , utrum sint vera etc., dixit quod sit. Int ., quomodo sciret, R'., quod frater noster cum militibtu DIE SCHRIFTTAFKLN VON OLIVA. BEILAGE V. 781 ad nos in Cuyaviam reuersus dixit nobis, quod per Cruciferos expulsi essent et ciecti de Pomorania. Int', de anno dixil. quodGdanlz et Trschovia occupata sunt per Cruciferos circa decem annos, sed postea post unum annum vel arapljus vallaveruut Suelze et cum quatuor machinis projiciebant ad Castrum bene quatuor septimanis , couiminantes interfectionem seu suspensionem in patibulo Bogurailo castellano ibidem et aliis militi- bus nostris, qui per nos in dicto Castro Suetze nomine dicti regis fuerant locati, qui tajidem compulsi ordinationem fecerunt cum eis , quod salvis personis tantum , cos recedere permiserunl ; ipsi vero fralres, sie castro reeepto, ipsum igne cremaverunt. Int', an de hoc sit publica vox et fauia, R". quod sit , Int', utrum causa timoris etc., R'., quod non, deus seit, sed causa justitie. V. Ulustris prineeps , dominus Wenceslaus , dux Masovie et dominus Plocensis, quintus testis iuravit ad sanetam crucem sub forma presrripta , et sie iuratus et inter- rogatus, lecta sibi prima intenliono et exposita etc., vtrun» vera sunt, que in ipsa con- tinentur, dixit, quod vera sunt. Int'. , quomodo hoc sciret, R'. , quod audivi a patre meo , domine duce Boleslao , quod ipse miserat milites suos in Porno ran iam in subst- dium dicto domino regi pro defensionc dietc terre, et etiam michi ipsi milites retulerunl. herum int'. , an do hoc esset publica vox et fama, dixit , quod non soliun vox et fauia est , sed adeo notorium est , quod nulla polest tergiversacione celari. Ad tertiam in- tentionem, que sie ineipit : Item quod Magister etc. dixit, quod Cruciferi de domo Theutonica venicnles armala manu violenler possessores caslri Gdanensis, qui nomine dicti domini regis dictum Castrum possidebat, ipso» de dicto castro violenter ejecerunt et eundem dominum regem tunc ducem codem castro spoliaveruut et tandem post tem- poris intervallum opidum ibideui obsidentes per potentiam occupaverunl et stragem maximam fecerunt in populo Christiano. Item dixit, quod ipsi Cruciferi ejecerunt do- ininos duces Cuyavie de castro Suetze et opido , qui nomine dicti domini regis ipsam possidebanl. Int'., utrum de hoc esset publica vox et fama, dixil quod sit. Int'. , an hoc esset notorium R'. quod sit. VI. Honorabilis vir, dominus Stanislaus, prepositus Wladislav., sextus testis, pre- posilis et tactis sanetis enangcliis, juravit secundum predictam fnnnam, et sie juratus ' et interrogatus , lerla sibi prima intentione per totum, que sie ineipit: Nos Rh. etc., utrum vera suut, que in ipsa coutineutur R . , quod vera sunt. Int.. qualiter sibi constet, R . , quia frequeutius fui cum domino meo, domino Episropo Wladislav. et ipso duce, tunc rege in Gdauczk , in Slupiz el in Suetze. Int'. , an prcdciessores sui fucruiil in possessione, R'., quod dux Mvschyugius et poslmodum rex Premislius, cui successit rex tunc dux Wladislav. Int'., au jurisdictionem temporalem exereucrit, R". quod sie, lamquam dominus terre. Int', an milites et terrigeue sibi homagium presti- terint , R'. , quo«! et milites et rix es sibi homagium prestiterunt et ego fui presens et vidi. Int'. , an de hoc sit publica vox el fama R . , quod sit omnibus not um et sil no- torium in tola Polouia , et dominus Episcopus Wladislav. similiter ibi fuit et ego cum eo et multi alii sui eapellani. Ad seruudam intcnlioneiu lectain sibi etc. R . , quod duces Primislius et Kasimirus posscdcruut terram Potnorauic nomine domini regis Wladislai; ymo dixit: Ego fui nuueius in Cracovia el ordiuator, quod dominus rex tunc dux eis terram rommisit suo nomine tenendam, et dominus Wladislav ieusis epis- copus reeepit pro eisdetn dueibus (idejussorcs , eives Wladislavienses. Ad tertiam inlentionem lectam sibi etc. lt ., quod magistcr et Cruciferi do domo Theutonica eje- cerunt dominum regem et possidentes nomine suo de castro Gdanczk el dictos princi- pes Cujavie de Castro et opido Suetze el de Trschow ejecerunt, sed successive de diver- sis castris et opidis. Inf. an de hoc sil publica \o\ el fama R . quod sit, ymo dixil : notorium est omnibus, quod etiam uullo modo celari polest. Int', de anno et mense R'., quod uon bene recordalur, Inf. an o«lio etc. R'. quod non, sed causa justitie. VII. Honorabilis vir dominus Mathias , decanus Wladislav. , septtmus testis pro- positis et tactis sanetis doi ewangeliis juravit sub predicta forma el sie juratus et inter- rogatus , lecta sibi prima intentione per totum, utrum vera sint omnia que .in ipsa continentur, R'. quod vera sunt. Int', qualiter sibi constet [R\ ,] quod pro certo scio, sed ibi non fui , et frater meus germanus comes Sventoslaus tenuit Castrum domini regis Trschow. Int', an rex tunc dux exercuerit jurisdictionem temporalem in terra Pomoranie R\ quod sit. Int', an terrigene sibi homagium prestiterunt R\ quod sit, 782 DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND quia et fraler tneus et alii mililes sibi homagium prestiterunt. Int', an predecessores doinini regis fuerunt in possessionc, dixit, quod audivi, qund et alii principe« Polonie possederunt terram Pomoranie predictam. Ad secundam intentionem leclam sibi etr.. ulrum vera sint , (pte in ipsa continentur R*. quod sie. Int', quomodo sibi constet. R\ quia iam dixi supra , quod frater meus Sventoslaus tenuit Castrum Trschow, quod domini duces Cuyavic tone baut nomine domini regis. Ad tertiam intentionem lectam sibi per totmn R*. : sicut audivi e\ publica fama Cruciferi de domo Theutonica ejeee- runt dominum regem de Pomorania et ejecerunt successive primo de Gdanczk , deinde de Trscbovia et ultimo de Suetze. Int', an de hoc sh publica vox et fama R'. quod sit. Int', an hoc sit notorium IV. quod notorium est in Polonia et locis vicinis. Int', an odio timorc etc. R' . quod non sed causa justitie. VIII. Shyra miles heres de Crupocin districtus Suecensts octavus testis juravit ad sanetam crurem sectindum predictatn formam, et sie juratus et inlerrogatus, lecta sibi et exposita vulgariter prima intentione, utrum vera sint, que in ipsa continentur, que ineipit : Nos Ph. etc. R'. quod omnia sunt vera. Int', quomodo sibi hoc constet, R'. quod in hereditatc predicta Crupocin , sita in ducatu Pomoranie districtus Suecensis tamquam in propria domo moratus fui et eisdom bonis predicto domino duci servicium feci, tamquam domino et possessori ducatus ejusdem. Int', utrum per se tenuerit dictam terram , dixit quod interdum per se et interdum per suos , commiserat enim nepotibus suis, dominis dueibus Cujavie Premislio et Kasymiro castra et opida in terra predicta . videlicet Sueezc et Trschow tenenda et regenda nomine suo et ego Sbyra mandato ipsius domini regis tunc duris dicto domino Premislio duci, regenti castel- laniam Sueccnsem nomine prefati domini regis , servivi iu Castro Suecensi et claves predieli castri teuui et expensas castrensibus procuravi. Dixit etiam . quod Castrum Gdantz Boguscha judex tenuit et rexit ex comraissionc dicti dominis regis. Int', an de hoc sit publica vox et fama, IV. quod vox et fama est, ymo notorium est apud eum et apud omnes tarn terre illius incolas quam aliarum terrarum vicinarum, et hoc asseruit ex certa scientia , quia in illa terra crevil a juvenlute sua usque ad annos viriles. Int'. , qui alii prineipes lenuerunl eundem ducatum, dixit, quod dominus My- schiugius dux illam terram possedit usque ad mortem et in morte prefatum Wladisla- vum regem heredem instituil terre Pomoranie. Sed dominus Premislius rex Polonie possessionem obtinuit terre prefate: quo mortuo pretactus dominus Wladislaus rex tunc dux , succedens dominio Premislio regi in regno Polonie , predictum ducatum ob- tinuit tarn ex successione regni quam etiam ex institulione predicta et ipsum ducatum possedit multis annis paeifice et quiete. Ad secundam intentionem dixit, quod supra isla omnia narravi, que seivi. Ad tertiam intentionem, lecta sibi et vulgariter exposita. an vera sint, que in ea continentur R' . quod sie. Int', quomodo hoc sciret, R'. constat michi quod venientes Cruciferi de domo Theutonica , inier quos fuit capitaueus frater Henricus dictus de Plotzk vicemagister cum exercitu valido opidum Gdanlzk va IIa ve- rum ; quo expugnato magnam stragem fecerunt ibi in populo Christiano, ila quod xvi. milites exccllentes nominatos, qui nomine Wladislai regis tunc ducis municionem rexe- runt eandem, crudcliler oeciderunt ; quo facto statim progressi sunt ad Castrum Trschow, quo per vim habito, fugientibus possessoribus castri pre timore stragis premisse, mox dictum Castrum cremaverunt, et sie terram predictam totaliter occuparunt, ejectis qui- busdam mililtbus de propriis bonis, quos suspectos habebant de tidelitate dicto domino regi conservanda , aliis sue ditioni potentialiler subjugatis , tandem post temporum in- tervalla decem sepUmanis ante anni exitum 1 vallaverunt Castrum Suetze et impugoa- verunt machinis et aliis bcllicis iustnimenlis , mc teste , qui tunc fui in predicto Castro graviter vulneralus ex sagitta. ila quod adhuc cycatrix in facie mea apparet et expugna- verunt tunc dictum Castrum et sie totum ducatum Pomoranie occupaverunt et adhuc detinent occupatum. Int', de anno cjectionis et de die R'., quod ejectio facta fuit circa decem anuos, de die et mense iuterrogalus H'., quod tertia die post festum saneti Martini occupaverunt Udauczk et Trschow et postea ante exitum anni1, circa diem t) Wio der Zusammenhang nothwendig orgiebl, heisst dies nicht vor Enda desselben Jahres, sondern vor Ablauf eines vollen Jahres; 10 Wochen vor dem 14. November, also in der letzten Hälfte des August, wurde Schwell eingeschlossen, und um den i9. September erobert. Digitized by Google DIB SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. BEILAGE V. 733 bcnti Michahel Suecensc Castrum cxpugnaverunt. Int', si de hiis esset publica vox et fama, dixit quod sit. Inf. an hoc esset notorium, dixit quod Omnibus hominibus in illis partibus et vicinis bene constat et per facti evidenciam et stragis sive sceleris perpe- trali scandaluin et per facti continui evidenciam , quod nulla potest tergiversatione eclari, quia dictam terram adhuc detinent occupatain. Inter . utrum causa timoris etc. feral testimonium, dixit quod non sed causa justitic, quia raichi bene constat, eo quod in dicta terra fui multo tempore educatus. IX. Nasegneus judex Cuyavie nonus testis juravit ad sannt am crucem sub forma predicta et sie juratus et interrogatus, lecta sibi et wlgariter exposita prima intentione, que sie ineipit : Nos Ph. etc. an vera sint omnia, quo in ipsa intentione continentur, dixit quod sie. Int', quomodo sciret , dixit, quod in comitiva dicti regis tunc ducis fuerit , quando ipse possessionem terre Pomoranie suseepit corporalem , et quod pre- sens fuit et vidit , quod milites et vassalli caslrorum eastcllani opidorum opidanei pre- diclo domino regi fidelitatis homagium prestiterunt. Ad tertiam intentionem , lecta sibi et exposita wlgariter, que sie ineipit : Item quod magister etc. , an sint vera , que in ea continentur. 11'. quod sie. Int', quomodo sciret R'. quod cum dominus rev tnnc dux commisisset nepotibtis suis dominis dueibus Cuyavie Premislio et Kasymiro castra terre illius Suetze et Trschoviam nomine suo tenenda et reddenda et quibusdam mili- tibus terre Pomoranie Castrum et opidum Gdantzk, Crucifcri de domo Thcutonica terre Prusie venientes cum exercitu valido, vallaverunt primo Gdantzk, quo cxpugnato mul- to« milites et alium popuhtm Christianum occidenint non pareentes nobilitati, sexui vel etati, et sie aliis castris expugnatis successive totam terram Pomoranie potent ialiter occupaverunt expulsis miutibus de propriis bonis, qui diclo domino regi Urne duci flde- liter adberebant. Int", an de hoc sit publica vox et fama, R'. quod sit in Omnibus terris Polonie et vicinis. Int', an hoc sit notorium R'. quod est adeo notorium, quod pre- dictus dominus rex tunc dux de possessione terre sue Pomoranie cjectus est per Cru- eiferoset alii, qui eam nomine suo possidebant, quod nulla potest tergiversatione celari. Int', quo anno ejectio facta fuerit, R'. quod citra deeimum annum, sed de mense et die dicil se non recordari. Int', utrum causa odii etc. K . quod non nisi causa justicie. X. Petrus miles , heres de Sczydno, deeimus testis, juravit ad sanetam crucem secundum formam predictam et sie juratus et interrogatus . lecta sibi et wlgariter ex- posita prima intentione, que sie ineipit: Nos Ph. etc. , utrum vera sint omnia que in ipsa continentur, R'. quod sie. Int', quomodo sibi de hoc constel. R'. quod frequenter veni in comitatu domini regis tunc ducis ad terram Pomoranie et vidi , quod ipse do- minus rex per se et suos dictam terram , castra , opida et omnes pertinencias tenebat terre illius, iurisdiclionem temporalem ibidem omnimodam exercendo, et omnes milites et vasalli sibi tamquam domino fidelitcr adlicrcbant servicia debita impendentes. Ad secundam et tertiam intentioncs , lectis sibi et wlgariter expositis , que sie ineipiunt : Item quod illustres prineipes etc. Item quod magister etc. , an sint vera que in ipsis continentur, R'. quod sie. Int*, quomodo sibi hoc constot, R*. quod venientes Cruciferi de domo Tbeutonica cum magno exercitu terre Prusie expugnavcrunt primo Gdanczk Castrum, quod per homines regis Wladislai tunc ducis et ipsius noraine tunc temporis tenebatur, quo expugnato cosdeui possessorcs et alios opidancos gladio cmdeliter peremerunt et sie accedeutes ad alia castra, que domini duces Premislius et Kasimirus, nomine dicti domini regis tunc ducis similiter eadem hosliliter cxpugu&verunt, quibus expugnatis ejecerunt milites de suis bonis , qui dicto domino regi tunc duci Hdeliter adherebant , et tandem totam terram sive ducatum Pomoranie per violentiam occupa- verunt et adhuc detinent occupatain. Int', de anno ejectionis, R'., quod circiter decera annos ejectio facta est. Int', au de hiis esset publica vox et fama, R'. quod sie. Int', an hoc est notorium, R*. quod est notorium et nullus ignorat. Int', utrum causa timoris etc. factum testimonium. R\ quod non nisi causa justicie. XI. Comes Petrus dictus Drogoslawicz judex Poznanicnsis , XI"" testis juravit ad sanetam crucem secundum formam predictam, et sie juratus et interrogatus, lecta sibi et wlgariter exposita prima intentione , utrum sint vera , que in ipsa continentur, que sie ineipit : Nos Ph. etc. R'. quod vera sunt. Inf. quomodo sibi hoc constot, R' ., quod in viciuo habeo bona palerna et pluries fui in terra Pomoranie cum dicto domino rege tunc duce , et ipse dominabatur per totam terram Pomoranie in civitatibus castris et 784 DIE ALTERE CHRONIK VON OLIVA UND \illis, cl omnes sibi obcdiehant, et hoc vidi oculis roeia multociens. Ad secundam et tertiam intenlionem, leetis sibi et wlgariter exposilis , que sie ineipiunt : Iteoi quod illustres principe* clc, item tertiam: quod magister fratres etc., utrum vera sint. qoe in ipsis conlinentur, dixit quod vera sunt. Int', quomodo hoc sciret, R". quod fui pre- sens , quaudo Cruciferi reeeperunt partem eastri Gdantzk a domino rege et 4n parte castri locaverunt homines suos Cruciferi, et in parte alia eranl homines regis ; et tunc Cruciferi sab spe amicilie in magno Castro (Gdantzk in una parte feeerunt parvuluni Castrum ; quo facto ejecerunt homines regis de magno castro, et deinde nocluroo tem- pore intraverunt furtim et potenter in civilatem Gdanczk et abhominabilem stragetn feeerunt. et occidenint nobiles terre, mililes et uxores eorum et parvos, et sie occupa- \erunt civilatem; et adjecil, quod Cruciferi cjecissent duces Cuyavie videlicet Preinys- lium et Kasvmirum de castris Suelze, Gmova et Trschow ; et dicebat se vidisse, quaodo Cruciferi cum exercilu valido expugnabant dicta castra et cum machinis proiciebant super ipsa ; et ego habui domicilium in vicino et postquam audivi , quod vallassent castra, collectis bominibus i\i ad \idendutn et tunc vidi oculis meis et pugnavi cum bominibus eorum ; sed ipsi erant potentiores etc. 1 XII. Comes Thomislaus Sandomiriensis palatinus XII"* testis juravit' etc. R*. quod vera sunt. Int', quomodo hoe sciret, H . , quod aliquando fui cum diclo domino rege in Pomorania et vidi eum e>se in possessione, et aliquando misi nuncios mens ad euui in Pomoraniam. Ad secundam et tertiam intentionein etc. R'. , quod vera sunt , quia miebi bene constat, quod Cniciferi homines domini regis ejecerunt de Gdanczk et ne- potes suos , dominos Premislium et Kasvmirum duces Cuyavie de aliqutbus castris. sicut de Suelze, Trschow et de Gineva, qui nomine domini regis tunc ducis dicta castra tenuerunl etc. XIII. Miehahel judex Sandomiriensis . XIII"' teslis juravit otc. , dixit, quod vera sunt. Int*, quomodo sibi hoc eonstet , R'. quod fui cum domino rege tunc duee in Pomorania . et ipse dominabalur , et tributa reeipiebantur nomine suo et omnes sibi terrigeno serviebant. Ad secundam et tertiam inlentionem etc. R'. quod sie. Inf. quomodo seit, II' ., quod fuit presens circa ordinacionem, quando pars castri de Gdanczk commissa fuit Cruciferis causa suhsidii, quia Saxones imadebanl terram Pomoranie, et tunc Cruciferi facto modico castro in maiori Castro , ejecerunt mililes domini regis de castro , et deinde furtim intraverimt civ ilatem et occiderunt mililes et uxores eorum et pueros, et sie occupaverunt civilatem; deinde vallaverunl cum machinis castra Suelze. Gmeva et Trschow et expugnaverunt. Int', quomodo boc sciret R". quod tunc venerat cum exercHu in subsidium terrigenis. sed Cruciferi erant valde potentes et subito pre- occupaverunl Castrum etc. XIIII. Vincentius milcs de Polouia , dictus Boschydam , XIIII"' testis juravit etc. Inf. quomodo sibi hoc conslet R\ quod quando mililes Pomoranie et civitates feeerunt domino regi tunc duci homagium post mortem regis Premislii fui presens et vidi , et postea pluribus annis, quod pluries vidi, quia virinus sum Uli terre ; sed quando Saxo- nes impugnabant terram Pomoranie in subsidiutn data fuit Cruciferis pars castri Gdamk per dominum regem tunc ducem , qui de tolo castro ejecerunt homines regis et postea de nocte furtive inlraverunt civilatem et milites cum uxoribus et pueris occidenint , et sie occupaverunt civilatem. deinde castra Suelze. Gmcvam et Trschow sub bominibus dominorum dueum Cuyavie |»otenler et cum machinis expugnaverunt , qui dicta castra nomine domini regis Polonie tunc ducis possidebant. etc. XV. Discretus vir dominus Cuutherus , deeanus Sandomiriensis , XV"* testis ju- ravit etc. R'. quod fui pluries cum domino rege tunc duce in terra Pomoranie in civi- latibus el in castris, et universi sibi de iurihus ducatus Omnibus respondebant et obediebant sibi : et ego ad presenlütioueiii suam investitus fui per Wladislaviensem episcopum de caiionieatu et prebenda in Gdantzk, et possedi paeiflee eandeni preben- dam pluribus annis. Poslea Cruciferi de Thonin eiecerunt homines regis de castris et t) Ausprlnsscn ist hier, wie in den feinenden Aussagen, die Erklärung der Zeugen, Ja&s die init+iethciltcn Thatsachen allgemein bekannt und der Wahrheit gemäss seien. 2) Auch die gleichlautenden Einganjisfornicln sind hier und in den folgenden Aussäen ausgelassen worden. Digitized by Google DIB SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. BEILAGE V. 785 civitatibus et sie violenter occupaverunt terram Pomoranie ; quibus Omnibus ego interfui et vidi. etc. XVI. Discrelus vir, dominus Petrus Scolasticus Sandoroiriensis , XVP" testis ju- ravit etc. R'. quod dominus rex tunc dux Polonie possedil terram Pomorauie pluribus annis , et ego de mandato suo pluries collegi in Pomorania exaetiones et tributa . et omnes sibi obediebant, et ego ad presentalionem suam investitus fui per Wladislavien- sera episcopum de canonicatu et prebenda in Suecze, et illam longo tempore paeifice possedi.' Ad secundam et tertiam intentionem etc. R'. quod Cruciferi de Thorun vio- lenter ejecerunt homines regis et filiolorum suorum , dueum Cuyavie , qui castra lene- bant nomine patrui sui regis Wladislai et multos bomines et midieres occiderunt in Gdanczk et sie occupaverunt terram Pomoranie. etc. XVII. Discrelus vir dominus Czeslaus custos Sandomiriensis XVIP" testis etc. 11'. quod fui secura multotiens in Pomorania et vidi hoc et fui Procurator suus in Pomorania multis annis et reeepi nomine suo census et exaetiones in Pomorania et ad presenta- tionem suam fui investitus de Gdanczk ecclesia parochiali , et illam possedi et rexi pa- eifice pluribus annis ; sed cum Saxones impugnassent terram Pomoranie, concessa fuit de mandato regis pars castri Gdanczk Crucifcris de Thorun , ul contra Saxones auxi- lium prestarent terrigenis, sed ipsi postmodum caute de toto Castro ejecerunt terrigenas et potenter intraverunl de nocte civitatera et occiderunt milites cum uxoribus et pueris, et alii ad terras alias fugorunt et deinde potenter castra cum machinis acquisiverunt, et sie occupaverunt terram Pomoranie. etc. XVIII. Dominus Dobroslaus de Jeschow, XVIII"' testis etc. R\, quod dominus Wladislaus , quondam dux , modo rex totius Polonio terram Pomoranie tolam possedit ut verus heres , marchione autem Saxonie cum quibusdam fraudulenlis Pomoranis ad expugnandum Gdantzk accedente, qui erant in possessione et regimine civitatis et ca- stri Gdanensis nomine predicti regis tunc ducis et totius terre Pomoranie adversus predictum marchionem , ut sc possent fortius defensare , Cruciferorum ordinis sanete Marie de domo Theutonica sub promissa summa certe pecunie auxilium imploraverunt. Uli vero i-astrum Gdanczk intromissi sie intrantes predicti regis Wladislai homines sicut dolosi et fraudulenti de diclo Castro eiccerunt et tandem civilatem Gdanczk potenter expugnantes civitate ipsa penitus desolata milites Pomoranie , qui erant in ea locati nomine sepedicti domini regis, inhumaniter occiderunt, de ecclesia ab allari abslrahen- tes , alia etiam castra Pomoranie et civitates , Trschow videlicet et Suetze , ab inclitis prineipibus , Premislio et Kasymiro , liliastris pretacti domini , regis Wladislai , nomine eiusdem regis per eos possessa polenter expugnavcrunt, et hoc totum oculis meis vidi, et sie dominus rex Wladislaus de tota Pomorania per Cruciferos est ejectus. etc. XIX. Thylo, civis Brestensis, Wladislav. dvoc. XIX" testis juravit etc. R". quod scio quod fuit in possessione dominus Wladislaus rex, tunc dux , terre Pomoranie, et Cruciferi de domo Theutonica manu potenti eum ejecerunt de terra predicta , et opida et castra expugnaverunt et bene LX., militibus cum civibus, et homines infinitos occi- derunt et multa mala in populo perpelraverunl vidi , quod multi de Pomo- rania venerunt in Brescze wlnerati et sanguinolenti. XX. Discrelus vir, dominus Henricus , plebanus de Mylovantz, Wladisl. dyoc, XXaa testis etc. R' . quod vidi et scio , quod dominus rex Wladislaus tunc dux capli- vavit Petrum Suenlitz et opida munivit et jurisdictionem in dicta terra tamquam domi- nus exereuit temporalem. Ad secundam intentionem etc. R\ quod domini duces Premislius et Kasimirus possederunt Pomoraniam , et hoc scio , quia fui in terra etiam prope ubi erat dux. Ad tertiam intentionem etc. R\, quod Cruciferi ejecerunt domi- num regem tunc ducem videlicet homines suo nomine tenentes sicut Boguscliam et alios de castro Gdanczk, et hoc scio, quia fui in terra predicta, quando Cruciferi expugnato diclo Castro Gdantzk multos homines occiderunt , ila quod etiam canes sanguinem hu- manum lambebant et unum militem de campanili ecclesie traxerunt et occiderunt , et alium , qui confiteri volebat a confessore traxerunt , non permittentes confiteri ipsum occiderunt, et hoc scio, quia fui ibi in terra, etc. Int', de anno, R'. non recordor. etc. XXI. Honorabilis vir magister Petrus , cantor Wladislav iensis , XXItt> testis etc. R\ ego fui cum dueibus Cuyavie et in comitiva regis tunc ducis, ivi usque in Bysschow in metis Pomoranie et .vidi, quod tunc milites occurrerunt domiuo Wladislao reg» tunc Script, r. P. 1. ÖQ 786 MB ALTERE CHRONIK VON OLIVA UND duci et cum tamquam dominum receperunl. Vidi etiam, quod tpse dominus \Madtstaus judicavit Pomoranos et audivi et presens fui, quo«! Petrus Suentze et alii nobile« pesigna- verunt sibi Castro, que sie reeepta assignavit dueibus Cayavie, Premislio et Kwsyuüro suo nomine tenenda, qui etiam ipsios regis nomine castra et totam Pomoraniam p«*sse- deront paeifice et quiete. Int', an etiaro pivdecessores domini regis fuerunt in posses- sione Pomoranie. R'. quod sie, quia res PremisKuB fuit in possessione ; hoc scio quia uterinns frater meus Clemens servivit eidem regi Premislio et cum eo saepiu» in Po- morania equitavit. Ad tertiam kitentionom etc. R'. constat roichi, quod nomine* doeis Kasymiri et ipse dux Kasymfrus ejecti per Crucireros venerunt et nunciaverunt boc duci Premislio, quod essent ejecti per machinas et balistas, et aliqui ex eis erant sagit- tati ; hoc scio , quia fui presens , quando mmcii venerunt et boc nunciavenmt ; fei etiam presens, quando dux Kasymirus, qui de Trschow et postea de Suetze rogerat et nunciavit, quod Cruciferi bene X. tnilia terram intrassent et castra vallassent, et sie tpsi castra et totam terram Pomoranie oecupaverunt et adhuc detment occupatam. etc. Int*, de anno, dixit se non recordari. etc. XXII. Thylo advocatus Brestensis , XXII"* testis juravit etc. R'. hoc scio, quia propter hoc benc quadringenta miliaria equitavi, et fui bene quater in Pomorania cum domino rege tunc dtice et juramenta reeepi et dictavi nomine domini regis tunc ducis. et Iota terra et milites sibi obediverunt et dictavi juramenta tidelitatis , que che« de Gdancz el Trschow sibi prestitcrunt. Ad secundam intentionem etc. R\ scio qnod do- mini duces Cuyavie possederunt terram Pomoranie noraine domini regis tunc ducis. Ad tertiam intentionem etc. R'. quod Cruciferi de domo Theotonica bene com quatuor inilibus hominum arnialorum mtraverunt Pornoraniam et Gdancz opldum et Castrum potenter expugnaverunt et inhmtam hominum multitodmem occiderunt et suecessive totam Pornoraniam. Hoc scio, quia tunc larnquam nnncius ex parte domini regia tunc ducis in Pornoraniam equitaveram etc. Int', quo anno hoc factum est, R\ de aimo non recordor. etc. XXIII. Discretus vir, dominus Clemens, canonicus Poznanicnsis, presbiter, XXnT" testis etc. R\ quod fui in Pomorania plebanas ecclesie pfhrochlalis in Glowtitz, Wla- dislav. dyoc. , et vidi dominum Wladislaum regem tunc ducem, possidentem dictam terram personaliter per se ipsum militibus vassallis et aliis inhabitantibus terram Uiam tarn quam suis subditis imperantem, fruetus, proventus, redditus pertmentes ad fiscum pereipientem per suos officiales ad suam caroeram et omnem iarisdictionem , que ad ducalum et merom dominum pertinenl exerccnlem ; et post aiiqua tempora eandem terram commisit nepotibos suis, dominis Premislio et Kasymiro, dueibus Cuyavie, qui eam suo nomine rexerunt multo tempore paeiftee Ct quiete. Et sie R*. satis ad secun- dam intentionem etc. : quod sibi iide constitit oculata , quod Cruciferi Prusie ordinis sanete Marie de domo Theutonica venientes cum exercRibus muhis expugnaverunt castra Pomoranie et omnes hommes qui erant in eadem terra nomine prefati domini regis et nepotum guorum dominorum dueum Cuyavie extra terre terminos ejeeerunt et alios crudelMer occiderunt et terram totam potenter oecupaverunt et usque in presens tempus violenter detinent occupatam et fruetus , proventus et redditus perdpiunt et eadem ; et adjecit quod fui presens et iSta que dixi dico ex certa scientia esse vera etc. Int*, quo anno facta esset spoliatio seu ejeotio, R*. quod de anno et mense non recor- daretur. etc. XXIV. Michahel miles , quondam casteltanus deSwecze, XXIHr" testis jumit etc. R'. quod dum predictus rex, tunc dux, optimnsset ducatum Pomoranie, ita quod omnia castra, opida, milites, vassalli fuissent plene sub sua obedientia, et ipse dominus rex larnquam dominus verus et possessor legitimus ex successione progeuitorum sae- rum exereuisset iurisdictionem liberam in eisdem, commisit vices suas in eodem docalu dominis dueibus Cujavie Premislio et Kasymiro, et ipse dominus PremisHus miehi Michaheli tamquam suo servitori commisit Castrum Suetze in ducatu Pomoranie, el ego sie de manu domini Premislli reoepi dictum Castrum et muHo tempore gubemaviel jorisdictionem in eadem casteflania nomine predietorum dominorum exereui tempora- lem, etc. Ad tertiam intentionem etc. R\ quod ipse rex tenuR Castrum Soetze et Cru- ciferi terre Prusie venientes cum exercitu valido expugnatis aiiis castrls tarre Pomoranie tandem expugnaverunt Castrum Suetze et sie adhuc detioent oecupatuin cum territono Digitized by Google DIE SCHRIFTTAFKLN VON OLIVA. BEILAGE V. 787 ipsius et cum Potnoranie castris et territoriis et fructus , proventus et reddilus perci- piunt ex cisdem et doimnos Premislium et Kasimirum duces Cuyavie, qui uomiuu palrui sui, domüü Wladislai regis tunc ducis, possidebant Pomoraniain, et eorum Rommes de possessioue tunc tomporis ejecerunt. etc. Int', deaimo, quo fuit ejeccio predicja, dixit quod non bene recordor, sed credo, quod annus decimus presens cur rat. etc. XXV. Comes Johannes , palalinus Cuyavie, XXV"* testis juravil elc. dixit , quod dum modernus dominus rex tunc dux optinuisset possessionem ducalus Pomoranie et multo tempore dooiinaretur ibidem post mortem domini Premislii regis Polonie, et omnes milites. vasalli, burgenses, opidanei sibi videlicet doiuinoiWladislao regi, tuncduci, ob- ediverunt et Qdeiitalem debitam homagii preslilerunt, et ipse in eis omnetn jumdictio- nem per se et suos exercuit temporalem, et census, fructus et rcdditus dicte terre habuit et percepit. Ad secundam inlcntioneui etc. R'., constat raichi, quod commiseral ipsam terram Pomoranie dominis mcis, dominis Premislio et Kasimiro ducibus Cuyaviensibus, quorum ego sum servitor, qui ipsam terram sub sua obedienlia nomine suo multo tem- pore gubernaverunt pacifice et quicle, omnimodam jurisdictioneoi per sc et suos exer- centes ibidem. Ad tertiam intentioncm etc. R\ quod sibi bene constaret, quia dum prcdicti domini duces Premislius et Kasymirus leuuissent diclam terram nomine prefati domini regis Wladislai tunc ducis , venientes Cruciferi ordinis sanctc Marie de domo Theutonica terre Prusic cum exercitu valido vallaverunt primo Gdanczk opidum et Castrum ; quibus expugnatis omnes milites, qui nomine prcdicti domini regis Wladislai dictam munilionem seu munitioncs tcnuerunt et alios ibidem homines uiore genlilico, gladio crudeliter oeciderunt. Deindc venientes ad Castrum Trschov dominum ducem Kasimiruni eodem Castro per violenciam spoliaverunt. Quo sie occupato ignecremave- runt et post temporis intervallum vallaverunt Castrum Suetze et cxpugnaverunt machinis et aliis bellicis instrumentis et sie per consequens ejectis de terra Omnibus bominibus totam terram per violenliam occupavcrunl et adbuc detinent occupatam cum utililali- bus, fructibus et reddilibus universis etc. Int', de anno, quo fuit facta ejeccio predicta, dixit, quod non recordor sed credo, quod annus presens decimus currat. etc. Horum autem teslium quidam reeepti sunt et eXaminati in Brescze , quidam in juveni Wladislavia , eo quod propter muJtitudinem ipsorum domini judiecs in uno loco non poterant diutius commorari. ß. Am einem Zeugenverhöre vom Jahre i 339. In dem Zeugenverhöre, welches die Commissarien des Papstes Benedict xif. 1339 auf Antrag des Königs Kasimir von Polen aufnahmen, und welohes sich auf alle zwischen Polen und dem Deutschen Orden ach webenden Streitpunkte bezog , wurden den xorgefordelen 1x3 Zeugen unter 30 Artikeln folgende 4 Pomraerellen betref- fende vorgelegt: IV. quod ducatus et terra Pomoranie cum omnibus terrilorüs et di- strictibus aitis et localis infra ipsum , scüicet Gdausk , Swecze , Slupsk , Tharszow, Stargart', Meva, neenou aliis qpidis castris et villi« infra ducatum Pomeraote constilutis sunt site infra regnum predictum Polonie et ad ipsum regnum pertinent ab anliquo, et quod hoc est noloriuni. V. quod totus ducatus Pomeranio cum omnibus suis locis prediclis est de dyoce- sibus Gnexnen . et Wladislavien'. ecclesiarum, que sunt infra regnum Polonie elGnez- nensem provinciam, ad quas etiam Gnezn. et Wladislaviensem ecclesias et ad earuiu episcopos pereepeio predicalium deeimarum per Pomeraniam pertinet et poseidetur ab ipsis ab antiquo usque modo et quod hoc est nolorium. VI. quod D. Wlajdislaus, clare memorie oliin Polonie rex pater d. Kazimipi . . . terram Pomoranie cum ejus portineneiis possedil tamquam propriam nomine regni Po- Ipnie et quod de hoc est publica vox et faiua. VU. quod magister et fratres Cruciferi de Prussia, qui pro tempore fuerunt, per violenliam et cum valido exorcitu erectis vexillis et cum »trage multorum mihlum et hominum dicti regis Wladislai occuparuut et dejnceps detinent occupatam terram pre- dictam et ducatum Pomerame cum magno dampuo eiusdem regis , et quod e9t nolo- rium , quod dampnum se extendit usque ultra 45000 marcarum Polonici ponderis et mone*>e. 50« Digitized by Google 7Sb DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND Da die Akten dieser Untersuchung vollständig im ersten Bande der oft erwibnten Sammlung des Grafen Dztalinski (Lites ac res gestae inier Polonos Ordinemque Cruci- ferorura. Posnan. 1855) abgedruckt sind, so beschranken wir uns hier auf eine mög- lichst abgekürzte Mittheilung derjenigen Aussagen , welche den Aussagen des Jahres 13*0 neue oder bemerkenswerthe Momente hinzufügen. Zeuge 2. Bischof Johann von Posen (Lites I, 78—80), mütterlicher Oheim des Bogussa, kannte persönlich den Herzog »Mistiuog« und dessen Nachfolger »Preuiis- lius«, »quo inortuo et prodicionaliter interfecto in domo sua, cum nullus superesset sibi heres masculinus , barones et militcs , nobile« , cives et tota terra tarn regni Polonie quam terrc Pomcrauie voeaverunt d. Wladislaum olim regem tunc ducem Cuyavie, pal rem istius d. Kaziiniri regis Polonie, et ipsum elegerunl et reeeperunt in dominum verum et legittimum terre Pomeranie , qui per tres annos vel circa terram teuuil et possedit paeifice et quietc : tandem tum propter guerras et quia d. Wladislaus non erat bonus justiciarius , et multa dampna, injurie et spolia et oppressiones fiebant in terra Pomer. talitcr, quod ferc fuit deserta in totum, quia d. Wladislaus nolebat dictos exces- sus corrigere nec justiciam faoere de malefactoribus in eadem, nobiles et tolus populus illius terre Pomer. et Polonie se dicto d. Wladislao opposuerunt et coulradixerunt ip- sumque a terris Pomer. et Polonie ejecerunt, et regem Boemie videlicet Wenceslauni in dominum reeeperunt , et quamdiu vixit sibi tamquam eorum domino adheserunt ; quo mortuo et filio suo interfecto post mortem suam paulo post, d. Wladislaus ineepit tems Pomer. et Polonie, de quibus ejertus fuerat, recuperare et possidere, sie quod omnes mildes nobiles et ignobilcs terre Pomer. obediebant et serviebant sibi sicut eorum do- mino, excepto quodam Petro, filio Palatini terre Pomer., dicti Swancza, qui dicebatur canrellarius terre Pomer., qui conabalur introducere in terram Pomeranie marebionem Brnndeburgenscm , quod pcrlicere non potuil , quia d. Wladislaus captivavit Petrum et longo tempore tenuit cum in vineulis captivalmn ; tandem occupato d. Wladislao quibusdara impedimentis in terra Cracovie non potuit habere diligentem curam ad cu- stodiendam terram Pomer., et tunc commisit gubernandum terram Pomer. nomine suo judici suo Pomer. dicto Bogussa, sororio testis ; qui deliciens in expensis et non sufß- ciens pro custodia castrorum ipsius terre Pomer. sepius scripsit et nuueiavit d. Wla- dislao, ut sibi subveniret in expensis, vel alias ipsum haberet supportatum de regimine et gubernacioiie terre Pomeranie. Qui rescripsit sibi, quod tunc ad presens sibi sub- venire non poterat , sed quod reeiperet de terra spolia hincinde, unde posset dictas expensas facere, donce facultatem haberet sibi subveuiendi. Qui dictus Bogussa nolens facere excessum terre Poroer. nec dirlam terram spoliare de mandato d. Wla- dislai voeavit magistrum et fratres b. Marie Theutonicorum de Prussia in adjutorium sibi et d. Wladislai , et locavit eos seu tradidit eis mcdielatem castri Gdansk , ut ex- pensas farerent in diclo castro ad custodiendum et cum custodirent expensis suis una cum eo, donec ipse d. Wladislaus eis solveret expensas faclas pro custodia castri. Tandem roagistro et fratribus de Prussia, qui tunc erant, iulroductis in dicto Castro ad custodiendum illud una cum Bogussa nomine d. Wladislai, multas injuria«, mtnas et molestias Bogusse inferentes et facientes, ipsum eliam captivando, de facto de castro Gdansk ejecerunt et expulerunt , tali paclo inlerposito , quod quandocunque d. Wla- dislaus eos moneret seu reqiiireret super restitucione castri Gdansk et satisfacerel de expensis faetis et erogatis per magistrum et fratres in custodia castri Gdansk , ipsi, magister et fratres, tenerentur dare et restiluere plene et libere Castrum Gdansk eidem d. Wladislao; et super hoc suas Hieras patentes dederunt Bogusse, quas d. rex Polonie habet in thesauro suo, ut credit. Deinde habito et occupato castro Gdansk per magi- strum et fratres Cruciferos , congregato valido exerettu et hostili cum machinis et alüs instrumentis bellicis iverunt ad Castrum Swecz et ipsum vallaverunt seu obsederunt et expugnaverunt per vtu. septimanas continue, sie quod, uno de cuslodibus, qui erat in castro Swecz , dicto Czadrovicz corrupto per promissionem pecunie a magislro et fratribus de Prussia, ut Castrum ipsum traderet eis, Czadrovicz omnes balistas et omni* instrumenta , quibus defendebant Castrum Swecz , clam et occulte fregit et deslrtuit, et cordas baiistarum scidit, sie quod, dum magister et fratres cum exerertu insoltuo fecerunt eisdem, qui erant in Castro, ipsi currentes ad balistas et ad alia eorum instru- menta, cum quibus defendebant se et Castrum, invenerunt ellracla et deslructa ; propter Digitized by Google DIE SCHBIITTAFELM VON OLIVA. BEILAGE V. 789 quod perlerriti multum et tamquam inermes, non valenles Castrum ulterius defendere, salva vita eorum , inviti Castrum eidem magistro et fralribus tradiderunt , et sie ab illo tempore cilra caslrum Swecz tenuerunt, et deinde tolaiu terram Pomeraiiie occuparunt et d. Wladislaum spotiarunt ca et suos homines ejecerunt et fugaverunt et multos in- terfecerunt.» Zeuge hat dies von seinen Neffen, den .Söhnen Bogussas und andern Augenzeugen, deren Namen er sich nicht zu erinnern weiss, gebort. »Intcrrogatus de anno, quo occupaverunt terram Pomer. seu caslra Gdansk et Swecz magisler et fratres, respondit, quod de anno d. «cccvi. ineeperunt possidere caslrum Gdansk et deinde continuando totam terram Pomer. sibi subjugarunt et villas et caslra omnia occuparunt violenter. Int*. , si vidit aut presens fuit in omnibus superius dictis, R'. , quod non in omnibus sed in quibusdam presens fuit, quia vidit, quando d. Wladislaus fuit reeeptus in dominum terre Pomer. et Polonie per barones milites et nobiles et ignobiles dicla- rum terrarum. Dixit etiam , quod fuit circa consilium , quando barones , milites et no- biles de Polonia et Pomerania tractabant, quem vellent reeipere in dominum post mor- tem regia Premislii. Dixit etiam, quod vidit et presens fuit in m[a]joribus [minoribus?] con8titutus , quando milites nobiles et oranes de Pomerania iverunl in subsidium cum exercitu ad mandatum d. Wladislai contra Henricum ducem Glogovie. Int*. , quanlum eam [Pomeraniam] possedit d. Wladislaus, R'. quod ab anno d. mccxcvi. usque ad ann. d. mccc.« Auch hat er von seinem Neffen Pribignew, der bei der Eroberung der Stadt Danzig durch die Deutschen Ordensritter zugegen war, gehört, »quod eam ceperunt et cum exercitu valido et multos milites et alios ibidem interfecerunt.« Zeuge 3. : D. Presdrew, Domherr von Posen, Sohn des Bogussa, Bruder des Pribignew (Lit. I. 87), ward in der Burg Danzig geboren, als sein Vater in derselben befehligte. Er schilderte Pomeranien (Lit. I. 88) : terra bona est et habundans in hambro, cristallo [Glas?] et allecibus, et portus marini sunt ibidem diversi. Ueber Bogussas Verhallen , als er vom Herzog Wladyslav Mittel zur Vertheidigung verlangte, äussert er (p. 87) : »D. Wladislaus rescripsit sibi, quod juvaret sc meliori modo, quo posset, et si non posset aliter iuvenire subsidium nec se juvare, ipsum Castrum Gdansk assignaret magistro et fratribus de Prussia , qui erant amici sui illo tunc , et ipsum sibi libere resiituerunt , quandocunque ipsos duceret requirendos. Dixit etiam, quod cum patcr exi v isset Castrum Gdansk pro remedio procurando ad faciendum expensas pro tui- cione ipsius et defensione, magisler et fratres de Prussia tunc Castrum Gdansk obsede- runt et vallaverunt, et cum venisset Bogussa ad obsidionem castri Gdansk, credens, quod essent gentes et exercitus d. Wladislai, fuit captus per ipsum magistrum et fratres et diversimodo angustiatus et male tractatus per eos ad tinem , ut eis simpliciler et sine aliqua conditione dimitteret Castrum Gdansk, quod facere noluit, ymmo maluit decapi- tari ; ultimo tarnen reeeplis literis magistri et fratrum Cruciferorum eorum sigillis sigil- lalis, quod Castrum tenerent et defenderent nomine d. Wladislai et ipsum sibi resti- luerent libere et sine conditione quaeuuque, quando eos requireret et de expensis pro custodia ipsius castri factis satisfaceret , et eos servaret indempnes ; sub illo pacto et conditione Bogussa fratribus tradidit Castrum. Dixit etiam quod poslmodum d. Wladis- laus volens recuperare Castrum Gdansk et satis facere magistro de expensis factis pro custodia ipsius, prout convenlum fuerat inter eos et Bogussam, magisler et fratres tales et tantas expensas computaverunt, et ab ipso d. Wladislao habere voluerunt, antequam sibi restituerent Castrum Gdansk, quod d. Wladislaus solvere non valuit aut noluit illa vice, et sie Castrum Gdansk retinuerunt et habuerunt, et habent adhuc usque ad pre- sentem diem.« Zeuge 4. Mathias, Archidiaconus von Plock (Lit. I. 93) : una et eadem lin- gua est in Pomerania et Polonia , quia omnes homines coramuniter habitantes in ea locuntur Polonicum. Zeuge 5. Albert, Decan von Plock (Lit. 1.98) hatte in Pommerellen Verwandte und Freunde, welche aus Pommerellen flohen, als es der D. Orden in Besitz nahm. Zu ihnen gehörte namentlich der Pommerellische Ritter Welislaus. Zeuge 7. Paulus, Palatin von Lancicz , verwaltete nebst seinem Bruder in Pommerellen im Namen des Herzogs die Landschaft Pommerellen , besuchte auch mit Bischof Gcrvard von Leslau dessen Pommerellische Diöcese und sah, wie dieser dort die Zehenten empfing ; der Sprengel de« Erzbischofs von Gnesen in Pommerellcn ist nicht so Digitized by doogle 790 DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND gross, wie der des Bischofs von Lcslau daselbst: »vidlt et presens fuit, qrwnrfo Crwi- feri expugnabant terrant Pomeranie ; iflo tempore Crucifr-ri oeeidenwt sibi duos pa- trueJIos suos et quendam Venerum suum et quam plurimos alios ; . . . ille cömmendator ordinis, qui tenebat partem castri Gdansk, oeeidit cos manu sua propria.« fLit. I. 109 Zeuge 8. D. Fal, Ritter, Richter von Lancier., wuchs in Pomerellert onlrr Herzog Wladislaus auf: smultos de1 parentela ipsins perdidit in captiotie castri Gdarwk qui fuerant per Cruciferos decollati.a (Lit. I. 11 4). - Zeuge 10. D. Stcphanus, Propst von Plock, eine Zeit lang Clericus des Bi- sehöfs Gerward von Leslau, war zu dessen Zeiten in Danzig, öirschan und Schwetr und weiss, dass damals Pommerelfen dem Herzog Wladyslav unterworfen war*. »Dfxit etiam, qSiod tota terra regebatur et gubernabatnr per eiim et nomine suo preter errita« Gdansk, que erat in discordia et oppösucrat se contra d. Wladislaum.t (Lit. I. 1 53 1 . Zeuge I*. D. Urbanus, Unterschenk von Lanciez »tenebat cum qufhnsdam aliis Castrum Swecz pro duce Prcmislio. patruello regis Wladislai. — Magister et Crn- eiferi cum eorum exerritu slelerunt vili. septimanis ante Castrum Swccz vaHahdo ilmd et oxpugnando. Dixit etiam, quod sfcteriint duo pnfihula ante Swecz minando ipsi testi et aliis. qui eraiit infra Castrum cum cd, quod suspendorent eos in eis, nisi redderen» eis illud et demum . . . cum vm. machinis percusserunt Castrum, quousqiie illud ha- buerunt. Erabt cum eo in dstro Otto dictus Lexik , gener domini episcopi Wladisla- viensis et alii quam plurcS stipendiarii.« (Lit. f. I SO} . Zeuge 20. Ritter Albert v.Luscowo: »presens fuit, quando Cruciferi obsederunt Castrum Swecz et cum iv. machinis percotiebant super iTIitd. et deinde exugnato castro illud igne cremaverunl et ipsum iterato reaedifiearnnt de novo (Lit. I. 152). Zeuge iS. Johannes von Plumieow, Ritter, Palatin von Leslau, stand in nä- herem Verkehr mitHpr/ogMestiwoi und den Königen Premyslav und Wladyslav Lokietek. er weiss von Herzog IWestiwoi: »Dux M. non habens prolem legitimam masmlinam reeepit in filium adoptivum d. Premislium tunc ducem Polonie sub tali eondicione , quod qui- cunque eorum prius moreretur sine prole legittima unus alteri succederet ift ducatibos eonmi et in bonis suis, subsecuto jnramento militum et nobifium terre Pomeranie, qui consenseruut tali successinni, qtiia ad hoc fuerunt omnes vocati per ducem Mistiwojwn. et ipse testis fuit presens , quando milites et nobiles Pomer. prebucrunt consensutn successioni, et quando hoc juraverunt», worauf dann nach Mestiwois Tode Prernyslav folgte. Nach dem Tode Premylavs nahm Zeuge an einer Berathung der Ritter und Edeln Polens und Pommerellens über die Wahl eines neuen Herzogs Iheil , in Folge deren man Herzog Wladyslav von Cujavien wühlte, welcher eine Tochter1 des Prernyslav zur Frau hatte fLit. I, 167). Ueber die Besitznahme PommereHens durch den Orden erzählt er: »Dux Premislius, nepos Wladislai regis, qui nomine patrui sui regebat ter- ram Pomeranie misit ipsum testem , quando Cruciferi terram Pomeranie expugnabant, qui erat tunc palatinus Cuyavie, ad Cruciferos et exerritum eorum, qui erat ante Ca- strum Swecz ad dicendum et reducendum eistlem Cruciferis ad memoriam pacta et pro- inissa, que feecrant et promiserant duci, antequam cepisset terram Pomeranie guber- nandam et tenendam nomine ducis Wladislai in quodam campo inter Castrum Swecz et eivitatem Culm*. , dicto Lyppa , videheet quod Cruciferi dixerant d. Premislio, quod audacter reciperel terram Pomeranie gubernandam a patruo suo, qiria ipsi nullum im- pedimentum slbi-facerent bec molestiam aliquant Inferrent eidem her votebant ertm in aliquo impedire ; quod fecit testis, sed ipsi C nrrifeH non curantes de prümlssis rton ces- gaverunt ab expugnationc castri Swccz, quousquo ipsum oeenpaverunt.« Zeuge sprich vor Rehwetz mit dem Statthalter »Hvnczria von Ploezk und Sigfrid, Komthur von Mewe. Zeuget». Petrus, Propst von Lanric/., eine Zelt lang Kapellan der Herzog* Premyslav und Kasimir, war Archidiaconus des Erzbischofs von Gnesen in einem Tbeile PommereHens, der zur Gnefeener Diöcese gehört, nämlich in Slupska (Lit. I. 183). Z e u ge 34 . Fr. Nicola«« , Inquisitor heretice pravRatis in magna Polonia« und Prior des Dominicanerklosters m Sieradien , früher auch Prior in Elbirig , war zur Zeit der Eroberung J^ommerelleiiB durch den D. Orden , Lector im Dominicanerkloster zu 4) Ein anderer Zeuge (Lit. I. 234) nrnint aie eine Schwester des Prem. ; rwei andre (ibid. 1 73. und iüi) eine neptis, noch «*ine andere (3S6) eine con^obrina Preumln. >k> lebte noch «339 in Cujavien (16S und 18i). DIE SCHR1KTTAFFI.N VON OLIVA. BEILAGE V. 791 Culm und sah , wie die Kloster, Kirchen und Nebengebäude seines Ordens in Danzig und Dirschau von den D. Rittern zerstört und verbrannt wurden (Lit. I. 198). Zeuge 33. Ritter Stanislaus v. Mlodzurow sab den Bischof Gerward von Leslau in dessen Pommerel lischer Besitzung Caczewo und bat gehört, dass die D. Bitter bei der Eroberung der Burg Danzig selbst die Kinder in der Wiege tod beten (Lit. 1. 101). Zeuge 41. D. Predslaus, Archidiacon. Gnezn. weiss, dass sein Vater, Palatin von Kujawien, mit Polnischen Truppen den Kanzler Petrus gefangen ans Pom- merellen nach Brzesc. brachte (Lit. I. 116). Zeuge 48. Herzog Kasimir von Kujawien: «quatoor fuerunt principes Po- lonie fratres in terra Poineranic, qui tenuerunt et possederunt terram Pomer. et omnia eastra , vfllas et loca ipsius tamquam patrimonhnu suum et sicut principes Polonie, quorum unus erat avos ipsius testis, pater matris sue, Samborius, quo mortuo mater ipsius testis successit eidem in parte sibi contingente in dhtsione, dicta Thar- 8ZO w ; sie quod aliis duobus prineipibus mortuis dux Mistiwoius expulU matrem suam de parte sua et possedit terram totam paetfice et quiete quoad mortem suam.« Zeuge hat nebst seinen Brüdern im Auftrage Wladyslav Lotieteks Pommerellon vier Jahre lang verwaltet, worauf er vom D. Orden vertrieben wurde (Lit. I. 110). Zeuge war, als der D. Orden in Pommerellen eindrang, im Schlosse zu Scbwetz »et vidit, quod Cru- eiferi venerunt cum exercitu valido et cum iv. machinis ad ipsum Castrum Swecze et obsederunt per iv. septimanas et post ipsum aoquisivertuit et intraverunt vtolenter et deinde totam terram et ipsum testem et fratrem suora Premislium de Castro Swecze fugaverunt et etiam eum secoti fuerunt per duo miliaria , ut eum possent captivare vel interficere. Dixit etiam, quod postquam aoquisiverunt Castrum Swecze, venerunt ad Castrum Gdansk et ipsum obsederunt et demum occupaverunt violenter et cum ma- chinis et interfecerunt ibi omnes Polonos , quotquot potuerunt invenire in magna mul- trtudme.« Den Schaden, den König Wladyslav durch den Verlust Pommerellens erlit- ten hat, schützt Zeuge auf 45000 Mk. »quia audivit, quod solum de portu maris, qui est circa Gdansk, habuerunt Cruciferi in uno anno ix. miha marcharum.t (Lit. t. 311). Zeuge 44. Bischof Johannes von Krakau war bei einer Friedensverhandlung zwischen König Wladyslav und dem D. Orden gegenwärtig: »in quo tractatu Cruciferi offerebant regi 10000 marcharum puri argenti, et quod eis remaneret terra Pomerania, et etiam dabant sibi quasdam possessiones, quas habent Cruciferi infra terram Cuyavie, et nichilominus ultra hoc volcbant construere et dotare Cruciferi unum monasterium de xvin. fratrfbus presbyteris cujuscunque religionis, que magis piaceret Wladislao regi, qui perpetuo pro salute et remedio animarum d. Wladislai et parentum suorum debe- rent in dicto monasterio desorvire, et insuper volcbant- servire Cruciferi d. Wladislao regi in omni neoessitate sua cum certo numero militum armatorum. Zeuge 48. D. Antonius, »filius quondam Andrec deCujavia, miles,« persön- lich mit Herzog Hestiwoi bekannt, war ein Freund des Herzogs Kasimirs von Kujawien und des firzbisohofs [Jacob Swines] von Gnesen , welchen letztem er oft auf seinen Besitzungen in Pommorellcn in Groczno besuchte. Beim Einfalle des D. Ordens in Pommerellen : testis erat in castro Tharseew , ubi manebat cum duoe Kazimiro sicut faraiUaris , et cum audissent , quod Cruciferi intrassent terram Pomnrahie et civitatem Gdansk. cepissent de nocte, quia oirves Theutonici, qui erant infra civitatem, reddide- runt eis civÄatem et tradiderunt cum magna fraude , ubi maitos homines interfecerunt et magna hemickua perpetrarunt , quia nulli Polono ])eporcerunt nec pueris nec ad- ultis ; quo audito testis una cum duce Kazimiro et duobus aliis iverunt ad exercitum Cruotferorum ad loqucudum cuni magistro, qui erat ibidem in campis illo tunc, et cum venissent ad eum, audiverunt missam eum eo, quia ipse eam tunc audiebat, et auriiLa missa d«x suppUcavit sibi , quod desisteret a captione et destruetione terre et a cre- mation« ipsius, dicendo sibi, quömodo voluntate ipsius magistri terram Pomer. reeeperat n rege Wladiskio patiuo suo , et quod ipse maxister promiserat duci , quod audacter reeiperet terrnm a d. Wladislao gubernandam , quod non inquietaret nec molestarel euadem, et quod multum placebet magistro, quod eam haberet dux Kazimirus ; quod ipse magister non negabat ibidem , ymmo hoc confitebatur , quod ita promiserat ; et tunc d. Kazimirus flexi« geuibus et junetis manibus ooram magistro supplieavit et ro- gavit cum , ut desisteret a captione. Quod facere magister noluit «t dixit, quod plus Digitized by Google 792 DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND placebat sibi . quod dux Kazimirus cum fratre suo Premislio tenerent terram quam unus alius magis polcns , et ipse magister plus volebat habere terram Pomeranie, quam si dux eam haberet et teneret , et sie ipse dux Kazimirus et testis decessit de- solatus et tristis ; attamen magister dedit sibi libertatem , quod posset exire terraa: Pomeranie rum hominibus suis, salvig personis et bonis omnibus; tarnen si velieot se defeudere, placebat sibi; sin autem, recederent et exirent- terram quam cito possent. et pro eo, quia d. Kazimirus fuerat fatigatus veniendo ad magist rum, invitavit euna ad prandium et romedit rum eo , et farto prandio revertens ad Castrum Tharszow inveoit vexilia Cruciferorum infra civitatem, et exercitus eorum erat retro Castrum, et d. Ka- zimirus misil iterato testom ae magistrum , ut servaret eis promissum , quod possent recedere salvis personis et bonis , ut] promiserat ; et magister respondit testi : cred» tu et d. dux, quod nos dormiamus ; certe credatis quod nolumus dormire sed labo- rare ; et idco redeas ad eum et dicas sibi, quod exeat Castrum et recedat, vel defendat se ; et tunc testis rediens ad d. Kazimirura narravit sibi , quomodo dixerat sibi magi- ster, et tunc cuverunt Castrum, quia ipsum non poterant defendere eis et iveruot ad Castrum Swecze ; et Castrum Tharszow Ouciferi incontinenter ioeeodenmt et crema- verunt et demum omnes villas et loca in cireuilu ; postraodum tractu temporis veniente* ad Castrum Swecze ipsum vallaverunt et obsedcriint et Septem septimanis steterunt ante ipsum Semper ipsum expugnando. Dixit etiam quod xu. patibula ante ipsum fece- runt ad terrendum eos , qui erant infra Castrum et quolibet die suspendebant duos vel tres pauperes ad terrorera illorum , qui erant infra Castrum ; etiam turres ligneas in cireuitu fecerunt, ut melius possent capere Castrum. . . [Tandem PoloniJ videntes, quod ipsi nolebant se amovere ante Castrum , et ipsi , qui erant infra Castrum non poterant eis resistere longo tempore , iniverunt et fecerunt treugas cum Cruciferts taliter, quod nisi Wladislaus dux nou defenderet Castrum Swecze et Cruciferos vinceret in campo infra tv. septimanas, promiserunt homines, qui erant infra Castrum pro ducc Wladislao et dux Kazimirus , quod eis traderent Castrum post illas quatuor septimanas : quod fecerunt , quia d. Wladislaus ipse non venit in adjutorium eis , qui erant pro eo infra Castrum ; et demum omnes villas et loca et totam terram occuparunt , expugnaverunt et ipsam adhuc detinent occupatam, et testis fuit expulsus et fugatus. Int', quomodo vocabatur ille magister , dixit , quod non rcrordatur suo proprio nomine sed commu- niter vocabatur Ploccnsis. Dixit etiam, quod cum eo erat in exercitu quidam eomroen- dator nomine Ziflrülus de Gmeva , qui quando exiebat de statione eorum equitando bonerabat equum suum cum cordis et nunquam volebat comedere nee biberc , quous- que suspendebat Polonos, quotquot poterat invenirc, quamdiu durabant sibi ille corde, et testis vidit eum ; sed deus punivit illura commendatorem. quia dyabolus, dum esset ad ignem calefaciendo se, fregit sibi Collum et prostravit cum super igncin, et ita fuit inventus in igne.« (Lit. I. 236). Zeuge 50. Ritter Thomas de Zagenczkow, wohnte früher in Culm und diente bei der Besetzung Pommerellens im Heere des D. Ordens. Er weiss : »quod quidam Petrus rancellarius , filius Swanczc , qui tenebat pro d. Wladislao Gdansk, Tharszow et uovem [Nove?] castra Pomeranie insurrexit contra d. Wladislaum et rebellavit se contra eum et adhesit marchioni Magdcburgensi , et tunc Cruciferi intra- verunt terram ad adjuvandum d. Wladislaum contra illos fraudulenter, ita quod d. Wladislaus Semper tenebat [teneretj Castrum Gdansk , et expugnabant Castrum quan- tum poterant ; et tunc Cruciferi venientes in oecursum hominibus, qui erant infra Ca- strum Gdansk pro d. Wladislao, intraverunt et [eos] expulerunt; et postraodum dixe- ruut d. Wladislao, quod ipsum venderot eis et totam terram Pomeranie, quod facere noluit , et tunc Cruciferi videntes , quod rex nolebat eis vendere terram, iverunt cum valido exercitu, obsidebant et cxpugnarunt Swecze, tum Castrum Nove, Tharzow et ad eivitatom Gdansk, et multos nobiles et alios ignobiles infra civitatem Gdansk inlerfece- runt , ut ipsorum hereditates possent perpetuo habere et postea dicta castra creraave- runt.« Da nun der König von Polen ihnen das Land nicht verkaufen wollte : iiverunt ad marchionem Magdcburgensem et dixerunt sibi, quod cum ipsi expuiisscnt gentes et homines suos de terra Pomeranie , quod venderet oam eis ; quod fecit pretio videlicet 8000 marcharum et ipse testis portavit pecuniam marchioni et eam ivit ponderari et solvit pecuniam pro terra in Pomerania videlicet in Slupsk hominibus marchionts. [quo- DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. BEILAGE V. 793 rtiffl] onus vocabatur Peczko de Lossow et alter Ludko de Wel et aliis pluribus « (Lit. I. 245 ff.). Zeuge 64. Ritter Sbiluch, Kastellan vonNakel, ist ein Neffe des Bischofs Ger- ward von Leslau und ein Bruder des Swentoslav, Kastellans von Dirscbau. (Lit. 1.264). Zeuge 71. Graf Petrus, Kastellan von Kadzin. Sein Vater war Unterkäm- merer im Dobriner Lande, seine Mutter, die 1339 noch lebt, eine Tochter des Pala- tiuus Swenza von Pommerellen , »qui lingua et moribus et legibus se tenebat tanquara Polonus.a Zeuge sah den Erzbischof von Gnesen, Jacob Swinka, auf seinem Dorfe Cyrekwicza in Pommerellen (das bezeugt auch Zeuge H8. Lit. I. 343); er weiss, dass die Kreuzherrn einen Verwalter des Bischofs Gerward von Leslau gefangen nah- men , als Bischof Gerward sie wegen Störung in der Empfangnahme seiner Zehnten beim Papste anklagte, und nur gegen ein Lösegeld von 300 Mk. frei liessen. Zeuge brachte den Gefangenen zum Bischöfe zurück. »Audivit a procuratore Cruciferorum nomine Janussio , qui fuit judex in Castro Swecze pro Cruciferis , qui dixit sibi, quod Cruciferi imposuerunt exaetionem in Pomerania , videlicet quod quilibet solveret n. scotos pro roarcha qualibet; qui habuerunt pro predicta exaetione Uk> anno 30000 marebarum, et nichilominus eodem anno habuerunt bene xl. millia marcharum de naufragio.« (Lit. I. 281). Zeuge 78. Ritter Albert, Palatin von Brzesc, Bruder des Bogumil, den Herzog Wladislaus zum »Capitaneus« von Pommerellen ernannte. Er besuchte den Erzbischof von Gnesen in Pommerellen in Groczno und den Bischof von Leslau in Mühlbanz und Subkau. »Terra Pomerania ab antiquo erat et pertinebat ad mensam re- gis Polonie vel ejus prineipis , qui regnum Polonie tenebat ; qui rex seu prineeps ad terram Pomeranie mittebat seu constituebat in ea unum capitaneum, ut audivit, qui de redditibus terre regi respondebat , et ila factum fuit , quod Uli capitanei tanto tempore lenuerunt terram, quod, vacante regno Polonie, se dominos et duces terre voeaverunt; de qua successione processit dux Misliwoyus , qui ante mortem urgente conscientia voeavit regem Premislium ; cui dixit: domine reeipiatis terram istam, quia vestra est, et Ümeo , quod post mortem meam baberetts brigam cum Theutonicis et aliis habitatori- bus terre , quia forsan nollent vor reeipere post mortem meam ; sed Premislius terram non recepil , ipso Mistiwoyo vivente, sed posl mortem immediale ipsam reeepit.« (Ut. I. 290). Zeuge 79. Ritter J a s k o , Richter von L c s l a u , war in Dirscbau bei den Her- zogen Premyslav und Kasimir, als es nach der Eroberung von Danzig von dem D. Or- den genommen ward. Bei der Hinrichtung der Polnischen Ritter in Danzig sah er später den Landmeister Otto von Lutterberg thätig. (Lit. I. 295). Zeuge 94. Bruder Gerard, Kellermeister des Cisterzienserkloster Lukno in der Gnesener Diöcese weiss, dass Herzog Wladyslav Lokietek auf seiner Rückkehr von Pommerellen mit den Baronen und Rittern von Pommerellen das Kloster Lukno be- suchte und war zugegen , als jener den Ritter Swantoslaus zum Hauptmann von Dir- scbau machte. (Lit. I. 307). Zeuge 92. Ritter Milost de Glodzmo aus Kujawien war zugegen und zwar in Nakel, als Herzog Mestiwoi das eidliche Versprechen der Ritter und Edlen Pomme- rellens empfing, dass sie nach seinem Tode seinen Neffen Premyslav als ihren Herrscher anerkennen würden. (Lit. I. 309). Zeuge 94. Erzbischof J anislaus von Gnesen : »Archiepiscopi Gneznenses, qui fuerunt pro tempore antecessoris sui , ponebant ibi archidiaconum , qui vocabatur ar- chidiaconus Pomeranie , et ipse [testis] recordatur de duobus arebidiaconis dicte terre, videlicet de Johanne dicto Skoezck et de alio dicto Boya , qui vocabantur archidiaconi Pomeranie. Dixit etiam, quod recordatur, quod frater Dominicus MetellensLs episcopus et frater Paulus, episcopus Stolpensis, vicarii archiepiscopi Gneznensis, qui tunc erant, tenebaot terram Pomeraniam nomine archiepiscopi Gneznensis sicut vicarii. Ecclesia Gneznensis est [1339] spoliata parte sua per Cruciferos exceptis quatuor ecclesüs et aliquibus de novo fundatis « (Lit. I. 311). Zeuge 99. Frater Guilbelmus , lector Plocensis de ordine Predicatoram. »Testis fuit Prior in conventu eorum Prodi catorum in Gdansk , et illo tunc vidit, quando omnes mililcs et nobiles et clerus et totus populus Pomeranie Wladislaum tamquam verum successorem domipi Premislii in dominum suum et terre Pomeranie et sicut re- Digitized by Google DIE ALTERE CHRONIK VON OLIVA UND pom Polonie receporunt «t «xeuiile« de civitate Gdansk cum processjoue sollempni ipsius civitatis, in qua proressione ipso testis erat presens cum conventu g«o, ad ctri- tatem et ipsum Castrum eutti introduxerunt et omagium milites et nobile« sibi fecerunt , quo facto Kit per totam terram Pomeranie ad capiendum possessionem castrorinn, villarum et locerom ipsius , in quifeus etiam cum receperunt. IM' . quod [quot?] annis terram tenuif et possedit, R'. quod decem annoe, prout melius reeordatur. Dixit etiam, quod postmodum quando, Petro diclo Cancellario nobili terre Pomeranie procuratito. qui se opposuit et onposuerat d. Wladislao regi, oivitas Gdansk se subtraxit a Wladis- lao rege et se opposuft eidem et gentibus suis , que erant in Castro ibidem , et videntes hoe IIK , qui Castrum custodiebant nomine d. WladisUi et quod non poterant se juvare de civilate nec eam rebabere , vocaverunt festem m conventu eorom , et petentes ah eo consilium narraverunt sibi rebellionem civium , dieentes quod non habebant ex- pensas in Castro, cum quibus castnim defensare possent, nec etiam audebant Castrum dmrittere , ne d. WlacHslaus reputaret se defraodatum per eos vel deceptus. Bt tunc testis dixR eis , quod invenirent allbi remediom , quia ipse d. Wladislaus non polerat eos juvare, et nominavit eis istos fratres CrucMeros, qui tunc erant amiof d. Wladudsi ; quo facto vocaverunt Uli, qui Castrum custodiebant fratres CrucMeros in aaxilhrai eorum, et introduxerunt eos ad Castrum sub isto pacto, quod juvarent eos ad custodiam castri cum expensis suis et quod computarent expensas , quas faeerent in custodia castri , et quando d. Wladislaus vellet habere Castrum, expensas eisdem solvere teneretur; et sie fratres venientes od Castrum cum exiguis expensis et gentibus Castrum intraverunt et deinde quomodocunque civitatem habnerunt , intraverunt et acquisiveniiit ; qua oeco- pata et acquisita (omnes nobiles , quotquot erant in ea pro d. Wladislao , oeoiderunt, mterfecerunt et deeollaverunt , et deinde successhre omnia oastra villas et looa aha terre Pomeranie occupavenmt. Inf. de tempore dixit, quod sunt bene xxxi. anni.« (Llt. I. 318). Zeuge 10t. Herzog Lest co t. Leslau: »Ipse testis et fratres sui Premisl ins et Kazimirus tenuerunt terram Pomeranie per tres annos , quousque «am rpsipnave- rnnt d. Wladislao regt; ipse testis tradidit regi Wladislao cJaves civitatis et castri Gdansk , quod est caput totius Pomeranie , et deinde eam tenuit [d. Wladislaus] et possedit per quatuor annos. t Beim Einrücken des D. Ordens verwalteten seine Brüder Pommerellen für König Wladyslav , wurden vom Orden vertrieben und entgingen mir mit Mühe dem Tode. (LH. I. 310). Zeuge 103. D. Petrus Scolastirus Sandomiriens., ein Diener dos Herzogs Wla- dyslav Lokietek, weiss dass derselbe fünf Jahre Poramcrellen beherrschte : er erin- nert sich, dass zwei Ritler aus Pommerellen, »Bogus judex et Nemuza« (Zeuge 104 nennt letzteren Nemurus) nach Sandomir kamen : »conquerendo sibi , quod Saxones mfestabant eos in Pomerania et ipsi, qui erant pro d. Wladislao non suffioiebarrt pro defenskme terre nec habebant expensas, et hmc d. Wladislaus voluit »lue ire perso- naliter, sed dictum fuit et consuKum sibi , quod vocarentur Cruciferi , quj erant tunc amici sui et elemosinarii, qui defenderent Castrum Gdansk ; quod [Bogussa et Nemuza] fecerunt, cum fuerunl reversi in terram, sed ipsi postmodum [quam?] fuerunt introdueli m castro Gdansk deineeps totam terram oecupaverunt. Dixit etiam , quod Crucueri promiserant, quod Castrum «Gdansk defenderent suis propriis sumtibus et expensis per unum annum et post annum computarent eis expensas. Dixit eliam, quod post unum annum d. Wladislaus ivit ad terram Pomeranie et ipse testis cum eo, quia scriptor suus erat , et cum vellet intrare Castrum Gdansk Cruciferi noluerunt eum intromittere nec deinoeps votuerunt. Int', quot anni sunt, quod isti duo railites veneruut ad d. Wladislaum, R'. quod sunt ultra quam trrgmla anni.c (L. I. 314). Zeuge 107. D. Dirseo, »Vexillifer Cracov.« sah den Herzog Wladyslav in Pom- meretlen herrschen. »Dixit etiam . quod [Wladislaus] captivavit ibidem unum railitpm Petrum Swence, quia non obediebat sibi nec v olebat restituere sibi castra, que tenebat ab eo in dicta terra. Pest recessura d. WJadislai ipse fecit et ronstitu* ibidem unum capitaneum d. Bronisiutn mililem (wie Zeuge 106 hinzufügt, de Cujavia) . qui terram Pomeranie tenuit, quousqne Cruciferi terram oecupaverunt.« Zeuge 108. Gisco de Sandecz , Bürger von Krakau, kam auf der Reise von Flandern nach Krakau bei Schweiz vorbei, und wurde hier von dem Ordensheere, das Schweiz belagerte, angehalten und seiner Waaren beraubt, die er jedoch nach Digitized by Google DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. BEILAGE V. 795 acht Tagen zurückerhielt. Auch die Zeugen 14 0. und III., Jobann Vinirici und Nico- laus von Thessin , Bürger Von Krakau , kamen um Michaelis vor S7 Jahren (?) mit an- dern Krakauer Kauflenten an» Flandern zu Schiffe auf der Weichsel bei Schweiz vorüber, in dessen Burg der Kastellan Cleno oder Climo die Polen befehligte. Auch ihnen wurden die Waaren von den Ordensrittern festgenommen und erst nach der Eroberung von SchWetz zurückgegeben. Dagegen weiss Zeuge 109 , Nicolaus Pen- sator, Bürger von Krakau, der zur Zeit der Belagerung von Schwel* Schüler (Scolaris) in Culm war. dass die Eroberung vor 30 Jahren um Jacobi [t5. Juli] stattgefunden habe. (LH. I. 3?» — 331). Zeuge H3. D. S wen tos laus, »Palattnus quondam Pomeranic miles«. Er war Palatm (?) des Herzogs Wladyslav in Pommerellen [Dtrschau] wohl 3 Jahre , bis der D. Orden es eroberte. Wladyslav's Gemahlin war eine Schwester des Premyslav; Wla- dyslav war auch dessen Nachfolger, wurde jedoch von den Böhmen vertriebon, entriss ihnen aber später wieder das Land. »Cum crevissent inimict in terra Pomeranic et Boom« et Saxones dexastassent totatn tdrram, et cives civitatis Gdansk rebellassent contra Wladislautn regem et ejus homines et officiales , qui tenebant Castrum ibidem, tunc Uli, qui Castrum custodiebant voeaverunt Cruciferos, qui erant amici Wladislai in adjutorium sibi ad Castrum Gdansk , qui lenerent Castrum nomine regis et quod face- rent expensas in eo defendendo , et ipse Wladislaus satisfaceret postmodum cisdem de expenais , et quod Cruciferi Castrum Wladlslao restituere tenerentur. Cumque Cruci- feri fugassent omhes Saxones et sibi subjugassenl civitatem Gdansk, quo fuerat d. Wla- dislao, convenerunt postmodum cum d. Wladislao in terra Cuyavie in quadam villa Grabe, presente d. Gerwardo, episcopo Wladislavie et ipso teste, qui erat tunc dapifer d. Wladislai, et ibidem computaverunt d. Wladislao tot et tales et tantas expensas pro derensione et custodia castri Gdansk , quod si d. Wladislaus \cndidisset terram non possot eas .«olvere nee satisfacere eis. Et demum Cruciferi videntes , quod d. Wladis- laus nolebat satisfacere eis ad voluntatem eorum de expensiR , ceperunt et occupa- veruot terram et omnia castra et villas successive interüciendo ibidem ipsius milites indistinete, qui erant in terra, ita inhumaniter, quod nullus potest hoc narrare, et sie terram occuparunt. Int'., qui tenebat Castrum Gdansk, quando fuit tradituin ad custo- diendum Cruciferis, dixit, quod Bogussa judex, de cujus manibus castrum reeeperunt, et quidam alter erat ibidem Albertus castellanus castri et quidatn Stephanus de Puiscz, de quorum manibus Castrum ad eustodiendum reeeperunt.« (Lit. I. 335). Zeuge 115. Ritter Sbiluth , Kastellan von Ucze, hat vom Ritter Bogumil, da- maligem Befehlshaber von Schwetz, gehört, »quod Cruciferi tenuerant castrum Gdansk cum nobilthos Polonie insimile et vicissim nomine Wladislai regis, sed postca Cruciferi cum civibus de Gdansk condixerunt et convenerunt , quod . si eos intromitterent in ri vitalem Gdansk , omnes milites et nobile« Polonos ibidem in ea existentes interfice- rent et sibi Cruciferi Castrum et civitatem Gdansk obtinerent ; quod fecerunt . et sie civitatem et Castrum Gdansk et deineeps Castrum Tharszow et Swecze expugtiaverunt.« (Lit. I. 339). Zeuge 117. Johann, Pleban der Kirche in Zneyno, war früher Pleban in Groctno. »que est de diocesi Wladiftlavicnsi, tarnen dominium ipsius est d. archiepis- copi Gneznensis. Quidam fluvius in terra Pomcrania , dictus Dhra dividit dioceses Gnezn. et Wladislavicnses.« Er sah in seiner Jugend, wie nach dem Tode König Premyslavs d. Woyslav als Hauptmann von Pommerellen dieses Land für Herzog Wla- dyslav in Besitz nahm. Damals waren zwei Palatine in Pomnierellen, Urban in Schwetz und Swancza in Gdansk. (Lit. I. 341). Zeuge Hl. Ritter Martin de Crzebcze' besuchte den Bischof von Leslau in Pommerellen aur seinen Gütern in Danzig, Subkau und Bulgardzew. Bei dem Einfalle der D. Ordensritter befand er sich in Hirschau bei Herzog Kasimir : »et fuit missus ad illos, qui tenebaut et custorliehant Castrum Gdansk pro Wladislao ad monendum et dicendum eis ex parte jducis Kazimiri , quod diligenter et tidcliter custodirent Castrum nomine Wladislai regis , qui responderunt testi , quod si scirent , quod cras decapita- rentur, nichilominus castrum ipsum custodirent nomine Wladislai , sicut faciebant et tenebant ipsum; quo faclo postmodum Cruciferi venientes cum magna polen tia ad Ca- strum fraudulenter milites et alios homines multos in Castro Gdansk 0( ridcruM et castrum oppugnaverunt.« (LH. I. 343). Digitized by Google I ■Jr 3*« er *■ «" ^ er:* ^ s *»5 ' w ^ »» v a. ?! 0 2. er ST 1 I 21 II f 5 8 2. 0 2. 1 5 är 5. J" »3 * rl i» I 3. * I ? _. , i e < » c o <- ^ - gl «TL T Sil» 21 *- C: .. ST nr 2 S' B " < 3 =■ ^ >>> • o < » El 3 o -1' »ST« ? i! II « 1" Er _ ,? _, cj, sb te • . - b 55 t» * rt ü - - * n e -! f* — * r. - 2 J3 » ~ • =• + ?! O _ ■+ i2fsla|i 5s£ SB 1 s ü a 1 c s» s «5* < "TS •* 2. a r o» -h e C «9 S t •I- O - N • « - c S 3 3 3 2- 2 ^ * e»a K o ^ 3 K C SSI er w 3 £ I T , 9 a os. ^* »rf "I p^« l|S5 - --äs 5.2 3- S! — • ? 3 ^ a » 3 Ol c a 3 8 3 . — * •< B OOS ° • ZT i" I? -5- - i g -4 BB*D*5 gs.- Ä P ^ * S 5 IC 1 3 » P ^ I t . 3 ' er S s o 1==° = A S .-3n »l ! Ulf ix ^ < 3 '§ 3 5 2 03 CS®»- 9 " ^ ^ ^ * gyog^- 3 ^ -=3 Ig. 9ox § '"Ü N 26 5 2 Ml i z zr. * a ST - CO «* 5' 2 ^ r s o S 3 Digitized by Google DIE ALTERE CHRONIK VON OLIVA etc. BEILAGE VI. 797 B. Die Fürsien von Ostpommern bis 1295 und ihre urkundlich beglaubigten Regierungshandlungen . 4 4 78. 48. Marz. Kastrum Gdanzc. Schambor princeps Pomoraoorum *. Kinder. — D. Grimislaus »Gnezota« nebst seinem Bruder Martin. Schenkung an Oliva (P. 46) ». 4498. 44. Nov. Zwece. Grimislav (»qualiscunqne«) onus de principibus Pomor. (Sie- gel : d. P.). Schenkung von Stargard an die Johanniter (P. 75. 76). c. 1940 s Mestwin »princeps in Danczk.« Gemahlin. Sühne: Swantopolk, War- tizlav, Sambor u. Ratibor. Schenkung an Zuckau (P. 90). c. 4949* Slupsk. Swentopleus d. P. (Siegel dominus de Danzko). Rechte des Gnesner Erzstiftes auf das v. d. Dünen befreite Stolpe (Dz. II. 65). 4945. 7. Sept. Gdancz. Subislav. d. P. Sohn des dux Zambor. Bruder [Vetter] Swan- topolk. Schenkung an Oliva (P. 4 08). Vor 4339 Mistwi, Vater Swantopolk's, Bruder Sambors, regiert nach Sambors Tode (P. 4 83). 1220 Swantopolk, princeps de Gdantzc, Mutter Swinislava ; Gem. : Eufro- sina , Brüder : Wartislav., Sambor, Ratibor. Schenkung an Oliva (P. 483). c. 4930 Zwantopolk dominus iu Gdanzk. Freiheiten an Lübeck {P. 474J. 1138. SO. Juli. Bresno in Masovien. — ■ Nobiliores viri Swantopolkus et Warcizlaus principcs Pom. als Zeugen (L. D. II. 37). 438*. 38. April. Swantopolk princeps Pom. Schenkung vou Oxhöft an Oliva (P. 446). 4 334. 9. Aug. Thymau bei Mewe. Sambor dux de Liubesow. Schenkung an Oliva (P. 4 49). c. 4336 Suatopolchus d. P. freies Geleit für die Ritter Christi (P. 457). 4934 Swentopolk princeps in Daneck bestätigt eine Schenkung seines Va- c> 4 937: ter» Mestwigi, prlncipis de Dancek, an Zuckau (Z. V. VI). 4 337. 33. Jan. Gdansk. Swantopelcus d. P. stiftet das Dominicanerkloster in Danzig (P. 460). Vor 4 399. 37. Dec. — Wartislaf schenkt das Land Wanska (Mewe) an Oliva (Urk. von 4 363. Oliv. f. 45). 4339. 87. Dec. Kastrum Liubesow. Sambor von Lübschau und Swantopolk von Gdansk, in Anwesenheit Ratibor« Herz, von Belgard (Wartislaf ist todt). Schenkung an Oliva (P. 489). 4889 Sambor, Bruder der Herzogin Miroslawa, der Wittwe Boguslavs IL von Westpommorn, Mutter Barnims I. (P. 477. Vgl. P. 4 44). I) Der Ittel diewr Kurilen Ist in der Regvl dux Pninoranie oder PotnoraDorum ; nur die Abweichungen sind beicichnet. 8) Wlrl P. - Cod. Potncraniae Diplomatie von HmmId. n. Ko- Kb. - Nock ungedruekte Urkunden de« Kömgiberfvf Geh. Archive». V oiirt = Voigt, Crtd. diplomatieui Pru*«U-u». ue Crndferorum. " Dof . = Dofiel, Cod. diplomatie. Poloniae. L. D. m Ork. in Hennlg'a Auwtt» der Prent*. Chronik Kied. = Biedel, Cod. diplomatie. Hrandenburf. (David. Dr«f« Abeehr. ■ OrtfwH im Provinelal-Arebiv tu Stet- L. » Hinch, Pommerellifche Studien, Heft 1. tiu bcflndltrhr hin roemeher Urkunden. Kgl. Orh staauarchiv in D%n^ Komth. a- Die Am u buch de «lg, Im Dam. Archiv. OP. Posen. «■ Noch uogednickt« ner OtverprUidial- Archive. D. O. Copiir. » Da* Deatich -Order» CopUrlum im Kfl. in Berlin. Fol. I. C. 13. taec. XV. , wo e« nicht ander« bemerkt wird, 3) Da« e. vor einer t 4) Vgl. Bell. IV. 5) Der vor dem Inhalte der Urkunde flehende borkontnle Strich deutet an, da«« die Urk. nicht von dem betrif- Ut,. 708 MB ALTERE CHAON1K VON OLIVA UND 4234. 4 7. Juni. Swenthopolcho. d. P. in Gdansk und sein Sohn M. von Papst Gre- gor IX. in besondere Obhut genommen (Oliv. f. 7). 4 231. 15 Nov. Swuloplok d. P. ist Patron der Kirche vod Wissegrod (P. 4 99). 4230. [Uzno], Miroslawa , Herzogin der Slawen. Zeuge Machtetde. Gem. C 4233. Hanoi Sambora. Schenking aa Zuckau (P. 401). 4225. 20. Jan. Dirlow [bei Rugonwalde]. Suanlepolcus d. toti us P. Erstgeborener 4235. Mostuwio. Schenkung an den Bischof vou Camin (P. 4 04). 4235. 9. Aug. Gdancz. Swantopolk. Zeuge Sohn Meslwi. Schenkung an Oliva (P. 225). 4 236. 4 5. Mai. Danzk. Swaiiloplcus d.P. Zeug. : Sohn Mistuwoyo. Bruder: die Her- zoge Sambor und Räuber. Schenkung an d. Kloster S. Albrecht jDz. IL p. 70). 4 236. 26. Dec. Slupsk. Swantoplcus d. P. Schenkung an das Erzstifl Gnesen (Dz. II. p. 66) ; bestätigt von Papst Clemens IV. (Dz. II. p. 66). 4236'. 27. Dec. Slupsk. Swentopleusd. P. bestätigt dasZeugniss vou 4242 (Dz. II. p. 65). 4237. (Q.24.Dec.)* Ratibor d. P. Schenkung an Zuckau (P. 402). 4 238. 2. Febr. Gdanzk. Zwantopolcus d. P. Schenkung an Oliva (P. 255). 4 13«. 4 4 . Juni. Bei Schweiz. Swantopolk. d. P. Fri«4ens> ersprechungen an den Deut- schen Orden (P. 255. J. 4236. 30. Nov. -~-Swanlopo|k. dominus de Gdancz ist im Besitz der Länder seiner Bru- der und in Fehde mit den Bischofen von Leslau u. Plock (P. 263). 1120. 49. Sept. Swantopolk. d.P. Zeuge : Bruder Sambor und die Mutter; Schenkung C 423T an Zuckau (P. 408). c. 4240 Swantopolk. d. P. Freiheiten an Lübeck (P. 284). 4240. 7. Marz. Stolp. Swantopolk. Verkauf eines Dorfes im Stolper Gebiet (P. 287,. 4 »40 Succow. Sambor d. de Liubcsow. Zum Besten der verstorbenen Mutter Schenkung an Zuckau (P. 404]. 4 241 . 24. Febr. Thoron. Sambor d. P. Abtretung der Kastellanei Gorrenczin an den Bischof von Lcslau (P. 290. 291). 4 242. 4. Oct. — Swanlop. dominus P. ist Feind, dagegen sind Sambor und Ratibor Freunde des D. 0. so wie des U. Conrad von Krakau und setner SOhne (Fabric. Slud. ü. n. 44). 4 243. 22. Marz. Gnezna. — Hedwig Herzogin von Polen [Schwester Swantopolks], Mut- ter der U. Premyslav und Boleslav (P. 323). 4 243. 18. Aug. — Sambor und Ratibor im Bunde mit H. Kasimir von Kujawien gegen Swaatqpolk (P. 828). 4243 Parchan [bei Inowraclaw^. — Zeuge Sambor prineeps P. (P. 317). 1245. 4. Febr. — Swantopo,c. d. P. unterstützt Preussen und Littauer gegen den D.O., ist schon 8 Jahre im Kircheubanne (P. 344—843). 4 245. 4 4 . Qct. — Swantopolc, Bundesgenosse der abgefallenen Preussen im Kampfe gegen den D. O., den Bischof von Leslau und die Herz, von Po- len (P. 350). 4 247. 25. Oct. Insuls fabri. — Swantopolk d. P. durch Schiedsrichter mit dem D.O. verglichen; sein Sohn soll freigegeben werden (P. 876). 4247. 13. Dec. Gdanzk. Swantopolk d. P. Verkauf an Oliva (P. 877). 4148. SO. Jan. Danzake. Swantopolk verkündet den Schiflbrücfaigen seinen Schulz (P. 378). 4148. 30. Mai. — Swantopolk mit dem D.O. im Rechtsstreite, den Papst Innocenz IV. entscheiden soll (P. 386). 4148. 49. Juni. Slawena. Swantopolk giebt den Johannitern zurück, was der aus sei- nem Patrimonium ausgewandert« Bruder Sambor ihnen früher entriss (P. 187). 4248. 9. Sept. Insuia fabri. Swaulopolk will den Verlrag vom 25. Oct. 4247 erfül- t) Meine frohem Zweifel fejen die Aeektheit dieser Urkunde nehme ich nmck den pondhehel» Erortrrunf™ Qu*ndt'. (Ortpomm. S. 140. n. 120) luruek. 1) Vgl. Qiundt, Oitpoium. p. 100. n. 15. Digitized by Google ■ 4*48. 41. Sept. V 4*48. S*. Sept. 4148. *4. Nov. 4248. *. Dec. 4*48. 8. Dec. • **. Oct. 4*50. 88. Juli. 4250. 4 «50. *8. Aug. vor S7. Sept. 0. 4*54>» c. 4250. - • t> * ■ • • 4*50. 4354. 7. Dec. 4 IM. 5. April. 4*5«. 34». April. 4 US. *» Mai. 4153. . • ■ * • 1 4*53. 40. Jan. 4*5». 14). Juli. 4*53. «994. 4. Aug. 40. Marz. 4*35. ♦*I5 46. Mai. 4. Sapt. DIE 8CHRIFWAFBLN VOM OUVA. BEILAGE VI. m len, sobald sein Sohn freigegeben ist. Sambor im Bunde mit den Herzogen von Polen gegen Swanl. (P. 388). Culm. Swantopoik unterwirft sich in seinem Streite mit Sauabor dem Spruche des Landmeisters H. v. Wida und der Domini Cassubie, Nicolaus und Johannes, Brüder der Mathilde, Sambor* Gemahlin (P. 589). Gdaaxk. Swantopoik verleibt an Kloster Dargun einen Ort zum Bau eines Kloster« (Bukow] (P. SM). Insula fabri. — Swantopoik schlieast unter Vcrmiltclung des Archi- diao. Jacob von LUttioh Frieden mit dem D. 0. ; sein Sohn Mest- win, «oit 4» Jahren Geisel beim D. 0., ist freigelassen. Mit Saiu- bor ist noch nicht abgeechloeaen (P. «94. 89S). Kastrum Stolpe. Swantopoik. Verleihungen zum Bau des Klosters Bukow bei Rügenwaldo. Söhne Mestwin und Wartialav (P. 893). — Swantopoik Im Streite raitSambor und dem noch eingekerkerten Ratibor vom Archidiacon. Jacob von Lütticb In contumaciam ver- urtheilt. Am 7. Dec. hatSw's Kapellan Marolus in Thorn eine Ver- theidigungssohrift Swant's ubergeben (P. 894. 395). Oliva und d. Bischof von Leslau (P. 414). — Swantopulks Frieden mit dem D.O. von Papst InnoccnzIV. bestä- tigt (P. 4*7). — Dux P. vom Papste Innocenz IV. aufgefordert die Oxhöfter Güter an Oliva aurttckzuseben (P. 444). Sambor d. P. Schenkung an das Kloster Lukno (Dr. 143). von Natangen einen Vergleich über d. Oxhöfter Güter (Warm. 55). Herzog Ratibor Zeugniss Uber die Schenkung von Oxhöft (P. 450). — sub illustri d. P. Swantopoleo wird im Sch law i sehen Gebiete eine Schenkung an Bukow vollzogen (P. 448). Sumbor d.P., dominus de Lubiszew. Verkauf von Gütern an den Bi- schof von Leslau (Rz. Ii. 3. 441). Culm. Sambor d. P. entsagt seineu Ansprüchen auf Zantir zu Gunsten des D. O. (L. D. III. 44). Stolpe. Swantnpoic. d. P. Gemahlin Brmegardis. 9 Söhne ; Brüder dos Ratibor. Schenkung an Bukow. (Dr. *80). Dersow. Sambor d. P. verleibt an. Culm Zoüfreiheit in seinem Lande, er baut das Kastrum Dirachau (L. D. III. 4*). Thorun. — Zeugniss, das« 11. Swantop. nach dein Frieden mitSambor in Verbindung mit heidnischen Preussen in Pomesanien einfiel (L. D. III. 48). Swantopolc. d. P. Schenkung un Zuckau (Z. XII). £ambord. P. Gemahlin. Sohn Sobozlav. Geldschuld an den Bischof von Leetau anerkannt (Rz. II. a. 56. P. 4**}. Dersowe. Sambor d. P. Schenkung an d. D. 0. (Dr. 339}. Haczians. Sambor d. P. verhebst dem Bischof von Leslau seinen Schute (Rz. II. 57). im Sande bei d. insula fabri. Swautopole. d. P. ; sein Sohn Mestwin. Versprechen den Frieden von 4*44) zu halten (L. D. III. 4a). Zwez. Swantopolc. Sohn Mestwin. Schenkung an Culm (L. D. III. 46). filhing. Sambor d. P. (Siegel der dueissa Mechtildia). Verpfliahtungen gegen FA O. wegen Zantir' s und der beiden Cabals (L. D. III. 46). Dirszowe. Sambur d. P. Zoüfreiheit an Blbing (Warm. 37). Sambur d. P. Schenkung an d. Kloster Lukno (A. 48). Digitized by Google boo DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND 4tM. II. Mai. Dersow. Sambur d. P. Verleihung von Gütern an Dirschauer Btir- gor (L. D. HI. 4 7). 4137. &. Min — Sambur d. P. bei Papst Alexander IV. der Besitxstörung im Gebiete von Oliva beschuldigt (Oliv. f. 18). 4 «57. 4 4. Juni. Sambur versöhnt sich mit dem Bischof von Leslau (Rx. IL 3. 448) . 4*57 Belgei-t. Swantopolc. d. P., Bruder Ratibor, Söhoe llestwin und Warxlav. Schenkung an Kloster Zarnowitz |Rx. II. I. 4*7). 4958. 40. Juli. Dirsowo. Sambur. P. d. et princeps. Frau. Tochter. Privilegium des 19. Juni eingeweihten Klosters Samburia (Pölplio) (Kb. LIX. 4). 4 158. 4 0. Juli. Dirsowe. Sambur, bestätigt eine Schenkung des Abtes von Doberan an Samburia (Pölplin) (Annal. Polplin). 4158. 16. Juli. Zuckau. Swantopolc. d. P. Drei Schwestern. Schenkung an Zuckau (Z. III. a.). 4158. 44. Nov. Dyrsowc. Sambor d. P. Bestätigung eines Kaufes (L. D. III. 18). 4150 Zuckau. Swantopolc. d. P., Bruder Ratibor, I Schwestern, Mestwin u. Wartislav. Verleihung an Zuckau (Z. III. b ). 4180. 4 4. Febr. Stwec. Szantipolc. P. d. ertheilt dem mit seiner Zustimmung von Sambor gestifteten Kloster Marienberg (Polplin) Zollfreibeit (Kb. LIX. 1) und nimmt es in seineu Schutz (LIX. 3). 4160. 4. Marz. Dersowe. Sambor d. P. Schenkung an Abt Conrad von Doberan (Kgsb. Handfesten-Matrikel f. II). 4160. 40. Marz. Dersowe. Sambor d. P. Schenkung an Neu -Doberan (Pölplin) (Kb. LIX. 4). 4160. lt. April. Stolpe [Zuckau]. Swantop. dominus terre P. Bestätigung der Privile- gien von Zuckau (P. 475). 4160 Kastrum Dirsowe. Sambor. Gemahlin, Knaben. Gründung der Stadt Dtrschau (Voigt 1. 4M). 4164 Kastrum Udanczk. Swantopolc. d. P. Verleihung einer Muhle (Oliv. f. 141). 4*61. 43. Juli. —Swantop. als Vollstrecker des Testamentes seines Bruders Wartislar von Papst Urban IV. aufgefordert, an Oliva das von Sambor von Liubenow geraubte Land Wanzka zurückzugeben (Oliv. f. 15 u. 19). 1 ißi Swantopolc. d. P. Schenkung an Bukow (Dr. 343). 4*63. 49. Febr. Jung-Leslau. Sambor d. P. entscheidet zwischen dem D. 0. und Ka- simir von Kujawien und erkennt an, dass ein Schiff aus Kujawien von ihm bei Dirschau geraubt sei (Voigt I. 4 45. Dog. IV. 34). 1363. 15. Nov. Castrum Gdanense. Swantop. d. P. bestätigt einen Kauf Oliva s (Oliv. f. 113). 4164. 14. Sept. Camin. Mistwi d. Scwccensis verleiht an Barnim d. Slavorum, seinen oonsanguineus, mit Vorbehalt lebenslänglichen Nießbrauchs, das Schweizer Land und überdies die Nachfolge in allen von Vater und Bruder ererbten Ländern (Dr. 368). 4164 Swecz. Mestwi d. P. Verleihung (Dr. 869). 4165. II. Aug. Slawena. Swantopolc. d. P. Schenkung an Bukow. Sohn Wartislav (Dr. 878). 4166. 10. März. - Sambor d. de Liubesow vom Kardinal Guido wegen gewaltsamer Besitznahme von Wanzka gebannt (Oliv. f. 40). 4166. 4. Juni*. Mestwi d. totius P., Schenkung im Schweizer Gebiet (A. 4 8). 4166 W[arti»lafj d. de Gdanzk Schenkung an Oliva (Dr. 386). 4187. Jan. — Sambor» Land im Interdikt wegen Wanzka's (Oliv. f. 148). 4167. 4. Aug. Zvece. Warxlav. d. Gdanens. Frieden mit dem D. O. (Voigt I. 453). 4167. 46. Oct. — Dem Mestwin, d. P. werden Beschlüsse einer Polnischen Synode zugesandt (Rx. II. a. 91). 4168. 3. Jan. Cbuiroen. Mystiwoi d. P. schliesst in Gegenwart Ottocars von Böh- men Frieden mit dem D. O. (Voigt I. 454). 1) Di*f»r, n. 301, Im: in dl* NleoUi «. Dm.); u*r In A. 18. iiehen deutlich die Worte: martyria. Digitized by Google DIR SCHRIKTTAFELN VON OLIVA. BEILAGE VI. liös. 9. Oct. Gdanczk. Wartislav. d. P. bestätigt die Güter von Bukow. Zeuge. Bruder Mestwi. (Dr. 427). 1268 Cruswig. —Zeuge: Sambor d. P. (Rz. II. a. 9*}. M69. 4. April. Arnswalde. Mestwin d. P. Gemahlin ; Kmder ; verheiratete Tochter ; nimmt sein Land von den Markgrafen von Brandenburg zu Lehn, uud tritt das Castrum Belgart gegen Entschädigung an sie ab (Ried. II. Mae). 1269. 3. Mai. Stolp. Mestwi d. P. bestätigt die Güter von Bukow (Dr. 441). 1469 — H. Sanibor schenkt Brust an Hermann monetarius in Graudenx, vgl. 1275. 13. Febr. u. 1298. 7. Sept. (Oliv. f. 190). U74 Mistwin d. P. Schenkung an Oliva (Oliv. f. 459). c. 1271 Mastwin d. P. bietet den Brandenburgern, die er um Hülfe anruft, sein Land zum Eigenthum an (Ried. II. 1 . 4 44). 1979. 17. u. 18. Aug. Lübeck. Die Markgrafen Johann, Otto und Conrad von Brandenb. verfugen Uber Zoll und Strandrecht in ihrer Stadt Danzceke und in ganz Pommern (Ried. II. 1. 149. u. 450). 1273. 3. Sept. Brücke Drawe. Mastwin. d. P. tritt den Brandenburgern für er- warteten Beistand die Lander Stolp und Schlave ab. pueri. Schwe- stersohn H. de Kevernberg. (Ried. II. 1. 458). 1273. 28. Sept. Civitas Gdanczk. Mestwin d. P. Schenkung an den Scbultzen von Dirschau im Werder bei Daniig (A. 4 8). 4273. 4. Oct. CivitasGdanczk.Mestwind.P.ScbenkungimSchwetzerGebiet(A.49). 4279 Swece. Mistivoi d. P. Verleihung an Nicolaus Jankovics (Dz. II. p. 59). 4960. Mystwinus Pomeranorum dominus bestätigt Swantopolks und Sam- 4274. bors Schenkungen an Neu-Doberan (Pölplln) (Kb. LIX. 43). 4274. 2. Jan. Kastrum Swece. Mestwin P. d. et dominus. Schenkung an Polplin (Kb. LIX. 6). 4274. 4 8. Jan. Swez. Mistwi d. modernus totius P. Anzeige an Schultz und Rath von Danzig wegen Olivas (Kb. LV. 87). (4274. 4 0. Febr. vgl. 4294. 40. Febr.). 4274. 48. Marz. Stolp. Mestuvin. d. P. verleiht Bukow das Recht Deutsche anzusie- deln (Stettin. PArchiv). 4274. 8. Sept. Mestewin d. P. Verleihung an Colbatz (Matrik. v. Colbatz 4 57). 4275. 21. Febr. Swecz. Mistwin d. P. Verleihung an Hennann monetarius in Brust (Oliv. f. 4 4 9). 4 275. .1 4. Mai. Stolp. Mestwin. d. P. Verleihung an Bukow (Dreg. Abscbr.). 1275 Mstywg d. P. Conjux EfTrosina. Schenkungen an Kloster Swornigatz (Kb. LV. 38. 40. 41). 1276. 24. Marz. Elbing. Sambor d. P. Schenkung an Polplin (Annal. Polplin.). 1276. 29. Marz. Elbingen. Sambor d. P. Verleihung von Wanzeke an den D. O. (Dog. IV. 97). 1276. 29. Marz. Elbingen. Sambor d. P. evincirt den D. O. gegen die Ansprüche Oli- va'«, seiner Tochter und seines Schwiegersöhne«, Herzogs Zeroach von Kujawien auf Wanzeke (L. D. III. 19). 4976. 14. Mai. Kastram Stolpz. Mistywlg d. P. Verleihung an den Scbultzen von Stolp (Matr. von Belbuck. 28). 1276. 12. Oct. Kastrum Swetz. Mystwin P. d. Verleihung an Polplin (Kb. LIX. «]. 4276 Kastram Swetz. Mestwin d. P. Schenkung an den Interkttmmerer Albert (A. 18). 1277. 23. Mai. Slupsk. Mestwin d. P. GUtertausch im Stolper- und Scblawer Lande (Dreg. Absch.). 4277. 4 9. Juni. Nicolai kJrcbe in Gdansk. Mistwg d. P. Güterverleihung an den Bi- schof von Leslau für eine Schuld (Rs. II. a. 408). 4277. 49. Juni. Nicolaikirche in Gdansk. Mistwg d. P. Die Zehnten des Bischofs von Leslau und seine abgabenfreien Güter in Ostpommern Herzog 8ubi»lav(?) einst Besitzer vonComorsco in d Kasteilanet Neuen- bürg (Ri. II. 4 09). Script, r. P. 1. 51 Digitized by Google 602 DIE ÄLTERE CHRONIK VON OLIVA UND «177. 47. Juni. Mistwin d. P. Schenkung an Oliva (Oliv. f. 14 7). H7S. 2. Jan. Swecz. Mestwi d. P. Schenkung an Pölplin {Kb. LIX. 9). «178 Swecz. Mestwin d. P. Stiftung des DorainicanerUosters in Slolp (Dreg. Abschr. j. 4 278 Gdanczk. Mistwin d. P. Schenkung von Lubesow an die Johanniter (Dreg. Abschr.). 4279. to. Febr. Mistwin d.P. Bestätigung des Vergleiches von «2*9 über die Zehnten zwischen Oliva und dem Bischof von Leslau (Oliv. f. 277). 4 279. 30. Juni. Dantzk. Mistwind. P. Schenkung au Kloster Zarnowitz (Dreg. Abschr.). 4280. 3». Juli. Gdanczk. Mistwin d. P. Schenkung an Kloster Lynde (Dreg. Abschr ). 4280. 45./32.Aug. Gdanczk. Mistwin d. P. Schenkung an-die Dominicaner in Danzig (Danz. Arch. 24, 490). 4 280. 28. Sept. Sweze. Mistwin d. P. Schenkung an Pölplin (Kb. LIX. 4 0. 4 4). 4280 Swccaw. — Zeugnis* über Mesliwig's d. P. Schenkung von Chmelno und deu Radaunenseen an Zuckau. Z. Witozlawa, magistra domus, soror prineipis (Z. VIII. a.). 4 2*4 . 4 4 . Juli. Witozlawa magistra nebst dem Propst von Zuckau. Vergleich mit Oliva Uber Oxhöft (Oliv. f. 176). 1284. 4 . Nov. Kastrum Danczk. Mestwin d. P. bezeugt die Schenkung von Wanska an Oliva durch Sambor mit Zustimmung Swantopolks (A. 4 8). 4 284 . 24 . Dec. Stolp. Mestwin d. P. Bestätigung des Vergleiches von 4 279. 4 0. Febr. zwischen Oliva und Leslau (Oliv. f. 278J. 4284 Mestwin d. P. Stiftung des Pramonstratenser Kloster in Stolp (Mdtr von Belbuck 7t). 4 284 Kloster Lubin (in der Posener Diöcese). Mistwin d. P. Verleihung an den Richter von Posen, Graf Nicolaus (A. 18). 1282. 18. Mai. Kastrum Mililz (Breslauer Diöcese). — H. Mestwin hat sich mit dem D. O. Uber Wanzke und andere Besitzungen geeinigt ; sein Oheim Ratibor hat boim Eintritt in den D. O. einen Theil von Pommern dem D. O. Ubergeben [Dog. IV. »9. D. O. Copiar. f. 35 b). 4 282. 29. Juni. Mestwin d. P. Bestätigung einer Dotation Swantopolk s für die Kirche zu Garde bei Stolp (Malr. v. Belbuck 27). 4 282. 4. Oct. Schweiz. Mscivog d. P. widerruft den Vertrag Sambors mit dem Bi- schof von Lrslau Uber die Kastellanei Gorrenczin (Rz. II. 8. «59;. 29^ Sept. Scbwetz. Mstiwg. d. P. Gütertausch mit dem Bischof von Leslau 676~ct/ (Rz. II. a. 4 4 9). 4 282. 4. Nov. — Mestwin's Vertrag mit dem D. O. vom 18. Mai 1282 vom Papst Martin IV. bestätigt (Dob. IV. 40;. 1282. 4 2. Nov. Gart«. Mistiwi d. P. Verleihung im Lande Belgard an der Leba an Zuckau (Z. XIII). 1282. 4 2. Nov. Gorzek. — Mistiwi bat Zuckau für die Abtretung des Wassers Olsicxa an den D. O. entschädigt (Dreg. Abschr.). 1282. 13. Noy. — M. von Papsl Murtin IV. wegen seiner Weigerung den Vertrag 48. Mai anzuerkennen mit dem Banne bedroht (Warm. 63). 1282 Swetz. Mistiwi. Verleihung von Waczmir an Domaslav und Bruder (Dreg. Abschr.). 4 28« Gdansk. Mistiwi. Schenkung an Pölplin (Kb. LIX. 26). 4 288. 5. Marz. Kastrum Gdanczk. Mestwin d. P. vertrugt sich mit dem D. 0. über die Abtretung von Wanska u. andre Landstriche (Oliv. f. 4 89. 497. 199). 4 283. 5. Marz. Gdancech. Mestwin d. P. entschädigt Oliva (Oliv. f. 499). 1288. S. Marz. Gdancek. — Zeuge H. Mestwin (Kb. LV. 68). 4 283. 7. Marz. Kastrum Gdanck. Mestwin d. P. Bestätigung der Privilegien von Oliva und Zarnowitz (Oliv. f. 4 44). 4 288. 7. Marz. Kastrum Gdanck. Mestwin d. P. Annahme des Vertrages mit dem D. O. unter einigen Beschränkungen (Voigt I. 464). 4 283. 46. April. Slupcz. Mestwin d. P. Bestätigung der Güter von Zuckau (Z. XIV). Digitized by Google DIE SCHR1FTTAFELN VON OLIVA. BEILAGE VI. 803 I2S!. 26. Juli. Swez. Mistiwog. d. P. Verleihungen an Bischof Albert von Leslau Tür treue Dienste (Rz. II. 3. 460). 1S83. 26. Juli. Swez. Mstivog d. P. conflscirt die Guter Danziger Bürger, welche den Markgr. von Brandenburg in Schloss und Stadt Danzig ein- liessen (Rz. II. S. 461). < «81. 26. Juli. Mstiwg d. P. Freiheiten des Bischof von Leslau im Hafen von Dan- zig (Rz. IL 1. HO). H8I. 28. Juli. Zwece. — Mestwin d. P. Zeuge (Voigt I. 466). H83. 28. Juli. Zwece. Mestwin d. P. entsagt allen Ansprüchen auf die an den D. 0. abgetretenen Orte (Voigt I. 465). 4 284. 29. Juni. Mistiwig d. P. bezeugt bei dem Eb. von Gnesen, daas die Kirche von Gardna bei Slolp an das Nonnenkloster in Stolp abgetreten sei (Matr. von Belbuck 28). H84. 20. Juli. Slavna. Mestwi d. P. verkauft Bexino und das wüste Kodutow an Bozey Sohn Vitkos (Danz. Komth. 148). 4284. 2. Sept. Castrum nostrum Nakel. Mestiwoyd.P. bestätigt eineSchenkung sei- nes Vaters an das Erzstift Gnesen (cf. 2«. Dec. H86] und wider- ruft eine zum Nachtheile desselben geschehene Verleihung. Sie- gel seines lilioli Premiztonis. (Dz. IL p. 67). 4 284. 46. Sept. Wyszogrod. Mestwin d. P. entscheidet einen Streit des Bischofs von Leslau mit dem D. O. über eine Mühle an der Ferse (Voigt IL 7). H84. 2«. Sept. Swece. Mestwi d. P. Verleihung an Pölplin (Kgb. LIX. 36). 4 284. 4 4. Oct. Munstzui d. P. Verleihung an Zuckau (Z. VIII. b.). 4 284. 28. Dec. Sweche. Mistwin d. P. Bestätigung einer Verleihung Swantopolks an Oliva-(Oliv. f. 203). 4 284 Slupczk. Mestwin d. P. Schenkuug des Landes Pirsna an setne soror [4 84 2, filia Samborii] Gertrud (Dreg. Abschr ). 4 284 Slupsk. Mistiuog d. P. mente et corpore bene sanus. Schenkung ei- nes Erbes im Stolper Land an den Eb. von Gnesen (Dz. IL p. 70). 4 284 Stolp. Mestwin d. P. Schenkung an das Nonnenkloster in Stolp (Matr. v. Belbuck 29). 4 284 Mestwin d. P. Schenkung von sechs Gütern an den Sohn des Gla- buna (A. 4 8). 4 285. 25. Febr. Mystwin d. P. Schenkung von fünf Gütern an d. Nonnenkloster in Stolp (Matr. v. Belbuck 80). 1285. 4 6. April. Gdanzeke. Mestwin d. P. Schenkung an den D. O. (Voigt I. 474). 1285. 8. Mai. Rumpna. Mestwi d. P. Schenkung an Oliva (Oliv. f. 460). 4 285. Gnesna. Mistug d. lotius P. Verleihung an das S. Ciarenkloster in Gnesen, in das seine Verwandte Jolanthe, Wittwe H. Boleslavs von Polen getreten ist (Dreg. Abschr.). 4 285 Slupz. Mistiwog d. P. Schenkung an Zuckau (Z. XVI). 4 286. 5. Jan. Gedani. Mstyug. d. P. Schenkung bei Muhlbanz an den Bischof von Leslau (Rz. IL a. 4 27) 4286. 5. Jan. Gdanzk. Mstiwog d. P. Verleihung von vier Dörfern an die Kirche von Leslau (Dreg. Abschr.). 4386. 20. Marz. Bissovia. Msciuv. d.P. Verleihungen d. 8. Marien-Kloster in Biasof(OP. Pos.), (j. Byszewo; d. Kloster wurde spater nach Koronowo verlegt.) 4386 Danczk. Mestwin d. P. Verleihung an den Richter von Putaig (Danz. Komth. 29). 1286 Mestwin d. P. verleiht dem Nonnenkloster zu Slolp Strelinow, das seiner Mutter zngehorte und zwei andre Güter (Matr. von Bel- buck 34). 4287. 3. Febr. Stolp. Mestwin d. P. Schenkung an Kloster Bukov (Dreg. Abschr.). 4 287. 4 5. Aug. Stolp. — Der Frieden Mestwin's mit Bischof Hermann von Camin von den Ostpommerischen Baronen bestätigt (Matr. v. Camin 1. f. 4 47). 1287 23. Nov. Stolp. Mestwin d. P., beim Abschluss eines ewigen Friedens mit IL 51- Digitized by Google S04 IHK ALTERE CHRONIK VON OLIVA UND 111« 4*. Mai. 4 288. « 4 8. Mai. 1188. 4*88. 19. Juni. M. Aug 4 888. 1«. Aug. 1*38 1*89 34. Dec. 17. Jan 19S9 «6 Pebr. 1989. 16 Märt 4M» 18. April. 1 J«9 8. Mai. 1*80 18. Juni. 4*89. 18. Nov. »8. Marz. 4190. 94. April. ?<*9«. 4190. 98. Mai. 2. Juli. 98. Od. 1290 1*91 8. April. 4194. 1 Mai. 4*94. 90. Aug. (294 , Primysiav von Polen and Buguslav v. Slavien, bestätigt die Privi- legien von Bukow (Dreg. Abschr.). Posen. — Meslwin hat an Premyslav II. die Kastellanei Wyssegrod abgetreten und dafür den Marktplatz Serm im Lande Sendomir eingetauscht, welchen Pr. vom Stifte Posen für die Ueberlassuog einiger Dörfer erworben hat (Jabczynski Archiv, teol. I. 86t). Wisscgrod. Mistivogus d. P. hat der von ihm geschiedenen Eufro- sine Sculpino in Kujawien gegeben und entschädigt für dessen Ueberlassung das Kloster Bissov (OP. Posen. Dz. II. 95). Putze. Mestwin d. P. bezeichnet die Grenzen von Oliva (Oliv. f. *54>J . Mestwin verleiht 8 Dörfer in d. Kastellanei Stolp an d. Nonnenklo- ster in Stolp (Matr. v. Belbuck SS). Slupsche. Mestwin »in d. Hochzeit de« H. von Pommern.« Ver- leihung an d. Burggrafen vou Czarnkow, Falo für die Nachricht, dass sein »lieber« Sohn Preroysl. aus d. Gefaogoiss des H. von Breslau befreit sei (Dreg. Abacb.). Pactzch. Mestwin d. P. Schenkung an Oliva (Oliv. f. 461). Stolp. - Pribislav vonSlavian, »dominus terreDoberen et terre Bei garth in Cassubia.« Conjux Kaiherina (vgl. 4294. 20. Aug.) (Lisch Meklenb. Jahrb. XI. S. 285). Bissova. Mestwin d. P. Schenkung zur Verlegung des Klosters Bis- aov nach »felix vallis« (D. O. Cop. I. f. 80). Prenzlau. Wyzlav. von Rügen theilt als Neffe seines »avuncnlus- Mistwfn seine Erbonsprücbe auf Ostpommern mit d. Markgrafen v. Brandenburg (Ried. II. 4. 2*8). Kastrum Gdancrk. Meslwin d. P. bestätigt einen Vergleich zwischen Oliva und Zuckaa (Oliv. 4 80). Schweiz. Mestwin d. P. gründet das S. Marienkloster der Dominika- Mestwin d. P. Verleihung an Oliva aus den von seinem Oheim Sambor ererbten Gütern (Oliv. f. 4 4 9). Kastrum Gdancz. Mystwg. d. P. Bezeichnung der Grenzen in d. zwi- schen Oliva u. Zuckau gethcilteo Oxhöft (Z. VIII. c). (idanzk. Mestwin d P. Verleihungen im Gebiete von Neuenbürg (Dreg. Absen r.). Swetz. Mestwin d. P. Verleihungen an den Kastellan Adam von Neuenburg (Dreg. Abschr). Mestwin d. P. bittet Papst Bonifaz um Bestätigung der Besitzungen von Bukow (Dreg. Abschr ). Stolp. Mestwin d. P. bezeugt eine Schenkung an das Nonnenkloster in Stolp (Matr. von Belbuck. 85). Gnesna. Mislivoios d. P. Verleihung an den Palatin Nicolaus von Kaiisch auf den Rath seines Sohnes Premyslav (Dreg. Abschr.). Gnesna. MisUvoius d. P. verkauft an den Eb. Jacob vonGnesen zwei Dorfer in der Kastellanei Sohwez (Dz. II. 69). Gdanzech. Mestwin d. P. tritt seine oberherrlichen Rechte aufKlein- Schlanz an den D. O. ab (Voigt Ii. 23.). Cttstrin. Meatwind. P. Bestätigung derGUterdes Klosters Lukoo (D.O. Copiar. f. 85). (D. Kloster wurde spater nach Wa,growiec verlegt.) — Pribislav. gener d. Mesluini d. P., Statthalter dos H. Bugislav von Slavien in Belgard (Lisch, Mekl. Jahrb. XI. S. 269). Premysl. d. Polonie bestätigt mit seinem und II. Misciwg's Siegel die Privilegien von Oliva und ZarnowiU (Oliv. f. 806). — H. Misciwg zugegen bei einer Bestätigung der Privilegien von Oliva u.Zarnowitz, durch Ii. Bog uslav v. Slavien u.Cassubien(Oliv. f. 4 4 5). Digitized by Googl DIE SCHRIFTTAFELN VON OLIVA. BEILAGE VI. 805 1 994 Sworinagalz. Meslwin d. totius P. Schenkung an Kloster Sworina- galz (Ledeb. Aren. 1. 238). ü9i. 29. Juni. Schwecz. Mestwin d. P. Schenkung an Pölplin (Annal. Pölpl.). 4292. 29. Sept. Swece. Mistiwog d. P. Schenkung an Kloster Bissov (OP. Posen. Dz. II. p. 9*). (292. 29. Sept. Swece. Mistiwog d. P. bestätigt einen Gütertausch zwischen dean Bischof von Leslan und Kloster Bissov (OP. Posen ). «292 4 8. Nov. Swece. Mostwin d. P. schlichtet Grenzslreitigkeiten Olive's (Oliv f. 4 25). Pribizlav. domicellus de Belgrad »gencr noster« (Oliv, f. 4 25). 4292 Swecze. Mestwin d. P. verleiht dem Janico, Neffens. Gemahlin Su- lislava, das dem Dziwan, Sohn Waysils wegen Hochverraths cooflscirte Gut Vitomyn (Danz. Korathureib. 98). 4298. 48 Juli. Gdansk. Mestwin d. P. Verleihung einer Mühle im Schweizer Ge- biete an den Bischof von Leslau (Rz. II. a. 4*8). « 293. 48. Juli. Gdansk. Mestwin d. P. Verleihung im Putziger Gebiete (Danz. Kom- thureib. 4 37). 4298. 7. Sept. Svez. Mestwin d. P. bestätigt den Verkauf von Brust an Oliv« (Oliv. f. 4 20). 1293 Dancek. Mestwin d. P. gewährt für eine Summe Geldes Handelsfrei- heiten an Elbing (Warm. 92). 4 293 Mestwin d. P. Bestätigung eines Besitzthums Pölplin's (Kb. LIX. 4 4). 4294. 48. Jan. Stolp. Mestwin d. P. Schenkung an Kloster Hilda [Eldena] zur Grün- dung eines Klosters (D. 0. Copiar. I. 83). 4294 *. 40. Febr. Gdancz. Mestwin d. P. verheisst Dirschau den Danzig gegebenen (4 274)7 Frieden unter Bürgschaft seiner Ritter (Voigt II. 32). 4294. 34. Marz. Racens. Mestwin d. P. Verleihung von Gütern im Danziger Gebiet (Danz. Komthurcib. 4 38). 4294. 44. Juni. Slupzk. Mciwgius d. tociqs P. verleiht Dirschau gleiches Recht und Gericht, wie Danzig es besitzt (Voigt 11. 34). 4294. 45. Juni. Stolp. Meslwin d. P. Schenkung an das Stift Posen, »de cansilio et consensu filioli Premislonis« (Rtipell Gesch. Pol. S. 554. not. 36). 1294. 27. Sept. Suecz. Mestwin d. P. gestattet den Verkauf von Lubenz an den Pro- curator Pomoraniae Theodorich (Beamten des Bischofs von Lea- lau) (Rz. II. a. 454). 1294. 44. Oct. Danzicb. Prcmisl., d. maj. Polonie, bestätigt das von s. patruusMest- win an Elbing erlheilte Handelsprivil. (Warm. 94). 1294 Swecze. Premisl. bestätigt die Schenkung seines Oheims Mestwin an Sworinagatz (Ledeb. Arch. I. p. 230). 4 294 Mestwin d. P. bezeugt e. neulich in s. Gegenwart vollzogene Schenkung s. nurus, Jolanthe, Wittwe des H. Boleslavs v. Polen an das Erzstin Gnesen (Dreg. Abschr.). ? 4295. 80. Marz. (IV. p. resnrrection. Domini). Castrum Swece. PremlallusII. d. Polonie et Pomeranie entscheidet einen Rechtsstreit des Bischefs Vii- lav vou Leslau mit Bezug auf e. Privilegium d. Mistwii, hone memorie ducis qunndam Pomeranie, patrui nostri (Rz. II. 8. 467 ; Dz. II. p. 92). ? 1295. 29. Juni. Swecza. Mestwin d. P. Bestätigung einer Schenkung an d. Kloster Bissov (D. O. Copiar. f. 84. b.). " 4295. 2». Juni. Swecza. Mestwin d. P. Bestätigung einer andern Schenkung an das Kloster Bissov (Dreg. Abschr.). f 4395. 23. Juli. Swecza. Meslwin d. P. Bestätigung eines Güterkaufes von Bissov im Schweizer Gebtete (OP. Posen. TranssutnpU I) Die Cr«. muM iehon deshalb, well der In ihr alt PalaUa tod Schwell genannte Wayeil K>n»t nur iwiachen 1271— 1J7« al* Verwalter Jenei Amte« Tormommt, in eine frohere Zeit eertetrt werden. Digitized by Google S06 TERRA l'O.MKRAME (flJOMODO VI. TERRA POMERANIA QTJOMODO SURJECTA EST ORDINI FRATRUM THE UTONICORUM. Ein Zeitgenosse des Dlugoszs, derselbe, von dem wir die oben (S. i I ) näher beschrie- bene Rückübersetzung des Dusburg aus dem Jeroschin ins Lateinische, die er eine Cro- nica vetus nennt , sowie unter dem Namen einer Cronica nova eine nicht weniger mangelhafte Lateinische L'ebersetzung der Deutschen Reiinchronik Wigand' s von Mar- burc haben, hat unter der obigen Aufschrift zwischen beide Chroniken (MS. des Königsberger Geh. Archivs A. 88. Blatt 247 u. 8*8) eine im Wesentlichen an das Chronicon ülivense sich anschliessende Geschichte der Eroberung Ostpommerns durch den D. 0. mit einer geographischen Einleitung eingeschaltet. Nach jenen beiden grös- sern Arbeiten und nach den kurzen Annalen zu urthcilen, die er denselben hinzugefügt hat (Beil III. B. IX. oben S. 763), hat ihr unwissender üebersetzer auch hier schwer- lich ein selbstständiges Werk geliefert, sondern wahrscheinlich eine fremde ältere Arbeit übersetzt, excerpirt oder abgeschrieben. Jedenfalls enthält es eine Anzahl offenkundi- ger Irrthümer und Fehler, welche dem Verfasser zur Last fallen, so die Verweisung auf Isidorus von Sevilla für den Ursprung des Namens der Pommern, wozu vielleicht die Einleitung des Boguphalus verleitete, die confuse Beschreibung der an der Ostsee gele- genen Länder und die ganz aus der Luft gegriffene Nachricht, dass die beiden Präten- denten von Ostpommern , Herzog Leslko und der Fürst von Rügen , der hier Boguslav heisst, der eine durch den Tod, der andere durch seine Ermordung dem Könige Wenzel den Platz geräumt hatten, während andere Fehler, z. B. die Verwandclung des Archi- diakonus Jacob von Lüttich (Leodiensis) in einen Jacobus de Bard oder Barba und des Grafen Swentza in einen llcntzil und Histo u. a. in Verbindung mit dem nachlässigen und fehlerhaften Style und der äusserst mangelhaften Handschrift lebhaft an den Üe- bersetzer des Wigand erinnern. Obgleich die Arbeit eine besondere Beachtung nicht verdient, so haben wir ihr doch thcils wegen der hin und wieder hervortretenden eigenthümlichen Anschauungen , insbesondere aber weil sie zur Charakteristik ihres Schreibers, der uns im folgenden Bande als Üebersetzer des Wigand näher beschäf- tigen wird, einen wichtigen Beitrag liefert, hier eine Stelle eingeräumt. (. 847t>. V* propter eos, qui delectanlur in lectionibus historiarum bellorum et ceterorum apposui ad finem huius operö predicte terre subjectionem ciusdem. Pomerani, ut testaturVsidorus, originero habent aScIavis inLatino ; in linguavero Gallica vel Ylalica dicti Wandali, in Ungarica Zemcitz, in Polonica Pomorsitz, in Rus- sica Galmacien, in Sclavica al[ias] Wendischen Pomeren , in Theutonico dicti sunt wlgariter Wende. Predicta linguagia possunt se simul intelligcre, scilicet Poloni, Ru- teni, Lithwani, Pruteni. Morantur quoque in inontanis puri Sclavi in Kirniten et alibi: in Kanol [Karniola?j vero nigri sunt et rasi, sicut antiquilus Poloni in Czips, in Bohe- mia et in Ungaria ; et licet soli sint perarenosi iidem , peoora tarnen eorum habvnt pascua bona. In terra harenosa morantur et infrucluosa; lacle et melle habundant, « uius eibantur. Chris tiani sunt secundum ritum Grecorum , [morem] b autem Rutbe- norum sacerdoles eorum tenent. Eciam inveniuntur Sclavi infideles, qui sunt inbu- mani , comedentes orania , que a man projiciuntur , eciam tempore famis cadavera, ») Liir AliLreriutur «rheint vidvlicet tu bedcultn. b) In der Udicbi. »tebt *io unveitttndlicb«» durchetrirb*- HERAUSGEGEBEN VON THEODOR HIRSCH. SUBJECTA EST ORDIM FR ATRUM THEUTONICORUM. 807 eciam queque et humana ; et mertto a Christiauis fugiendi. Tarnen Venetas (marg : civi- tatem Venetorutn) quoque querunt. De graniciis sive gadibus terre. f. 248 Inferior terra, vulgariterNedderland, incipitur a Saxonia ab flumineAlbia fluente in mare et distendi'ur iuxla ripam maris usque ad Pomeraniam et Wiszlara in mare fluen- lern. Includit quoque terram Sletinensem , Sundensem , Swerinenseoi , Wendenseal, Slavinensera, Ruynlandensem, Cosselyu, Caniinensem, Stolpensem, que omnes iuxta suos principalus scribunt se de Pomerania. Pruszia includttur inier Wislam , v' r ad meridiem intrat mare ; et in propinquo est Sambia, Kurlandia, Osilia, Ystinlandia, et sequilur Lyvonia, Dada, Jutiulandia et revertitur in Schone , intra quam Gotlandia. Swelzia; in medio vero Heyla videtur, que tangit Putzik et Pylirland (?) intra recens stagnum usque ad Wiszlam ; et hü dicuntur Sciavi , Wende seu Pomeren , in Polonico Pomersin ; terra frigida infructuosa lacte tarnen et melle gaudet et piscatura ; cum Theutouicis communicant et quostum habentd; et qui pridem erant inhumani, modo subjecli sunt dominis Cruciferis. Onomodo devoluta sit Pomerania ad manns Cruciferorum. Inter reteros magistros precedentes eciam fuit in Pruszia frater Poppe seu de Swabin, fortis in hosles, pius' contra suos, qui multa forcia egit contra Paganos. Hic cepit contra dominos Pomeranienses diffidenciam et guerras et occidit de parte Swan- lopolk ducis dicte terre magnam mulliiudinem, eciam a suis non pauci perierunl. Hee guerre durabaut vii annis, non aliam causam litigiorum habentes preter meum et tuum; quare ubi illa duo vanar (?) essent, rare essent guerre elc. Supen enit legatus a Roma , Firmanus nomine , intercepitque discordiam et Mest- wigum filiurn Swantopolk statuit in obsidein, quem magister misit in Austriam, ubi a duce honorifice tractabatur. Qui dux eciam preusans corde fratrum et ordinis in- commoda destinavit ordini armalos, scilicet 3000 sagittarios etc. Quos fratres susci- piunt leto animo eis ob\iantes. Diclus Swanlopolkus interim tractans sua incommoda rcvocat filium suum sie invadialum, quem pro 1000 talentis non reslituissent. Col- legilque de suis exercitum magiium, castra sua flrmavil et armavit eis Wiszlam, de quibus multa mala feeit per Wiszlam et in eo naviganlibus. Et sie violata fuit Ireuga per legatum facta; cepilque editicare Castrum Swetz et armavit populo et victu. Ascen- dit usque Cracoviam, Cuyaviam et Masoviam et rapina et igne et occisione valde tur- bavit, t'ducciis captivos et captivas, oves, vaccas, equos elc. in immiseriiordia rapuit sie terras dictas [et] denudavit solum propter odium Cruciferorum. Pugnavit eciam contra (!) Paganos scilicet Natangenses, Prutenos , Sudowikcen- ses, llulenos et fortiter contra ordinem maxime in Wisla cos perturbando, et durabant hi ad longa tempora in hello etc. , donce per Dei graciam mittilur legatus Jacobus de Dard \el Rai ha, qui postea factus fuit papa Urhanus l ; qui cito inier partes fecit treu- gas perpeluas et forles ; omnia planax it et mala in bonum commutavit , et strinxit Swantopolk ad pacein et populum eius , donec ohiret, et speratur, quod propter hec obtinet regna eterna. Post hoc supervenit Mestwigius et suseepit ducatum Pomeraniensem ad eius pro- fectum. Hic perlpre?Jcepit suis pacem cum online servandam, et in nullo eidem dampni- fieavit. Et heredibus caruit. Fratres consiliantur et accedunt eum dicentes, quod pater eius pacem inter eos firmatam \iolassel. Et fratres imtanl eum. Vnde Mestwigius au- diens patrera accusari in perlidia et in inhonoracione motus etc. deditque fratribus Mewa Castrum cum xv. villis cum omnibus proventibus et usufruetibus et vixit in pacc usque in finem cum eis. Nec reliquit heredem. Et tunc Cracovie fuit dux Piimislawuß, qui propinquus nenere et sanguine fuit. Diclus Mestwginus misit pro eo, ut veniret in Pomeraniam et suseiperet ducalum. Postquam venit diclus dux, in vita sua renun- cia\il et dedit ad manus eius, et mandavit militibus etc., ut ei obedirent. Tunc idem dux Primissil circumsepit paxillis Gdanum [marg. Gdanum sepitur] et rediit Cracoviam et coronatur in regem et scripsit se regem Polonie et ducem Pomeranie et quasi r) Du» Z»leh*o Mheint ubi od*r **r* «u bedtuUn. d) Hdtrhr. quhüt, vielUicht »uch contrthtint iu Icwn. e) Hdirhr. pio.. f) HdKhr. *"». Digitized by Google S08 TERRA I'UMKRA.MK QlOMODo etc. infra anuum occiaus est ab uno servo raargravii injuste. Unde mala multa suborta p 248t>. gunt Ponieranis. Quare statuunt quosdam sibi capitaneos, pan* Hentzil [SwentzatJ et alios , qui ad utilitatem terre providerent. Conveniunl tandem in ducem Cuya\ iensem Lestkynum, cui renunciant ducatum ; et obüt. Post hune suscipiunt ducem Boguslaum de Ruyland, qui interfertus est. Post hoc infra meusem mittunt ad regem Bohemoruni Wentzeslaum, qui hahuit filiam regis Primarii predicti. Et hie veniens susrepit Pome- raniam , et filius suus Wentzesiaus post eum , qui eriam infra anuum a quodam milite oecisos est. Post hune expellunt otnnes Bohemos et concorditcr eligunt ducem Wla- dislaum de Po'onia, cui iurant et obsides ponunt supratactos capitaneos. Post hunc dktns dux pro grandi summa pecunie graviter monitus est a domino Swentz et a suis duobug liberis, burgravio {?) , et verisimile videtur quod (enebatur eo, quia multis temporibus lerram servassent et prefuissent. Sed nihil dedit eis , ymo et seriöse recessit ; nec immerilo , quod nihil juris aut dominii habuit ad terram dictus Hisco fSwentM? Josco?]. Post hoc maluro consilio mittunt ad markgravium Woldemarum , quem^mtssis militibus cum polencia magna suscipiunl in1 opido Gdantzk, quod tenuerant cum Castro usque nunc el erant subjecti duci Wladislao , qui pridem apeilabatur Lotkuck ; post hoc in se divisi sunt et advocalo rebelles. Dominus Wladislaus recessit, ut premissum est. Caslrenses pugnant contra opi- dum et milites a margravio missos singulis diebus. Capilanei in ca-tro fuerunt Woy- cech, Bogus Camerarius , Woyslowus burgravius , qui tunc graviter impugnant et multipliciter offen dunt in chitate existentes in intcrfeccione et igne. Item et circum- iacentes terre similiter molestantur; virgines stuprantur etc. In castro videntos a dictis militibus dicla mala, quod nec minis nec precibus poterant pacari mittunt pro subsidio ad Prutenos contra miü:es et cives , intimantes eis insolencias et prolervias eorum. Nuncii redeunt cito. Unde fraier Guntherus de Swartzeburg venit cumPrutenis et aliis in forti manu , cupiens huius vindicare mala. Et impugnavit ab extra et intra opidum pedestcr et equester cum impetibus et sagitt's. Quod videntes milites dicti convertunt se ad dictum Gunthertim, familiam eius subsannantes , deridentes et alia incommoda [facientes]. Qui omnia cum paciencia ferunt. Quare imposuerunt eis, quod milites dicti et cives minus iustc pugnarent contra verum dominum stium et castri capitaneum et tolius terre Pomeranie. Quare dictus Guntherus irritatur et in ira aggreditur cum suis civitatem et obtinuit. Sic capta est , et occidit omnes milites etc. propter sub- sannacionem predictam ; et impleverunt fossam corporibus octisorum , nec quisquam captivabatur. Scpta civitatis subversa et ejeita sunt , et tandem sopitur hec discordia consilio sapientum. Post hoc domini Theutonicorum paciflce cum honore Castrum tenuerunt , donec mittunt ad markgravium Woldemarum, quia fratres confitebantur, quod nullus propin- quior esset patrie [?] . Qui veniens suscepitPomeraniam in presencia multorum nobilium. Tandem fratres cum preeeptoribus suis tractant, quomodo terra Pomeranie sibi subju- garent tolam. Unde sine verecundia cum markgravio emptionem subeunt terre usque ad terram Stolpensem et Kalis novum pro prompta , numerata et librata pecunia. Hoc facto conveniunt et argeutum suscipiunt infra [ijj annos postquam Gdanum fuit victum. Item post asecnsionem Domini in presencia multorum militum etc. facta est «olucio de Bohemis et Polonis, marchionatu et Pomeranis, et literis et sigillo roborala. O Maria assis nobis in exlrema bora, ut et nobis tua subventio non denegetur. A natiritate Christi 1309 opidum Gdanum victum est. Post hoc secundo anno in ascensione Domini Pomerania empta est a marchione Woldemaro soluta, sigillata et librata. r) Hdacttr. b) HcUrhr. qui. i) frhlt in Hd»chr. Digitized by Google HNDAT10 M0NASTKK1I POI.PLINENS1S. 809 VII. MONUMENTORUM FUNDATIONIS MONA- STERII POLPLINENSIS FRAGMENTUM. HERAUSGEGEBEN VON THEODOR HIRSCH. Die • Annales monasterii Polplinensisa (Handschr. der Bibliothek des Kgsb. Geh. Archives B. 288), eine am Anfange des 17. Jahrhunderts mit grosser Sorg- falt und Kritik nach alten in der Regel hei jeder wichtigen Angabe genau be- zeichneten Quellen abgefasste Arbeit, die bis zum J. 1 588 hinabreicht, verweisen für die Geschichte der Gründung jenes Klosters neben den Stiftungs-Privilegien auf eine Quelle, die sie Monumenta fundalionis mon. Polpl. nennen. Ein Bruch- stück des Originales dieser Schrift fand ich in 5 Pergamentblattern von gewöhn- lichem Octav-Format, welche das Kgsb. Geh. Archiv Schbl. L1X. n. 57 aufbe- wahrt. Wie schon die Paginirung derselben mit den Zahlen 17 bis 21, so wie ihr Inhalt beweist, bildeten diese in Minuskeln vom Ende des 44. oder An- fang des 15. Jahrhunderts niedergeschriebenen Blatter einen Theil einer im Kloster angelegten amtlichen Sammlung und enthalten ausser dem nachfolgen- den Berichte über die älteste Gründung des Klosters unter der in roth gemalten Bachstaben ausgeführten Ueberschrift. Absolucionis deeimarum in Pogolkow confirmacio den Anfang einer vom Bischof Alberus von Leslau , nach den Anna- len am 15. April 1282, hierüber ausgefertigton Urkunde mit dem Citate: ut supra numero 47, worauf dann unter der gleichfalls in rothen Buchstaben ge- malten Ueberschrift: »de terminis, granieiis et gadibus loci prime abbatie et ejus fundacione cum pleno iure et omnimoda potestatea die Abschrift einer Ur- kunde folgt, welche in allem Uebrigcn der uns im Original aufbehaltenen Stif- tungsurkunde vom 10. Juli 4258 gleichlautend, in der Milte eine genaue Grenz- beschreibung des ursprünglichen Klostergcbietes um Pogutken enthalt. Auf diese Schriftstücke des erhaltenen Fragments folgten, wie die Citate in den Pölpliner Annalen beweisen, noch andere urkundliche Mittheilungen. Die kurze nachfolgende Erzählung bereichert unsere Kenntniss der Pominorel tischen Ver- haltnisse um einige nicht unwichtige Notizen und gewahrte mir zugleich die willkommne Gelegenheit, die meistens noch nicht veröffentlichten Nachrichten, welche sich Uber die Geschichte dieser alten Bildungsstätte Deutscher Kultur in Weslpreussen für die ältere Zeit bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts in urkund- lichen Berichten erhalten haben , für deren Millheilung sich in den Chroniken dieser Zeit kein Anknüpfungspunkt darbot, in der Kürze zusammenzustellen. Anno ab incarnacione verbi millesimo <:c". Lviij". xn". kalendas Juli i in no-j mine sanete et individue Trinitatis iniciata est 1 Samhoriensis eceiesin per dc- 4> In den Urkunden wird diese Allere Klosteranlaite hei Pogutken abwechselnd Sam- buria, Mona Mariae und Nnvuru Doberan eenannt; nach der YcrlnpunK im Jahre am cum perventum esset ad oflertorium, duxque promiseral (sie) ad honorem et laudem nominis domini nostri Jesu Christi et sanete ejus genitricis piissime- quek virginis Marie ecclesiam Cisterciensis ordinis fundare et ipsam cum cec"* mansis dedicare % corde saneti spiritus illustracione replelus et secundum indi- genciam ecclesiarum Cisterciensis ordinis mirabiliter edoctus et conmutatus cum uxore et filiabus omnibus in ofiertorio misse accedens ad altare et calicem ad missam preparatum reverenter cum devoeione in manus per pallam* all ans simul cum uxore et filiabus aeeipiens obtulit ad manus domini Cunradi Dobera- nensis abbalis Oeo et beate piissimeque virgini Marie sexcentos mansos in terra dominacionis sue liberaliter in perpetuum secundum Cisterciensis ordinis liber- tatem cum pleno jure et omni utilitate, que potest nunc vel in posterum modo aliquo de predictis mansis provenire. Item obtulit dux et fundator noster no- velle nostre plantacioni quinquaginta mansos in Malelyn', quos Joannes de . lt. Winnenberg7 miles devotus ipsi resignavit, quatenus ecclesie *contraderet me- ») MS. «15. b) MS. «pq»«. c) von nroer Huid abmefariohen : «t d»Un>. nur der letztere Name und wird erst seit Anfang des 14. Jahrhundert von dem allen Slawi- schen Dorfnamen Pölplin [»quod vulgus a loci nomine Polplin vocaU sagt schon Herzog Meslwin i. J«n. < 874] verdrangt. 4) Im Catalogus Benefaclorum der AnnaJen von Pölplin ist der tl. April ti5t als sein Todestag bezeichnet. 3) Ohne Zweifel der Slawische Name für die Königin Margarethe von Danemark [Vgl. Chron. Oliv. Beil. II. u. VI. A] , die damals mit ihrem Vater Sambor aus Danemark in die Heimath gekommen sein wird. Daher ist auch wahrscheinlich im Sliftungs-Privilegium vom 4 0. Juli 1258 das Regierungsjahr ihres Gemahls, des König» Christoph von Dänemark an- gemerkt. 4) Das Vernum dieses Satzes fehlt in der Handschrift. Da nun die Pölpliner AnnaJen auf Grund unsrer Quelle berichten, an jenem Tage (iO. Juni) sei Abi Conrad von Doberan nebst 5 Priestern und 4 Laienbrüdern zur Uebernahme der neuen Anpflanzung in Pogutken angekommen, so müssen sie wohl »introduxit. gelesen haben. 5) Die Altardecke. 6) Das jetzige Dorr Mahlin bei Mühlham, es wurde vom Kloster 47. Aug. <30< an den Bischof von Kujawien abgetreten (s. u.). 7) Johann v. Wittenburg oder Weissenberg gehört zu der nicht geringen Zahl Deutscher Ritter, von welchen Herzog Sambor seit seiner Wiedereinsetzung, vornehmlich wahrend der Digitized by Google FL'XDATIO MONASTERII POLPLINENSIS 811 dietatcm cum pleno jure oh retnissionem suorum peccatorum. Item Godeschalcus junior de Stargart pro remissione suorum pcccaminum et uxoris et suorum pro- genitorum resignavil duci in aperto punt8 siliginis de bonis suis, quak-nus ec- clesie Samboriensi conferret imperpetuum possidendum. Dux vero cum volun- tatemd Godeschalci hilari animo compleret et prediclam annonam videiicet punt siliginis de bonis Rukketin* imperpetuum assignasset ecclesie Samboriensi. ita ut quicunque* bona in Rukketin possiderct, sive per empcionem sive per aliam conquisicionem , sepedicta r ecclesia quoque suum de predictis bonis habere debeat sive de Sclavis sive de Theulonicis , qui prefata bona excolerent.' Cum autem hec omnia cum timore Dominico* (?) racionabiliter essenth terminata co- ram viris religiosis et honesüs de Doberan monachis et sacerdotibus, qui aderant presenles buic facto racionabili et discreto, simul eciam coram layeis secularibus tarn Sclavis quam Theutonicis factum ducis collaudantibus, abbas Doberanensis ut erat sacerdotalibus indutus apprehensa virga paslhorali ratifieavit et confir- mavit Cisterciensis ordinis auctoritale banno suo factum predictum in nomine patris et tilii et Spiritus saneti siculdeeuit; que postea dominus Wislaus Dei gracia sanetc Wladislaviensis ecclesie episcopus ut verus fundator et deum li- mens, cui nullus in probitate secundus eo tempore in Polonia surrexit, pontifi- cali, qua fungebatur, auctoritale, literis suis et capituli Wladislaviensis omnia prescripta liberaliter et devote, ut erat amator justicie et ecclesiarum, confir- mavit in melius deeimas conferendo; et in consecracione eimiterii ecclesiam Samboriensem sub exeommunicacionis innodacione contra omnes invasores et oppressores ecclesie in suam et ecclesie Wladislaviensis luicionem reeipiendo. Fuit autem consecracio eimiterii predicti anno gracie M0cc0Lxiij. vnr. Kalendas }^*or- Decembris', hoc est in die beate Katherine virginis. Contulit insuper Sambo- riensi ecclesie prefatus dux et fundator xij. mansos sitos in provincia Wanczich in loco, qui Zoszna ,0 vocatur cum libera piscatura in Wysla et pleno jure. Item d) M8. TolunUU). e) MS. qoecunqu«. 0 M8. tß. g) M8. dmio. h) MS. mtl. i) M8. NovrmMt. Jahre 4 353—4266, bei seinen meisten Regierungsbandlungen umgehen erscheint und in sei- nen Kulturbestrebungen sichtlich unterstützt wird. {Solche sind namentlich Johann und Con- rad v. Logendorf, von denen der erste sein Kanzler heisst, Herbord v. Sommerfeld, Heinrich Schilder, später Rathmann von Dirscbau, Heinrich v. Braunschweig, Michael Arnold von CaJve, Hermann Diabolus, Heinrich de lndagine, Heinrich v. Stormarn, Hermann Bolco und der »fremde« Yogt Alexidus). Jobann von Weissenberg wird 4 3. Mai 4 256 (Luc. Dav. Hl. 4 7) in Dirschau nebst Heinrich Schilder vom Herzoge mit den damaligen bei Mühlbanz gelege- nen Dörfern Zainscowe und Lnesino belehnt und erscheint 4358 als Zeuge bei der Gründung de.« Klosters Neu-Doberan (10. Juli) und bei der Verleihung der Güter Malsau und Turze bei Lübschau an Hermann Bolco zu Deutschen Lehnsverpflichtungen (Dirschau 4 4. Nov. Luc. Dav. III. 4 8), so wie 4 360 bei der Gründung der Deutschen Stadl Dirscbau, (Voigt Cod. D. I. 4 32) bei der Verleihung des Gutes Golub an Abt Conrad von Doberan (4. Mdrz s. u.) und (Dirschau 4 0. März) bei der Verleihung der Güter Dobkau bei Stenzlau, an das Kloster von Neu-Doberan. Nach den Documenten, welche die Annalen von Polplin benutzten, schenkte Joh. v. Weissenberg ausser den 50 Hufen in Mahlin auch das Dorf Godesewe [Jetzt Gard- schau im Stargarder Kreise], welches 4 804 an den Bischof von Leslau [s. u.] abgetreten und später in zwei Verträgen vom 20. Dcc. 4328 und 47. Mai 4386 (Rzycz. II. n. 246 und 268) von diesem durch Tausch an das Kloster La,d übertragen wurde. (Ueber die fernem Schicksale des Dorfes handelt Strehlke die Gardschauer Chronik in Pr. Pblött. a. F. Bd. V. 4854.) Nach denselben Ueberlieferungen des Klosters wurde er in späterm Alter Laienbruder von N. Do- beran, das seinen Todestag am 8. September feierte. 8) Auch die Annalen wissen den Betrag eines solchen »Punts« Getreide nicht zu be- zeichnen. 9) Darunter wird wohl das jetzige Dorf Rokitken bei Dirschau verstanden worden sein. 40) Wahrscheinlich des in der Stiftungsurkundo von 4274 in der Nahe Polplins genannte Castrum Czossno. Die Annalen von Polplin kennen noch einen Ort Zosnik bei Sprauden süd- lich von Polplin; noch zu ihrer Zeit gehörten 12 Hufen dieses Dorfes, von denen 8 auf der Hohe, 4 gepen Sprauden hin Ingen, dem Kloster. 812 FUNDAT10 MONASTERH POLI'LINEN.SIS. Golube 11 absque medio mansorutn cum terminis atlinentibus cl jure pleno con- tulit imperpetuum possidendum. Uebersicht der über das Kloster Heu-Doberan (seit 1274 Pötplin) bis \ 3 12 vorhandenen urkundlichen Aotizen. 1158. 10. Juli (d. Dirsowe. Kgsb. LIX. 1.) Herzog Sambor verleiht der in Samburia von Cislerziensern aus Doberan verehrten Mutter Gottes zur Gründung einer Abtei die Güter Pogotkov [j. Pogutken an der Ferse , siidl. von Schüneck] im Distrikte Garcz , wo bereits eine llolzkirche für das Kloster errichtet ist, die er bald in eine Steinkircbe umzuwandeln gedenkt, nebst den Gütern Cobylow, genannt Cosmenyn (die südlirh von Pogutken zu beiden Seiten der Ferse um die jetzigen Dörfer Kobilla und Coschmin gelegenen Dörfer] ; er verbietet Fremden die An- lage einer Mühle auf der Ferse sowie Jagd und Vogelfang auf dem ganzen KIo- stergebicte , gestattet aber dem Kloster die Ansiedlutig fremder Leute jeglichen Gewerbes auf diesem Gebiete, die er von jeder Verpflichtung gegen seine Beam- ten , selbst von allem Kriegsdienste bis auf einen Dienst von 3 Tagen , wenn der Feind das Land betritt, freispricht. Die ersten Bewohner des Klosters sind 5 Prie- ster-Mönche: Johann von Rügen, Segebod, Bonifacius, Nicolaua und Ludolf und 4 Laienbrüder (Conversi) : Conrad, Herrmann, Wolter und Albert. 4 258. 10. Juli [dem Inhalte nach in den Annal. PolpI.J Schon am SO. Juni hatte Abt Conrad von Doberan einige an Pogutken grenzende Güter, welche Sambors Oheim, der ältere Herzog Sa in bor [f] einst dem Meklenburgischen Kloster Doberan geschenkt hatte, an Samburia übertragen (Annal. Polpl. p. SO. [ex metricella antiqua] D. Conradus in presencia ducia et uxoris aliorumque plurium clerico- rum ac taicorum bona quaedam Pogotkoviensibus contigua, quae olim d. Sam- borius senior, nostri Samborii patruus ecelesiae Doberanensi contulerat, no- vellae huic plantationi cum omni jure sibi et monasterio suo in eU competente obtulit et donaviti , und Bischof Wislaus von Leslaus diese Schenkung bestätigt. Am 10. Juli bezeichnete Herzog Sambor die Grenzen dieses Gebietes, welche so beschrieben wurden : Incipiunt a atagno Crange et tendunt versus lacum Orse- chow , dehinc per fluvium ad stagnum Gost , inde ad fluvium Vetcissa ipsumque fluvium cum uno littore sursura ascendendo ad fluvium seu rivulum Auchitnitza. Ob hierunter der östlich von Pogutken gelegene See von Krangen, südlich von welchem der grosse See von Bordzichowo fliesst, oder der Krangensee mit dem . südöstlich davon gelegenen See von Okonin, an dem auch der Namen Bordzicbow noch haftet, westlich von Pogutken gemeint sei, wage ich nicht zu entscheiden. 1258. 4 0. Juli [dem Inhalte nach in den Annal. Polpl ] In einem Privilegium dessel- ben Tages schenkte derselbe Herzog die Mühle von Spangau mit dem Fischfange auf der Mottlau bis zu den Grenzen von Dobkau und Damerau , sich und seiner Gemahlin den freien Gebrauch der Mühle vorbehaltend. Dazu hat er nach der- selben Quelle in nicht bestimmter Zeit ausser dem oben erwähnten Golub und den 1 2 Huben in Zosnik noch einen Landstrich an der Weichsel an einem Orte Mistoin 1?) und die Fischerei im Teiche Widentz (?) an einem Orte Golon (?) dem Kloster verehrt (vgl. (384). 1160. 4 4. Febr. [d. Schwez Kb. LIX. 1. 3]. Herzog Swantopolk erklärt das mit seiner Zustimmung (de ronsensu nostro im Lande Sambors eingeweihte 4 4) Das jetzige Dorf Gollublen an den Radaanenseen. Nach einer in einem Transsumpte des Hochmeisters Paul v. Rusadorf vom 4 8. April 4481 (Kgsb. Handfest. Matrikel f. 91) auf- behaltenen Urkunde vom 4. Marz 4 260 schenkte Herzog Sambor dieses Dorf an jenem Tage dem Abte Conrad von Doberan, der es dem Kloster Samburia überwiesen haben mag. Je- denfalls blieb es in den Händen desselben nur kurze Zeil, da Meslwin II. in einer undatirten Urkunde, die jedenfalls vor 4 274 ausgestellt worden sein muss (s. u.l, indem er die Schenkung seines Obeims an das Kloster Möns Marie bestätigt, von derselben Golub ausschliesst, das durch einen Tausch in seine Hönde gelangt sei. 4 482 befand sich das Dorf in den Händen Hans Meysener's und Dietrich » von Selislav, welche es damals an das Kloster Carthaus ver- kauften. Digitized by Googl FLNDATIO MOXASTERII FOLPUNENSIS 81H Kloster S. Marien berg frei von jedem Zolle und nimmt es unter seinen beson- dern Schutz. (Abt Conrad von Doberan hat die beiden Schreiben abgefasst). 1160. 10. März [d. Hirschau. Kb. LFX. 4}. Herzog Sambor fügt zur Mühle von Span- dau die daneben gelegenen Güter Dobkau hinzu 1164. 6. Juli [d. Parchan. Kb. LIX. 5]. Bischof Wolimir von Leslau ersucht das Ge- neralkapitel in Cisterrinm , dass es , nachdem Herzog Sambor dein neuen Kloster 600 Huben angewiesen, und er dieselben von dem Bischofszehnten befreit habe, die Absendung eines Abtes und eines Konvents von Doberan nach »Sam- burch« veranlasse. Die Annalen von Pölplin wissen (»ex monumentis variis mo- nast.«) , dass erst 4167 der erste Konvent von Doberan nach Pogutken kam, wo er 9 Jahre blieb. 1169 [Notiz der Pölpliner Annalen p. 13] bezeichnete H. Sambor auf Bitten des Abtes Gerward von Neu-Doberan die Grenzen von Pogutken und Coszmin, wobei er die Gerichtsbarkeit des Abtes auf alte seine Untersassen ausdehnte. Vor 1 27 4 [ohne Datum Kb. LIX. 4 3]. H. Mestwin bestätigt die Schenkungen H. Sam- bors und die von seinem Vater ertheüte Zollbefreiung , schliesst aber von jenen Schenkungen Golub aus , welches er durch einen Tausch in seinen Besitz ge- bracht habe. 1174 [alte Notiz der Annalen]. H. Mestwin bewog, da die neue Stiftung wegen ibrer Uli wohnlichkeit , ungesunden Luft und ihrer unfruchtbaren Umgebung [propter loci inbabilitatem , aeris insalubrilatem et agrorum sterilttatemj unterzugehen drohte, den Palatin von Schweb, Waysil , den diesen und dessen Brüdern Glabuna und Ractik [vgl. oben S. 70t. n. 81.} zugehörigen Ort Pölplin an jene Mönche abzutreten. 1874. i.Jan. [d. Kastrum Schwefe. Kb. LIX. 6 u. 7). H. Mestwin schenkt au das Kloster Neu-Doberan, jetzt nach dem Orte Pölplin genannt, zu Ehren der h. Jungfrau, der h. Bekenner Benedictus undBernardus und des h. Märtyrers Stanislaus einen Land- strich im Distrikte Thymau , dessen Grenzen er bezeichnet [er umfasste im We- sentlichen den von der Ferse und ihren beiden Nebenflüssen Wengermutze (von Bobau ab) und der Jahna eingeschlossenen Bezirk, wobei die zwischen der Wen- germutze und Jahna vom Brzecznosee ab nach Norden sich hinziehende Reihe von Landseen die südwestliche Grenze bildete, und dehnte sich überdies bei dem Orte Pölplin selbst auch auf dem Östlichen Ufer der Ferse für eine kleine Strecke bis an die Weichsel aus] . Zugleich bestätigt er den Besitz und die Grenzen der Güter von Pogutken. 1176. Ii. Marz [d. Ebbing, dem Inhalte nach in den Pölpliner Annalen). H. Sambor bestätigt die Schenkung H.Meslwins und fügt derselben die Güter GoscbeJko (?), Raszelko, Raykov und Radostow (vgl. oben S. 70z. n. 82.) hinzu. 4 276. 11. Ort. [d. Kastrum Schweiz, Kb. LIX. 8). H. Mestwin erlaubt dem Kloster am Flusse Jahna von den Grenzen des bischÖflich-Leslauischen Gebietes ab, na- mentlich am Walde Belskiles, Mühlen zu bauen. 4178. 1. Jan. [d. Schweiz, Kb. LIX. 9]. H. Mestwin bezeichnet die Grenzen der Güter Pölplin, auf deren Gebiet er für den dorthin versetzten Konvent den Bau eines Klosters veranlasst hat. (Die Pölpliner Annalen wissen , dass der Konvent bereits 17. October 1 276 von Pogutken nach Pölplin hinübersiedelte). 1180. 18. Sept. [d. Schwetz, Kb. LIX. 40. 4 t]. Auf die Vorstellung des Konvents von Pölplin , dass er an Fischen Mangel litte und dadurch an der gastlichen Auf- nahme der Fremden gehindert würde, schenkt H. Mestwin demselben das aus der Weichsel ausfüessende Wasser Schlanz nebst den gegen Gremiin hin gele- genen Orten Garz und Zacrewe. 4181. 4 5. April [d. Dirscbau, Annalen von Pölplin]. Bischof Alberus bestätigt dem Kloster die vom Bischof Wislaus ertbeilte Befieiung vom fiischofszehnten für Pogutken. 4181. [d. Gdanczk, Kb. LIX. 26. 3]. Mestwin schenkt dem Kloster in der Nebring den Ort Engewater (Slawisch Woyces) , der zwischen wegen -vichten« oder Ze- vantzosna und Woria liegt , mit der Erlaubniss , auf einem Bording mit 4 [Stör-] Lanken und einem grossen Neu» [sagenaj auf der See Fischfang tu treiben. Digitized by Google 814 FUNDATIO MONASTERII POLPLINENSIS. 1*83. 5. März [d. Gdancech, Cod. Oliv. f. 199]. Der Ordens - Marschall Conrad v. Thierberg entbindet den H. Mestwin von der bei der Abtretung der Landschaft Wanzka [Mewc] übernommenen Verpflichtung, dem D. Orden die dort gelegenen Enclavcn Pölpiin's zu verschaffen. Dagegen gelangt der Orden in den Besitz der ganzen Neil ring und das Kloster Pölplin tritt unter des D. O. Oberhoheit [domi- nium]. (Eine dem entsprechende Erklärung H. Mestwin desselben Datums bei Voigt Cod. D. I. 164). »184. 2t. Sept. [d. Sehwetz , Kb. LIX. 36. 2]. H. Mestwin erneuert die Schenkung vom 28. Sept. i 280 mit genauer Beschreibung der Grenzen und der Bemerkung, dass der Ritter Jobannes , der dies Gebiet inne habe , dasselbe vom Kloster zu Lehn zu nehmen hätte , den Besitz desselben nur für seine und seines Sohnes Lebenszeit bestätigt erhalle und den Fischfang sogleich dem Kloster abtreten müsse. Zugleich bestätigt er die von seinem Oheim Sambor ertheilte Fiscberei- gereebtigkeit im Teiche Widentz und in Lelecovenissa (?) und Zabruda (?) sowie an den zwischen ihnen gelegenen Inseln. < 285. 10. April [d. Papow, Kb. XXIII. 4] schenkt Dietrich Stange 200 Hufen in Po- mesatoien einem Cisterzicnserkloster in Garzanura (Garnsee). Ton einem solchen Kloster ist keine weitere Spur ; wohl aber ist in dem Gründungs-Privilegium der Stadt Garnsee vom 4. Oct. 1334 die Notiz hinzugefügt: Notandum, quod civitas illa empta est ab abbate et conventu monasterii Polpelyn , ul patet in literis ei instrumentis desuper confectis. De nun Pölplin überdies (nach dem Zeugniss der Pölpliner Annalen; von jenem Dietrich Stange seine besten Reliquien, ein lignum Domini maius und überdies 100 Mk. zum Geschenk erhalten hatte, so empfiehlt sich Jacobsons Vermuthung (v. Ledeb. N. Archiv II. 33 ff.), dass, nachdem die um 1285 beabsichtigte Anlage eines Klosters in Garnsee unterblieben, das Be- sKzthum desselben auf Pölplin übertragen worden sei. 4 289. 5. Nov. [d. Rome apud S. Mariam maiorem, Kb. LIX. 12]. Papst Niolaus [iv) nimmt das Kloster in seinen Schutz. 1292. 29. Juni [d. Schwetz, Annal. von Pölplin]. II. Mestwin schenkt dem Kloster die Dörfer Geralitz [im Danziger Werder] und Scowe. 1293. (s. d. Kb. LIX. 14). Derselbe bestätigt die Verleihung der Mühle von Spangau und wiederholt die früher ertheilte Verzeichnung ihrer Grenzen. t 295. 19. Oct. [d. Gdantzik, Kb. LIX. 15]. König Premyslav bestätigt das Privilegium von 1274. 1297. 9. Oct. [d. Gdancek, Kb. LIX. 16]. Derselbe bestätigt die Verleihungen Sam- bors und Mestwin' s , nachdem er sie durch Schriflkundigo (litcrati) hat prüfen lassen. Um selbst der geistlichen Güter des Klosters theilhaftig zu werden, ver- leiht er ihm den Wald Belskiles zu beiden Seiten der Jahna, wobei er sich jedoch von dem Ertrage, der durch Dorfanlagen auf diesem Gebiete gewonnen wer- den sollte , die Hälfte ausbedingt ; die sich dort noch aufhaltenden herzoglichen Jäger und Wald Wärter sollen abziehen, sobald ihr Wohnsitz zu Dorfanlagen aus- gegeben wird. 1298. 13. Jan. (d. Dansk. Kb. LIX. 17). König Wladyslav bezeugt, er habe den Danziger Untertruchsess Petricus und dessen Verwandten Albert nebst seinem Bruder, auf die Klage des Abts Heinrich von Pölplin , dass jene ihm das Dorf Gemlitz mit Gewalt entrissen hätten , vor das Gericht seiner Barone geladen , die den Streit zu Gunsten des Klosters entschieden. 1301. 17. Aug. (d. Alt -Leslau. Kb. LIX. 18. 20). Bischof Gerward von Leslau will auf die Bitte des Abtes von Pölplin in Betreff seiner Zehnten in denjenigen Klo- stergütern, welche die Mönche entweder mit eigener Arbeit und auf eigene Kosteu anbauen, oder an Andere zu Deutschem oder Emphyteuten-Rechte auf bestimmte Zeit oder für immer zum Anbau ausgeben, einen Tausch eingehen. Er thut es im Hinblick auf die Demulh der Mönche, ihre Gastfreundschaft gegen die Armen und andere Beweise werkthätiger Frömmigkeit. Er überlässt somit dem Kloster vom Distrikte Pölplin, von den 9 Hufen in Dobkau und der Mühle Spangau den Hufen- Zehnten : wofür jenes an ihn die Dörfer Mahlin und Godecewe [Gardschau] nebst deren Zehnten , Gemlitz nebst dem Fischzuge in der Weichsei und zu Scowe ab- Digitized by Goq FUNDATIO MONASTERII POLPLINKNS1S. 815 « tritt und zur Anerkennung der ihm zustehenden Zebenten alljährlich zu Martini 3 Mk. Thorener Münze an ihn zahlt. In Betreff Pogutkens behaupte das Kloster zehentenfrei zu sein ; der Bischof bestätigt ihm diese Freiheit. An demselben Orte und zu derselben Zeit ertheilt der Bischof {Kb. LIX. 19) an Oliva und Pölplin die Versicherung , dass , wenn er oder seine Nachfolger wegen der Zehenten mit einem weltlichen Herrn eine Einigung träfen, die Klöster nicht gezwungen wären, .sich derselben zu unterwerfen ; auch solle nie durch einen Vertrag einer well- lichen Macht das Recht verliehen werden, einen Zehenten zu fordern. (302 s. d. (Alte Matrikel und die Annalen von Pölplin). Abt Heinrieb verleiht an An- siedler (Coloni) das Dorf Neukirch (mitten im Bezirk von Pölplin) mit 56 Hu- fen, von denen die Kirche 4, der Schultze 5% Freihufen nebst einem Drittel der Gerichtsgebühren erhält, die Ansiedler Zinsen für jede 8 Scot und eine Maldrata oder IS Maass von 4 Arten Korn (Waizen, Roggen, Gerste und Hafer) zu gleichen Tbeilen ; die Verpachtung des Kruges behält sich das Kloster vor, Brod- und Bierverkauf gestattet es gleich den Herren der benachbarten Ortschaften , und jedesmal auf besondere Erlaubniss die Holznutzung in seinen Wäldern u. s. w. 1303. 19. Jan. (d. Grecz. Kb. LIX. St). König Wenzel u. bestätigt die Stiftung H. Mistwio's von 1274 und die Schenkung des Waldes Beskiles, dessen Seen (Ziten-, Lange- und Dubelnosee) er namhaft macht. 4 303. 20. März (d. Gedani. Annal. Polpl.). Gotschalk v. Jana entsagt vor dem Haupt- mann von Pommern Iwan (?) und dem Landrichter Bogussa zu Gunsten des Klo- sters allen Ansprüchen auf Garz und Sarew [bei Schlanz]. 1306. 25. April (Kb. LIX. 23). Derselbe einigt sich über den Beliskewald mit dem Kloster dahin , dass von einem bestimmten Punkte aus ihm die rechte, und dem Kloster die linke Seile zufällt, und ihm überdies die Jahna vom Einflüsse der Milceka ab mit beiden Ufern abgetreten wird. «305. H. Juni (Dirschau. Kb. LIX. 24). Vor dem Kastellan Hartwig und den Rath- mannen von Dirschau überlässt das Kloster den Ansiedlern von Stenzlau die Güter Dobkau zum Anbau gegen einen jährlichen Zins von einem Virdung und einer Maldrata von 4 Arten Korn für jede Hufe. Das Kloster behält die Mühle Spangau und das Recht der Holz-, Gras- und Heunutzung aus Dobkau für die Bewirtb- schaftung seiner Mühle. Auch setzt es in Dobkau einen Richter ein. Der Herr von Stenzlau erhält durch diesen Vertrag keinerlei Anrecht auf das seinen An- siedlern verliehene Gebiet. 1306. 22. Juli (d. Marienburg. Kb. LIX. S5). Bischof Christian von Pomesanien und der Komthur [von Mewe] Heinrich von Ysenberg vergleichen einen Streit des Klosters mit dem Preussen Zeadel und dessen Verwandten, der nach den Annalen dadurch veranlasst ward , dass einem Mönche Jobann die Hand abgehauen , dagegen ein Sohn Zeadels getödtet worden war. Das Kloster zahlt an die Verwandten des Getödteten 6 Mk. und verschafft ihnen die Brüderschaft in 5 Klöstern. — Die erste Pölplin betreffende Urkunde der Ordensherrschaft datirt vom 1 1. Juli 1312. Digitized by Google Nachträge. 1 . Ztuätze tu Peter von Dutburg. Zu S. 3. Zu den hier angeführten Ordensgeistlichen des Namens Peter können noch fol- gende gestellt werden : Petrus offlcialis Sambiensis in der Urkunde d. d. SO. März 1329 Cod. dipl. Pruss. III, 4 82. Petrus custos Sambiensis in der Urkunde d. d. 9. Septemb. 4333 (deut- sche Uebersetzung) bei Gebser u. Hagen, Dom zu Königsberg, Bd. 4. S. 4 4 8. Peter, Dechant v. Samland, in der Urkunde d. d. Sonnabend vor Advent 4 332. Codes archivi Berol. fol. 4 3. p. 28 b. — Einem Marsilius de Doesburg, Ordensmitglied der Bailei Coblenz, conferirle der Ar- chidiaconus zu Coln die Pfarre zu Assenbelm im Jahre 4 365. Urkunde der D. 0. Cotnmeode St. Catharina zu Cöln, im Provincialarcbiv zu Düsseldorf. — Zu Duisburg befand »ich auch ein D. O baus. Zu S. 27. Anm. 4. Es ist zu beachten, dass die in den Sätzen : >ouod neque is qui plan- tet« bis >repromittunt< und : )hanc novellam hnspitalis plantacionemi bis >faceret in futurum) enthaltenen Gedanken fast wortlich in der Bulle des Pabetes Honorius III. vom 4 5. December 4220, Hennen cod. dipl. ord. Theut. n. 49, vorkommen, der ersten, durch welche dem deut- schen Orden die sammtlichen Privilegien der beiden andern Ritterorden verliehen wurden. Indem Dusburg diese Verleihung dem Pabsl Cölestin III. zuschreibt, und mit den Worten der Bulle Honorius III. motivirt, begeht er hier dieselbe tauschende Ungenauigkeit, wie P. II. c. ft, wo er die Schenkungsurkunde Uber das Culmerland vom Juni 4230 in das Jahr 4 226 zurückschiebt. Zu S. 50. Aura. 3. Das Caslell auf der Eiche wird auch in einer Urkuode König Sigis- munds von 4*4 9 Cod. ord. Theulon. des Staalsarchives zu Berlin I. C. 12. fol. 320 erwähnt: dignus statutis et ordinacionibus ejusdem ordinis, quibus fratres ipsius ab inicio ab una quercu in antiqua Thorun, quamquam pauci nuraero militari tarnen eierciclo et magnifice paganismi feroces elc. Zu S. 402. Anm. 3. Engelbert von Mark gedenkt des deutschen Ordens auch in seinem Vertrage mit Hermann von Loen bei Kindlinger Samml. merkw. Urkk. I. S. 422 in freund- licher Weise. Zu S. 46*. Anm. 2. Die Klageschrift bei Dogiel V. n. 86 steht auch in v. Bunge's Livi. Urk. I, 737 ff. Nro. DLXXXIV, in den August 4 299 gesetzt, vgl. a. a. O. Regesten S. 4 76 f Wegen der als ungedruckt aufgeführten Documente vgl. 4) den ausführlichen Auszug im Ltvl. Urk. Regest. II, 13 ff. 2] Den Auszug ebenda II, 28 IT. und das Stück des Originals unter Nro DCXXXVII1. S. 65 ff. 3) ist in deutscher Uebersetzung gedruckt im Livl. Urk. U, 755 ff. MXXXVI. Das lateinische Original wird im Ilten Bande vor Hermann von Wartberg abge- druckt werden. Zu S. 4 70. Als Neujahrsblatt der antiquarischen Gesellschaft in Zürich 4 860 erschien eiu Versuch einer Lebensbeschreibung des Grafen Wernher von Homberg, welcher uns je- "doch nicht zu Gesichte gekommen ist. Nachtrage dazu finden sich im Anzeiger für schweize- rische Geschichte und Alterthumskunde VI. im 2. Hefte Juni 4 860. S. 93 ff »Graf Wernher vou Homberg (•{• 2t. März 4 320)« und im 3. Hefte September 4 860. Danach wird derselbe 4 30* in schweizerischen Urkunden als >domicellus<, Junker, genannt; dann erst wiederum 4 306, nach seinem litauischen Zuge, aber ohne diesen Beisatz, weil er eben indess die Ritterwürde er- langt hatte. Zur Zeit seiner Heerfahrt stand er im zwanzigsten Jahre. Zu S. 4 78. Anm. 3. Die hier aus dem Cod. dipl. Pruss. II. n. 79 citirte Urkunde scheint in diesen Zusammenhang nicht zu gehören. Schon v. Toll und v. Bunge, Est- und Livlandi- sehe Brieflade. Reval 4857. I>>. 4 93, weisen sie nach 4 324 oder 4 322, und hiefür spricht auch Hermann von Wartberg. Zu S. 494. Anm. 4. Den Polen, welchen David von Garten ermordete, nennt schon Je- roschin (und nach ihm die Zamehlsche Chronik) Andreas Goste, der Annalist von Thorn An- dreas ohne Zunamen. Zu S. 223. Anm. 4. Die hier angeführten Urkunden widersprechen der Angabe Arnolds Uber König Heinrichs Tod nicht, da man in Palastina den Jahresanfang zu Ostern setzte ; der 8. Februar 4 497 In jenen Urkunden ist der 8. Februar 4 498 nach unserer Rechnung. Digitized by NACHTRAGE 817 Zu S. 114. Aom. 3. Bischof Gardolph von Halberstadt berührt in einer Urkunde d. d. 4197 ind. 4 5 regnante Henrico Romanorum iuiperatore et rege Siciliae consecrationis nostrae anno 4, einen gewissen Verkaufsvertrag, geschehen »eo anno, quo ad pei egrinationem der accepimus.i v. Ledebur's Archiv Bd 48. 8. 149. 2. Verbesserungen im Texte. S. «4. Z. 4 4 lies: preteriln, illumiiia. S. 17. Z. 4 : impensioris S. 44. Z. 14 v u. : a deo, ideo. S. 40t. Z. 8 v. o. : crematus. Nota. S. 419. Z. 4 descensu statt desensu. 8. 147. Cap. 123. Z. 6: restiterunt (wiewohl die Codd. resistcrunt hüben) S. 176. Cup. 340. Z. 3 : episcupaluni. S. 115 Nr. S. Z. 6 : perpetuum. Effectum. S. 117. Z. 3 streiche sie. S 148 zu 1318 Z 1 lies VI (sexlo) statt sox. 8. 184. zu 4313 Z. 1 lies: MCCCXXlIi statt MGCXXUI. 3. Verbesserungen in den Einleitungen, Anmerkungen und Randzusütien . S. 3. Z. 9 v. ii lies: und S. 18. Z. 10: Dusburg. 8. 14. Z. «0 : Dan. 3, 9 f. S. 16 Anm. Z. 3: 1187. S. 30. Anm. 4 Z 9: 4490 und 4 4 94 . S. 50. Aura. 1. Z. 3: Raezynski. 8.54. Anm. 2. Z. 14 : crslcrc 8. 51 . Anm 3. Z 10 und Z. 4 4 : Pogesanien. 8. 63. Anm. 3 ; kölmischen. 8. 64. Anm. 8. Z. »ü : Balge S. 77. Anm. 1 Z. 6 : Lesslauiseho Bischof. S. 86. Anm. 3: Vgl. III. c. 69. S 90. Rand: 74 (70) statt 70 (71). S. 93 Anm. 1 . Z. 7 : Welau. S. 99. Anm. 1. Z. 14 r Semgallen. S. 4 06. Anm. f. Z. «wahrend 8. 4 4 8. Anm. 6. Z 1. Salisburgenses. S. 4 19. Anm. 2 Z.9 bei statt Bei. S. 464 Anm «. Z.9, Bischofs statt Erzbischofs. 8. 174. Anm. 4. Z. 5 : Schuller statt Schulte*. 8. 476. Anm. 4. Z. 1 : Woplauken statt Waplauken. S 185. Anm. 5 Z. 8 : Maritime statt maritime. S. 188. Rand: 34 Juli statt 1 August. 8. 195. Anm. 1. Z. 3 : Ptolcmacus. S «4 7. Anm. Z 1 ; Ncrci. S. ISO. Absatz 1 Z. 7 : Lindenbrog. S. 223. Anm. 4. Z 1 : Lübeck. S. 114. Anm. 9. Z 41: Opel statt Ossel. 8. 225. Z. 18: 14. December. S. 227. Absatz 5. Z. 7 : ecclesiae. S. 218. Anm. «. Z. 9 Pez und 44 7. S. 24 4. Anm. 7. Z. 4 ; Moutier 8. 841. Nr. 40: Leibnitz . . . T III, am Rande p. 4 4 4 . S. 150. Nr. 5: Pez. S. «70. Z. 9 und S. «74. Absatz 2. Z. 6 : Wclfcsholzc. 4. Zusätze zu Nicolaus von Jeroschin. 8. 413. Jeroschins Worte Vers 9594 IT. sind lleberselzung der Worte des Messkanons iV'eni, sanetc Spiritus, rcple tuorum corda fidelium et tui amoris in eis ignem accendei (etc >qui per diversitatem linguarum cunetarum gentes in unitatc fidei congregastitj. — S. 619. Der Meister in Vers 3723 ist Anno von Sarigershausen. S. 619 sind noch folgende Verse als hieher gehörig nachzutrageii - (Der Matthalter Kbei- hard von Seine, den die Livl. Reimchronik Meister von Livland nennt, giebt wegen Krank- heit sein Amt auf, Ende 4153 oder 1254) 3684 ff. Pf 3679 fT.l Dö er zu ddtschen landen quam, | der hohe meistcr [d. i. Poppo von Osterna] vernain | daz er nicht woldc zu Nlllant, | ■laz amt gab er alzuhant | eime tugenthaften manne, | geheizen brüder Anne. [ Des amtes was er wol wert. | Brüder, knechte, rasche pfert | wurden im mitlegegobin. | Er hatte ein geistlich lebin. | Daz ingesigel von Nieflant i gab im der meister alzuhant. | DA reit der mei- sler Anne | mit manchim ris< hen manne l hin zu Nieflande dö u. s. w . 5. Berichtigungen zu Nicolai» von Jeroschin. Vers 339 zitin V. 574 d^swar. V. 664 zugehört V. 1 1 48 gewerte V. 4 346 Kartdsiere V. 4 421 bevestinte V. 4414 IV. 45. V. 1444 wlt, V. 4640 f. hern. Darubir nach V. 4870 . V. 4999 und, a. i o. s da vor V. 1149 «14 nach V 1548 . V «56H tilge . V. «086 gezogin, V. 1976 autele V. «9*5 ! statt . V 2994 Sö V. 303t. brengit vor V. 3058 wapene Dusb 11,9 V. 3417 davon V. 34 80 f. slete, di di strazo nach V. 3426 , nach V. 3638 , V. 8649 hömeistir V 3681 want V. 3704 man nach V. 3734 , V. 3*33 tilge , V. 3868 inrin nach V. 4176 , V. 4196 ungeloubin V. 445s vorgongin nach V. 4597 , V. 4612 sö V. 4750 marc- greve V 4804 dar V. 5150 Lesart Schrandilberge Ii. V. 5379 vragindir Zwi- schen V. 5148 und 5449 Lesart : di bruderc nach V. 5535 , V. 5536 tilge , V. 5684 tödis V. 5809 tilge : V. r>953 Pomereuerlant. V. 6066 Wilhelmus V. 6109vrcis- Itchir vür V. 6165 vreislichir V. 6464 zu V 6496 abir V 6505 vll V. 6508 ir V. 7008 gtselin V. 7714 Hz V. «064 schrehin V. 8387 Dütschin Anm zu V. 8610 I. gemeinter statt genannter. V. 8877 trugne V. 9353 rechindo V. 9714 gräwo V. 10,4 00 zübereitin V. 10,173 Maudele V. 4 0,302 here in der Ueberschrifl vor V. 40,815 zu V. 40,391 gewere V. 10,546 f. bandin lösin nach 10.715 , V. 40,996 Etliche Script, r. f. I. K9 Digitized by Google 81$ NACHTRAGE. nach V. 14,465 , V. 44 ,205 f. jenen : gesehen nach V. 49,480 , nach V. 4 8,796 tilge , V. 4*, 899 »ähin V. 45,836 Maudils Anm. zu V. 4 6,754 offerre V. 4«, 948 Sudowinlaot V. 48,584 lieh ticlich V. 48,876 so V 94,069 Strazberc V. «4,4*4 Littoawit V. 94,565 urstende V. 82,646 und sonst: Judde V. 19,800 tougir V. 28,997 Spude V. 94,094 spräche Lesart zu V. 94,384 sixditen K. Lesarten zu V. 24,356 und 94,3)8 lies: 56 do, fehlt K. H. 58 do si f. V. 95,691 f Mlzen : gllzen V. 26,4 95 und sonst: Rlge In V. 27,578 f. scheint ein Fehler zu sein S. 624. zuunterst lies : > in das Ute und Mite« S. 640. Anm. 3) gehört zu V. 8544 nicht zu V. 8559 6. Berichtigungen zur Chronik von Oliva. S. 650. Z. 80 v. o. »welche« soll heissen: deren Abschrift. S. 650. Z. 4 v. u Alaman- nia; wahrscheinlich ist zu streichen S. 668. Z. 4 4. v. u. lies: vorkommenden. S. 669. not. 3. Z. 46 : Priesterbrüder S. 673. Anm. 48. vorletzte Zeile: in das. S. 678. Anm. 29. Z. 8. v. u Breslauer Provincialarchiv. S. 674. Anm. 27. Z. 8. v. u. Beil. V. B. Zeuge 78. S. 679. not. r concarreront B. S. 680. Z. 45. qui erat adhuc. S. 686. not. 83 a. Z. 7. v. o. Zemblewo. S. 690. Z. 2. v. u. persecutione S. 694. not. 59. Z. 4 0. lies: Jah- res 4295. S. 695. not. 61. Z. 5. statt: »dem 4 7. Februar« lies: gleichfalls dem 8. Febr. S. 696. not. 64. Z. 48. Hildensi [Eldena]. S. 698. Z. 9. v. u. Urbem veterem LOrvieto . S. 699. not. 73. Linde [Kloster Lad an der Warthe). S. 704. not. 78. Z. 4 0. v. u. lies scheinen. S. 706. not. 87. Z. 42. lies: not. 72. S. 708. not. 94. Z. 5. v. u. lies: von Böhmen. S. 740. Z. 43. »sub unguibus« ähnlich Albert. Argentin. bei Urstisius II. 410. S. 74 4. Ende des 2. Absatzes: diabolum, collo. S. 74 5. not. 4 4 0. Z. 2. lies: die ursprung- liche Gestalt. S. 747. letzte Z. des Textes lies: adhibere, respondit. S. 722. bei p. Si Tustmer.« S. 768. ad 994 : Coecus dürfte wohl nur für Sanctus verschrieben sein. S. "««. letzte Zeile ist richtiger zu lesen : Mroczek Przescslawicz, Sandzirey (oder Sandzivey) Sbilu- thowiez. S. 767. nach 4 266 : lies Prcmizl, qui et Othocarus. S. 789. Zeuge 3. Z. s fordert der Sinn : restitucrent. S. 798 Zeuge 92. zu lesen: Clodzino. S. 796. ist sUU Keyenberg zu lesen : Kevernberg. Zu Beilage V. Eine Erklärung eines gleichzeitige» Ordensprocuratnrs über die Vorfalle in Danzig 4 306 — 4 840 werde ich im zweiten Bande niil- zutheilen Gelegenheit bähen. Iiru.k t.,n Urritkopf 1 IlSilfl in l'i|>. Digitized by Google Digitized by Google X